5 tolle Ausflugstipps gleich vor der Haustür, die nichts kosten!

Ausflüge sind großartig und bringen der ganzen Familie eine Menge Spaß – aber Eintrittsgelder für Museen, Freizeitparks und andere Touristenattraktionen läppern sich schnell zusammen, und auch die Fahrtkosten zu den hoch gelobten Reisezielen in einiger Entfernung summieren sich. Nicht an jedem Ferientag, nicht an jedem Wochenende ist ein Ausflug drin, klar. Oder doch? Wir haben da so unsere Lieblings-Ziele ganz in der Nähe, die nichts kosten und die wir niemals über haben. Und das Beste: Die gibt es garantiert auch bei euch gleich um die Ecke!

  1. Ein Abstecher in die Bücherei – zu Hause und anderswo

Regale voller Bücher haben für mich seit jeher etwas fast Heiliges an sich. Selbst wenn ich mir heutzutage viel zu wenig Zeit nehme, „richtige“ Bücher zu lesen, genieße ich jeden Ausflug in die Bibliothek. An meine Jungs habe ich diese Leidenschaft bereits weitergegeben. Die regelmäßigen Besuche in der heimischen Gemeindebücherei können dauern. Bis sich jedes Kind seine (von mir) erlaubten drei Bücher ausgesucht hat, thronen die Herren gern ausgiebig auf dem kuscheligen Sofa und „testen“.
In den meisten Büchereien kostet der Leihausweis ein paar Euro im Jahr. Zum Ausleihen gehen wir deshalb natürlich immer in die heimische Bibliothek. Für ganz viel Spaß kann aber auch ein kleiner Ausflug in die Lesesäle der Nachbargemeinden sorgen. Dort gibt es nicht nur andere Bücher, auch die anders eingerichteten Leseecken motivieren immer wieder zu einer netten Vorleserunde. Mit einem Abstecher in die auswärtige Bibliothek werten wir zum Beispiel den eher langweiligen Shopping-Trip zum Schuhekaufen auf – kostenlos, geht auch bei Regen, macht allen Spaß und zählt definitiv als „pädagogisch wertvoll“.

Tipp: Unbedingt vorher die Öffnungszeiten checken! Viele Büchereien werden ehrenamtlich geführt und haben mitunter nur zu unorthodoxen Zeiten geöffnet.  

Einfach mal 'ne Runde lesen gehen in der Bücherei (und dabei gleich noch Reisevorbereitungen betreiben...) - (A visit to the local - or not so local - library always counts as an excellet outing, plus you can do some preparation for the next journey.)
Einfach mal ’ne Runde lesen gehen in der Bücherei (und dabei gleich noch Reisevorbereitungen betreiben…) – (A visit to the local – or not so local – library always counts as an excellet outing, plus you can do some preparation for the next journey.)
  1. Niemals langweilig: ein Spaziergang im Wald

Egal, wie das Wetter ist, mindestens einmal am Wochenende müssen wir raus! Der Wald ist nicht weit, und wenn uns der am Ende der Straße mal nicht gut genug ist, dann gibt’s in nächster Nähe zahlreiche andere Waldstückchen, die alle ihren eigenen Reiz haben. Je nach Jahreszeit gibt es viel zu entdecken, und mit einfachen Mitteln lassen sich die Kinder zum Laufen motivieren. Gehen wir heute zum See? Dann nehmen wir am besten ein paar Schiffchen mit, oder basteln vor Ort welche aus Borken, die wir auf dem Weg dorthin sammeln. Nehmen wir den Weg durch die Kiefernschonung? Da ist es dunkel und ideal für ein paar Gruselgeschichten. Vielerorts haben Verschönerungsvereine Infotafeln aufgestellt, die spannende Details aus der Geschichte oder über die Geologie der Gegend verraten. Wir nehmen ein Bestimmungsbuch mit und suchen nach unbekannten Vögeln und Pflanzen. Oder wir rufen einen Wettbewerb aus: Wer hat als erstes Eichel, Buchecker, Kastanie und Ahornsamen beisammen? Ein paar Playmobil-Männchen oder Spielzeugautos auf die Expedition mitzunehmen, sorgt ebenfalls für laufwillige Kinder.

Mit etwas gutem Willen und ein bisschen Fantasie verwandelt sich jeder Wald mit Leichtigkeit in ein skurriles Märchenland. (A walk through the woods can easily turn into a great adventure. All you need is a bit of good will and a change of your point of view.)
Mit etwas gutem Willen und ein bisschen Fantasie verwandelt sich jeder Wald mit Leichtigkeit in ein skurriles Märchenland. (A walk through the woods can easily turn into a great adventure. All you need is a bit of good will and a change of your point of view.)

Tipp: Ganz wichtig ist immer ein Ziel als Anlaufpunkt, wunderbar kombinierbar mit Nr. 3:

  1. Immer ein Abenteuer: Picknick

Draußen essen ist für Kinder immer ein Abenteuer. Ein perfektes Picknick mit viel Vorbereitung, großer Auswahl und liebevollem Setting ist dabei überhaupt nicht entscheidend. Zur Not tun’s auch Butterbrote in der Tupperdose oder ein paar Apfelkracken. Für unsere Kinder lautet die gängige Assoziation Picknick = Urlaub = toll. Je außergewöhnlicher der Picknickplatz, desto größer ist freilich der Spaßfaktor. Das heißt aber nicht, dass wir uns weit von zu Hause entfernen müssen. Eine Brotzeit auf den Lieblingsspielplatz zu verlegen, ist zum Beispiel eine einfache, aber wirkungsvolle Möglichkeit. Anschließend können Mama und Papa es sich noch gemütlich machen, während die Kinder schon längst wieder glücklich beschäftigt sind. Auf dem verlassenen Waldspielplatz oder auch ganz früh morgens zum Sonntagsfrühstück auf dem sonst immer gut besuchten Abenteuerspielplatz in der Stadt lassen sich auch wunderbar ganz besondere Mahlzeiten organisieren: oben im Rutschen-Häuschen zum Beispiel, oder mit baumelnden Füßen auf der Wackelbrücke. Ein altes weißes Tischtuch dabei, ein Teelicht im beklebten Marmeladenglas, und das ganze bekommt sofort eine noble und exquisite Note.

Tipp: Es kommt nicht darauf an, etwas Besonderes aufzutischen, sondern darauf, den Moment zu feiern und mit einfachen Mitteln eine gemeinsame Erinnerung zu schaffen.

Ganz simpel und doch ein schönes Erlebnis: ein kleines Picknick mit Keksen und Punsch. (Oh yes, that was cold. But we had mulled wine (not all of us...) and homemade biscuits. )
Ganz simpel und doch ein schönes Erlebnis: ein kleines Picknick mit Keksen und Punsch. (Even the smallest picknick can be so nice!)
  1. Von wegen angestaubt – im Heimat-Museum

Viele lokale Heimatmuseen funktionieren auf ehrenamtlicher Basis und nehmen keinen festen Eintritt, sondern bitten lediglich um Spenden. Natürlich ist es nett, wenn man dann auch mal was ins Sparschwein wirft – aber gerade über Familien freut sich jedes Haus ohne Gewinnorientierung (zumindest wenn die Eltern es schaffen, ihre Kinder vom Auseinandernehmen einzelner Ausstellungsstücke abzuhalten). Ähnlich wie die Büchereien eignen sich solche Museen hervorragend, um mit einem kurzen Abstecher langweilige Einkaufs-Tripps aufzuwerten. Unser Favorit, da schräg gegenüber vom Bioladen und damit direkt auf unserer Routinestrecke, ist das Bückeburger Heimatmuseum. Hier kehren wir gerne für ein halbes Stündchen ein. Wir gucken, ob was umgeräumt wurde, oder wir nehmen uns eine einzelne Vitrine vor. In kleinen Häppchen lässt sich auch in eher konservativen Ausstellungen ohne aufwändige Multimedia-Show ein Bezug zur Heimatgeschichte vermitteln. Und auch als Erwachsener lernt man selbst beim x. Besuch immer noch was Neues.

Tipp: Einfach mal googeln, welche Museen es in der näheren Umgebung so gibt. In Schaumburg sind das außer dem erwähnten Heimatmuseum in Bückeburg unter anderem das Berg- und Stadtmuseum in Obernkirchen und das Museum Amtspforte in Stadthagen.

Auch im Heimatmuseum gibt es viel zu entdecken - hier im Berg- und Stadtmuseum Obernkirchen. (There is plenty to explore in small local museums, like the one of Obernkirchen.)
Auch im Heimatmuseum gibt es viel zu entdecken – hier im Berg- und Stadtmuseum Obernkirchen. (There is plenty to explore in small local museums, like the one of Obernkirchen.)
  1. Einkaufserlebnis Wochenmarkt

Im Alltag muss es viel zu oft schnell gehen mit dem Einkaufen: Da wird im Supermarkt irgendwas in den Einkaufswagen geworfen, und wenn die Kinder aus logistischen Gründen mit müssen, hassen sie in der Hektik jede Minute der Angelegenheit. Dabei geht das auch anders. Nimmt man sich die Zeit, lässt sich der ohnehin nötige Einkauf im Supermarkt – oder noch besser auf dem Wochenmarkt – als Ausflug zu zelebrieren. Besonders mit kleinen Kindern wird das Ereignis leicht zum astreinen Erlebnis. Erstes Highlight sind Obst und Gemüse. Kennen wir die Namen von jeder Frucht? Für Ältere: Können wir alles auch auf Englisch benennen? Gibt es etwas, das wir noch nie probiert haben? Wie riecht das? Vielleicht wollen wir es einfach mal mitnehmen und gucken, wie es schmeckt? Am Käsestand lassen sich Probier-Häppchen abstauben. Wenn man Glück hat, ist der Verkäufer gut drauf, hat Zeit und freut sich über kindliche Fragen zur Herstellung seiner Waren. Beim Blumenwagen können wir unser botanisches Wissen testen: Welche Blüten kennen wir? Auch Rechenspiele bieten sich an: Welche Ware ist laut Preisschild die günstigste? Auch umgerechnet auf die Menge, die ich gerne davon essen würde? Warum sind Erdbeeren eigentlich teuer als Melonen, wenn man auf den Kilopreis schaut? Auf dem Markt lässt sich eine Menge fürs tägliche Leben lernen, und wenn Mama und Papa sich mal richtig Zeit nehmen, wird das Einkaufen auch für die Kinder ein echtes Erlebnis.

Tipp: Mancherorts gibt es sogar extra Kinderbelustigung auf dem Wochenmarkt, etwa beim „Spiel und Spaß am Wochenmarktbrunnen“ im Sommerhalbjahr auf dem Stadthäger Marktplatz. Ein Blick in die Lokalzeitung kann sich da lohnen.

(There is a beautiful market at the harbour very close to the city centre.)
Immer ein Erlebnis: Wochenmarkt, hier in Helsinki.

3 Gedanken zu „5 tolle Ausflugstipps gleich vor der Haustür, die nichts kosten!“

  1. Tolle Ideen, die Du beschreibst. Den Wochenmarkt würde Zoe bestimmt auch spannend finden, leider ist sie zu der Zeit im Kiga und ich muss arbeiten. Heimat-Museum wäre mal etwas für unser Städtchen, bisher haben wir sowas leider nicht.

    1. Danke! Bei uns ist der Wochenmarkt samstags, das ist natürlich praktischer. Und irgendwo in der Umgebung findet sich bestimmt ein kleines Museum. Ich war selbst ganz erstaunt, wie viel es da bei uns in der Gegend gibt, wenn man tatsächlich mal danach sucht.

  2. du hast recht. es muss nicht immer was kosten. wir lieben unsere bücherrei auch und hängen da jede 2. woche rum ;). und ein picknick oder einfach nur am rhein steinchen ins wasser schmeissen, ist auch immer toll. glg, nadine

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