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Föhr für Familien: Als ich mich in eine Insel verliebte…

Es ist der Duft der Heckenrosen, der mich für immer an Föhr erinnern wird. Er umfängt uns, als wir mit offenem Autofenster zum Hoftel fahren, unserer luxuriös-familienfreundlichen Unterkunft mitten auf der kleinen Insel. Und er begleitet uns das ganze Wochenende, das wir hier verbringen. In Nieblum, dem wohl schönsten Inselort, schlägt er uns von der blühenden Pracht auf den Erdwällen entgegen, die viele der reetgedeckten Friesenhäuser umgeben. Und als wir später mit dem Fahrrad die liebliche Landschaft erkunden und vorbeiradeln an Feldrainen und Kuhweiden, da steigt er uns auch immer wieder in die Nase. Ebenso sanft, so süß und unaufdringlich wie der Heckenrosenduft ist die ganze Insel Föhr. Sie ist eine Schönheit, aber eine der leisen Töne. Im übertragenen Sinne zumindest, denn durch ihre ausgewiesene Familienfreundlichkeit kommt es durchaus vor, dass laute Kinderstimmen in der Luft hängen. Der Wind trägt sie vor sich her, und – ich hab mich verliebt. In Föhr.

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„Schönstes Dorf der Welt“: Wenn die family4travel einen Superlativ vergeben soll

„Die Welt ist voller wunderschöner Dörfer, die kaum bekannt sind. Mit dieser Blogparade will ich das ändern“, schreibt Oliver Zwahlen vom Weltreiseforum und trifft damit genau unseren Nerv. Wir sind von Natur aus Landeier, zu Hause in Schaumburg und auch unterwegs. So aufregend die Verlockungen der großen Städte mit ihren Weltklasse-Museen und Must-See-Sehenswürdigkeiten auch sind – wir sind immer wieder froh, wenn wir uns danach ins Grüne zurückziehen können. Bevor ich mich diesem „Aufsatzthema“ widmen kann, müssen wir freilich eine Auswahl treffen. „Das schönste Dorf der Welt“ – welcher Ort verdient diesen persönlichen Superlativ? Wir haben uns mit der ganzen Familie zusammengesetzt und über diese Frage nachgedacht.

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Bergen: Familienausflug in die Regen-Stadt

Ein Stadtbummel durch die regenreichste Stadt Europas ist meistens nass, aber immer interessant. Die hölzerne Altstadt der Brygge, der Fischmarkt und Håkons Halle lohnen einen Besuch, und auch für Kinder gibt es viel zu entdecken und zu erkunden.

Nachdem wir den Vormittag bei wechselhaftem Wetter im höchst interessanten Freilichtmuseum Gamle Bergen verbracht hatten,  fuhren in die Innenstadt. Auf der kurzen Fahrt prasselte der Regen auf die Windschutzscheibe. Die Tiefgarage war in den nackten Fels gesprengt. Ein sehr merkwürdiges Gefühl, quasi in einer Höhle zu parken, die weiß angestrichen und mit ein paar Stahlbetonträgern ausgestattet ist. Wenn man sich vorstellt, wie viel Arbeit nötig war, um das Ding in Existenz zu bringen, verwundern auch die exorbitanten Parkgebühren nicht mehr.

Typischer Anblick: Nasse Gestalten blicken über den Hafen auf die Brygge. (Typical view: wet people in front of Bergen's Brygge panorama.)
Typischer Anblick: Nasse Gestalten blicken über den Hafen auf die Brygge. (Typical view: wet people in front of Bergen’s Brygge panorama.)

Als wir die Felsengrotte verließen, zeigte sich Bergen von seiner wirklich garstigen Seite. Es goss in Strömen und hörte für Stunden nicht wieder auf. Wir patschten durch die Pfützen, die sich auf dem Weg zum Hafen aneinander reihten, und bis wir den berühmten kleinen Fischmarkt erreicht hatten, waren wir trotz Regenjacken einmal mehr nass bis auf die Knochen. Der Markt war zum Glück halbwegs überdacht – überraschend provisorisch übrigens. Generell finde ich es sehr amüsant, wie die Bergener mit ihrem harten Witterungsschicksal umgehen. Einerseits ist es völlig normal für Menschen jedes Alters, Gummistiefel und Regenhose beim alltäglichen Einkaufsbummel zu tragen. Und andererseits tun sie dann wieder so, als wäre es vollkommen unvorhersehbar, dass es regnen könnte. Sie stellen Wäsche raus, und in mehreren Gärten habe ich unüberdachte Sitzecken gesehen.

Meerestiere aller Art gibt es auf dem Fischmarkt. (All kinds of seafood is available at the fish market.)
Meerestiere aller Art gibt es auf dem Fischmarkt. (All kinds of seafood is available at the fish market.)

Auf dem mit Sonnenschirmen und Plastikplanen gedeckten Fischmarkt aßen wir Fischbrötchen und bestaunten all die riesigen Krebsscheren und anderen Meerestiere, die zum Verkauf angeboten wurden. Ein Norweger mit offensichtlichem Migrationshintergund schwatzte uns in verdächtig perfektem Deutsch ein himmlisch schmeckendes Stück Wildlachs auf, kalt geräuchert, für umgerechnet 20 Euro, das wir dann später zum Abendbrot mit frischem Brot vertilgten.

Hinter der berühmten Häuserzeile beginnt ein hölzernes Labyrinth. (Bergen's Old Town is a wooden maze.)
Hinter der berühmten Häuserzeile beginnt ein hölzernes Labyrinth. (Bergen’s Old Town is a wooden maze.)

Im weiterhin strömenden Regen gingen wir weiter zur Brygge, Weltkulturerbe der Unesco und Bergens berühmteste Ansicht. Ein wirklich wunderschöner Ort voller Flair und Magie. Zunächst denkt man, es handele sich einfach nur um einen Straßenzug mit alten Holzhäusern. Zwischen diesen aber führen mehrere enge Gässlein entlang, treppauf, treppab, von einer urigen Boutique zur nächsten. Viele Künstler haben sich dort niedergelassen, auch stylische Cafés, und es gibt tausend Details zu bestaunen. Sehr, sehr hübsch. Im Moment werden die Gebäude aufwändig saniert (sehr rücksichtsvoll übrigens, ausschließlich mit Originalwerkzeug und altertümlichen Materialien und ohne störende Absperrungen). Unter einem Dach trockneten Leinwände, und wir nutzten die Gelegenheit zu einem trockenen Picknick.

Schnell die Kamera raus: ein bisschen blauer Himmel über der Bergen! (Bergen's Brygge in the sunshine!)
Schnell die Kamera raus: ein bisschen blauer Himmel über der Bergen! (Bergen’s Brygge in the sunshine!)

Dann hörte der Regen tatsächlich auf, und wir erkundeten die Brygge bis in die letzten Winkel. Die Jungs waren höchst fasziniert von einem Mineralienladen und von Trollfiguren, die manche Geschäfte als Kundenfänger aufgestellt hatten.

Wir spazierten weiter zur Håkons Halle, Norwegens größtem mittelalterlichen Gebäude. (Da es in Norwegen nur wenige große Dinge gibt, ist man hier mit Superlativen immer schnell bei der Hand.) Die Kinder tobten sich aus, während wir durch den Park schlenderten. Auf dem Rückweg kam dann tatsächlich die Sonne raus! Schon erstaunlich, wie glücklich einen so eine banale Tatsache machen kann, wenn man zwei Tage lang nur Regen und Nebel gesehen hat.

Håkons Halle, Norwegens größtes mittelalterliches Gebäude (um fair zu sein, es gehört auch noch ein Turm mit dazu, der es nicht aufs Bild geschafft hat). (Norway's biggest mediaeval building.)
Håkons Halle, Norwegens größtes mittelalterliches Gebäude (um fair zu sein, es gehört auch noch ein Turm mit dazu, der es nicht aufs Bild geschafft hat). (Norway’s biggest mediaeval building.)

(Diesen Eintrag meines Reisetagebuchs habe ich am 1. September 2009 verfasst.)