Vom Meeresniveau flugs hoch ins Gebirge (die Hardangervidda, Norwegen)

Will man mit dem Auto von Bergen Richtung Oslo oder Lillehammer, führt die direkte Strecke entlang des malerischen Hardanger-Fjords über das gewaltige Hochplateau der Hardangervidda und die norwegischen Skigebiete rund um Geilo und Gol. Der erste Teil der Strecke ist wirklich etwas Besonderes.

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Geht meistens flott und ist ein Erlebnis: die Auto-Fähre über den Hardanger-Fjord.

Wir folgen dem Hardangerfjord nach Osten und überqueren ihn ein letztes Mal mit einer Fähre. Die Landschaft ändert sich sehr schnell. Durch eine Unzahl dunkler Tunnel im nackten Fels – der längste davon 7510 Meter lang – schrauben wir uns vom Meeresspiegelniveau auf 1100 Meter hinauf. Auf Uschis Bildschirm sehen wir, dass manche Tunnel tatsächlich in Schraubenform verlaufen. Bald haben wir die Hardangervidda erreicht, Europas größtes Hochgebirgsplateau. Es ist die Art von Landschaft, die mich aus unerfindlichen Gründen immer in Hochstimmung versetzt: baumlose Tundra, aus der überall einzelne mit Flechten bedeckte Felsen hervorwachsen. Der Boden ist moosig-feucht, und immer wieder sammelt sich das Wasser zu kleinen Tümpeln und größeren Seen, an deren Ränder dieses hübsche Wollgras wächst. Fjell heißt diese art der Landschaft in Norwegen, und ich liebe sie. Manchmal denke ich, dass ich einmal ein sehr glückliches Leben in solch einer Gegend verbracht haben muss.

hardangervidda

Wir picknicken an einem Rastplatz, wo ein Schild uns darüber informiert, dass es 40 Jahre dauert, bis eine einmal entfernte Vegetationsdecke wieder zugewachsen ist. Kalt ist es, zehn Grad, und ein schneidender Wind pfeift. Janis und ich schichten ein paar Steine zu einem dieser obligatorischen Türmchen aufeinander, mit denen Touristen die ganze Ebene verziert haben.

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(Diesen Eintrag meines Reisetagebuchs habe ich am 4. September 2009 geschrieben.)

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