Wer ein Freilichtmuseum besichtigt, braucht keine Zeitmaschine, um in vergangene Jahrhunderte einzutauchen. Knarrende Holzdielen unter den Füßen, der Duft von frisch gebackenem Brot aus einem alten Steinofen oder das rhythmische Klappern einer historischen Windmühle reichen aus, um Geschichte lebendig werden zu lassen. So wird Vergangenheit nicht nur erklärt, sondern erlebt. Das macht Freilichtmuseen für Familien auch im Urlaub zum idealen Ausflugsziel. Hier kommen unsere Tipps für die schönsten Freilichtmuseen in Europa. 

Freilichtmuseen in Europa

Ob traditionelle Wikingerhöfe in Skandinavien, historische Bauernhäuser in den Alpen oder ganze nachgebaute Dörfer mitten im Grünen – überall in Europa gibt es Freilichtmuseen. Sie sind oft original, manchmal auch rekonstruiert oder Stein für Stein ab- und im Museum wieder aufgebaut. Wir lieben Freilichtmuseen als Orte, an denen wir gemeinsam mit unseren Kindern erleben können, wie Menschen früher gelebt, gearbeitet und gefeiert haben.

Viele Freilichtmuseen bieten Mitmachaktionen und alte Handwerkskunst zum Ausprobieren. Fast immer ist ein schöner Spielplatz dabei und jede Menge Platz zum Erkunden. Perfekt also für einen Familienausflug.

Egal ob ihr nach einem Ausflugsziel für euren geplanten Familienurlaub sucht oder euch durch meine Auswahl erst zu einem Reiseziel inspirieren lassen wollt – ich zeige euch hier die schönsten Freilichtmuseen Europas. Auf geht’s zu Orten voller Geschichte, Atmosphäre und einer kleinen Zeitreise!

öland himmelsberga freilichtmuseum

Freilichtmuseen versetzen euch sofort in eine „gute alte Zeit“. Gleichzeitig vermitteln sie allen, die ein bisschen genauer hinschauen, wie hart diese oft gewesen ist. (Hier in Himmelsberga, Öland, Schweden.)

Tipp: Wenn ihr eine familienfreundliche Unterkunft in der Nähe eines der Freilichtmuseen sucht, gebt am besten einfach die Adresse des Museums in die Suche bei Booking* ein. Dann noch Anzahl und Alter der Kinder, das Datum, falls ihr es schon wisst – und schon bekommt ihr eine Liste mit Hotels, Apartments und Ferienhäusern in der Umgebung. Ihr könnt euch die Ergebnisse nach Familienfreundlichkeit ordnen lassen, oder natürlich nach Preisgefälle. Wir gehen von da aus meistens über die Kartensuche. Natürlich ist es netter, kleine Familienunternehmen direkt zu unterstützten. Die sind nur leider oft schwieriger zu finden und der Buchungsprozess ist umständlicher. Booking funktioniert – und über den mit * markierten Affiliate-Link unterstützt ihr immerhin ein kleines Familienreiseblog, das euch all die persönlichen Empfehlungen extra aufgeschrieben hat. :) 

Meine Top Ten der Freilichtmuseen in Europa

Wir lieben Freilichtmuseen! Schon als Kind bin ich verzweifelt gerne durch die alten Häuser gestrolcht, die nach Holzfeuer und feuchtem Leinen rochen. Bei meinen Kindern ist das nicht anders. Wenn unser Urlaubsziel ein Freilichtmuseum zu bieten hat, dann ist das Ausflugsziel gesetzt.

So haben wir im Laufe der Jahre viele dieser teils sehr unterschiedlichen Institutionen erkundet. Das hier sind meine – natürlich völlig subjektiv ausgewählten – Top Ten in Europa.

  1. Beamish in Nordengland
  2. Skansen in Stockholm, Schweden 
  3. Das Mittelalterzentrum auf Falster, Dänemark
  4. ASTRA in Sibiu, Rumänien
  5. Rumšiškės in Kaunas, Litauen
  6. Maihaugen bei Lillehammer, Norwegen 
  7. Martin, Slowakei
  8. Rocca al Mare bei Tallinn, Estland
  9. St Fagans bei Cardiff, Wales
  10. Muckross Traditional Farms in Killarney, Irland
freilichtmuseum auchindrain schottland Belle a'Phuille

Und dann kommen noch ein paar, zum Beispiel all meine Lieblinge in Schottland. (Hier in Auchindrain, Inveraray, Schottland.)

Beamish (England)

Gerade wenn ihr schon das eine oder andere Freilichtmuseum in Europa kennt und mögt, legt ein Besuch in Beamish noch mal eine gute Schippe drauf. Das riesige „Living Museum of the North“ bei Newcastle in Nordengland zeigt nicht nur alte Häuser, sondern vor allem auch gelebte Mobilität der vergangenen Jahrhunderte. Hier könnt ihr ein Stück mit dem Steam Elephant fahren, der allerersten Eisenbahn (RIP Bandscheiben), oder die Strecken zwischen den idyllisch in die Landschaft eingebetteten Themenbereichen mit einem echten Autobus aus den 1920ern zurücklegen. Historische Straßenbahnen rumpeln zwischen Bergarbeitersiedlung, georgianischem Bauernhof und edwardianischer Kleinstadt hin und her. Dabei kommen aber nicht nur Technik-Fans, sondern auch all jene auf ihre Kosten, die tief in das Leben des 18., 19. und 20. Jahrhunderts eintauchen möchten. In den Werkstätten riecht es nach Öl und Kohle, im Süßwarenladen nach Karamell. Die gewandeten Guides bieten ihren Gästen frisches Backwerk aus dem Ofen der Bauernhofküche an oder demonstrieren längst ausgestorbene Berufe, etwa als Schriftsetzer in einer über hundert Jahre alten Werbeagentur.

Der Eintritt ist astronomisch, aber er lohnt sich! Beamish ist das Freilichtmuseum, von dem unsere Jungs 13 Jahre später noch schwärmen.

Unser ausführlicher Erlebnisbericht von damals: →Freilichtmuseum Beamish – Zeitreise in Nordengland.

beamish freilichtmuseum historische straßenbahn

Die historischen Transportmittel machen das „Zeit-Reisen“ praktisch und ganz real.

Skansen (Schweden)

Skansen in Stockholm gilt als das älteste Freilichtmuseum der Welt – oder zumindest als dasjenige, das diesen Titel mit größter Überzeugung beansprucht. Das Gelände auf der Hauptstadt-Insel Djurgården ist groß und wunderschön gelegen. Gerade im Sommer ist das Museum ein Magnet für Familien aus ganz Schweden. Alleinstellungsmerkmal und gutes Argument für einen Besuch mit Kindern: Skansen ist nicht nur ein Freilichtmuseum mit alten Gebäuden aus allen Teilen Schwedens, sondern gleichzeitig auch ein Tierpark der nordischen Tierwelt.

Allerdings ist Skansen auch ein Ort, der ein bisschen Geduld verlangt. Wer Menschenmassen nicht mag, sollte die Highlights möglichst früh oder spät abklappern. Dann entfaltet das Museum seinen eigentlichen Zauber: rote Holzhäuser im Abendlicht, der Duft von Zimtschnecken und echtes Bullerbü-Gefühl.

Unser ausführlicher Erfahrungsbericht von unserem Besuch im Jahr 2023: →Skansen – lohnt sich das älteste Freilichtmuseum der Welt?

skansen stockholm freilichtmuseum

Skansen gilt als die Mutter aller europäischen Freilichtmuseen.

Apropos Freilichtmuseen in Schweden:

Mindestens ebenso gut gefallen wie Skansen – ehrlich gesagt noch ein Stück besser – hat uns Gamla Linköping. Das ist ein frei zugängliches Viertel mitten in der zentralschwedischen Stadt, das als kostenloses Freilichtmuseum bewahrt wurde. Es finanziert sich – neben Steuergeldern, nehme ich an – durch die Mieten der Kunsthandwerkstätten. Die sind vielfach in den alten Häusern ansässig und haben sich verpflichtet, neben dem Verkauf schöner Dinge Besuchenden auch ihre traditionellen Techniken zu zeigen. Weniger überlaufen als Skansen und unserem Empfinden nach mindestens genauso liebevoll und kompetent betreiben.

gamla linköping

Am Marktplatz von Gamla Linköping.

Ein weiteres sehr schönes, eher kleines Freilichtmuseum ist Himmelsberga auf Öland. Der Besuch lohnt sich vor allem mit Kindern. Zwischen den typischen Höfen der Insel wartet in einer Scheune auch eine Erlebnisausstellung zu schwedischen Kinderbüchern. (Und überhaupt ist Öland als Reiseziel voll schön.)

schweden mit kind öland freilichtmuseum

Das Freilichtmuseum Himmelsberga umfasst mehrere alte Höfe.

Middelaldercentret auf Falster (Dänemark)

Das Mittelalterzentrum auf Falster ist weniger ein klassisches Freilichtmuseum als eine historische Erlebniswelt. Das Hämmern eines Schmiedes klingt über das Gelände. Kinder in mittelalterlicher Tracht toben über den Dorfplatz. Eine Frau knetet Brotteig auf einem Arbeitstisch vor ihrer kleinen Hütte. Dann zischt plötzlich das Geschoss eines Triboks durch die Luft und platscht unter beeindruckten Rufen ins Meer.

Hier fühlt ihr euch wirklich, als wäret ihr zu Besuch im Mittelalter. Gerade Kinder sind oft völlig begeistert, weil ständig etwas passiert. Trotz aller Action bleibt das historische Setting glaubwürdig. Unser Highlight (bei einer Pressereise mit organisiertem Programm – sonst hätten wir uns das Vergnügen angesichts der hohen Preise wohl nicht gegönnt): das Mittelalterbankett in der Taverne. Als Historikerin kann ich sagen: ernsthaft authentisch. Insgesamt ein Erlebnis, das richtig Spaß macht und noch lange nachhallt.

Unser Erfahrungsbericht: Zeitreise ins Jahr 1407 – Mittelaltercenter auf Falster.

dänemark mittelaltercenter bewohnt

Dorfleben wie anno 1409.

ASTRA-Museum Sibiu (Rumänien)

Das größte Freilichtmuseum Europas befindet sich in Rumänien. In dem ohnehin grandiosen Reiseland ist Siebenbürgen (Transsilvanien) vielleicht die sehenswerteste Region und Sibiu unsere Lieblingsstadt. Wenn ihr Freilichtmuseen mögt, ist das ASTRA-Museum allein schon ein Reisegrund.

Hier findet ihr typische Gebäude, aus allen Teilen des großen und vielfältigen Landes zusammengetragen. Immer wieder entdeckt ihr Häuser, die völlig anders aussehen als die vorherigen. Besonders interessant ist die Sammlung ganz verschiedener Windmühlen. Sehr angenehm: Trotz seiner Größe wirkt das Museum nie künstlich oder überinszeniert.

Wir haben Sibiu 2014 auf unserer →großen Europareise besucht. Damals bin ich leider nicht so oft zum Bloggen gekommen. Über das ASTRA-Museum gibt es deshalb keinen eigenen Artikel. Unser Erfahrungsbericht über die gesamte Region: →Transsilvanien – das etwas exotischere Ziel für den Familienurlaub.

astra freilichtmuseum sibiu, transsilvanien, rumänien

Ein Tag reicht kaum aus, um das gesamte Freilichtmuseum zu entdecken.

Rumšiškės (Litauen)

Das litauische Freilichtmuseum Rumšiškės nahe Kaunas gehört auch zu den größten Europas. Die historischen Häuser liegen nicht dicht gedrängt wie in vielen anderen Museen, sondern verteilen sich malerisch über eine ausgedehnte Landschaft mit Wäldern, Wiesen und Blick auf den Kaunasser Stausee. Wer hier unterwegs ist, sollte bequeme Schuhe und viel Zeit mitbringen. Über Dorfstraßen, zwischen Gärten und alten Höfen wandert ihr durch die Vergangenheit.

Schön für Kinder: Überall sind ganz einfache Spielmöglichkeiten integriert. Tipp: Unbedingt im historischen Gasthof einkehren und die traditionellen litauischen Gerichte genießen! Und überhaupt mal nach Litauen reisen – ein tolles (und günstiges) Land, in dem es noch so viel zu entdecken gibt!

Unser →Erfahrungsbericht über das litauische Freilichtmuseum stammt schon aus dem Jahr 2012. Seitdem ist das Museum bestimmt nicht schlechter geworden. (2024 haben wir Kaunas erneut auf der Durchreise besucht und auf unserem →Roadtrip durchs Baltikum andere Ecken von Litauen intensiver bereist.)

litauen kaunas freilichtmuseum brunnen

Litauen verdient insgesamt viel mehr Aufmerksamkeit – nicht nur aufgrund dieses echt schönen Freilichtmuseums.

Maihaugen (Norwegen)

Maihaugen bei Lillehammer ist eines dieser Museen, in denen man schon nach wenigen Minuten vergisst, wie spät es eigentlich ist. Über das weitläufige Gelände verteilen sich fast 200 historische Gebäude aus ganz Norwegen. Das Besondere: Die Auswahl der zusammengetragenen Häuser reicht von mittelalterlichen Bauernhöfen bis zu Wohnhäusern aus den 1970er und 1980er Jahren. Zwischen Stabkirche, Holzhäusern und freilaufenden Ziegen wird norwegische Geschichte greifbar.

Unser Besuch in Maihaugen ist lange her (2009!). Trotzdem haben wir das norwegische Freilichtmuseum als eines der schönsten und beeindruckendsten in Erinnerung. Bis heute ziert die wunderschöne Stabkirche als Fototapete unser Treppenhaus. Unseren alten Erlebnisbericht von damals überarbeite ich regelmäßig mit den aktuellen Daten und Fakten: →Maihaugen – Norwegens schönstes Freilichtmuseum.

Freilichtmuseum Maihaugen Norwegen

Allein schon die Aussicht nahe Lillehammer ist beeindruckend.

Weitere Freilichtmuseen in Norwegen

Ein weiteres kleines Freilichtmuseum, das ich euch bei der Gelegenheit empfehlen kann, ist das Wikingercentret in Gol. Rund um eine rekonstruierte Stabkirche findet ihr eine Handvoll nachgebauter Gebäude aus der Wikingerzeit sowie eine sehr cool gemachte Ausstellung über deren Götterwelt.

Stabkirche Gol, Norwegen

Das Wikinger-Freilichtmuseum gruppiert sich um diese stattliche Stabkirche.

Und ein dicker Tipp, wenn ihr dort in der Gegend seid, ist das Freilichtmuseum Gamle Bergen. Die alte Hansestadt war im 19. Jahrhundert die größte, die aus Holzhäusern bestand. 50 davon sind in einem kleinen Stadtviertel bewahrt und können mit Führungen besichtigt werden. (Mein verlinkter Reisetagebuch-Eintrag ist ein authentischer Erfahrungsbericht, hat mich aber auch gerade ein bisschen schockiert, wie ich damals über meine inzwischen erwachsenen Kinder geschrieben habe. Bitte als zeitgeschichtliches Dokument betrachten. :) )

Museum des slowakischen Dorfes in Martin (Slowakei)

Das Freilichtmuseum in Martin gehört zu den Orten, die international viel zu wenig bekannt sind. Dabei kann das Museum mit seinen Pendants im Norden und Westen durchaus mithalten. Es versammelt traditionelle Häuser aus verschiedenen Regionen der Slowakei in einer wunderschönen Landschaft am Rand der Kleinen Tatra. Holzkirchen, Bauernhäuser und Handwerksbetriebe vermitteln ein sehr bodenständiges Bild vom Leben und den Traditionen des Landes. Besonders angenehm ist die entspannte Atmosphäre: kein großes Eventprogramm, kein Dauertrubel, sondern einfach viel Raum zum Schauen und Entdecken.

Unser Tipp: Im Freilichtmuseum in Martin haben wir die allerbesten Haluski gegessen! Das slowakische Nationalgericht der gefüllten Klößchen bekommt ihr dort zwar in jedem Supermarkt in der Kühltheke – aber nirgendwo schmecken sie so gut wie auf den einfachen Holzbänken im Museumsgasthof.

Unser Erfahrungsbericht: →Familienurlaub in der Slowakei – unsere 2 Wochen im Schnelldurchlauf

Freilichtmuseum Martin, Slowakei mit Kindern

Das Freilichtmuseum von Martin gibt einen guten Überblick über traditionelle Bauweisen in der Slowakei (und ist ein toller Ort für einen Ausflug mit Kindern). Das Titelbild dieses Beitrags stammt auch von dort.

Estnisches Freilichtmuseum (Estland)

Das estnische Freilichtmuseum – in Landessprache „Eesti Vabaõhumuuseum“ – in Rocca al Mare vor den Toren von Tallinn wirkt ruhig und unaufgeregt. Hier wird „die gute alte Zeit“ präsentiert – ohne die Anstrengungen und Entbehrungen des einfachen Landlebens zu verschweigen. Im nördlichen Baltikum mit seinen langen Wintern war das definitiv ein Thema. Zwischen windschiefen Fischerhäusern, strohgedeckten Bauernhöfen und kleinen Holzkirchen spaziert ihr durch die Landschaft und blickt schließlich aufs Meer.

Kinder finden Tiere, kleine Spielplätze und viel Platz zum Toben. Erwachsene verlieren sich schnell in den Details des ländlichen Lebens im Baltikum. Besonders schön ist der Kontrast zur nahen Hauptstadt Tallinn: Erst mittelalterliche Gassen mit hochmodernen Geschäften, dann estnisches Dorfleben mitten im Wald.

Unser Erfahrungsbericht: →Estnisches Freilichtmuseum Tallinn – von Öfen ohne Schornstein und Spaß für Familien.

freilichtmuseum estland tallinn

Holzhäuser und Gemüsegärten: Das estnische Freilichtmuseum strahlt rustikale Gemütlichkeit aus.

St Fagans (Wales)

St Fagans bei Cardiff gehört zu den besten Freilichtmuseen Großbritanniens und ist gleichzeitig eines der sympathischsten. Historische Gebäude aus ganz Wales wurden hier Stein für Stein wieder aufgebaut, vom einfachen Arbeiterhaus bis zur Kapelle. Das Gelände ist groß genug für einen ganzen Tagesausflug, wirkt aber trotzdem nicht überfordernd.

Highlight ist für uns das Herrenhaus St Fagans, um das herum das Museum entstanden ist. Hier könnt ihr nicht nur die repräsentativen Räume besichtigen, sondern auch die Küche und die Dienstbotenkammern. Ein schöner Kontrast sind dann die Arbeiterwohnungen. Eine Reihenhaussiedlung zeigt den Wandel der Wohnkultur einfacher Leute im Lauf der Jahrzehnte. Die jüngste Wohnung stammt aus der Jugendzeit unserer Eltern.

Unser ausführlicher Erfahrungsbericht: →Freilichtmuseum Cardiff – Erfahrungsbericht vom St Fagans National Museum of History.

st fingal's caslte, Freilichtmuseum Museum of Welsh Life bei Cardiff, Wales

St Fagans Castle, die Namensgeberin des größten Freilichtmuseums von Wales. Also, ein kleiner Teil davon.

Muckross Traditional Farms (Irland)

Die Muckross Traditional Farms im Killarney-Nationalpark gehören zu den Freilichtmuseen, die Familien erstaunlich unkompliziert glücklich machen. Statt langer Erklärungstafeln erleben Kinder hier unmittelbar, wie das ländliche Leben in Irland früher aussah: mit Pferdewagen, kleinen Bauernhäusern und Nutztieren. Aus offenen Feuerstellen qualmt der Torf. Und in der alten Schule erzählt euch ein Volunteer – wenn ihr denn seinen lokalen Akzent versteht – wie seine eigene Schulzeit vor 60 Jahren in noch ganz ähnlichen Verhältnissen abgelaufen ist.

Pluspunkt und gleichzeitig Warnzeichen: Das eher kleine Freilichtmuseum liegt direkt neben Muckross House. Das ist das mit Abstand meistbesuchte Schloss in Irland. Wenn es auf der Insel irgendwo Massentourismus gibt, dann genau hier im Killarney-Nationalpark. Trotzdem lohnt sich der Besuch, gerade für Familien mit Kindern!

Unsere persönlichen Erfahrungen stecken in diesem Bericht: →Killarney-Nationalpark – wo Irland am schönsten ist.

muckross farms, killarney, irland, freilichtmuseum

An den Muckross Farms begegnet ihr dem irischen Landleben auf Augenhöhe

Mehr Freilichtmuseen in Irland

Es gibt noch mehr schöne Freilichtmuseen in Irland! Aus eigener Erfahrung empfehlen können wir das Glencolumbkill Folk Village in der Provinz Donegal empfehlen. Hier haben wir Brigidenkreuze geflochten und diese typische Irland-Erfahrung einer spontanen Musik-Session erlebt.

donegal glencolumbkille folk village 1800 cottage

So sah wohl eine typische Küche in einem Cottage in Donegal um das Jahr 1800 aus.

Ein ganz besonderes Erlebnis ist auch das Doagh Famine Village. Es liegt ebenfalls in Donegal, und zwar ganz oben und abgelegen auf Inishowen. Trotzdem lohnt sich der Umweg! Denn das aus einem Privathaushalt entstandene Freilichtmuseum samt ungewöhnlichem „Escape Room“ ist eine Klasse für sich. (Das erinnert mich mal wieder: Ein Urlaub in →Irland mit Kindern ist eine feine Sache!)

Doagh Famine Village, Ausflugsziel Donegal

Das Doagh Famine Village ist das Herzblut-Projekt des hier geborenen Pat Doherty.

Noch mehr tolle Freilichtmuseen in Europa

So. Die Top Ten sind voll. Aber meine Empfehlungen für schöne Freilichtmuseen sind noch nicht erschöpft. Also mache ich einfach noch eine Runde weiter.

Freilichtmuseen in Schottland

Wenn wir uns für ein Urlaubsland entscheiden müssten, dann wäre es Schottland. Als Reiseführerautorin* kenne ich mich dort mittlerweile ganz gut aus und habe schon etliche schöne Freilichtmuseen von innen gesehen.

Auchindrain (Highlands)

Auchindrain in den schottischen Highlands bei Inveraray ist klein, entfaltet aber eine eindringliche Wirkung. Die ehemalige Township zeigt das harte Leben der Highland-Bewohner*innen ohne romantischen Kitsch. Niedrige Steinhäuser, dunkle Innenräume und die raue Landschaft ringsherum erzählen mehr über die Geschichte Schottlands als viele Hochglanz-Ausstellungen. Gerade bei typisch schottischem Wetter – also Wind, Nieselregen und dramatischen Wolken – entfaltet Auchindrain eine Atmosphäre, die lange nachwirkt.

Unser Erfahrungsbericht: →Freilichtmuseum Auchindrain – Ausflug in die Vergangenheit der Highlands.

Schottland mit Kindern Ausflugstipp Freilichtmuseum Auchindrains Highlands

In Auchindrain wurden keine Gebäude versetzt. Die Ortschaft bestand genau so bis in die 1960er.

New Lanark (Lowlands)

New Lanark ist streng genommen kein klassisches Freilichtmuseum, sondern ein komplett erhaltener Industriestandort. Die ehemalige Baumwollspinnerei am Fluss Clyde erzählt vom Beginn der Industrialisierung, aber auch von erstaunlichen sozialen Ideen. Zwischen Arbeiterwohnungen, Fabrikgebäuden und Wasserrädern wird deutlich, wie radikal sich das Leben der Menschen hier einst verändert hat. Dazu kommt die spektakuläre Lage in einem bewaldeten Tal. Auch für Kinder wird viel geboten. Definitiv ein Ausflugstipp!

Unser Erfahrungsbericht: →New Lanark – familienfreundliches Freilichtmuseum + Natur

New Lanark Freilichtmuseum Schottland

Das Freilichtmuseum und Industriedenkmal New Lanark (das außerdem auch noch Welterbestätte ist) liegt wunderbar idyllisch.

Brodick Farms (Insel Arran)

Das kleine Freilichtmuseum auf der wunderschönen Ferieninsel Arran (südlich von Glasgow) liegt gleich neben dem beeindruckenden Brodick Castle. Ihr könnt beide Sehenswürdigkeiten aber separat voneinander besuchen. Die Brodick Farms umfassen nur ein paar einzelne Häuser. Die vermitteln aber das Inselleben der vergangenen 100 bis 150 Jahre ganz wunderbar. Für Kinder gibt es einen netten Spielplatz.

Unser Erfahrungsbericht: →Insel Arran – Schottland im Hosentaschenformat.

arran mit kindern brodick freilichtmuseum

Tiefe Einblicke ins Alltagsleben vergangener Zeiten auf der Insel.

Freilichtmuseen auf Stelzen

Ich hätte noch ein weiteres Freilichtmuseum in Schottland in petto, aber das möchte ich lieber in die nächste Unterkategorie einordnen: Museen zum Thema Pfahlbauten. An erstaunlich vielen und sehr unterschiedlichen Orten baute man in grauer Vorzeit Häuser auf Seen. Vor allem in der Bronzezeit, aber bis in die Eisenzeit und teils bis in Mittelalter und Frühe Neuzeit trat diese Siedlungsmethode auf. Berühmtestes Beispiel – zumindest in Deutschland – sind wohl die Pfahlbauten am Bodensee. Die haben wir leider noch nie besichtigt. (Sie stehen auf meiner Bucketlist!) Dafür haben wir an ganz verschiedenen Orten in Europa Freilichtmuseen auf Stelzen gefunden.

Freilichtmuseum Ohrid (Nordmazedonien)

Das sogenannte „Bay of Bones“-Museum bei Ohrid verbindet Freilichtmuseum und archäologische Rekonstruktion auf spektakuläre Weise. Über dem glasklaren Wasser des Ohridsees stehen rekonstruierte Pfahlbauten, die einen Eindruck vom Leben in vorgeschichtlicher Zeit vermitteln sollen. Natürlich ist das Ganze nachgebaut, jedoch an historischer Stätte. Viele Informationen gibt es leider nicht, zumindest auf Englisch oder Deutsch. Trotzdem hat der Ort etwas Faszinierendes – schon allein wegen der Kulisse zwischen Bergen und See. Gerade Kinder lieben die Holzstege und die Vorstellung, wie Menschen hier vor Jahrtausenden gewohnt haben könnten.

Unser Erfahrungsbericht: →Der Ohrid-See – Urlaub in Nordmazedonien

Freilichtmuseum Ohrid, Mazedonien, Bay of Bones.

Sehenswert: Im Freilichtmuseum in der „Bay of Bones“ ganz in der Nähe von Ohrid sind Pfahlbauten aus der Eisenzeit nachgebaut.

The Crannog Centre (Schottland)

Ein Abstecher in die schottische Frühgeschichte, als man die Seen noch als Baugrund benutzte. Im Scottish Crannog Centre am Loch Tay nahePitlochry haben wir uns diesbezüglich die volle Dröhnung lebendige Geschichte abgeholt. Das Freilichtmuseum über die schottischen Pfahlbauten ist nicht groß, aber unheimlich interessant. Hättet ihr gewusst, dass die Lochs in der Bronze- und Eisenzeit mehrheitlich auf diese Weise bewohnt waren?

Unser Erfahrungsbericht: →The Scottish Crannog Centre – Leben auf dem Loch.

Scottish Crannog Centre Kenmore, Loch Tay

Der Nachbau des Oakbank Crannogs in Kenmore stellt möglichst originalgetreu einen Pfahlbau aus der frühen Eisenzeit vor rund 2500 Jahren dar.

Archäologiepark Āraiši (Lettland)

Ebenfalls auf Stelzen steht ein (rekonstruiertes) Dorf in Lettland aus dem 8. Jahrhundert. Es wurde vom lettgallischen Volk errichtet, das schließlich namensgebend für die kleine Nation wurde. Das Museum im Gauja-Nationalpark unweit der Hauptstadt Riga besteht aus vier Teilen: der Stelzen-Rekonstruktion am Originalstandort, einer dazugehörigen Indoor-Ausstellung, der mittelalterlichen Ruine der Ordensburg Arrasch sowie weiteren Rekonstruktionen von Behausungen, die Funden aus der Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit im lettischen Raum entsprechen.

Unser Erfahrungsbericht: →Archäologiepark Araisi in: →Gauja-Nationalpark – wo Lettland am schönsten ist.

araisi pfahlbauten freilichtmuseum

Auf dem Weg zu den Museumshäusern, die im Feuchtgebiet auf Stelzen stehen (statt auf dem umliegenden trockenen Grasland – schon seltsam).

Ootmarsum (Niederlande)

Beim Thema Freilichtmuseum in den Niederlanden sind wir eigentlich sofort beim großen Zuidersee-Museum in Enkhuizen. Da stehen wir in den Osterferien aber leider einen Tag zu früh vor der Tür. Somit nehmen wir auf dem Rückweg mit dem wesentlich kleineren „Openluchtmuseum Ootmarsum“ Vorlieb. Auch nicht schlecht!

Das mittelgroße Freilichtmuseum zeigt das traditionelle Leben in der niederländischen Grenzregion Twente liebevoll und ohne großes Spektakel. Fachwerkhäuser, Bauerngärten und eine funktionstüchtige Papiermühle gibt es zu sehen. Gerade Familien mit kleineren Kindern schätzen die überschaubare Größe. Das Konzept ist etwas altbacken, aber es gibt viele kleine Details zu entdecken: alte Küchengeräte, Werkstätten und Tiere auf den Höfen. Tipp: Der Audioguide ist super!

Unser Erfahrungsbericht: →Freilichtmuseum Ootmarsum in: →Niederlande mit Kind – 1 Woche Holland in den Osterferien.

ootmarsum mit kind freilichtmuseum innen

Mit dem Audioguide am Ohr gibt es überall etwas zu entdecken.

Knappenwelt in Tirol (Österreich)

Und last but not least möchte ich noch einmal kurz auf das Freilichtmuseum Knappenwelt Gurgltal verweisen, das sich dem Thema Bergbau verschrieben hat. Das kleine Museum bei Imst in Tirol umfasst einen Stollennachbau und eine ganze Reihe technischer Gebäude, wie sie in der Frühen Neuzeit bis ins 19. Jahrhundert zum Erzabbau und der Weiterverarbeitung genutzt wurden.

Unser Erfahrungsbericht: →Familienurlaub in der Ferienregion Imst.

tirol imst knappenwelt stollen

Im Stollennachbau ist zugegebenermaßen nicht viel mit Freilicht, aber die Herangehensweise zählt. :)

Freilichtmuseen in Deutschland

Natürlich haben wir auch schon etliche Freilichtmuseen in Deutschland besichtigt. Dieses Fass will ich hier nicht auch noch aufmachen. Aber der Vollständigkeit halber möchte ich wenigstens kurz diejenigen aufzählen und verlinken, über die ich gebloggt habe.

hitzacker freilichtmuseum bronzezeitliches langhaus

Für die deutschen Freilichtmuseen lohnt sich irgendwann mal ein eigener Beitrag. Ganz viele haben wir hierzulande besichtigt, ohne dass sie es danach in mein Reiseblog geschafft haben. Die Liste aller deutschen Freilichtmuseen, über die ich einen bebilderten Erfahrungsbericht liefern könnte, ist in Wirklichkeit signifikant länger. (Das hier ist in Hitzacker.)

Transparenz-Hinweis: Hier sind keinerlei Geschäftsverhältnisse aufzuklären. – Ach doch, einen mit * markierten Affiliate-Link habe ich doch noch untergekriegt, für den ich – neben meinem anteiligen Autorinnenhonorar – bei einem Kauf eine kleine Provision bekomme. Könnte ich euch bei der Gelegenheit vielleicht auch noch für eine provisionslastige Buchung über Booking* oder einen meiner Reiseführer* interessieren…? :D So finanziert sich mein unabhängiges, werbefreies Reiseblog.