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Bath: Lauter kleine Highlights für die Kids

Auf diesen Tag haben sich vor allem unsere Kinder lange gefreut: Der Ausflug in die südenglische Stadt Bath bedeutet nämlich auch ein Wiedersehen mit unserem ehemaligen Au-Pair-Mädchen. Stephanie hat sich große Mühe gegeben, uns die schönsten und kinderfreundlichsten Fleckchen ihres viel gerühmten Wohnorts zu zeigen.  

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Norden, Süden oder Westen – wohin soll’s gehen? Ihr entscheidet!

Was passiert eigentlich hier auf family4travel, wenn die (mittlerweile schon nicht mehr ganz so) aktuelle Berichterstattung aus Großbritannien durch ist?

Die Heim-Reisen aus unserer direkten Umgebung bleiben auf alle Fälle, und auch für den Dienstag in Deutschland geht mir das Pulver noch nicht aus. Und solange Ninja samstags zum Kaffee lädt und Katja zum Blick in den Himmel, brauche ich mir um die Wochenenden auch keine Sorgen machen. Das Schöne an genau diesem Blog ist aber (hab ich gehört…), dass es nicht nur praxisnahe Tipps zum Nachmachen gibt, sondern dass man als Leser das Gefühl bekommt, selbst mitreisen zu dürfen und hautnah dabei zu sein. Im Sommer gehen wir auch wieder auf Tour und nehmen euch mit! Aber was ist bis dahin? Drei Mal die Woche Ebbe im Blog?

Nix da. Die Texte meiner Reisetagebücher aus den Jahren 2007 bis 2010 liegen ungenutzt auf Halde – das schreit nach einem Upcycling-Projekt. Time-traveling in die jüngere Vergangenheit, als wir noch mit Buggy, Hochstuhl und Reisebettchen im Gepäck verreisten. Ich selber lese zumindest gerne solche ollen Kamellen aus dem analogen Zeitalter, wie Frau Hibbel sie beispielsweise kürzlich hier veröffentlicht hat. Und bei Retro Travels beruht das ganze Blog auf dem Konzept, eine Jahre zurückliegende Neuseelandreise mit Kleinkind Revue passieren zu lassen. Damit es bei mir nicht auf halbherziges Aufwärmen alter Geschichten hinausläuft, recherchiere ich Preise und Öffnungszeiten der beschriebenen Sehenswürdigkeiten aktuell dazu.

Aber wohin soll’s denn gehen? Vier Möglichkeiten stehen zur Auswahl, vier Dokumentationen von vier wundervollen, großartigen Reisen. Mir ist es gleich, ich erzähle jede dieser Geschichten gern. Ihr dürft es euch aussuchen!

2007 erkundeten wir verwunschene kleine Dörfer im Exmoor... (We explored enchanted little villages.)
2007 erkundeten wir verwunschene kleine Dörfer im Exmoor… (We explored enchanted little villages.)

Reise Nummer 1 der family4travel ging im Jahr 2007 nach England. Gut, da kommen wir jetzt gerade her, blogtechnisch. Aber auch damals war es schön dort, und die Insel mit einem sieben Monate alten Krabbelkind zu bereisen, war ein ganz besonderes Abenteuer. „Das könnt ihr doch nicht machen, die kleinen Kinder so durch die Weltgeschichte schleppen!“ – solcherlei Vorwürfe kriegten wir damals noch von mehr als einer Seite zu hören. Entsprechend vorsichtig waren wir mit den Ortswechseln. Einen ersten Zwischenstopp legten wir im belgischen Maldegem ein, bevor wir auf die Insel übersetzten. Für fünf Tage blieben wir dann in Kent, amüsierten uns beim Hopfen-Festival im Freilichtmuseum und auf sämtlichen babytauglichen Spielplätzen von Rochester und Umgebung. Dann zogen wir um in eine der großartigsten Jugendherbergen Englands und verbrachten eine Woche im Exmoor.

... verbrachten eine Woche in einer großartigen Jugendherberge... (spent a week in a lovely youth hostel)
… verbrachten eine Woche in einer großartigen Jugendherberge… (spent a week in a lovely youth hostel)

Wir unternahmen Wanderungen mit schwerem (aber überraschend zufriedenen) Gepäck im Tragetuch, erkundeten gemütliche kleine Städtchen und fuhren Dampfeisenbahn mit unserem kleinen Zug-Enthusiasten. Auf dem Heimweg legten wir noch einen Übernachtungsstopp bei Brighton ein und machten schließlich die Bekanntschaft eines außerordentlichen Herbergsprojekts in Zoersel, Belgien.

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… und unternahmen Moor-Wanderungen mit zufriedenem Gepäck im Tragetuch. (And we went on hikes carrying happy luggage.)

 

 

Reise Nummer 2 führte uns 2008 das bisher einzige Mal Richtung Süden. Mit Zwischenstopp in Nürnberg, im österreichischen Steinach und mit Abstecher nach Innsbruck erreichten wir schließlich unser Ziel: eine Ferienwohnung in der Toskana, in der wir eine extrem heiße Woche verbrachten.

In Italien 2008 genossen wir einigen Luxus in unserer Toskana-Ferienwohnung... (In Tuscany we enjoyed a nice apartment including a pool...)
In Italien 2008 genossen wir einigen Luxus in unserer Toskana-Ferienwohnung… (In Tuscany we enjoyed a nice apartment including a pool…)

Wenn wir nicht damit beschäftigt waren, unseren Windelgänger aus dem Pool zu fischen oder Mutantenmückenstiche zu versorgen, erkundeten wir all die Stätten italienischer Hochkultur:

... außerdem das wunderschöne Florenz... (breathtaking view of Florence with ponte vecchio)
… außerdem das wunderschöne Florenz… (breathtaking view of Florence with ponte vecchio)

Florenz mit seinem atemberaubenden Dom und der komplett überbauten Brücke Ponte Vecchio, Lucca mit ihrem leicht morbiden Charme und den gehirnerschütternd harten Erdböden unter Spielplatzschaukeln, das gar nicht mal sooo überlaufene Pisa mit dem Schiefen Turm und das kleine Städtchen Vinci, Geburtsort des großen Leonardo. Nach einem Halt in Genua machten wir auf dem Heimweg in Liechtenstein Station, welches uns als exzellenter Urlaubsort für Familien überraschte.

... und den Schiefen Turm von Pisa. (...and the Leaning Tower of Pisa).
… und den Schiefen Turm von Pisa. (…and the Leaning Tower of Pisa).

 

Reise Nummer 3 ging nach Skandinavien, und obwohl der Sommer im Jahr 2009 diese Bezeichnung selbst für dortige Verhältnisse kaum verdiente, hatten wir vier eine grandiose Zeit! Zum ersten Mal als echte Couchsurfer unterwegs, trafen wir eine Familie in einem Gemeinschafts-Wohnprojekt in Dänemark, machten den Jungs mit einem Tag im Legoland eine riesige Freude und besuchten in Blokhus für mich einen Ort voller Kindheitserinnerungen.

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Kindheitserinnerung in dänischen Dünen. (Childhood memories in the Danish dunes.)

Mit der Fähre fuhren wir nach Kristiansand und tourten Norwegens Süden bis hoch nach Bergen in mehren Stationen. Die Fjorde, das fjell und die Wasserfälle beeindruckten uns alle nachhaltig, ebenso die herzlichen Begegnungen mit den Menschen.

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Traditionelles Haus in Norwegen. (Traditional house in a Norwegian open air museum.)

Über Lillehammer und Oslo reisten wir südwärts nach Schweden, erlebten dort ebenfalls tolle Couchsurfer und machten Bekanntschaft mit dem schwedischen Krankenhauswesen (Gehirnerschütterung die Zweite).

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Bergen, die regenreichste Stadt Europas – so, wie man sie erwartet. (Europe’s rainiest city exactly the way you’d expect it.)

 

 

Reise Nummer 4 schließlich führte uns Richtung Westen: Mit Halt in Rouen genossen wir ein paar Tage die Bretagne mit ihren prähistorischen Sehenswürdigkeiten, bevor wir mit der Fähre nach Irland übersetzten.

Die mysteriösen Steinreihen von Carnac... (The mysterious alignments of Carnac.)
Die mysteriösen Steinreihen von Carnac… (The mysterious alignments of Carnac.)

Auch dieser Urlaub war großartig und wunderschön, allerdings zwischenzeitlich geprägt durch die Windpocken, die wir versehentlich ins europäische Ausland exportierten.

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Das steinzeitliche Dolmengrab von Poulnabrone. (The famous dolmen of Poulnabrone.)

Nichtsdestotrotz erkundeten wir auf unserer gründlichen Rundreise Steinkreise, Hügelgräber und frühchristliche Klosterruinen auf der grünen Insel, legten uns in Connemara mit Franzosen an, heuerten beim Straßenbau an (Silas) und genossen dank der unfassbaren irischen Gastfreundschaft in Belfast drei Tage lang unser „eigenes“ Mini-Haus.

Wir haben viele unglaublich freundliche Iren getroffen. (People are so friendly in Ireland! When Silas was looking for work, he was immediately hired.)
Wir haben viele unglaublich freundliche Iren getroffen. (People are so friendly in Ireland! When Silas was looking for work, he was immediately hired.)

Zurück ging es wieder mit der Fähre mit Kurzaufenthalt bei einer großartigen Couchsurfing-Familie in Lille und Stippvisite in Brügge.

 

Ich hab mir die vier Fotobücher hergekramt und schwelge selig in Erinnerungen, während ich diesen Beitrag tippe. Jede einzelne dieser vier Reisen war eine wunderbare Erfahrung für uns als Familie. Ich kann gar nicht sagen, welche mir am besten gefallen hat. Deshalb müsst wirklich ihr die Entscheidung treffen, wovon ich künftig an drei Tagen in der Woche auf family4travel berichten soll.

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(F)AQ: Wie könnt ihr euch so viel Urlaub leisten?

Weiter geht es mit der Sonntags-Reihe der (not really) Frequently Asked Questions.

Heute:

Wie könnt ihr euch so viel Urlaub leisten?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir für unsere fünf bis sechs Wochen Reisezeit, verteilt übers ganze Jahr, nicht viel mehr bezahlen als andere Familien für ihre ein bis zwei Wochen Sommerurlaub. Wir übernachten ja günstig als Couchsurfer oder in Jugendherbergen, verpflegen uns selbst, und wenn wir mal Essen gehen, dann lieber nur für Kaffee und Kuchen. Generelle Sparmaßnahmen hab ich hier mal beschrieben. Trotzdem investieren wir natürlich einen guten Teil unseres frei verfügbaren Familieneinkommens in unser gemeinsames Hobby. Dafür knausern wir bei anderen Luxus-Ausgaben und sind zum Beispiel sehr sparsam auf dem Feld des Klamotten-Shoppings, geben wenig Geld für Tinnef aus und haben keine teuren Hobbys (außer eben das Reisen).

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„Wie machst du das eigentlich mit deinem Blog?“ werde ich immer wieder gefragt. Hauptsächlich von Freunden und Bekannten, die ich moralisch zwangsverpflichtet habe, ihn sich mal anzuschauen, und die dann eher die technische Seite interessiert. Da ich mir vor allem als Blogger-Newbie oft dieselbe Frage gestellt habe, wenn ich die Blogs von anderen betrachtete, und weil ich mir gerne durchsichtigste Wahrheit auf die Fahnen schreibe, plaudere ich an dieser Stelle einfach mal ein bisschen aus dem Nähkästchen. Ich beantworte alle Fragen, die mir, von welcher Seite auch immer, in den letzten Wochen tatsächlich gestellt wurden. Mein persönliches FAQ sozusagen (wobei wir das F für frequently nur aus Eitelkeitsgründen beibehalten, wie ich anmerken muss, wenn ich schon durchsichtigste Wahrheit anpreise :) ).

Du hast auch noch eine Frage? Immer raus damit! Als Kommentar oder per Mail, egal. An den kommenden Sonntagen werde ich immer eine davon beantworten.

Nett zum Dranlangfahren, aber zum Urlaubmachen? (am Loch Lomond, Schottland)

Erst jetzt fühlen wir uns, als wären wir „richtig“ in Schottland angekommen. Während es in New Lanark und auch Edinburgh einfach nur schön war, sieht das Land jetzt zunehmend „schottisch“ aus.

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Fünf am Fünften: Unsere 5 besten Tipps für lange Autofahrten mit Kindern

Jedes Jahr unternehmen wir mit den Kindern eine Rundreise mit dem Auto, seit Janis drei Jahre und Silas neun Monate alt waren. Etwa alle zwei Tage wechseln wir unser Quartier. Im Großbritannien-Urlaub haben wir in gut drei Wochen 4800 Kilometer zurückgelegt, sehr viel weniger war das auch in den Jahren davor nicht. Das ist kein Pappenstiel und bedeutet einiges an Fahrzeit. Trotzdem ist der Auto-Koller bei den Jungs der absolute Ausnahme-Zustand, und fast immer steigen sie freudig ein, um neuen Abenteuern entgegenzubrausen. Hier sind unsere Top 5 Tipps für entspanntes Autofahren in Familie.  

The kids are happy to be on the road again as we pass the first cliché greenhouses of the Netherlands.
The kids are happy to be on the road again as we pass the first cliché greenhouses of the Netherlands.
  1. Keine langen Autofahrten unternehmen. Möööp, super Tipp, wenn das Ferienziel nun aber weit entfernt ist. Gut, formulieren wir es anders: Lange Autofahrten regelmäßig unterbrechen. Spätestens nach vier Stunden sind unsere Fahrten zu Ende. Heißt: Wir machen keine kurze oder auch längere Rast, sondern verbuchen den Aufenthalt zumindest psychologisch unter: „Sie haben Ihr Ziel erreicht.“ Von vornherein suchen wir uns eine Sehenswürdigkeit oder eine Stadt aus (oder kündigen zumindest an, dass wir irgendwohin in die Yorkshire Dales fahren). Wenn möglich, planen wir unsere Strecken so, dass wir gar nicht länger als vier Stunden pro Tag im Auto sitzen müssen. Haben wir uns aus irgendeinem Grund doch für eine längere Strecke entschieden, kann es auch ein Vormittags- und ein Nachmittags-Ziel geben, und zur Not müssen wir dann abends bis zu unserem Übernachtungsort noch mal ein bisschen fahren. Der stressige Fahr-Tag mit Mammut-Sitz-Sessions entfällt. Und spannende Dinge links und rechts des Weges, bei denen es anzuhalten lohnt, gibt es überall mehr als genug!
  2. Kein Zucker auf dem Rücksitz. Ich glaube, ernährungswissenschaftlich ist es immer noch ein bisschen umstritten, ob ADHS-Symptome und raffinierter Zucker nun kausal zusammenhängen oder nicht. Aus meiner ganz unwissenschaftlichen Müttererfahrung im Umgang mit Nicht-ADHS-Trägern kann ich jedenfalls beisteuern: Ich kenne mehr als ein Kind, das nach dem Genuss selbst geringer Mengen Süßigkeiten freidreht. Bei Janis ist das extrem. Bei Silas macht es sich nicht ganz so sehr bemerkbar, aber auch der braucht oft nach einer Portion Zuckerzeug dringend Auslauf. In so einem Zustand im Auto stillsitzen zu müssen, wäre für alle Beteiligten eine Tortur. Kinder auf langen Autofahrten mit Gummibärchen und Konsorten bei Laune halten zu wollen, halte ich deshalb für äußerst kontraproduktiv (ganz Ähnliches gilt ernährungsphysiologisch übrigens für Weißmehl, also auch helle Brötchen, Laugenstangen etc.). Deshalb gibt’s bei uns grundsätzlich nichts Süßes im Auto. Trotzdem bin ich für:
  3. Autarke Selbstversorgung der Kinder. Autofahrten dürfen ruhig bequem sein. Zu Schulzeiten wird zwar auch bei uns im Auto nicht gegessen, aber auf Reisen machen wir da rituell eine Ausnahme. Jedes Kind wird schon vor Fahrtantritt versorgt mit Trinkflasche und Brotdose und kann sich während der Reise nach Belieben bedienen. Missgeschicke sind nicht so schlimm, denn in der Flasche ist nur Leitungswasser (unser Standard-Getränk nicht nur auf Reisen). Das trocknet geruchs- und fleckenlos. Da wir die richtigen Mahlzeiten gern als Familienpicknick zelebrieren, gibt’s in der Brotdose nur Kleinigkeiten wie Äpfel und Nüsse. Zum vollkommenen Wohlfühl-Set gehören noch ein Feuchttuch gegen klebrige Finger, ein kleines Kissen und die Sonnenbrille. Umfasst die Strecke Autobahnen oder ähnlich gerade Straßen, darf in den Taschen hinter den Vordersitzen auch eine kleine Bibliothek bestückt werden. Wenn nicht, dann lieber nicht, und in jedem Fall gehört auch eins von diesen praktischen Ein-Kilo-Joghurteimerchen in Reichweite zur Grundausstattung. Auch dieser Gebrauchsgegenstand wird bei Bedarf mittlerweile völlig autark verwendet („Papa, du musst mal anhalten!“ – „Wieso?“ – „Das Eimerchen ist voll.“ – „Oh.“).

    Well equipped on the backseat: to stock the kids with all things neccessary is one of our 5 tips for traveling by car with kids. (Let me know if you want the full translation. I'll do it on demand. ;) )
    Well equipped on the backseat: to stock the kids with all things neccessary is one of our 5 tips for traveling by car with kids. (Let me know if you want the full translation. I’ll do it on demand. ;) )
  4. Fahrzeit als Familienzeit nutzen. Wann sonst hat man so viel Zeit, um endlich einmal über all das zu reden, für das im Alltag kein Raum bleibt? Wir führen lange Gespräche über Gott und die Welt. Vor allem Reflexionen über unsere Erlebnisse bieten sich an: „Was hat euch heute am besten gefallen?“, „Woran hat euch das Gesehene erinnert, wo haben wir schon einmal etwas ganz Ähnliches erlebt?“, „Was war gut/schlecht/merkwürdig/anders als zu Hause bei unseren Couchsurfern oder in der Jugendherberge?“ Ich breite bei diesen Gelegenheiten auch gerne die geschichtlichen Zusammenhänge vor meinen Kindern aus, und glücklicherweise hören sie mir dabei sogar gerne zu. Der Papa steuert die technischen Details bei und beantwortet naturwissenschaftliche Fragen (O-Ton Silas: „So, Papa, jetzt hast du endlich einmal Zeit, mir zu erklären, woher die Schwarzen Löcher kommen!“).
  5. Hörbücher hören! Spätestens wenn wir uns den Mund fusselig geredet haben oder wenn ein bisschen Entspannung angesagt ist, schalten wir den CD-Player ein. Uns vorher in der Bücherei mit der entsprechenden Lektüre zu versorgen, ist schon zu einem geliebten Ritual geworden. Es gibt viele, viele Kinderbücher, die die ganze Familie sich mit Freuden anhören kann. Astrid Lindgren zum Beispiel, na, die ganzen Klassiker halt. Aber auch viel Neues. Unsere aktuelle Entdeckung: „Die Legende der Wächter“ von Kathryn Lasky. Eine sehr schöne Liste hat Gabi von den 5 Reicherts hier  zusammengestellt, die das ähnlich handhabt wie wir.

Und zum Schluss noch mal ein kleiner Bericht von der Probe aufs Exempel. Vorletztes Wochenende fuhren wir mal wieder an die Ostsee. Als Abstecher – gemäß Tipp 1 – haben wir einen Aufenthalt in Lübeck geplant (das übrigens wunderschön und jede Pause wert ist). Da ich zu diesem Zeitpunkt innerlich schon meine Tipps zusammenstellte, fragte ich die Jungs – gemäß Tipp 4: „Was haltet ihr eigentlich von solchen langen Autofahrten? Findet ihr die blöd?“ Da waren wir ungefähr eine gute Stunde unterwegs und gerade mit der ersten Runde Hörbuch durch. „“, sagten beide Kinder wie aus einem Mund. „Können wir jetzt weiterhören?“ fragte Silas. „Erzählt mir doch bitte erstmal, warum ihr Autofahrten mögt!“ bat ich. Silas verdrehte die Augen. Janis sagte: „Mögen ist vielleicht übertrieben. Aber ich hab nichts gegen sie. Vor allem nicht, wenn wir neue Hörbücher haben. Und auch wenn nicht, kann man ja auch immer aus dem Fenster gucken und sieht was Neues, über das man sich unterhalten kann.“

Eine weitere Stunde später war das Hörbuch durch, und Silas sagte: „Mama… Vorhin, als ich sagte, Autofahrten würden mir nichts ausmachen – da habe ich mich geirrt.“ Zum Glück kam in dem Moment schon das Schild für die Lübeck-Ausfahrt in Sicht. :)

PS: Mehr gute Tipps für das Reisen mit Kindern im Allgemeinen hat Oliver Zwahlen vom Weltreisemagazin zusammengestellt und dafür bloggende Familien befragt. Wir sind auch dabei!

Urlaub vom Urlaub und deutsche Sauberkeit (in Surrey, England)

Heute legen wir zur Abwechslung mal einen ruhigen Tag ein. Wir haben ausgeschlafen (was bei Janis bedeutet, dass er bis sieben Uhr im Bett blieb, bis er mich so weit hatte, dass ich mit ihm aufstand). Während ich duschte, das Frühstück vorbereitete und mir aus den bereitliegenden Prospekten einiges Wissen über unseren derzeitigen Urlaubsort anlas, widmete Janis sich seinem Reisetagebuch: „Wir wahren in London und sind mit der Undergrund gefaren und haben auch bik-Ben gesehen.“ Martin und Silas waren dann auch irgendwann auf, und wir frühstückten im hübschen Garten hinter dem Hostel.

Breakfast in the garden behind the cozy cottage of Tanner's Hatch. Is this idyllic or what?
Breakfast in the garden behind the cozy cottage of Tanner’s Hatch. Is this idyllic or what?

Wir waren die einzigen Gäste, aber als wir gerade zusammenräumten, rückte die ehrenamtliche Putzkolonne an. Hostels wie dieses halten sich offenbar nur noch mit einer Menge Freiwilligenarbeit über Wasser. Eigentlich besagt die Hausordnung, dass Gäste sich zwischen 10 und 17 Uhr nicht in den Räumen der Jugendherberge aufhalten sollen. Zum Glück nimmt das hier niemand so recht ernst. Im Gegenteil: Als wir um zehn vor zehn eilig zusammenpackten, um den Reinigungskräften nicht unter den Füßen zu stehen, gaben sich diese alle Mühe, uns sofort in ein  Gespräch zu verwickeln. Ich hab den Abwasch mittlerweile erledigt, mit netter Unterhaltung, versteht sich. Während ich jetzt draußen auf einer Bank sitze und schreibe, hat sich Martin im Schlafsaal oben immer noch mit einer Ehrenamtlichen verquatscht. Da sich für heute Abend auch weibliche Gäste angekündigt haben, müssen er und die Jungs nämlich in den Herrenschlafsaal umziehen. Das ist auch der einzige Minuspunkt dieser Jugendherberge, dass es keine Familienzimmer gibt. Margaret, die während meines Abwaschens die Küche wienerte, erzählte, dass englische Familien im Sommer deshalb oft auf der Wiese am Lagerfeuerplatz zelten. Das kostet weniger, die Waschräume sind eh im Schafstall, und die ganze Bagage hat einen „Raum“ für sich.

Um die Ecke höre ich die Jungs. In der Krimskramskiste neben dem Kamin im Wohnzimmer haben sie Baseballschläger gefunden, die sie jetzt benutzen, um Königreiche zu erobern.

A bit like it's fallen out of time: the hostel's kitchen.
A bit like it’s fallen out of time: the hostel’s kitchen.

Die Haustür steht offen, und eben höre ich, wie Margret zu Andrew dem Manager sagt: „Ich wünschte bloß, wir hätten öfter deutsche oder niederländische Gäste. Es gibt kaum etwas zu tun heute.“ Das Klischee von der deutschen Sauberkeit ist tatsächlich eines, das uns immer wieder als wahr bescheinigt wird (und das, obwohl meine nähere Verwandtschaft sicherlich bezweifeln würde, dass ausgerechnet ich den Ruf der Deutschen bezüglich Sauberkeit und Ordnung hochhalten kann).

Diesen Eintrag meines Reisetagebuchs habe ich am 13. August 2013 verfasst. Mehr England-Reiseberichte aus jenem Familienurlaub inklusive Karte gibt es in unserem England-Inhaltsverzeichnis.