Bei Urmel aus dem Eis – mit Verlosung! (in Bielefeld, Deutschland)

Heute gibt’s sogar mal was zu gewinnen! Aufgabe für alle Habenwoller: Durchlesen, dranbleiben, Instruktionen befolgen! ;)

„Können wir nicht mal wieder ins Theater?“ hat Silas schon vor einer ganzen Weile gefragt. Nachdem unser erster Versuch leider nicht von Erfolg gekrönt war, haben wir ihm diesen Wunsch nun erfüllt. Am vergangenen Samstag ging es zu „Urmel aus dem Eis“ ins Theater Bielefeld.

There's an Urmel hatching from the egg out of the ice!
There’s an Urmel hatching from the egg out of the ice!

Nach 45 Minuten Autofahrt sticht die Jungs der Hafer, als wir den hübschen Jugendstil-Bau betreten. „Hier sieht’s aber schick aus“, merkt Silas an und lässt sich schwungvoll auf den nächstbesten Polsterstuhl vor der Garderobe fallen. Janis hampelt auf den Stufen zum Saal herum und lässt das Absperrseil scheppernd zu Boden fallen, das eine knappe halbe Stunde vor Aufführungsbeginn noch den Zugang verwehrt. Vorbestellte Karten müssen 30 Minuten vorher abgeholt werden, und so bleibt noch ziemlich viel Zeit, in der wir die Jungs vom Randalieren abhalten müssen. Wir füllen sie mit einem Crash-Kurs zum Thema „Wie verhalte ich mich in einem Theater?“ Mit Blick auf das Seil, das inzwischen wieder ordnungsgemäß an seinem Platz hängt, schlägt Silas vor: „Nichts kaputtmachen?“ Ein guter Anfang. „Leise sein, Sitzen bleiben, nur klatschen, wenn alle anderen klatschen“, betet sein großer Bruder herunter.

Excited boys waiting for the play to begin.
Excited boys waiting for the play to begin.

Als wir uns etwas später in die wunderbar plüschigen roten Sitze kuscheln, klappt das hervorragend. Jedenfalls ab dem Zeitpunkt, an dem Silas feststellt, dass er trotz seiner geringen Körpergröße das Geschehen auf der Bühne sehen kann, und zu motzen aufhört. Fürs nächste Mal aber merken wir uns: Sitzerhöhung aus dem Auto mitbringen! Spätestens wenn in der Reihe davor ein großer Papa sitzt, ist die Sicht für kleinere Kinder doch arg eingeschränkt.

Alle Bedenken aber sind augenblicklich vergessen, als Professor Dr. Habakuk Tibatonk auf der Vorbühne erscheint und seinen, äh… Dings…, seinen Vortrag hält. Schon sein Hawaiihemd und die Shorts unterm Wissenschaftlerkittel reichen, um zahlreiches Gnickern im Zuschauerraum hervorzurufen. „Die Frisur!“ prustet Janis. Ja, die auch.

Als sich der Vorhang schließlich hebt und die Insel Titiwu in ihrer ganzen Pracht vor uns liegt, sind auch wir Großen beeindruckt. Das Bühnenbild ist fantastisch gelungen! Und so geht es weiter. Wutz, Ping Pinguin und alle anderen sehen klasse aus, und so spielen sie auch. Den Damen und Herren in den Kostümen merkt man die Freude an ihrem Job deutlich an. Meine Hochachtung gilt vor allem Dominik Breuer, der als Wawa Waran zuverlässig von „Wischensaftlern“ und „Musselschuppe“ redet, seinen Sprachfehler als Dr. Zwengelmann zwischendurch aber tatsächlich komplett ablegt. Auch als Ping Pinguin würde ich mich wohl nach jeder Vorstellung tagelang in der Mupfel verpftecken müssen, damit die Leute nicht über meinen Pfrachfehler pfimpfen…

Urmel rocks.
Urmel rocks.

In der Pause steigen wir auf die Empore über der Bar und sehen uns die anderen Theatergänger an. Es gibt Kinder aller Altersstufen. Urmel ist ab vier Jahren empfohlen, und entsprechend sind viele Kindergartenkinder anwesend. Meine Jungs amüsieren sich über die teilweise prächtig herausgeputzten Mädchen, die ihre Rüschenkleidchen Spazieren tragen. Ich versuche den beiden zu vermitteln, dass manche Leute sich gerne mal schick machen. „Aber wieso ausgerechnet hier? Im Theater ist es doch dunkel.“ Janis, der bei Schulveranstaltungen selbst schon einige Male auf der Bühne gestanden hat, zeigt wenig Verständnis: „Urmel kann überhaupt nicht sehen, was die anhaben!“

„Wann geht’s endlich weiter?“ fragt Silas ungeduldig. Beide sind gespannt, wie das quietschig-naive grüne Urzeittier dem Ex-König auf Großwildjagd entkommen will. Zwar kennen wir Buch und Film, doch die Inszenierung von Andreas Kloos liefert immer wieder kleine Überraschungen und jede Menge Extra-Lacher. Auch für Erwachsene sind etliche versteckte Pointen dabei, die die Kinder nicht stören und bei wissenden Mamas und Papas für Erheiterung sorgen – Referenzen an Monkey Island, den Herrn der Ringe und Louis de Funès beispielsweise. Dazu gibt es immer wieder Gesangseinlagen – mit eingängigen Melodien, aber ohne allzu üblen Ohrwurm-Charakter.

Urmel has gone missing, but the rescue team is on its way.
Urmel has gone missing, but the rescue team is on its way.

Im zweiten Teil wird es ein klein bisschen gruselig. Selbst mein ausgewiesener Muffenpaul, der sich aus diesem Grund um manche Benjamin-Blümchen-Kassette drückt, kommt aber gut damit klar. Und jetzt geht es ja auch in Riesenschritten dem Happy End entgegen: Urmel wird befreit, König Futsch schwört der Großwildjägerei ab, alle tanzen den Urmel-Dance. Fertig. „Schade“, sagt Silas, während das gesammelte Publikum frenetisch Beifall klatscht. „Können wir bald mal wieder ins Theater?“

Fazit: Mit Kindern ins Theater? Unbedingt! Auch mit Jungs, die sich nicht aufbrezeln mögen. Erstrecht, wenn das Stück so rundum klasse ist wie „Urmel aus dem Eis“ am Theater Bielefeld.

Bis Anfang Januar schlüpft Urmel noch etliche Male. Wer dabei sein möchte, sollte sich beeilen, denn vor allem die Nachmittagsvorstellungen sind schon gut ausgebucht.

Want to win this CD with all the music from the play? Just leave a comment and you're in the drawing!
Want to win this CD with all the music from the play? Just leave a comment and you’re in the drawing!

Wer keine Karten mehr ergattern kann oder für wen Bielefeld einfach zu weit weg ist, hat trotzdem eine Chance, wenigstens musikalisch in den Genuss von Urmel und seinen Freunden zu kommen. Family4travel verlost ein Exemplar der CD „Guten Morgen, Titiwu!“, die alle Lieder aus dem Theaterstück enthält. Hinterlasst einfach einen Kommentar im Blog oder auf der facebook-Seite von family4travel und sagt Bescheid, dass ihr die CD gebrauchen könnt! Nächsten Freitag (13.12.) verdonnere ich eine meiner Glücksfeen zur Ziehung, damit die CD im Bedarfsfall auch rechtzeitig als Weihnachtsgeschenk unterm Tannenbaum liegt.

 

Ich bedanke mich beim Theater Bielefeld für die Unterstützung. Die betraf nur Eintrittspreis, Bühnenfotos und CD, meine Meinung habe ich mir ganz alleine gebildet (die Jungs sowieso). ;)
Der Gewinner der Verlosung wird im Blog bekannt gegeben und per E-Mail/facebook-Nachricht informiert. Eine weitere Verwendung der Adressen erfolgt nicht, ebenso wenig gebe ich die an Dritte weiter.

6 Gedanken zu „Bei Urmel aus dem Eis – mit Verlosung! (in Bielefeld, Deutschland)“

    1. Oder den direkten Vergleich der beiden Inszenierungen wagen, das wäre sicher auch spannend! ;) Bist du bei der Verlosung dabei, oder ist dein Geflügel schon zu alt für Titiwu?

  1. Es ist wohl eine Kultursache, das mit Klamotten im Theater. Hier wird so manche Familie schief beäugt, wenn der Sohnemann im Theater keine Krawatte trägt. Raul war gestern direkt nach Unterricht mit seiner Schulklasse im Theater, er hat eine einfarbige Jeans, ein Anzughemd und eine einfarbige Pulli getragen. Feiner passt es in der Schule nicht und gelassener passt wiederum nicht ins Theater. Als wir zum ersten Mal mit den Jungs ins Theater gegangen sind, waren sie gerade 7, 5 und 3 Jahre alt – Mary Poppins in voller Länge haben sie nicht ohne etwas Lärm ausgehalten, aber da sie alle richtig schick in weiss und schwarz gekleidet waren, haben die anderen Besucher es uns verziehen.

    1. Hier werden nur Kinder schief beäugt, die eine Kravatte tragen. ;) Die wird höchstens zu hohen Familienfesten angeschafft. Ich glaube aber, das hat sich hier auch erst in den letzten paar Jahrzehnten geändert. Auch in den Abendvorstellungen in der Oper z.B. ist die Bandbreite enorm, was den Kleidungsstil angeht. Da sitzt mein Vater in Jeans und T-Shirt neben Damen und Herren, die fein genug für den Wiener Opernball gekleidet wären. Ich persönlich finde es immer witzig, mir die anderen Menschen und ihre Kleidung anzugucken. Ich denke, ich selbst biete so viel Gesprächsstoff und Möglichkeiten zur Missbilligung für andere Leute, dass ich mir meinerseits den Spaß ruhig gönnen darf. :) (Und für abendliches Theater mach ich mich übrigens auch gerne schick.)

  2. Mal sehen, ob mein Soehnchen zum Theaterliebhaber wird. Wir gehen naechstes Wochenende zu „Puss in boots“. Gerne nehm ich an der Verlosung teil. Fuer die Weihnachtspost habe ich dieses Jahr auch eine deutsche Adresse. ;-) Lieben Gruss, Peggy

    1. Och, ich verschick auch ins Ausland. Ich hab das durchkalkuliert, und da solche Verlosungen sicher nicht zur Gewohnheit werden, ist das im diesjährigen Budget durchaus noch drin. ;)
      Viel Spaß beim Gestiefelten Kater!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.