Schlagwort-Archive: Garten

Inveresk Lodge Garden: Ein kleines Paradies mit Geschichte

Großbritannien ist ja nun berühmt für seine Parks und Gärten. Viele sind öffentlich zugänglich – gegen Gebühr. Wir haben schon mehrmals vor eintrittspflichtigen Gartenpforten gestanden und überlegt, ob sich der Spaß wohl lohnt. Erst als arme Studenten und später als Eltern mit kleinen Kindern haben wir uns dann immer doch dagegen entschieden. Im Sommer waren die inzwischen 11 und 13 Jahre alten Jungs und ich aber als temporäre Mitglieder des National Trust for Scotland unterwegs. Da diese Mitgliedschaft auch kostenlosen Zutritt zu rund 100 Parks und Gärten mit sich bringt, haben wir uns die Gelegenheit diesmal natürlich nicht entgehen lassen und Inveresk Lodge Garden bei Edinburgh besichtigt.

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Bad Pyrmont: Familienausflug in die Kurstadt

Ein Ausflug in eine Kurstadt wie Bad Pyrmont mit Kindern? Es gibt ja diese Klischees, und die kommen nie so ganz von ungefähr. In unseren Köpfen ist Bad Pyrmont deshalb so ein Ort mit gravierender Rollatorendichte, in dem die Haarfarbe Grau dominiert und in dem lebhafte Kinder eigentlich nichts zu suchen haben. Als wir dann die Gelegenheit bekommen, unsere Vorurteile zu überprüfen, stellen wir fest, dass das meiste davon stimmt – dass Bad Pyrmont aber trotzdem auch für Familien ein lohnenswertes Ausflugsziel ist.

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Park der Gärten: Floraler Familienspaß in Bad Zwischenahn

Von unserem Familienwochenende in der Jugendherberge habe ich schon ausführlich erzählt, und auch davon, was wir in drei Tagen in Bad Zwischenahn und Umgebung unternommen haben. Den Park der Gärten, wohl die Hauptsehenswürdigkeit der kleinen Kurstadt, habe ich dabei schon erwähnt. Aber das Gelände, das so viel mehr als ein schnöder Stadtpark ist, verdient genauere Betrachtung. Deshalb erzähle ich heute, warum es uns dort so prima gefallen hat.

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Hannover: Ausflug in die Herrenhäuser Gärten

Die Herrenhäuser Gärten sind eins der herausragendsten Beispiele barocker Gartenbaukunst“, sagt Janis unvermittelt beim Mittagessen. „Oho“, antworte ich. „Wo hat der Herr denn dieses erlesene Stück Allgemeinbildung erlangt?“ Wie sich herausstellt, handelt es sich um einen Splitter aus dem Musikunterricht. „Im Barock wurde nichts der Natur überlassen“, weiß der 11-Jährige noch. Aber wie genau sich das ausgerechnet in einem Garten widerspiegeln soll, kann er sich nicht recht vorstellen. Da Martin am Samstag eh für einen geschäftlichen Termin nach Hannover muss, beschließen wir kurzerhand, mitzufahren und die Herrenhäuser Gärten zu unserem Wochenendausflug zu machen.

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Wenn Sonne und Blitz-Eis den Museumsbesuch verhindern (mit Rezept)

Der gestrige Nachmittag war lange vorgemerkt für einen ordentlichen Beitrag aus der Heimat. Wir wollten uns endlich einmal die Sonderausstellung des Eulenburg-Museums in Rinteln anschauen. Zum Thema Elektrizität gibt es da viele Exponate zum Ausprobieren, und sie läuft nur noch bis zum 27. April.
ABER dann schien die Sonne so grandios, die Blüten des Sauerkirschbaums im Garten öffneten sich gerade, und so hat das Museum selbst bei uns Vielausflüglern gegen ein Picknick im heimischen Garten verloren.

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Wo Japan kurz hinter der nordamerikanischen Prärie liegt (im Botanischen Garten von Osnabrück, Deutschland)

Ich hab die Jungs gefragt, wohin sie denn gerne einmal reisen würden. „Japan“, sagte Silas, und Janis sagte: „Au ja!“ Ich habe keine Ahnung, wie sie darauf kommen, denn mit Asien verbindet uns so gar nichts. Aber zumindest im Kleinen konnte ich meinen Jungs den Wunsch erfüllen, denn es traf sich, dass wir den botanischen Garten in Osnabrück entdeckten. Und da gibt es zumindest ein Stückchen Japan.

The botanical garden of Osnabrück is the ideal alternative to a short trip to Asia.
The botanical garden of Osnabrück is the ideal alternative to a short trip to Asia.

Mit dem Konzept eines botanischen Garten sind die Jungs bereits vertraut: Sämtliche Pflanzen tragen ein Schild mit ihrem Namen und ihrem Herkunftsort. Die Anbauflächen sind geografisch gegliedert. „Wollen wir zuerst nach Asien oder lieber in den hohen Norden?“ frage ich die Kinder nach einem Blick auf die Karte. „Asien!“ insistieren beide, und so biegen wir nach links ab. Der Garten wurde 1984 auf den Gelände eines alten Steinbruchs eröffnet und verfügt deshalb über ein interessantes Höhenprofil. Nach Asien geht es treppauf. Wir verlaufen uns ein wenig und befinden uns – schwupps – mitten auf dem amerikanischen Kontinent. Vor uns wachsen junge Mammutbäume aus der Erde. „Boah!“ sagt Silas, als ich vorlese, wie hoch die Redwoods werden können, wenn man sie nur lange genug in Ruhe lässt.

Impressive redwoods properly impressed my boys.
Impressive redwoods properly impressed my boys.

Dann sind wir endlich in „Japan“ angekommen. „Gibt es hier auch Koalabären?“ fragt Silas und fängt sich prompt Spott und Häme seines großen Bruders ein. „Ich meinte ja auch Pandabären!“ verteidigt er sich daraufhin mit roten Ohren. Okay, höchste Zeit für eine Runde naturnahen Biologieunterricht. Nachdem wir die geografische Verteilung der Bärenfamilie geklärt haben, untersuchen wir die Blätter der japanischen Bäume. Da ist ein Ahorn, dessen hübsch rot gefärbte Blätter wir vom Boden aufsammeln. Verglichen mit ihren europäischen Geschwistern sind sie winzig. „Habt ihr eine Idee, wieso das so sein könnte?“ frage ich. Ideen haben die Jungs – wie immer – zuhauf, aber ich bin ernsthaft beeindruckt, dass sie im Wesentlichen richtig liegen. „Haben wir doch auf der Was-ist-was-CD gehört“, winken sie ab, als ich sie zu ihrem Wissen beglückwünsche. Trotzdem bin ich überzeugt, dass es nur gut sein kann, wenn sie nach all der Theorie auch mal die Praxis vor Augen geführt kriegen. „Ja“, sagt Janis. „Ist mal ganz interessant, das zu sehen.“ Aber dann ist es auch erstmal genug mit trockenen Erläuterungen, und die Jungs bilden eine Bergsteiger-Expedition, um das Terrain auf dem Plateau in der Mitte des Geländes zu erkunden: die Schwäbische Alp.

In the Rainforrest House...
In the Rainforrest House…

Dann ist es auch schon halb zwei, und das Regenwaldhaus öffnet seine Türen. Hier ist die Flora Mittel- und Südamerikas zu sehen, und das auf immerhin 600 Quadratmetern und auf mehreren Etagen. Wir betrachten die Mangrovensümpfe, die massiven Wurzeln der Bäume und das, was zu ihren Füßen wuchert, dann steigen wir höher und höher die Treppe hinauf, um auch das Leben in den Wipfeln zu erkunden.

... you can explore the fauna of South America on different levels.
…we explored the fauna of South America on different levels.

Wieder draußen erwartet uns der eingezäunte Gemüsegarten. Die Kohlsorten benennen wir souverän, ohne auf die Schildchen spicken zu müssen, aber spätestens bei den unterschiedlichen Paprika- und Chilipflanzen lernen wir dazu.

Unser letzter Abstecher gilt dem Duftgarten. Wahnsinn, wie intensiv und wie verschieden diese Pflanzen selbst im November riechen. Eine Sonnenterrasse lädt zum Verweilen ein – wie herrlich muss es hier im Sommer sein! Bei nächster Gelegenheit werden wir das überprüfen…

Osnabrück selbst ist auf jeden Fall auch einen Besuch wert, aber davon erzähle ich ein anderes Mal.

 

Der Botanische Garten in Osnabrück befindet sich am Westerberg, die Adresse lautet Albrechtstraße 29. Es ist möglich, die Parkplätze der Universität zu nutzen. Der Zutritt zum Gelände und sogar zum Regenwaldhaus sind kostenlos (um Spenden wird gebeten). Die Öffnungszeiten unterscheiden sich je nach Jahreszeit und Wochentag, und das Regenwaldhaus ist nur stundenweise zugänglich – unbedingt vorher hier  nachgucken!

 

Unabhängig davon, wohin die Reise in diesem Theater sonst gerade geht – dienstags ist Deutschland dran. An diesem Tag berichte ich von Kurztripps, Ausflügen und Urlaubsreisen in unserem eigenen Heimatland, entweder ganz aktuell oder rückblickend aus der jüngeren Vergangenheit.