Das litauische Freilichtmuseum in Kaunas.

Mittags
Wir sitzen im Gasthof des litauischen Freilichtmuseums und warten auf unser Mittagessen. Die Zahlen auf der Speisekarte lassen gehobenes deutsches Niveau befürchten: 17,90 steht da hinter meinem Schweinebraten mit Preiselbeersoße. Es sind aber Litas, die man durch 3,5 teilen muss, um Euro-Preise zu bekommen. Mein Gericht, das zu den teuersten auf der Karte zählt, kostet damit etwa fünf Euro. Hier macht Essengehen richtig Spaß!

Litauen ist absolut nicht auf Touristen eingestellt. Hier im Nationalmuseum gibt es wenigstens eine Zusammenfassung der langen Texttafeln auf Englisch. Auf dem Parkplatz haben wir ein Wolfsburger Kennzeichen gesehen, dazu mehrere Esten, ein paar Letten. Sonst keine Ausländer.

Das Museum ist wunderschön gelegen in einem großen Waldstück. Obwohl doch eigentlich Hauptsaison sein müsste, macht alles den Eindruck, als liefe die kleine Handvoll Besucher eher zufällig hier rum. Die Häuser sind fast alle aus Holz, auch die Kirche, die sie grad neu nach altem Vorbild errichtet haben.

Colourful houses were and still can be found in the towns.

So bunt geht es mitunter auch in „normalen“ Siedlungen zu.

Den Jungs hat der Bäcker am besten gefallen, wo wir bunt verziertes Gebäck erstanden haben.

Dass das Leben hier immer sehr einfach war, zeigen beispielsweise die „Spitzengardinen“ aus Papier, die die meisten Fenster schmücken.

Fake lace drapes made from paper - Lithuania has always been poor, but never on the expense of elegancy.

Spitzengardinen aus Papier – voll schön!

Dabei gibt es durchaus auch echte Spitze zu sehen: an der Bettwäsche, die – viel cleverer als in Deutschland – seitlich angebracht ist und so morgendliche Blümchenmuster im Gesicht verhindert haben dürfte.

Die Kinder erkunden die Häuser mit großem Eifer. Sie freuen sich aber auch über den Mini-Spielplatz, der sich neben fast jedem Gebäude befindet: eine ganz einfache Balken-Wippe, manchmal noch eine Schaukel. Und einfach viel Platz zum Toben.