Hier in der Jugendherberge von Inveraray zeigt sich, dass sich seit unserer letzten Reise nach Schottland vor elf Jahren wenig geändert hat: überall Deutsche. Im Hostel ist Deutsch die meistgesprochene Sprache. Ob Mitreisende doch französischer oder britischer Nationalität sind, erkennt man allerdings leicht am Stil des Abwaschens.

Während der Durchschnittsdeutsche Wasser ins Becken lässt, Spüli hinzufügt und mit Lappen oder Bürste Speiserückstände im warmen Wasser entfernt, vielleicht sogar am Schluss noch den Schaum unter klarem Wasser abspült, gibt es hier verschiedene Alternativen.

  • Some things are hard to get used to in a hostel. Like other people's washing up techniques.

    Some things are hard to get used to in a hostel. Like other people’s washing up techniques.

    Variante eins: dreckiges Geschirr in die Spüle stellen, einige Sekunden das Wasser laufen lassen, weggehen – fertig.

  • Variante zwei: dreckiges Geschirr in vorgesehene Plastikschüssel stellen, zwei Fingerbreit Wasser einlaufen lassen, ordentlich Spüli dazu, halbe Stunde einmarinieren lassen, kalt abspülen – fertig.
  • Und Variante drei, das höchste der Gefühle: dreckiges Geschirr dünn mit Spüli einreiben, unter laufendem Wasser abspülen – fertig.

Ich bin durchaus bereit, mildernde Umstände anzuerkennen. Schließlich handelt es sich bei den meisten Abwaschern um Alleinreisende oder höchstens Pärchen, die für ihre fünf Teile keinen Staatsakt zelebrieren möchten.

Das ändert aber nichts daran, dass wir beim Tischdecken jedes Mal genau hinschauen und meistens Geschirr und Besteck auch VOR der Benutzung noch mal abwaschen. Ein Minuspunkt des Low-Budget-Travels. Manchmal hätte ich schon gern Personal dafür…

Diesen Eintrag meines Reisetagebuchs habe ich am 20. August 2013 verfasst.