Irland mit Kindern

Irland mit Kindern: Unsere Tipps und Erfahrungen für den Familienurlaub

Für abenteuerlustige Familien, die gerne draußen in der Natur sind und Neues entdecken, eignet sich Irland perfekt für einen Urlaub. Welche Regionen in Irland mit Kindern empfehlenswert sind (und welche eher nicht so), haben wir im Selbstversuch gründlich getestet. Unsere Tipps und Erfahrungen stecken in dem Reiseführer „Irland mit Kindern: 60 Wander- und Entdeckertouren an der irischen Westküste “* – und hier in unserem Blog.

Dieser Blogbeitrag widmet sich zuerst jeder Region, die wir selbst bereits mit Kindern bereist haben, und stellt sie in wenigen Sätzen vor. Im zweiten Teil liste ich übersichtlich alle Artikel über Irland mit Kindern auf, die bereits hier im family4travel-Blog erschienen sind.

Gleninchaquin Park, Kerry, Irland mit Kind, Wild Atlantic Way
Keine Garantie fürs Wetter, aber herrliche Landschaften: Urlaub in Irland (hier auf Beara).

Irland als Reiseziel für Familien

Wie gesagt: Unserer Erfahrung nach ist Irland ein prächtiges Urlaubsland für Familien. Aber man muss schon so ein bisschen wissen, wo man hin möchte und was man gemeinsam erleben will, denn Irland ist ein Reiseziel für Individualisten. All-inclusive mit Kinder-Animation am Hotel-Pool hat hier weder Tradition noch das Wetter danach, und fix und fertig durchorganisierte Rundreisen unternehmen höchstens bange amerikanische Touristen auf der Suche nach ihren Wurzeln. Für Eltern ist bei der Urlaubsplanung hier viel Eigenregie angesagt.

Malin Head, Inishowen, Donegal, Irland, Wild Atlantic Way
Die schönsten, einsamsten und auch für Kinder spannendsten Orte in Irland zu finden, dabei hilft zum Beispiel unser Reiseführer (siehe unten). ;) Und im ersten Schritt auch dieser Blogpost.

Wer Irland mit Kindern in Erwägung zieht, ist ja aber wahrscheinlich sowieso kein Durchschnittsmensch, der Urlaub macht, wo alle Urlaub machen, weil es so schön einfach ist. Und es ist nun auch wirklich nicht so schwer, einen Familienurlaub in Irland mit Kindern zu organisieren.

Wer sich Natur pur und ein paar uralte Steine wünscht, ist in Irland richtig. Steinzeitliche Grabhügel und Steinkreise, pittoresk verfallene Klöster und Burgen und kilometerlange Mäuerchen um Weiden, auf denen Schafe grasen, erwarten Familien auf der grünen Insel. Und wer auch seine Kinder für Outdoor-Aktivitäten begeistern kann und nicht alle Nasenlang Höher-Weiter-Schneller-Action-Attraktionen braucht, wird in Irland vermutlich sehr, sehr glücklich. Das ist zumindest, was die Insel unserer Erfahrung nach zu bieten hat und was wir so an ihr lieben.

Donegal, Irland
Viel grün, viele Steine, und das nächste Schaf ist nie weit: Irland!

Anreise nach Irland mit Kindern

Das größte Problem, das ich mit Irland als Reiseziel habe, ist, dass es so weit weg ist. Die grüne Insel liegt am nordwestlichen Rand Europas. Wer mit dem Auto nach Irland fährt (oder mit dem Wohnmobil), ist eine ganze Weile unterwegs.

Natürlich kann man auch Fliegen. Flüge gehen regelmäßig nach Dublin und auch nach Shannon (bei Limerick) und Cork. Umweltfreundlich ist das natürlich nicht, und mit der ganzen Familie wird es auch schnell ziemlich teuer.

Wir fahren immer mit dem Auto nach Irland und nutzen die Anfahrt für mehrtägige Zwischenstopps nach dem Motto „der Weg ist das Ziel“. So haben wir bei unserer großen Recherchereise 2018 die Anfahrt über England bewältigt und bei London an den Harry-Potter-Studios Station gemacht (und danach sogar noch zwei Tage in Wales), bevor wir von Holyhead auf Anglesay aus nach Dublin übergesetzt sind. Alternativen gehen von Fishguard in Cornwall aus (auch eine nette Zwischenstation für ein paar zusätzliche Urlaubstage) und von Liverpool (das auch seinen Charme hat, hab ich gehört), dann nach Belfast.

Irland Fähre
Mit der Fähre gelangt man auf verschiedenen Strecken nach Irland und zurück.

Auf der Rückfahrt haben wir die Route über Frankreich gewählt. Die Fähre (Stena Line oder Irish Ferries) fährt von Rosslare bei Wexford aus über Nacht, was immerhin eine Zwischenübernachtung anderswo spart. Von Cherbourg (oder wahlweise Roscoff in der Bretagne) ist es dann auch noch mal ein steiler Ritt nach Hause: gut 700 Kilometer bis zur deutschen Grenze bei Aachen. Wir haben diese Strecke auch noch einmal gestückelt und einen wunderschönen Tag in Frankreich verbracht.

Das geht nur, wenn man entsprechend viel für den Irland-Urlaub zusammenspart, vor allem Zeit, klar. Meine Empfehlung wäre deshalb, sich für die Rundreise mindestens drei, besser vier Wochen Zeit zu nehmen und die Reise als Roadtrip zu gestalten.

Irland Roadtrip mit Kindern Audi A2
Unser Roadtrip-Gefährt im irischen Nebel. 2010 haben wir da noch alle vier Wochen lang reingepasst (mit Dachgepäckbox, die bei Tagesausflügen in der Unterkunft geblieben ist – Details bei unseren Tipps für Roadtrips mit Kindern).

So eine langgezogene Anreise mit unstetem Leben aus dem Koffer muss man natürlich mögen. Wir und auch unsere Jungs empfanden das immer als besonders spannend und abenteuerlich – und interessant und lehrreich, weil man so in einem Rutsch den Vergleich zwischen mehreren Ländern serviert bekommt. (Ich hab hier im Blog auch einen langen Artikel mit vielen Tipps und Erfahrungswerten geschrieben, wie ein Roadtrip mit Kindern als Rundreise mit dem normalen PKW gelingen kann.) Vor allem England, ggf. Wales und dann Irland im direkten Vergleich zu erleben, war für uns jedenfalls sehr, sehr spannend und erhellend.

Urlaubsregionen: Wohin in Irland mit Kindern?

Wenn man es dann einmal nach Irland geschafft hat, möchten wohl die meisten auch so viel wie möglich von ihrem Reiseland sehen. Oder besser gesagt: so viel wie möglich, ohne dass es in Stress ausartet. Die Frage ist: Welche Regionen in Irland sind mit Kindern besonders sehenswert, schön und einfach gut geeignet für eine entspannte Rundreise oder relaxte Ferien im Cottage am Strand?

Roadtrip nach Irland mit Kindern, Sligo, Strand
Strandurlaub auf Irisch: läuft (hier in Donegal).

Ich habe einen Reiseführer über Irland geschrieben und dabei natürlich gründlich und penibel recherchiert. Vor allem die Westküste kenne ich deshalb wirklich recht gut. Wir sind auch schon mit Kindern einmal ganz rum um die Insel getourt, und alleine habe ich mir auch das Nirgendwo in der Mitte und vor allem Nordirland mal sehr ausführlich angesehen. Trotzdem wäre es gelogen, mich hier als absolute Expertin aufzuspielen. Ich übernehme keine Gewähr, dass es nicht auch herrliche Gegenden gibt, die ich noch keines Blickes gewürdigt habe. Und sowieso teile ich in diesem Artikel (im Gegensatz zum Reiseführer, wo ich ja schon objektive Professionalität an den Tag legen muss) vor allem meine ganz persönlichen Eindrücke, welche Regionen in Irland mit Kindern besonders empfehlenswert sind.

Tagesausflug Dingle mit Kindern, Lough Doon
Diese wunderbare Naturkulisse befindet sich auf Dingle in Kerry.

Dublin: Ein Muss??

Ich schätze, die meisten Irland-Reisenden kommen in Dublin an – ob nun mit der Fähre von Wales aus, oder doch mit dem Flugzeug. Und wenn man schon mal da ist, gehört es sich auch, die Hauptstadt zu besichtigen, oder?

Auch wenn wir persönlich Urlaub im Grünen bevorzugen, sind wir Städtetrips nicht abgeneigt. Im Gegenteil: Allein schon hier im Blog hab ich für Deutschland 14 Städtetrips mit Kindern im Angebot, und außerdem hab ich mal nachgezählt und festgestellt, dass wir – mit den Kindern – bereits 34 europäische Hauptstädte bereist haben. Wir haben also durchaus Vergleichswerte.

Dublin, Irland
Dublin ist eine recht hübsche Stadt. Das kann man so stehen lassen.

Ja, und da muss ich leider sagen, dass uns Dublin nicht vom Hocker haut. Ich war jetzt drei Mal dort, und jedes Mal denke ich mir, es läge vielleicht an den Umständen, an der Jahreszeit, am Wetter. Aber auch nachdem wir es 2018 zur besten Reisezeit im Sommer noch mal mit viel Enthusiasmus versucht haben: Unserer Auffassung nach ist Dublin mit Kindern „ganz nett“, aber vor allem im Vergleich mit dem Rest des Landes, den man zur selben Zeit bereisen könnte, nicht überwältigend.

Die Museen sind schön und spannend (vor allem die fantastisch erhaltenen Moorleichen im Archäologischen Museum haben uns fasziniert). Der große Stadtpark St. Stephen’s Green ist nett, es gibt eine breite Fußgängerzone (anders als in den allermeisten anderen Städten des Landes). Bei Tag mit den Kindern durch das blumengeschmückte Kneipen-Viertel Temple Bar zu schlendern, hat was. Es ist jetzt nicht so, dass Dublin mit Kindern schrecklich wäre. Einen Tag, bestimmt auch zwei, bekommt man gut rum. Aber im Vergleich mit anderen Hauptstädten und vor allem anderen irischen Zielen draußen im Grünen, finde ich (ganz persönlich), dass es sich nicht wirklich lohnt.

dublin temple bar mit kindern
Als am Morgen im Kneipenviertel Temple Bar die Bürgersteige mit Hochdruckreiniger gesäubert werden (weil es nötig ist), stinkt es meinen Jungs trotz Blumenschmuck.

(Die Wicklow Mountains)

Schreiten wir Irland in Gedanken jetzt im Uhrzeigersinn ab, ist die nächste Urlaubsregion, die ich wirklich empfehlen kann, die Grafschaft Cork. Das bedeutet, dass ich die Wicklow Mountains südlich von Dublin völlig auslasse, was sträflich ist, denn da ist es auch schön! Aber zuletzt war ich dort 2010 und nur für drei Tage, weshalb ich nicht ganz so viel darüber sagen könnte.

Ein paar Worte zum Glen of Imaal und das Kloster von Glendalough stehen in dem alten Bericht über unseren Irland-Roadtrip 2010.

Roadtrip nach Irland mit Kindern, Kloster Glendalough, Friedhof, keltisches Kreuz
Typisch irisch: Rundturm und Keltenkreuze am Klosters von Glendalough in den Wicklow Mountains.

Cork und der Süden: Weite und Weltende

Die Grafschaft Cork also erstreckt sich rund und vor allem westlich der gleichnamigen Großstadt. Sie ist flächenmäßig und abgesehen vom Stadtbezirk Dublin auch auf Einwohner bezogen das größte County (also quasi Bundesland, vielleicht auch eher Landkreis; es gibt 31 davon in Irland). Cork als Stadt finde ich tatsächlich ziemlich furchtbar, und obwohl wir natürlich selbst dort nette Ecken gefunden haben, sage ich ganz klar: Cork mit Kindern lohnt keinen Tagesausflug.

Cork, Irland mit Kind
Geht so: die Innenstadt von Cork.

Die interessantesten Gegenden der Grafschaft Cork sind meinem Empfinden nach die fingerartigen Halbinseln im Südwesten: Mizen Head, Sheep’s Head und vor allem Beara (Beara gehört nur noch halb zu Cork, die Nordküste ist schon Kerry zugeordnet). Es ist kein Zufall, dass in unserem Reiseführer von den 60 Wander- und Entdeckertouren entlang der irischen Westküste gleich neun Stück auf Beara liegen. Die wilde Halbinsel bietet (im Gegensatz zu anderen Gegenden, wo Farmer alles absperren) recht freigiebig Zugang zur Natur, während sich weiter oben im stärker bevölkerten, „zivilisierteren“ Teil auch interessante Kulturangebote halten können.

Bantry House, Irland mit Kind, Wild Atlantic Way
Eines der Ausflugsziele, das uns sehr beeindruckt hat: Bantry House and Gardens, direkt am Wild Atlantic Way zwischen Cork und Kerry.

Wer mal richtig das Gefühl haben möchte, am Ende der Welt zu stehen, begibt sich an die Spitzen der schmalen Halbinseln. Besonders schön haben wir unseren Tagesausflug nach Sheep’s Head erlebt, wo eine schöne, familientaugliche Wanderung zum Leuchtturm führt und man auf dem Weg dorthin mit dem Auto an mehreren kleinen Sehenswürdigkeiten und ein paar sehr schönen Cafés vorbei kommt (ausführlicher Blogbericht folgt irgendwann, das Wichtigste inklusive detaillierter Wegbeschreibung der Wanderung steht natürlich in unserem Reiseführer).

Sheep's Head Halbinsel, Irland mit Kindern
Als sich der Nebel etwas lichtet, stehen wir quasi am Ende der Welt. Wandern auf der Halbinsel Sheep’s Head.

Ein Stück weiter im Osten liegt Kinsale, wo der Wild Atlantic Way beginnt, unter dessen Label die gesamte Westküste vermarktet wird und der auch die rote Linie für unseren Reiseführer darstellt. Hier geht es sehr touristisch zu (und ich habe mich über die vielen Hundehaufen geärgert), aber es wird auch entsprechend viel geboten.

irland kinsale
Kinsale bei Cork ist eines der touristischsten Örtchen Irlands. Auf uns (die wir viel im „normalen Irland“ unterwegs waren) wirkt das alles ein bisschen arg disney- und retortenmäßig.

Ein nettes kleines Städtchen an der Südküste, das uns sehr gefallen hat, ist Skibbereen (irgendwann bekommt das auch noch mal einen eigenen Blogeintrag). Von dort aus haben wir Tagesausflüge ins Landesinnere unternommen, zum Beispiel zum Steinkreis von Drombeg und zur Alpaka-Wanderung an der Burgruine von Donovan (alles im Reiseführer).

Drombeg Steinkreis, Irland
Der Bilderbuch-Steinkreis von Drombeg.

Kerry: Irland für Anfänger

Das County Kerry ist Irlands beliebteste Urlaubsregion. Mit Abstand und in gewisser Weise auch zu recht. Hier befindet sich der Killarney Nationalpark, wo sich auf relativ dichtem Raum Sehenswürdigkeiten und spektakuläre Natur (und natürlich auch haufenweise Touristen) drängen. Über die breite Halbinsel Iveragh, die sich im Südwesten anschließt, führt der „Ring of Kerry“: eine 179 Kilometer lange Panoramastraße, die als Tagestour zu den absoluten „Must-Sees“ vor allem amerikanischer Touristen zählt. Als Urlauber in Irland mit Kindern empfiehlt es sich natürlich, etwas mehr Zeit einzuplanen und sich alles in der gebotenen Ruhe anzusehen.

irland black valley kerry
Landschaftlich ist Kerry schon der Hammer. Meine Fotos werden der Realität kaum gerecht.

Entsprechend viele Touren unseres Reiseführers (zehn Stück) verteilen sich auf dieses Gebiet. In der Hauptsaison ist es voll, aber es ist halt auch einfach total schön! Im Moment plane ich gerade eine größere Serie von Blogbeiträgen über Kerry mit Kindern, auf die ich hier verlinken werde, sobald sie fertig ist.

muckross house kerry, herrenhäuser in irland
Muckross House ist eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten überhaupt in Irland – hauptsächlich deshalb, weil es mitten im Killarney Nationalpark liegt und hier so gut wie jeder Irland-Tourist vorbei kommt. Es ist aber halt auch schon hübsch.

Connemara: Postkarten-Irland

Auch Connemara ist eine ebenso bildschöne wie beliebte Urlaubsregion in Irland. Die Gegend ist kein eigenständiges County, sie gehört großteils zu Galway, der Norden ragt nach Mayo hinein. Der Begriff ist älter als die modernen Verwaltungseinheiten. Er geht auf Stammesgebiet zurück, beschreibt aber einfach eine der landschaftlich schönsten Regionen Irlands. Auf den grünen Hügeln grasen Schafe. Jähe Sonnenstrahlen zwischen den Wolken lassen das Meer in den zerklüfteten Fjorden blau aufblitzen. Vom Gipfel des Diamond Hill im Connemara Nationalpark, der sich auch mit Kindern prima erklimmen lässt, hat man einen herrlichen Ausblick.

Roadtrip nach Irland mit Kindern, Connemara
Connemara ist Postkarten-Irland.

Natürlich wissen das auch viele andere Urlauber. Connemara und seine Sehenswürdigkeiten sind im Sommer gut besucht und viele Unterkünfte ausgebucht. Aber abseits der Hauptströme findet sich an traumhaften Stränden und entlang abgelegener Bergstraßen ganz schnell irische Einsamkeit für alle, die sie suchen.

Kylemore Abbey, Connemara, Irland, Wild Atlantic Way
Einer unserer Lieblingsorte in Irland: Kylemore Abbey in Connemara.

Über Connemara plane ich auch noch mindestens einen ausführlichen Blogpost und halte mich deshalb hier kurz. Unser Reiseführer widmet der Region ein eigenes Kapitel.

The Burren: Steine, Steine, Steine

Der Burren ist ein Kalksteingebiet an der irischen Westküste, grob gesagt zwischen Limerick und Galway. Kuriose Felsformationen und merkwürdig geformte Berge erstrecken sich hier kilometerweit. In den zu schienenartig parallel verwitterten Felsspalten blühen im Sommer unglaubliche Mengen von Wildblumen.

Roadtrip nach Irland mit Kindern, Pulnabrone.
The Burren: bizarre Steinlandschaften, dazwischen immer wieder vorzeitliche Megalith-Anlagen. Das hier ist Pulnabrone, ein besonders hübsches Großsteingrab.

Das Gebiet ist nicht groß, aber ich finde, man muss es mal gesehen haben. Kilfenora ist so ungefähr das Zentrum, wo es auch eine gut gemachte kleine Ausstellung über die geologischen Besonderheiten des Burren geht. Insgesamt fünf Touren weist unser Reiseführer für die Umgebung aus.

Dem Burren vorgelagert im Atlantik liegen die drei Aran Islands, die die steinernen Kuriositäten fortsetzen. Die Hauptinsel Inishmore haben wir gründlich mit dem Fahrrad erkundet.

aran islands, inishmore, steine mit schienen
Hier auf Inishmore sieht man rechts die parallelen Rinnen, zu denen der Kalkstein typischerweise verwittert.

Mayo: Der Geheim-Tipp

Das County Mayo, das sich im Norden anschließt, gehört zu den am spärlichsten besiedelten Gegenden von Irland. Hier gibt es endlose Natur. Irlands größter Nationalpark Ballycroy, der eines der größten Regenmoore Europas ist, nimmt viel Platz im zentralen Mayo ein.

Ballycroy Nationalpark, Mayo, Irland, Wild Atlantic Way
Stichwort Regenmoor: meine Jungs nass, aber glücklich und allein auf weiter Flur im Ballycroy Nationalpark.

Im Süden liegt die Insel Achill Island, die über einen Damm mit dem Festland verbunden ist. Hier kommt noch einiger eher sanfter Tourismus vor.

ruinendorf Slievemore, Achill Island, Irland mit Kindern
Das verlassene Ruinendorf am Slievemore ist eine der Sehenswürdigkeiten von Achill Island.

Im Norden stürzt das Land an spektakulären Steilklippen ins Meer ab. Trotz dieser traumhaften Landschaft und obwohl einige der – meiner Meinung nach – spannendsten Sehenswürdigkeiten Mayos, wenn nicht ganz Irlands hier zu finden sind, fliegt zumindest Nord-Mayo in Sachen Tourismus noch komplett unter dem Radar. (Ein ausführlicher Erfahrungsbericht mit all unseren Tipps ist natürlich ebenfalls geplant, wird aber wohl noch ein Stück dauern, weshalb ich fürs erste auf den Reiseführer verweisen muss.)

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Die Céide Fields in Nord-Mayo sind das flächenmäßig größte steinzeitliche Monument der Welt (die „Pyramide“ ist das dazugehörige Museum).

Donegal: Der wilde Norden

Donegal heißt die Grafschaft ganz im Norden der Republik Irland. Auch hier steht die Natur wohl für jeden Reisenden im Vordergrund. Superschöne Sandstrände lassen an deutlich südlichere Gefilde denken, riesige Seen erinnern ein bisschen an Skandinavien. Vor allem aber bezaubert Donegal mit einem ganz eigenen Flair aus Wildnis und Einsamkeit, gesprenkelt mit kleinen Ortschaften voller manchmal eigensinniger, aber herzlicher Menschen.

Slieve League, Donegal mit Kindern, Pilgrim's Path
Donegal.

Über Donegal habe ich bereits ausführlich gebloggt: Donegal mit Kindern – Familienurlaub in Irlands wildem Norden.

Nordirland: Das britische Irland

Der Wild Atlantic Way endet in Derry/Londonderry, der Grenzstadt zum britischen Teil der Insel. Auch für unseren Reiseführer haben wir hier die Grenze gezogen – irgendwo mussten wir das ja, denn ganz Irland ist einfach zu groß für das gehaltvolle Konzept, das die Naturzeit-Reiseführer bieten. Das heißt natürlich nicht, dass Nordirland nicht trotzdem eine Reise wert wäre, auch mit Kindern!

Im Kielwasser des Brexit und der populistischen (Nicht-)Regierung Großbritanniens wird das Klima in gewissen Kreisen leider wieder rauer in den Grenzregionen. Als wir im Juli 2018 zuletzt im Südwestteil Nordirlands unterwegs waren und in der kleinen Grenzstadt Belleek die aktuelle Stimmung einzufangen versucht haben, erschien uns (in unserem mehr als bescheidenen Zwei-Stunden-Fenster) alles ganz normal. Das war natürlich, bevor die Journalistin Lyra McKee erschossen wurde – was aber immerhin von der Bevölkerung auf beiden Seiten der neuen EU-Grenze mit größter Entrüstung quittiert wurde. Terror-Angst halte ich deshalb bei Reisen nach Nordirland nach wie vor für unangebracht. Ein wachsames Auge auf aktuelle Entwicklungen darf man meiner Meinung nach aber schon haben, denn latent vorhanden sind die alten Animositäten schon noch. (Generell ist das Thema aber für Familien auf Urlaubsreise kaum relevant und dürfte – wenn überhaupt – höchstens abendliche Kneipengänger betreffen, die zur falschen Zeit am falschen Ort sind und zwischen die Fronten geraten.)

Grenze zwischen Irland und Nordirland
Rechts Nordirland, links die Republik, dazwischen ein Fluss, über den sich ein blumengeschmücktes Geländer spannt. Kein Schild, kein gar nichts: die neue EU-Außengrenze in der Kleinstadt Belleek.

Für realistischere Probleme sorgt wohl eher die akute Grenzziehung, sollte schließlich doch der harte Brexit passieren. Republik und königinnentreuer Teil sind infrastrukturell wie siamesische Zwillinge verwachsen. Die Landstraße windet sich ohne Rücksicht auf politische Zuordnung durch die Landesteile. Ob man sich gerade auf irischem oder britischem Boden befindet, merkt man teilweise ausschließlich daran, ob die Tankstellenpreise in Euro oder Pfund ausgeschrieben sind.

Aus touristischer Sicht ist eine Reise nach Nordirland mit Kindern in meinen Augen absolut empfehlenswert, weil gerade auch dieser Teil des Landes landschaftlich wunderschön ist. Der Giant’s Causeway mit seinen ungewöhnlichen Felsformationen ist der Hit, der White Rock Beach ebenfalls. Überhaupt ist entlang der gesamten Antrim Coast ein Naturwunder neben dem anderen zu finden. Belfast mit Kindern hat uns ebenfalls super gefallen (wenngleich man dafür schon auf authentische, touristisch wenig zurechtgeleckte Städte stehen muss).

Roadtrip nach Irland mit Kindern, Nordirland, White Rock Beach
White Rock Beach in Nordirland: nicht ganz so bekannt wie der Giant’s Causeway, aber auch total schön und empfehlenswert.

Für aktuelle Erfahrungsberichte zum Thema Nordirland mit Kindern verweise ich zu meiner Reiseblogger-Kollegin Frau Hibbel, die die Region 2018 mit ihrer Familie bereist und buchtstäblich von A bis Z darüber berichtet hat.

Alle Artikel über Irland mit Kindern auf family4travel

Oben im Fließtext habe ich schon manchen Artikel verlinkt. Systematisch geordnet gibt es jetzt hier ein Inhaltsverzeichnis über meine Erfahrungsberichte zum Thema Irland mit Kindern. Im Laufe der Zeit wird diese Auflistung auch noch kräftig wachsen. Material habe ich mehr als genug, ich muss nur mit dem Schreiben hinterherkommen…

Irland mit Kindern nach Regionen

Tipps und Rat zum Irland-Urlaub mit Kindern (und ohne)

Zusammenfassende Reiseberichte über unseren Urlaub in Irland mit Kindern

Irland mit Kindern: Unser Reiseführer

Mehr oder vielleicht auch weniger dezent habe ich es in diesem Beitrag schon das eine oder andere Mal erwähnt: Es gibt da diesen Reiseführer über Irland mit Kindern, den ich zusammen mit Stefanie Holtkamp geschrieben habe. :)

So sieht er aus:

Familien-Reiseführer Irland mit Kindern
Über diesen Link* kann man ihn bei Amazon direkt bestellen, auch reguläre Bestellungen über den Buchhandel sind möglich.

Das Büchlein ist 312 Seiten dick, passt somit noch gut in jeden Wanderrucksack und ist gerade für unterwegs ein idealer Reisebegleiter.

Die 60 Wander- und Entdeckertouren erstrecken sich über die gesamte Westküste Irlands von Derry/Londonderry bis Cork. Jede Tour ist von uns Autorinnen persönlich getestet und auf ihre Kinderfreundlichkeit geprüft. Die meisten Touren sind Wanderungen zwischen zwei und maximal zehn Kilometern. Wir haben aber auch ein paar Ausflüge mit dem Fahrrad oder dem Kanu parat. Zusätzlich gibt es ganz viele Tipps zu familienfreundlichen Ausflugszielen, schönen Stränden und im Anhang einen Teil mit Tipps und Adressen zum Finden von Unterkünften inklusive Camping-Führer.

Jede Tour umfasst eine ausführliche Wegbeschreibung, eine Karte und die Koordinaten zum Parkplatz fürs Navi. Wer mag, kann sich auch die GPX-Daten jeder Runde aufs Handy laden.

Tagesausflug Dingle mit Kindern, Wandern mit Kindern in Irland
Die Tour am Lough Adoone auf Dingle in Kerry war eine unserer schönsten in Irland.

Ich selbst bin als Autorin beim Naturzeit-Verlag gelandet, weil wir die Bücher aus der Reihe auf Korsika und Sardinien mit im Urlaub hatten und ich die Dinger so superpraktisch und hilfreich fand. Über eine Rezension im Blog kam der Kontakt mit Stefanie Holtkamp zustande, und letztlich die Zusammenarbeit. Ich bin nach wie vor von diesem Konzept sehr angetan und habe durchaus das Gefühl, dass wir mit unserer Arbeit Familien für den Urlaub in Irland mit Kindern eine echte Hilfe sind.

(Gerade in Irland nämlich ist es oft nicht einfach, auf eigene Faust gute Strecken für Spaziergänge zu finden, da selbst offiziell ausgeschriebene Wanderwege über mitunter recht stark befahrene Landstraßen ohne Bürgersteig führen. Wir haben hier bei der Recherche arg die Spreu vom Weizen getrennt und nur wirklich schöne Rundwege und Strecken aufgenommen. Wer unseren Reiseführer in der Tasche hat, kann also sofort loslaufen und braucht sich in der Vorbereitung um wenig mehr als die richtige Ausrüstung und das Picknick kümmern – und selbst dafür geben wir im Reiseteil Tipps.)

Dingle Tagesausflug, Dingle mit Kindern, Gallarus Oratory
„Geheimgang“ durch die Fuchsienhecke: Insider-Tipp aus dem Reiseführer für die Gallarus Oratory.

So, Eigenwerbung beendet. ;)

Irland mit Kindern bei anderen Reisebloggern

Natürlich ist family4travel nicht das einzige Reiseblog, das über Irland mit Kindern berichtet. Mehr Lesestoff über Familienurlaube auf der grünen Insel in teilweise ganz anderen Regionen und mit anderen Schwerpunkten gibt es bei:

  • patotra: Ellen hat schon ihre eigenen Kindheitsurlaube in Irland verbracht und reist nun mit ihrer eigenen Familie immer wieder gerne hin, vor allem auf die kleine Insel Inishbofin.
  • Planet Hibbel: Nadine war 2018 mit ihrem Mann und ihren beiden Jungs in Nordirland und Donegal unterwegs, unter anderem auch auf den Spuren der Serie „Game of Thrones“.
  • Kind am Tellerrand: Maria-Bettina war 2013 mit Familie zwischen Dublin und Cork unterwegs und hat als Familienreiseblog mit Schwerpunkt auf Kultur auch eine Lese-Liste für Kinderbücher zum Thema Irland online.

Transparenz-Hinweis: Mit diesem Beitrag möchte ich Familien bei der Urlaubsplanung helfen. Natürlich hoffe ich, dass ich bei der Gelegenheit den einen oder anderen Reiseführer verkaufe, was mir dann sowohl als Autorin als auch über den Affiliate-Link zu Amazon ein bisschen Gewinn einbringt. Sowohl das Blog als auch der Reiseführer sind aber echte Herzblut-Projekte. Wenn dich interessiert, wie das Finanzielle hinter so einem Blog wie meinem funktioniert, lies hier.

6 Gedanken zu „Irland mit Kindern: Unsere Tipps und Erfahrungen für den Familienurlaub“

  1. Das Irland mit Kids super ist glaube ich sofort. Seitdem wir in England waren, können wir uns das noch viel besser vorstellen. In Kerry waren schon Freunde von uns unterwegs und waren begeistert. Könnte mir das auch echt gut vorstellen und mit den Tipps, wären wir ja bestens vorbereitet!

  2. Hach, das macht schon Lust auf Irland! Wenn es auf deinen Bildern nur nicht so arg neblig und regnerisch aussehen würde… ;-) Hat es denn in Irland auch mal schönes Wetter? Sonst bekomme ich die Kids nicht überzeugt.

    Liebe Grüße
    Jenny

    1. Der Großteil unserer Recherchereise letztes Jahr fiel in die Zeit, als hier zu Hause das Thermometer an der 40-Grad-Marke kratzte, und ich war so dankbar, im regnerischen Irland zu sein! :) Aber ja, das Gerücht, dass die Sommer in Irland eher nass als warm sind, stimmt schon. Nicht umsonst ist es die grüne Insel, nicht die gelbbraun vertrocknete… Wobei Irland letztes Jahr schon auch unter ungewöhnlicher Trockenheit gelitten hat. Bevor wir kamen. Stefanie, meine Mit-Autorin, war in dieser Zeit dort unterwegs, und so haben wir im Reiseführer viele Schönwetter-Fotos.
      Generell kommt aber immer mal wieder die Sonne raus. Es regnet oft, aber fast nie den ganzen Tag.

  3. Hallo,
    ein wirklich schöner Beitrag über Irland. Bislang war ich zusammen mit meiner Frau und unseren beiden Kindern einmal in Irland. Da waren wir in Galway und diese Stadt hat uns sehr gut gefallen, so wie auch die Landschaft an sich. Wir haben zudem die Cliffs of Moher besucht, die uns alle sehr beeindruckt haben. Wir lieben das Flair Irlands einfach und werden garantiert wieder eine Auszeit dort verbringen, nachdem wir wieder in Südtirol waren. [Kommerzieller Link für Unterkunft in Südtirol gelöscht]

    Vielen Dank für die Eindrücke!

    Johannes

    1. Lieber Johannes, wenn du in meinem Blog Werbung machen willst, informiere dich oben rechts im Menü unter dem Punkt „PR“ über die Möglichkeiten. Stumpf abgesetzte Links werden gelöscht. Ich bin doch nicht bescheuert, danke.

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