Sommer-Schnee, Götterhimmel und Bergsteigen im Sitzen (im Setesdal, Norwegen)

Die norwegischen Berge des Setesdals sind vielfach untertunnelt und mit jeder Menge Technik bestückt, um mit Wasserkraft Energie zu gewinnen. Ein netter Nebeneffekt: Es gibt Straßen, die hoch hinauf führen und auch Wanderfaulen und Wanderfreudigen mit zu kleinen Kindern einen Einblick ins Gebirge gestatten .

Da hoch? Okay. Aber mit dem Auto. (So up we went. By car.)
Da hoch? Okay. Aber mit dem Auto. (So up we went. By car.)

Nach unserer Wandertour am Byklestig haben wir noch einen Abstecher ins Gebirge gemacht. In Uschis Kartensatz hatten wir gesehen, dass es dort kilometerlange Sackgassen gibt. Wir passierten eine Schranke, neben der ein Schild verkündete, dass die unbefestigte Straße ab dem ersten Juli geöffnet sei. Bis dahin kann es offenbar vorkommen, dass Eis und Schnee die Durchfahrt beeinträchtigen.

Das Weiße da unten ist Wasser, in dem sich die Sonne spiegelt, die sich durch den Regen kämpft. Aber da ganz hinten, das ist schnee - im August. (Distant snow - in August!)
Das Weiße da unten ist Wasser, in dem sich die Sonne spiegelt, die sich durch den Regen kämpft. Aber da ganz hinten, das ist schnee – im August. (Distant snow – in August!)

Immer höher schraubten wir uns auf der Schotterpiste, bis auf 1200 Meter (Hovden liegt auf 700). Das Thermometer sank auf 5°C. Wenn ich daran denke, dass zu Hause noch richtiger Sommer ist – Ende August! Hier oben sahen wir tatsächlich einzelne Schneefelder. Silas schlief, deshalb konnten wir kein Wandern anberaumen. Die geteerten Straßen zwischen den Felsen hätten sich auch nur bedingt dazu geeignet. Gerne hätte ich einmal „August-Schnee“ berührt, aber die dreckigen Eisflecken waren leider nie direkt neben der Straße, sondern immer ein ganzes Stück entfernt. Also haben wir das große Kino einfach bloß aus dem Auto heraus genommen: umwerfendes Bergpanorama.

Kalt war's. (Cold.)
Kalt war’s. (Cold.)

Und dann haben wir sogar noch Bifrost gesichtet, die magische Brücke in den nordischen Götterhimmel. Ich habe Janis erzählt, dass die Vorfahren der Norweger glaubten, dass man über einen Regenbogen nach Asgard spazieren konnte – zumindest, wenn Heimdall den Weg nicht versperrte. Er wurde ganz aufgeregt und wollte immer mehr Geschichten hören. Aber näher an den Regenbogen heran wollte er auf keinen Fall. So mussten wir auf eine Exkursion zu den Asen dann doch verzichten.

So weit oben waren wir, dass wir Bifrost entdeckten (die Brücke nach Asgard zu den nordischen Göttern).
So weit oben waren wir, dass wir die Götterbrücke entdeckten. (We were so up high that we even spotted Bifrost, the entrance to the home of the Nordic gods.)

(Diesen Eintrag meines Reisetagebuchs habe ich am 30. August 2009 verfasst.)

3 Gedanken zu „Sommer-Schnee, Götterhimmel und Bergsteigen im Sitzen (im Setesdal, Norwegen)“

    1. Ich weiß nicht, wie du darauf kommst, lieber Kalr-Martin, aber ich kann dir versichern, dass das kein Wasserfall in Ose war – da waren wir nämlich gar nicht. Das Foto ist vom Byklestig aus entstanden. Wie dieser Wasserfall heißt, kann ich dir allerdings auch nicht sagen (und ich finde es auch nicht so wahnsinnig wichtig, ehrlich gesagt, denn es gibt davon ja wirklich tausende in Norwegen).

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