Roadtrip nach Irland mit Kindern

Roadtrip nach Irland: Steine, Strände, Straßen – und Windpocken

Im Sommer 2018 geht es für uns aller Voraussicht nach wieder auf die grüne Insel: ein neuer Roadtrip nach Irland mit Kindern! Dass wir dort schon mal gewesen sind, ist im family4travel-Blog erst zweimal nebenbei zur Sprache gekommen: in unserem großen Roadtrip-Tutorial (das überhaupt kein solches ist, sondern eine bunte Tüte voller Tipps und Tricks, die sich bei uns in zehn Jahren Roadtrips mit Kindern angesammelt haben), und als Silas von seinen frühesten Reise-Erinnerungen erzählt hat. Auch da kommt unser Familienurlaub in Irland aber nur ganz am Rande vor. Es ist ja auch schon ewig her – 2010 sind wir mit Kleinwagen und Kleinkindern an den nordwestlichen Rand Europas gefahren. Dass ich die alten Kamellen trotzdem noch mal hervorhole, liegt zum einen an meiner Vorfreude, die wunderschönen Landschaften bald wieder zu sehen – und an der Blogparade auf KindimGepäck zum Thema „Roadtrip in 10 Bildern“.

Ich sag’s gleich vorweg: Ich werde hemmungslos schummeln. Mel wünscht sich Bilder vom „Leben in und um das Fahrzeug“ und „Begegnungen auf und neben der Straße“. Die werde ich auch liefern, zehn Stück. Aber weil ich hier sonst noch nie über Irland geschrieben habe, werde ich doch noch ein paar Fotos von unseren Roadtrip-Stationen mit untermogeln. Nur Straße und Autochaos täte der Insel einfach Unrecht.

Roadtrip nach Irland mit Kindern
Roadtrip-Foto Nr. 1: Das bin ich in unserem Roadtrip-Gefährt 2010 in Irland. 🙂

Mit Kleinwagen und Kleinkindern nach Irland

Der Sommer 2010 war der letzte, bevor Janis in die Schule kam. Da konnten wir die Vorsaison also noch mal so richtig ausnutzen und vier Wochen lang vor den Sommerferien im Mai/Juni in den Urlaub fahren.

Janis war noch fünf (er wurde kurz nach seinem sechsten Geburtstag eingeschult, was sich so früh auch prompt als sehr schlechte Idee erwies und ich so nie wieder mitmachen würde, aber das ist eine andere Geschichte). Silas war dreieinhalb Jahre alt.

Wir fuhren damals einen Audi A2, den wir heiß und innig liebten (und den wir heute noch fahren würden, wenn wir für die Fahrgemeinschaft zur Schule nicht irgendwann einen dritten Rücksitz gebraucht hätten). Dass unsere Knutschkugel (mit Dachbox) Roadtrip-tauglich war, hatten wir schon im Jahr zuvor in vier Wochen Skandinavien erprobt.

Roadtrip-Foto 2: Einpacken, und los geht’s, im Audi A2 plus Dachbox nach Irland.

Ich habe versucht, eine Google-Maps-Karte von unserem Roadtrip zu basteln, hatte für die Details aber mal wieder keine Geduld. Das Programm weigert sich, unsere Fährstrecken richtig darzustellen und ist mehrmals abgestürzt, und wollte dann partout nicht mehr an der alten Strecke weitermachen, so dass es jetzt mehrere As und Bs gibt, und zum letzten Streckenabschnitt konnte ich es gar nicht mehr überreden. Für einen Blogpost, den ich eigentlich ganz nebenbei aus dem Ärmel schütteln wollte, kostet mich das zu viel Zeit, das akribisch zurechtzubasteln. Eine ungefähre Vorstellung unser Strecke gibt das Ding immerhin.

Erste Station: Rouen, Frankreich

Los ging’s zu Hause im Schaumburger Land (zwischen Hannover und Bielefeld). Bis zu unserer ersten Station in Rouen waren es rund sieben Stunden Fahrt. Mit kleinen Kindern ist das eine elend lange Strecke. Normalerweise versuchen wir solche Marathon-Fahrten zu vermeiden. Aber Irland ist nun mal weit weg. Die Jungs haben das zum Glück richtig gut gemeistert.

Autofahren mit Kindern, Irland-Roadtrip mit Kindern
Roadtrip-Foto 3: Mit Bilderbüchern auf dem Schoß und Hörspiel im Ohr ging schon damals alles. Nicht immer quietschvergnügt, aber es ging. 🙂 (Übrigens hatten wir damals tatsächlich eine Zeitlang DVD-Player im Auto, die an den Rücklehnen der Vordersitze befestigt waren. So durften die Kinder eine halbe Stunde Fernsehen pro Tag, auf Marathon-Fahrten auch mal eine ganze. Da uns das Gebettel nach Verländerung so genervt hat, haben wir die Dinger aber bald wieder ausgebaut.)
Mont Saint Michel, Frankreich, Parkplatz
Roadtrip-Foto 4: Am Mont Saint Michel machten wir Zwischenstation. Der dicht bebaute Felsen ist wunderschön und fotogen – normalerweise blendet man dazu den Parkplatz aus, aber gerade auf einem Roadtrip gehört er ja doch irgendwie mit dazu.

Mit der Fähre nach Irland

Wir hatten uns für die Fähre von Frankreich nach Irland entschieden. Kürzer und von den Fährtickets her auch günstiger ist es über Großbritannien. Unsere Argumente für die Frankreich-Irland-Fähre waren damals:

  • Weniger Zeit im Auto, mehr auf See (wo keiner fahren muss).
  • In Großbritannien hätten wir auch mindestens eine teure Zwischenübernachtung gebraucht, so haben wir die einfach auf dem Meer eingelegt.
  • In England und Wales waren wir 2007 erst gewesen.
  • Ideale Gelegenheit, uns auch Frankreich ein bisschen anzugucken.
Roadtrip nach Irland, Fähre von Frankreich nach Irland
Die Auto-Fähre von Rosscoff nach Rosslare.

Wie die Auswahl an Strecken damals war, weiß ich nicht mehr. Aktuell gibt es von Frankreich aus vier mögliche Fährverbindungen:

  • von Cherbourg nach Rosslare (Irish Ferries und Stena Line)
  • von Cherbourg nach Dublin (Irish Ferries)
  • von Roscoff nach Cork (Britanny Ferries)
  • und von Roscoff nach Rosslare (Irish Ferries).

Wir haben für die Hinfahrt letztere Route gewählt, weil das für unsere Parameter zu der Zeit am günstigsten war. Es gibt etliche Vergleichsportale im Internet, da recherchiert man am besten immer jeweils den Tarif, der zur eigenen Fahrzeug-, Zeit- und Familienkonstellation passt.

Bretagne mit Punkten

Wir haben damals aber erst noch drei Tage in der Nähe von Lorient in der Bretagne eingelegt. Wieder als Couchsurfer hatten wir diesmal ein kleines Gartenhäuschen ganz für uns.

Dort entdeckten wir dann am Morgen des zweiten Tages kleine rote Pickelchen auf Silas‘ Bauch. Zuerst dachten wir an Mückenstiche. Mittags hatte auch Janis welche, und während der Kleine noch quietschfidel durch die Gegend tobte, fühlte sich der Große zusehends matt. Spätestens als sich auch die Gesichter beider Jungs punkteten, war uns klar: Wir haben die Windpocken in den Urlaub mitgenommen. Na toll.

Windpocken im Urlaub
Windpocken im Urlaub! Nicht so der Bringer.

Unsere Couchsurfing-Gastgeber waren da zum Glück ganz relaxt. Ihre vier Kinder waren alle schon durch damit. Infektionskrankheiten als Gastgeschenk sind mir da sonst schon sehr peinlich.

Windpocken im Urlaub – umdrehen oder weiterfahren?

Lange haben wir an diesem Tag überlegt, was wir machen. Umkehren? Aber wir waren mehr als 1200 Kilometer von zu Hause entfernt. Sollten wir unsere kranken Kinder zwei volle Tage lang ins Auto sperren? Bis wir zu Hause wären, hätten sie eh schon das Schlimmste überstanden. Und einen Tag vor Abfahrt wäre das Fährticket auch komplett verfallen, ohne Rückerstattung. Auch die Anzahlungen in diversen Unterkünften in Irland wären futsch gewesen. Außerdem waren die Jungs zwar gepunktet, ansteckend und leicht fiebrig, aber doch ganz zufrieden und unternehmungslustig. Sie fragten nach den Steinen von Asterix und Obelix, und wann wir denn jetzt endlich an den Strand fahren.

Alignements von Carnac, Quiberon, Bretagne, Frankreich
Die mysteriösen Steinreihen von Carnac wollte ich sooo gerne sehen!

Also informierte ich die beiden Couchsurfing-Familien in Irland, bei denen wir uns einquartieren wollten, dass wir mit Windpocken anreisen, beziehungsweise uns etwas anderes zu suchen würden. Die einen sagten daraufhin, wir sollten ruhig kommen, ihre Kinder seien geimpft (was nichts half, wie sich später herausstellte, denn unsere Pocken waren offenbar impfresistent). Die anderen sagten verständlicherweise ab, da sie die Woche drauf selbst in Urlaub fahren und unsere Erfahrung nicht unbedingt teilen wollten.

In der Bretagne schraubten wir unser Programm auf ein Minimalmaß hinunter. Die vorzeitlichen Alignements von Carnac sahen wir uns aber an, und auch kleine Spaziergänge am Strand haben wir gemacht. Da wir außerhalb der Saison unterwegs waren, fiel es uns leicht, anderen Menschen zuverlässig aus dem Weg zu gehen, um keine Ansteckungsgefahr darzustellen.

Reisen mit Kindern, Roadtrip mit Kindern, Bretagne, Pointe du Van
In der Gegend von Quiberon haben wir manchen einsamen Quarantäne-Strand für uns gefunden. Das hier war schon auf dem Weg zur Fähre am Pointe du Van. Weit und breit niemand außer uns.

Nachts fieberten beide Kinder auf fast 40 Grad, und ich machte mir die größten Vorwürfe, nicht doch nach Hause gefahren zu sein. Am Morgen waren beide dann wieder ganz vergnügt bei leicht erhöhter Temperatur. Dieses Muster wiederholte sich eine knappe Woche lang in sich langsam abschwächender Form.

Autofahren in Irland

So absolvierten wir unsere Überfahrt also ordnungsgemäß (und verbrachten die komplette Fahrtzeit gemeinsam mit unseren Viren in der Kabine).

Das Fahren auf der linken Seite kannten wir schon aus Großbritannien. Martin braucht immer ein paar Kilometer, um sich daran zu gewöhnen. Ab und zu rufe ich „Links! Links! Links!“ vom Beifahrersitz. Im Großen und Ganzen ist es aber überhaupt kein Problem.

Roadtrip nach Irland, Autofahren in Irland, Straßenverhältnisse
Roadtrip-Foto 5: Irlands Straßen sind oft schmal, und die Straßenschilder nicht immer gut zu erkennen.

Zum Fahren in Irland muss man wissen, dass es kaum Autobahnen und kaum Ortsumgehungen gibt. Auch kurze Strecken dauern deshalb länger als in Mitteleuropa, weil man durch jedes einzelne Kaff mittendurch muss.

Abseits der Hauptstraßen gibt es, wie in Großbritannien auch, oftmals single track roads. Also solche, auf der kein Platz für Gegenverkehr ist (dafür gibt es in regelmäßigen Abständen die passing places). Nach längeren single track Strecken ist es manchmal tückisch, sich wieder an den Linksverkehr zu erinnern.

Von Youghal nach Beara

Wir kamen also in Rosslare an, ganz im Südosten der Insel. Von dort ging es an der Südküste entlang bis Youghal, kurz vor Cork. In der eher unscheinbaren Kleinstadt haben wir zwei ruhige Tage bei einer deutschen Couchsurfing-Familie verbracht, die nach ihrer Weltreise dort gestrandet war. Hier fiel unsere Entscheidung, ebenfalls eine Langzeitreise mit Kindern zu machen – der erste Schritt zu unserem 11-monatigen Europa-Roadtrip 2014/15.

Roadtrip nach Irland mit Kindern, Beara, Steinkreis
Steinkreise gibt es auf der Halbinsel Beara in Massen. Vor allem Janis hat die alten Steine geliebt und gerne seine Faxen mit ihnen getrieben.

Nächste Station war die Halbinsel Beara. Hier bewohnten wir ein Familienzimmer in einer schnuckeligen altmodischen Jugendherberge mit Kaminfeuer im Aufenthaltsraum. Wir waren die einzigen Gäste. Das Wetter war grau und regnerisch. Trotzdem war Beara eine der schönsten Stationen unserer Irland-Rundreise. Die Halbinsel ist wunderbar abgelegen, voller Steinkreise und anderer prähistorischer Relikte, und davon abgesehen ein prima Ort, um die letzten Auswirkungen der akuten Windpocken auszukurieren.

Das passierte übrigens, als wir nach unserem Aufenthalt in Beara gerade das Auto packten. Die Jungs fanden die Aschehalde des Kaminfeuers im Gebüsch und benutzten sie als Sandkasten. Natürlich sahen sie hinterher aus wie Pottsäue, und natürlich hatten wir alle Wechselklamotten gerade schon gut weggepackt…

Ennis und the Burren

In Ennis kamen wir statt bei Couchsurfern dann in einem ebenfalls hübschen Hostel unter. Nach dem, was ich im Internet gelesen hatte, waren die Jungs nun nicht mehr ansteckend – aber gepunktet waren sie immer noch, und natürlich wollte ich nichts riskieren. Also hielten wir uns von Menschen und insbesondere anderen Kindern weiter fern.

Irland Roadtrip mit Kindern Audi A2
Roadtrip-Foto 6: Urlaub ohne Menschen – funktioniert in Irland im Mai/Juni ganz gut. Wir haben uns in der Zeit unserer Virulenz halt auch eher kleine Sehenswürdigkeiten an der Straße rausgesucht, statt die großen aus dem Reiseführer. Steinkreise, Ringforts etc. gibt es in Irland auch einfach genug, buchstäblich an jeder Ecke.

Das wunderbare Naturphänomen des Burren hatten wir auch ganz für uns alleine. Wenn wir am Horizont andere Menschen auftauchen sahen, gingen wir einfach in eine andere Richtung. In Kilfenora wagten wir uns doch mal ins Burren Centre (denn auch das war außer uns völlig leer). Ansonsten wanderten wir durch die steinige Landschaft, bewunderten die bizarren parallelen Steinformationen und genossen die irische Sonne, die endlich schien.

Roadtrip nach Irland mit Kindern, Pulnabrone.
The Burren: bizarre Steinlandschaften, dazwischen immer wieder vorzeitliche Megalith-Anlagen. Das hier ist Pulnabrone, ein besonders hübsches Großsteingrab.

Eine ganz wunderbare Erfahrung muss ich über diese Station noch teilen, zumal sie gut zum Thema Roadtrip passt. Silas hat sich nämlich in dem kleinen Ort Lahinch aktiv am Straßenbau beteiligt. Jawohl! Während unseres Stadtbummels blieb er fasziniert an einer Baustelle stehen, wie dreijährige Jungs es eben tun. Während deutsche Bauarbeiter Kleinkinder erfahrungsgemäß ignorieren, winkte der gut gelaunte Ire den Lütten sofort unter der Absperrung zu sich durch. Er nahm sich Zeit, um Silas den Umgang mit dem Hammer zu erklären, und stolz wie Oskar hämmerte der auf die Pflastersteine. Überhaupt haben wir die Iren als ausgesprochen freundliches und kommunikatives Völkchen erlebt (als wir uns denn endlich virenbedingt an sie herangetraut haben).

Roadtrip nach Irland mit Kindern, freundliche Iren
Mein Sohn, der Bauarbeiter. Beste Urlaubs-Aktivität ever für einen Dreijährigen.

Von den Cliffs of Moher Richtung Connemara

An den Cliffs of Moher legten wir nur einen kurzen Zwischenstopp ein. Wer die hochgelobten Klippen aus der Nähe sehen will, muss Eintritt zahlen (oder „nur“ teure Parkgebühren? Ich weiß nicht mehr; es hat einen Grund, dass man Reiseberichte normalerweise nicht erst sieben Jahre später schreibt…). Von Doolin hat man die Küstenlinie jedenfalls kostenlos im Blick, und ganz ehrlich: So einen überwältigenden Eindruck hat die jetzt nicht auf mich gemacht…

Roadtrip nach Irland mit Kindern, Cliffs of Moher
Janis am Felsenstrand von Doolin, im Hintergrund die Cliffs of Moher.

Connemara ganz im Westen war hübsch. Wir wunderten uns nur über die vielen Franzosen. Selbst im Hostel sprach das Personal besser Französisch als Englisch.

Roadtrip nach Irland mit Kindern, Connemara
Connemara ist Postkarten-Irland.

Die Straßen waren hier noch enger als anderswo. Wir wurden Zeuge, wie zwei (recht halsbrecherisch fahrende) Autos vor uns sich begegneten und an den Rückspiegeln streiften, die sich dann in spektakulären Splittern auf der Straße verteilten.

Roadtrip nach Irland mit Kindern, Connemara, Straßenverhältnisse
Roadtrip-Foto Nr. 7: Die Straße zu unserer Unterkunft in Connemara. Immerhin zweispurig (wenn sich auch zwei Autofahrer zu sehr auf diese Illusion verlassen haben).

Ab in den Norden Irlands

Der Norden hat mir besonders gefallen. Ich schätze, dass das daran liegt, dass ich mit 15 beim Schüleraustausch in Belfast all die bahnbrechenden Erfahrungen gemacht habe, die man mit 15 eben so macht. In Sligo das erste Mal den nordirischen Akzent zu hören, hat mir regelrechtes Bauchkribbeln verursacht.

In dieser Gegend haben wir auch unseren Lieblingsstrand von Irland gefunden. Da dort gefährliche Strömung herrscht, ist Baden strengstens verboten. Aber Buddeln und in den windgeschützten Dünen in der Sonne liegen, ging hervorragend!

Roadtrip nach Irland mit Kindern, Sligo, Strand
Strandurlaub auf Irisch: läuft.

Nordirland mit Kindern

Während Sligo noch zur Republik gehört, überquerten wir die Landesgrenze (die jetzt ja traurigerweise zur EU-Außengrenze mutieren soll), um für drei Tage in Belfast unterzukommen. In einem Fish and Chips Shop am Straßenrand wurden wir so herzlich bewirtet! Die Jungs weinten vor Hunger, wir hatten aber noch kein Geld getauscht. Also hielten wir an dem Imbiss und fragten ganz vorsichtig, ob wir wohl in Euro bezahlen dürften. Die Ladys hinterm Tresen freuten sich dermaßen, dass wir als Touristen uns sogar mit Kindern über die Grenze getraut hatten, dass sie darauf bestanden, dass wir den Pfund-Preis in Euro bezahlten – was für uns einen erheblichen Discount bedeutete.

Roadtrip nach Irland mit Kindern, Nordirland, White Rock Beach
Leider habe ich davon keine Fotos gemacht. Aber hier haben wir den White Rock Beach in Nordirland, der nicht ganz so bekannt wie der Giant’s Causeway, aber auch total schön und empfehlenswert ist.

Dass sich ein Abstecher nach Nordirland lohnt, wusste ich aus Schulzeiten ja bereits. Es war wunderbar, meiner Familie nun den Giant’s Causeway und den zauberhaften White Rock Beach zu zeigen. Und auch Belfast ist gar nicht so schlecht als Destination für einen Städte-Trip! Wir hatten einen großartigen Tag im Ulster Museum, das wie viele staatliche Museen im UK kostenlos ist.

Roadtrip nach Irland mit Kindern, Nordirland, Belfast
Roadtrip-Foto 8: Das ist die Straße, in der wir in Belfast unsere Couchsurfing-Unterkunft hatten, in einem dieser winzigen Reihenhäuser. Unsere Gastgeberin Carlene haben Silas und ich übrigens dieses Jahr in den Osterferien ein weiteres Mal besucht – sie wohnt jetzt in Lausanne am Genfer See.

Antikes im Osten

Dublin sparten wir aus – in der Gewissheit, dass wir uns die Hauptstadt schon ein andermal ansehen würden, wenn die Jungs Stadtkultur mehr zu schätzen wüssten. Stattdessen nisteten wir uns in einer winzigen Wanderherberge im Glen of Imaal ein, wo wir noch ein paar schöne Tage mit viel Sonnenschein verbrachten.

Roadtrip nach Irland mit Kindern, Kloster Glendalough, Friedhof, keltisches Kreuz
Bei unserem Besuch des alterwürdigen Klosters von Glendalough mit Friedhof zeigte sich das Wetter allerdings angemessen morbid.

Mein Höhepunkt war auf jeden Fall unser Besuch in Brú-na-Bóinne, der prähistorischen Anlage in und um Newgrange. Hier befindet sich das älteste von Menschen errichteten Gebäude, das heute noch betretbar ist – in der Form eines Hügelgrabs.

Die vorzeitliche Kultanlage nördlich von Dublin besteht aus mehreren Teilen. Das hier ist in Knowth, wo ein riesiges Hügelgrab von 18 kleineren umgeben ist. Ein bisschen wie Hobbitingen, nur weniger gemütlich eingerichtet.

Mit der Fähre von Irland nach Frankreich zurück

Die Rückfahrt traten wir wieder von Rosslare aus an. Diesmal hatten wir uns jedoch für die Strecke nach Cherbourg entschieden. Wir fuhren wieder über Nacht und kamen morgens ausgeruht in Frankreich an.

Frankreich Autobahn, Roadtrip nach Irland mit Kindern
Roadtrip-Foto Nr. 9: französische Autobahn. Nicht so der Bringer, bebilderungsmäßig, aber wir wollen ja nicht das Aufsatzthema verfehlen. 😀

Unsere letzte Station war Lille. Vorher machten wir in der Mitte der langen Fahrt Station in dem kleinen Ort Fécamp. Der liegt genau Brighton gegenüber und hat einen ganz ähnlichen Steinstrand, an dem wir massenweise Hühnergötter und Glitzersteine fanden. Wir waren außerdem sehr positiv überrascht von den vielen Spielplätzen und kostenlosen Toiletten.

Fécamp, Frankreich, Roadtrip nach Irland mit Kindern
Die unverhofften Entdeckungen sind oft die nettesten: Zwischenstopp in Fécamp.

Über Lille und Brügge nach Hause

Zwei Nächte verbrachten wir dann noch bei großartigen Couchsurfern in Lille an der französischen Grenze. An unserem allerletzten Urlaubstag besichtigten wir Brügge – ein hübsches, wenn auch extrem touristisches Städtchen.

Brügge, Roadtrip nach Irland mit Kindern
Brügge. Ein viel zu kurzer Stopp. Aber für eine Bootsfahrt hat es gereicht, von der die Jungs lange geschwärmt haben.

Bis wir Oma und Opa zu Hause wieder unter die Augen traten, waren übrigens auch die letzten roten Punkte verschwunden…

Roadtrip-Foto Nr. 10: „Können wir nicht noch ein bisschen länger Urlaub machen?“ Irgendeiner hat das auf den letzten Metern immer gefragt. 2014 haben wir unseren Roadtrip dann auf 10 Monate ausgedehnt.

Die Blogparade bei Kind im Gepäck läuft noch bis Ende Januar 2018!

2 Gedanken zu „Roadtrip nach Irland: Steine, Strände, Straßen – und Windpocken“

  1. Ich hoffe, Du kannst mir meine Frage beantworten! Vor ewigen Jahren war ich in Dublin und irgendwo auf dem Land haben wir eine Grabkammer besucht, die so aussah wie auf deinem Foto in Knowth. Geht man da einen ganz ganz langen schmalen Gang rein und steht im Inneren in einer Kammer, die nur an einem Tag im Jahr (oder so ähnlich) je nach Sonnenstand hell erleuchtet ist? Ich kann mich einfach nicht mehr erinnern…..und googeln kann man so was auch schlecht…
    VG Martina

    1. Ja! Was du meinst, ist Newgrange, ein Teil der Großanlage von Bru-na-boinne. Zur Wintersonnenwende (glaube ich) fällt da ein Lichtstrahl durch eine kleine Öffnung über der Tür und erhellt einen speziellen Stein mit Einkerbungen. In den 60ern (oder so) wurde von einem sehr rührigen Wissenschaftler die Anlage zu rekonstruieren versucht, und man hat sie mit schwarzen und weißen Steinen verkleidet, die man rings um den Hügel im Boden gefunden hat, weil man damals glaubte, sie seinen von der Wand gefallen. Mittlerweile ist man sich wohl recht sicher, dass das nie der Fall war, und dass man damals großen Murks gemacht hat, und seitdem stehen mehr Archäologen dem Wiederaufbau von Altertümern skeptisch gegenüber. Ohne nachzulesen, weiß ich die Details nicht mehr, aber das ganze ist eine unheimlich spannende Geschichte. Wenn du nach Newgrange googelst, findest du das. 🙂

Kommentar verfassen