Mit dem Dalai Lama auf der Badeinsel (in Steinhude, Deutschland)

An dieser Stelle möchte ich euch künftig jeden Freitag Ausflugstipps aus der Region Schaumburg und dem größeren Umkreis präsentieren. Den Anfang macht die Badeinsel in Steinhude. Laaangweilig – schon wieder Steinhuder Meer. Ja schon, aber diesmal mit Special Guest: dem Dalai Lama! Der war nämlich letzte Woche auf der Badeinsel in Steinhude zu Gast, und das war schon ein recht gediegenes Spektakel.

Mit dem Dalai Lama auf der Badeinsel (in Steinhude, Deutschland) weiterlesen

Eine Seefahrt, die ist… hauptsächlich beengt (auf dem Ärmelkanal)

Mit etwas Verspätung ist unsere Fähre (DFDS) in Dunkerque losgefahren. Der Preis für die Überfahrt ist günstig (je nach dem, wie frühzeitig man bucht – wir haben mit sechs Wochen  Vorlaufzeit knapp 100 € für die Hinfahrt bezahlt, 45 € für den Rückweg in drei Wochen). Es ist das dritte Mal, dass wir den Ärmelkanal in diese Richtung überqueren. 2007 haben wir selbst als Frühbucher auf der damals noch tätigen Absolut-Low-Budget-Linie von Boulogne aus auch nicht viel weniger bezahlt, und als wir 2002 zum ersten Mal hier waren, war es sogar noch richtig teuer. Großbritannien ist kein günstiges Urlaubsland, aber zumindest der Preis für die Überfahrt bewegt sich definitiv in die richtige Richtung.

Großen Luxus an Bord kann man dann natürlich auch nicht erwarten. Café, Restaurant, Bistro sind vorhanden, aber es mangelt an Sitzplätzen. Heute scheint die Sonne, und vor allem die Raucher haben sich nach draußen getrollt. Aber wo sollten die Leute alle hin bei schlechtem Wetter?

Not so very much outside space on our ferry, but enough to get a bit (much) of fresh air.
Not so very much outside space on our ferry, but enough to get a bit (much) of fresh air.

Für Familien mit kleinen Kindern wird einiges geboten: Es gibt eine Spielecke mit Kletterburg und einen zweiten Bereich, in dem Zeichentrickfilme gezeigt werden. Unsere Jungs machen ein langes Gesicht, denn die Spielecke ist nur für Leute unter einem Meter Körpergröße zugelassen. Na ja, ich schätze, ältere Kinder haben heutzutage eh alle ein Tablet oder ein Smartphone dabei. Unsere kulturelitären Waldorfschüler nicht, und so spielen wir Schwarzer Peter und Uno, während uns sanft die Wellen schaukeln. Zum Glück nämlich haben wir den allerletzten Vierertisch im Bistro ergattert und unsere Eroberung mit einem teuren, sehr schlechten Cappuccino im Pappbecher legitimiert.

After claiming the very last table in the seating area we had fun playing cards.
After claiming the very last table in the seating area we had fun playing cards.

Das Schiff erscheint mir vergleichsweise klein. Einen Außenbereich gibt es nur nach hinten raus, und um den zu betreten, muss man sich erst durch den dichten Qualm der Raucher kämpfen, die ihre Aschenbecher direkt vor die Tür gestellt gekriegt haben. Dafür ist hier alles recht sauber. Witzig finde ich die frei verfügbaren Mikrowellen im Restaurantbereich.

Zwei Stunden dauert die Überfahrt. Gerade parken wir im Hafen ein. Schade, dass die Felsen von Dover aufgrund des Schiffsaufbaus nicht zu sehen waren. Das ist immer so eine schöne Einstimmung auf die Insel. Ah, jetzt drehen wir, offenbar parken wir rückwärts ein. Ich gehe mal und mache ein paar Fotos.

 Und hier steht, warum das keine gute Idee war…

Diesen Eintrag meines Reisetagebuchs habe ich am 11. August 2013 verfasst.

Noch ’ne Mütze voll Prunk und dann ab durch die Mitte (in Antwerpen, Belgien)

Unser Zwischenstopp in Antwerpen auf der Reise zum Familienurlaub in Großbritannien war einer der ersten Beiträge für unser Reiseblog. Genaugenommen handelte es sich um eine 1:1-Übertragung meines Oldschool-Analog-Reisetagebuchs. Das macht den Bericht sehr authentisch – allerdings auch ein bisschen unübersichtlilch. Also überarbeite ich das grade mal ein bisschen. –  Jetzt neu: mit Struktur! :)

Noch ’ne Mütze voll Prunk und dann ab durch die Mitte (in Antwerpen, Belgien) weiterlesen

Dienstag in Deutschland: Paddeln im Spreewald

Unabhängig davon, wohin die Reise in diesem Theater sonst gerade geht – dienstags ist von jetzt an Deutschland dran. An diesem Tag berichte ich von Kurztripps, Ausflügen und Urlaubsreisen in unserem eigenen Heimatland, entweder ganz aktuell oder rückblickend aus der jüngeren Vergangenheit. Den Anfang macht ein Ausschnitt aus unseren vorletzten Herbstferien, in denen wir den Osten der Republik erkundeten. 

Ein wunderschöner Urlaubstag liegt hinter uns. Heute haben wir uns an allen Spreewald-Klischees bedient.

Nach dem Frühstück fuhren wir zu dem Bootsverleih, den uns ein Stammgast in unserer Jugendherberge am Abend zuvor empfohlen hatte. Die Zahl der Anbieter ist unüberschaubar groß, und ich hab jetzt schon wieder vergessen, wie unser Laden jetzt hieß. Jedenfalls mieteten wir uns zwei Paddelboote: eins für Martin und Silas, eins für Janis und mich. Die Jungs kriegten jeder ein kurzes Alibi-Holzruder, wir Erwachsenen richtige Paddel. Dazu bekamen wir noch eine Karte, mit Hilfe derer wir uns dann in dem Gewirr aus Fließen, Gräben und Kanälen zurechtfinden konnten.

So spät im Jahr waren nur wenige Boote unterwegs. Ein einziger dieser typischen Spreewald-Touristen-Kähne kam uns entgegen in den drei Stunden, die wir unterwegs waren, und weniger als zehn Paddelboote oder Kanus. Die allermeiste Zeit hatten wir die sagenhaft idyllischen Wasserläufe für uns allein. Verfahren haben wir uns auch nicht, keiner ist reingefallen, alles war gut.

A heavenly autumn day in the Spreewald, exploring the river and its many side streams.
A heavenly autumn day in the Spreewald, exploring the river and its many side streams.

Ein paar Mal mussten wir durch Schleusen. Für Ungeübte kann das eine Herausforderung sein, zumal man aus dem wackeligen Boot klettern muss. Oft aber ist die Selbstbedienung gar nicht nötig. Das erste Mal haben uns zwei Kinder geschleust, die 50 Cent dafür bekommen haben. Beim zweiten Mal war gerade ein einzelner Einheimischer vor uns in der Schleuse, der, als er mitbekam, dass wir keinerlei Erfahrung hatten und uns unsicher waren, gleich anbot, er könne das gern machen. Beim dritten Mal musste Martin dann ran, allerdings war die Herausforderung für einen Ingenieur gering. Einen extra Umweg sind wir gefahren, um auch so ein Rollwehr mal mitzumachen. Hier steigt man aus und hievt sein Boot dieselbe Art Bahn mit lauten Rollen hinauf, auf der mitunter der Einkauf nach dem Scannen an der Supermarktkasse  landet.  Die Kinder fanden das enorm witzig, und das funktionierte problemlos. Ganz zum Schluss mussten wir wieder durch die erste Schleuse, die dann auch nicht mehr besetzt war. Da hat Janis die Schleuserarbeit dann übernommen und war natürlich stolz wie Oskar.

Wir haben nur eine kleine Tour gemacht, vornehmlich durch den Hochwald. Dort ist Naturschutzgebiet, dahin kommt man wirklich nur mit dem Boot, oder streckenweise noch über Fahrradwege. Ich wollte ihn wirklich gern sehen, Martin sowieso, aber nachher hat mir das offenere Gelände viel besser gefallen. Im Hochwald war es halt trotz eigentlich herrlichen Sonnenscheins ziemlich dunkel. Eine Pinkelpause haben wir eingelegt, bei der ich mich davon überzeugen konnte, dass Spree und Wald tatsächlich sehr eng beieinanderliegen. Die Wurzeln der Bäume hängen ins Wasser, und an Land zwischen den Bäumen ist es auch alles andere als trocken. Überall Morast, und eine Kröte ist mir über den Fuß gesprungen. Sehr… interessant.

Während wir unter dem sich färbenden Herbstlaub übers Wasser paddelten, musste ich an die Kahnpartie denken, die Theodor Fontane in seinem Roman „Irrungen, Wirrungen“ beschreibt. Viele Gaststätten, Straßen und sonstige Einrichtungen nehmen hier Bezug auf den Autor.

Wir hatten uns die Option offen gehalten, die Tour zu vergrößern und bis Leipe zu fahren – eins der Dörfer, die bis vor wenigen Jahrzehnten nur über Wasser erreichbar waren. Das Paddeln war aber doch ganz schön anstrengend, das Sitzen im Boot unbequem, so dass wir uns entschlossen, dann aufzuhören, wenn es am schönsten ist. So kamen wir uneingeschränkt glücklich wieder am Anleger an.

Nach Leipe fuhren wir dann mit dem Auto. So umwerfend fand ich die Siedlung nun nicht, eher etwas heruntergekommen und lieblos, gemessen an den Touristenströmen. Aber wir fanden das witzige Café „Zur Spreewälderin“, das einrichtungsmäßig zwischen früher Nachwendezeit und türkischem Imbiss changierte, wo aber eine sehr nette Wirtin himmlisch leckere Plinsen servierte.

Diesen Eintrag meines Reisetagebuchs habe ich am 18. Oktober 2011 verfasst.

Fragen? Anregungen? Kritik? Selber vor Ort was ganz anderes erlebt? Hinterlasst mir gern einen Kommentar – ich antworte euch, sobald ich kann.

Das Reiseblog für abenteuerlustige Familien.