Archiv der Kategorie: außer der Reihe

Tage wie dieser

Unter dem Motto „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ (#WMDEDGT?) sammelt Frau Brüllen Tagebuch-Beiträge, die Blog-Leser einen Tag in unserem Leben hautnah miterleben lassen. Nun ist family4travel ein Familien-Reiseblog und es ist durchaus diskussionswürdig, ob solch ein Alltags-Eintrag hier etwas zu suchen hat. Ich denke mir: Ihr dürft gerne zur Kenntnis nehmen, dass ich (je nach Sichtweise) ein fleißiges Bienchen oder ein armes Würstchen bin; hauptsächlich aber zeige ich euch meinen heutigen Tag als Antwort auf die Frage, warum die Blog-Frequenz hier in den vergangenen zwei Wochen so stark nach unten gegangen ist. Tage wie dieser sind nämlich im Moment leider eher die Regel als die Ausnahme…

 

6.15: Der Wecker klingelt. Alle Mann aufstehen! Morgenroutinen.

7.00: Die Jungs und ich verlassen das Haus, sammeln auf dem Weg zur Schule zwei weitere Mitschüler ein.

7.50: Pünktlich liefere ich vier Kinder an der Waldorfschule ab. Das erste Soll des Tages ist erfüllt – yay!

8.00: In meinem liebsten Bäckerei-Café bestelle ich eine Müslistange und einen schwarzen Tee. Am Laptop redigiere ich den Blogbeitrag über Weimar für morgen und mache mir als Elternvertreterin der ersten Klasse Gedanken über die Faschingsfeier. Was brauchen wir zum Dekorieren, was fürs Büffet?

9.00: Schnell los, bevor die kostenlosen Parkplätze in Innenstadtnähe alle vergeben sind! Ich ergattere den vorletzten, laufe in die Altstadt. Eine gute Stunde habe ich bis zum nächsten Termin zu überbrücken. Passt: Ich brauche noch Geburtstagsgeschenke für Schwiegervater, Mutter und Schwiegermutter.

9.15: Ich versacke in der Buchhandlung. Definitiv keine weiteren Probleme, Zeit totzuschlagen.

10.15: Mit einer viel zu schweren Tüte in der Hand laufe ich zum Mindener Museum.

10.30: Der LWL führt in die neue Wanderausstellung „100 Jahre Erster Weltkrieg“ und das dazugehörige museumspädagogische Programm ein (sehr empfehlenswert für alle Schulklassen der Sekundarstufe I!).

13.00: Um einiges schlauer eile ich zum Parkplatz zurück. Ich hab sogar an meine Einkaufstüte gedacht und bin ein bisschen stolz auf mich.

13.15: Pünktlich sacke ich die Kinder wieder ein. Eins hat eine kaputte Brille. Leider ist es eins von meinen.

14.00: Zu Hause. Der Augenarzt sagt, wenn, dann jetzt gleich vorbei kommen. Silas drücken wir Opa aufs Auge.

14.15: Die Dame an der Anmeldung verspricht, dass es nicht lange dauert.

14.50: Ich werde nervös: Um drei hab ich einen Presse-Termin.

15.00: Mit Rezept für neue Brillengläser stehen wir auf der Straße.

15.10: Fast pünktlich und in Begleitung eines unfreiwilligen Praktikanten trete ich meinen Termin in der Bank-Geschäftsstelle an. Bis allerspätestens Freitag soll das ein Unternehmensportrait für die lokale Wirtschaftsseite werden.

15.45: Der Termin ist erledigt. Die Keksschale auf dem Konferenztisch ist leer gefuttert. Janis ist auf Zucker.

16.00: Neue Brillengläser sind bestellt. Macht 64 Euro. Janis zuckt die Schultern. „Braucht ihr mir nichts zum Geburtstag zu schenken“, sagt er gönnerhaft.

16.15: Im Bioladen besorgen wir schnell was zum Abendessen und pflegen soziale Kontakte. Restliche noch heute dringend benötigte Dinge kaufen wir im Discounter (Milch und Tulpen).

16.25: Zu Hause halten wir nur ganz kurz, schnappen Janis’ Sportsachen, stellen im Auto fest, dass es die falschen sind, ich sprinte wieder ins Haus und tausche sie um. Ausnahmsweise bringe ich Janis mit dem Auto zum Judo, weil’s schon so spät ist.

16.35: Ich stelle den versprochenen Kuchenteller für die sehr liebe und sehr kranke Nachbarin zusammen, drücke ihn Silas in die Hand und schicke ihn schon mal über die Straße. Ich atme tief durch. Dann schmiere ich mir zwei Scheiben Brot, und während ich zu Mittag esse, checke ich E-Mails, höre die Mailbox ab und führe drei Telefongespräche für weitere Terminabstimmungen.

17.00: Eigentlich will ich nur kurz Silas wieder abholen, bleibe dann aber doch eine Stunde. Es gibt Dinge, für die man sich einfach Zeit nehmen muss, wenn sie dran sind.

18.00: Silas und ich gehen wieder rüber. Martin und Janis kommen nach Hause. Dankenswerterweise lädt uns Oma zum Essen ein.

19.00: Ich schicke die Jungs zum Zähneputzen und Umziehen. Die Tulpen und die Milch fallen mir wieder ein, die noch im Auto liegen.

19.15: Ich erinnere die Jungs, dass sie sich nicht kloppen, sondern umziehen und ihre Zähne putzen sollen.

19.30: Die Jungs liegen im Bett. Wir zelebrieren unser allabendliches Vorlese-Ritual (aktuelle Lektüre: „Harry Potter and the Prisoner of Azkaban“). Martin verabschiedet sich zur Schul-Versammlung (Fluch der Waldorf’schen Basis-Demokratie sind die zahlreichen Abendveranstaltungen).

20.00: Eigentlich würd ich jetzt auch gern ins Bett gehen. Da ist aber noch eine meterlange To-do-Liste, und im Haushalt habe ich heute auch noch keinen Handschlag getan. Beides muss warten, denn zuerst einmal muss ich die Unterrichtsvorbereitung erledigen – morgen ist mein Lehrer-Tag. Stattdessen tippe ich erstmal in epischer Breite meinen Tagesbericht (und fühle mich plötzlich, als hätte ich heute richtig was geleistet :) ).

Wenn ich mich ranhalte, liege ich vielleicht um elf im Bett, und morgen gibt es trotzdem endlich mal wieder einen (anständigen) Blog-Beitrag!

Es geht nach Norden!

Die Abstimmung ist gelaufen: Das nächste große Reise-Thema auf family4travel ist Skandinavien!

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Mit so einem klaren Ergebnis hätte ich nicht gerechnet – zumal die Italien-Fraktion zwischenzeitlich sogar mal in Führung lag. Mit 43 Prozent ist die Mehrheit für die nordischen Länder jedoch mehr als deutlich. Nordfrankreich/Irland hat auf die letzten Meter noch mal gut aufgeholt und liegt jetzt gleichauf mit dem Süden. Und sogar für eine England-Verlängerung hat sich am Ende noch ein Verfechter gefunden – immerhin. Ich danke herzlich allen, die sich an der Wahl beteiligt haben!

Ein exaktes Datum, ab wann es hier denn nun Richtung Norden geht, mag ich nicht nennen. Die bereits angedrohte Arbeitsflut macht sich bemerkbar, zumal wir am Wochenende auch einfach die Koffer gepackt und drei eiskalte, aber schöne Tage in Hamburg verbracht haben. Leider fehlte mir bei bis zu -12°C die Motivation (und schlichtweg die Fingerfertigkeit), viele Fotos zu machen. Einen kleinen Vorgeschmack, worum es morgen und an dem einen oder anderen kommenden Dienstag in Deutschland gehen mag, könnt ihr euch trotzdem schon bei Instagram holen.

Und auch für Mittwoch wage ich es, mich aus dem Fenster zu lehnen: Da reisen wir an dieser Stelle zusammen nach Stonehenge!

Norden, Süden oder Westen – wohin soll’s gehen? Ihr entscheidet!

Was passiert eigentlich hier auf family4travel, wenn die (mittlerweile schon nicht mehr ganz so) aktuelle Berichterstattung aus Großbritannien durch ist?

Die Heim-Reisen aus unserer direkten Umgebung bleiben auf alle Fälle, und auch für den Dienstag in Deutschland geht mir das Pulver noch nicht aus. Und solange Ninja samstags zum Kaffee lädt und Katja zum Blick in den Himmel, brauche ich mir um die Wochenenden auch keine Sorgen machen. Das Schöne an genau diesem Blog ist aber (hab ich gehört…), dass es nicht nur praxisnahe Tipps zum Nachmachen gibt, sondern dass man als Leser das Gefühl bekommt, selbst mitreisen zu dürfen und hautnah dabei zu sein. Im Sommer gehen wir auch wieder auf Tour und nehmen euch mit! Aber was ist bis dahin? Drei Mal die Woche Ebbe im Blog?

Nix da. Die Texte meiner Reisetagebücher aus den Jahren 2007 bis 2010 liegen ungenutzt auf Halde – das schreit nach einem Upcycling-Projekt. Time-traveling in die jüngere Vergangenheit, als wir noch mit Buggy, Hochstuhl und Reisebettchen im Gepäck verreisten. Ich selber lese zumindest gerne solche ollen Kamellen aus dem analogen Zeitalter, wie Frau Hibbel sie beispielsweise kürzlich hier veröffentlicht hat. Und bei Retro Travels beruht das ganze Blog auf dem Konzept, eine Jahre zurückliegende Neuseelandreise mit Kleinkind Revue passieren zu lassen. Damit es bei mir nicht auf halbherziges Aufwärmen alter Geschichten hinausläuft, recherchiere ich Preise und Öffnungszeiten der beschriebenen Sehenswürdigkeiten aktuell dazu.

Aber wohin soll’s denn gehen? Vier Möglichkeiten stehen zur Auswahl, vier Dokumentationen von vier wundervollen, großartigen Reisen. Mir ist es gleich, ich erzähle jede dieser Geschichten gern. Ihr dürft es euch aussuchen!

2007 erkundeten wir verwunschene kleine Dörfer im Exmoor... (We explored enchanted little villages.)
2007 erkundeten wir verwunschene kleine Dörfer im Exmoor… (We explored enchanted little villages.)

Reise Nummer 1 der family4travel ging im Jahr 2007 nach England. Gut, da kommen wir jetzt gerade her, blogtechnisch. Aber auch damals war es schön dort, und die Insel mit einem sieben Monate alten Krabbelkind zu bereisen, war ein ganz besonderes Abenteuer. „Das könnt ihr doch nicht machen, die kleinen Kinder so durch die Weltgeschichte schleppen!“ – solcherlei Vorwürfe kriegten wir damals noch von mehr als einer Seite zu hören. Entsprechend vorsichtig waren wir mit den Ortswechseln. Einen ersten Zwischenstopp legten wir im belgischen Maldegem ein, bevor wir auf die Insel übersetzten. Für fünf Tage blieben wir dann in Kent, amüsierten uns beim Hopfen-Festival im Freilichtmuseum und auf sämtlichen babytauglichen Spielplätzen von Rochester und Umgebung. Dann zogen wir um in eine der großartigsten Jugendherbergen Englands und verbrachten eine Woche im Exmoor.

... verbrachten eine Woche in einer großartigen Jugendherberge... (spent a week in a lovely youth hostel)
… verbrachten eine Woche in einer großartigen Jugendherberge… (spent a week in a lovely youth hostel)

Wir unternahmen Wanderungen mit schwerem (aber überraschend zufriedenen) Gepäck im Tragetuch, erkundeten gemütliche kleine Städtchen und fuhren Dampfeisenbahn mit unserem kleinen Zug-Enthusiasten. Auf dem Heimweg legten wir noch einen Übernachtungsstopp bei Brighton ein und machten schließlich die Bekanntschaft eines außerordentlichen Herbergsprojekts in Zoersel, Belgien.

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… und unternahmen Moor-Wanderungen mit zufriedenem Gepäck im Tragetuch. (And we went on hikes carrying happy luggage.)

 

 

Reise Nummer 2 führte uns 2008 das bisher einzige Mal Richtung Süden. Mit Zwischenstopp in Nürnberg, im österreichischen Steinach und mit Abstecher nach Innsbruck erreichten wir schließlich unser Ziel: eine Ferienwohnung in der Toskana, in der wir eine extrem heiße Woche verbrachten.

In Italien 2008 genossen wir einigen Luxus in unserer Toskana-Ferienwohnung... (In Tuscany we enjoyed a nice apartment including a pool...)
In Italien 2008 genossen wir einigen Luxus in unserer Toskana-Ferienwohnung… (In Tuscany we enjoyed a nice apartment including a pool…)

Wenn wir nicht damit beschäftigt waren, unseren Windelgänger aus dem Pool zu fischen oder Mutantenmückenstiche zu versorgen, erkundeten wir all die Stätten italienischer Hochkultur:

... außerdem das wunderschöne Florenz... (breathtaking view of Florence with ponte vecchio)
… außerdem das wunderschöne Florenz… (breathtaking view of Florence with ponte vecchio)

Florenz mit seinem atemberaubenden Dom und der komplett überbauten Brücke Ponte Vecchio, Lucca mit ihrem leicht morbiden Charme und den gehirnerschütternd harten Erdböden unter Spielplatzschaukeln, das gar nicht mal sooo überlaufene Pisa mit dem Schiefen Turm und das kleine Städtchen Vinci, Geburtsort des großen Leonardo. Nach einem Halt in Genua machten wir auf dem Heimweg in Liechtenstein Station, welches uns als exzellenter Urlaubsort für Familien überraschte.

... und den Schiefen Turm von Pisa. (...and the Leaning Tower of Pisa).
… und den Schiefen Turm von Pisa. (…and the Leaning Tower of Pisa).

 

Reise Nummer 3 ging nach Skandinavien, und obwohl der Sommer im Jahr 2009 diese Bezeichnung selbst für dortige Verhältnisse kaum verdiente, hatten wir vier eine grandiose Zeit! Zum ersten Mal als echte Couchsurfer unterwegs, trafen wir eine Familie in einem Gemeinschafts-Wohnprojekt in Dänemark, machten den Jungs mit einem Tag im Legoland eine riesige Freude und besuchten in Blokhus für mich einen Ort voller Kindheitserinnerungen.

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Kindheitserinnerung in dänischen Dünen. (Childhood memories in the Danish dunes.)

Mit der Fähre fuhren wir nach Kristiansand und tourten Norwegens Süden bis hoch nach Bergen in mehren Stationen. Die Fjorde, das fjell und die Wasserfälle beeindruckten uns alle nachhaltig, ebenso die herzlichen Begegnungen mit den Menschen.

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Traditionelles Haus in Norwegen. (Traditional house in a Norwegian open air museum.)

Über Lillehammer und Oslo reisten wir südwärts nach Schweden, erlebten dort ebenfalls tolle Couchsurfer und machten Bekanntschaft mit dem schwedischen Krankenhauswesen (Gehirnerschütterung die Zweite).

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Bergen, die regenreichste Stadt Europas – so, wie man sie erwartet. (Europe’s rainiest city exactly the way you’d expect it.)

 

 

Reise Nummer 4 schließlich führte uns Richtung Westen: Mit Halt in Rouen genossen wir ein paar Tage die Bretagne mit ihren prähistorischen Sehenswürdigkeiten, bevor wir mit der Fähre nach Irland übersetzten.

Die mysteriösen Steinreihen von Carnac... (The mysterious alignments of Carnac.)
Die mysteriösen Steinreihen von Carnac… (The mysterious alignments of Carnac.)

Auch dieser Urlaub war großartig und wunderschön, allerdings zwischenzeitlich geprägt durch die Windpocken, die wir versehentlich ins europäische Ausland exportierten.

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Das steinzeitliche Dolmengrab von Poulnabrone. (The famous dolmen of Poulnabrone.)

Nichtsdestotrotz erkundeten wir auf unserer gründlichen Rundreise Steinkreise, Hügelgräber und frühchristliche Klosterruinen auf der grünen Insel, legten uns in Connemara mit Franzosen an, heuerten beim Straßenbau an (Silas) und genossen dank der unfassbaren irischen Gastfreundschaft in Belfast drei Tage lang unser „eigenes“ Mini-Haus.

Wir haben viele unglaublich freundliche Iren getroffen. (People are so friendly in Ireland! When Silas was looking for work, he was immediately hired.)
Wir haben viele unglaublich freundliche Iren getroffen. (People are so friendly in Ireland! When Silas was looking for work, he was immediately hired.)

Zurück ging es wieder mit der Fähre mit Kurzaufenthalt bei einer großartigen Couchsurfing-Familie in Lille und Stippvisite in Brügge.

 

Ich hab mir die vier Fotobücher hergekramt und schwelge selig in Erinnerungen, während ich diesen Beitrag tippe. Jede einzelne dieser vier Reisen war eine wunderbare Erfahrung für uns als Familie. Ich kann gar nicht sagen, welche mir am besten gefallen hat. Deshalb müsst wirklich ihr die Entscheidung treffen, wovon ich künftig an drei Tagen in der Woche auf family4travel berichten soll.

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Der faule Samstagspost #4

Eigentlich ist die Sonne schon untergegangen. Aber ein kleines rosa Wölkchen klammert sich noch an den goldenen Schein, der hinterm Horizont verschwindet. Oder, um meiner philosophisch-pathetischen Ader mal wieder freien Lauf zu lassen: Die kleine Wolke erinnert uns daran, dass auch in der Dunkelheit nicht überall Dunkelheit herrscht, dass irgendwo hinterm Horizont doch ein Licht brennt, dessen Schein bis in unsere Nacht strahlen kann. Wenigstens für eine Weile. So lange, bis wir wieder wissen, dass wir hoffen dürfen. Mehr Himmelsbilder mit und ohne philosophische Begleiterscheinungen gibt es wieder hier: in heaven.

In heaven: a golden cloud in the night.
In heaven: a golden cloud in the night.

Meinen Tee zum Samstagskaffee trinke ich heute im Angesicht meines neuesten Mandarinenkisten-Arrangements. So richtig den Frühlings raushängen lassen möchte ich Mitte Januar noch nicht, aber eine Hyazinthe hat sich schon mal unter das post-weihnachtliche Allerlei gemogelt.

Showing off my new re-upcycled orange box for Ninjas Samstagskaffee.
Showing off my new re-upcycled orange box for Ninjas Samstagskaffee.

Dieses Wochenende genieße ich ein bisschen die Ruhe vor dem Sturm. An mehreren Fronten meines Job-Sammelsuriums bahnt sich ernsthafte Arbeit an, so dass fürs Blog wohl fürs erste weniger Zeit bleiben wird. Noch bin ich guter Dinge, dass ich trotzdem meine Selbstdisziplin wahren und täglich bloggen können werde. Aber falls das doch mal nicht klappt, liebe Leute, betrachtet euch als vorgewarnt.

Die aktuelle Programmvorschau:

Da unsere Großbritannien-Reise sich langsam, aber sicher dem Ende nähert, stelle ich euch kommende Woche die künftigen Reiseziele auf family4travel vor. Noden, Süden, Westen – was zur Auswahl steht, verrate ich am Montag.
Am Dienstag in Deutschland geht es nach Schloss Weesenstein im Müglitztal bei Dresden.
Mittwoch klappern wir die prähistorische Nachbarschaft von Avebury ab, Donnerstag ist die wunderschöne südenglische Stadt Bath an der Reihe.
Und auf Heim-Reise am Freitag besuchen wir diesmal den großen Dichter Wilhelm Busch im kleinen Schaumburger Dorf Wiedensahl.

 

Hallo 2014: Warum wir sehr glücklich und auch sorgenvoll sind und wo wir so lange gesteckt haben

Frohes neues Jahr, ihr alle (falls ihr den frommen Wunsch noch nicht über habt)!

Weihnachten ist vorbei, wir schreiben inzwischen das Jahr 2014, und so langsam habe ich keine Ausrede mehr, mit der ich family4travel weiterhin vernachlässigen könnte. Ab morgen geht es deswegen auch wieder weiter im Text, versprochen. Dann nehme ich euch mit auf eine neue Heim-Reise und verrate euch, warum unser Fleckchen Heimat Schaumburg heißt. Nächste Woche geht die Wales-Schleife unserer Sommertour-Berichterstattung in den Endspurt – damit wir auch irgendwann mal fertig sind mit Erzählen, möglichst bevor wir zum nächsten Sommerurlaub aufbrechen…

Eine gute Woche lang habe ich exklusive Familienzeit genossen und den Rechner nicht ein einziges Mal hochgefahren. Ein paar Sachen habe ich am Handy kurz durchgescrollt, aber von all den Jahresrückblicken, die es da draußen in den vielen Blogs bestimmt gibt, habe ich (noch) nicht einen gelesen, geschweige denn einen eigenen verfasst. Aber, ehrlich gesagt: Ich bereue nichts. :)

Ein paar schlimme Nachrichten aus dem erweiterten Familien- und Freundeskreis haben uns einmal mehr deutlich gemacht: Es ist nicht selbstverständlich, dass sich ein fröhliches Weihnachten ans nächste reiht und die Urlaubsplanung fürs kommende Jahr die drängendste Frage darstellt. Jemand hat gefehlt, deren Geschenke ich ausgepackt habe, seit ich selbst ein kleines Kind war. Wir hoffen und wünschen uns sehr, dass sie nächstes Jahr wieder „richtig“ Weihnachten feiern kann. Die schlimme Diagnose zog sich über die ganzen Feiertage. Meine Gedanken sind heute bei ihr im OP…

Trotz allem hatten wir ein schönes Weihnachtsfest. Das waren großartige Feiertage mit vier Generationen unterm Tannenbaum. Lieber Besuch kam aus allen Richtungen, und die Jungs wurden mit insgesamt fünf (!) Bescherungen an drei Orten beglückt, die dankenswerterweise diesmal in keine Materialschlacht ausarteten. Auch ich habe ein paar tolle Geschenke bekommen. Das schönste: Ich werde Patentante!

Auch zu viert haben wir uns in der Zeit „zwischen den Jahren“ nie gelangweilt, obwohl wir ganz gegen unsere Gewohnheiten zu Hause geblieben sind. Wir haben lange Spaziergänge an der frischen (wenn auch nie frostigen) Luft unternommen, Glühwein und Kinderpunsch getrunken und am Esstisch manche Brettspiel-Session ausgetragen. Silvester haben wir uns über James und das Tigerfell kringelig gelacht und mit lieben Freunden aufs neue Jahr angestoßen. Wir waren zusammen. Das ist, worauf es ankommt.

Ab heute hat uns der Alltag wieder (zumindest uns Große, die Jungs haben noch eine Ferienwoche Gnadenfrist). Aber wir nehmen eine gute Portion Familien-Idyll mit ins neue Jahr – und noch gewisser als vorher die Erkenntnis, bewusst glücklich zu sein, wann immer wir die Möglichkeit dazu haben.

I'm very fond of this saying. I got this as a Christmas gift. It describes very well what I've been up to the past week. :)
I’m very fond of this saying. I got this as a Christmas gift. It describes very well what I’ve been up to the past week. :)

Für eine kleine Weihnachtspause…

Frohe Weihnachten!

Closed for Christmas!
Closed for Christmas!

Aber wer gerade ein Pause braucht nach zu viel Weihnachtsfreude und für den Moment genug davon hat, Geschenke ein- und wieder auszupacken, ein Festmahl vorzubereiten und aufzuessen, liebe Menschen zu besuchen und Besuch zu empfangen, sich zu freuen und erfreut zu werden (und hoffentlich nur das!), dem empfehle ich über die Feiertage ein paar alte Kamellen auf family4travel – oder, wie Silas sagen würde: „echt vintage“. Ich habe mir meine Statistik angeguckt und ganz unten ein paar Beiträge rumdümpeln sehen, die viel weniger Klicks bekommen haben als sie verdienen. Hier also ein paar weitgehend unbekannte „Vintage“-Posts zum Stöbern:

Stadthäger Stadthimmel und Adventskaffeekränzchen ohne Kaffee

The sky and full moon above the castle of Stadthagen.
Das Stadthäger Schloss – mit Mond.

Ärgerlich, wenn man ohne Kamera aus dem Haus geht und nichts Besseres als das Handy zur Hand hat, wenn ein schönes Himmelsmotiv für die wöchentliche Sammlung der Raumfee lockt… Da ich näher nicht herankam, müsst ihr jetzt eben genau hinsehen, welche Kugel da offensichtlich von den Ornamenten der Weserrenaissance in die Höhe gehüpft ist.

Das Stadthäger Schloss war Stammsitz der Grafen zu Schaumburg, bis sie sich 1607 entschieden, ein hübscheres, moderneres, repräsentativeres Schloss in Bückeburg zu errichten (ganz ähnlich übrigens, wie es ungefähr zur selben Zeit auch die Herren in Inveraray und Kilchurn taten).

Bis auf den heutigen Tag belastet das das Verhältnis zwischen den beiden Kleinstädten – nicht ernsthaft, aber doch so, dass mancher Stadthäger denen in der „Residenzstadt“ eine lange Nase drehte, als Stadthagen 1948 Kreisstadt wurde und auch nach der Kreisreform von 1977 Kreisstadt blieb.

Bückeburg hat dafür heute noch das prächtigere Schloss samt Fürsten. Stadthagen funktionierte seinen Prachtbau zum Finanzamt um. „Erst waren es die einen Raubritter, jetzt sind’s die anderen“, pflegt jemand zu sagen, der dies vielleicht nicht unbedingt öffentlich tun sollte. „Im Wesentlichen hat sich nichts geändert: Das Geld der kleinen Leute landet im Schloss.“

Making plans...
Pläne schmieden…

Und während ich mich mit einem grünen Tee rituell für Ninjasiebens Samstagskaffeekränzchen qualifiziere, blättere ich durch die geliebte „Unsere-Gegend-Zeitung“ der Jungs („Da waren wir schon… Da waren wir auch schon… Oh, DA wollen wir mal hin!“ – im Buchhandel erhältlich unter dem schnöden Titel „Dumont Bildatlas Weserbergland“) und mache Pläne für künftige Heim-Reisen. Na, erkennt jemand, was ich auf der Liste hab? ;)