Warum es völlig gerechtfertigt ist, an dieser Stelle über Hamburg zu schreiben

Eigentlich wollte ich ja heute über unseren Ausflug nach Wiedensahl zum Wilhelm-Busch-Geburtshaus erzählen. Aber Wilhelm Busch muss warten. Der Gute braucht noch ein paar Schönheitskorrekturen, bevor er auf Sendung gehen kann. Und darum kann ich mich jetzt nicht kümmern, denn ein schulfreier Tag hat uns quasi überrascht und ebenso quasi gezwungen, die Chance zu nutzen und die heimischen Gefilde zu verlassen. Und trotzdem geht es irgendwie ins Schaumburger Land…

Folgender Dialog spielte sich am Abend ab:

Ich: „So, jetzt habt ihr also Ferien.“
Janis: „Einen Tag…“
Ich: „Na immerhin! Ein langes Wochenende!“
Silas: „Also? Wohin fahren wir?“

Die Kinder sind folglich schon hervorragend aufs Reisen konditioniert. Das Ziel stand fest, denn zu Weihnachten hat die Uroma (dezent auf den richtigen Weg gebracht…) Karten fürs Miniatur-Wunderland geschenkt.

mini

Ich: „Was wisst ihr eigentlich über Hamburg?“
Janis: „Miniatur-Wunderland!!“
Ich: „Ja, genau. Dahin geht’s morgen. Und am Rest des Wochenendes? Habt ihr eine Idee, was wir dort noch machen könnten? Was ist Hamburg denn für eine Stadt?“
Silas: „Eine Großstadt.“
Janis: „Eine ganz normale Großstadt.“

So normal Großstädte für ein durchschnittliches Schaumburger Landei eben sein können…

Ich: „Wisst ihr etwas, für das Hamburg bekannt ist?“
Janis: „Miniatur-Wunderland!!“
Ich: *augenroll* „Ja. Und noch?“
Silas: „Hafen.“
Janis: „Und haben nicht Hamburger Grafen auch Schaumburg gegründet?“

Nein. Tatsächlich war es andersrum: Die Grafen von Schaumburg-Holstein gründeten 1188 Hamburg. Oder na ja, fast. Wie der Hamburger Lokalpatriot dem Schaumburger Lokalpatrioten entgegnen wird, ist die Hansestadt deutlich älter. Aber nach einer schlimmen Sturmflut lag alles in Trümmern, und Adolf III., der zusätzlich zu seinem eher unbedeutenden *hust* Stammland „Schauenburg“ vom Kaiser auch Holstein als Lehen erhalten hatte, kümmerte sich um den Wiederaufbau. Auf ihn geht die Bebauung westlich der Alster zurück, und auch der Hafen samt schiffbarem Zugang zur Nordsee war seine Idee. Nachdem Lübeck, die zweite große Neugründung der Schaumburger, den Welfen aus Braunschweig zufiel, gelang es „unseren“ Grafen, einen guten Teil der Handelsmacht von dort auf Hamburg zu übertragen. So gesehen ist Hamburg nichts anderes als eine Schaumburger Dependance und hat jedes Recht, in der Rubrik „Schaumburger Land“ vorzukommen…

Wieder was gelernt. Und doch noch ein bisschen Heimatgeschichte untergemogelt…

Übrigens: Inzwischen gibt es die Berichte von unserem Hamburg-Abentuer online:

3 Gedanken zu „Warum es völlig gerechtfertigt ist, an dieser Stelle über Hamburg zu schreiben“

  1. Erzähl mir bitte unbedingt, wie es deinen Jungs gefallen hat im Miniatur-Wunderland! Ich suche noch eine Idee für einen Ausflug zum 9.Geburtstag meines großen Jungen. Und Hamburg an sich würde sich ja schon sehr anbieten, da gibt es ja viel zu entdecken, auch wenn es dann (Mitte Februar) noch recht kalt ist.

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