Entwicklungsland (in Poznan, Polen)

Unser erstes Mal Polen. Couchsurfing in Poznan.

Samstag, 21. Juni 2012
Morgens
Wir sind zu Gast bei einer tollen Couchsurfing-Familie außerhalb von Poznan. Vor kurzem haben Tomasz und Gosia mit ihren drei Kindern Dominika, Maya und Igor noch im Stadtzentrum gewohnt, doch wie so viele Familien haben sie sich jetzt ein Eigenheim im Grünen geleistet. Der Kredit läuft jedenfalls – einziehen konnten sie bisher nicht, weil die Immobilienfirma nun doch ein paar Monate länger braucht als abgesprochen, um die Anlage mit den Eigentumswohnungen fertig zu stellen. Eigentlich wollten sie im Mai einziehen, ihre Innenstadt-Wohnung haben sie fristgerecht gekündigt und auch geräumt. Inzwischen sind auch schon die Fenster im Rohbau eingebaut… Bis die Handwerker den Rest auch noch geschafft haben, wohnen unsere Gastgeber in einer Mietwohnung in der Nähe, die auch sehr hübsch ist. Das ganze Neubaugebiet umfasst mehrere Straßenzüge und wurde von einem einzigen Entwicklungsunternehmen um ein kleines Dorf herum aus dem Boden gestampft. Die Häuser sind zweckmäßig, aber modern und sogar hinlänglich schick. Nur eines haben sie vergessen: die Straßen zu asphaltieren. Gosia sagt, es habe Unklarheiten im Vertrag zwischen Entwickler und Stadt gegeben, und jetzt behaupte jeder, der andere müsse für die Infrastruktur sorgen. So lange das nicht geklärt ist – und sie zumindest glaube nicht an eine Einigung in näherer oder auch fernerer Zukunft – heizen die stolzen Eigenheimbesitzer eben über staubige Feldwege, um nach Hause zu kommen.

Wir haben das Kinderzimmer der Mädchen bekommen. Die Jungs haben feste Kinderbetten, wir haben unser Luftbett aufgepumpt und sind sehr zufrieden mit dem Arrangement. Zu unserem Empfang gestern Abend gab es Bigos: ein typisch polnisches Gericht aus Hackfleisch und Sauerkraut, das auch mir ziemlich gut schmeckt, obwohl ich sonst weder ein Fan des einen noch des anderen bin. Die Jungs freuten sich über eine Auswahl ebenfalls landestypischer Würstchen, und Salzgurken gab es auch.

essen

Nach dem Essen machten wir einen Spaziergang zum nächsten Spielplatz. Die Kinder kamen gut miteinander klar, begannen gleich im gemischten Duo zu wippen. Früher dauerte es besonders bei Janis meist lange, bis er mit anderssprachigen Kindern Kontakt aufnahm. Mittlerweile sind die Jungs aber wirklich alte Hasen in Sachen Couchsurfing und finden sich gleich wunderbar zurecht.

Jetzt wollen wir gleich los und uns zusammen Poznan angucken.

 

 

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