(F)AQ am Fünften: Fünf Fragen rund um Fastfood und Reise-Essen

Anscheinend ist doch ein kleiner Autist an mir verloren gegangen: Es ärgert mich, wenn ich mein gewohntes Schema hier im Blog nicht durchhalten kann. Heute ist der 5., und da gibt’s hier immer fünf Glanzlichter. Aber heute ist auch Sonntag, und sonntags gibt’s Fragen. Die mussten letzte Woche schon ausfallen, weil mir der Best-Blog-Award von den Weltwunderern dazwischengekommen ist. Hmpf. Da aber Ulrike vom BambooBlog schmutzig gespielt und das Stöckchen einfach so wieder zurückgeworfen hat, schlage ich kurzerhand zwei Fliegen mit einer Klappe. Ich pick mir fünf Dinge raus – all die, die mit dem Thema Essen zu tun haben – und beantworte fünf (Fragen) am Fünften. Ich gebe zu, das ist ein bisschen arg konstruiert, zumal die Fragen beim Stöckchen zum Teil zusammengehörten, aber – egal.

  1. Wenn Du ein Land besuchst, erlebst Du auch die einheimische Küche: Hast Du dabei schon mal ganz besondere Köstlichkeiten gegessen?
Best scones we had in all Great Britain, to be obtained at the tea room at the end of Bangor Garth Pier.
Best scones we had in all Great Britain, to be obtained at the tea room at the end of Bangor Garth Pier.

Oh ja. Bigos in Polen. Rote-Beete-Suppe in Litauen. Die gesalzene Butter in der Bretagne. Und ich liebe den britischen und irischen Cheddar-Käse – und die Scones beim cream tea! Frische Preisel- und Multebeeren in Norwegen, Blaubeeren in Estland und Finnland. Auf den Teer-Sirup habe ich dort allerdings verzichtet.

  1. Welche Bedeutung hat das Ausprobieren von unbekanntem Essen?

Für Martin und mich eine große – wir stürzen uns liebend gern in kulinarische Abenteuer. Auch die Jungs ziehen mit und können sich mittlerweile ganz gut am Riemen reißen, wenn sie etwas nicht mögen. Wie auch zu Hause gilt auf Reisen: Wenigstens ein Löffelchen voll wird probiert. Silas ist ein bisschen mäkelig, während Janis recht experimentierfreudig ist. Wir sind uns aber einig, dass unbekanntes Essen zum Reisen genauso dazugehört wie unbekanntes Gelände – und genauso erkundet wird. Immerhin hat Silas vergangenen Sommer so seine Vorliebe für die doch eher scharfen Ingwerkekse in England entdeckt.

  1. Korean ingredients in my kitchen - what a sight! :)
    Korean ingredients in my kitchen – what a sight! :)

    Je exotischer das Reiseziel, desto lieber ein Besuch bei McDonald’s und Co.?

Ernsthaft exotisch sind wir ja bisher nicht geworden auf unseren Reisen. Wären die viel zitierten frittierten Heuschrecken die Alternative, würde ich westliches Fastfood wohl tatsächlich vorziehen (obwohl, probieren würd ich schon mal, denke ich). In West-, Mittel- und Nordeuropa habe ich allerdings bisher wenig Veranlassung dazu gesehen. Wir sind ja auch meistens Selbstversorger. In der Küche der Jugendherberge gibt es dann unexotische Nudeln mit Tomatensoße. Und bei Couchsurfern kochen wir traditionell Käsespätzle: weil das typisch deutsch ist, komplett selbst angerührt einiges her macht, die (vegetarischen) Zutaten überall erhältlich und erschwinglich sind und das Ergebnis den meisten Leuten und auch Kindern gut schmeckt.

  1. Was hast Du bei McD fern von daheim schon so erlebt?

Soweit ich mich erinnern kann, waren wir außerhalb der Staatsgrenzen noch nie – ach doch, während des Schüleraustauschs 1998 in Belfast war ich dort. Das war unspektakulär, da gefühlt identisch mit zu Hause. Einige Zeit später sah ich dieselbe Straße in den Nachrichten, weil sie sich doch wieder in die Köppe gekriegt hatten und genau dort, wo ich vielleicht zwei, drei Jahre zuvor gewesen war, Unruhe und Aufstand herrschte. Das war schon ein mulmiges Gefühl.

2010 hatten wir mal ein witziges (wenn auch kulinarisch ziemlich unbefriedigendes) Erlebnis, ebenfalls in Nordirland, in einer No-Name-Frittenbude irgendwo im Südwesten auf dem Land. Die Jungs hatten ernsthaft Hunger, und es war nichts Besseres in Sicht. Wir kamen gerade aus der Republik, hatten völlig verpeilt, dass wir erst noch Geld tauschen mussten. Nein, Euros nehmen sie nicht, blaffte uns die Verkäuferin auf meine zaghafte Anfrage hin an. Als ich den Jungs die schlechte Nachricht beizubringen versuchte und die Dame mitbekam, dass wir „echte Touristen aus dem Ausland“ waren, änderte sie ihre Meinung prompt. Ihre Kolleginnen stürzten aus der Küche hinzu, um uns zu besichtigen, und die Chefin bestand darauf, dass wir nur den Pfund-Betrag in Euro zahlen bräuchten, obwohl der aktuelle Wechselkurs ganz andere Vorschläge machte. Ich glaube aber nicht, dass das bei einer der großen Ketten passiert wäre.

  1. Belgian waffles. There's really more to it than the shape.
    Belgian waffles. There’s really more to it than the shape.

    Muss McD sein, wenn man mit Kindern unterwegs ist?

Nein. Aber manchmal ist es doch bequem, wenn wir innerhalb Deutschlands auf der Autobahn unterwegs sind. Da weiß man eben, was man kriegt: ein meistens halbwegs sauberes Klo, einen Mini-Spielplatz zum Austoben und in kurzer Zeit für relativ wenig Geld satte, zufriedene Kinder. Ansonsten bin ich recht pingelig bei der Ernährung, bei uns gibt’s meistens bio und Vollkorn und so. Aber so drei, höchstens vier Mal im Jahr lass ich das durchgehen.

There is a beautiful market at the harbour very close to the city centre.
There is a beautiful market at the harbour very close to the city centre.

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