lissabon mit Kindern Warnung

Lissabon: 5 kleine Warnungen für den Familien-Städtetrip

Lissabon ist eine ganz wunderbare Stadt und eine Erkundung auf jeden Fall wert, auch wenn man Kinder im Schlepptau hat. Das Flair der portugiesischen Hauptstadt hat uns unheimlich gefallen, und nicht nur wegen der Pasteis de Nata, der leckeren Puddingtörtchen, hat Janis Lissabon im Nachhinein zu seiner Lieblingsstadt erklärt (wenn es je nach Tagesform bei ihm auch andere Anwärter auf diesen Titel gibt).

Jedenfalls, um Missverständnissen vorzubeugen: Lissabon ist super! Fahrt da auf jeden Fall hin, ich bin mir sicher, dass ihr es nicht bereuen werdet.

Pastel de Nata, Lissabon, Portugal
Wer will, findet immer ein Haar in der Suppe. Oder eine Pastel de Nata, die ein bisschen zu viel Hitze abgekriegt hat.

Beim Durchsehen meiner Notizen von unterwegs bin aber ich auf ein paar verärgerte Einträge gestoßen, die ich schon wieder ganz verdrängt hatte – die jedoch anderen Reisenden durchaus helfen könnten, wenn man vorher Bescheid weiß.

Der ÖPNV von Lissabon

Unsere Ferienwohnung befindet sich an der ehemaligen Stierkampfarena Campo Pequeno. Das ist nicht im Zentrum, aber es ist jetzt auch nicht völlig ab vom Schuss. Trotzdem brauchen wir sowohl Metro als auch Zug, um ins Stadtzentrum zu gelangen (dachten wir). Die Tickets für beide Verkehrsmittel sind nicht kompatibel, so dass wir zwei Mal anstehen müssen. Erst am zweiten Tag finden wir heraus, dass wir doch mit der Metro durchfahren können – das hat uns am Schalter niemand gesagt. Bis wir dran sind, müssen wir lange anstehen. Die Automaten kann man nur mit vorher am Schalter erworbenen Wertkarten nutzen. Immerhin: Die meisten Menschen hinterm Ticketschalter sprechen Englisch (keine Selbstverständlichkeit in Portugal).

Ascensor da Gloria, Lissabon, Portugal
Die alten Straßenbahnen und die Steilaufzüge sind beliebte Touristenattraktionen in Lissabon – aber so ganz lupenrein hübsch sind auch nicht alle, und überfüllt sind sie sowieso (hier der Ascensor da Gloria).

Die Burg von Lissabon

Auf dem Hügel und fußläufig von der Innenstadt aus zu erreichen befindet sich die Burg von Lissabon, das Castelo de Sao Jorge. Wir haben auf dem Absatz kehrt gemacht, als wir die lange Schlange davor und die Tafel mit dem Eintrittspreis gesehen haben (8,50 Euro für Erwachsene, Kinder bis zehn Jahre immerhin frei). Stattdessen sind wir lieber durch die Seitenstraßen auf dem Burghügel geschlendert.

Öffentliche Toilette an der Burg in Lissabon, Portugal
Und dabei finden wir auch diese Absonderlichkeit. Wer will, kann hier kostenlos gegen altes Gemäuer pinkeln. Yay.

Restaurant-Nepp in Lissabon

Wir gehen nicht oft Essen, und so fehlt es uns dann an Erfahrung, wenn wir es uns ab und an doch gönnen. Am Fuße des Burghügels, kurz hinter der Kathedrale, haben wir uns ein hübsches kleines Restaurant ausgesucht und hervorragend gegessen. Aber: Eine Art Coperto in Form einer Vorspeise, die man nicht abbestellen kann, scheint üblich zu sein. Der „Gruß aus der Küche“ war nicht schlecht, schlug aber mit 10 Euro zu Buche, die wir eigentlich nicht ausgeben wollten. Außerdem hatten wir zwei Getränke auf der Rechnung, die wir weder bestellt noch getrunken hatten. Die wurden sofort storniert, nachdem wir den Fehler freundlich angesprochen hatten. Aber man kann es ja erst mal probieren mit den doofen Touristen… Das ist der Grund, warum wir die Hot Spots rund um die Sehenswürdigkeiten normalerweise meiden, egal in welcher Stadt und in welchem Land.

Restaurant und Elevador Santa Justa, Lissabon, Portugal
Von „unserem“ Restaurant habe ich gar kein Foto gemacht, das hier war es nicht. Im Hintergrund ist der Elevador de Santa Justa zu sehen, ein Aufzug aus dem Jahr 1902 und eine der Sehenswürdigkeiten von Lissabon.

Kriminalität in Lissabon

Uns ist zum Glück nichts passiert – nicht nur in Lissabon, sondern nirgendwo (abgesehen von der Autoscheibe in Rom). Insofern kann ich gar nicht beurteilen, ob es in Lissabon überhaupt wirklich so schlimm ist, oder ob man dort beim Thema Straßenkriminalität nur besonders empfindlich ist. Wir wurden immer wieder gewarnt, unsere Taschen nicht über die Stuhllehne zu hängen, sondern zwischen unsere Füße zu packen und ein Stuhlbein durch den Schultergurt zu stellen. Ein Kellner (derselbe, der die überzähligen Getränke auf die Rechnung setzte) befestigte meine Kamera überheblich fürsorglich am Terrassengeländer, indem er sie durch die Schlaufe des Tragegurtes zog. An mehreren Stellen weisen Schilder auf Taschendiebe hin. Klar: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Ich persönlich fand Lissabon in dieser Hinsicht ein bisschen paranoid.

Street Art warnt vor Taschendieben in Lissabon, Portugal
Selbst Street Art warnt in Lissabon fürsorglich vor Taschendieben.

Mehr Lissabon mit Kindern

Wie gesagt, davon abgesehen hat Lissabon tausend herrliche Dinge zu bieten. Ein Bummel durch die Innenstadt entlang der wunderschönen Fliesen-Fassaden ist faszinierend und macht auch (unseren) Kindern großen Spaß. Eines Tages werde ich vielleicht dazu kommen, einen positiven, konstruktiven Blogbeitrag über Lissabon mit Kindern zu schreiben, der mit echten Tipps und Empfehlungen aufwartet, die wir selbst getestet haben. Bis dahin schicke ich euch dafür einfach zu meinen Blogger-Kolleginnen:

  • Nadine von Planet Hibbel war 24 Stunden in der portugiesischen Hauptstadt unterwegs, hat tolle Fotos und einen Hoteltipp auf Lager
  • Alexandra von LevatWorld hat Sieben Tipps für Aktivitäten in Lissabon mit Kind
  • Sabine vom Reisespatz war mit Kind und Teeny in Lissabon.
  • Sabine von Kind im Gepäck hat sich die Stadt mit Kleinkind angesehen und besonderes Augenmerk darauf gelegt, wie man mit dem Buggy durch Lissabon kommt.
  • Und Nina von Karl-reist war ebenfalls mit Kleinkind in Lissabon und hat ausführlich darüber berichtet.

Und eine Sache habe ich doch schon selbst hier verblogt:

Hippo Trip: Höllenritt durch Lissabon, zu Wasser und zu Land

9 Gedanken zu „Lissabon: 5 kleine Warnungen für den Familien-Städtetrip“

  1. Zum Thema Kriminalität in Lissabon: Meinem Mann wurde mitten auf einem grossen, fast leeren Platz beinahe die Video-Kamera geklaut. Da ging ein Mann sehr nahe neben ihm her, eine Art Wolldecke über die Schultern geworfen. Darunter hätte er dann die Kamera versteckt, so es ihm denn gelungen wäre, sie aus der Tasche, an der er bereits die Verschlüsse geöffnet hatte, zu ziehen. 🙁
    Ansonsten gibt war ich schon damals am bloggen und habe zu Lissabon zwei Posts verfasst.
    https://flohnmobil.wordpress.com/2011/06/12/perfekt-installiert-und-inszeniert/
    https://flohnmobil.wordpress.com/2011/06/19/in-der-hauptstadt/

    1. Wow, gruselig.
      Ich hatte das nur einmal in Budapest, dass ich vor einem Schaufenster stand und auf einen Mann aufmerksam wurde, der sich links neben mir in meinem Blickfeld irgendwie auffällig verhielt. Während ich den skeptisch ins Visier nahm, merkte ich (fast nicht), dass ein zweiter Mann plötzlich vollkommen unauffällig ganz dicht neben mich getreten war. Ich schätze, dass die zusammengehörten und auch gern einen Stunt gedreht hätten. Aber sicher weiß man das ja immer erst, wenn es zu spät ist. 🙂

  2. Oh, ich würde sehr gerne mal nach Lissabon. Hat leider auch Dein Artikel nichts dran geändert 😛
    Die ständige Warnung vor Taschendieben kenne ich aus Barcelona, und auch da habe ich mein ganzes Gepäck wieder mit nach Hause genommen…. LG Svenja

    1. Dann bin ich ja beruhigt. 🙂
      In Barcelona ist es uns nicht so sehr aufgefallen. Weder das Warnen, noch der Grund. Dort haben wir nur auf einem Parkplatz die Scherben eines Autofensters gesehen. Aber na ja, Kriminalität gibt es natürlich überall, wo es was zu holen gibt…

  3. Hey, vielleicht hast du Lust unseren Artikel in deine Empfehlungen aufzunehmen: http://www.karl-reist.de/fazit-staedtereise-lissabon-mit-kindern/ Wir haben eigentlich gute Erfahrungen gemacht dort, lediglich den Rat mit den Taschendieben können wir nur empfehlen einzuhalten. Zwei Mal wurde versucht uns das Portemonaie zu klauen, die Taschen waren schon auf. Und wir hatten sie dabei getragen. Und eine andere Frau haben wir gesehen, die grad feststellte, dass ihr Rucksack aufgemacht wurde. Während sie ihn auf dem Rücken hatte…

  4. Sehr geehrte Frau Hahn, mit Interesse habe ich Ihren Blog über Portugal gelesen. Was Sie nicht wissen konnten: Portugal war touristisch jahrzehntelang im Donrröschenschlaf. Durch den steigenden Tourismus wurde das Land und vor allem die grösseren Städte, Lissabon, Porto und Faro zum Eldorado für Taschendiebe. Die Polizei hat bis zu 1500 Strafanzeigen pro Woche verzeichnen müssen und sich nicht anders helfen können, als Hoteliers, Restaurants, etc. um Mithilfe gebeten, vor allem Touristen darauf aufmerksam zu machen, dass “ der Taschendieb“ überall lauert. Vor allem in Restaurants, Cafés und bei sorglosen Touristen, die vor lauter Begeisterung vergessen, daß sie in einem im grunde armen Land Urlaub machen. Der Kellner in Lissabon hatte keine Paranoia, die Schilder bezeichnen auch keine Paranoia. Hier versucht lediglich eine Stadt und ein Land einen Ruf zu verteidigen, daß Portugal ein schönes Land ist, aber sich etliche Arme Menschen nicht anders „verhalten“ können,weil sie schlichtweg nichts zum Essen haben, neben krimineller Energie, wohlverstanden. MIr ist vor x.Jahren meine Handtasche geklaut worden; ich habe in diesem Land gelebt und trotzdem ist es mir passiert. Gottseidank hatte ich Pass, Hausschlüssel und das Flugticket im Hotel und eine Freundin, die mich ausgehalten hat, da mir alles geklaut worden war.Dem Kellner dürfen Sie wirklich keinen Vorwurf machen, denn in den Portalen wird hektisch berichtet, wo man beklaut worden ist, als ob das Restaurant was dafür könne. Verstehen Sie, was ich meine? Er versucht doch nur, sein Restaurant als sicher darzustellen, in dem er den Touristen hilft, soch vor Gefahren zu schützen.
    Den Nepp, den Sie beschreiben, tut mir leid für Sie; aber „falsche“ Rechnugnen kommen überall vor und der Portugiese an sich, ist nicht für Nepp bekannt, sondern nach meinen Erfahrungen eher für eine gewisse Schlampigkeit und langsame Denkweise. Sehen Sie es ihm nach, es war mit Sicherheit keine Absicht.
    ich kenne das Land dermassen gut, die Mentalität und alles, es war sicherlich keine Absicht.

  5. Zum Coperto haben wir in Lissabon bei einer Sightseeing-Tour folgende Information bekommen: Es stehen leckere Sachen schon auf dem Tisch. Wenn man sie nicht isst, muss man sie auch nicht bezahlen. Mit Kindern stelle ich mir das aber schwierig vor: Nein, von den Oliven darfst du nicht; nein, von dem käse auch nicht; lass das brot liegen…

    Die Sightseeing-Tour war übrigens super gemacht (chill-out-tour und lissabon googlen): von einem jungen Portugiesen, der in Lissabon aufgewachsen ist, super Englisch sprach und uns seine Stadt gezeigt hat. Zwar auch die Touri-Routen, aber auch kleine Ecken und Straßen; von der einen Seite runter, die andere Seite wieder hoch und runter etc. Bezahlen sollte man am Schluss, was einem die Tour wert war.

    1. Die Tour klingt super, sowas finde ich auch immer gut.
      Danke für die Ergänzung zu der Coperto-Sitte. Für mich klingt das ganz nach Schul-Fotografen: Wir haben ihr Kind fotografiert und gleich 40 Abzüge bis hin zum Keilrahmen (!) für Sie angefertigt. Müssen Sie natürlich nicht nehmen, wir können das auch einfach wegschmeißen und umsonst gearbeitet haben…“ Wenn ich mich erpresst fühle, reagiere ich nicht besonders positiv. Aber ich schätze, in Portugal ist das einfach Teil der Kultur, so wie bei uns das Trinkgeld.

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