Norden, Süden oder Westen – wohin soll’s gehen? Ihr entscheidet!

Was passiert eigentlich hier auf family4travel, wenn die (mittlerweile schon nicht mehr ganz so) aktuelle Berichterstattung aus Großbritannien durch ist?

Die Heim-Reisen aus unserer direkten Umgebung bleiben auf alle Fälle, und auch für den Dienstag in Deutschland geht mir das Pulver noch nicht aus. Und solange Ninja samstags zum Kaffee lädt und Katja zum Blick in den Himmel, brauche ich mir um die Wochenenden auch keine Sorgen machen. Das Schöne an genau diesem Blog ist aber (hab ich gehört…), dass es nicht nur praxisnahe Tipps zum Nachmachen gibt, sondern dass man als Leser das Gefühl bekommt, selbst mitreisen zu dürfen und hautnah dabei zu sein. Im Sommer gehen wir auch wieder auf Tour und nehmen euch mit! Aber was ist bis dahin? Drei Mal die Woche Ebbe im Blog?

Nix da. Die Texte meiner Reisetagebücher aus den Jahren 2007 bis 2010 liegen ungenutzt auf Halde – das schreit nach einem Upcycling-Projekt. Time-traveling in die jüngere Vergangenheit, als wir noch mit Buggy, Hochstuhl und Reisebettchen im Gepäck verreisten. Ich selber lese zumindest gerne solche ollen Kamellen aus dem analogen Zeitalter, wie Frau Hibbel sie beispielsweise kürzlich hier veröffentlicht hat. Und bei Retro Travels beruht das ganze Blog auf dem Konzept, eine Jahre zurückliegende Neuseelandreise mit Kleinkind Revue passieren zu lassen. Damit es bei mir nicht auf halbherziges Aufwärmen alter Geschichten hinausläuft, recherchiere ich Preise und Öffnungszeiten der beschriebenen Sehenswürdigkeiten aktuell dazu.

Aber wohin soll’s denn gehen? Vier Möglichkeiten stehen zur Auswahl, vier Dokumentationen von vier wundervollen, großartigen Reisen. Mir ist es gleich, ich erzähle jede dieser Geschichten gern. Ihr dürft es euch aussuchen!

2007 erkundeten wir verwunschene kleine Dörfer im Exmoor... (We explored enchanted little villages.)
2007 erkundeten wir verwunschene kleine Dörfer im Exmoor… (We explored enchanted little villages.)

Reise Nummer 1 der family4travel ging im Jahr 2007 nach England. Gut, da kommen wir jetzt gerade her, blogtechnisch. Aber auch damals war es schön dort, und die Insel mit einem sieben Monate alten Krabbelkind zu bereisen, war ein ganz besonderes Abenteuer. „Das könnt ihr doch nicht machen, die kleinen Kinder so durch die Weltgeschichte schleppen!“ – solcherlei Vorwürfe kriegten wir damals noch von mehr als einer Seite zu hören. Entsprechend vorsichtig waren wir mit den Ortswechseln. Einen ersten Zwischenstopp legten wir im belgischen Maldegem ein, bevor wir auf die Insel übersetzten. Für fünf Tage blieben wir dann in Kent, amüsierten uns beim Hopfen-Festival im Freilichtmuseum und auf sämtlichen babytauglichen Spielplätzen von Rochester und Umgebung. Dann zogen wir um in eine der großartigsten Jugendherbergen Englands und verbrachten eine Woche im Exmoor.

... verbrachten eine Woche in einer großartigen Jugendherberge... (spent a week in a lovely youth hostel)
… verbrachten eine Woche in einer großartigen Jugendherberge… (spent a week in a lovely youth hostel)

Wir unternahmen Wanderungen mit schwerem (aber überraschend zufriedenen) Gepäck im Tragetuch, erkundeten gemütliche kleine Städtchen und fuhren Dampfeisenbahn mit unserem kleinen Zug-Enthusiasten. Auf dem Heimweg legten wir noch einen Übernachtungsstopp bei Brighton ein und machten schließlich die Bekanntschaft eines außerordentlichen Herbergsprojekts in Zoersel, Belgien.

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… und unternahmen Moor-Wanderungen mit zufriedenem Gepäck im Tragetuch. (And we went on hikes carrying happy luggage.)

 

 

Reise Nummer 2 führte uns 2008 das bisher einzige Mal Richtung Süden. Mit Zwischenstopp in Nürnberg, im österreichischen Steinach und mit Abstecher nach Innsbruck erreichten wir schließlich unser Ziel: eine Ferienwohnung in der Toskana, in der wir eine extrem heiße Woche verbrachten.

In Italien 2008 genossen wir einigen Luxus in unserer Toskana-Ferienwohnung... (In Tuscany we enjoyed a nice apartment including a pool...)
In Italien 2008 genossen wir einigen Luxus in unserer Toskana-Ferienwohnung… (In Tuscany we enjoyed a nice apartment including a pool…)

Wenn wir nicht damit beschäftigt waren, unseren Windelgänger aus dem Pool zu fischen oder Mutantenmückenstiche zu versorgen, erkundeten wir all die Stätten italienischer Hochkultur:

... außerdem das wunderschöne Florenz... (breathtaking view of Florence with ponte vecchio)
… außerdem das wunderschöne Florenz… (breathtaking view of Florence with ponte vecchio)

Florenz mit seinem atemberaubenden Dom und der komplett überbauten Brücke Ponte Vecchio, Lucca mit ihrem leicht morbiden Charme und den gehirnerschütternd harten Erdböden unter Spielplatzschaukeln, das gar nicht mal sooo überlaufene Pisa mit dem Schiefen Turm und das kleine Städtchen Vinci, Geburtsort des großen Leonardo. Nach einem Halt in Genua machten wir auf dem Heimweg in Liechtenstein Station, welches uns als exzellenter Urlaubsort für Familien überraschte.

... und den Schiefen Turm von Pisa. (...and the Leaning Tower of Pisa).
… und den Schiefen Turm von Pisa. (…and the Leaning Tower of Pisa).

 

Reise Nummer 3 ging nach Skandinavien, und obwohl der Sommer im Jahr 2009 diese Bezeichnung selbst für dortige Verhältnisse kaum verdiente, hatten wir vier eine grandiose Zeit! Zum ersten Mal als echte Couchsurfer unterwegs, trafen wir eine Familie in einem Gemeinschafts-Wohnprojekt in Dänemark, machten den Jungs mit einem Tag im Legoland eine riesige Freude und besuchten in Blokhus für mich einen Ort voller Kindheitserinnerungen.

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Kindheitserinnerung in dänischen Dünen. (Childhood memories in the Danish dunes.)

Mit der Fähre fuhren wir nach Kristiansand und tourten Norwegens Süden bis hoch nach Bergen in mehren Stationen. Die Fjorde, das fjell und die Wasserfälle beeindruckten uns alle nachhaltig, ebenso die herzlichen Begegnungen mit den Menschen.

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Traditionelles Haus in Norwegen. (Traditional house in a Norwegian open air museum.)

Über Lillehammer und Oslo reisten wir südwärts nach Schweden, erlebten dort ebenfalls tolle Couchsurfer und machten Bekanntschaft mit dem schwedischen Krankenhauswesen (Gehirnerschütterung die Zweite).

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Bergen, die regenreichste Stadt Europas – so, wie man sie erwartet. (Europe’s rainiest city exactly the way you’d expect it.)

 

 

Reise Nummer 4 schließlich führte uns Richtung Westen: Mit Halt in Rouen genossen wir ein paar Tage die Bretagne mit ihren prähistorischen Sehenswürdigkeiten, bevor wir mit der Fähre nach Irland übersetzten.

Die mysteriösen Steinreihen von Carnac... (The mysterious alignments of Carnac.)
Die mysteriösen Steinreihen von Carnac… (The mysterious alignments of Carnac.)

Auch dieser Urlaub war großartig und wunderschön, allerdings zwischenzeitlich geprägt durch die Windpocken, die wir versehentlich ins europäische Ausland exportierten.

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Das steinzeitliche Dolmengrab von Poulnabrone. (The famous dolmen of Poulnabrone.)

Nichtsdestotrotz erkundeten wir auf unserer gründlichen Rundreise Steinkreise, Hügelgräber und frühchristliche Klosterruinen auf der grünen Insel, legten uns in Connemara mit Franzosen an, heuerten beim Straßenbau an (Silas) und genossen dank der unfassbaren irischen Gastfreundschaft in Belfast drei Tage lang unser „eigenes“ Mini-Haus.

Wir haben viele unglaublich freundliche Iren getroffen. (People are so friendly in Ireland! When Silas was looking for work, he was immediately hired.)
Wir haben viele unglaublich freundliche Iren getroffen. (People are so friendly in Ireland! When Silas was looking for work, he was immediately hired.)

Zurück ging es wieder mit der Fähre mit Kurzaufenthalt bei einer großartigen Couchsurfing-Familie in Lille und Stippvisite in Brügge.

 

Ich hab mir die vier Fotobücher hergekramt und schwelge selig in Erinnerungen, während ich diesen Beitrag tippe. Jede einzelne dieser vier Reisen war eine wunderbare Erfahrung für uns als Familie. Ich kann gar nicht sagen, welche mir am besten gefallen hat. Deshalb müsst wirklich ihr die Entscheidung treffen, wovon ich künftig an drei Tagen in der Woche auf family4travel berichten soll.

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8 Gedanken zu „Norden, Süden oder Westen – wohin soll’s gehen? Ihr entscheidet!“

  1. Wofür ich getippt habe, ist ja wohl klar. So als halbe Nowegerin ;). Ach es gibt soooo viel worüber man schreiben und berichten kan. Mit so alten Reiseberichten ist das natürlich immer so ne Sache, weil sich in ein paar Jahren schon sehr viel verändern kann. Reiseberichte von Thailand aus dem Jahr 1997 wären wohl für die Leser nicht mehr sehr hilfreich. Da ändert sich in 2 Jahren einfach so extrem viel. Aber so kleine Familienerlebnisse aus der nahen Umgebung finde ich auch immer sehr nett und inspirierend. Wir sind immer auf der Suche nach Wochenendausflugszielen. Die meiste Zeit ist man halt doch daheim. GlG, Nadine

    1. Ja, ein jahrealter Reisebericht muss wohl für seine Existenzberechtigung schon einiges an literarischem Wert in die Waagschale werfen. Ich hoffe, dass meine leicht angestaubten Geschichten als anregender Lesestoff zum Thema „Auch mit kleinen Kindern kann man spannende Reisen unternehmen“ durchgehen. Denn auch nachrecherchierte Reiseziel-Details wiegen die Aktualität nur bedingt auf, spätestens wenn es bestimmte Unterkünfte gar nicht mehr gibt oder Sehenswürdigkeiten komplett ihr Konzept geändert haben. Das ist mir wohl bewusst, aber ich werde versuchen, das Beste daraus zu machen.
      Einen Thailand-Reisebericht aus dem Jahr 1997 fänd ich aber schon wieder unter historischen Gesichtspunkten interessant. Ulrike vom BambooBlog (die direkt über dir kommentiert hat – huhu, Ulrike! ;) ) schreibt regelmäßig sehr spannende „alte Kamellen“, wie ich finde.
      Und freitags und dienstags wird es dann ja durchaus aktuell.

    1. Ja, die Bretagne ist schön! Im Moment sieht es ja eher nach deinem Zweitwunsch aus. Oder du musst noch ein paar Mitstreiter motivieren… ;)

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