Eine Woche haben wir im äußersten Süden Italiens verbracht. Der Absatz des Stiefels heißt Salent heißt (oder auf Italienisch Salento) und liegt in der Region Apulien (Puglia). Die Gegend ist vielfältig und wunderschön. Es hätte eine tolle Woche werden können. Hätte. Was man Tolles machen kann, selbst wenn das Drumherum doof ist, verrate ich hier in meiner Mini-Serie über Apulien mit Kindern.

Unsere Reise durch Apulien mit Kindern

Wir sind in Apulien als Familie mit zwei Kindern unterwegs: Janis (10) und Silas (8). Nach sechs Monaten auf dem Balkan und in Südosteuropa haben wir auf unserer Langzeitreise durch Europa von Albanien aus nach Bari übergesetzt. Mit einem kurzen Stopp in der alternativen Selbstversorger-Kommune Urupia haben wir uns in Gallipoli eingenistet, einer kleinen Stadt im Westen des Stiefelabsatzes von Italien.

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family4travel auf Europareise

Unsere Unterkunft in Apulien

Der Urlaub steht und fällt mit der Unterkunft. Diese alte Weisheit ignorieren wir in unserem Geiz und kassieren die Quittung. In Apulien wohnen wir in einem ungeheizten, zugigen Apartment. Dessen Einrichtung entsprach sicher dem Geschmack der Oma, nach deren Tod der Vermieter jetzt ein bisschen Geld mit gutgläubigen Tourist*innen machen will. Außerdem ist das Wetter ist mies. Es ist Anfang März. Drinnen wie draußen herrschen zwischen 10 und 12 Grad. Die Vorhänge wehen auch hinter geschlossenen Fenstern sanft im Wind.

Wenn ihr es besser machen und eine schöne Unterkunft in Apulien mit Kindern buchen wollt, empfehle ich euch die breite Auswahl über booking* oder fewo-direkt.* Wie ihr es nicht machen solltet und was wir konkret falsch gemacht haben, steht in meinem Erfahrungsbericht hier: →Schlechte Erfahrungen mit AirBnB.

Fleißige Reisebloggerin unter widrigen Umständen.

Fleißige Reisebloggerin unter widrigen Umständen.

Alles in allem ist diese Woche so ziemlich der Tiefpunkt unserer bisherigen Europareise.

Familienfreundliche Ausflugsziele in Apulien

Aber das heißt nicht viel. Denn trotz der widrigen Umstände haben wir immer noch eine Menge Schönes gesehen. An fünf Tagen unternehmen wir Ausflüge, die ich – im Gegensatz zu unserer Unterkunftswahl – durchaus zum Nachmachen empfehle. Hier kommen meine Tipps für richtig schöne Ausflugsziele, die auch in der Nebensaison und mit Kindern prima funktionieren.

Lecce: Die Stadt der angebissenen Statuen

Lecce ist eine Kleinstadt an der apulischen Ostküste. Berühmt ist sie für ihren weichen Tuffstein und die vielen Statuen und Ornamente daraus, die das Ortsbild prägen. Weil der Erosion und modernen Umwelteinflüssen nicht gut widersteht, wirken die an vielen Stellen reichlich „angekaut“. Unsere Kinder hat das Kuriosum fasziniert. Was sich dort sonst mit Kindern erleben lässt, steht in meinem Erfahrungsbericht über →Lecce: Die Stadt der angebissenen Statuen.

So wie der Dame rechts geht es vielen bildhauerischen Details in Lecce.

Naturschutzgebiet Porto Selvaggio

Ein echter Geheimtipp für einen Ausflug mit Kindern in Apulien ist das Naturschutzgebiet Porto Selvaggio. Der wunderschöne Küstenstreifen punktet mit einem herrlichen Wanderweg am Meer. Beinahe zwangsläufig werdet ihr dabei über versteinerte Muscheln und andere Fossilien stolpern. Hier erlebt ihr als ganze Familie wirklich Geologie zum Anfassen! Wie unser Ausflug lief, erzähle ich in meinem Erlebnisbericht über das →Naturschutzgebiet Porto Selvaggio: Wo jeder Fossilien findet, ohne sie suchen zu müssen. 

Die Bucht ist einfach wunderschön! 

Otranto: Die Stadt mit den 800 Heiligen

Otranto ist eine weitere Kleinstadt mit ganz typischem süditalienischen Charme. Die östlichste Stadt Italiens besitzt eine faszinierende Geschichte. Greifbar wird die in der Kirche Santa Annunziata. Die besitzt nicht nur wunderbare mittelalterliche Mosaike, sondern auch eine Sehenswürdigkeit mit erheblichem Gruselfaktor: Hinter Glasscheiben an einem Seitenaltar sind die Gebeine von bis zu 800 Menschen gestapelt. Die sind in Auseinandersetzung mit muslimischen Besatzern zu Tode gekommen und 2013 vom Papst heilig gesprochen worden. Alle. Wie kindgerecht der Anblick ist, müsst ihr für eure Familie selbst entscheiden. Meine Jungs fanden: krasse Sache, muss man gesehen haben. Glaubt man ja sonst nicht. Die ganze Geschichte: →Otranto – wo Adam kein Feigenblatt trägt und wie die Stadt zu 800 Heiligen auf einmal kam. 

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Gruselfaktor im Angesicht von 800 Totenschädeln.

Gallipoli: Viele Kirchen und schönster Strand

Wir haben Anfang März keinen Badeurlaub in Apulien gemacht. Im Sommer (und vielleicht sogar schon über Ostern oder in den Herbstferien) ist das freilich eine feine Sache. Den schönsten Strand, den wir euch vom reinen Anblick und vom Buddelfaktor her empfehlen können, liegt nahe Gallipoli. Die Stadt an der Westküste Apuliens lohnt ebenfalls einen Ausflug für die ganze Familie. Interessant sind hier die vielen Gotteshäuser und Kapellen, die das Ortsbild selbst für süditalienische Verhältnisse zu etwas Besonderem machen. Unser Erfahrungsbericht: Gallipoli – wo buchstäblich eine Kirche neben der anderen steht.

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Ab an den Strand! Bei dem Mistwetter haben die Jungs ihn immerhin ganz für sich alleine.

Taranto: Die angeblich dreckigste Stadt Italiens

Taranto – auf Deutsch gelegentlich Tarent – ist die größte Stadt der Region Apulien. Sie besitzt eine erhebliche Nummer an Sehenswürdigkeiten und blickt wohl auf eine längere Geschichte zurück als →Rom. Dass Taranto als Industrie- und Chemiestandort ein erhebliches Umweltproblem hat, findet im heutigen Wikipedia-Artikel nicht einmal mehr Erwähnung. Worauf ihr achten solltet und wieso sich ein Ausflug in die Provinzhauptstadt dennoch lohnt, steht hier: →Taranto, die angeblich dreckigste Stadt Italiens und was man sich trotzdem unbedingt ansehen sollte. 

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Die geschichtsträchtige Hauptstadt von Apulien lohnt einen Ausflug.

Mehr Erfahrungsberichte und Ausflugsziele in Apulien in anderen Reiseblogs

  • Umfangreiche Tipps für einen Familienurlaub in Apulien hat Petra vom Planet Hibbel.
  • Wer einen wirklich hilfreichen Artikel voller persönlicher Erfahrungen, Empfehlungen und weiterführenden Links zum Thema Rundreise und Ausflugsziele in Apulien sucht, wird bei Ilona im Wandernd-Blog fündig!
  • Gute Tipps für Familien mit kleinen Kindern in Apulien und im Salent hat das Reiseblog kleinLAUT – inklusive guten Argumenten, warum der August nicht die beste Reisezeit für die Region ist.
  • Einen wunderbar geschriebenen und sehr persönlichen Reisebericht vom Familienurlaub in Ostuni mit vier Kindern hat Claudi von Was für mich.
  • Einen eher rudimentären Reisebericht vom Familien-Roadtrip durch Apulien, aber gespickt mit einigen praktischen Tipps, hat Saskia von Mamiplatz.

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