Potsdam mit Kindern ohne Sanssouci

Potsdam (mit Kindern) ohne Sanssouci: Lohnt sich ein Ausflug in die Stadt?

Wer mit Familie nach Postdam reist, der tut das höchstwahrscheinlich, um sich das hochherrschaftliche Königsschloss Sanssouci anzusehen. Das Zuhause Friedrichs des Großen gehört zu Deutschlands Top-Sehenswürdigkeiten und zieht jährlich Millionen Besucher an. Viele, wenn nicht gar die meisten, werden busladungsweise vorgefahren, einmal durch die Prachtbauten und Barockgärten gespült und dann unversehens wieder abtransportiert (denn die Bucketlist im Großraum Berlin ist freilich lang, und dass die Reisezeit grundsätzlich zu kurz bemessen ist, braucht uns keiner erzählen). Wenn man jetzt aber keine Lust auf das Prachtschloss hat, zu geizig für den stattlichen Eintritt ist, die Kinder nicht in Kulturstimmung sind oder man einfach schon dort gewesen ist und noch einen Tag übrig hat – lohnt sich dann auch so ein Ausflug nach Potsdam mit Kindern ohne Sanssouci? Wir haben die Probe aufs Exempel gemacht und einen Tag unserer Winterferien in der brandenburgischen Landeshauptstadt verbracht.

Potsdam besitzt durchaus einige Sehenswürdigkeiten außerhalb des Schloss-Geländes. Zu Hause habe ich einen ausgeklügelten Plan erarbeitet, wie sich alles, was ich sehen möchte, an einem Tag verbinden lässt. Wie das Leben aber so spielt, vor allem beim Reisen mit Kindern, werfen wir manches davon dann doch kurzfristig um. So kommt es, dass wir unser Potsdam-Programm für einen Tag auf zwei Tage verteilen – was den unschätzbaren Vorteil hat, dass wir zweimal Kuchen essen können, denn wenn Potsdam eines zu bieten hat, dann sind das schnuckelige schönes Cafés!

Aber der Reihe nach. Aller Logik zum Trotz beginnt unser Potsdam-Ausflug mit einem Sonnenuntergang am Brandenburger Tor.

Brandenburger Tor in Potsdam mit Kindern
Die Potsdamer haben ihr eigenes Brandenburger Tor.

Vom Brandenburger Tor in die Altstadt

„Hä? Ich dachte, das Brandenburger Tor steht in Berlin?“ fragt Janis irritiert.

„Das kann nicht das Brandenburger Tor sein“, lautet Silas‘ entschiedene Meinung. „Ich kann mich noch ziemlich gut an das richtige Brandenburger Tor erinnern, und das war viel größer.“

Die Jungs haben recht, aber Potsdam hat seine eigene Ausgabe des Wahrzeichens zu bieten. Es steht am Luisenplatz und stammt aus dem Jahr 1771, ist also etwa 20 Jahre älter als sein Pendant in der Hauptstadt. Mit dem hat es sonst nichts weiter zu tun, außer dass beide alte Stadttore sind, die nach der Richtung benannt wurden, wohin sie führen (nach Brandenburg an der Havel nämlich).

Nachdem wir das fragliche Tor durchschritten haben, liegt die Fußgängerzone der Altstadt vor uns. „Altstadt“ ist relativ, denn obwohl die Wurzeln der Stadt bis ins Mittelalter zurückreichen, kam die Stadtgeschichte erst zu absolutistischen Zeiten ab 1660 richtig in Gang, als auch Preußen unter Hohenzollern-Kurfürst Friedrich Wilhelm historisch gesehen Fahrt aufnahm.

Fußgängerzone Potsdam
An einem Regentag im Februar kommt Potsdams Charme leider nicht so gut rüber. Auf uns wirkt die Fußgängerzone trotzdem einladend genug.

Sein heutiges Gesicht verdankt die Stadt vor allem Friedrich dem Großen, der seine Residenzstadt einer kompletten Neugestaltung unterzog.

Potsdam, seine (vielen!) Friedrich Wilhelms und Einflüsse aller Herren Länder

Der erste in der ziemlich langen Reihe von Friedrich Wilhelms sorgte in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts für die Ansiedlung neuer Untertanen aus den Niederlanden. Extra für sie ließ er Unterkünfte in ihrem heimischen Stil errichten. Das Holländische Viertel ist heute eine von Potsdams Sehenswürdigkeiten (und nicht die einzige architektonische Hommage an europäische Nachbarn, wie wir bald erfahren).

Holländisches Viertel, Potsdam
„Potsdam erinnert mich irgendwie ein bisschen an Amsterdam“, sage ich gedankenlos, als wir durchs Holländische Viertel spazieren. Dabei hab ich doch selbst rausgesucht, dass wir uns die niederländisch angehauchten Straßenzüge angucken wollen…

Das allerbeste am Holländischen Viertel – unserer Meinung nach – ist das wunderbare Café La Maison du Chocolat (Benkertstr. 20). Ja, nicht holländisch, sondern französisch, aber so absolut lecker geht es da zu, dass man den ethnologischen Stilbruch gerne verzeiht. Das Ambiente ist plüschig-gemütlich (wie wir es lieben), die Torten sind ein Traum, und ganz besonders hervorragend ist die heiße Schokolade! Doch Vorsicht: Hierbei handelt es sich nicht wirklich um ein Getränk, eher um eine vollwertige Mahlzeit. Der stolze Preis von 4,50 Euro ist angemessen. Seit Triest habe ich nicht mehr so im siebten Schokoladenhimmel geschwebt!

das beste Café in Potsdam mit Kindern: Maison du Chocolat
Mit Kuchen und Schokolade in allen Formen kann man die Jungs (und mich) sehr leicht sehr glücklich machen (Janis‘ leicht gequälter Gesichtsausdruck ist dem schweren Schicksal vieler Blogger-Kinder geschuldet, die im Angesicht von Leckereien warten sollen, bis Mama endlich genügend Fotos gemacht hat – weshalb ich mich dann beeile, und dann kommen solche Gurken an Bildern raus…).

Erkundungstour im Neuen Garten am Heiligen See

Von hier aus wäre es nun nicht mehr allzu weit bis zum Neuen Garten am Heiligen See. Diesen Teil der Tour verschieben wir allerdings aus organisatorischen Gründen und kommen erst zwei Tage später wieder. Diesmal parken wir (kostenlos!) in einer Seitenstraße ganz in der Nähe des großen, frei zugänglichen Parks.

Mit seinen rund 170.000 Einwohnern ist Potsdam eine eher übersichtliche Großstadt. Zwar wächst sie, verglichen mit allen anderen Landeshauptstädten, am schnellsten, wie uns passenderweise das Radio auf der Herfahrt erzählt. Gefühlt aber, und vor allem, wenn man gerade aus Berlin kommt, ist Potsdam herrlich relaxt. Ein großer Teil der Stadtfläche scheint aus Parks und Gärten zu bestehen. Kein Wunder: Die Anlagen aus Schlössern, Villen, Palästen und umliegenden Grünflächen bilden zusammengenommen das größte Ensemble, das Deutschland in Sachen Unesco-Welterbe zu bieten hat.

Potsdam mit Kindern, Neuer Garten am Heiligen See
Auch im Winter schön: am Ufer des Heiligen Sees im Neuen Garten.

Wir schlendern also durch den Neuen Garten, der freilich Ende Februar hinter seinen sommerlichen Möglichkeiten zurückbleibt. Nichtsdestotrotz finden wir hübsche Winkel und jede Menge architektonische Überraschungen. Die Schmalseite der Orangerie zieren ägyptische Statuen und eine Sphinx, daneben prangt ein romantisches Bauernhäuschen mit einem weiteren niederländischen Giebel.

Potsdam mit Kindern, Orangerie mit Sphinx
Im Neuen Garten gibt es buchstäblich hinter jeder Ecke etwas zu entdecken.

Ein Stück weiter ragt eine spitze kleine Pyramide aus den kahlen Bäumen. Sie diente einst als Eisschrank. Und direkt am Ufer des Heiligen Sees thront das Marmorpalais, das in unserem heutigen Verständnis von Ästhetik irgendwie ein bisschen merkwürdig erscheint. Bauherr war wieder ein Friedrich Wilhelm, der II. diesmal, der das herrschaftliche Häuschen ab 1787 errichten ließ. Der Neffe und Nachfolger Friedrichs des Großen nutzte das vergleichsweise bescheidene Domizil als privaten Rückzugsort.

Marmorparlais, Potsdam
Silas hätte nichts dagegen, hier einzuziehen. Ich finde die Raumverhältnisse mit dem Pavillon auf dem Flachdach irgendwie merkwürdig.

Die Jungs staunen über den Einfallsreichtum des Monarchen. Den Küchentrakt zum Beispiel hat er in einer künstlichen gotischen Ruine untergebracht und über einen unterirdischen Tunnel mit dem Haupthaus verbunden. Als fantasievolle Picknick-Location diente die Muschelgrotte ein ganzes Stück weiter am Ufer entlang. Wie der Natur entwachsen sollte das mit verschiedenen Gesteinsarten bunt verkleidete Gebäude wirken, das in seinem Inneren auf das Prächtigste ausgeschmückt gewesen sein soll.

Potsdam mit Kindern, Muschelgrotte im Neuen Garten
Auch so ein eher merkwürdiges Gebäude: die Muschelgrotte am Ufer des Jungfernsees, der Teil der Havel ist.

Potsdam mit Kindern: Begehung der deutschen Geschichte

Von hier aus sind es nur noch ein paar Schritte zum Schloss Cecilienhof. Das jüngste Hohenzollern-Schloss, fertiggestellt im Jahr 1917, kennen wir dem Namen nach aus den Geschichtsbüchern. Hier tagte 1945 die Potsdamer Konferenz.

Wie ein Schloss sieht Cecilienhof eigentlich gar nicht aus, eher wie ein hübsches englisches Fachwerk-Cottage. Aber viel ist im Moment ohnehin nicht zu sehen, denn das Gebäude ist zwecks umfangreicher Renovierungsarbeiten eingerüstet. Die Innenräume sind trotzdem zur Besichtigung geöffnet (täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr, ab April bis 18 Uhr). Wir verzichten, einerseits weil wir nicht so viel Zeit haben, andererseits weil die Jungs mit der geschichtlichen Epoche noch nicht so viel anfangen können. Probehalber gebe ich im Vorgarten eine kurze Zusammenfassung der Entschlüsse, die die Vertreter der Alliierten hier über die Zukunft Nachkriegsdeutschlands getroffen haben.

Schloss Cecilienhof, Potsdam
Ein kleines Stück Cecilienhof, das derzeit nicht eingerüstet ist.

„Du meinst, hier in diesem Haus war Stalin?“ fragt Silas, und ich sehe förmlich den Schauer, der ihm über den Rücken läuft. „Und er ist vielleicht diesen Weg hier entlang gegangen?“

Ich nicke. „Und Churchill und der amerikanische Präsident Truman waren ebenfalls hier und haben über die innerdeutsche Teilung beraten“, bestätige ich.

Mein Mutterstolz entfaltet sich ob so viel Ehrfurcht vor der Geschichtsträchtigkeit des Ortes – ungefähr zwei Minuten lang, bis die Jungs wieder in ihre eigene Welt abtauchen und sich gegenseitig mit imaginären Laserwaffen beschießen.

Und noch ein Schloss…

Als nächstes klettern wir den Pfingstberg hinauf. Der Weg führt durch weitere Grünflächen, vorbei am eigentlich eher unscheinbaren Pomonatempel – rekonstruiertes Erstlingswerk des Star-Architekten Karl Friedrich Schinkel – und schließlich zum Belvedere. Dieses Schlösschen geht wieder auf Friedrich Wilhelm Nummer vier zurück, der im 19. Jahrhundert selbst die Zeichnungen für den opulenten Aussichtspunkt anfertigte.

Schloss Belvedere auf dem Pfingstberg, Potsdam
Der Laubengang vor dem Belvedere auf dem Pfingstberg bietet im blattlosen Winter hübsche Ausblicke auf das italienisch anmutende Schlösschen.

Da man von hier bis nach Westberlin und damals auf die Grenzbefestigungen und die Russen-Kasernen gucken konnte, war der Pfingstberg zu DDR-Zeiten Sperrgebiet, und das kleine Schloss verfiel. Dank Spenden und Fördermitteln wieder aufgebaut, kann der italienisch anmutende Prachtbau heute wieder besichtigt werden (April bis Oktober täglich 10 bis 18 Uhr, im Winter nur samstags und sonntags 10 bis 16 Uhr; laut Homepage gibt es ein extra Heft „Belvedere für Kinder“ an der Kasse).

Kinderfreundliche Mittagspause in Potsdam (oder Russland?)

Beim Abstieg entdecken wir einen alten jüdischen Friedhof und viele hübsche alte Villen. Dann gelangen wir schon an die russisch-orthodoxe Alexander-Newski-Gedächtniskirche auf dem Kapellenberg. Für die ist Friedrich Wilhelm III. verantwortlich, der das kleine Gotteshaus ab 1826 für seinen russischen Sängerchor errichten ließ (lange Geschichte, aber ziemlich spannend, wie es dazu kam).

russisch-orthodoxe Alexander-Newski-Kirche, Potsdam
Die Alexander-Newski-Kirche gilt als die älteste russisch-orthodoxe Kirche im westeuropäischen Raum.

Am Fuß des Hügels Richtung Innenstadt ließ er seinen Langzeitgästen außerdem eine ganze Siedlung aus russischen Blockhäusern bauen. Alexandrowska ist in der ovalen Form einer Rennbahn angelegt. Die ursprünglich 14 Gebäude der russischen Kolonie waren teils noch bis in die heutige Zeit von Nachfahren der Sänger bewohnt. 2008 starb der letzte Blutsverwandte.

russische Kolonie Alexandrowska Potsdam
Ein bisschen erinnern uns die Blockhäuser an Freilichtmuseen in Estland, Litauen und in der Slowakei, aber ansonsten ist der Anblick der russischen Kolonie Alexandrowska doch sehr fremd für uns.

Wir genießen den fremdartigen Anblick und laufen einmal um die Anlage, bis wir die Russische Teestube erreichen (Alexandrowska 1). Es ist Sonntagmittag, und wir haben immenses Glück, dass wir ohne Reservierung einen Tisch ergattern. In dem kleinen Etablissement ist östliche Gemütlichkeit angesagt. Es ist brechend voll und eng, aber herzlich. Die Jungs bekommen sofort eine Kinderkarte und einen Becher mit Filzstiften, denn auf der Rückseite ist das Ausmalbild einer Matroschka-Puppe abgedruckt. Sie entscheiden sich für einen kleinen Teller Pelmeni (eine Art russische Ravioli) und sind sehr zufrieden mit ihrer Wahl. Martin ist glücklich mit seiner Borschtsch-Suppe, und ich mit meinen Blini und dem Rauch-Tee aus dem Samowar. Die Atmosphäre gefällt uns, die Jungs genießen die Pause nach dem doch recht ausgiebigen Stadtspaziergang, und ich kann mich kaum sattsehen an den vielen Hinstellchen und Details russischer Folklore, mit der ich ansonsten so wenig Berührungspunkte habe. Trotz der klar touristischen Ausrichtung wirkt alles so authentisch. Der Weg zum Klo führt einmal durch die Küche, wo ich mich an die Wand drücke, um dem vollbeladenen Kellner auszuweichen, auf den gerade ein ganzer Schwall russischer Instruktionen von der Chefin niedergeht.

Russische Teestube Alexandrowka, kinderfreundliches Restaurant in Potsdam mit Kindern
So leer, dass ich mich zu fotografieren traue, ist es nur zehn Minuten lang – und auch nur, weil die Tische im Hintergrund reserviert sind.

Potsdam mit Kindern: Der perfekte Ausklang

Kurz überlegen wir, ob wir doch noch einen Abstecher in Richtung Klausberg und Schloss Sanssouci einlegen sollen, um vielleicht einen kurzen Blick auf das Königsschloss zu erhaschen. Potsdam hat noch etliche Sehenswürdigkeiten zu bieten, einige liegen auf dem Weg – und eigentlich grenzt es ja schon so ein bisschen an ein Sakrileg, das deutsche Schloss links liegen zu lassen, wenn man schon mal in Potsdam ist.

Aber wir wollen uns den Besuch lieber für später aufheben, wenn wir unsere Kinder ein bisschen besser darauf vorbereitet haben, was sie dort erwartet und wer die historischen Gestalten waren, die am Hof der Hohenzollern wirkten. Und die familiäre Stimmung tendiert gerade eher dazu, die körperliche Betätigung für heute nicht mehr allzu lange auszudehnen.

Hilft nichts: Wir müssen irgendwann noch mal wiederkommen.

So bummeln wir in aller Seelenruhe in Richtung Auto, schauen uns die vielen schicken Villen links und rechts der Straßen an und überlegen uns, wo wir gerne wohnen würden, wenn wir richtig reich wären.

Villa in Potsdam
Dieses Exemplar wäre zum Beispiel Martins Favorit. Joa, könnte ich mich wohl auch mit anfreunden.

Dann lassen wir uns zum Abschluss noch ins Café Matschke locken (Alleestr. 10). Durch den Hof, vorbei an ersten Schneeglöckchen, geht es ins Hinterhaus und an den warmen Kachelofen. Bei einem leckeren Stück russischen Zupfkuchen genießen wir die Wohnzimmer-Atmosphäre und lassen unseren Familienausflug nach Potsdam Revue passieren.

Potsdam mit Kindern: Café Matschke
Kartenspielen, Kuchen und Kakao: perfekter Potsdam-Ausklang im Café Matschke.

Potsdam mit Kindern ohne Sanssouci: Unser Fazit

Unser Fazit: Potsdam mit Kindern lohnt sich auch ohne Schlossbesichtigung. Die Hauptstadt Brandenburgs ist ein toller Ort zum Bummeln und eignet sich gerade zum „niedrigschwelligen Sightseeing von außen“ hervorragend – eine auf die Dauer kulturell etwas frustrierende, aber für Familien mit kleinen Kindern sehr entspannte (und unschlagbar günstige) Art der Stadtbesichtigung. Was wir an Eintrittsgeldern (mehr oder weniger unfreiwillig) gespart haben, haben wir locker in die Potsdamer Gastronomie investiert (sehr freiwillig, weil ebenso international wie das Stadtbild und wirklich lecker und kinderfreundlich).

Potsdam mit Kindern – das sagen unsere Jungs

Silas (10): „Potsdam ist eine schöne Stadt. Am besten hat mir die Maison du Chocolat gefallen, weil es dort echt lecker war. Und ich fand diese Villa cool, das Marmorpalais. Da war es schön, die Umgebung war auch nett. Da würde ich auch gern wohnen. Übrigens habe ich auch einen Wackelzahn in Potsdam verloren. Den habe ich in die Havel geschmissen, so wie damals den anderen in den Bosporus. Ein Zahn zwischen zwei Kontinenten, ein Zahn zwischen zwei Bundesländern.“

Janis (12): „Ich fand Potsdam relativ gut. Mir hat auch die Maison du Chocolat am besten gefallen. Ich hatte eine Torte mit kleinen Erdbeerstückchen und viel Sahne, seeehr lecker. Nur die heiße Schokolade war mir ein bisschen zu stark. Am See konnten Silas und ich schön spielen, deshalb mochte ich es da auch sehr gern. Wir gehen eigentlich ganz gerne Spazieren und spielen dabei, dass wir fremde Planeten erobern. In Potsdam war ich ein Cyborg und habe neue Laser erfunden.“

Potsdam Innenstadt
Und hübsch, Potsdam ist halt auch einfach hübsch!

Potsdam mit Kindern: Wer doch Schlösser besichtigen will

Wer nicht wie wir einfach nur durch die brandenburgische Landeshauptstadt bummeln, sondern auch ein paar Sehenswürdigkeiten von innen sehen möchte, für den sind vor allem die Familienkarten der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten interessant.

Die Familienkarte Potsdam (2 Erwachsene, maximal 4 Kinder unter 18) kostet 25 Euro und berechtigt einen Tag lang zur Besichtigung aller geöffneten Potsdamer Schlösser außer Sanssouci (und drei weitere sind ebenfalls ausgenommen, darunter das Belvedere auf dem Pfingstberg).

Das „Ticket Sanssouci + Familie“ für 49 Euro bietet all das ebenso und zusätzlich eine feste Einlasszeit im Schloss Sanssouci.

Mehr über Potsdam (mit Kindern) in anderen Reiseblogs

Zur Reisevorbereitung: Kinderbücher über Potsdam

Leider erst im Nachhinein habe ich gemerkt, wie viele echt interessante Kinderbücher es zum Thema Potsdam mit Kindern gibt, die sich bestimmt optimal zur Vorbereitung und Einstimmung auf den Familienausflug nach Potsdam eignen – für größere und auch ganz kleine Kinder. Bevor wir das nächste Mal hinfahren, werde ich das eine oder andere aus dieser Liste* hier ausprobieren:





9 Gedanken zu „Potsdam (mit Kindern) ohne Sanssouci: Lohnt sich ein Ausflug in die Stadt?“

  1. klitzekleine Anmerkung: in den Park von Sanssouci kommt man kostenlos herein (Stand heute, wird immer mal wieder darüber diskutiert das zu ändern), und das ist beeindruckend genug, ins Schloss rein mit Kindern muss man garnicht unbedingt, es sei denn sie mögen solche Museumsähnliche Ausflüge wirklich…

    1. Ah, das ist gut zu wissen! Mir hatte jemand erzählt, der Park sei kostenpflichtig, und dummerweise habe ich das daraufhin nicht weiter hinterfragt. Dann ärgere ich mich jetzt natürlich ein bisschen, dass wir den Abstecher nicht doch gemacht haben – wobei wir dann nie und nimmer an einem Tag mit Potsdam durchgekommen wären. Im Schlosspark von Sanssouci stehen ja noch mal viel mehr interessante Gebäude als im Neuen Garten!

      1. genau, bloß nicht ärgern, ihr habt so viele schöne Sachen gesehen und die gehören alle genauso zu Potsdam wie das Schloß und ihr kommt ja bestimmt noch mal wieder :), wenn ich so eine große Couch hätte, würde ich sie euch sofort anbieten, ich finde euch unglaublich inspirierend und hoffe auch irgendwann mal so eine Langzeitreise unternehmen zu können und nicht in der momentanen „ohhh, das wäre so toll“ Phase stecken zu bleiben…

        1. Das ist ja lieb, das zu sagen, danke! In der „Ohhh, das wäre so toll“-Phase waren wir ungefähr drei Jahre. 😉 Und dann noch mal drei in der konkreten Planung. Ich drück die Daumen!

  2. ich bin ja sonst ein recht stiller Leser hier, aber wenn es um meine Wahlheimat geht, muss ich mich mal zu Wort melden ;). Schön, dass es euch herverschlagen hat.

    Auch wenn ich an allen Orten, die ihr beschrieben habt schon war, habe ich immer noch ein bisschen was dazu gelernt. Danke. Ich verwechsele imme die ganzen Friedrich Wilhelms und kann meinen Gästen daher nie ganz genau erzählen, wer wie was gebaut hat. Schade eigentlich.

    Mein Lieblingsschloss ist übrigens der Pfingstberg, da man von oben eine so tolle Aussicht hat – es lohnt sich echt die 3€ zu investieren und die Leute an der Kasse können einen so viel über die ‚Teeresidenz‘ erzählen.

    Falls ihr nochmal wieder kommt, schlendert einfach mal durch den Park Sanssouci, er hat echt viele schöne Geböude auch neben dem Hauptschloss. Ansonsten mag ich auch den Park Babelsberg echt gern. Alle Parks sind zur Zeit noch kostenlos.

    Das mit den Villen anschauen und überlegen, in welche man gerne ziehen will, wenn man mal richtig reich ist, mache ich übrigens auch eins meiner Hobbies 😉

    1. Danke schön, das freut mich richtig, dass der Beitrag dich zu einem Kommentar motiviert hat! Und dann auch noch einen so hilfreichen. Wir müssen wirklich unbedingt noch mal wiederkommen, nicht nur für das Innere von Sanssouci. Berlin ist ja eh so eine Stadt, in die man zehnmal einen Städtetrip unternehmen kann und immer noch nicht durch ist. Tückisch, dass das bei Potsdam gleich daneben fast schon ähnlich ist! 🙂
      Um die vielen Friedrich Wilhelms in eurer Geschichte beneide ich euch wirklich nicht, mit denen würde ich auch ständig durcheinanderkommen. Zumal sich die Zahlen dann ja auch noch ändern, wenn aus den Kurfürsten Könige und dann auch noch Kaiser werden. Und jeder nicht nur ein Schloss hat bauen lassen, sondern gefühlt jede Menge…

  3. Vielen Dank Lena für den ausführlichen Bericht über euren Potsdam-Besuch. Der Parkeintritt nach Sanssouci ist tatsächlich kostenfrei aktuell, ein freiwilliger Parkeintritt von 2€ kann aber gespendet werden an Automaten an den Eingängen. Ein Besuch im Schloss Sanssouci lohnt sich jetzt im Frühling umso mehr – ich habe eine Infoseite die Wichtiges wie Eintritt, Anfahrt & Geschichte zusammenfasst. Kommt doch mal wieder vorbei 🙂

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