Eine grandiose Ferienwoche liegt hinter uns: vier Tage Nordholland rund um Den Haag und vier Tage Brabant. Hier kommt unser Reisebericht mit vielen Tipps für den weltschönsten Familienurlaub in den Niederlanden mit sechsjährigem Kind.
Familienurlaub in den Niederlanden 2026
Das erste, was wir merken, als wir sehr kurzentschlossen eine Woche in den Osterferien in den Niederlanden planen: Die Preise haben ganz schön angezogen. Das liegt vor allem an der sehr umstrittenen, aber doch durchgezogenen Entscheidung der niederländischen Regierung, die Steuern für touristische Übernachtungen von 9 auf 21 Prozent anzuheben. (Ein schöner Artikel darüber steht in der Neuen Rhein Zeitung.) War Familienurlaub in Holland und Co. schon zuvor nicht günstig, schlackern wir bei der Unterkunftssuche ganz schön mit den Ohren.

Echte Erfahrungen aus dem Familienurlaub in den Niederlanden, von echten Menschen, ohne KI. Das sind wir: Lena, Franka (6), Martin, in Scheveningen am Strand.
Aber was soll’s – die Niederlande sind so schön! Für uns im Großraum →Hannover liegen sie nicht weit weg. Und was nützt es, wenn die Ferienwohnungen im →Allgäu im Schnitt 30 Euro pro Nacht günstiger sind, wenn wir für die dreifache Strecke 300 Euro mehr Sprit ausgeben? (Rein rhetorisches Schönrechnen hier. Wir reisen seit drei Jahren mit einem →E-Auto und sind sehr zufrieden damit. Während der Liter Diesel in den Niederlanden am Osterwochenende bei 2,70 Euro liegt, sind die Preise an der Ladesäule mit durchschnittlich 39 Cent pro Kilowattstunde ein ganzes Stück günstiger als in Deutschland, übrigens. Haut den Preisunterschied bei den Übernachtungen aber auch nicht wieder raus, wenn man ehrlich ist.)

So sieht ein modernes Parkhaus in den Niederlanden aus (hier in Utrecht): Eine ganze Etage ist mit Ladesäulen für Elektroautos ausgestattet.
Jedenfalls, wir reisen trotzdem in die Niederlande. Weil wir wollen. Weil wir können. Und weil es uns bei unserem ersten Familienurlaub in Holland zu Ostern 2024 so gut gefallen hat. (Damals standen Nordholland mit →Amsterdam, Flevoland und Overijssel auf dem Plan. Mein ausführlicher Reisebericht darüber steht hier: →1 Woche Niederlande mit Kind.)
Beste Ziele im Norden und Westen der Niederlande
Bei unserer zweiten großen Tour durch unser Nachbarland legen wir den Fokus auf den Nordwesten. Bei Gela von Unterwegs mit Kind habe ich so viel Gutes über diese Region gelesen. Und es wird höchste Zeit, dass wir diesen weißen Fleck auf unserer persönlichen Reiselandkarte tilgen.
Im Vorfeld lese ich mich durch verschiedene Reiseblogs. Viele schwärmen von Leiden und Delft. Die beiden Städte kommen also auf jeden Fall auf unsere Liste.
Rotterdam scheint ein großartiges Ziel zu sein für alle, die auf Shopping, moderne Kunst und Architektur stehen. Da hebe ich gerne die Hand und hätte auch eine potenziell begeisterte Mitreisende im Auge. Aber der Mann an meiner Seite ist speziell für diese ersten beiden Themen so gar nicht zu haben. Also klammern wir die hippe Hafenstadt aus und merken sie für einen Mädelstrip in ein paar Jahren vor.
Scheveningen am Meer ist beliebt – aber für unseren Geschmack auch ein bisschen zu überlaufen und teuer. Den Haag erscheint uns irgendwie als Must-See, oder doch jedenfalls als „muss man mal gewesen sein“. Kommt also auch auf die Liste. Und von dort liegt Scheveningen dann auch um die Ecke.
In den Osterferien blühen die Tulpen und lösen den ultimativen Holland-Hype auf Instagram aus. – Denke ich zumindest, stimmt aber gar nicht. So richtig in Gang kommen die Tulpen erst ab Mitte April. Da sind die Osterferien bei uns in NRW und Niedersachsen längst durch. Den Abstecher zum berühmt-berüchtigten Keukenhof bei Lisse sparen wir uns deshalb. Würden wir aber wohl sowieso, denn erstens liegt er ein ganzes Stück nördlich von unserem diesjährigen Zielgebiet. Und zweitens habe ich aus verschiedenen Richtungen gehört, dass der Blumenpark inzwischen echt richtig, richtig voll sein soll. (Falls euch das Klischee trotzdem lockt: Im Reiseblog vom Elbstrandmädchen gibt es einen detaillierten Erfahrungsbericht mit vielen Infos.)

Ein paar blühende Tulpen sind Ende März, Anfang April schon zu finden (hier in Leiden am 1. April). Aber die Masse blüht später.
Brabant: Schöne B-Seite der Niederlande
Als wir so weit gekommen sind, merken wir, dass wir uns eine volle Woche und vor allem die Ostertage am Meer nicht leisten können. (Na ja, es ist immer eine Frage der Priorisierung: Wir wollen nicht, zu diesen Preisen. Unser Sommerurlaub in →Schottland wird schon so schweineteuer.)
Außerdem wissen wir: Auch – oder sogar vor allem – abseits der gehypeten Tourismus-Hotspots gibt es richtig schöne Ecken zu entdecken.
So buchen wir das teure Ein-Zimmer-Apartment am Stadtrand von Den Haag nur für vier Nächte. Die zweite Hälfte unserer Ferienwoche verbringen wir in einem dieser typisch niederländischen Bungalow-Parks in der Region Noordbrabant. Da wir mit dem Buchen echt spät dran sind (nur zwei Wochen Vorlauf), hält sich die Auswahl in Grenzen. Die grüne Gegend rund um die Kleinstadt Oisterwijk entpuppt sich aber als Volltreffer. Von hier aus bieten sich Ausflüge ins moderne Eindhoven und in die historische Stadt ´s-Hertogenbosch an.

Nordbrabant an der Grenze zu Belgien im Süden der Niederlande ist landschaftlich und von den Ortsbildern her schon wieder was anderes.
Unsere Osterferien in Zuidholland und Noordbrabant
Es folgt ein detaillierter Rundumschlag unserer persönlichen Erfahrungen ebendort. Wie immer gilt: alles eigene Erlebnisse und völlig subjektive Meinungen.
Tag 0: Utrecht auf der Anreise
Wir starten unseren ersten Urlaubstag hinlänglich entspannt. Nach einem zeitigen Frühstück räumen wir bloß noch schnell alles das bereitstehende Gepäck ins Auto. Natürlich dauert es doch wieder länger als geplant. Aber um halb neun sind wir auf der Autobahn und brausen unserem Reiseziel entgegen.
Vier Stunden Zwischenstopp in Utrecht
Wir haben so viel Gutes über Utrecht gehört. „Die kleine Schwester von Amsterdam“ soll voller Flair stecken, ohne so überlaufen zu sein wie die Hauptstadt. Das stimmt auch schon. Aber wahrscheinlich sind unsere Erwartungen zu hoch. Auf uns wirkt Utrecht nett. Punkt.
Wir starten hinterm Bahnhof, wo moderne Architektur regiert. Hier hat Martin ein bezahlbares Parkhaus mit ausreichend Ladesäulen ausfindig gemacht. Während unser Akku auflädt, schauen wir uns in aller Ruhe die Stadt an.
Die zentrale Oudegracht („alte Gracht“) hat durchaus etwas Malerisches. Leider wird das Bild aktuell durch mehrere Baustellen gestört. Witzig sind die Tiefgaragen für Fahrräder – und übrigens kostenlos!
Unser Highlight ist die Stadtbücherei. Das kunterbunte Kunstwerk über dem Eingang lockt uns nach innen. Dort erwartet uns eine regelrechte Bücherkirche. Während ich entzückt die Details der expressionistischen Architektur fotografiere, schaut sich Franka mit ihrem Papa in der hervorragend bestückten Kinderbuchabteilung mit Spielecke Bilderbücher an.
(Dass Utrecht bei uns nicht so richtig zündet, liegt vielleicht aber auch schlicht am nicht so prächtigen Wetter. – Und am Anruf des Sohnes, der fragt, ob er unseren Großeinkauf für den Urlaub ins Regal räumen oder in der Klappkiste lassen soll, die noch in der Küche steht. Klassischer Fail.)
Für mehr bildliche Eindrücke schaut euch gerne mein Utrecht-Highlight in meinem →Instagram-Profil family4travel an!
Einchecken im Ferien-Apartment in Den Haag
Am späten Nachmittag erreichen wir schließlich Leidschendamm-Voorburg, einen Vorort von Den Haag. Hier haben wir auf die letzte Kracke besagtes Ein-Zimmer-Apartment in einem Self-Service-Hotel gebucht. (Wer es genau wissen will: Novallure Shortstay Apartments.* Vergleichsweise bezahlbar, eigentlich nicht schlecht. Aber so massiv auf Gewinnmaximierung getrimmt, dass kein Zentimeter Platz übrig bleibt. Wer über 1,30 m misst, kann nur schräg auf dem Klo sitzen, weil vor den Knien sonst der Heizkörper im Weg ist.)

Bei Instagram habe ich eine Roomtour als Reel, inklusive Bad. Vorzeigbare Fotos habe ich von innen leider gar nicht gemacht. Die Lage ist okay, die Bahn hat uns nachts nicht gestört.
Der Parkplatz auf dem Hof des Apartmentgebäudes kostet extra. Auf dem Satellitenbild sah es so aus, als seien im Wohngebiet ausreichend Parkplätze am Straßenrand vorhanden. Wir ergattern auch einen direkt am Seiteneingang des Hotels. Ehe wir uns versehen, ist alles zugeparkt und Leute streiten sich um die letzten Quadratmeter. Schnell sind wir uns einig: Hier bewegen wir unser Auto so bald nicht mehr weg. Die vergessenen Einkäufe ersetzt Martin mit dem Fahrrad. Und auch sonst erledigen wir die kommenden vier Tage lang alles mit dem Rad. Das ist in den Niederlanden sowieso immer das Beste.
Tag 1: Den Haag mit Kind
Am nächsten Morgen steigen wir in die Sättel, um uns die niederländische Hauptstadt anzusehen. – Oder halt: den niederländischen Regierungssitz. Den Haag ist deutlich kleiner als Amsterdam: Hier wohnen rund 570.000 Menschen. Das macht die Stadt zu einem halbwegs überschaubaren Ausflugsziel.
Unsere Unterkunft liegt buchstäblich wenige Meter vor Den Haags Ortsschild. In der Region gehen die Metropolen und Metropölchen alle mehr oder weniger ineinander über. So wie bei uns den Ruhrpott gibt es deshalb hier den Begriff der „Randstad“: der Moloch da im Westen.

Die Metropolregion rund um Den Haag ist dicht besiedelt – und besitzt beste Infrastruktur für Fahrräder.
Radfahren im niederländischen Stadtverkehr
Natürlich ist es aber ein sehr schöner Moloch. Rund sieben Kilometer fahren wir von unserer Unterkunft durch überraschend viel Grün. Die Fahrt geht durchgängig über Fahrradwege. In den Niederlanden gibt es dafür eigene Ampeln, die auch bevorzugt geschaltet werden gegenüber dem Autoverkehr.
Die Kehrseite der Medaille ist das entsprechend hohe Verkehrsaufkommen auf zwei Rädern. So wie bei uns auf der Straße, herrscht in den Niederlanden auf den Radwegen oft das Recht der Stärkeren.
Kinder sitzen deshalb oft noch bis ins höhere Grundschulalter im Lastenrad der Eltern. Wir sind froh über unser →FollowMe, in dem Franka sicher hinter ihrem Vater eingespannt ist. (Entgegen unserer Erwartungen sind wir mit der nicht gerade neuen Erfindung aus der Schweiz auch in den Niederlanden allenthalben der exotische Hingucker.)

So macht Radfahren selbst im Großstadtverkehr Spaß. Aber gut, dass das Kind sicher in der Tandemkupplung hängt.
Das Sightseeing per Rad erweist sich aber als hervorragende Alternative zu allen motorisierten Lösungen. Überall gibt es große und kostenlose Fahrradparkplätze.
Achtung: An den Hotspots der Innenstädte sind diese manchmal mit dicken Linien markiert. Wer sein Rad außerhalb davon abstellt, riskiert, abgeschleppt zu werden! (Da geht es dann nämlich um Rettungswege.)
Sightseeing in Den Haag
Der Regierungssitz wird selten unter den ersten drei bis fünf Must-See-Zielen der Niederlande genannt. Die Stadt ist hübsch, aber es gibt in der Region hübschere. Trotzdem sind wir froh, Den Haag einen vollen Urlaubstag angedeihen zu lassen.
Wir klappern die obligatorischen Sehenswürdigkeiten ab:
- die Prachtstraße „De Lange Voorhout“ (über deren Namen sich ungewohnterweise niemand lustig macht, da wir die großen Jungs nicht dabei haben)
- den Binnensee mit dem Parlamentsgebäude Binnenhof (derzeit eine Großbaustelle mit Aussichtsturm)
- das Mauritshuis: das Museum, in dem das berühmte Vermeer-Gemälde „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ hängt
- das Palais Noordeinde, den Amtssitz der Königlichen Familie der Niederlande
- den Friedenspalast, Sitz des Internationalen Gerichtshofs der UNO
- die Haagse Passage, die älteste überdachte Einkaufsstraße der Niederlande, Welterbe und Vorbild für die berühmten Passagen in →Paris
- Chinatown Den Haag
Etliche weitere Sehenswürdigkeiten lassen wir links liegen. Denn mit Kind im Gepäck haben wir auch noch anderes zu erledigen.
Highlights in Den Haag mit Kind
Den Haag – oder ´s-Gravenhage, wie die Stadt amtlich immer noch heißt – ist aus einem Jagdgebiet der Grafen von Holland hervorgegangen. Auch wenn die meisten adeligen Wildgehege inzwischen zugebaut wurden, zieht sich immer noch ein grüner Gürtel durch die Stadt. Der größte Teil heißt Haagse Bos und ist zwei Kilometer lang. Auch darüber hinaus ist viel Grün vorhanden. Und wo es grün ist, sind meistens die nächsten Spielplätze nicht weit. (Außer →in Frankreich. Aber das ist eine andere Geschichte.)
Wären wir länger in Den Haag und hätten wir wärmeres Wetter, könnten wir einen ganzen Tag mit einer Spielplatz-Safari verbringen. Am Grüngürtel reihen sich mehrere richtig Tolle in guter Fahrradreichweite aneinander. So aber entscheiden wir uns für einen einzigen: den Zandspeeltuin am Ary-van-der-Spuyweg. Der ist vergleichsweise nah dran am Zentrum und so cool, dass wir alle drei ein vergnügliches Stündchen an den Spielgeräten verbringen.
Dann ist uns so kalt, dass wir uns dringend aufwärmen müssen. Zum Glück habe ich einen Tipp für ein tolles Kinder-Café bekommen, das gar nicht so weit weg ist (Javastraat 142). Das Binkies ist so gemütlich und schick eingerichtet, dass auch Eltern sich wohlfühlen. Die wahre Zielgruppe sind aber Kinder. Unten gibt es einen Baby- und Kleinkindbereich bis maximal vier Jahre. Wir machen es uns oben auf der Empore bequem, wo eine große Briobahn, mehrere Puppenhäuser, eine Spielküche und eine Tierarztstation Kinder bis vielleicht acht Jahre glücklich machen.

Ort familiärer Glückseligkeit (und am frühen Montagnachmittag in der Woche vor Ostern erfreulich leer, wobei ich schon in einem günstigen Moment fotografiert habe).
Tipp: Mehr Bilder und kurze Videos von unserem Tag in Den Haag findet ihr in meinem Instagram-Highlight. Und früher oder später schreibe ich hoffentlich auch noch einen ausführlichen Bericht über die Stadt als Ausflugsziel.
Tag 2: Rund um Scheveningen
Zwei Großstädte in zwei Tagen reichen uns fürs Erste. Jetzt muss Natur her! Und Meer! Immerhin liegt Den Haag nicht ganz, aber fast an der Nordsee. So ähnlich wie →Rostock und das Seebad →Warnemünde zusammengehören, schließt sich an den niederländischen Regierungssitz das Küstenstädtchen Scheveningen an. Und das geht wiederum beinahe direkt in den Nationalpark Hollandse Duinen über.
Spritztour durch Scheveningen mit dem Rad
Natürlich nehmen wir wieder die Fahrräder, um am Rand von Den Haag vorbei ans Meer zu fahren. Nach zehn Kilometern und einer guten halben Stunde Fahrt durch interessante holländische Wohngebiete haben wir es geschafft. Martin lotst uns direkt auf das Grand Hotel zu.
Wir haben es schon geahnt: So richtig gut gefällt uns der Touri-Hotspot nicht. Das ehemalige Fischerdorf ist heute der beliebteste Ferienort der Niederlande. Das hat in den vergangenen Jahrzehnten etliche Bausünden hinterlassen.

Die Strandpromenade von Scheveningen mit dem Grand Hotel in der Mitte und Strandcafés dicht an dicht.
Wer denen den Rücken zudreht und aufs Meer blickt, kann freilich nicht klagen. Der Strand von Scheveningen ist ähnlich breit und toll, wie wir ihn aus dem nördlicheren →IJmuiden bei Zandvort kennen. (Die Stadt erinnert mich an →Calais, ein ganzes Stück in die andere Richtung. Die französische Küstenstadt haben wir in ähnlich ambivalenter Erinnerung.)
Scheveningen Pier
Besonderes Highlight von Scheveningen ist die lange Seebrücke, auf der ihr sogar Riesenrad fahren könnt. Nachdem unser Kind sich am Strand standesgemäß die Hände und Füße kalt gebuddelt hat, wärmen wir uns mit einem Spaziergang über den zwei Etagen hohen Pier wieder auf. Der dazugehörige Indoor-Spielplatz (30 Minuten für 7,50 Euro) ist geschlossen. Auch die Partymeile über dem Meer ist momentan eine große Baustelle, die am Vormittag nach frischer Farbe, schalem Bier und kalter Fritteuse riecht. Wir sind nicht enttäuscht, da wir nichts Schöneres erwartet haben.

Außer dem stationären Riesenrad gibt es am Pier von Scheveningen auch noch eine Zipline und Bungyjumping, falls jemand Interesse hat.
Kinder-Highlight in Scheveningen
Dann wird es doch noch richtig nett! Franka wünscht sich einen Spielplatz. Ich habe einen rausgesucht, der mehr ist als das. Die Boerderij ´t Waaygat ist einer dieser in den Niederlanden so beliebten Kinderbauernhöfe, die es in vielen Städten und Urlaubsorten gibt. Der in Scheveningen ist der schönste, den wir bisher kennengelernt haben. Komplett kostenlos dürfen wir zu den Schafen, Ziegen und Rindern auf die Weide. Vor allem die Kühe sind tiefenentspannt und lassen sich bereitwillig von uns streicheln.
Übrigens: Bei Instagram habe ich ein Reel dazu online!
Radfahren und Wandern im Nationalpark
Das Wetter ist fantastisch und wir wollen noch mehr Natur! Also steigen wir wieder in den Sattel. Von Scheveningen aus ist es in das malerische Dünengebiet Meijendel nicht weit. Hier kann Franka auch endlich mal selbst Fahrrad fahren.

Auch hier beste Rad-Infrastruktur – und viel weniger Verkehr. Zweispuriger Radweg, Wanderweg und vermutlich Reitweg.
Wir strampeln nur ein paar Kilometer durch die schöne Landschaft. Der alte Wasserturm ist ein markantes Ziel. Direkt nebenan steht eine nette Pommesbude mit Getränkeausschank (Pompstationsweg 353). Hier sitzt man richtig schön.
Richtig rein ins Dünengebiet geht es nur zu Fuß und auch nicht überall. An einem Fahrradparkplatz schließen wir die Räder an. Ein kurzer Spaziergang führt uns zum Meer. Hier begegnen wir den Überbleibseln des Atlantikwalls: alten Betonbunkern, mit denen die deutsche Besatzungsmacht im Zweiten Weltkrieg die Küste verschandelt hat.

Verschandelt ist vielleicht ein bisschen harsch. Aber wäre schon schöner ohne Beton. (Und ohne Krieg. Das ist freilich das, was mich am meisten daran stört.)
Anschließend laufen wir noch ein Stück mitten rein in die Dünenlandschaft. Also, so mittig, wie die offizielle Wegführung im Naturschutzgebiet es uns erlaubt. Wunderschön!
Waldspielplatz Monkeybos
Der krönende Abschluss unseres Tages im Grünen ist der Spielwald Monkeybos. In einem malerischen Eichenwald – selten in Holland und deshalb zurecht Teil des Nationalparks – zieht sich ein Naturspielplatz quer durch die Landschaft.
Nachdem wir alle – Mann, Frau und Kind – ausreichend getobt haben, kommt uns die Boerderij Meyendel gerade recht. Das Ausflugslokal ist total nett eingerichtet und auf Familien eingestellt. Es gibt eine große Spielecke. Auf der Karte stehen vor allem Pfannkuchen (auch glutenfrei übrigens). Geöffnet ist bis 19 Uhr.
Tag 3: Leiden und CORPUS
An diesem Tag haben wir den einzig wirklich festen Termin unserer Ferienwoche: Nachmittags um drei ist ein Zeitfensterticket im CORPUS Leiden gebucht. Bis dahin wollen wir uns die Stadt ansehen. Die soll nämlich ebenfalls sehr schön sein.
Den Haag – Leiden mit dem Fahrrad
Gleich nach dem Frühstück schwingen wir uns wieder auf unsere Fahrräder. Diesmal geht es in die andere Richtung. Wir kurven durch Leidschendam und dann mehr oder weniger immer an der Bahnstrecke entlang. Wer keine Räder dabei hat oder leihen möchte, kann also genauso gut auch Zug fahren.
Für unsere durchaus nette Radtour von etwa 14 km pro Strecke brauchen wir eine knappe Stunde. Der Radweg ist wieder bestens ausgebaut. Während die Parkplätze in der Altstadt von Leiden rar und teuer sind, parken wir unsere Räder unbehelligt an der Pieterskerk.
Altstadtbummel durch Leiden
Leiden hat eine tolle Altstadt. Rund um die Peterskirche reihen sich alte Backsteinhäuser aneinander. Für Franka ein schöner Bonus: Überall begegnen wir Katzen. Es soll auch ein nettes Katzencafé geben (Sophie Kattencafé, Haarlemmerstraat 241). Leider haben wir an diesem Tag keine Zeit für eine Einkehr.
Stattdessen bummeln wir durch die Altstadtgassen und hinüber zur zentralen Gracht. Dort ist gerade Wochenmarkt (jeden Mittwoch und Samstag). Wir kaufen etwas Käse. Dann schlendern wir weiter durch die Fußgängerzone.
Bootsfahrt durch Leidens Grachten
Bei Travelisto habe ich gelesen, dass sich eine Bootsfahrt in Leiden besonders lohnt. Eigentlich ist es ein bisschen dumm, zwei kostspielige Programmpunkte an einem Tag zu verfeuern. Aber nach Utrecht und Den Haag wollen wir irgendwie nicht schon wieder nur so durchlaufen durch die nächste niederländische Stadt. So stimmen wir sofort zu, als uns der freundliche Mitarbeiter der Reederei anspricht, ob wir nicht bei der Rundfahrt um 13:30 Uhr mitfahren wollen. (Außerdem kosten die Bootstickets nur ziemlich genau die Hälfte der CORPUS-Experience.)
Außer uns sitzt nur ein weiteres älteres Paar im Boot. Reederin Nicole steuert den kleinen Kahn und erzählt uns dabei allerhand Wissenswertes über die Stadtgeschichte. Wir kommen an zahlreichen Sehenswürdigkeiten vorbei. Da ist die Straße, in der der berühmte Maler Rembrandt geboren wurde. (Sein Geburtshaus ist nicht erhalten.) Dort befindet sich der Botanische Garten, in dem die ersten holländischen Tulpen gezüchtet wurden. Martin gefällt die Sternwarte, in der berühmte Astronomen wie x und y gewirkt haben. Auf all das haben wir vom Wasser aus einen guten Blick.
Highlight fürs Kind sind die vielen niedrigen Brücken und Tunnel. Während unsere Tochter gemütlich sitzen bleiben kann, müssen wir Erwachsenen mitunter den Kopf einziehen.
Wenn ihr im Voraus buchen wollt, habt ihr bei GetYourGuide* viel Auswahl. Genau unser sehr empfehlenswerter Anbieter „Stichting De Leidse Rederij“ scheint da nicht dabei zu sein. Ihr könnt auch einfach ohne Vorbuchung hinlaufen und euer Glück versuchen, so wie wir. Adresse: Apothekersdijk 5.
CORPUS Leiden: Die Reise durch den Menschen
Am Stadtrand von Leiden befindet sich ein Gebäude, das aussieht, als würde ein Riese darauf sitzen. CORPUS ist eine Art Erlebnis-Museum zur menschlichen Anatomie. Ausgestattet mit deutschem Audioguide reisen wir eine Stunde lang durch den Körper. Wie es uns gefallen hat und ob sich das Vergnügen lohnt, steht schon ausführlich hier: →CORPUS Leiden – Lohnt sich die Reise durch den Körper mit Kindern?
Tag 4: Delft und Gouda
Nun heißt es Packen und Umsetzen: Wir verlagern uns von Den Haag ins etwas günstigere Brabant. Den Reisetag nutzen wir aber noch in Zuidholland.
Eigentlich könnten wir auch nach Delft hervorragend und güstig mit dem Fahrrad fahren. Da wir nun das Auto samt Gepäck dabei haben, parken wir stattdessen teuer im Parkhaus. Immerhin können wir das wieder bequem mit dem Laden verbinden.

Alte E-Auto-Weisheit: Steht er, lädt er. In einer Woche Niederlande haben wir nicht ein Mal gezielt zum Laden angehalten. Ging immer nebenbei, und das günstiger als in Deutschland. So muss das!
Delft: Zuidhollands vielleicht schönste Stadt
Delft ist berühmt für seine Kacheln und überhaupt für seine blauen Keramikmalereien. Außerdem ist Delft Geburtsort des Malers Jan Vermeer. Die mittelgroße Stadt mit gerade einmal 110.000 Einwohnenden gilt mittlerweile nach Amsterdam als zweitpopulärstes Tourismusziel der Niederlande und empfängt jährlich rund eine Million Gäste.

Delfter Kacheln, „Delfter Blau“ und Vermeers „Mädchen mit dem Perlenohrring“ sind in Delft allgegenwärtig. (Souvenirläden auch.)
Wir sind früh da und es regnet. Gut für uns: Da ist es nicht allzu voll. Dass Delft ausgesprochen hübsch ist, sehen wir. Es ist an diesem Tag aber auch ausgesprochen kalt und ungemütlich.
Wir retten uns zunächst in einen kreischbunten Souvenirshop. Nachdem uns bei einem kurzen Stadtbummel die Zehen eingefroren sind, suchen wir ein nettes Café. Leider sind unsere ersten Anlaufpunkte alle hoffnungslos überfüllt.
Echt niederländisch: Brownies & Downies
Schließlich landen wir bei „Brownies & Downies“. Die niederländische Institution hat über 20 Filialen. Dort bietet sie nicht nur hervorragende Brownies in mehreren Varianten, sondern vor allem auch Menschen mit Behinderungen einen interessanten Arbeitsplatz. Tolles Konzept!
Während unser Kind im frisch erstandenen Zuidholland-Malbuch malt, googlen wir Eltern nach Regenprogramm in Delft. Das Keramikmuseum hat gute Bewertungen. Aber das Thema interessiert uns so überhaupt nicht.
Schließlich entscheiden wir uns für Plan B: Wir fahren weiter nach Gouda, das für uns eh an der Strecke liegt. Dort gibt es die wetterfeste „Cheese Experience“.
Gouda: Was für ein Käse!
Auch Gouda gehört noch zur Randstad und ist folgerichtig gar nicht weit weg. Mit knapp 78.000 Einwohnenden ist die Stadt deutlich kleiner. Als es endlich aufhört zu regnen, bummeln wir auch noch einmal durch die Innenstadt. Die ist nett und umfasst auch durchaus einige historische Sehenswürdigkeiten. Mit Highlights wie Delft, Leiden oder auch Utrecht kann die Kleinstadt aber nicht mithalten.
Das macht gar nichts, denn der Trumpf von Gouda als Ausflugsziel lautet: Käse. Von April bis August findet jeden Donnerstag Vormittag ein Käsemarkt statt. Dieses Schauspiel samt traditionellen Darbietungen haben wir leider knapp verpasst.
Gouda Cheese Experience
Stattdessen entern wir die „Gouda Cheese Experience“*: wieder so ein Erlebnis-Museum. Natürlich ist es hoffnungslos touristisch. Aber es ist auch erstaunlich gut gemacht und interessant. Von unserem deutschen Audioguide lernen wir viel über die Käseherstellung von der Viehhaltung bis zur Lagerung und zum Export. Unterwegs dürfen wir frische Milch probieren – und natürlich auch Käse. Die Verkostung fünf verschiedener Sorten geht mir zwar ein bisschen schnell, ist aber ausgesprochen lecker!
Frankas Highlight ist die Verkleidungsecke. Ein Klischeefest, klar. Aber wir haben Spaß. Und als wir das Etablissement nach knapp zwei Stunden als „offiziell geprüfte Käsemeister“ verlassen, sind wir um einiges schlauer.

Fünf Plöckchen Gouda sind im Eintrittspreis von 16 Euro für Erwachsene mit drin. Nicht günstig, aber Preis-wert, finde ich. Tickets kriegt ihr online über GetYourGuide* oder einfach indem ihr euch vor Ort in die Schlange stellt (wie wir).
Weiter nach Brabant und in den Bungalow-Park
Bis zu unserer nächsten Unterkunft bei Oisterwijk ist es nun nicht mehr weit. Über die Osterfeiertage ist die Auswahl bezahlbarer Bleiben kurz vor knapp minimal. So landen wir schließlich in einem der typischen Bungalow-Parks im Naturschutzgebiet „Oisterwijkse Bossen en Vennen“.
Erst ärgern wir uns, denn sowohl nach ´s-Hertogenbosch als auch nach Eindhoven ist es fürs Fahrrad zu weit. Dafür ist die unmittelbare Umgebung wirklich nett! (Später ärgern wir uns ein bisschen, dass wir nicht mehr Zeit vor unserer Haustür verbracht haben. Die Ausflugsziele direkt in der Gegend hätten auch für eine volle Woche gereicht.)
Unsere Unterkunft selbst passt für uns auch. So ein Park hat immer ein bisschen was von Campingplatz oder Kleingartenkolonie. Wir haben aber ausreichend Platz für uns. Franka hat sogar ihr eigenes Mini-Kinderzimmer. (Falls ihr die Empfehlung aufgreifen wollt: Booking-Link.*)

Niederländische Bungalows sind vergleichbar mit den Mobile Homes, die wir aus dem →Schweizer Tessin und von →Korsika kennen.
Tag 5: Nordbrabant mit Oisterwijk
Einmal wenigstens wollen wir auch hier mit den Rädern los. Martin erstellt uns am Rechner eine schöne 30-km-Tour. (Wer mehr Zeit hat, kann die Ziele problemlos auf zwei Tage aufteilen und es dann an den vielen Pausenmöglichkeiten gemütlich angehen lassen. Wir sind leider immer von der rastlosen Truppe.)
Unseren ersten Stopp rufe ich schon kurz nach dem Start aus. Gegenüber einem malerischen Moorsee grasen Rotwild und Alpakas. Nachdem wir all das gebührend bewundert haben, stoppt uns kurze Zeit später ein Waldspielplatz. Auch hier ist ein dazugehöriges Ausflugslokal nicht weit. Wir beschränken uns auf ein kleines Picknick.
An einer kleinen Andachtskapelle steigen wir schon wieder vom Rad. Hier hat jemand 1953 einen Autounfall überlebt und aus Dankbarkeit in katholischer Tradition das Kirchlein gestiftet. (Im Gegensatz zum calvinistischen Norden der Niederlande war Brabant mehrheitlich katholisch – bevor Religion generell in der Bedeutungslosigkeit verschwand.) Franka unterschreibt das Gästebuch mit großem Ernst und vollem Namen samt neu erworbenem Titel: „KESEMEiSDERiN“.
Oisterwijk mit weltschönstem Buchladen
Die meiste Zeit entwischt uns schließlich in Oisterwijk. Die Kleinstadt mit 33.000 Einwohnenden ist an sich nichts Besonderes. Wir finden jedoch ein wirklich verführerisches Café mit gehobener Konditorei (Seranne, Adresse). Und dann, als ich eigentlich nur darauf warte, dass der Rest der Familie aus dem Bäckerladen kommt, stoße ich auf die großartigste Buchhandlung, die ich je gesehen habe.
Der Boekhandel Oisterwijk hat gerade die Auszeichnung des schönsten Buchladens der Niederlande gewonnen. Das verkündet ein Schild, das vor dem Eingang um den Hals einer lebensgroßen Giraffe hängt. Innen empfangen uns natürlich meterweise Regale voller Literatur – aber auch Teppiche, Kronleuchter, Palmen, eine Spielecke, ein komplettes Wohnzimmer und ein begehbarer Tresor. Unter anderem. Wer Niederländisch nicht auf Bücher-lese-Niveau beherrscht, ist hier keinesfalls sicher vor einem Kaufrausch. Zum einen gibt es reichlich englischsprachige Literatur. Zum anderen stehen auch unzählige Karten, Spiele, Geschenkartikel und andere Kinkerlitzchen zum Verkauf. (Wir erliegen der Versuchung auf ganzer Linie.)
Mehr Fotos von diesem traumhaften Buchladen zeige ich in einem eigenen Beitrag bei Instagram. Der Rest von Brabant drängt sich in einem entsprechend benannten Highlight.
Tag 6: Eindhoven mit Kind
Ganz ehrlich: Wenn ihr in der Gegend seid, verbringt einen weiteren vollen Tag lieber in der Kampina mit einer Wanderung durch die Heide oder mit einer zweiten Fahrradtour. Dass wir stattdessen eine gute halbe Stunde weit bis in die Großstadt Eindhoven (250.000 Einwohnende) fahren, liegt mehr daran, dass wir schon zwei Mal dort waren, ohne wirklich was von der Stadt zu sehen. Diesmal wollen wir endlich wissen, was die fünftgrößte Gemeinde der Niederlande touristisch kann.
Spoiler: geht so. Aber einen Tag kriegt ihr doch sehr nett rum.
Unsere Highlights:
- Spielplatz der Extraklasse: Speelpark De Splinter (1,50 € Eintritt pro Person, lohnt sich sehr)
- moderne Architektur außerhalb des Zentrums rund um die Edisonstraat
- Café Smaakmakers, leckerer Kuchen, Spielecke, auch Sozialprojekt für Menschen mit Demenz
- hipper Stadtteil STRIJP-S mit Streetart, Kunsthandwerk-Conceptstore und vielen Second-Hand-Läden
Die Innenstadt hingegen haut uns nicht so vom Hocker. Die Neubauten sind ähnlich nichtssagend wie Hannover (das ebenfalls abseits des Zentrums seine Stärken hat). Die vielgerühmte Markthalle ist gerammelt voll. Gerade als wir denken, dass wir einen Tisch ergattert haben (und die vielversprechenden Trüffelrisotto-Bitterballen probieren können), drängelt sich eine niederländische Familie unter vollem Ellenbogeneinsatz vor. Bei sowas bin ich ja nachtragend. Da werden Eindhoven und ich keine Freundinnen.
Gerade als Kontrast zu den hübschen Altstädten von Utrecht, Leiden und Delft kann man sich Eindhoven ruhig mal ansehen.
Tag 7: ´s-Hertogenbosch und Moerputten
´s-Hertogenbosch – oft auch einfach nur Den Bosch genannt – ist die letzte Stadt auf unserer Liste. Mit 162.000 Einwohnenden ist sie ganz gut überschaubar. Auf mich wirkt sie wie eine kleinere Version von Eindhoven – nur in schöner und mit Altstadt.
Wanderung durchs Moorgebiet Moorputten
Wir starten unseren Tagesausflug ein gutes Stück außerhalb der Stadt. Das Naturschutzgebiet Moerputten ist einer der vielen niederländischen Überflutungspolder. Irgendwo muss das Wasser ja hin, wenn man ringsum alles trockenlegt.
Als man im 19. Jahrhundert die Eisenbahnstrecke Richtung Amsterdam und Rotterdam baute, musste man mitten hindurch. Heute verläuft die Strecke anderswo. Übrig geblieben ist die Moerputtenbrug, ein 600 Meter langes Viadukt. Ein Wanderweg führt darüber hinweg und macht eine insgesamt fünf Kilometer lange Schleife zum Rundweg. Die kleine Tour ist genau das Richtige für uns.
Tipp: Geht unbedingt zuerst über die Brücke, denn der Hinweg ist schnurgerade und fordert die Motivation jüngerer Wandernder. Zurück geht es kurvig erst durch Wiesen, dann über einen traumhaften Holzbohlenweg durch Sumpf und Moor.

Solche Wege lieben wir! (Deshalb sammele ich hier im Blog auch deutschlandweit →Die schönsten Wege durchs Moor.)
Die Highlights von Den Bosch
Ich hoffe wirklich, dass ich über ´s-Hertogenbosch noch einen anständigen Blogbeitrag zustande kriege – wie über alle anderen Ziele auf unserer Reise ebenfalls. Hier beschränke ich mich jetzt auf Stichworte zu unseren coolsten Entdeckungen. (Schließlich will ich irgendwann auch endlich mal fertig werden mit diesem Monster-Artikel.)
- Parkhaus unter dem Stadtgraben (witzig!)
- hübsche Altstadt mit einem der ältesten Backsteinhäuser der Niederlande („De Moriaan“)
- familienfreundliches Café Anne & Max mit Spielecken
- Bos’sche Bollen (mit Schokolade überzogene Windbeutel, gibt’s überall auch to go)
- Alter Hafen am Zusammenfluss der Dieze, Dommel und Aa
- Streetart-Meile und Kulturviertel Tramkade
- Kugelhäuser-Siedlung

Sneak Peek: Über Den Bosch möchte ich unbedingt noch einen anständigen Blogbeitrag schreiben. (Aber das sage ich so oft, und dann fehlt mir die Zeit…)
Ostern in den Niederlanden
Noch ein Wort zum Ostersonntag in den Niederlanden: Zwar wünschen sich die Einheimischen auf Schritt und Tritt „Fijne Pasen“ (frohe Ostern), aber große Auswirkungen auf die Öffnungszeiten stellen wir nicht fest. In einigen Geschäften hängen Infos zu Sonderöffnungszeiten. Das macht anscheinend jede*r nach eigenem Gusto. Karfreitag und Ostermontag haben die allermeisten Läden normal geöffnet.

Ganz typisch sind in den Niederlanden zu Ostern die kleinen bunten Schokoladeneier in unzähligen Geschmacksrichtungen – von Nougat bis Worcestersoße.
Tag 8: High Tea in De Lutte
Nun geht es leider wieder nach Hause. Aber ein echtes Highlight gönnen wir uns auf dem Rückweg noch!
Der kleine Ort De Lutte liegt buchstäblich direkt an der Grenze. Hier parken wir im Wohngebiet. Während Martin unser Auto an die Ladesäule anschließt, tobt unser Kind selig über den kleinen Spielplatz.
Bis zur Hauptattraktion meiner Träume sind es dann nur ein paar Schritte. Der Grenzort liegt idyllisch im Grünen und hält als Ausflugsziel daher mehrere Gastronomiebetriebe.
Tea Time!
Einer davon ist „Thee Luttke“, ein very Britisher Tea Room. Very British mit Union Jack an der Fassade, aber doch auch einigen typisch niederländischen Annehmlichkeiten. Zum Beispiel wird der ganze Zauber auf Wunsch und Voranmeldung hier auch komplett glutenfrei serviert. Wir haben am Vortag für diesen Ostermontag High Tea reserviert. Das hat grandioserweise noch geklappt, war aber auch der letzte freie Tisch.
Zwei Stunden lang dürfen wir nun nach Herzenslust Tee trinken. Die Crux: Wir müssen uns jeweils auf eine Sorte aus der Teekarte mit 30 Einträgen einigen. Sobald die Liter-Kanne leer ist, dürfen wir die nächste bestellen. (Da wir bei dem Andrang einige Zeit auf dem Trockenen sitzen, schaffen wir nur drei.) Dazu bekommt jede*r von uns eine eigene Etagere. Wie wir es aus →Großbritannien kennen, stapeln sich darauf edle Sandwiches, Scones samt echter clotted cream und weitere süße Köstlichkeiten. Die von Franka ist mit besonders kinderfreundlichen Leckereien inklusive Schokohasen bestückt. Dann gibt es auch noch ein Süppchen und etwas Kompliziertes, aber Sauleckeres mit Ei, Käse und Kräutern. Himmlisch!
Ja, es ist vielleicht ein bisschen dumm, unsere letzten Stunden in den Niederlanden mit einer britischen Tea Time zu verbringen. Als Fans der Insel (vor allem des Nordens) beenden wir unseren Familienurlaub so aber sehr, sehr glücklich.
Osterverkehr und Grenzübergang
Der ADAC hat für das Osterwochenende wie üblich viel Stau angesagt. Wir haben das Glück, dass wir das →Ruhrgebiet nicht tangieren, sondern Richtung →Osnabrück und →Hannover auf die A30 fahren. Da ist es höchstens ein bisschen voller als sonst.
Doof sind nur die in der Sache völlig nutzlosen Grenzkontrollen an der Autobahn. Der populistische Aktionismus „gegen illegale Einwanderung“ hat uns schon vor zwei Jahren die familienfreundliche Pole-Position bei der Fahrt von der →Fähre aus Lettland gekostet. Tatsächlich fällt uns in diesem Moment wieder ein: Stimmt ja, Frankas Reisepass ist abgelaufen – und liegt außerdem zu Hause in der Küchenschublade.
Da wir das schon in dem Moment realisieren, als wir beim Programmieren des Navis den Stau an der Grenze angezeigt bekommen, ist das zum Glück kein Problem. Wir machen es einfach wie all die hundert Millionen illegal Einwandernden und der Bulli vor uns, aus dem die Bässe dröhnen, und fahren komplett unbehelligt auf der Landstraße über die Grenze. An der nächsten Auffahrt wieder auf die Autobahn – fertig. Willkommen zurück in Deutschland.

Einmal Grenzstau und Formalitäten umfahren – überhaupt kein Problem. Aber Hauptsache, wir beschäftigen die Grenzpolizei mit jeder Menge Steuergeldern, statt die sinnvoll in Bildung und Klimaschutz zu investieren. – Sorry, wunder Punkt.
Mehr Tipps für die Niederlande mit Kindern
Und falls ihr nach dieser Informationsflut immer noch nicht genug habt von meinem Reiseblog und meinen Tipps für Familienurlaub in den Niederlanden, könnt ihr hier nahtlos weiterlesen:
- CORPUS Leiden: Lohnt sich die Reise durch den Körper mit Kindern? (2026)
- Kurzurlaub in den Niederlanden: 2 Tage Fahrradtour rund um Ootmarsum (2025)
- Niederlande mit Kind: 1 Woche Holland in den Osterferien (2024)
- Deventer mit Kindern: Ein Tag in Overijssels schönster Stadt (2024)
- IJmuiden: Natur, Strand und große Schiffe (2022)

Und Mist: Schon wieder keins der obligatorischen Souvenirs gekauft… (Das war in →Volendam, einem malerischen Dorf nahe Amsterdam. Super touristisch, aber abseits der Souvenirstände auch echt wunderschön!)
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