Archiv der Kategorie: Allgemein

Ein Himmel auf Erden – das Geheimnis der Himmelsscheibe von Nebra (in Minden, Deutschland)

Sie ist einer der bedeutendsten archäologischen Funde der vergangenen hundert Jahre weltweit. Sie hat dafür gesorgt, dass wir die mitteleuropäische Frühgeschichte plötzlich mit ganz anderen Augen betrachten. Und die Geschichte ihrer Entdeckung ist spannender als jeder Krimi. Die Rede ist von der Himmelsscheibe von Nebra, die auf ihrer Tournee gerade in Minden Station macht.

Ein Himmel auf Erden – das Geheimnis der Himmelsscheibe von Nebra (in Minden, Deutschland) weiterlesen

Unterwegs mit Kindern – Zwischenstopp mit Übernachtung, „verkehrsgünstig gelegen“ (in Troisdorf, Deutschland)

Entlang der Autobahnen sieht man immer wieder die „verkehrsgünstig gelegenen“ Hotels direkt am Wegesrand, die den müden Urlauber zu einer Zwischenübernachtung ermuntern wollen. Wer hier absteigt, muss entweder sehr verzweifelt oder völlig schmerzfrei sein, dachte ich immer. Dann haben wir es einfach mal ausprobiert – und waren absolut positiv überrascht.

„Irgendwo so auf Höhe Köln“ wollen wir übernachten, darauf einigen Martin und ich uns, bevor er sich im Internet auf die Suche macht. Ich denke an eine Jugendherberge oder ein abgeranztes Hostel, in dem wir abends einfach nur ins Bett fallen und uns bei Sonnenaufgang vom Acker machen. Aber dann sagt Martin: „Du, guck mal, diese ganzen Standard-Hotels haben am Wochenende echt gute Preise.“

Tatsächlich, das Level liegt hier für eine vierköpfige Familie zum Teil deutlich unter Jugendherbergs-Niveau. Schwierig ist es nur, ein Zimmer zu finden, das zwei Zustellbetten für Kinder erlaubt. Beim HolidayInn Express in Troisdorf werden wir fündig. Für eine Übernachtung von Samstag auf Sonntag zahlen wir hier zu viert unschlagbare 59 Euro inklusive Frühstück.

Abenteuerliche Unterkünfte sind wir als Couchsurfer gewöhnt, und auch bei kommerziellen Anbietern sind wir hart im Nehmen. Wir erwarten nicht viel. Als wir abends auf der A59 in die Abfahrt Troisdorf rollen, fragt Silas: „Wie weit ist es jetzt noch bis zu unserem Hotel?“ Wir lachen. „Wir sind schon da“, sage ich und deute auf das Gebäude unmittelbar neben der Straße. Die Lage ist in der Tat gruselig: Das Hotel drängt sich zusammen mit einer Tankstelle, einem China-Restaurant und diversen Fastfood-Ketten auf ein kleines Eckchen, das fast komplett von mehrspurigen Straßen umgeben ist. Trotzdem sind die Jungs beeindruckt. „Das sieht aber schön aus!“ lautet Janis’ erste Reaktion, als wir vor der sauberen Fassade stehen.

Ein junger Mann nimmt uns freundlich in Empfang. Bezahlt wird bequem mit Kreditkarte. Wir erhalten zwei Schlüsselkarten und können sofort unser Zimmer beziehen. Trotz ausgezogener Schlafcouch für die Jungs wirkt das nicht allzu beengt. Alles ist sauber und einladend. Wunderbar. Was mich am meisten beeindruckt: Von den umliegenden Straßen ist so gut wie nichts zu hören. Da es keine automatische Lüftung gibt, müssen wir mehrmals das Fenster öffnen, um frische Luft herein zu lassen. Was für ein Lärmpegel – und welche Ruhe, sobald die Hochleistungsisolierung wieder an Ort und Stelle sitzt!

Das Abendessen nehmen wir in einem der Etablissements in unmittelbarer Nähe ein, dann kuscheln wir uns in die Kissen.

So sieht ein Hotelzimmer aus, zehn Minuten nachdem es meine Kinder in Beschlag genommen haben. (This is how a hotel room looks ten minutes after my boys went in.)
So sieht ein Hotelzimmer aus, zehn Minuten nachdem es meine Kinder in Beschlag genommen haben. (This is how a hotel room looks ten minutes after my boys went in.)

Nach einer wirklich geruhsamen Nacht packen wir zusammen und gehen frühstücken. Der Speisesaal ist hell und ansprechend gestaltet. Vor den Fenstern wächst Bambus und vermittelt ganz den Eindruck, als befänden wir uns irgendwo im Grünen. Die Auswahl am Frühstücksbüffet sprengt alle Erwartungen. Hier gibt es, was das Herz begehrt: Müsli, Joghurt, Obst, Brötchen, Toast und Schwarzbrot (womit ich sehr leicht sehr glücklich zu machen bin), und auch Getränke inklusive Kaffeespezialitäten sind im Preis inbegriffen. Und die Bewertungen in einschlägigen Hotelportalen haben Recht: Das Personal ist wirklich sensationell freundlich. Als Silas ratlos vor dem Apparat steht, aus dem die Kaltgetränke kommen, steht die Dame des Hauses ihm sofort zur Seite und schneidet ihm mit sichtlichem Spaß an ihrem Job auch gleich noch das Brötchen auf. Wir genießen das Frühstück ausgiebig und gönnen uns einen zweiten Cappuccino. Die Jungs erobern die Kinderecke. Hier gibt es einen kleinen Tisch mit Stühlen, dazu Malzeug, Bücher, Kuscheltiere und einiges mehr. Die Angestellte räumt unsere abgegessenen Teller ab, ermuntert uns gleichzeitig freundlich, ruhig noch etwas sitzen zu bleiben. Wir kommen ins Gespräch, ich lobe den Service, und sie erzählt, dass sie den Laden zur Frühstücksschicht tatsächlich ganz alleine schmeißt: Büffet, Küche, Abräumen, und wenn jemand auschecken will oder Informationsbedarf hat, erledigt sie das auch noch mit. Und das alles mit einem Lächeln – ich bin ernsthaft beeindruckt.

Zum Schluss gibt’s noch eine Ladung Gummibären für die Jungs, und dann sind wir auch schon wieder auf dem Weg zu neuen Abenteuern in Saarbrücken.

 

Auch wenn’s danach klingt, dieser Bericht ist nicht gesponsert – das macht bezüglich meiner Meinung aber eh keinen Unterschied.

Bei Urmel aus dem Eis – mit Verlosung! (in Bielefeld, Deutschland)

Heute gibt’s sogar mal was zu gewinnen! Aufgabe für alle Habenwoller: Durchlesen, dranbleiben, Instruktionen befolgen! ;)

„Können wir nicht mal wieder ins Theater?“ hat Silas schon vor einer ganzen Weile gefragt. Nachdem unser erster Versuch leider nicht von Erfolg gekrönt war, haben wir ihm diesen Wunsch nun erfüllt. Am vergangenen Samstag ging es zu „Urmel aus dem Eis“ ins Theater Bielefeld.

There's an Urmel hatching from the egg out of the ice!
There’s an Urmel hatching from the egg out of the ice!

Nach 45 Minuten Autofahrt sticht die Jungs der Hafer, als wir den hübschen Jugendstil-Bau betreten. „Hier sieht’s aber schick aus“, merkt Silas an und lässt sich schwungvoll auf den nächstbesten Polsterstuhl vor der Garderobe fallen. Janis hampelt auf den Stufen zum Saal herum und lässt das Absperrseil scheppernd zu Boden fallen, das eine knappe halbe Stunde vor Aufführungsbeginn noch den Zugang verwehrt. Vorbestellte Karten müssen 30 Minuten vorher abgeholt werden, und so bleibt noch ziemlich viel Zeit, in der wir die Jungs vom Randalieren abhalten müssen. Wir füllen sie mit einem Crash-Kurs zum Thema „Wie verhalte ich mich in einem Theater?“ Mit Blick auf das Seil, das inzwischen wieder ordnungsgemäß an seinem Platz hängt, schlägt Silas vor: „Nichts kaputtmachen?“ Ein guter Anfang. „Leise sein, Sitzen bleiben, nur klatschen, wenn alle anderen klatschen“, betet sein großer Bruder herunter.

Excited boys waiting for the play to begin.
Excited boys waiting for the play to begin.

Als wir uns etwas später in die wunderbar plüschigen roten Sitze kuscheln, klappt das hervorragend. Jedenfalls ab dem Zeitpunkt, an dem Silas feststellt, dass er trotz seiner geringen Körpergröße das Geschehen auf der Bühne sehen kann, und zu motzen aufhört. Fürs nächste Mal aber merken wir uns: Sitzerhöhung aus dem Auto mitbringen! Spätestens wenn in der Reihe davor ein großer Papa sitzt, ist die Sicht für kleinere Kinder doch arg eingeschränkt.

Alle Bedenken aber sind augenblicklich vergessen, als Professor Dr. Habakuk Tibatonk auf der Vorbühne erscheint und seinen, äh… Dings…, seinen Vortrag hält. Schon sein Hawaiihemd und die Shorts unterm Wissenschaftlerkittel reichen, um zahlreiches Gnickern im Zuschauerraum hervorzurufen. „Die Frisur!“ prustet Janis. Ja, die auch.

Als sich der Vorhang schließlich hebt und die Insel Titiwu in ihrer ganzen Pracht vor uns liegt, sind auch wir Großen beeindruckt. Das Bühnenbild ist fantastisch gelungen! Und so geht es weiter. Wutz, Ping Pinguin und alle anderen sehen klasse aus, und so spielen sie auch. Den Damen und Herren in den Kostümen merkt man die Freude an ihrem Job deutlich an. Meine Hochachtung gilt vor allem Dominik Breuer, der als Wawa Waran zuverlässig von „Wischensaftlern“ und „Musselschuppe“ redet, seinen Sprachfehler als Dr. Zwengelmann zwischendurch aber tatsächlich komplett ablegt. Auch als Ping Pinguin würde ich mich wohl nach jeder Vorstellung tagelang in der Mupfel verpftecken müssen, damit die Leute nicht über meinen Pfrachfehler pfimpfen…

Urmel rocks.
Urmel rocks.

In der Pause steigen wir auf die Empore über der Bar und sehen uns die anderen Theatergänger an. Es gibt Kinder aller Altersstufen. Urmel ist ab vier Jahren empfohlen, und entsprechend sind viele Kindergartenkinder anwesend. Meine Jungs amüsieren sich über die teilweise prächtig herausgeputzten Mädchen, die ihre Rüschenkleidchen Spazieren tragen. Ich versuche den beiden zu vermitteln, dass manche Leute sich gerne mal schick machen. „Aber wieso ausgerechnet hier? Im Theater ist es doch dunkel.“ Janis, der bei Schulveranstaltungen selbst schon einige Male auf der Bühne gestanden hat, zeigt wenig Verständnis: „Urmel kann überhaupt nicht sehen, was die anhaben!“

„Wann geht’s endlich weiter?“ fragt Silas ungeduldig. Beide sind gespannt, wie das quietschig-naive grüne Urzeittier dem Ex-König auf Großwildjagd entkommen will. Zwar kennen wir Buch und Film, doch die Inszenierung von Andreas Kloos liefert immer wieder kleine Überraschungen und jede Menge Extra-Lacher. Auch für Erwachsene sind etliche versteckte Pointen dabei, die die Kinder nicht stören und bei wissenden Mamas und Papas für Erheiterung sorgen – Referenzen an Monkey Island, den Herrn der Ringe und Louis de Funès beispielsweise. Dazu gibt es immer wieder Gesangseinlagen – mit eingängigen Melodien, aber ohne allzu üblen Ohrwurm-Charakter.

Urmel has gone missing, but the rescue team is on its way.
Urmel has gone missing, but the rescue team is on its way.

Im zweiten Teil wird es ein klein bisschen gruselig. Selbst mein ausgewiesener Muffenpaul, der sich aus diesem Grund um manche Benjamin-Blümchen-Kassette drückt, kommt aber gut damit klar. Und jetzt geht es ja auch in Riesenschritten dem Happy End entgegen: Urmel wird befreit, König Futsch schwört der Großwildjägerei ab, alle tanzen den Urmel-Dance. Fertig. „Schade“, sagt Silas, während das gesammelte Publikum frenetisch Beifall klatscht. „Können wir bald mal wieder ins Theater?“

Fazit: Mit Kindern ins Theater? Unbedingt! Auch mit Jungs, die sich nicht aufbrezeln mögen. Erstrecht, wenn das Stück so rundum klasse ist wie „Urmel aus dem Eis“ am Theater Bielefeld.

Bis Anfang Januar schlüpft Urmel noch etliche Male. Wer dabei sein möchte, sollte sich beeilen, denn vor allem die Nachmittagsvorstellungen sind schon gut ausgebucht.

Want to win this CD with all the music from the play? Just leave a comment and you're in the drawing!
Want to win this CD with all the music from the play? Just leave a comment and you’re in the drawing!

Wer keine Karten mehr ergattern kann oder für wen Bielefeld einfach zu weit weg ist, hat trotzdem eine Chance, wenigstens musikalisch in den Genuss von Urmel und seinen Freunden zu kommen. Family4travel verlost ein Exemplar der CD „Guten Morgen, Titiwu!“, die alle Lieder aus dem Theaterstück enthält. Hinterlasst einfach einen Kommentar im Blog oder auf der facebook-Seite von family4travel und sagt Bescheid, dass ihr die CD gebrauchen könnt! Nächsten Freitag (13.12.) verdonnere ich eine meiner Glücksfeen zur Ziehung, damit die CD im Bedarfsfall auch rechtzeitig als Weihnachtsgeschenk unterm Tannenbaum liegt.

 

Ich bedanke mich beim Theater Bielefeld für die Unterstützung. Die betraf nur Eintrittspreis, Bühnenfotos und CD, meine Meinung habe ich mir ganz alleine gebildet (die Jungs sowieso). ;)
Der Gewinner der Verlosung wird im Blog bekannt gegeben und per E-Mail/facebook-Nachricht informiert. Eine weitere Verwendung der Adressen erfolgt nicht, ebenso wenig gebe ich die an Dritte weiter.