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Nach 100 Mal ICH dürft endlich mal IHR!

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100 Tage existiert er nun, mein lieber Blog. Seit 100 Tagen teile ich jeden Vormittag ein Krümelchen unserer familiären Reisewelt mit dem großen weiten Internet und euch lieben Lesern von family4travel. Grund genug, etwas pathetisch zu werden, denkt sich die Jung-Bloggerin da selbstgefällig. Außerdem hätte ich gern eure Meinung: Wo soll die Reise hingehen in diesem Blog? Stimmt ab, sagt mir, was ihr wollt, macht gern auch Vorschläge per Kommentar-Funktion!

Und dann muss ich natürlich doch noch brav und von ganzem Herzen danke sagen: Für euer Interesse, eure Kommentare (und auch die erstaunlich vielen Herzchen in Brigittes Blog-Sammlung). :)

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Dienstag in Deutschland: Weißt du, wie viel Sternlein stehen (im Planetarium von Jena, Deutschland)

Wir sind in Jena, und wer in Jena ist, der muss ins Planetarium. Das zweitgrößte Europas ist es (nach dem in Moskau), das viertälteste der Welt (nach denen in Wuppertal-Barmen, Leipzig und Düsseldorf, die es aber alle schon nicht mehr gibt), seit 1926 in Betrieb und überhaupt: Karl Zeiss und so. Ich zücke mein Handy, schmeiße die Suchmaschine an und weiß wenig später, dass der bei Ortsansässigen und besser Gebildeten wohlbekannte Herr im 19. Jahrhundert Präzisionsmikroskope produzierte und eine Firma schuf, die sich ab 1913 der Entwicklung eines Planetariumsprojektors widmete. Also gut, gerne: Wir gehen ins Planetarium.

The planetarium of Jena is the second largest in Europe and also the oldest one that's still working.
The planetarium of Jena is the second largest in Europe and also the oldest one that’s still working.

Bisher bin ich nur ein einziges Mal in einem solchen Etablissement gewesen, und an diesen Besuch erinnere ich mich gut. Ich war zehn, ging in die vierte Klasse, und wir fuhren auf Klassenfahrt ins Ruhrgebiet. Auf den Ausflug nach Bochum ins Planetarium freute ich mich am meisten. Obwohl ich gar nicht so recht wusste, was das war. Als wir es uns alle auf den merkwürdigen Liegesesseln bequem gemacht hatten, wartete ich die ganze Zeit darauf, dass die Kuppel über uns sich öffnen und wir in den Sternenhimmel würden schauen können. Dass stattdessen lausige Lichtpunkte an die Decke projiziert wurden, empfand ich als glatten Betrug. Trotzdem lernte ich dort die Reihenfolge der Planeten unseres Sonnensystems, die ich heute noch auswendig kann.

Auf dem Weg ins Zeiss-Planetarium Jena vermittele ich meinen Jungs also genau, was sie erwartet. „Das ist wie Kino, nur dass die Leinwand oben an der Decke ist“, sage ich. Janis sieht mich skeptisch an, und Silas runzelt die Stirn. Ich denke kurz nach und mir fällt ein, dass mein Sechsjähriger noch nie in seinem Leben im Kino war. Das liegt vor allem daran, dass mein bisher einziger Besuch dort mit seinem großen Bruder vor einigen Jahren auf dessen inständigen Wunsch hin schon nach wenigen Minuten endete. Oha, das kann ja was werden. Aber das Programm, das wir uns ausgesucht haben, heißt: „Entdecker des Himmels. Von Stonehenge zur Raumstation“. Mit Stonehenge können sie was anfangen, da waren wir neulich erst. Und Raumstation zieht bei Jungs im Grundschulalter doch immer, oder?

Es ist Sonntag, und der Parkplatz direkt vor der Tür des Kuppelbaus ist nicht nur frei, sondern auch noch kostenlos. Perfekt. Die Jungs springen aufgeregt die Stufen hinauf und zappeln beim Schlangestehen entsetzlich. Der eine piekt dem anderen in die Seite, der andere haut dem einen auf die Rübe, der eine brüllt. „Da drin müsst ihr aber still sein!“ zische ich. „Sonst gehen wir sofort wieder raus“, füge ich hinzu und sehe schon vor mir, wie sich das Desaster von Janis’ erstem Kinobesuch wiederholt.

Die Vorstellung ist nicht ausgebucht, und so bleiben wir dankenswerterweise in unserer Sitzreihe unter uns. Es gibt extra ausgewiesene Familienprogramme, aber unser Zeitfenster ist nicht groß, und so haben wir ein „Bildungsprogramm“ erwischt. Hier drücken selbst Martin und ich den Altersdurchschnitt noch nach unten. Das einzige andere Kind, das ich beim Hereinkommen sehe, setzt sich brav und wohlerzogen neben seine Mutter und gibt keinen Laut von sich. Neben mir erprobt Janis, wie oft er den Sitz quietschend runterklappen und scheppernd hochschnappen lassen kann, bevor ich die Geduld verliere. Er ist nahe daran, es herauszufinden, als die Vorstellung endlich beginnt. Der außerirdisch anmutende Projektor kommt in Bewegung, surrt und dreht sich. Ein junger Mann mit Dreadlocks nimmt ein Mikrofon in die Hand und erklärt uns die Technik, die uns den kommenden Filmgenuss ermöglicht.

This thing that looks like a UFO can precisely project thousands of stars into the dome of the planetarium.
This thing that looks like a UFO can precisely project thousands of stars into the dome of the planetarium.

Dann wird es dunkel, und buchstäblich tausende von Sternen erstrahlen. Die Jungs, inzwischen getrennt durch zwei erwachsene Puffer, schauen andächtig in die Kuppel. 900 Quadratmeter Leinwand sind das da oben, 23 Meter im Durchmesser. Der Projektor zeigt uns den Sternenhimmel so, wie wir ihn in der freien Wildbahn kaum je zu sehen kriegen: ohne Wolken, ohne Streulicht, exakt und präzise. Die Darstellungen der Planetenkonstellationen wechseln sich ab mit Film-Sequenzen und Einspielern von Besucher-Interviews. Das ist wie ein guter Dokumentarfilm auf einem gigantischen Fernsehschirm. Nur besser, denn das Sound-System ist klasse, und auch die Bilder wirken irgendwie krass dreidimensional. Wir folgen den Entdeckungen der Himmelsforscher von der Antike über die großen Pioniere Kopernikus, Galilei und Co., fliegen mit Neil Armstrong auf den Mond und tauchen in die unvorstellbare Hitze der Sonne ein. Die Jungs sind völlig in den Bann gezogen. Aber völlig ruhig sind sie nicht. „Ah, da ist der Fersenstein, an den kann ich mich noch erinnern!“ kräht Janis aufgeregt, als der Filmsprecher die Ausrichtung von Stonehenge auf den Sonnenaufgang am Mittsommertag erklärt. Als Barack Obama verkündet, dass es bis spätestens 2030 bemannte Flüge zum Mars geben werde, bölkt Silas entzückt: „Da fliege ich mit!“ Aber ansonsten benehmen sie sich, zum Glück, und als eineinhalb Stunden später das Licht wieder angeht, strahlt Janis mich an und sagt: „Das war toll!“

Auch mir hat die Vorstellung richtig gut gefallen. Ich habe einiges gelernt, und ein astreines Erlebnis war das obendrein. Mit Kino nicht zu vergleichen!

Übrigens: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun, Pluto. Warum ich die Reihenfolge der Planeten immer noch auswendig kann? Weil uns der Erklärer damals den Merkspruch beigebracht hat: „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten.“ Da es deren nach Plutos unwürdigem Abgang aus der elitären Riege seit einiger Zeit nur noch acht sind, lautet die Eselsbrücke heutzutage: „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere Nachbarplaneten.“ Und? Gemerkt?

Das Zeiss-Planetarium Jena hat derzeit acht verschiedene Bildungsprogramme („Dokumentarfilme“) im Angebot und ebenso viele Familienprogramme, die teilweise schon  für Kinder ab fünf Jahren geeignet sind. Die Familienkarte kostet 25 Euro.

Wer auf den Geschmack gekommen ist, aber in nächster Zeit keinen Besuch in Jena plant, kann hier alle Standorte der rund 100 Planetarien in Deutschland erfahren.

Unabhängig davon, wohin die Reise in diesem Theater sonst gerade geht – dienstags ist Deutschland dran. An diesem Tag berichte ich von Kurztripps, Ausflügen und Urlaubsreisen in unserem eigenen Heimatland, entweder ganz aktuell oder rückblickend aus der jüngeren Vergangenheit.

PS: Diesen Artikel adelige ich nachträglich zum Beitrag der Blog-Parade zum Thema Urlaubs-Tipps bei kidsaway.de.

Das Pflichtprogramm des braven Touristen (in London, England)

Einen Tag verbringen wir auf unserer Großbritannien-Reise mit unseren beiden Jungs (7 und 9 Jahre alt) in der Hauptstadt. Nach unseren Abenteuern im British Museum und an Gleis 9¾ machen wir uns auf den Weg ins Londoner Stadtzentrum.

Unser erster Stopp ist Tower Hill. Direkt am Ausgang der Underground-Station laufen wir an den freigelegten Fundamenten der Römerstadt vorbei. Das hier ist das allerälteste Stückchen London. Wenden wir den Blick nach links, sehen wir die Reste einer Mauer, die die Stadt seit dem 2. Jahrhundert umgab. Ein paar Meter weiter gibt es eine Aussichtsplattform mit Blick auf den Tower of London.

Out of the underground and into the city centre: Tower Hill is a good place to start a London tour.
Out of the underground and into the city centre: Tower Hill is a good place to start a London tour.

Am Geländer entlang verläuft eine Info-Tafel, die das älteste erhaltene Gebäude der Stadt recht detailliert beschreibt. In der Mitte des Platzes befindet sich eine riesige Sonnenuhr, in deren Sockel ein in Bronze gegossener Überblick über die Londoner Stadtgeschichte informiert. Die Jungs bringen erstaunlich viel Enthusiasmus auf, die stilisierten Bilder selbst zu deuten, bevor wir gemeinsam die Beschreibung übersetzen. So erfahren wir etwas über die Entwicklung der Bevölkerungszahlen, die durch Pest und Cholera mehrere Dämpfer erfuhr, über große Erfindungen und Verbesserungen wie die U-Bahn und die Kanalisation. Wir lernen, dass die keltische Königin Boudicea die Stadt im Jahr 61 mit ihren Truppen in Schutt und Asche legte, und dass die Eröffnung der Underground 1863 eine Weltsensation darstellte. An diesem kleinen Kunstwerk, das von den vorbeiströmenden Passanten kaum beachtet wird, erfahren wir mehr über die Stadtgeschichte als im British Museum.

Highly interesting on second glance: the monument on the viewing platform at Tower Hill station shows London's history from the early beginnings till today.
Highly interesting on second glance: the monument on the viewing platform at Tower Hill station shows London’s history from the early beginnings till today.

Wir folgten dem Fußweg am Tower vorbei und überquerten die Tower Bridge. Ich wunderte mich über die Farbgestaltung. War das Geländer schon immer türkis? Irgendwie hatte ich die Brücke in rot und weiß in Erinnerung. Unter uns floss träge die graubraune Brühe, die sich Themse nennt. Die Jungs gewährten den Touristen auf den Ausflugsbooten die Gnade, zurückzuwinken, was besonders asiatische Reisegruppen in helle Begeisterung versetzte. Neben uns gab eine Familie in traditioneller indischer Kleidung nach gut zehn Minuten den vergeblichen Versuch auf, den Strom der Touristen für ein Foto „Frau und Kinder an Brückengeländer“ aufzuhalten. Generell sind auch hier unglaublich viele Touristen unterwegs, vor allem Asiaten und Inder. Na gut, mitten auf Londons Wahrzeichen darf mich das natürlich nicht überraschen…

Hinter der Brücke biegen wir rechts ans Themse-Ufer ab und machen das Foto, das alle von der Tower Bridge machen – allerdings ohne selbst affektiert vor der Kamera zu posieren. Ich merke, wie ich schon wieder Aggressionen gegen meine zu sich Massen ansammelnden Mitmenschen entwickle und erinnere mich daran, dass ich hier selbst ein Tourist und keinesfalls besser als anderen Touristen bin – ein Fakt, den ich nur zu gerne verdränge. Die Jungs haben inzwischen zwei große Jungs mit Straßenkünstler-Ambitionen entdeckt, die zur Freude aller anwesenden Kinder riesige Seifenblasen zaubern.

Many tourists crowd at the river banks to take that photo of the bridge. Our kids watch some guys blowing giant soap bubbles.
Many tourists crowd at the river banks to take that photo of the bridge. Our kids watch some guys blowing giant soap bubbles.

Rund um die City Hall ist hier ein stylisches Viertel mit massenweise modernster Architektur entstanden. Zu unserer Überraschung gibt es hier bezahlbares Mittagessen in den kleinen, durchaus nett gestalteten Snack-Bars. Für die Kinder gibt es viel Platz zum Rumrennen und einen schmalen Wasserlauf, in dem sich auch Kleinkinder vollkommen ungefährdet nasse Füße holen können. Wir machen Bekanntschaft mit einer öffentlichen Toilette. Die Schlange davor ist eigentlich nicht lang, aber es dauert lange, bis Silas endlich an der Reihe ist. Der Preis von 20 pence erscheint mir vollkommen in Ordnung. Dem natürlichen Drang, das Bezahlen zu umgehen und dem nächsten durch Aufhalten der Tür den Münzeinwurf zu ersparen, wirkt hier ein zeitraubender Mechanismus entgegen: Die Toilette spült automatisch, aber erst, wenn der Nutzer die Tür hinter sich geschlossen hat. Um zu verhindern, dass der nächste sich schon zu dieser Gelegenheit einschleicht, wird die ganze Kabine komplett durchgespült.

Nicht weit entfernt befindet sich die Hay’s Gallerie, eine hübsch zurechtgemachte Ansammlung höherpreisiger Cafés, Restaurants und Geschäfte an einem überdachten Platz, auf dem ein schmucker Brunnen in Steampunk-Design prangt.

Wir nehmen die Tube bis Westminster. Inzwischen stecken wir mitten in der Rush Hour. Ganz London, so scheint es, hat Feierabend und will mit der U-Bahn nach Hause fahren. Die Wagen sind flach und so röhrenartig, wie ihr Name vermuten lässt. Immer mehr Menschen drängen hinein, bis ich mich an die dicht gepackte Verladung afrikanischer Sklaven in Richtung Baumwollplantagen erinnert fühle. Ich bin kein Mensch, der zu Platzangst neigt, aber ich kann jeden verstehen, dem hier der kalte Schweiß ausbricht.

Typically London: Big Ben and grey skies.
Typically London: Big Ben and grey skies.

An der Haltestelle Westminster werden wir ans Tageslicht geschoben und stehen direkt vor Big Ben. Die Jungs zeigen sich beeindruckter als ich ihnen zugetraut hätte. „Ist das echtes Gold da oben?“ fragt Janis fasziniert. Der Turm besitzt die Güte, pünktlich in sein typisches Gebimmel auszubrechen.

Wir schlendern an den Houses of Parliament entlang und bestaunen die eindrucksvolle Detailfülle der Fassadengestaltung. So viele Türmchen und Türmchen an den Türmchen! Es empfiehlt sich jedoch, den Blick nicht nur nach oben zu richten. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich denjenigen beneide, der seinen Lieben zu Hause berichten kann: „Und dann habe ich direkt vor die Houses of Parliament gekotzt!“

Inzwischen stellt sich bei uns der Hunger ein. Wir suchen nach einem Supermarkt oder einem günstigen Restaurant. Hier an der Westminster Abby sind wir da natürlich völlig falsch. Nach Büroschluss ist das Viertel wie ausgestorben. Alle Bürgersteige werden hochgeklappt.

Die Jungs jammern, dass ihre Füße abgelatscht seien. Ich kann sie gut verstehen. Durch den St. James Park laufen wir zurück Richtung Victoria Station. Der Park weckt ihre Lebensgeister, denn hier gibt es alle möglichen Wasservögel zu sehen. Seit König Charles II. 1664 vom russischen Botschafter ein paar Pelikane geschenkt bekam, hat sich hier ein halber Zoo angesammelt. Außerdem locken zahme Eichhörnchen und ein netter Spielplatz. Für einen Zwischenstopp im Großstadtgetümmel mit Familie ist dieser Ort wahrhaft ideal.

I like the fence better than the palace (at Buckingham Palace).
I like the fence better than the palace (at Buckingham Palace).

Passabel gelaunt erreichen wir schließlich den Buckingham Palace, der zu sehr auf unserer Strecke liegt, um ihn auszulassen. Das Gebäude selbst beeindruckt mich auch nicht mehr als bei meinem ersten Besuch 2002, aber der schmiedeeiserne Zaun mit den vergoldeten Spitzen  ist durchaus sehenswert. Wie alle anderen stecken wir die Nasen durch das Gitter und beobachten die seltene Spezies der Palastwachen, deren Job es ist, regungslos neben den Türen Wache stehen und sich von Touristen anstarren zu lassen. Als wir bei unserem fortgesetzten Spaziergang am Besuchereingang vorbeikommen, nehmen zur Kenntnis, dass wir das Wohnhaus der Queen mit einem Familienticket für schlappe 50 Pfund (rund 60 €) auch besichtigen könnten.

Endlich erreichen wir eine Gegend mit bezahlbaren Restaurants. Nach kurzem Überlegen entscheiden wir uns für eine asiatische Nudel-Bar, die den fantasievollen Namen „Noodle Noodle“ trägt. Zu diesem Zeitpunkt wäre uns fast schon alles recht, aber wir sind hochzufrieden, genau hier gelandet zu sein. Die herzliche Bedienung legt enorme Kinderfreundlichkeit an den Tag. Es gibt saubere Toiletten, mehr Ambiente als in der typischen Imbissbude und Gerichte, die selbst inklusive Getränk weniger als 10 Pfund kosten. Nebenbei sind sie sogar noch richtig lecker – das ist mehr, als wir an diesem Tag erwartet haben. Sogar die Jungs verputzen ihre extra mild gewürzte Portion Bratnudeln ratzekahl.

Jetzt sitzen wir wieder im Zug nach Dorking. Als ich begann, diesen Eintrag zu schreiben, brausten wir noch Richtung Horsham in den Sonnenuntergang. Da waren wir völlig falsch, wie wir erst eine halbe Stunde später bemerkten. Also hieß es aussteigen, zurückfahren und an der Clapham Junction in den richtigen Zug umsteigen. Die Jungs waren völlig k.o. und motzten verständlicherweise. Den Ruf der britischen Eisenbahn wahrend, kam unser Zug 45 Minuten zu spät. Bis wir endlich im richtigen Vorort Londons angekommen, mit dem Auto auf den Wanderparkplatz gefahren und die Viertelstunde durch den Wald zu unserer Jugendherberge gewandert waren, war es halb elf. Wenigstens die Nachtwanderung im Taschenlampenlicht haben die Jungs dann aber doch wieder ganz nett gefunden. Trotzdem, Silas’ Fazit lautet: „London ist ja ganz nett, aber ich will da trotzdem nie wieder hin!“ Ich glaube auch, morgen machen wir was anderes. Wir eignen uns einfach nicht so recht als Großstadt-Touristen.

Tired after a long day in London and wrong trains on the way home.
Tired after a long day in London and wrong trains on the way home.

Diesen Eintrag meines Reisetagebuchs habe ich am 12. August 2013 verfasst. Mehr England-Reiseberichte aus jenem Familienurlaub inklusive Karte gibt es in unserem England-Inhaltsverzeichnis.

Übrigens: Ines Rewel vom Blog „My family on tour“ war ebenfalls in London. Sie hat dort mehr Zeit verbracht, hat deshalb einen besseren Überblick, und ich empfehle euch ihren Reisebericht und ihre praktischen Tipps für London-Reisen mit Kindern.

Kleingebirge in der norddeutschen Tiefebene (bei Nienburg, Deutschland)

Hosentaschen-Format hat er dann doch nicht ganz, und ein Berg ist er auch nicht. Eher ein etwas zu groß geratener Kieselstein, der da bei Stöckse, ganz in der Nähe von Nienburg (Weser) auf dem Waldboden liegt. Der Giebichenstein ist der größte Findling Niedersachsens. Betrachtet man diesen ungeheuren Brocken, bekommt man eine ungefähre Vorstellung, welche Kraft in den Eiszeitgletschern steckte.

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Gleis 9 ¾ (in London, England)

Nach dem Debakel im British Museum war ein halber Tag noch übrig. Lohnt es sich da noch, mit dem Sightseeing anzufangen? Eigentlich hatten wir zwei Tage für London eingeplant: einen fürs British Museum, einen für Big Ben und Co. Na ja, sagten wir uns, wir sehen mal, wie weit wir kommen. Und siehe da: Es wurde ein anstrengender, aber wunderschöner Tag.

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Mit dem Dalai Lama auf der Badeinsel (in Steinhude, Deutschland)

An dieser Stelle möchte ich euch künftig jeden Freitag Ausflugstipps aus der Region Schaumburg und dem größeren Umkreis präsentieren. Den Anfang macht die Badeinsel in Steinhude. Laaangweilig – schon wieder Steinhuder Meer. Ja schon, aber diesmal mit Special Guest: dem Dalai Lama! Der war nämlich letzte Woche auf der Badeinsel in Steinhude zu Gast, und das war schon ein recht gediegenes Spektakel.

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