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33 Fragen zum Glück: Emotionale Bestandsaufnahme nach der Reise

Heute wird es persönlich auf family4travel. Meine Freundin und Blogger-Kollegin Anne vom Literatur-Blog dezembra hat sich mit Florian Langenscheidts Buch „Finde dein Glück“ auseinandergesetzt. Der arbeitet offenbar mit „33 Fragen zum Glück“, die Anne beantwortet und danach mich aufgefordert hat, es ihr gleichzutun. Und da es nach unserer just absolvierten Reise-Auszeit ohnehin Zeit für eine emotionale Bestandsaufnahme ist, hab ich doch gleich mal mitgemacht.

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Auf die Schnelle ein Award…

Viele Grüße aus Ungarn! Unsere Reise ist in vollem Gange, und die Zeit, darüber zu schreiben, ist rar. Gerade jetzt, wo wir viel couchsurfen und die Abende mit unglaublich interessanten Gesprächen verbringen, setze ich mich nicht hin tippe elaborierte Blogbeiträge. Damit neugierige Leser aber nicht wochenlang ganz auf dem Trockenen sitzen, habe ich schnell die Fragen der Traumteiler beantwortet. Die haben family4travel nämlich das Blogstöckchen des Liebster-Awards zugeschmissen – vielen Dank für die Ehre! :)liebster

Wohin möchtest du unbedingt noch reisen?

Die Bucket-List für unsere aktuelle Langzeitreise gibt es hier. „Unbedingt“ ist dabei relativ. Wenn wir die Hälfte meines Wunschzettels abklappern, bin ich schon glücklich! :) Wien ist zum Beispiel aufgrund spontaner Planänderungen schon von der Liste gepurzelt – leider, denn da will ich in der Tat unbedingt noch mal hin. Irgendwann.

War die Entscheidung zu reisen im Nachhinein die richtige gewesen?

Wir befinden uns ja noch nicht im Nachhinein, sondern im Mittendrin. Bis jetzt sind wir begeistert von unserem Nomadentum auf Zeit.

Welches Reiseziel hat dich bisher am meisten enttäuscht?

Mit Triest hatte ich so meine Schwierigkeiten. Und am ungarischen Balaton ist im Oktober dermaßen tote Hose, dass wir durchaus ein bisschen enttäuscht waren (allerdings ist es anscheinend wohlbekannte Tatsache, dass dort am 1. September die Bürgersteige hochgeklappt werden). Andererseits war das auch wieder gut, denn so kontten wir uns ausgiebig den Schulsachen widmen und unsere weitere Reise vorbereiten. Es hat ja immer alles sein Gutes.

Beschreibe in einem Satz deine Stimmung, die du nach der Rückkehr von deiner Reise hattest.

Bei unseren „kleinen“ Urlauben, zum Beispiel in Großbritannien und im Baltikum, hatte ich nach dreieinhalb Wochen nie das Bedürfnis, wieder nach Hause zu fahren. Irgendwie war ich schon dankbar, wieder im relativen Luxus meines eigenen Zuhauses angekommen zu sein. Aber auf den hätte ich doch liebend gern noch ein wenig länger verzichtet, zugunsten von mehr Reisen, mehr Erkenntnissen, mehr unbezahlbaren Erfahrungen… Auch jetzt habe ich nicht die geringste Lust, umzukehren. Auch die Kinder sind nach wie vor enthusiastisch, was mich sehr hoffnungsvoll stimmt.

Was macht dein Blog besonders, was ist anders als bei anderen Reiseblogs?

Ich bekomme immer wieder gesagt, dass family4travel im Gegensatz zu anderen Blogs sehr professionell daherkommt. Als Journalistin mit fast 15 Jahren Arbeitserfahrung sollte ich auch Profi sein. Dinge wie Rechtschreibung und Zeichensetzung sind mir sehr wichtig (wenn auch ich nicht perfekt bin und es seinen Grund hat, dass mir normalerweise das Korrektorat hinterherräumt).

Dann ist natürlich unser Projekt ziemlich einzigartig: Wir reisen ein knappes Jahr mit schulpflichtigen Kindern quer durch Europa. Wir sind nicht die einzigen, die so etwas machen, aber meines Wissens die einzigen, die darüber bloggen.

Welche Erfahrungen möchtest du nicht missen?

Alle! Auch die Couchsurfing-Erfahrungen, bei denen das Abenteuerliche mehr im Vordergrund stand als interkultureller Austausch und gar Komfort, wie etwa in der walisischen Wildnis und beim Unikum Ged in Südengland. Auch auf dieser Reise bin ich bisher sehr zufrieden mit meinen Erfahrungen und möchte durchaus alle behalten. :)

Worüber kannst du laut lachen?

Über die Jungs. Jetzt, wo wir seit Wochen rund um die Uhr alle zusammen sind, wird es natürlich auch manchmal anstrengend, Grundschul-Humor in großen Mengen ausgesetzt zu sein. Aber ich denke, wir haben schon unseren Kompromiss gefunden, in dem wir uns alle gegenseitig ertragen und uns trotzdem wohl fühlen. Und oft sind die Jungs echt zum Brüllen komisch. Zum Beispiel verwandeln sie sich auf Wanderungen oft in Superhelden-Expeditionsmitgliedern mit den ansprechenden Namen Wutzi Schweinchenschlau und Petzika Nacktnasenwombat.

Wie verbringst du einen Regentag?

In Slowenien hat es viel geregnet, und auch in Kroatien und am Balaton (ist halt Herbst). Das ist aber kein Problem, denn wir brauchen auch viel Zeit für die Schule. An Regentagen bearbeiten die Jungs mehr von ihrem Pensum, dafür nehmen wir uns dann bei schönerem Wetter und großartigeren Sehenswürdigkeiten in der Nähe auch mal den ganzen Tag frei.

An welchem Ort fühlst du dich am wohlsten?

Zu Hause. Aber auch auf der Reise habe ich mich bisher nirgendwo wirklich unwohl gefühlt. Unsere Ferienwohnung in Kroatien hatte keine Heizung, da war es abends ein bisschen kalt, um sich rundum wohl zu fühlen. Im Moment sind wir bei supernetten Couchsurfern in Budapest, die in einem schönen Haus wohnen und sich anfühlen wie alte Freunde (was sogar ein bisschen stimmt, denn sie haben uns 2009 schon einmal zu Hause besucht). Hier fühle ich mich zum Beispiel absolut wohl! :)

Welches war der beste Abzocker-Trick, auf den du hereingefallen bist?

Wenn ich schon mal reingefallen bin, dann war er so gut, dass ich ihn nicht bemerkt habe… Und natürlich muss man schon überall darauf achten, was man wo kauft. Souvenirs kosten in der Hauptstadt meist doppelt so viel wie in der Provinz (zumindest in Slowenien, Kroatien und Ungarn ist mir das aufgefallen). Essen auch, an Marktständen oder so. Aber da wir die meiste Zeit auf dem Land verbringen und uns die großen Städte nur kurz ansehen, brauche ich mich immer nur freuen, dass ich weniger bezahlt habe…

Was steht auf deiner Bucket-Liste auf dem ersten Platz?

Ich hab meine nicht nach Gewichtigkeit sortiert, sondern nach Wegstrecke. Und da kommt als nächstes Rumänien! Winzige, ländliche Dörfer, intensive, erhellende Gespräche mit Couchsurfern und die beeindruckende Natur des Donaudeltas stehen für die nächsten zwei Wochen auf unserem Programm.

 

Normalerweise müsste ich jetzt bis zu elf andere Blogger nominieren und ihnen elf neue Fragen stellen. Aber ich habe den Liebster-Award schon drei Mal entgegennehmen dürfen und habe bei diesen Gelegenheiten genügend andere interessante Blogs verlinkt: Guckt ihr hier, hier und hier speziell zum Thema Essen auf Reisen. Außerdem habe ich unterwegs echt wenig Zeit, in anderer Leute Blogs zu stöbern und up to date zu bleiben. Aber guckt dort ruhig mal vorbei und schaut nach, ob es da noch netten Lesestoff gibt. Da draußen sind so viele wundervolle Blogs!

And the Blogstöckchen goes to…

liebsterKein „Oscar“, aber eine andere hübsche kleine Auszeichnung hat es für family4travel gegeben: Andrea von den Reisefedern hat uns den „Liebster Award – discover new Blogs“ verliehen. Auf eine ausufernde Dankesrede verzichte ich und beantworte stattdessen die elf Fragen, mit denen die Ehrenwürde einher kommt. Ziel des Awards nämlich ist, andere Blogs bekannter zu machen.

1. Seit wann bloggst du und was ist das Besondere an deinem Blog?

Family4travel ist seit Juli 2013 online. Anfangs habe ich ziemlich schmerzfrei die Einträge meines Reisetagebuchs hochgeladen, die sowieso existierten. Erst nach und nach komme ich auf den Trichter, alles ein bisschen so aufzubereiten, dass meine Leser bei Bedarf auch einen praktischen Nutzen davon haben. Ich denke, jedes Reiseblog will einerseits seine Leser unterhalten, andererseits den Menschen lebensnahe Tipps geben, die selbst in dieselbe Region reisen wollen, unter ähnlichen Umständen. Ein wirkliches Alleinstellungsmerkmal haben wir wohl als Couchsurfing-Familie und durch viel tatsächliche Reiseerfahrung in Deutschland und vielen verschiedenen europäischen Ländern. Wer bei uns mitliest, kommt viel rum – und kann sich tatsächlich fühlen, als sei er mit dabei, denn wir schreiben sehr persönlich.

2. Wo findest du die Ideen für deinen Blog?

Ideen habe ich wirklich hunderte, die springen mich ja auf jeder Reise und auf jedem Familienausflug in die nähere und weitere Umgebung von alleine an. Mir fehlt nur oft die Zeit, die Dinge dann auch tatsächlich aufzuschreiben, das ist im Moment mein größtes Problem. Sehr gerne benutze ich mein Blog mittlerweile auch als Ausrede, um all die schönen Reise-Ideen in die Tat umzusetzen. Es ist Samstag, wir haben frei und könnten endlich mal den Bügelberg abtragen, den Grünschnitt zur Kompostei bringen und die Steuererklärung angehen – oder wir könnten bei dem schönen Wetter eine Fahrradtour machen, die ich gleich in der Heim-Reise-Rubrik einstellen könnte. Ist das etwa kein Argument? :)

3. Wie machst du deinen Blog bekannt?

Viel zu wenig. Das Schreiben macht mir viel mehr Spaß als das Marketing. Deshalb schreibe ich und vernachlässige die Verbreitung sträflich. Zum Glück ist mein Papa da sehr umtriebig. Als selbsternannter PR-Beauftragter geht er nie ohne meine Visitenkarten aus dem Haus und drückt sie jeder Bäckereiverkäuferin und Zahnarzthelferin in die Hand. :)

4. Gibt es ein Erlebnis beim Bloggen, eine Reaktion auf die Posts, die dich überrascht oder total gefreut haben?

Richtig doll freut es mich immer, wenn ich höre, dass meine Berichte andere Menschen tatsächlich zu einer Reise oder einem Ausflug inspiriert haben. So weiß ich zum Beispiel von zwei Familien, die aufgrund meines Berichts tatsächlich nach Lübeck gefahren sind. Einer anderen haben wir Mut gemacht, mit ihrem Kleinkind eine Rundreise mit mehreren Unterkünften zu wagen. Also, hoffentlich haben wir viele darin bestärkt, aber von der einen weiß ich es eben. Es ist schade, dass man nur von wenigen Lesern direktes Feedback erhält – aber immer noch wesentlich mehr als bei der herkömmlichen Tageszeitung. Da melden sich die Leser nämlich höchstens, wenn sie was zu meckern haben.

5. Glaubst du, dass man mit dem Bloggen irgendwann Geld verdienen kann? Wenn ja, hast du einen Plan dafür?

Ich kenne einige Reiseblogger, die mit dem Modell gut verdienen. Bei denen artet das aber natürlich entsprechend auch in ernsthafte Arbeit aus. Von nichts kommt nichts. Ich möchte mein Blog lieber als Hobby behalten und dafür nur die Arbeit reinstecken, zu der ich wirklich Lust habe. Sobald echte Einnahmen reinkommen, müsste ich mich ja auch mit der ganzen steuerlichen Seite auseinandersetzen. Und mit der technischen, wie ich beispielsweise Werbebanner einbinde und solche Sachen. Wenn ich irgendwann den Eindruck habe, dass sich das wirklich lohnen könnte, werde ich das tun. Fürs erste bin ich zufrieden, wenn die Entwicklung in Sachen Besucherzahlen langsam aufwärts plätschert. Auf family4travel schreibe ich für meine Leser, nicht für Geld.

6. Wieviel Zeit verbringst du mit deinem Blog?

So viel Zeit, wie ich habe. :) Um einen Post runterzuschreiben, brauche ich etwa eine Stunde. Und dann, realistisch gesehen, noch mal eine halbe, um die Fotos rauszusuchen, Bildunterschriften zu setzen, die Veröffentlichungsmodalitäten auszuwählen und all das. Dann brauche ich natürlich noch mehrmals täglich ein, zwei Minuten, um – je nach Tagesform – verliebt oder enttäuscht in meinen Statistiken zu schwelgen. Ach kommt, das kennt ihr doch alle, oder? ;) Wenn ich mehr Zeit habe, netzwerke ich bei Twitter, facebook, Instagram, kommentiere andere Blogs. Das ist aber natürlich in erster Linie Selbstzweck, und das Blog zu promoten, ist höchstens ein willkommener Nebeneffekt. Also zählt das eher nicht dazu. Durchs Netz zu surfen, Broschüren zu schmökern, auf der Suche nach den nächsten Reisen und Ausflügen, alles was unter Urlaubsplanung fällt – das könnte ich ja auch als Blog-Zeit rechnen, genauso gut aber allgemein zum Hobby Reisen zählen. Es ist also nicht so einfach zu sagen, wie viel Zeit konkret fürs Blog draufgeht. Wichtig ist mir, dass ich im Notfall alles brach liegen lassen kann und nichts machen muss. Wenn das Bloggen zur Pflicht wird, macht es ganz schnell keinen Spaß mehr.

7. Was bist du im wirklichen Leben? Woher kommst du?

Das steht ziemlich ausführlich hier, deshalb spare ich mir das mal.

8. Gibt es ein Ritual auf Reisen, was du immer in der Fremde tust?

Reisetagebuch schreiben. Und mit den Kindern reflektieren, was wir erlebt und gelernt haben. Und dankbar sein für das, was wir alles erleben dürfen.

9. Liest du noch Printmagazine? Wenn ja, welche?

Ich lese sie gerne, vor allem diese Schöner-Wohnen-Zeitschriften! Aber als sparsamer Mensch mit Blick fürs Wesentliche (Reisen!) verkneife ich mir alle Luxusausgaben. Ich gehe nur alle zwei, drei Jahre mal zum Friseur, ich kaufe Kleidung grundsätzlich second hand oder wenigstens im Sonderangebot, und Zeitschriften lese ich nur im Wartezimmer oder wenn ich bei meiner Mutter zu Besuch bin. Die gönnt sich diese Magazine zum Glück regelmäßig. :)

10. Wieviel Zeit verbringst du auf anderen Blogs?

Es gibt viele tolle Blogs! Leider schaffe ich es nicht, alle, die mir gefallen, regelmäßig zu lesen. Nicht mal ansatzweise. Oft lese ich mich irgendwo fest, obwohl ich eigentlich sinnvollere Dinge tun sollte. In dem Versuch, mit absoluten Zahlen auf diese Frage zu antworten: vielleicht eine Stunde täglich, im Durchschnitt?

11.Hast du einen Lieblingsblog?

Ich hab lange drüber nachgedacht, ob ich wirklich den Lieblingsblog nennen kann. Kann ich nicht.

Stattdessen zähle ich einfach reuelos ein paar auf, die ich gleichzeitig fürs Stöckchen nominiere. Da ich selbst eigentlich auch gar nicht hätte mitmachen dürfen, wie mir grade auffällt, da ich inzwischen deutlich mehr als 200 Follower auf den verschiedenen Kanälen habe (danke dafür, liebe Leute, übrigens! ;) ), lasse ich die Spielregeln mal völlig unbeachtet. Niemand muss sich verpflichtet fühlen, die elf Fragen zu beantworten. Nehmt die Nominierung einfach als Kompliment! :) Neue Fragen gibt’s auch nicht, weil mir die von Andrea ganz wunderbar gefallen und ich die Antworten darauf gerne auch von euch hören würde. Und wer sich das Stöckchen gern so fangen würde, ist herzlich eingeladen, es sich zu schnappen!

Eine Visite verdient haben auf jeden Fall, falls ihr sie noch nicht kennt, …

–         Michaela von Follow Direction North, die das völlig verrückte und hinreißende Unternehmen in die Tat umsetzt, mit Mann und vier Kindern neun Monate lang von Kapstadt quer durch Afrika bis nach Kiel zu fahren.

–         Melanie Garanin und ihre großartigen Illustrationen.

–         Nadine von Planet Hibbel, die mit ihrer Familie genauso gerne verreist wie wir.

–         Uta von Wer ist eigentlich dran mit Katzenklo , die mit ihren Beobachtungen zum allgemeinen Familienglück meiner Ansicht nach ganz oft goldrichtig liegt.

–         Geertje von NordicFamily, die – wie der Name schon sagt – mit ihrer Familie vor allem im Norden unterwegs ist.

–         Jutta von 6 Grad Ost, die mir mit ihrem Blog noch mehr Lust auf den hohen Norden macht.

–         Swig, deren Filzkreationen jede Waldorfmutter vor Neid erblassen lassen.

–         Mary von den 4Nordlichtern, die ihre Erfahrungen mit der Auswanderung nach Dänemark teilt.

–         Gabi Reichert von den 5reicherts, die mit ihrer Familie immer wieder lange reiste und deren Nordlicht-Fotos schlicht und ergreifend der Hammer sind!

–         Und Lucy Marshall, die in London und Berlin einen zweisprachigen Familienalltag in höherwertigen Preissegmenten führt – es ist nicht meine Welt, aber sie schreibt so gut und zum Brüllen komisch, dass ich mich immer wieder bei ihr festlese.

 

Übrigens: Noch mehr tolle Blogs habe ich schon beim letzten Blogstöckchen hier benannt.

Die Spielregeln:

1. Verlinke die Person, die Dich nominiert hat.
2. Beantworte die 11 Fragen, die die Person Dir gestellt hat.
3. Suche Dir 11 Blogger, die unter 200 Follower haben und nominiere sie.
4. Überlege Dir selbst 11 Fragen für Deine 11 Nominierten.

Best Blog Award: 11 Fragen

BestBlogAward1Eigentlich wäre hier jetzt eine weitere (F)AQ-Frage dran – da hab ich noch einige von in petto, denn je bekannter family4travel wird, desto mehr Menschen sprechen mich drauf an und haben Fragen, vor allem „in echt“. Aber diese Woche hat mich Jennys Blogstöckchen eiskalt am Hinterkopf erwischt: Die Neuseeland-Expertin vom Weltwunderer-Blog hat damit geworfen, und auch ich stehe auf ihrer Liste der Familien-Reiseblogger, die gleich eine ganz Reihe von Fragen zu beantworten haben.

  1. Was bedeutet Reisen für dich?
    Reisen ist für uns mehr als ferne Orte zu erkunden und fremde Menschen kennenzulernen. Es ist auch für uns als Familie ein wichtiger Prozess. Im Alltag geht jeder seiner Wege – Schule, Arbeit, Hobbys – und obwohl wir versuchen, auch unter der Woche Familienzeit zu zelebrieren, merken wir so richtig gründlich nur im Urlaub, dass wir vier zusammengehören. Wahrscheinlich deshalb zählen für uns kleine Wochenendausflüge und sogar der ganz normale Sonntagsspaziergang gefühlt als „Reisen“: Reisen ist für uns einfach gleichbedeutend mit Familienzeit.
  2. Warum machst du dir den Stress des Reisebloggens?
    Ein Reisetagebuch habe ich schon immer geführt. Nach dem Urlaub habe ich es dann abgetippt, anfangs ausgedruckt und in Fotoalben geklebt, später komfortabler in Fotobüchern verarbeitet. Die machten dann im Freundeskreis die Runde, jeder wollte sie mal lesen. Irgendwann hat mich dann eine liebe Freundin und erfolgreiche Bloggerin zur Seite genommen und gesagt: „Warum um alles in der Welt bloggst du nicht einfach?“ Und tatsächlich: So rum ist es viel weniger Stress! :)
    Was ich am Bloggen sehr mag, ist der Akt der Selbstdisziplin. Klar, niemand zwingt mich dazu, mich an mein Schema zu halten und regelmäßig zu posten. Aber für mich ist es jeden Tag aufs Neue ein kleiner Sieg, den ich als solchen auch genießen kann, wenn wieder ein Text, mit dem ich mehr oder weniger zufrieden bin, mehr oder weniger pünktlich online geht.
  3. Was willst du deinen Kindern mitgeben, wenn sie aus dem Haus gehen?
    Als Mutter sehe ich meine Hauptaufgabe darin, meinen Kindern zu helfen, glückliche Menschen zu werden. Ich wünsche mir, dass sie ihren eigenen Weg finden, ihren eigenen Platz in der Welt. Janis möchte eine reiche Frau heiraten, damit er frei von finanziellen Sorgen ungestört einem Kunsthandwerk nachgehen kann. Silas plant, als „Weltalloge“ den Nobelpreis für die Erfindung des Überlichtgeschwindigkeitsreisens entgegen zu nehmen. Auch wenn ich als anständige Mutter beiden zutraue, diese hehren Ziele zu erreichen, halte ich es ebenso für möglich, dass sich an diesen Wünschen noch etwas ändert… :) Es kommt auch gar nicht so auf die Ziele an, finde ich. Viel mehr auf die Fähigkeit zum Glücklichsein, und genau die möchte ich den Jungs wirklich mit auf den Weg geben. Wir üben es täglich. Auf unseren Reisen gelingt uns das sehr gut, und das ist – Gott sei Dank – auch (fast immer) im Alltag so.
  4. Wohin reist du am liebsten und warum?
    Das Wohin ist uns eigentlich gar nicht so wichtig. Viel mehr interessiert uns das Wie. Und da lautet die Antwort: mit offenen Augen und offenen Herzen. Oje, ich drifte schon wieder arg ins Kitschige ab. – Was ich meine, ist: Egal wo wir sind, es gibt immer etwas zu entdecken, zu erfahren und zu lernen. Das Freilichtmuseum von New Lanark ist ein prima Lernort zur britischen Industriegeschichte. Aber die Schwingtür in der Jugendherberge daneben eignet sich hervorragend fürs eigenhändige Erfahren der Hebelgesetze. Und ja, dazu braucht man eigentlich nicht nach Schottland fahren, sondern kann das auch auf dem Spielplatz um die Ecke nachvollziehen.
    Na gut, jetzt noch mal ohne philosophische Anflüge: Wir mögen am liebsten gemäßigtes Klima, worunter wir mehr oder weniger alle Temperaturen und Wetterlagen unter 30 Grad verstehen. „Richtung Norden“ kann also gut als Faustregel gelten.
  5. Was muss immer dabei sein, wenn ihr verreist?
    Mein analoges Reisetagebuch natürlich. Und, zumindest bei allen „richtigen“ Reisen: eine mobile Kühltruhe, die sich sowohl an die Auto-Steckdose als auch ans normale Stromnetz anschließen lässt. So sind wir als Selbstversorger unabhängig, und die Jungs können trotzdem jeden Morgen ihr Müsli mit der „richtigen“ Milch löffeln (frische Vollmilch, 3,5 % Fett, falls ihr euch fragt, was „richtige“ Milch ist).
  6. Gibt es auch Ziele, die dich gar nicht interessieren?
    Es gibt einige Blogs, die ich nicht lese, weil die Reiseziele für mich nicht relevant sind. Manchmal bleibe ich doch in einem von denen stecken, und wenn sie gut geschrieben sind, stelle ich oft fest, dass Guatemala, Namibia und – nicht wahr, Jenny? ;) – Neuseeland mich doch interessieren. Insofern: Nee, offenbar nicht.
  7. Ist Neuseeland für dich ein besonderes Land? Warum?
    Als ich 16 war, bin ich mal hemmungslos unvorbereitet in ein Bewerbungsgespräch für ein einjähriges Highschool-Stipendium in Australien geschlittert. Der Interviewer fragte mich damals, ob ich mir auch vorstellen könnte, stattdessen nach Neuseeland zu gehen. „Ähm…“ stotterte ich völlig überfordert, „Gibt es da denn auch Schulen?“ Seitdem hat sich zwar durchaus die eine oder andere Wissenslücke geschlossen. Ich hab wunderschöne Fotos von großartigsten Naturphänomenen gesehen, die durchaus Fernweh auslösen. Neuseeland ist und bleibt aber für mich vor allem eins: unerreichbar weit weg.
  8. Gewissensfrage: Wie stehst du zum Thema Nachhaltigkeit – in Bezug auf das Reisen?
    Genau deshalb. ;) Es gibt so viele außergewöhnliche, spannende, erhellende Orte in Europa zu entdecken – da muss man gar nicht fliegen, finde ich. Bei den Mengen an Diesel, die wir auf unseren Touren durch den Motor jagen, dreht sich natürlich auch mein grünes Parteibuch in der Schreibtischschublade um. Ökologisch gesehen wäre die Camping-Radtour ans Steinhuder Meer am sinnigsten, oder den Weserradweg runter, was wir auch durchaus schon ausprobiert und für gut befunden haben. Aber das reicht uns nicht, und insofern legen wir da eine beschämende Portion Doppelmoral an den Tag. Wenn man sich erst unsere (noch äußerst streng geheimen) Pläne für 2014 anguckt, muss ich den Stuhl des moralisch Erhabenen endgültig räumen…
    In dem kläglichen Versuch, mich zu rechtfertigen, möchte ich aber einwerfen, dass für mich nicht nur ökologische Nachhaltigkeit existiert. Wir reisen nicht, damit wir irgendwo bei ein paar Grad mehr in der Sonne braten, sondern um die Welt zu begreifen. Kein Mensch kann sagen, ob Janis später tiefsinnigere Bernsteinfiguren schnitzt oder völkerverständigendere Marzipanröschen pinselt, weil er als Kind mit kleinen Engländern Trompete gespielt oder mit einer finnischen Freundin am Grill gekokelt hat. Und auch ob Silas’ derzeitige Überlegungen zur Berufswahl eine Dokumentation auf Phoenix nicht genauso beeinflusst hätte, kann man nicht wissen. Aber ich denke schon, dass es für Kinder hilfreich, förderlich, gesamtgesellschaftlich sinnvoll ist, die Welt nicht nur aus den Medien zu kennen, sondern sie selbst im Wortsinne nachhaltig erfahren und begriffen zu haben.
  9. Hand aufs Herz: Sind Reisen ohne Kinder nicht auch mal schön?
    Klar! Ich reise manchmal auch ganz alleine, besuche Freunde und hole tageweise meine wilde Jugend nach, die ich nie hatte. Aber egal, wo ich bin, spätestens nach einer halben Stunde sehe ich etwas und denke: Das würde Janis gefallen. Oder: Das fände Silas interessant. Und dann bedauere ich auch schon, dass die Jungs nicht dabei sind. Am liebsten gehe ich wirklich mit ihnen zusammen auf Weltentdeckertour.
  10. Wohin geht eure nächste Reise?
    Im Januar geht’s nach Hamburg. Anfang Februar nach Thüringen. Und in den Winterferien entweder nach Dresden oder Saarbrücken oder beides. Ostern an die Ostsee. Das ist der „Kleinkram“, der auch immer spannend und erhellend und wunderschön ist. Was dann kommt, davon der erzähle ich erst, wenn es in trockenen Tüchern steckt.
  11. Wo wärst du gern in zehn Jahren?
    In zehn Jahren ist Janis mit der Schule fertig und Silas bereitet sich aufs Abitur vor. Das ist die Zeit, in der Martin und ich so langsam voll durchstarten können. Vielleicht hab ich bis dahin Spanisch gelernt, und wir tingeln ein Jahr lang durch Südamerika. Oder wir tuckern mit einem Containerschiff nach Neuseeland. Vielleicht wagen wir uns doch mal nach Asien vor. Vielleicht hat sich bis dahin aber auch der angeschlagene Gesundheitszustand meines Vaters so weit verschlechtert, dass meine Mutter unsere Hilfe braucht. Oder irgendjemand von uns ist längst gestorben, was jeder Gott in Reichweite verhüten möge! Es gibt keine Sicherheit, nicht finanziell und erstrecht nicht für alles andere. Wichtig ist uns deshalb: Wir schieben nichts auf! Gereist wird JETZT!

BestBlogAward1Oje, das war eine Menge. Ist da noch jemand, irgendjemand? Der bis hierher durchgehalten hat? Denn ich bin noch lange nicht fertig… Die Netz-Tradition will es, dass ich jetzt nach schönstem Schneeball-Prinzip ebenfalls zehn Blogger das Stöckchen um die Ohren haue. Auch von mir gibt es deshalb elf Fragen, deren Antworten mich echt interessieren täten. Da Blog-Stöckchen schnell zur Pest mutieren können, bin ich jedoch niemandem persönlich böse, der keine Lust drauf hat, schon wieder… Nach diesem Disclaimer verteile ich hemmungslos (in nicht wertender Reihenfolge) meine Best-Blog-Awards an:

  1. Raumfee Katja, die mich mit ihren oft grandios einfachen Deko-Ideen schon oft inspiriert und zu so manch tiefgründigem Gedanken geleitet hat.
  2. Antje von Mee(h)r-erleben, die uns von ihrer England-Reise all die Ecken zeigt, die wir auf der unseren sträflicherweise ausgelassen haben.
  3. Peggy von Entdeckeengland, die sich ihrer Wahlheimat mit Hingabe widmet und deren Blog der interessierte Inselreisende auf jeden Fall zur Vorbereitung konsultieren sollte.
  4. Frau Müller nebst Gatten, die das alltägliche Familienchaos immer herrlich bissig und selbstironisch kommentiert.
  5. Die andere Frau Müller, die von Good Word for Bad World, bei der ich mir schon mal angucken kann, was da in ein paar Jahren auf mich zukommt…
  6. Ulrike Hecker vom bambooblog – eine von denen, die mir durch ihre Schreibweise auch abwegige Reiseziele schmackhaft machen, selbst wenn ich letztlich wahrscheinlich nie einen Fuß auf chinesischen Boden setzen werde.
  7. Nadine, die mit ihrer Hudsonfamily wahrhaft Wahnwitziges hinter sich hat und wahrscheinlich jede Art des Unterwegsseins schon ausprobiert hat – mit den Kindern.
  8. Inka von blickgewinkelt, die aufgrund ihrer Eisverliebtheit schon an den großartigsten (und kältesten) Orten dieser Welt war (worum ich sie innig beneide!) und die toll darüber schreibt.
  9. Reisemeisterin Christina, die zusätzlich zu ihren serviceorientierten Reise-Beiträgen auch noch ein schwasiatisches Kochstudio betreibt.
  10. Anne Zegelman alias Dezembra, die polarisierend und poetisch aus der Parallelwelt einer (noch?) kinderlosen Journalistin und Szene-Frau berichtet.

Schöne Bescherung: Fangt das Stöckchen!

11 Fragen an euch:

  1. Muss man reisen, um die Welt zu entdecken?
  2. In Sachen Reisen: Je exotischer desto besser?
  3. Ausspannen oder volles Programm – „Urlaub“ oder „Reisen“? Wie sieht das idealerweise bei dir aus?
  4. Hast du die Urlaubsplanung schon fertig? Wohin soll’s 2014 gehen?
  5. Egal ob Langzeitreisender oder Gelegenheitsurlauber: Bestimmt hast du unterwegs mal richtig interessante Menschen kennengelernt. Erzähl doch mal von einer schönen, verrückten oder richtig schlimmen Reisebekanntschaft!
  6. Was meinst du: Lohnt es sich, Kinder durch die Weltgeschichte zu schleppen?
  7. Gibt es ein Aha-Erlebnis, das du selbst als Kind beim Reisen, im Urlaub gehabt hast?
  8. Urlaubsfotos anderer Leute sind für viele ein Graus. Was muss stimmen, damit du sie dir gerne anschaust?
  9. Couchsurfing ist nicht jedermanns Sache. Warum ist es nichts für dich? (Oder warum vielleicht doch?)
  10. Zu Hause (Übernachtungs-)Besuch bekommen – No-Go, großer Stress oder nett?
  11. Keine Angst, wir stehen nicht übermorgen auf der Matte – aber nehmen wir mal an, wir kämen zum Couchsurfen vorbei. Welche Sehenswürdigkeiten würdest du uns zeigen?

Und so geht es weiter

Die tradierten Regeln für den Best-Blog-Award lauten:

  1. Einfach einen Post zum Thema verfassen, das Bildchen vom Award einfügen und mit demjenigen verlinken der ihn dir verliehen hat.
  2. Elf Fragen beantworten.
  3. 10 weitere Blogger taggen und ihnen 11 Fragen stellen.
  4. Die 10 Glücklichen mit einem Kommentar auf den Award aufmerksam machen.