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Der faule Samstagspost #4

Eigentlich ist die Sonne schon untergegangen. Aber ein kleines rosa Wölkchen klammert sich noch an den goldenen Schein, der hinterm Horizont verschwindet. Oder, um meiner philosophisch-pathetischen Ader mal wieder freien Lauf zu lassen: Die kleine Wolke erinnert uns daran, dass auch in der Dunkelheit nicht überall Dunkelheit herrscht, dass irgendwo hinterm Horizont doch ein Licht brennt, dessen Schein bis in unsere Nacht strahlen kann. Wenigstens für eine Weile. So lange, bis wir wieder wissen, dass wir hoffen dürfen. Mehr Himmelsbilder mit und ohne philosophische Begleiterscheinungen gibt es wieder hier: in heaven.

In heaven: a golden cloud in the night.
In heaven: a golden cloud in the night.

Meinen Tee zum Samstagskaffee trinke ich heute im Angesicht meines neuesten Mandarinenkisten-Arrangements. So richtig den Frühlings raushängen lassen möchte ich Mitte Januar noch nicht, aber eine Hyazinthe hat sich schon mal unter das post-weihnachtliche Allerlei gemogelt.

Showing off my new re-upcycled orange box for Ninjas Samstagskaffee.
Showing off my new re-upcycled orange box for Ninjas Samstagskaffee.

Dieses Wochenende genieße ich ein bisschen die Ruhe vor dem Sturm. An mehreren Fronten meines Job-Sammelsuriums bahnt sich ernsthafte Arbeit an, so dass fürs Blog wohl fürs erste weniger Zeit bleiben wird. Noch bin ich guter Dinge, dass ich trotzdem meine Selbstdisziplin wahren und täglich bloggen können werde. Aber falls das doch mal nicht klappt, liebe Leute, betrachtet euch als vorgewarnt.

Die aktuelle Programmvorschau:

Da unsere Großbritannien-Reise sich langsam, aber sicher dem Ende nähert, stelle ich euch kommende Woche die künftigen Reiseziele auf family4travel vor. Noden, Süden, Westen – was zur Auswahl steht, verrate ich am Montag.
Am Dienstag in Deutschland geht es nach Schloss Weesenstein im Müglitztal bei Dresden.
Mittwoch klappern wir die prähistorische Nachbarschaft von Avebury ab, Donnerstag ist die wunderschöne südenglische Stadt Bath an der Reihe.
Und auf Heim-Reise am Freitag besuchen wir diesmal den großen Dichter Wilhelm Busch im kleinen Schaumburger Dorf Wiedensahl.

 

(F)AQ: Wie könnt ihr euch so viel Urlaub leisten?

Weiter geht es mit der Sonntags-Reihe der (not really) Frequently Asked Questions.

Heute:

Wie könnt ihr euch so viel Urlaub leisten?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir für unsere fünf bis sechs Wochen Reisezeit, verteilt übers ganze Jahr, nicht viel mehr bezahlen als andere Familien für ihre ein bis zwei Wochen Sommerurlaub. Wir übernachten ja günstig als Couchsurfer oder in Jugendherbergen, verpflegen uns selbst, und wenn wir mal Essen gehen, dann lieber nur für Kaffee und Kuchen. Generelle Sparmaßnahmen hab ich hier mal beschrieben. Trotzdem investieren wir natürlich einen guten Teil unseres frei verfügbaren Familieneinkommens in unser gemeinsames Hobby. Dafür knausern wir bei anderen Luxus-Ausgaben und sind zum Beispiel sehr sparsam auf dem Feld des Klamotten-Shoppings, geben wenig Geld für Tinnef aus und haben keine teuren Hobbys (außer eben das Reisen).

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„Wie machst du das eigentlich mit deinem Blog?“ werde ich immer wieder gefragt. Hauptsächlich von Freunden und Bekannten, die ich moralisch zwangsverpflichtet habe, ihn sich mal anzuschauen, und die dann eher die technische Seite interessiert. Da ich mir vor allem als Blogger-Newbie oft dieselbe Frage gestellt habe, wenn ich die Blogs von anderen betrachtete, und weil ich mir gerne durchsichtigste Wahrheit auf die Fahnen schreibe, plaudere ich an dieser Stelle einfach mal ein bisschen aus dem Nähkästchen. Ich beantworte alle Fragen, die mir, von welcher Seite auch immer, in den letzten Wochen tatsächlich gestellt wurden. Mein persönliches FAQ sozusagen (wobei wir das F für frequently nur aus Eitelkeitsgründen beibehalten, wie ich anmerken muss, wenn ich schon durchsichtigste Wahrheit anpreise :) ).

Du hast auch noch eine Frage? Immer raus damit! Als Kommentar oder per Mail, egal. An den kommenden Sonntagen werde ich immer eine davon beantworten.

(F)AQ am Fünften: Fünf Fragen rund um Fastfood und Reise-Essen

Anscheinend ist doch ein kleiner Autist an mir verloren gegangen: Es ärgert mich, wenn ich mein gewohntes Schema hier im Blog nicht durchhalten kann. Heute ist der 5., und da gibt’s hier immer fünf Glanzlichter. Aber heute ist auch Sonntag, und sonntags gibt’s Fragen. Die mussten letzte Woche schon ausfallen, weil mir der Best-Blog-Award von den Weltwunderern dazwischengekommen ist. Hmpf. Da aber Ulrike vom BambooBlog schmutzig gespielt und das Stöckchen einfach so wieder zurückgeworfen hat, schlage ich kurzerhand zwei Fliegen mit einer Klappe. Ich pick mir fünf Dinge raus – all die, die mit dem Thema Essen zu tun haben – und beantworte fünf (Fragen) am Fünften. Ich gebe zu, das ist ein bisschen arg konstruiert, zumal die Fragen beim Stöckchen zum Teil zusammengehörten, aber – egal.

  1. Wenn Du ein Land besuchst, erlebst Du auch die einheimische Küche: Hast Du dabei schon mal ganz besondere Köstlichkeiten gegessen?
Best scones we had in all Great Britain, to be obtained at the tea room at the end of Bangor Garth Pier.
Best scones we had in all Great Britain, to be obtained at the tea room at the end of Bangor Garth Pier.

Oh ja. Bigos in Polen. Rote-Beete-Suppe in Litauen. Die gesalzene Butter in der Bretagne. Und ich liebe den britischen und irischen Cheddar-Käse – und die Scones beim cream tea! Frische Preisel- und Multebeeren in Norwegen, Blaubeeren in Estland und Finnland. Auf den Teer-Sirup habe ich dort allerdings verzichtet.

  1. Welche Bedeutung hat das Ausprobieren von unbekanntem Essen?

Für Martin und mich eine große – wir stürzen uns liebend gern in kulinarische Abenteuer. Auch die Jungs ziehen mit und können sich mittlerweile ganz gut am Riemen reißen, wenn sie etwas nicht mögen. Wie auch zu Hause gilt auf Reisen: Wenigstens ein Löffelchen voll wird probiert. Silas ist ein bisschen mäkelig, während Janis recht experimentierfreudig ist. Wir sind uns aber einig, dass unbekanntes Essen zum Reisen genauso dazugehört wie unbekanntes Gelände – und genauso erkundet wird. Immerhin hat Silas vergangenen Sommer so seine Vorliebe für die doch eher scharfen Ingwerkekse in England entdeckt.

  1. Korean ingredients in my kitchen - what a sight! :)
    Korean ingredients in my kitchen – what a sight! :)

    Je exotischer das Reiseziel, desto lieber ein Besuch bei McDonald’s und Co.?

Ernsthaft exotisch sind wir ja bisher nicht geworden auf unseren Reisen. Wären die viel zitierten frittierten Heuschrecken die Alternative, würde ich westliches Fastfood wohl tatsächlich vorziehen (obwohl, probieren würd ich schon mal, denke ich). In West-, Mittel- und Nordeuropa habe ich allerdings bisher wenig Veranlassung dazu gesehen. Wir sind ja auch meistens Selbstversorger. In der Küche der Jugendherberge gibt es dann unexotische Nudeln mit Tomatensoße. Und bei Couchsurfern kochen wir traditionell Käsespätzle: weil das typisch deutsch ist, komplett selbst angerührt einiges her macht, die (vegetarischen) Zutaten überall erhältlich und erschwinglich sind und das Ergebnis den meisten Leuten und auch Kindern gut schmeckt.

  1. Was hast Du bei McD fern von daheim schon so erlebt?

Soweit ich mich erinnern kann, waren wir außerhalb der Staatsgrenzen noch nie – ach doch, während des Schüleraustauschs 1998 in Belfast war ich dort. Das war unspektakulär, da gefühlt identisch mit zu Hause. Einige Zeit später sah ich dieselbe Straße in den Nachrichten, weil sie sich doch wieder in die Köppe gekriegt hatten und genau dort, wo ich vielleicht zwei, drei Jahre zuvor gewesen war, Unruhe und Aufstand herrschte. Das war schon ein mulmiges Gefühl.

2010 hatten wir mal ein witziges (wenn auch kulinarisch ziemlich unbefriedigendes) Erlebnis, ebenfalls in Nordirland, in einer No-Name-Frittenbude irgendwo im Südwesten auf dem Land. Die Jungs hatten ernsthaft Hunger, und es war nichts Besseres in Sicht. Wir kamen gerade aus der Republik, hatten völlig verpeilt, dass wir erst noch Geld tauschen mussten. Nein, Euros nehmen sie nicht, blaffte uns die Verkäuferin auf meine zaghafte Anfrage hin an. Als ich den Jungs die schlechte Nachricht beizubringen versuchte und die Dame mitbekam, dass wir „echte Touristen aus dem Ausland“ waren, änderte sie ihre Meinung prompt. Ihre Kolleginnen stürzten aus der Küche hinzu, um uns zu besichtigen, und die Chefin bestand darauf, dass wir nur den Pfund-Betrag in Euro zahlen bräuchten, obwohl der aktuelle Wechselkurs ganz andere Vorschläge machte. Ich glaube aber nicht, dass das bei einer der großen Ketten passiert wäre.

  1. Belgian waffles. There's really more to it than the shape.
    Belgian waffles. There’s really more to it than the shape.

    Muss McD sein, wenn man mit Kindern unterwegs ist?

Nein. Aber manchmal ist es doch bequem, wenn wir innerhalb Deutschlands auf der Autobahn unterwegs sind. Da weiß man eben, was man kriegt: ein meistens halbwegs sauberes Klo, einen Mini-Spielplatz zum Austoben und in kurzer Zeit für relativ wenig Geld satte, zufriedene Kinder. Ansonsten bin ich recht pingelig bei der Ernährung, bei uns gibt’s meistens bio und Vollkorn und so. Aber so drei, höchstens vier Mal im Jahr lass ich das durchgehen.

There is a beautiful market at the harbour very close to the city centre.
There is a beautiful market at the harbour very close to the city centre.

Hallo 2014: Warum wir sehr glücklich und auch sorgenvoll sind und wo wir so lange gesteckt haben

Frohes neues Jahr, ihr alle (falls ihr den frommen Wunsch noch nicht über habt)!

Weihnachten ist vorbei, wir schreiben inzwischen das Jahr 2014, und so langsam habe ich keine Ausrede mehr, mit der ich family4travel weiterhin vernachlässigen könnte. Ab morgen geht es deswegen auch wieder weiter im Text, versprochen. Dann nehme ich euch mit auf eine neue Heim-Reise und verrate euch, warum unser Fleckchen Heimat Schaumburg heißt. Nächste Woche geht die Wales-Schleife unserer Sommertour-Berichterstattung in den Endspurt – damit wir auch irgendwann mal fertig sind mit Erzählen, möglichst bevor wir zum nächsten Sommerurlaub aufbrechen…

Eine gute Woche lang habe ich exklusive Familienzeit genossen und den Rechner nicht ein einziges Mal hochgefahren. Ein paar Sachen habe ich am Handy kurz durchgescrollt, aber von all den Jahresrückblicken, die es da draußen in den vielen Blogs bestimmt gibt, habe ich (noch) nicht einen gelesen, geschweige denn einen eigenen verfasst. Aber, ehrlich gesagt: Ich bereue nichts. :)

Ein paar schlimme Nachrichten aus dem erweiterten Familien- und Freundeskreis haben uns einmal mehr deutlich gemacht: Es ist nicht selbstverständlich, dass sich ein fröhliches Weihnachten ans nächste reiht und die Urlaubsplanung fürs kommende Jahr die drängendste Frage darstellt. Jemand hat gefehlt, deren Geschenke ich ausgepackt habe, seit ich selbst ein kleines Kind war. Wir hoffen und wünschen uns sehr, dass sie nächstes Jahr wieder „richtig“ Weihnachten feiern kann. Die schlimme Diagnose zog sich über die ganzen Feiertage. Meine Gedanken sind heute bei ihr im OP…

Trotz allem hatten wir ein schönes Weihnachtsfest. Das waren großartige Feiertage mit vier Generationen unterm Tannenbaum. Lieber Besuch kam aus allen Richtungen, und die Jungs wurden mit insgesamt fünf (!) Bescherungen an drei Orten beglückt, die dankenswerterweise diesmal in keine Materialschlacht ausarteten. Auch ich habe ein paar tolle Geschenke bekommen. Das schönste: Ich werde Patentante!

Auch zu viert haben wir uns in der Zeit „zwischen den Jahren“ nie gelangweilt, obwohl wir ganz gegen unsere Gewohnheiten zu Hause geblieben sind. Wir haben lange Spaziergänge an der frischen (wenn auch nie frostigen) Luft unternommen, Glühwein und Kinderpunsch getrunken und am Esstisch manche Brettspiel-Session ausgetragen. Silvester haben wir uns über James und das Tigerfell kringelig gelacht und mit lieben Freunden aufs neue Jahr angestoßen. Wir waren zusammen. Das ist, worauf es ankommt.

Ab heute hat uns der Alltag wieder (zumindest uns Große, die Jungs haben noch eine Ferienwoche Gnadenfrist). Aber wir nehmen eine gute Portion Familien-Idyll mit ins neue Jahr – und noch gewisser als vorher die Erkenntnis, bewusst glücklich zu sein, wann immer wir die Möglichkeit dazu haben.

I'm very fond of this saying. I got this as a Christmas gift. It describes very well what I've been up to the past week. :)
I’m very fond of this saying. I got this as a Christmas gift. It describes very well what I’ve been up to the past week. :)

Von „Blogger Relations“ und Professionalisierung

Mike Schnoor ruft zur Blogparade zum Thema „Blogger Relations“ auf – eine Angelegenheit, über die ich mir auch gerade intensiv Gedanken mache. „Blogger Relations“ bezeichnen die Zusammenarbeit zwischen Blogger und Unternehmen, die meist in Naturalien vergütet oder – das klingt eleganter – zu einer Win-Win-Situation geführt wird. „Blogger Relations“ gehen offenbar einher mit der Professionalisierung eines Blogs, und mit family4travel stehe ich gerade an der Klippe zu einer solchen.

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Nach 100 Mal ICH dürft endlich mal IHR!

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100 Tage existiert er nun, mein lieber Blog. Seit 100 Tagen teile ich jeden Vormittag ein Krümelchen unserer familiären Reisewelt mit dem großen weiten Internet und euch lieben Lesern von family4travel. Grund genug, etwas pathetisch zu werden, denkt sich die Jung-Bloggerin da selbstgefällig. Außerdem hätte ich gern eure Meinung: Wo soll die Reise hingehen in diesem Blog? Stimmt ab, sagt mir, was ihr wollt, macht gern auch Vorschläge per Kommentar-Funktion!

Und dann muss ich natürlich doch noch brav und von ganzem Herzen danke sagen: Für euer Interesse, eure Kommentare (und auch die erstaunlich vielen Herzchen in Brigittes Blog-Sammlung). :)

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