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Norwegen mit (kleinen) Kindern: Unsere Erfahrungsberichte auf family4travel

Norwegen ist bereits zwei Mal ein ganz intensives Reiseland für uns gewesen, und wir haben dort viele tolle Erfahrungen gemacht. Natürlich ist Norwegen mit Kindern ebenfalls eine tolle Sache! In diesem Artikel gebe ich einen Überblick, über welche Orte und Begegnungen ich hier im Blog schon berichtet habe. 

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family4travel in Dänemark

Ein kurzer Überblick zu allem, was ich hier im Blog bisher über das durchaus tolle Reiseland an unserer nördlichen Grenze veröffentlicht habe…

Dänemark ist für mich vor allem das Urlaubsland meiner Kindheit. Und das gibt es sogar hier im Blog zu sehen, nämlich in meinem Beitrag zur Blog-Parade „Analoge Erinnerungen“, zu der Inka von Blickgewinkelt aufgerufen hat. Hier erzähle ich, wie ich den Familienurlaub von früher in Erinnerung habe, und wie ich meinen Kindern auf einer Reise auf die Insel Rømø dieselbe Freude machen wollte.

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Unser schönster Spaziergang im Skandinavien-Urlaub (in Soldal, Norwegen)

Couchsurfing hat viele Vorteile. Einer davon ist, dass man „Geheimtipps“ von Einheimischen bekommt und auf diese Weise Orte sieht, die „normalen“ Reisenden verborgen bleiben. Ohne den Tipp unserer Gastgeberin Natalia wären wir nie in das recht abgelegene Soldal abgebogen und hätten die schönste Wanderung unseres Skandinavien-Urlaubs verpasst.

oystese-altweibersommer
Heute Morgen hatten wir unseren ersten sichtbaren Sonnenaufgang hier in Norwegen, mit strahlend schönem Wetter. Nach dem Frühstück sind wir zusammen mit Natalia und den Kindern zu einem See in Soldal gefahren. Wunderschön war es dort, mit einem atemberaubenden Bergpanorama. Die Zwillinge waren sehr mies drauf, und Natalia hatte den Kinderwagen vergessen, so dass sie bald wieder umkehrte. Uns empfahl sie einen Spaziergang zum Wasserfall, welcher wirklich sehr hübsch war. Und die Sonne! Herrlich.

oystese-familie-wandertWir sahen Hütten und Schafe und kamen schließlich an einen munter plätschernden Bach, an dem die Kinder spielen konnten. Wir bauten Rindenschiffchen und gingen dann ein bisschen weiter, wo der große Bruder des Bächleins als tosendes Wildwasser in den See hinunterspülte.

oystese-brückeIn ewigen Strudeln hatten Steine runde Löcher in den Untergrund gebohrt, Trolltöpfe genannt. Die milchweißen Wasserfälle, die hier überall von den Berghängen rinnen, animierten mich dazu, den Jungs die Geschichte vom Riesen Ymir und Undula der Urkuh zu erzählen. Die beiden nahmen das Märchen freudig auf und sind seitdem ständig auf der Suche nach der Kuh.

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(Diesen Eintrag meines Reisetagebuchs habe ich am 3. September 2009 verfasst.)

Sommer-Schnee, Götterhimmel und Bergsteigen im Sitzen (im Setesdal, Norwegen)

Die norwegischen Berge des Setesdals sind vielfach untertunnelt und mit jeder Menge Technik bestückt, um mit Wasserkraft Energie zu gewinnen. Ein netter Nebeneffekt: Es gibt Straßen, die hoch hinauf führen und auch Wanderfaulen und Wanderfreudigen mit zu kleinen Kindern einen Einblick ins Gebirge gestatten .

Da hoch? Okay. Aber mit dem Auto. (So up we went. By car.)
Da hoch? Okay. Aber mit dem Auto. (So up we went. By car.)

Nach unserer Wandertour am Byklestig haben wir noch einen Abstecher ins Gebirge gemacht. In Uschis Kartensatz hatten wir gesehen, dass es dort kilometerlange Sackgassen gibt. Wir passierten eine Schranke, neben der ein Schild verkündete, dass die unbefestigte Straße ab dem ersten Juli geöffnet sei. Bis dahin kann es offenbar vorkommen, dass Eis und Schnee die Durchfahrt beeinträchtigen.

Das Weiße da unten ist Wasser, in dem sich die Sonne spiegelt, die sich durch den Regen kämpft. Aber da ganz hinten, das ist schnee - im August. (Distant snow - in August!)
Das Weiße da unten ist Wasser, in dem sich die Sonne spiegelt, die sich durch den Regen kämpft. Aber da ganz hinten, das ist schnee – im August. (Distant snow – in August!)

Immer höher schraubten wir uns auf der Schotterpiste, bis auf 1200 Meter (Hovden liegt auf 700). Das Thermometer sank auf 5°C. Wenn ich daran denke, dass zu Hause noch richtiger Sommer ist – Ende August! Hier oben sahen wir tatsächlich einzelne Schneefelder. Silas schlief, deshalb konnten wir kein Wandern anberaumen. Die geteerten Straßen zwischen den Felsen hätten sich auch nur bedingt dazu geeignet. Gerne hätte ich einmal „August-Schnee“ berührt, aber die dreckigen Eisflecken waren leider nie direkt neben der Straße, sondern immer ein ganzes Stück entfernt. Also haben wir das große Kino einfach bloß aus dem Auto heraus genommen: umwerfendes Bergpanorama.

Kalt war's. (Cold.)
Kalt war’s. (Cold.)

Und dann haben wir sogar noch Bifrost gesichtet, die magische Brücke in den nordischen Götterhimmel. Ich habe Janis erzählt, dass die Vorfahren der Norweger glaubten, dass man über einen Regenbogen nach Asgard spazieren konnte – zumindest, wenn Heimdall den Weg nicht versperrte. Er wurde ganz aufgeregt und wollte immer mehr Geschichten hören. Aber näher an den Regenbogen heran wollte er auf keinen Fall. So mussten wir auf eine Exkursion zu den Asen dann doch verzichten.

So weit oben waren wir, dass wir Bifrost entdeckten (die Brücke nach Asgard zu den nordischen Göttern).
So weit oben waren wir, dass wir die Götterbrücke entdeckten. (We were so up high that we even spotted Bifrost, the entrance to the home of the Nordic gods.)

(Diesen Eintrag meines Reisetagebuchs habe ich am 30. August 2009 verfasst.)

Die Grashäuschen vom Setesdal (in Bykle, Norwegen)

Wer von der Südküste Norwegens das Land schnurstraks Richtung Norden erkunden will, fährt durch das malerische Setesdal. 147 Kilometer zieht es sich entlang des Flüsschens Otra. Die Straße führt durch zahlreiche Dörfer, die insgesamt über nicht mehr als 7000 Einwohner verfügen. Wer nicht gerade in der Skisaison in Hovden ist, entgeht dem touristischen Trubel hier komplett. 

setesdal-lislestog-museumsdorf

Nach dem Frühstück fuhren wir ein kleines Stück zurück nach Süden. In Bykle, etwa 30 Kilometer von Hovden entfernt, haben wir uns die Lislestog angesehen: ein kleines Freilichtmuseum mit ein paar typischen Gebäuden aus dem Setesdal. Natürlich nur von außen, denn so ziemlich alle Attraktionen haben seit Anfang August geschlossen. So kurz wie der norwegische Sommer sind hier auch die Öffnungszeiten.

setesdal-lislestog-museumsdorf-kinder

Die Häuser stehen auf steinernem Sockel und sind aus Holz gezimmert. Das Dach ist mit Grassoden gedeckt, was wohl der Dämmung dient. Türen und Balken zieren oft aufwändige Schnitzereien. Wirklich schade, dass wir nicht mehr erfahren haben, als wir sehen konnten.

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Diesen Eintrag meines Reisetagebuchs habe ich am 30. August 2009 verfasst.

Der Museumshof Lislestog befindet sich an der Durchgangsstraße in Bykle, gleich neben der Kirche. 2014 ist er vom 22. Juni bis zum 10. August geöffnet, und zwar täglich von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist gratis.

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Wintersportler-Paradies im Sommer (in Hovden, Norwegen)

Auf der Reise nach Norden machen wir in Hovden Station. Der Ort ist bei Wintersportlern beliebt. Im Sommer herrscht hier ziemlich tote Hose. Das umliegende Setesdal aber gilt als ausgesprochen sehenswert zu jeder Jahreszeit.

Fast den ganzen Tag hat es geregnet. Auf unserer Fahrt hielten wir einmal auf einem hübschen Parkplatz, wo man auf die Stromschnellen der Otra sehen konnte. Mittags aßen wir unsere mitgebrachten Brote in Bygdal auf einem Gräberfeld der Wikingerzeit, mit guter Aussicht auf die Grabhügel von König Hane und seiner heiligen Kuh. Die Ausblicke auf Felswände und Wasserfälle waren immer wieder phänomenal, aber es regnete so stark, dass ich mir gar nicht die Mühe machte, die Kamera rauszukriegen. Außerdem fuhr ich die meiste Zeit, damit Martin auch mal gucken konnte.

Den Kindern machte der Regen wenig aus - Pause muss sein, ein bisschen Bewegung auch - in Bygdal. (This kids never minded the rain, they just had to take some action after a long stay in the car.)
Den Kindern machte der Regen wenig aus – Pause muss sein, ein bisschen Bewegung auch – in Bygdal. (This kids never minded the rain, they just had to take some action after a long stay in the car.)

Am späten Nachmittag kamen wir in Hovden an. Zunächst inspizierten wir den Kiwi Mini Pris, einen Supermarkt, der preislich tatsächlich deutlich unter norwegischem Standard liegt – die Herzinfarktgefährdung an der Kasse ist wenigstens etwas geringer.

Hovden ist nicht groß und außerhalb der Wintersportsaison äußerst ruhig. Das Haugly gjesteheim hatten wir (wie alles) online gebucht und als Wegbeschreibung nur „zentral direkt neben der Shell-Tankstelle“ erhalten. Jene war leicht zu finden, aber nirgendwo war ein Gästehaus-Schild in Sicht. Direkt neben der Tankstelle befand sich nur ein einziges Haus. Ich klingelte, ohne Erfolg. Ich spähte durch die Fenster und fand, dass es schon ziemlich nach Gästehaus aussah. Also beschlossen wir, zunächst einen Bummel durchs Dorf zu machen und später wiederzukommen.

Der kleine Ort Hovden ist recht deutlich auf den Wintersport ausgerichtet. Die geschundenen Berghänge können ein Lied davon singen. (The place is clearly one for winter sports, as can easily be seen even in summer, when the slopes look pretty beaten.)
Der kleine Ort Hovden ist recht deutlich auf den Wintersport ausgerichtet. Die geschundenen Berghänge können ein Lied davon singen. (The place is clearly one for winter sports, as can easily be seen even in summer, when the slopes look pretty beaten.)

Das Dorf war schnell zu Ende, und wir schlenderten einen Waldweg entlang, den alle paar Meter Straßenlaternen säumten. Nach einer Weile ging uns auf, dass es sich hierbei um eine beleuchtete Langlaufloipe handeln musste. Die Berghänge um Hovden sind alle hässlich kahlgefressen von den Abfahrtpisten. Aber der Wald ist sehr hübsch.

Die Otra schlängelt sich durchs ganze Setesdal. (The river Otra runs all through Setesdalen.)
Die Otra schlängelt sich durchs ganze Setesdal. (The river Otra runs all through Setesdalen.)

Zurück am vermeintlichen Gästehaus war dieses immer noch zu. Ich schlich um das Gebäude herum und traf auf einen jungen Mann, der auf der Hintertreppe rauchte und telefonierte. In meinem besten Norwegisch (was freilich nicht viel heißt) fragte ich ihn, ob es sich hier um das Haugly gjesteheim handele. Er bejahte das einsilbig und verschwand. Ratlos ging ich zurück und bemerkte, dass er wohl inzwischen die Haustür geöffnet hatte. Also marschierten wir mal alle hinein. Auch dort fehlte allerdings von dem Mann jede Spur. Erst etwa zehn Minuten später tauchte er wieder auf, und es stellte sich heraus, dass er ebenfalls bloß ein – rumänischer – Gast war. Wenn man nicht Norwegisch mit ihm spricht, kann man sich auch sehr nett mit ihm unterhalten. :) Er kontaktierte die Wirtin für uns, und so kamen wir schließlich doch ordnungsgemäß zu unserem Zimmer. Die Frau Lidtveit ist sehr nett und spricht konsequent Norwegisch mit mir, extra langsam (auch meine E-Mails hab ich immer auf Norwegisch zu schreiben versucht, was sie sehr zu freuen schien). Ich verstehe fast alles und kann erstaunlich viel sagen, sogar nach der Waschmaschine fragen (die es leider nicht gibt). Das Haus ist trotz des verdächtig niedrigen Preises sehr hübsch, sauber und gut ausgestattet. Viel Holz, ein großzügiges Zimmer mit zwei Doppelstockbetten. Das Klo ist übern Flur, wie wir es gewohnt sind, die Duschen im Keller, aber vollkommen in Ordnung. Es gibt sieben Zimmer, laut Beschreibung mit insgesamt 21 Betten. Der Typ, der uns reingelassen hat, und seine kleine Tochter sind die einzigen anderen Gäste.

Das Haugly gjestehus, unsere durchaus wunderbare Unterkunft in Hovden. (Our really okay guesthouse there, nice 4-bedded rooms with bunk-beds, not en-suite but clean and cosy and very low-cost.)
Das Haugly gjestehus, unsere durchaus wunderbare Unterkunft in Hovden. (Our really okay guesthouse there, nice 4-bedded rooms with bunk-beds, not en-suite but clean and cosy and very low-cost.)

Janis und ich waren noch mal im Kiwi und haben für 108 Kronen (ungefähr 12 Euro) alle Zutaten für unser Abendbrot bekommen: Kartoffeln, Brokkoli, Blumenkohl, Hackfleisch (kjøttdeig) und Eis zum Nachtisch. Frisches Gemüse kostet hier ziemlich genau halb so viel wie TK-Ware, mit der ich zu Hause meistens koche. Janis hat ganz toll beim Tischdecken geholfen, und wir haben schön zusammen gegessen.

Diesen Eintrag meines Reisetagebuchs habe ich am 28. August 2009 verfasst.

Leider ist das Haugly gjesteheim offenbar mittlerweile geschlossen.

Familienfreundliche Unterkunft? HIER jedenfalls NICHT (in Kristiansand, Norwegen)

Was unsere Unterkunft in Kristiansand angeht, habe ich lange überlegt, ob ich darüber berichten oder die Angelegenheit einfach unter den Tisch fallen lassen soll. Dann habe ich festgestellt, dass das Gästehaus Frobusdalen Rom ohnehin inzwischen geschlossen ist. Also erzähle ich euch die Geschichte als Reiseanekdote mit dem deutlichen Hinweis, dass sie keinesfalls als Verallgemeinerung für norwegische Gastfreundschaft stehen kann – aber dass so etwas eben doch mitunter vorkommt, wenn man mit kleinen Kindern unterwegs ist in angeblich familienfreundlichen Unterkünften.

Schick war's. (Fancy it was, our B&B in Kristiansand, but that's all that can be said for it.)
Schick war’s. (Fancy it was, our B&B in Kristiansand, but that’s all that can be said for it.)

Den ersten Eindruck habe ich folgendermaßen in meinem Reisetagebuch festgehalten: Unser Quartier ist ganz in der Nähe vom Fährhafen, aber ohne Uschi [unser Navi] hätten wir es vermutlich nie gefunden. Mitten aus dem größten Verkehrsgewimmel führt ein winziges Sackgässlein in ein grünes Villenviertel. Das Frobusdalen Gästehaus ist so pompös und beeindruckend eingerichtet, wie die Bilder im Internet versprachen. Eigentlich hätten wir ja gerne eine Jugendherberge genommen, aber die einzige der Umgebung ist seit kurzem geschlossen.* Diese prunkvolle Pension war tatsächlich die preisgünstigste Variante, die wir finden konnten, da sie als eine von sehr wenigen Unterkünften zwei Kinder im Elternzimmer erlaubt. Na ja, dachten wir, haben wir es zur Abwechslung halt mal nett. Und hübsch ist es ja auch.

Bei unserem Eintreffen schien mir der Inhaber mein Erscheinen an der Tür allerdings persönlich übel zu nehmen, obwohl es innerhalb der per Mail verabredeten Zeit war. Komischer Kauz. Unser Zimmer ist so klein, dass die Jungs sich die Matratze auf dem Fußboden teilen müssen. Das Reisebett passt nicht mehr mit rein. Martin und ich haben Einzelbetten, die skandinavische 80-Zentimeter-Variante. Kind im Elternbett ist daher ein Witz. Aber die Tapete, gestreift mit blau und weiß mit rot, gefällt mir ganz ausgesprochen gut. Das Esszimmer ist der Hammer, mit gusseisernem Ofen. Im Wohnzimmer regiert roter Plüsch. Im Garten gibt es ein Kinderhaus mit Spielzeug.

Die ungezogensten Kinder Norwegens und ihre ungehobelte Mutter in einem sehr kleinen Gästezimmer. (Norway's worst behaved children and their rude mother in a tiny guest-room.)
Die ungezogensten Kinder Norwegens und ihre ungehobelte Mutter in einem sehr kleinen Gästezimmer. (Norway’s worst behaved children and their rude mother in a tiny guest-room.)

Und zwei Tage später findet sich folgender Eintrag: Der Abschied von Frobusdalen Rom fiel uns nicht sonderlich schwer. Der Vermieter, der mir schon am Anfang so unsympathisch war, beschwerte sich nach dem Frühstück, dass unsere Kinder die ungezogensten wären, die ihm je untergekommen seien. Tags zuvor hatte ich mit ihnen schimpfen müssen, weil sie die im Kinderhaus vorhandenen Gartengeräte folgerichtig zur Gartenarbeit eingesetzt und den Rasen umgegraben hatten. Da ich mit Kochen beschäftigt gewesen war und nur gelegentlich aus dem Fenster gesehen hatte, hatte ich das nicht sofort bemerkt. Wir haben die Grasnarbe natürlich gleich repariert, waren ja nur ein paar kleine Spatenstiche. Leider haben wir darüber das Aufräumen im Kinderhaus vergessen, das gebe ich zu. Durch das Regenwetter hatten die Kinder dort auch Dreck reingetragen, und es sah tatsächlich recht wüst aus. Der Wirt behauptete nun, die Kinder seien für das ganze abgelaufene Stück Rasen im Heckendurchgang verantwortlich (was schlicht und ergreifend lächerlich ist), und in seiner ganzen Laufbahn als Vermieter seien ihm noch keine solchen Rotzlöffel untergekommen. Da ich das volle Ausmaß des Kinderhaus-Chaos nicht kannte – ihm zufolge war alles Spielzeug kaputt – verzichtete ich zunächst darauf, dem Mann die Meinung zu sagen. Wie sich herausstellte, war aber überhaupt nichts kaputt, nur ein paar Plastikmöbel zum Zusammenstecken auseinander gebaut. Ich brauchte weniger als fünf Minuten, um das Chaos zu beseitigen (bis auf den Dreck auf dem Fußboden, der wetterbedingt war). Ich ärgere mich immer noch, dass ich diesen Typen nicht noch mal angetroffen habe, um ihm zu sagen, was ich von so schlecht recherchierter Schelte an zahlenden Gästen halte. Immerhin haben wir das Anwesen fristgerecht um kurz vor elf mitsamt den ungezogensten Kindern Norwegens verlassen und fahren jetzt nach Norden, das Setesdal hinauf.

 

*Inzwischen ist bei der Suche übers Internet wieder mindestens ein Hostel zu finden, dessen Bewertungen aber auch so mittelmäßig sind, dass ich es hier nicht unbesehen zu verlinken wage.

 

Die Einträge aus meinem Reisetagebuch stammen vom 26. und 28. August 2009.