Couchsurfing-Idylle am Hardanger-Fjord (in Øystese, Norwegen)

Einen unserer schönsten Familien-Couchsurfing-Aufenthalte erlebten wir direkt am Hardanger-Fjord in Norwegen. Es waren gar nicht so sehr die äußeren Gegebenheiten. Viel wichtiger ist, dass einfach die Chemie stimmt.

Nach dem Frühstück fuhren wir aus Bergen raus und am Hardangerfjord entlang Richtung Kvam. In Øystese, etwa eineinhalb Stunden von Bergen entfernt, wohnen die Couchsurfer, bei denen wir jetzt untergekommen sind. Es ist eine Familie mit drei kleinen Kindern, einem vierjährigen Mädchen und eineinhalbjährigen Zwillingen. Die Mutter, Natalia, ist mit den Kindern zu Hause. Nebenbei studiert sie Arabistik. Sie ist halb Norwegerin, halb Amerikanerin, und als sie klein war, sind ihre Eltern mit ihr zwei Jahre lang auf einem Segelboot um die Welt gefahren. Ihr Mann ist Däne und gerade auf Fortbildung. Er arbeitet in einem Museum hier in der Nähe. Natalia ist eine ganz tolle Mutter, so unendlich liebevoll und nie gestresst. Ich bin voller Hochachtung. Sie nimmt den Waldorf-Ansatz ernst, die Kinder haben wenig Spielzeug, aber schönes. Meine Jungs sind ganz begeistert von den Seidentüchern und den irregulären Holzklötzen, und dem Puppenhaus.

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Am Nachmittag haben wir einen Spaziergang zum Bauern um die Ecke gemacht, um Milch zu holen. Wir haben die Kühe angesehen (Silas hatte ganz schön Respekt), auch Hasen und eine Katze. Dann hat Natalia mit allen Kindern zusammen Brot gebacken. Janis hat ein Krokodil geknetet, Silas etwas, von dem er meint, es wäre eine Seerobbe. Dann waren wir noch draußen im Hof. Erst haben wir zusammen Tulpenzwiebeln gesteckt, dann haben die Kinder im Sandkasten gespielt. Es war so wunderbar friedlich, ein ganz toller Tag.

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Abends habe ich Käsespätzle gemacht für uns alle. Als die Kinder im Bett waren, haben wir noch ein paar schöne Stunden zusammengesessen, Wein getrunken und über Gott und die Welt im Allgemeinen und Waldorfpädagogik im Besonderen gesprochen. Eigentlich wollten wir nur eine Nacht bleiben und dann gleich weiter nach Gol fahren. Diesen Couchsurfing-Aufenthalt haben wir auf den letzten Drücker noch eingeschoben, weil Natalia meine Mail über die Seite erst sehr spät beantwortet hat (da sie ihrer Diplomarbeit wegen im Libanon war). Sie lud uns aber so herzlich ein, noch eine weitere Nacht zu bleiben, und wir finden es hier alle so schön, dass wir spontan beschlossen, eine unserer beiden gebuchten Hüttenübernachtungen zu stornieren, koste es, was es wolle.
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Unser Quartier im Kellerbüro war absolut okay: Matratzenlager für Martin und mich, Janis schlief auf einer Couch, Silas im Reisebett.

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