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#gutgemacht: Was bei uns läuft (und was nicht)

Séverine von Mama on the rocks findet, dass bei ihr im Familienalltag zwar vieles drunter und drüber läuft – dass es aber auch mindestens eine Sache gibt, die richtig gut funktioniert. Etwas, wo sie als Mutter einfach mal alles richtig gemacht hat. Solche Dinge sollte man sich auch mal bewusst machen, findet Séverine, und ich finde das auch. Wir dürfen uns als Mütter und Väter ruhig mal feiern! Mein Beitrag zur Blogparade #gutgemacht.

Meistens ist das ja so: Man schaut sich anderer Leute Kinder an und staunt, was die alles können. Wie super die das alles machen. Und mit welcher Leichtigkeit Mutter und Vater daneben stehen und das nicht mal für weiter erwähnenswert halten.

Die eigenen Kinder dagegen schlagen quer, wollen nicht basteln, nicht malen, nicht in den Sportverein, lassen lieber an der Kasse im Supermarkt knatternd einen fahren und finden das auch noch lustig.

Ich hab beileibe nicht alles richtig gemacht in meiner Kindererziehung!

Meine Kinder sind nicht perfekt

Unser Dauerthema sind Ordnung und Zuverlässigkeit. Da lassen meine Jungs zu wünschen übrig.

Und ich erst!

Vor allem beim Großen zieht sich das quer durchs Zeugnis: unleserliche Schrift, ständig das Sportzeug vergessen, Hefte unvollständig.

Wenn auf dem Elternabend diskutiert wird, ob das Lernpensum für die wichtige Englischarbeit am Donnerstag nicht zu groß ist, bin ich grundsätzlich diejenige, die fragt: „Welche wichtige Englischarbeit am Donnerstag?“

Zu Hause sagt Janis dann: „Ich brauch nicht lernen, ich schaff auch so mehr als die Hälfte der Punkte, das reicht doch“ (und hat dann auch prompt nur drei Fehler, was mir allen Wind aus den Segeln nimmt, grrr!).

Bei Silas ist das ähnlich, auch wenn der zum Glück von Natur aus ein bisschen mehr auf seine Sachen achtet. Da kommen dann nur so Klassiker abends um kurz nach acht (oder zum Frühstück): „Ach, ich brauche unbedingt zu sofort einen gelben Papphefter/deine Sammlung von hinduistischen Göttern/deine Unterschrift auf der Einverständniserklärung, die mir leider auf dem Schulhof in eine Pfütze gefallen ist und die ich deshalb weggeschmissen habe.“

Ich bin manchmal eine ganz schöne Rabenmutter

Das Schlimme ist: Ich bin kein bisschen besser. Sowas kommt von sowas, und so. Denn meistens hat die Lehrerin ja die Forderung nach dem gelben Papphefter etc. schon vor Tagen per E-Mail geschickt, und ich müsste eigentlich Bescheid wissen.

Ich hab aber immer so viel auf dem Zettel, so viele Projekte gleichzeitig, dass mir irgendwas immer hinten runter rutscht. Manchmal sind das leider die Kinder. Die stehen zwar in meiner Prioritätenliste ganz oben, aber manchmal bin ich einfach zu verpeilt.

Ich hab es schon fertiggebracht und bin in die Schule gefahren, um Silas abzuholen. Bei der Gelegenheit habe ich dann noch kurz mit der einen Lehrerin was wegen dem neuen Schul-Flyer besprochen, um dessen Text ich mich gekümmert habe, und mit der Hortnerin über mein Theater-Projekt geredet, und dann kam Janis, klagte über Migräne und wollte frühzeitig mit nach Hause. Und dann bin ich wieder gefahren – mit Janis, aber ohne Silas. Ich hab mein eigenes Kind in der Schule vergessen.

Das sind so die Momente, in denen ich überzeugt bin, die schlechteste Mutter der Welt zu sein.

Aber eigentlich bin ich gar nicht so übel

Dafür gibt es andere Sachen, die flutschen. Und darauf sollte man wirklich viel öfter mal sein Augenmerk richten!

Worin ich richtig gut war (und bin), ist Konsequenz. Meine Jungs wissen bei mir immer, woran sie sind, und dass gilt, was ich sage.

„Ihr seid aber strenge Eltern“, habe ich im Laufe meines Mutter-Daseins wirklich oft gehört. Manchmal in bewunderndem, manchmal in tadelndem Tonfall. Dabei gab und gibt es bei uns einfach nur verlässliche Regeln.

  • Gegessen wird nur am Tisch.
  • Alle Kinder bleiben sitzen, bis alle Kinder fertig sind mit Essen.
  • Alles wird probiert (und wenn es sich nur um das berühmte Quoten-Fitzelchen handelt).
  • Wenn man einen Raum betritt, sagt man hallo.
  • Wenn man etwas bekommt, sagt man danke.
  • Wenn man etwas haben möchte, darf man gerne den Vorschlag machen, aber nein heißt nein, und Quengeln lohnt nicht.
  • An der Kasse wird prinzipiell nichts gekauft.
  • Mit vollem Mund wird nicht gesprochen.
  • Wir lassen einander ausreden.
  • Um acht Uhr ist Schicht im Schacht, mit Licht aus und Ruhe im Karton.

Lauter solche Selbstverständlichkeiten, die heute nicht mehr selbstverständlich sind.

Manchmal war es hart

In den Kleinkinderjahren war das oft unbequem für uns Eltern, und es hat uns mitunter ganz schön Nerven gekostet. Es wäre ja so einfach, das Kind unterm Tisch mit Keksen abzufüttern, wenn man sich endlich mal in Ruhe unterhalten möchte. Oder die Bettzeit nach hinten zu verschieben, wenn Besuch da ist. Oder dem Kind den Kinderriegel für 80 Cent das Stück doch in die Hand zu drücken, damit das Geschrei aufhört. Stattdessen habe ich (ein oder zwei Mal) den Supermarkt mit brüllendem Kind und ohne Einkauf verlassen. Und (wesentlich öfter) auf soziale Kontakte verzichtet, weil ich in der Zeit mein müdes Kind ins Bett gebracht habe, statt es mit Süßigkeiten bei Laune zu halten.

Es gab auch mal Ausnahmen, klar. Aber die wurden dann deutlich als solche benannt, und kamen nie durch Quengelei zustande.

Kinder, die sich selbst ins Bett bringen

Ich glaube, dass unsere festen Familienregeln – gerade bei meiner kreativ-chaotischen Grundveranlagung – meinen Kindern einen verlässlichen Rahmen geboten und ihnen damit gut getan haben.

Natürlich haben sie sie immer mal wieder in Frage gestellt und sich manches Mal daran gerieben. Natürlich wiederhole ich diverse Regeln immer noch in Dauerschleife (vor allem die mit dem „hallo“). Aber inzwischen sind sie ihnen doch (meistens) in Fleisch und Blut übergegangen.

Und mittlerweile ernten wir.

Schon auf unserer großen Europa-Reise haben wir sehr davon profitiert, dass die Jungs wussten, was wir von ihnen erwarten. Wenn wir irgendwo als Couchsurfer zu Gast waren, sagten wir abends um acht: „Kinder, zieht euch um, putzt euch die Zähne und legt euch schlafen!“ Und die Kinder gingen hin, putzten sich die Zähne und legten sich schlafen.

Ernsthaft!

Also, meistens.

Manchmal quackelten sie auch noch im Bett miteinander. Aber in der Regel hat das doch zuverlässig geklappt mit unseren damals 10- und 7-Jährigen.

Wenn wir abends ins Couchsurfing-Gästezimmer kommen, schläft die Luftbett-Fraktion in seliger Ruh und hat sich selbst dort hinbefördert. Läuft.

Erziehung lohnt sich

Das Familienleben funktioniert einfach viel reibungsloser, wenn ein bisschen Disziplin im Spiel ist.

Das gilt natürlich für beide Seiten. Oft treffen wir Abmachungen: Jetzt geht es ins Museum, und ihr passt so gut auf, dass ihr mir nachher fünf Sachen nennen könnt, die euch beeindruckt haben. Dafür gibt es nachher Kuchen im Café und eine Runde Spielplatz.“ Oder so. Das läuft. Und das finde ich so toll!

Mittlerweile können Martin und ich auch durchaus mal unter der Woche ausgehen. Die Kinder bringen sich selbst ins Bett, und das funktioniert auch. Gut, sie sind ja inzwischen auch schon 13 und 11. Aber wenn ich Oma drauf ansetze und die um halb neun mal die Treppe hochkommt, dann ist das Abendbrot ordentlich weggeräumt, das Licht aus und die Jungs allermindestens fast eingeschlafen.

Ein weiterer Super-Bonus unserer frühen Zapfenstreich-Regel ist übrigens, dass die Jungs morgens ohne Probleme zeitig aus dem Bett kommen. Janis steht oft schon um fünf, halb sechs auf, zieht sich an, füttert die Katze und genießt dann ganz ungestört Zeit für sich mit einem Buch. Silas muss ich um zwanzig nach sechs meist schon noch kurz anstupsen, aber dann ist er auch gleich munter. Kein Kampf, die Kinder auf den Weg zu kriegen, keine Schule im Halbschlaf.

#gutgemacht!

So, liebe Mütter und Väter, jetzt seid ihr dran! Was läuft bei euch zu Hause richtig gut? Bei allem alltäglichen Chaos und allen offenbar schwer zu umgehenden Gefühlen der elterlichen Unzulänglichkeit: Wofür könnt ihr euch verdienterweise auf die Schulter klopfen? Schreibt es auf und macht mit bei der Blogparade von MamaOnTheRocks! Oder geht wenigstens mal kurz in euch und überlegt es für euch selbst. Denn ganz bestimmt gibt es da was. Wichtige Grundsätzlichkeiten. Oder kleine Dinge, die es verdienen, dass man sie sich mal bewusst macht. Oder einfach ganz viel.

Die Blogparade #gutgemacht! von Mama on the rocks läuft noch bis zum 1. Februar 2018.

6 Gedanken zu „#gutgemacht: Was bei uns läuft (und was nicht)“

  1. Unsere Jungs und ein Leihkind (ein Freund, der im Moment zu Besuch ist) haben schon grosse Augen gemacht, dass eure Kinder um acht Uhr im Bett sein müssen. Hierzulande gehen nicht einmal Kleinkinder so früh ins Bett. Aber eure Jungs sind wirklich sehr gut erzogen, ich habe da ziemlich viel Vergleichsmaterial (die letzten Couchsurfer bei uns, brrrrrr). Wenn die Eltern nett sind, sind es normalerweise auch die Kinder. :)

    1. Wahrscheinlich sind meine Jungs auch deutschlandweit die einzigen 11- und 13-Jährigen, die so früh ins Bett müssen. ;) Aber ich finde es so herum viel sinnvoller, zumal ja seit Jahrzehnten eine Studie nach der anderen feststellt, dass die Schule in Deutschland viel zu früh anfängt und die Kinder dann noch viel zu müde sind, um in den ersten Stunden viel Stoff aufzunehmen. Wir müssen um 7.10 Uhr aus dem Haus, damit die Jungs um 8 Uhr in der Klasse sitzen können. Bei Martins Nichte in Thüringen beginnt der Unterricht um 7.15 Uhr! Das finde ich schon regelrecht menschenverachtend.
      Beim Couchsurfing in den Mittelmeerländern haben wir es als normal erlebt, dass die Kinder aufblieben, bis auch ihre Eltern ins Bett gingen. Das war, je nachdem, zwischen zehn Uhr und nach Mitternacht. Siesta war aber bei den meisten aus logistischen Gründen abgeschafft. Ich habe da ein paar sehr unausgeglichene, latent unglückliche Kinder kennengelernt.

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