Pazin: Das Ethnografische Museum Istriens

In unserer Istrien-Serie „7 Dinge, die wir in der Nachsaison unternommen haben“ wird es heute kulturell: Es geht nach Pazin.

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Steht einfach so in der Gegend rum: Der Campanile von Pazin. Hier kann man parken.

Die kleine Stadt Pazin im Landesinneren ist das verwaltungstechnische Zentrum Istriens. Sie liegt ziemlich mittig auf der keilförmigen Halbinsel und ist von Porec aus in einer knappen Stunde zu erreichen. Zu Habsburger Zeiten lautete der Name folgerichtig Mittelburg. In touristischem Sinne sehenswert ist der Ort eher nicht. Während Porec, Rovinj und die anderen Küstenstädte aufs äußerste zurechtgeputzt sind, ist Pazin grau und die Fußgängerzone kurz. Das Eis kostet zwei Kuna weniger als in den Touristenorten, dafür schmeckt es schlichtweg überhaupt nicht.

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Wer Pazin mögen will, muss schon auf Shabby Chick stehen.

Einen Grund, Pazin zu besuchen – vielleicht auf dem Weg nach Pula, das wir aus Zeitmangel leider, leider auslassen mussten – gibt es aber dennoch: Hier befindet sich das Ethnografische Museum Istriens. Trotz Beschilderung ist es nicht ganz leicht zu finden. Wir haben am freistehenden Campanile im Zentrum geparkt (gratis) und haben uns dann zu Fuß durchgeschlagen (von der Fußgängerzone aus rechts rum und bergauf). Das Museum ist in der alten Burg untergebracht, die über einer eindrucksvollen Klippe thront. Ich habe gelesen, dass sie 120 Meter tief sein soll, war aber zu feige, das durch einen anständigen Blick nach unten zu überprüfen.

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Direkt neben der Burg geht es tief abwärts. Das Foto hätte noch spektakulärer sein können, aber diesen Anblick hätte ich als Fotograf nicht ertragen. :)

Zu sehen gibt es Werkstätten alter Handwerker (Wagner, Schmied, Böttcher), istrische Trachten und eine vollständig eingerichtete alte Küche. Im Turm sind jede Menge Waffen und Foltergeräte ausgestellt (aber Vorsicht, Geländer und Treppen sind nicht kindersicher, kleinere Kinder unbedingt an die Hand nehmen!). Highlight sind die traditionell bemalten Holzspielzeuge, die offenbar in der istrischen Kultur eine so große Rolle spielen, dass sie sogar als Weltkulturerbe bei der Unesco eingetragen sind.

Dieser "Schiebevogel" ist in den traditionellen Farben und Mustern bemalt und zählt als istrisches Holzspielzeug zum Weltkulturerbe. Aha.
Dieser „Schiebevogel“ ist in den traditionellen Farben und Mustern bemalt und zählt als istrisches Holzspielzeug zum Weltkulturerbe. Aha.

Diese beiden Räume sind nach modernen museumspädagogischen Aspekten eingerichtet, vieles darf ausprobiert werden, und es gibt eine Kinderspielecke. Der Rest der Ausstellung ist noch recht traditionell gestaltet, aber durchgängig mit englischen Texten versehen.

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Das ethnografische Museum ist in der Burg von Pazin untergebracht.

Praktische Hinweise:

Das Museum hat die Adresse Trg Istarskog razvoda 1275. br. 1. Die Eintrittspreise betragen 25 Kuna für Erwachsene (ca. 3,25 Euro), 18 Kuna für Kinder (ca. 2,35 Euro). Die Öffnungszeiten sind etwas tückisch: dienstags bis donnerstags nur von 10 bis 15 Uhr, sonst bis 16 Uhr, dafür freitags erst ab 11 und montags ist – wie in den meisten Museen – geschlossen.

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Und noch ein bisschen mehr Shabby Chick Pazin-Style.

Zum Überblick – das sind unsere 7 Ausflugstipps in Istrien

  1. Poreç: Kultur, Restaurants und eine Adria in Badewannentemperatur
  2. Istrien entdecken: am besten (nicht) auf einem Bootsausflug
  3. Rovinj: Juwel an der Westküste der Adria
  4. Vrsar: Kleines Fischerdorf unter Palmen
  5. Opatija: Die alte Perle, die um neuen Glanz kämpft
  6. Pazin: Das Ethnografische Museum Istriens
  7. Nördliches Grenzland: Wo Istrien menschenleer ist

2 Gedanken zu „Pazin: Das Ethnografische Museum Istriens“

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