Janis erzählt euch was: Der erste Schnee auf unserer Reise

Wir wünschen all unseren Lesern fröhliche Weihnachten! Unzuverlässige Internetverbindungen, nette Couchsurfer und superinteressante Reisestationen haben dafür gesorgt, dass wir viel weniger online stellen als wir gerne würden – aber hey, wir machen diese Reise nur einmal im Leben, und dann wollen wir sie auch mit allen Sinnen genießen, ohne uns ständig zum Schreiben gehetzt zu fühlen. Obwohl es natürlich sooo viel zu schreiben gäbe.

Unere Weihnachten feiern wir heute in Bulgarien in grün. Aber ein bisschen Bilderbuch-weihnachtlich wird es dank meinem Mini-Gastblogger heute immerhin im Blog: Es geht um Schnee!

Willkommen zu einer neuen Folge von Janis erzählt euch was!

Es hat geschneit! Wir sind in Montenegro, und endlich hat es geschneit! Endlich hab ich mal Schnee auf unserer Reise gesehen. Leider liegt der Schnee nur auf den Bergen. Montenegro besteht zwar aus Bergen, aber wir sind hier unten im Tal. Bei uns ist es nicht so kalt, dass der Schnee liegen bleibt. Also fahren wir hoch zu einer Skipiste, denn wir sind in Montenegros größtem Skigebiet. Da liegt Schnee, aber auch nicht so viel, dass man Skifahren kann. Es ist ungefähr ein Grad kalt. Sehr kalt, finde ich! Doch man gewöhnt sich dran.

Winterwunderland, wie mit Puderzucker bestäubt - Montenegro, nahe des Wintersportorts Kolasin.
Winterwunderland, wie mit Puderzucker bestäubt – Montenegro, nahe des Wintersportorts Kolasin.

Wir stellen unser Auto ab, und gehen los, ein bisschen die Gegend erkunden. Wir wählen einen Weg, der in Richtung des sehr verschneiten Waldes führt. Ein paar Minuten später sind wir dann mitten drin im Schneewunderwald, wo alles weiß ist, und überall hängen Eiszapfen. Ich esse ein paar davon. Schmeckt nach Wasser. Dabei fängt Papa an, Weihnachtslieder zu pfeifen, und Silas macht mit. Mama und ich singen lieber, weil wir nicht pfeifen können. Papa und Silas pfeifen, weil sie nicht singen können.

montenegro-biogradska-gora-eiszapfen

Dann, nach einiger Zeit, bemerken wir, dass es eigentlich überall gleich aussieht. Wanderwege gibt es hier nämlich nicht so viele. Unser Weg ist eigentlich eine Art Holperstraße für Autos. Also kehren wir um und fahren wieder zurück ins Pensionszimmer, in dem wir übernachten.

Pressspan und Holzfeuer: Obwohl es auch sehr schicke Unterkünfte in Montenegro geben soll, ist unsere "Pension Kolasin" eher von der rustikalen Sorte - dafür aber mit einem geräumigen Familienzimmer für 30 Euro die Nacht recht günstig.
Pressspan und Holzfeuer: Obwohl es auch sehr schicke Unterkünfte in Montenegro geben soll, ist unsere „Pension Kolasin“ eher von der rustikalen Sorte – dafür aber mit einem geräumigen Familienzimmer für 30 Euro die Nacht recht günstig.

Am nächsten Morgen sind wir in einem Naturschutzgebiet unterwegs. Da drin, im Naturschutzgebiet Biogradska Gora, sind ein See und ein Wald. Der Wald ist ein Urwald. Wenn da ein Baum umfällt, dann bleibt er da auch liegen, außer er ist auf den Wanderweg gefallen. Als wir da ankommen, bin ich ganz schön erstaunt, was die Natur alles so machen kann. Es ist nämlich alles weiß und verschneit.

Biogradska Gora ist der größte Nationalpark Montenegros. Ideal für Wandertouren mit Familie ist der 3 km lange Lehrpfad um den See, der gleich am Parkplatz beginnt.
Biogradska Gora ist der größte Nationalpark Montenegros. Ideal für Wandertouren mit Familie ist der 3 km lange Lehrpfad um den See, der gleich am Parkplatz beginnt.

Wir wandern also einfach mal drauf los und scheitern vor einer Baustelle, die sich in den Weg gestellt hat. Im Winter wird hier wohl nicht mehr gebaut, oder vielleicht auch gar nicht mehr. In Montenegro gibt es, wie auf der gesamten Balkanhalbinsel, viele Bauruinen. Wir drehen um und nehmen einen anderen Weg, den man kaum erkennt unter all dem Schnee. Als wir an einer verschneiten Bank vorbeikommen, setze ich mich drauf. Als ich wieder aufstehe und mich umdrehe, sehe ich, dass es einen schönen Abdruck hinterlassen hat. Das sieht witzig aus!

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Plötzlich endet der Weg aus Steinen und Erde. Er wird zu einem Holzsteg, der erst über ein Flüsschen und dann durch eine Art Sumpf führt. Es macht Spaß, über die dicke Schneedecke zu rennen, denn auf dem Holzweg liegt noch mehr Schnee als in der Landschaft. Ab und zu gibt es Weggabelungen, wo ein weiterer Holzsteg zu einer Plattform führt, auf der Infotafeln stehen. Darauf steht etwas über die Fauna und Flora, so dass man auch etwas lernen kann. Die Texte sind in Englisch und in der Landessprache geschrieben (Montenegrinisch, ist fast so wie das Serbische).

Ein guter Teil des Wanderwegs besteht aus Holzstegen, die über das weit verzweigte Flussdelta führen.
Ein guter Teil des Wanderwegs besteht aus Holzstegen, die über das weit verzweigte Flussdelta führen.

Etwas später fange ich an, einen schönen großen Schneeball zu rollen. Er ist halb so groß wie ich, also ganz schön groß. Dann, als wir ein bisschen weiter gehen, sehe ich auch schon das Auto.

Für einen Schneemann reicht es dann doch nicht so ganz - aber den wahrhaft ambitionierten Schneekugelroller stört das wenig.
Für einen Schneemann reicht es dann doch nicht so ganz – aber den wahrhaft ambitionierten Schneekugelroller stört das wenig.

Im Gegensatz zu den anderen Ländern gefällt mir Montenegro besser, weil weniger Müll herum liegt als in Serbien, Bosnien-Herzigowina und Rumänien. Und Montenegro macht einen sehr guten Eindruck, wenn es verschneit ist! Auch wenn es während der Winterzeit eher Monteblanco heißen müsste.

2 Gedanken zu „Janis erzählt euch was: Der erste Schnee auf unserer Reise“

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