Gammeltag mit „Kompromissnick“ (in Rethwisch-Börgerende, Deutschland)

Es ist dann gestern doch auf einen Gammeltag hinausgelaufen. Wir haben das Planschbecken aufgebaut, und unser sorgsam vorbereitetes Picknick haben wir auf der Sonnenterrasse im hinteren Teil des Gartens abgehalten – ein Kompromissnick. Immerhin gab es selbstgebackene Kekse und den Rest selbstgebackenes Weißbrot vom Frühstück. Den Knust konnten wir bequemerweise gleich als Stein benutzen…

Almost as nice as on the beach: after some tiredness-related troubles we decided to have our picknick just on the patio.
Almost as nice as on the beach: after some tiredness-related troubles we decided to have our picknick just on the patio.

Heute am frühen Morgen hat es geregnet, und auch jetzt sieht das Wetter unbeständig aus. Nach drei Tagen Sommerhitze ist das verzeihlich. Wir müssen nur überlegen, was wir machen. Immerhin werden die Touristenscharen, die normalerweise der Ostseestrand bindet, heute auch alle unterwegs sein. Ich wette, auf Karl’s Erdbeerhof kriegt heute niemand ein Bein an die Erde, und auch der Rostocker Zoo wird sich heute endlich über Besuchermassen freuen können. Da wir diesmal hauptsächlich Anna von der Schönheit der Gegend überzeugen wollen, stehen beide Kinderparadiese nicht zur Diskussion, ebenso wenig wie der Pandino Indoor-Spielplatz in Bargeshagen.

Oh, und große Freude bereitet der Besuch, den wir über Nacht bekommen haben: zwei Frösche sind im Planschbecken eingezogen.

Diesen Eintrag meines Reisetagebuchs habe ich am 25. Juli 2013 verfasst.

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Warum in die Ferne schweifen… (in Rethwisch-Börgerende, Deutschland)

…wenn der Silas heult so nah… Eigentlich hatten wir für heute einen straffen Ausflugsplan durchorganisiert: Wir wollten mit dem Fahrrad fahren, mittags unterwegs am Strand picknicken und bis nach Warnemünde radeln (ca. 17 km eine Strecke). Dort wollten wir ein bisschen am Alten Strom bummeln, uns dazu beglückwünschen, kein Teil der Mallorca-artigen Strandbestückung zu sein, und uns mit Zwischenstopp an der Eisdiele in Nienhagen wieder auf den Heimweg machen.

Stattdessen forderte schon wenige Kilometer nach dem Start (ungefähr zwei…) der unsolide Lebenswandel der Jungs seinen Tribut. Silas rutschte von den Pedalen ab, stürzte, kam zwar ziemlich unverletzt wieder auf die Füße, aber beschloss von da an, dass alles furchtbar sei und er nur noch nach Hause wolle. Kein Zureden half, und als er sich allzu bereitwillig auf meine Drohung einließ, dass er zu Hause keineswegs spielen dürfe, sondern sich ins Bett legen müsse, sah ich ein, dass mein armes Kind wohl schlichtweg zu erledigt für eine weite Fahrradtour war. Alleine wollten Anna und Janis den Ausflug auch nicht machen, und so verlegten sie sich auf eine gründliche Besichtigung von Börgerende, während Silas und ich den Heimweg antraten. Zurück im Ferienhaus schlich Silas tatsächlich ohne zu murren ins Bett (in meins natürlich, aber es sei ihm gegönnt), und ich leg jetzt ein bisschen die Füße hoch und genieße die sturmfreie Bude.

Just enjoying the piece of the small garden in my parents' summer house.
Just enjoying the piece of the small garden in my parents‘ summer house.

Anna und Janis gucken sich wahrscheinlich ein paar Pferde im Börgerender Reitcamp an. Außerdem gibt es vorne am Wasser noch einen Haufen neuer, schicker Ferienapartments, und auch ein paar urlaubstypische Geschäfte inklusive Eisdiele sind aus dem Boden gestampft worden. Am Campingplatz gibt es einen sehr netten öffentlichen Spielplatz, und in der Ortsmitte bei der Minigolfanlage einen zweiten. So ein, zwei Stündchen werden die beiden sich dort wohl beschäftigen können. Mal sehen, was wir dann für ein Nachmittagsprogramm aus dem Hut zaubern, wenn Silas ausgeschlafen hat.

Diesen Eintrag meines Reisetagebuchs habe ich am 24. Juli 2013 verfasst.

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Kunst, Kommerz und komische Käuze (in Glashagen, Deutschland)

Heute ließen wir es eher ruhig angehen. Einziger Punkt auf der Agenda war ein Ausflug ins Quellental. Ich war seit drei Jahren nicht dort gewesen und mir nicht mehr hundertprozentig sicher, wo es zu finden war. Auf die Schnelle fand ich keine Flyer, das mobile Internet hier im Ferienhaus ist sehr mau, und so diente uns das schnell als Ausrede, heute mit dem Auto zu fahren.

In der Tat kostete es mich einige Gurkerei, aber schließlich machte ich die gut ausgeschilderte Abzweigung hinter Bad Doberan landeinwärts ausfindig. Rund vier Kilometer vom Ort entfernt hat sich hier eine Künstlersiedlung entwickelt. Vom Parkplatz aus ist es noch eine kleine Strecke, die zuerst an der „HofGalerie Glashagen“ vorbeiführt, wo einzigartige Terrassenmöbel aus (Südsee-)Treibholz gefertigt werden. Ein gutes Stück weiter hinten bieten eine Töpferwerkstadt und eine Glasbläserei ihre Waren an. Zum ersten Mal hier war ich vor 15 Jahren, als die freischaffenden Künstler noch froh waren über jeden Urlauber, der sich in ihre Werkstätten verirrte. Inzwischen hat längst die Kommerzialisierung um sich gegriffen, und vom sich ausbreitenden Touristenpack zeigt man sich zunehmend genervt, während die Ausstellungsfläche Stück für Stück erweitert wird.

Back in the middle ages there were always glassblowers in Glashagen, naming the place. There were none for most of the 20th century, but now you can watch them performing their craft in their workshop.
Back in the middle ages there were always glassblowers in Glashagen, naming the place. There were none for most of the 20th century, but now you can watch them performing their craft in their workshop.

Handwerklich sind beide Fertigungsstätten durchaus interessant. In der Töpferei entsteht vor allem rustikal-abstrakte Gebrauchskeramik mit künstlerischem Mehrwert, deren Stil man mögen muss. Die Preise sind hier wie dort verständlicherweise durch die Decke gegangen in den vergangen eineinhalb Jahrzehnten. Hauptsehenswürdigkeit ist der Skulpturengarten hinter der Töpferwerkstatt. Über 40 Künstler stellen hier auf einem verwunschen-verwilderten Areal von 1,5 Hektar ihre Werke aus. Dazwischen hoppeln ein paar Haasen, und Schafe gibt es, glaube ich, auch noch. Höhepunkt ist der selbstgebaute Steinkreis, an dem auch regelmäßig esoterisch angehauchte Heilungsrituale abgehalten werden. 2010 war ich zuletzt dort, und es war schon ein durchaus netter Spaziergang. Damals kostete der Eintritt aber auch noch drei Euro pro Person. Das fand ich schon grenzwertig. Inzwischen sind es fünf.

Next to the glassblowers' workshop there is a beautiful garden displaying pieces of their work - you will be asked to leave though if you sit on the grass and talk.
Next to the glassblowers‘ workshop there is a beautiful garden displaying pieces of their work – you will be asked to leave though if you sit on the grass and talk.

Die sparten wir uns und gingen nach nebenan in die Glasbläserei. Auch dort gibt es einen Garten, der öffentlich zugänglich und eintrittsfrei ist. Natürlich ist er wesentlich kleiner, und die hauptsächlich (aber nicht ausschließlich) gläserne Gartenkunst ist schnell besichtigt. Im Inneren der Werkstatt arbeitete ein Künstler mit seiner Schülerin gerade an einer der Birnen, für die die Glashütte bekannt ist. Die Jungs schauten den beiden fasziniert bei der Arbeit zu. Besonders Janis begeisterte sich derart für das hitzeträchtige Handwerk, dass ich ihm schließlich noch zehn Minuten Ofenkino zugestand, während wir drei anderen uns in die kaum weniger heiße Sommerwärme nach draußen zurückzogen. Da die einzige Bank im Garten von anderen Besuchern besetzt war, suchten wir uns ein schattiges Plätzchen auf dem Rasen. Gerade hatte ich Anna zu erzählen begonnen, dass Janis in der Schule kürzlich bei einem Glasbläser-Projekt selbst eine Rosenkugel fertigen durfte, als hinter der Hecke ein Mann auftauchte (dem Gebaren nach der Besitzer), der uns wenig freundlich bat, unser „störendes Gebrabbel“ doch woanders abzuhalten, da er hier mit dem Erweiterungsbau beschäftigt sei. Entsprechend ernüchtert verließen wir diesen Traum-Ort meiner Jugend.

A nice walk through the spring velley leads to sais spring of mineral water that today is bottled and sold in Bad Doberan.
A nice walk through the spring velley leads to sais spring of mineral water that today is bottled and sold in Bad Doberan.

Einen netten Spaziergang durch das Quellental machen wir dann aber doch noch. Direkt am Parkplatz beginnt der Pfad, der bis zum historischen Quellen-Tempel führt. Schon die Mönche aus dem Münster holten hier ihr Wasser. Seit 1906 wird das Glashäger Mineralwasser gewonnen, das heute allerdings zur Abfüllung bis Bad Doberan gepumpt wird.

The "temple" for the spring was built in the 19th century when the posh vacation guests of Bad Doberan needed a romantic place for an outing.
The „temple“ for the spring was built in the 19th century when the posh vacation guests of Bad Doberan needed a romantic place for an outing.

Diesen Eintrag meines Reisetagebuchs habe ich am 24. Juli 2013 verfasst.

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Ein perfekter Tag an einem fast perfekten Strand (in Heiligendamm, Deutschland)

Die Jungs drängelten, dass sie zum Strand wollten. Bei diesem herrlichen Sommerwetter wäre alles andere auch eine Sünde gewesen. Wir bepackten unsere Fahrräder – wie LANGE es auch mit Grundschulkindern immer noch dauert, bis man loskommt! – und fuhren Richtung Wasser. Diesmal hatten wir ein noch weiter entferntes Strandstück ins Auge gefasst, das uns bei unserer ersten Fahrrad-Erkundung gestern aufgefallen war.

Lovely beach close to Heiligendamm in the early evening.
Lovely beach close to Heiligendamm in the early evening.

Auf der anderen Seite von Heiligendamm, Richtung Kühlungsborn, geht es an der Meridian-Klinik vorbei zum sogenannten Kinderstrand. Prinzipiell finde ich die um sich greifende Ghettoisierung von Familien ja die Höhe. Aussätzige, Kinder und andere gesellschaftliche Belastungen jenseits der Zumutungsgrenze. Folgerichtig ist der Kinderstrand in Heiligendamm auch noch weiter außerhalb als der Hundestrand, der sich Richtung Strandpromenade unmittelbar anschließt (aber zugegebenerweise steiniger ist als der Kinderstrand). In der Praxis lassen sich die Familien zum Glück keineswegs vom Hauptstrand wegghettoisieren, und niemand verlangt das ernsthaft von ihnen. Und dieser Kinderstrand hat tatsächliche Vorteile. Die Steilküste spendet bis zum frühen Nachmittag Schatten. Es gibt keine Buhnen, die die Kleinen zum Klettern (und Abrutschen) verführen, und trotzdem besteht der Strand ordnungsgemäß aus feinem Sand.

It's not called "children's beach" for nothing: kids have lots of fun with the little brook running over the beach and inspiring little constructors.
It’s not called „children’s beach“ for nothing: kids have lots of fun with the little brook running over the beach and inspiring little constructors.

Was meine Jungs aber in größtes Entzücken versetzte, war der kleine Bach, der an dieser Stelle in das Meer mündet. Oder münden würde, wenn nicht 15 bis 20 kleine Bauingenieure geschäftig Abläufe in unterschiedliche Richtungen leiten würden, wobei sie sich freilich immer wieder gegenseitig das Wasser abgraben. Als wir ankamen, hatte sich einem Stausee gleich ein größerer Pfuhl gebildet, in den sich Janis und Silas sogleich in größter Begeisterung stürzten. Gemeinsam mit einem netten Opa, dessen Enkelkinder zu seinem Frust schon so groß waren, dass sie nur noch Handy-Daddelnd in der Strandmuschel hockten, nahmen meine Jungs schließlich ein Großprojekt in Angriff und schufen einen mäandernden Bachlauf. Immer mehr Kinder schlossen sich der Sache an, und stolz wie Oskar stieg Janis als einer der Älteren zum Brigadeführer auf.

The only downside of this beach: the water does not look overly inviting, colourwise.
The only downside of this beach: the water does not look overly inviting, colourwise.

Den größten Nachteil der Örtlichkeit bemerkten wir erst ein gutes Stück später, da die Jungs mit dem Bach beschäftigt waren und Anna und ich sowieso bloß unsere Beine in die Sonne halten und ein paar Seiten lesen wollten: Das Meer sah an dieser Stelle nicht besonders lecker aus. In der kleinen Bucht sammelten sich offenbar die Algen, und zwar nicht (nur) diese gemüsige Sorte. Das Wasser wirkte ziemlich unappetitlich, brackig, schlammig, und nur die Tapfersten trauten sich durch die zum Glück schmale Gulaschsuppenzone, hinter der das klare Wasser begann.

Als größter Vorteil hingegen entpuppte sich die Strandbar, die direkt an der Treppe zum Meer hinunter oben auf der Steilklippe thront. Der Deck Beach Club versteht sich als niveauvolle Strand-Lounge, und entsprechend gestaltet sich die rechte Spalte der Getränkekarte. Aber mit 3,10 Euro gilt der Cappuccino in meinem privaten Universum noch als bezahlbar (auch wenn man ihn sich an der Bar selbst holen muss, was sich in den henkellosen Bechern ohne Untertasse leicht schmerzhaft gestaltet). Und der Location-Mehrwert ist einfach der Hammer: Von der Terrasse geht der Blick direkt aufs Meer, während links und rechts die windgebeugten Gespensterbuchen Schatten spenden. Und bei der Auswahl der Tische, Stühle, Sofas und Unmengen Kissen hat sich ganz offensichtlich ein Profi Gedanken gemacht, wie sich mit einfachen Mitteln maximales Urlaubsgefühl destillieren lässt. Einfach herrlich! Es war das erste Mal, dass ich über dieses Etablissement gestolpert bin, und wir waren wirklich begeistert. Der Vergleich mit der Sylter Sansibar drängt sich auf, und wenigstens in meinen Augen gewinnt der Beach Club.

The greatest beach bar, unfortunately not well photographed. You can watch the sea from there, and down some stairs your kids have fun re-directing the little brook.
The greatest beach bar, unfortunately not well photographed. You can watch the sea from there, and down some stairs your kids have fun re-directing the little brook.

So verbrachten Anna und ich selige eineinhalb Stunden mit einem Sanddorn-Cocktail auf dieser schmucken Terrasse, während die Jungs unten fleißig den Bachlauf regulierten. Direkt sehen konnte ich sie von dort oben nicht, aber wenn ich alle zehn Minuten die Treppe runterlief, bedeuteten sie mir jedes Mal schon von weitem, dass ich mich ruhig wieder verziehen könne. Herrlich, wenn die Kinder größer werden…

Diesen Eintrag meines Reisetagebuchs habe ich am 23. Juli 2013 verfasst.

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Hochrangige Kirchenkunst mit hübschem Drumherum (in Bad Doberan, Deutschland)

Heute haben wir die Jungs mit dem Fahrrad zum Brötchenholen geschickt. Großartig, dass sie das jetzt schon alleine können.

Danach stand Bad Doberan auf dem Programm. Da wir doch um einen größeren Einkauf nicht herumkamen, nahmen wir das Auto mit. Parkplätze gibt es in der kleinen Stadt genug, aber die allermeisten kosten inzwischen. Selbst auf den Supermarkt-Parkplätzen etwas abseits ist mittlerweile die Parkscheibe Pflicht. Ein Geheimtipp ist hier der kleine Parkplatz in der Sackgasse direkt am Münster, rechts ab an der hübschen Ruine des Kornhauses. Zwei Stunden mit Parkscheibe sind hier kostenlos, und weil der Platz nicht ausgeschildert ist, findet man selbst in der Saison fast immer eine Lücke.

The minster of Bad Doberan is a church of outstanding value, its architecture and especially the rich mediaeval interior are well worth a visit, and the surrounding park is nice.
The minster of Bad Doberan is a church of outstanding value, its architecture and especially the rich mediaeval interior are well worth a visit, and the surrounding park is nice.

Das Doberaner Münster ist ein wirkliches Schmuckstück und liegt eingebettet in einen wunderhübschen Park mit alten Bäumen und Wasserläufen, über die weißgepinselte Holzbrücken führen. Zisterzienser-Mönche gründeten hier im 12. Jahrhundert ein Kloster. Das dazugehörige Münster stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist weithin berühmt für seine reiche mittelalterliche Ausstattung. Der Hochaltar stand wohl schon im Vorgängerbau und gilt als ältester Flügelaltar der Kunstgeschichte. Was es sonst innen alles noch zu sehen gibt, lässt jedes Historikerherz höher schlagen und lohnt bei anderer Gelegenheit mal für einen eigenen Bericht. Diesmal haben wir die grundsätzlich eintrittspflichtige Kirche nicht besichtigt, daher belasse ich es für alle tatsächlich interessierten Leser bei einem weiterführenden Link.

This is the Charnel house (at least my dictionary says so). Here, next to the minster, the bones of the monks were stored when their graves had to be re-used.
This is the Charnel house (at least my dictionary says so). Here, next to the minster, the bones of the monks were stored when their graves had to be re-used.

Aber auch wer sich – zum Beispiel, weil er sich in Begleitung nicht besichtigungstauglicher Kinder befindet – auf den Park beschränkt, kriegt einiges zu sehen. Gruselfaktor hat das Ossarium, der kleine achteckige Gebeinturm auf der Rückseite der Kirche. Kamen bei der Neubelegung der Mönchsgräber noch die Knochen des Vorgängers zum Vorschein, wurden diese dort ordentlich gestapelt aufbewahrt. Etwas weiter abseits befindet sich die malerische Ruine eines Gebäudes, das vermutlich ein Hospital gewesen ist. Im Torhaus locken heute der Klosterladen mit Literatur und Klimbim sowie ein uriges kleines Café.

Next to the minster of Bad Doberan there are the impressive remains of a trade building that belonged with the cloister.
Next to the minster of Bad Doberan there are the impressive remains of a trade building that belonged with the cloister.

Weitere Gastronomie ist im Kornhaus untergebracht. Daneben, etwas versteckt, liegt ein Spielplatz, der zumindest meine Kinder jedes Mal wieder ausgiebig fesselt. Er ist als runder Kletterparcours angelegt und eignet sich prima als Piratenschiff, Sumpfabenteuer, fremder Planet, … Einen hübschen Kräutergarten gibt es noch, in alter Klostertradition angelegt und im Gegensatz zu anderen, die ich gesehen habe, auch tatsächlich mit dem bestückt, was das Schildchen angibt.

Behind the granery (today a café) and next to a nice playground there is the monastery garden with lots of medicinal herbs.
Behind the granery (today a café) and next to a nice playground there is the monastery garden with lots of medicinal herbs.

Diesen Eintrag meines Reisetagebuchs habe ich am 22. Juli 2013 verfasst.

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Neues von der Weißen Stadt am Meer (in Heiligendamm, Deutschland)

Wir haben die nähere Gegend mit dem Fahrrad erkundet. Hinter der Jemnitz-Schleuse, kurz vor Heiligendamm, beginnt der Sandstrand. Ein kurzes Stück gibt es, das sowohl sandig als auch „ohne Eintritt“ ist (denn die Kurkarte wird schon regelmäßig kontrolliert). Die Schnäppchenjagd erfordert eine kurze Kletterpartie über das Packwerk. Die Jungs planschten zwischen den Buhnen in der Ostsee, und Anna und ich hielten unsere käseweißen Beine in die Sonne.

The atmosphere of Heiligendamm delivers a peculiar mixture of history, beach fun, exclusiveness and decay.
The atmosphere of Heiligendamm delivers a peculiar mixture of history, beach fun, exclusiveness and decay.

Als wir damit fertig waren, schoben wir die Räder die Strandpromenade von Heiligendamm entlang. Die Mischung aus mondäner Klasse und pittoreskem Verfall ist immer wieder faszinierend. Der Versuch, das älteste deutsche Seebad wieder zu einem Urlaubsort der oberen Zehntausend zu machen, muss inzwischen als eher gründlich gescheitert gelten. Stattdessen tummeln sich einheimische Badegäste und Otto-Normaltouristen gleichermaßen auf der Promenade. Der Strand ist toll! Für Familien, die es länger als ein, zwei Stündchen am Wasser aushalten und nichts dagegen haben, wenn sie nur eine Armeslänge vom Liegehandtuch des Nachbarn trennt, ist Heiligendamm absolut empfehlenswert. Die Kurtaxe, die man an einer Art Parkscheinautomat entrichten muss, beträgt aktuell zwei Euro pro Person, Kinder unter sieben sind frei.

Die Eisdiele an der Promenade zog uns wider besseres Wissens magisch an. Die Terrasse liegt rund ums Jahr im Schatten, was im Frühling und Herbst ungünstig, im Sommer an Tagen wie diesem aber ideal ist. Auch das Eis schmeckt ganz gut. Aber der Service ist schlichtweg haarsträubend. Bis sich eine Bedienung zu uns bequemte und uns unsere durchaus genießbaren Eisbecher brachte, vergingen 40 Minuten. Was denen für ein Geschäft entgeht! Das Preisniveau liegt übrigens bei 90 Cent pro Kugel.

The historical spa house with the colonades today is part of the grand-hotel and houses an excellent restaurant. I keep waiting for someone rich to treat me to a dinner there... ;)
The historical spa house with the colonades today is part of the grand-hotel and houses an excellent restaurant. I keep waiting for someone rich to treat me to a dinner there… 😉

Am Nebentisch motzten Berliner lautstark über die Warterei uns ließen sich von ihren eher süddeutsch klingenden Tischnachbarn über die neuesten Entwicklungen des Ortes aufklären. Wie ich schon aus der Zeitung wusste, sucht die Stadt Bad Doberan derzeit händeringend nach einem neuen Investor für das Gebäudeensemble, nachdem der vorige recht gründlich versagt hat. Die 16 Logierhäuser aus dem 19. Jahrhundert, die sich wie Perlen an einer Kette am Strand entlang aufreihen, gelten als Gesamtprojekt und waren niemals einzeln erhältlich. Nach der Wende kaufte ein Investor das Immobilienpaket, sanierte das Grand-Hotel mit dem Kurhaus und noch ein paar Häuser, aber nicht viele. Das Geschäft mit den Reichen lief schwer an und brach dann fast ganz ab. Die blieben lieber auf Sylt, wo ihnen die Insellage mehr Exklusivität im Wortsinn bietet. In Heiligendamm standen nämlich zu viele promigierige Paparazzi-Touristen bereit, und weder Golfplatz noch Reitstall waren fertig. Inzwischen hat die Edel-Hotelkette Kempinski das Grand-Hotel abgestoßen, das nun unter eigener Regie um zahlungskräftige Urlauber ringt. Die restlichen Häuser verfallen weiter. Auf dem Balkon von „Haus Seestern“ wächst schon ein halber Wald. Dabei ist der geschichtsträchtige Ort viel zu schön, um durch schlechtes Entwicklungsmanagement völlig dahinzuscheiden. Ich bin jedenfalls gespannt, wie die Geschichte weitergeht.

There are 16 villas and guest houses dating from the 19th century which were meant to be renovated 20 years ago to start a new era of glamorous seaside lodging - but somehow it never worked out.
There are 16 villas and guest houses dating from the 19th century which were meant to be renovated 20 years ago to start a new era of glamorous seaside lodging – but somehow it never worked out.

 

Wir vier fuhren über Bad Doberan wieder zurück. Die Supermärkte dort haben auch am Sonntag bis 18 Uhr geöffnet, was wir ausnutzten. Im handtuchgroßen Garten meiner Eltern bauten die Jungs die Wasserbahn auf, und Anna und ich genossen das herrliche Sommerwetter auf der Terrasse.

Diesen Eintrag meines Reisetagebuchs habe ich am 21. Juli 2013 verfasst.

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Touristenglück (in Rethwisch-Börgerende, Deutschland)

Gestern Abend haben Anna und ich noch lange mit einem Glas Wein auf der Terrasse gesessen und die laue Sommernacht genossen, und in der Folge war es spät, als wir uns endlich um das Frühstück zu kümmern begannen. Silas und ich schnappten uns die Fahrräder, um Brötchen zu holen. Gleich um die Ecke an der Rethwischer Kreuzung ist der Netto-Supermarkt, dessen Bäcker auch sonntags offen hat – bis zehn. Wir waren fünf Minuten zu spät. Auch beim Brötchen-Kiosk an der Grundschule hatten wir kein Glück. Also fuhren wir die ganze Strecke nach Börgerende bis fast zum Strand, wo glücklicherweise der „Tante Emma“-Mini-Markt auch feiertags durchgängig bis 20 Uhr geöffnet hat. Große Auswahl gab es auch dort nicht mehr; immerhin war es mittlerweile fast elf, und es ist Saison. Die Verkäuferin erzählte, dass sie gestern allein 1400 Brötchen verkauft habe.

Börgerende-Rethwisch, though situated very close to Heiligendamm and Warnemünde, is everything but a famous seaside resort.
Börgerende-Rethwisch, though situated very close to Heiligendamm and Warnemünde, is everything but a famous seaside resort.

Eigentlich ist Börgerende kein echter Touristenort, sondern eine dieser Ortschaften, die sich eher zufällig an der Straße zum Meer hin angesammelt haben. Es gibt keine echte Dorfmitte, die touristische Infrastruktur (Cafés, Restaurants, Tinnef-Lädchen, Minigolf,…) sprießt erst seit ein paar Jahren zaghaft hervor. Selbst der Strand ist kurtaxenfrei, aber dafür auch steinig. Bislang war der Ort vor allem für seinen Campingplatz bekannt, dessen Bewohner wohl hauptsächlich unter sich bleiben.

Jetzt in der Saison ist trotzdem alles voll. Anna, die Fehmarn und die Nordseeküste aus den Urlauben ihrer Kindheit kennt, findet, es fühle sich an, als seien alle woandershin in die Ferien gefahren. Ich, die ich den Ort vor allem in der Vor-, Nach- und Nicht-Saison kenne, finde es unangenehm überfüllt.

Diesen Eintrag meines Reisetagebuchs habe ich am 21. Juli 2013 verfasst.

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Das Reiseblog für abenteuerlustige Familien.