Familienurlaub im Sauerland ist eine richtig gute Idee! Ohne die Corona-Restriktionen hätten wir wohl noch länger gebraucht, um darauf zu kommen. Mit zwei Teenangern und einem Kleinkind haben wir eine richtig schöne Woche in und um Winterberg erlebt – und ein paar richtig gute Tipps für euch zum Nachmachen mitgebracht!
Dies ist unser persönlicher Erfahrungsbericht aus dem Jahr 2020. Damals stand alles unter der Überschrift „Reisen trotz Corona“ – was heute zum Glück niemanden mehr interessieren muss. Damit unsere Tipps fürs Sauerland mit Kindern trotzdem weiter auffindbar bleiben, topfe ich unsere Erlebnisse jetzt einmal um. Das Sauerland ist nämlich eine echt schöne Ferienregion und verdient definitiv mehr Aufmerksamket. Wir waren inzwischen ein zweites Mal da, diesmal am Möhnesee. Empfehlung!

Reisegruppe family4travel: Silas (13), Lena, Martin, Janis (16) und Franka, die im Urlaub ihren ersten Geburtstag feierte.
Unsere Woche im Sauerland
Weit ist es nicht bis ins Sauerland. Für Familien, die mit Baby oder Kleinkind reisen, ist das ein großer Vorteil. Für uns lässt sich die Strecke gut in einem Mittagsschlaf bewerkstelligen.
Das Sauerland liegt übrigens länderübergreifend: zum Großteil in →Nordrhein-Westfalen, aber teilweise auch in →Hessen.

Das Sauerland ist voll schön!
Unsere Ausflugsziele im Sauerland mit Kindern
Die Kurzversion unseres Ausflugsprogramms im Sauerland mit Basis in Winterberg:
- Sonntag: Familienwanderung „Ganz natürliche Rallye“ mit Abstecher zum Gipfel des Kahlen Asten, nachmittags Ruhr-Quelle mit Erlebnis-Ausstellung zur Holzwirtschaft
- Montag: Wanderung auf den Alten Grimme mit Bergsteiger-Feeling
- Dienstag: Erlebnisberg Kappe mit Kletterpark, Sommerrodelbahn, Erlebnis-Panoramabrücke und Minigolf (→ausführlicher Erfahrungsbericht)
- Mittwoch: Wanderung in Medebach zum Aventura-Spieleberg (einem riesigen Abenteuerspielplatz)
- Donnerstag: Schnupperpaket im →Mountainbike-Park Willingen (anschließend Panoramafahrt nach Brilon)
- Freitag: Stadtbummel durch Brilon (mit Krankenhausbesuch)
- Samstag: Geburtstagsfrühstück für unser Nicht-mehr-Baby zu viert, anschließend Abholung des Invaliden und unverzügliche Heimreise

Brilon hat uns nicht vom Hocker gerissen. Die Stadt kann man sich meiner Meinung nach gut sparen (wenn man nicht gerade sowieso da ist, weil man jemanden im Krankenhaus besucht). Hässlich ist die Stadt nicht, aber viel spannender als auf diesem Foto wird es halt nicht.
Wieso überhaupt ins Sauerland?
Die liebste Ferienregion des Potts und dem germanophilen Teil der Niederlande gilt freilich weniger als Geheimtipp.
Dass wir im Sauerland bislang noch nie gewesen sind, hat vermutlich familienhistorische Gründe. Ein einziges Mal sind meine Eltern mit mir dorthin gereist, als ich wenig älter war als die kleine Franka jetzt. Das war zu einem ungünstigen Zeitpunkt, als ein Trauerfall ihre gesamten Erinnerungen schwarz einfärbte. Seitdem galt das Sauerland bei uns als Synonym für richtig schlechten Urlaub.
Wie gut, dass wir diese Erblast nun abgeschüttelt haben. Denn tatsächlich habe ich mich Knall auf Fall regelrecht verliebt in die Region!

Wir haben das Sauerland als perfektes Reiseziel für Familien mit Kindern jeden Alters erlebt.
Schöne Ferienwohnung im Sauerland
Wie üblich fischen wir bei der Suche nach einer Unterkunft zunächst ganz am unteren Ende der Preisskala. Dabei kriegen wir manch gar gruselig bebildertes Inserat zu sehen, welches augenscheinlich für Zeitreisen in die 80er wirbt. Als die Bundesregierung den coronabedingten Kinder-Zuschlag beschließt, geben wir uns aber einen Ruck und genehmigen uns ein Upgrade zu der Wohnung, die Franka am besten gefällt: die mit dem großen Elefanten an der Wohnzimmerwand.

Elefanten waren lange Frankas Lieblingstiere, weil sie wie einer tröten kann. Seit dem Besuch im →Wildpark Klaushof haben Esel ihnen ein bisschen den Rang abgelaufen. Aber von dem grauen Riesen an unserer Wohnzimmerwand ist das Baby doch angemessen fasziniert.
Winterberg ist durch und durch ein Urlaubsort. Zumindest gefühlt sind die meisten Behausungen Ferienwohnungen oder wenigstens Zweitwohnsitze. Auch unscheinbare Mehrfamilienhäuser sind von oben bis unten voll davon.

Nix Ferienpark oder so: Hier drin haben wir gewohnt. Ich mag das, wenn ich mir ein kleines bisschen einbilden kann, einheimisch zu sein.
In einem solchen Mehrfamilienhaus liegt auch unsere Unterkunft. Sie ist überschaubar, hat ein winziges Bad (mit einer Toilette, deren Unbequemlichkeit für eine sehr kurze Verweildauer sorgt), aber zwei große Schlafzimmer und eine gut ausgestattete Küche. Für Kinder gibt es eine Kiste voller Duplo und einen schönen Spielplatz in der Nähe. Wieder sind wir vollauf zufrieden mit unserer Unterkunftswahl.
Tipp: Unsere Ferienwohnung bei booking.*
Familienprogramm im Sauerland
Wenn wir als Familie Urlaub machen, dann wollen wir volles Programm. Das gilt natürlich auch fürs Sauerland. Überraschenderweise ist hier unser Radius kleiner als anderswo. Denn allein schon in unmittelbarer Nähe gibt es so viel zu erleben und zu entdecken.
Für eine Woche Familienprogramm müssten wir eigentlich nicht einmal Winterberg verlassen. Dabei ist das Sauerland groß und bietet anderswo noch einmal mindestens genauso viele Attraktionen.

Silas auf der Erlebnis-Panoramabrücke hoch über Winterberg.
Unsere Programmplanung halte ich im Urlaub gerne flexibel. Ich suche ausreichend Ziele und Kombinationsmöglichkeiten raus, die wir dann je nach Wetter, spontanen Eingebungen und Zufallsfunden abarbeiten und zusammenstellen.

Der Aventura-Spieleberg in Medebach ist nach eigenen Angaben „längstes Spielgerät Europas“. Wir kombinieren den Besuch mit einer ausgiebigen Wanderung.
Manchmal müssen wir uns freilich auch im Vorhinein festlegen, wenn es sich beispielsweise um Kooperationen für mein Reiseblog handelt. Im Sauerland habe ich eine mit dem →Erlebnisberg Kappe – der sozusagen eine Ansammlung hochkarätiger Freizeitattraktionen ist. Eine zweite gehe ich mit dem →Bikepark Willingen ein, wo man Downhill-Mountainbike fährt und das auch als Laie mal ausprobieren kann.
Die potenziell verletzungsgefährliche Aktion lege ich strategisch auf Donnerstag. So können wir vorher schon einiges vom Sauerland sehen und haben danach noch ein paar Puffertage, falls jemand von uns erst wieder reisefähig werden muss.
Wie sich zeigt, zahlt sich diese grenzwertig paranoide Herangehensweise voll aus.

Warten, bis die Erstversorgung durch und geklärt ist, in welches Krankenhaus es geht. Im Bikepark kommt der Rettungswagen mehrmals täglich, und einmal auch für Martin.
Inzwischen gibt es die ganze Geschichte in voller Länge hier im Blog:
→MTB Bike Zone Willingen: Mountainbike-Park für Anfänger als Familien-Aktion

Erfahrungsbericht vom Leihrad über die Trail-Wahl bis zum Abtransport mit dem Rettungswagen. Das ist mal umfassendender Rundum-Service für ein Reiseblog! :)
Unser Fazit zum Familienurlaub im Sauerland mit Kindern
Das teils schon dramatische Auf und Ab, die dichten Nadelwälder und die unvermittelten Heideflächen erinnern mich ein klein bisschen an →Schottland. Die touristische Infrastruktur sorgt für eine angenehm hohe Café-Dichte.
Trotzdem ist es nie weit bis zum nächsten Nirgendwo, in dem wir stundenlang wandern, ohne mehr als einer Handvoll Menschen zu begegnen. Ich liebe es!

Der Kahle Asten macht seinem Namen Ehre. Schafe halten den Bewuchs kurz.
Die ersten zwei Drittel unseres Sauerland-Urlaubs waren hochgradig herrlich!
Das letzte Drittel blieb natürlich, nun, ein wenig hinter seinen Möglichkeiten zurück. Aber so kann es eben laufen, wenn man ein potenziell gefährliches Hobby ausprobiert. Zum Glück war es nur die Hand, der Kopf nicht dauerhaft, alles wächst wieder zu, und traumatisiert ist auch keiner. Nur schade, dass wir dadurch weniger von der Gegend gesehen haben als erhofft.
Da hilft nur: wiederkommen. Werden wir bestimmt!

Da möchte ich voll gerne noch mal hin, mit mehr Zeit…
Transparenz-Hinweis: Die Reise ins Sauerland 2020 ging auf eigene Kosten. Am Erlebnispark Kappe und im Bikepark Willingen waren wir als Reiseblogger mit Berichterstattungsabsicht zu Recherchezwecken eingeladen.
Bei der Überarbeitung 2026 bin ich gerade selbst ein wenig entsetzt, wie wenig ich über unsere einzelnen Programmpunkte geschrieben habe. Aber damals war ich zum einen Baby-Mutter mit zwei schulpflichtigen Kindern im Corona-Stress und zum anderen hauptberufliche Reisebloggerin bzw. -autorin und auf dem Trip, dass ich eigentlich nur über „beruflich indizierte“ Reisen schreibe.
Ursprünglich stand dieser Reisebericht in einem langen Beitrag über unseren Corona-Sommer, in dem er völlig unterging. Um für eine bessere Auffindbarkeit zu sorgen und auch, um meinen aktuellen Sauerland-Bericht anständig verlinken zu können, habe ich den Text „umgetopft“ und dabei etwas überarbeitet und aktualisiert.
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