Schockmoment: Darum brauche ich nicht noch mal nach Serbien

Bevor ich mit den Problemen herausrücke, die wir beim Reisen durch Serbien mit Familie haben, möchte ich eins klar stellen: Unsere Reise durch den Südosten Europas ist schön! Wir erleben so viele wunderbare Momente, sehen zauberhafte Orte. Und doch sind es vor allem die ambivalenten Erfahrungen, die mich dazu bewegen, sie gleich niederzuschreiben und verhältnismäßig zeitnah einen Blogbeitrag daraus zu machen. Das verzerrt das Bild in unserem Familien-Reiseblog, aber sorry – was muss, das muss. Und spätestens, wenn ich euch demnächst von den Plitvicer Seen  erzähle, diesem paradiesischen Ort überirdischer Schönheit, ist das Verhältnis wieder ausgeglichen… (Wer schon vorab unsere Fotos sehen möchte, bekommt hier bei Instagram einen ersten Eindruck von diesem Naturschauspiel sondergleichen.)

Serbien ist das erste Land auf unserer 11-monatigen Europareise, das ich nicht ruhigen Gewissens als Familien-Reiseland empfehlen kann. Ich sitze in unserem bunten kleinen Apartment in Belgrads ruhiger Vorstadt Zemun und bin einfach nur froh, dass wir heute nicht noch mal raus müssen.

Es ist nicht so, dass es wirklich gefährlich wäre oder so. Größte Gefahr in all unseren bisher bereisten Ländern östlich der Heimat ist und bleibt der Straßenverkehr, und der kommt mir in Serbien längst nicht so schlimm vor wie in Rumänien.

An der Donau im ruhigen Stadtteil Zemun ist Belgrad idyllisch.
An der Donau im ruhigen Stadtteil Zemun ist Belgrad idyllisch.

Wahrscheinlich ist es einfach schlechtes Timing. Zwar scheint die Novembersonne ausgesprochen mild vom strahlend blauen Himmel. Am Tag unserer Ankunft haben wir einen Spaziergang entlang der Donau gemacht und im T-Shirt in einem Straßencafé gesessen.

Aber zwei Tage später formiert sich ein hupender Autokorso vor unserem Fenster.

Anfangs denken wir an eine Hochzeit, dann an ein gewonnenes Fußballspiel. Aber mittags um zwölf? Und dermaßen ausdauernd?

Als wir durch das zugige Fenster auf die Straße schauen, erkennen wir, dass aus den Autos Flaggen wehen. Die meisten zeigen das Gesicht eines Mannes. Ratlos durchforsten wir deutsche und englische Nachrichtenportale im Internet, bis ich auf die Idee komme, bei Twitter unter dem Hashtag #Belgrade zu suchen. Von dort aus hangele ich mich problemlos durch, bis ich den Namen und die Beschäftigung des Fahnen-Mannes kenne: Es ist Vojislav Ŝeŝelj, Führer der Serbischen Radikalen Partei, der wegen seiner mutmaßlichen Kriegsverbrechen elf Jahre in Den Haag im Gefängnis gesessen hat und nun aus gesundheitlichen Gründen entlassen wurde (er hat Krebs). Wir googeln seinen Lebenslauf und gruseln uns. Dass die Rückkehr dieses Mannes dermaßen sichtbar gefeiert wird, macht uns fassungslos. Einen entsprechenden Tweet beantwortet ein mir Unbekannter mit: „Jap, aber die Feiern der Bosnier und Kroaten ihrer Kriegsverbrecher war genauso groß.“ Ich schüttele fassungslos den Kopf. Den Wahrheitsgehalt dieser Aussage bezweifele ich gar nicht. Aber die Grundeinstellung, die dahinter steht, 20 Jahre nach Ende der Kriegshandlungen, lässt mir die Haare zu Berge stehen. Allzu sehr erinnert mich die Argumentationsweise an zu Hause: „Janis macht das aber auch!“ – „Silas hat angefangen!“ Offenbar argumentieren hier ganze Völker mit Kindergarten-Logik.

Im Stadtpark an der Belgrader Festung sind Panzer ausgestellt. Begeisterte Eltern machen Erinnerungsfotos: Mein Kind mit Panzer. Wir sind entsetzt.
Im Stadtpark an der Belgrader Festung sind Panzer ausgestellt. Begeisterte Eltern machen Erinnerungsfotos: Mein Kind mit Panzer. Wir sind entsetzt.

Am Nachmittag hat sich die Aufregung gelegt, und wir trauen uns vor die Tür. Wir nehmen den Bus ins Zentrum. Alles ist genau wie am Tag zuvor, als wir schon einmal in die Innenstadt von Belgrad gefahren sind, um die gesichtslose Fußgängerzone und die Panzer im Stadtpark an der Festung zu besichtigen. Die Stimmung der Fahrgäste ist entspannt, hier herrscht völliger Alltag. Der Bus hält, und mehrere Leute steigen zu. Ein junger Mann ist darunter, höchstens 20. Er trägt eine improvisierte Partisanenuniform mit Abzeichen auf dem Parka. Die silbern besprühten Chucks an seinen Füßen wollen so gar nicht dazu passen, aber seine Miene ist patriotisch-ernst, und in den Händen hält er eine qualitativ hochwertige Flagge, penibel aufgerollt. Eine Weile steht er neben mir, hält sich während der Fahrt an derselben Stange fest wie ich. Dann wird weiter vorne ein Sitzplatz frei. Bevor er sich setzt, öffnet der Junge das Fenster, und seine Flagge entrollt sich im Fahrtwind. Sie ist schwarz und zeigt einen weißen Totenkopf, beschriftet mit einem kyrillischen Spruchband.

Wenn zwischen dir und deinen Kindern ein Partisan mit Totenkopfflagge im Bus sitzt - Schockmoment in Belgrad, fotografisch dokumentiert aus der Hüfte.
Wenn zwischen dir und deinen Kindern ein Partisan mit Totenkopfflagge im Bus sitzt – Schockmoment in Belgrad, fotografisch dokumentiert aus der Hüfte.

Martin und ich wechseln schockierte Blicke. Unsere Jungs, die weiter vorne im Bus sitzen, betrachten das Schauspiel irritiert. Ansonsten kümmert sich niemand darum. Einige Fahrgäste sehen demonstrativ in eine andere Richtung. Die meisten starren ohnehin auf ihr Smartphone. Niemand scheint sich an der Tatsache zu stören, in einem Bus zu sitzen, der de facto Reklame für ein faschistisches Großserbien fährt. Ab und zu überholt uns ein Auto mit Ŝeŝelj-Flagge. Die Insassen hupen und recken den Daumen in die Höhe. Zum ersten Mal auf unserer Reise halte ich die Welt für einen schlechten Ort und will einfach nur nach Hause.

Zum Weiterlesen: Mit Kindern auf dem Balkan reisen

Erfahrungsbericht: Balkan-Reisen mit Familie?

Update: 2 Jahre und 39 Kommentare später

Dieser kleine authentische Reisebericht, der ja nun eher eine subjektive Momentaufnahme ist, steht mittlerweile seit mehr als zwei Jahren online. Er ist einer meiner „Bestseller“, und wer bei Google „Erfahrung Serbien Reise“ oder einen verwandten Suchbegriff eingibt, der landet schnell auf dieser Seite. Dass das bei heimatverbundenen Serben nicht gut ankommt, kann man sich leicht denken (wenn auch der eine oder andere mit entsprechenden Kommentaren dieser Erkenntnis gerne noch auf die Sprünge hilft – für keinen anderen Beitrag auf family4travel bin ich so oft beleidigt worden wie für diesen).

Ich habe immer wieder gesagt, beinahe gebetsmühlenartig, dass ich mit dieser selbst erlebten Episode keinesfalls Anspruch darauf erhebe, Belgrad als solches zu kennen oder mir ein Urteil über diese Stadt und dieses Land erlauben zu dürfen. Wir waren eine knappe Woche in Serbien, das ist nicht viel.

Der Kommentar der Gästeführerin Bogdanka (ganz am Ende dieses Artiels zu finden) hat mich dazu bewogen, für ein ausgeglicheneres Bild der Stadt Belgrad und Serbien als Reiseland die Berichte anderer Reiseblogger zu verlinken.

Liebe potenzielle Serbien-Reisende: Bitte verlasst euch nicht allein auf unsere Erfahrung! Lest in den anderen Reiseblogs, lest in den Zeitungen, bereitet euch vor – und dann fahrt einfach hin und macht euch euer eigenes Bild! (Und dann kommt ihr wieder hier her und teilt eure Erfahrung hier in einem Kommentar – das wäre großartig! 🙂 )

Mehr Erfahrungen von Belgrad-Reisen

  • Als Mutter-Tochter-Team haben Frauke und Johanna von we2onTour Belgrad bereist, bei aller Kritik ein positives Fazit gezogen und viele praktische Tipps für den Städte-Trip nach Belgrad zusammengetragen.
  • Marc und John von 1thingtodo waren im Oktober 2015 als junge Backpacker zwei Tage und eine Nacht lang in Belgrad unterwegs – wie immer planlos und mit offenen Augen.
  • Anita von travelita durfte auf Einladung der serbischen Tourismusagentur offenbar schon im September 2015 genau die Tour machen, die ich Bogdanka vorgeschlagen habe, und hat entsprechend tolle Fotos und echte Begeisterung mitgebracht.
  • Die giftigeblonde blogt eigentlich übers Kochen, erzählt aber auch von ihrem Stadtbummel durch Belgrad 2014 (inklusive Tipp für ein Apartment).

Im April 2015 gab es anscheinend eine Pressereise zur Eröffnung des Radisson Blue Hotels in Belgrad, die gleich eine ganze Reihe deutscher und österreichischer Reiseblogger auch für einen Artikel über ihre Eindrücke von Belgrad nutzten.

Im August 2015 zog offensichtlich das Falkensteiner Hotel nach, und es entstanden wieder einige Blog-Artikel über Belgrad.

Weitere Links zu Reiseberichten und Blogbeiträgen dürft ihr gerne per Kommentar ergänzen.

62 Gedanken zu „Schockmoment: Darum brauche ich nicht noch mal nach Serbien“

    1. Danke, Ulrike. Und es ist ja nicht so, als hätten wir in Serbien nicht auch ein paar gute Erfahrungen gemacht. Unsere Vermieterin in Vrsac hat sich sehr für uns ins Zeug gelegt, obwohl wir nur eine Nacht geblieben sind (und froh darüber waren, denn sie hat geraucht wie ein Schlot, was man überall gerochen hat). Und als wir aus unserem Apartment in Belgrad wieder auszogen, trafen wir im Treppenhaus auf eine sehr nette alte Frau, die ihr Schul-Deutsch hervorkramte und den Kindern Kekse schenkte. Aber das Gesamtbild hat für uns trotzdem nicht gestimmt.

    2. hahaha, was für eine Welt? Süß. Dann gehen Sie doch lieber mal nach Afrika oder Kriegsländer und schauen sich da um, erst DANN können Sie sich fragen, in welcher Welt Sie leben.

      1. Zwei Jahre nach meinem Kommentar, reagierst du, Visa, darauf. Danke, denn so habe ich mir das Ganze noch einmal durchgelesen. Auch die anderen Kommentare. Es ist schlimm, was Ihr, liebe Lena, in Belgrad erlebt habt. Manche Kommentare dazu lassen mich den Kopf schütteln. Jemand, der seinen Namen nicht offen legt, der auch nicht einmal eine Email-Adresse angibt, den kann ich nicht ernst nehmen.
        Ich finde es traurig, dass nach deinem so authentisch beschriebenen Erlebnis, nun auch dieses noch runter gemacht wird. Man kann nicht immer nur heile Welz beschreiben, wenn man sie nicht erlebt hat.Ich bewundere es, wie du , Lena, hier mit viel Ruhe und Toleranz jeden Kommentar beantwortet hast..

        1. Ich hab schon mehr als einmal bereut, diesen Artikel geschrieben zu haben, weil er aufgrund der kommentarbedürftigen Kommentare ein elender Zeitfresser ist. 🙂 Und weil durch ebenjene Kommentare (zumindest manche, vor allem die, die hier NICHT im Original zu lesen sind) mein ursprünglich angeknackstes Serbien-Bild immer negativer wird. Ich war so unvoreingenommen, als wir damals über die Grenze fuhren, und erwartete aus irgendeinem Grund, der sich mir heute nicht mehr recht erschließt, dass es dort „europäischer“ zugehen würde als in Rumänien, woher wir kamen. Dann haben wir diese Erfahrungen gemacht, von denen das im Artikel beschriebene Erlebnis ja nur der Höhepunkt war. Es gab – neben vielen schönen und „normalen“ Momenten, wie ich immer wieder gern betone – noch eine ganze Reihe anderer Dinge, die uns befremdet haben. Und das leider viel mehr als anderswo, wobei natürlich nirgendwo auf der Welt (inklusive Deutschland) Friede-Freude-Eierkuchen herrscht. Ich will nach wie vor nicht ausschließen, dass unsere ambivalenten Erfahrungen in Serbien ein dummer Zufall waren. Aber ich habe auch den Eindruck, dass eine bestimmte Sorte Leser große Schwierigkeiten damit hat, Erfahrungsberichte zu lesen, deren Tenor ihnen nicht passt. Vielleicht sollte ich mal vergleichsweise etwas ähnlich Kritisches über andere Länder schreiben. Wobei, hab ich sogar durchaus schon. An meinem italien-kritischen Bericht z.B. hat sich bis heute kein Mensch gestört (zumindest nicht so, dass er oder sie daraufhin einen Kommentar hinterlassen hätte). Und auch mit anonymen Kommentaren habe ich in anderen Bereichen keine Probleme. („Visa“ hat übrigens zufällig dieselbe IP-Adresse wie „Constanze“.)

          1. Liebe Lena, ich bewundere deine Geduld! Ich frage mich nur, warum „Visa/Constanze“ hier im kalten Kaffee rührt und rumstänkern muss.
            Leute gibt’s! Ich finde deinen Artikel sehr authentisch geschrieben. Du hast das so erlebt. Da steht ja auch nicht wirklich was gegen Serbien drin.
            Liebe Grüße
            Ulrike

    1. Überstürzt abgereist sind wir bisher noch nirgendwo. Aber wir haben doch unsere angedachte Route geändert. Unseren Schlenker zurück ans Schwarze Meer machen wir lieber durch Albanien statt durch Südserbien. Aber auch das hat mehr damit zu tun, dass wir in Serbien nirgends Couchsurfer finden. Ich würde all diese Erfahrungen liebend gern mit Einheimischen besprechen, die mir das alles vielleicht ins rechte Licht rücken könnten. Ich hasse es, auf Reisen Menschen und ihre Verhaltensweisen nicht ansatzweise verstehen zu können. Deshalb liebe ich Couchsurfing. 🙂

  1. Mein Gott Serbiet so ein wünderschones Land und sie schreiben über paar Idioten .Genauso wenn ich Dresden besuche und schreibe über rechten und Pegida.Schade.Wieder einmal Vorurteile gesucht und gefunden. Schade noch mal .Dafür ist für euch Croatien beispiel na Demokratie .A ja die haben 3 Tage lang ihren Kriegsverbrecher gefeiert.

    1. Ich beschreibe, was ich wahrgenommen und erlebt habe. Manchmal erzähle ich, wie das auf mich gewirkt hat, manchmal vergleiche und bewerte ich es. Dabei bemühe ich mich um Unvoreingenommenheit, aber das ist erstens für jeden Menschen schwierig, weil vorhergehende Erfahrungen unsere Wahrnehmung prägen und beeinflussen. Und zweitens liegt es in der Natur der Sache, dass persönliche Reiseberichte vollkommen subjektiv sind.
      Der Vergleich mit Dresden ist prima: Etliche Touristen besuchen die Stadt wegen ihrer kulturellen Sehenswürdigkeiten und sind entsetzt, wenn sie Dresdens „paar Idioten“ auf der Straße sehen. Das prägt ihr Bild von der Stadt und, wenn wir Pech haben, ganz Deutschland, das sie mit nach Hause nehmen und von dem sie ihren Freunden erzählen. Ich bin mir sicher, dass das Dresdener Stadtmarketing im Moment gegen Windmühlen kämpft, um den Ruf seiner Stadt als Tourismusziel zu retten.
      Schönes Beispiel übrigens genau hier im Kommentar: In Serbien sind es „paar Idioten“, die einen (mutmaßlichen) Kriegsverbrecher feiern, in Kroatien dagegen sind es „die“, unterschwellig also alle. Wohin solche Einstellungen führen, kann man in Geschichtsbüchern nachlesen.
      Ich bin weder „gegen die Serben“ noch „pro Kroatien“. Ich erzähle nur, was ich erlebt habe. Nicht mehr und nicht weniger.

    2. Verstehe leider nicht warum man als Familie den Urlaub in einer Millionen Stadt verbringt?
      Serbien ist ein wunderschönes und sehenswertes Land das zigtausende Orte hat wo man viel erleben und schönes kennenlernen kann.
      Eine große Stadt wie Belgrad lebt, diese Stadt schläft nicht und für Leute die etwas erleben und leben möchten genießen diese Stadt die lebendig ist.
      Auch in großen Städten Deutschlands ist viel Leben und Action, das ist halt das Stadtleben!

      1. Das ist deiner Meinung also normales Stadtleben, dass Leute hupend und fahnenschwenkend die Entlassung eines Kriegsverbrechers feiern? Da habe ich eine andere Auffassung. Gegen „viel Leben und Action“ im Allgemeinen haben wir nichts. Die vergangene Woche haben wir in Bratislava, Wien und Prag verbracht, zwei davon Millionenstädte, alle drei mit „viel Leben und Action“, und es war größtenteils herrlich mit angenehmer, freundlicher Atmosphäre (die wir in Belgrad so vermisst haben).
        Warum man als Familie den Urlaub in einer Millionenstadt verbringt? Nun, uns jedenfalls zieht es von Zeit zu Zeit in die Großstädte, weil es dort die interessantesten Museen gibt und die Orte, an denen Geschichte geschrieben wurde. Außerdem versuchen wir beim Reisen, ein Gefühl für die Mentalität eines Landes zu bekommen, und dafür braucht es ländliche Stationen ebenso wie die Hauptstadt, wo der Puls der Zeit schlägt.
        In Serbien waren wir damit nicht ganz erfolgreich, weil wir außer Belgrad nur die Kleinstadt Vrzac gesehen haben, und Landschaft und Dörfer nur auf der Durchfahrt. Das lag vor allem daran, dass wir im Internet weder Couchsurfer noch Selbstverpflegerunterkünfte gefunden haben – und wie gesagt, nach der Einstimmung hatten wir auch nicht mehr viel Lust, intensiv danach zu suchen. Mag sein, dass es die zigtautend schönen Orte gibt. Wir haben sie leider nicht ohne weiteres finden können.

        1. Die Politik kann und möchte ich nicht kommentieren.
          Wir wissen nicht wer was verbrochen hat.
          Demos sowie Hupkonzerte haben wir auch in Deutschland, auch hier sind wir nicht gleicher Meinung und deshalb hat jeder seine Meinungsfreiheit sowie das Recht friedlich zu demonstrieren…
          Und kann man Belgrad nicht mit Wien oder Prag vergleichen, so wie man auch Deutschland nicht mit anderen Europäischen Ländern vergleichen kann.

          1. Klar kann man vergleichen, wenn man den historischen Kontext etc. mit in Betracht zieht. Du selbst applaudierst schließlich auch Mladen, der – ganz richtig, wie ich finde – die beschriebene Situation Belgrads mit der Dresdens vergleicht.
            Bezüglich Herrn Seselj haben wir bei der akuten Gelegenheit damals recht ausführlich recherchiert. Dass er als Kriegsverbrecher nicht verurteilt wurde, lag wohl vor allem an der Verzögerungstaktik seiner Anwälte – aber du hast recht, in der Materie kenne ich mich zu wenig aus, um mir eine fundierte Meinung anzumaßen (was für den gesamten Balkan gilt, wie ich immer wieder betone). Sein Benehmen als „Demokrat“ war aber in vielen deutschsprachigen Quellen dokumentiert (z.B. tätliche Angriffe auf Menschen mit anderer Meinung, Saalschlägereien). Wir haben uns vom Wikipedia-Eintrag aus durchgeklickt, wenn ich mich recht erinnere, falls es jemand nachmachen möchte.
            Hupkonzerte kenne ich in Deutschland nur vom Fußball. In welche Richtung friedliche Demonstrationen auch hierzulande neuerdings zunehmend gehen, sehe ich mit ebensoviel Abneigung wie seinerzeit in Belgrad. Gleichwohl spreche ich niemandem sein Recht auf freie Meinungsäußerung ab.

          2. Ja recherchieren kann man sehr wohl nur all das glauben?

            Wir hören und lesen vieles, über dieses und jenes Land, aber ist dafür das Land schlecht?

            Wenn Sie schon vorher oder während dessen recherchieren und meinen viele Dinge sind im Vorfeld zu nicht gut, dann möchten Sie das Land auch nicht wirklich kennenlernen.
            Ich reise in ein Land um die Kultur und die Menschen zu erleben und das mancher Augenblick nicht meiner Vorstellung entspricht,ja dies kann ich als Tourist leider nicht ändern.
            Es kann uns nicht überall auf dieser Welt alles passen und recht sein.
            Für die Kultur oder Sehenswürdigkeiten eines jeden Landes darf man keine Vorurteile haben.
            Und mit offenen Herzen sieht man viele schöne Sachen…

          3. Tatsächlich hatte ich im Vorfeld Serbien gegenüber deutlich weniger Vorurteile als in Rumänien, das wir unterm Strich geliebt haben. Mit größtmöglicher Offenheit und Unvoreingenommenheit auf neue Reiseziele zuzugehen, ist für uns ein wichtiger Grundsatz.

            Generell wünsche ich mir mehr Medienkompetenz, Quellenanalyse und Kritikfähigkeit, bei allen. Leider ist es oft so, dass wir aus Texten nur das herauslesen, was unser Weltbild bestätigt. Sonst würdest du, liebe Tamara, nicht diesen Kommentar schreiben, nachdem du meinen Blogeintrag und meine Antworten auf die anderen Kommentare gelesen hast. Ich rechtfertige mich jetzt nicht noch einmal dazu. Es steht ja alles schon da.

  2. ich war im Juli in Serbien und habe solche Erfahrungen zum Glück nicht gemacht – klingt sehr unangenehm.
    Ich habe Belgrad sehr zukunftsorientiert in Erinnerung. Menschen die das Land wieder aufbauen wollen, den Krieg vergessen wollen. Wie unterschiedlich man ein und denselben Ort doch wahrnehmen kann.
    Vielleicht kannst du Belgrad ja irgendwann nochmal eine zweite Chance geben, wahrscheinlich habt ihr einfach nur einen sehr schlechten Tag erwischt. Denn mich hat Belgrad mit den vielen kleinen, hippen Cafés überzeugt, den Märkten, der Kraft mit der sie das Land langsam wieder aufbauen und den vielen freundlichen Menschen, denen man dort begegnet.

    Liebe Grüße, Iris

    1. Wie schön, endlich mal was Positives aus Belgrad zu hören! Solche Zweitmeinungen finde ich immer total wichtig. Gerade wenn wir Negatives erleben, hoffe ich immer inständig, dass es eine Momentaufnahme ist, und hüte mich vor Allgemeinerungen. Ich würde mir Belgrad gerne noch ein zweites Mal angucken. Aber wohl nicht in den nächsten Jahren. Für einen Ort, dessen Atmosphäre mir nicht gefallen hat, sind mir die wertvollen Schulferien dann zu schade. Vielleicht, wenn die Kinder groß sind, und dann schwärme ich die ganze Zeit von der positiven Entwicklung, die die Stadt durchgemacht hat, wer weiß. 🙂 Ich würde es mir wünschen.

      1. Hallo Lena,
        dieses Jahr war ich wieder in Belgrad und wieder total begeistert. Für mich ist es inzwischen eine meiner Lieblingsstädte, aber ich kenne das nur zu gut, wenn einem die Atmosphäre an einem Ort nicht gefallt und man sich irgendwie nicht wohlfühlt.
        Auf meinem Blog habe ich über meine zweite Begegnung mit Belgrad geschrieben, du kannst gerne mal vorbeischauen 😀
        Liebe Grüße, Iris

        https://freiheitsgefuehle.wordpress.com/2016/08/13/belgrads-schoenheit/

  3. Ich bin gerade für 5 Tage in Belgrad und kann folgendes festhalten : hier wird offenbar viel gestohlen. Meiner Schwägerin wurde gestern die Handtasche gestohlen mit allen Dokumenten. Sobald wir in ein Taxi steigen verriegelt der Taxifahrer die Türen … Viele Taxifahrer sind Banditen und verlangen das 10 fache des üblichen Preises. Viele arme Zigeunerkinder (zwischen 5 und 10 Jahren) die auf den Straßen betteln oder musizieren.
    Das Nachtleben hier ist toll. Man muss aber ständig auf der Hut sein, nicht übers Ohr gehauen zu werden! Was mich persönlich besonderd schockiert hat, waren die armen Streunerhunde, die auf der Straße oder im Park zum Sterben liegen…

    1. Danke für deinen Eindruck!
      Die bettelnden Roma und die Straßenhunde sind uns in Belgrad schon gar nicht mehr aufgefallen, weil wir schon einen Monat Rumänien hinter uns hatten, und das ist beides noch deutlich ausgeprägter. Ich glaube aber nicht, dass die Hunde im Park unbedingt sterben. So wie es in Deutschland geteilte Meinungen gibt, ob man im Park Enten füttern sollte oder nicht, scheint uns das auf dem Balkan mit den Straßenhunden zu sein. Sie gehören einfach dazu, so wie bei uns eben die Enten oder Eichhörnchen.
      Gestohlen worden ist uns tatsächlich nichts, nirgendwo. Vielleicht, weil wir immer auf der Hut waren, möglicherweise aufgrund eines „Familien-Bonus“, wahrscheinlich, weil wir einfach Glück hatten.

  4. [An dieser Stelle habe ich sechs Kommentare einer einzigen Person nicht freigegeben, da sie Beleidigungen an mich persönlich sowie einzelne Volksgruppen enthielten (und die zahlreichen Rechtschreibfehler haben die Sache auch nicht besser gemacht). Um meinen Lesern die Meinung des Kommentators nicht vorzuenthalten, fasse ich sie entschärft zusammen: „Boris“ ist nicht einverstanden mit der naiven Subjektivität des Blogbeitrags, findet, dass in Niedersachsen und insbesondere Berlin alles viel schlimmer ist, hat eine Menge Zahlen parat, wer wann wie viele von welchen getötet hat, und das alles spricht seiner Meinung nach für die Serben und gegen die Kroaten, und ganz besonders gegen die Deutschen bzw. Nazis. Er spricht sich dafür aus, nicht in Länder zu reisen, bevor man sich umfassend über die geschichtlichen Hintergründe informiert hat und endet mit einer umfangreichen Literaturliste, deren Titel sich alle auf die faschistische Phase Kroatiens und die Rolle der katholischen Kirche in eben jener beziehen.]

    Herzlichen Dank für deine Meinung, Boris. Es steht dir selbstverständlich frei, von uns zu halten, was du willst, und in deine politische Meinung rede ich dir auch nicht rein. Aber ja, bei einer Ausdrucksweise wie deiner mache ich von meinem Hausrecht Gebrauch, in meinem Blog nur Kommentare zu veröffentlichen, die mir passend erscheinen.
    Zur allgemeinen Info: Abgesehen von von plumper Werbung ist dies das erste Mal, dass ich Kommentare zensiere. Generell ist mir an einem Meinungsaustausch durchaus gelegen und ich finde es gut, wenn Menschen, die andere, gern auch komplett gegensätzliche Erfahrungen gemacht haben, diese hier dokumentieren. Aber bitte ohne Kraftausdrücke und persönliche Beleidigungen meiner Familie, meiner selbst und voriger Kommentatoren, sonst werde ich die Wortmeldungen nicht freischalten.

  5. Feedback über Serbien ist naja okay ….ich hatte sehr gute Erfahrungen gemacht .War mit Tochter (12) in Belgrad. Leute waren Kultiviert .Kommunikation auf Englisch war auch voll in ordnung .
    Ein Tipp. Unabhängig vom Land . Intensive recherchen im web wo es familien freundliche (auch günsig) Ferienwohnung.Bungalows.ect…
    Denn umgekehrt kann man bei uns in Deutschland auch nicht jeden ausländer nach sachsen lassen xD . Leider kannst du hier in Berlin nicht jede ecke zur Übernachtung nutzen.Rechtsradikale hast halt in ganz europa manche mehr mache weniger.

  6. ich bin seit 3 Wochen in Serbien und so ein Schwachsinn nirgendwo angetroffen,nicht im Bus und nicht auf der Straße,Seselj ist freigeschprochen und nicht aus gesundheitlichen Gründen entlassen , aber das ist mir egal.Ich traf meisten nette Menschen und hoffe weiterhin so.!!!!?

    1. Zum Thema Seselj habe ich auf die Schnelle zwei – wie ich finde – gute aktuelle Texte aus dem Spiegel gefunden (mein Erfahrungsbericht stammt ja aus dem November 2014). Hier die sehr neutral gehaltenen Tatsachen über den Freispruch im März 2016: http://www.spiegel.de/politik/ausland/vojislav-seselj-serbischer-nationalist-freigesprochen-a-1084770.html
      Und hier der dazugehörige Kommentar (was eine journalistische Form ist, die die Meinung des Autors zum Ausdruck bringt): http://www.spiegel.de/politik/ausland/den-haag-vojislav-seselj-warum-die-anklage-versagt-hat-a-1084849.html

      1. Hier haben wir noch einen Bericht des Nachrichtensenders N24: https://www.welt.de/politik/ausland/article153838489/Kriegsverbrecherprozess-endet-im-totalen-Fiasko.html
        Dort werden auch die Feierlichkeiten zu seiner Freilassung erwähnt.

        Zur allgemeinen polisitschen Situation im aktuellen Serbien hätte ich dann noch diesen Tagesschau-Bericht: https://www.tagesschau.de/ausland/serbien-wahl-105.html
        Bei den Wahlen im April 2016 ist demnach Seseljs radikale pro-großserbische Partei drittstärkste Kraft geworden, Wahlsieger ist hingegen (zum Glück) der pro-europäische Ministerpräsident Aleksandar Vucic.

        1. Also ich war schon mehrfach in Serbien und Kroatien und muss sagen das die Serben schon lockerer sind. Habe z.b alte Jugoslawische Fahne gesehen und auch Kroatische Lebensmittel. So etwas findet man in Kroatien nicht. Dort sieht man auch Kennzeichen aus Kroatien Bosnien Montenegro u.s.w das konnte ich in Kroatien nicht feststellen. Viele grüße.

          1. Auch ein interessanter Hinweis. Danke!

            In Kroatien herrscht halt eine viel “hübschere“ Urlaubskulisse, alles wirkt sehr europäisch (obwohl sich dieses Bild auch schnell ändert, sobald man die Urlauber-Regionen verlässt und schon zwei Dörfer landeinwärts auch lebende Hühner auf dem Markt verkauft werden). Allgemein hatten wir den Eindruck, dass “man“ in Kroatien wesentlich mehr auf eine (europäische) Zukunft hin orientiert ist, während in Serbien viel Verbitterung herrscht (was ja allein wirtschaftlich schon verständlich ist). Das Problem ist halt, dass, vor allem auf unserer Reise mit vergleichsweise kurzem Aufenthalt in den entsprechenden Ländern, alles immer nur eine Momentaufnahme sein kann. Von Kroatien haben wir auch deshalb einen besseren Eindruck bekommen, weil wir dort Gesprächspartner gefunden haben, die (zufällig?) alle pro Frieden, pro Vergangenheitsbewältigung, pro vereintes Europa waren. Aber wir haben halt auch nur drei Stadtführerinnen und in Zagreb eine junge, progressive Familie kennengelernt. Da kann man keineswegs von einer repräsentativen Stichprobe sprechen. 🙂

  7. Ich finde Ihren Bericht total übertrieben. Klar, dass andere Länder oder Menschen eben anders ticken, das ist überall so. Sind Sie denn in irgendeiner Weise angegriffen worden? Nur weil das Verhalten der Menschen mit Ihrer Meinung nicht konform ist, fühlten Sie sich bedroht und müssen jetzt das Urlaubsland schlecht reden???? Unverständlich. Man muss einfach weltoffener sein beim Reisen und einfach über gewisse Dinge stehen anstatt ein Land öffentlich schlecht zu machen. Wenn man sich auf das politische Treiben eines Landes fokussiert, sollte man lieber zu Hause bleiben.

    1. Nein, angegriffen worden bin ich nur mehrfach hier im Blog dafür, dass ich von dem Erlebnis erzählt und meine Meinung dazu geschrieben habe. 😉 Was wäre denn wohl „einfach über gewisse Dinge stehen“? Mit den Achseln zucken und sagen: Mir doch egal, wie die sich hier verhalten, geht mich ja nichts an? Hauptsache, das Bier ist billig?

  8. Nicht, dass mein Kommentar hier etwas ändern wird… Aber, naja, wozu dann Internet, als nicht der „kleinen“ Person die Stimme zu geben. Hallo, liebe Leser. Ich bin Bogdanka, eine Serbin, aus Serbien, eine Reiseleiterin/Fremdenführerin (ist nicht das selbe – verlangt verschiedene Lizenzen), arbeite überwiegend mit deutschen Gruppen, die Serbien und Nachbarländer besuchen… Seit 7 Jahren wurde keiner in meinen deutschen Gruppen in Serbien bestohlen. Ich habe eine ganze Reihe an Denkesbriefen von meinen Gästen, die Ihr Erlebnis in Serbien als „unerwartet wunderschön“ beschreiben. Der Grund meines Kommentares ist Marketing… Wenn ich die Wörter „Serbien“ und „Reise“ eintippe – Ihr Eindruck ist etwas, dass als erstes rauskommt… Schlechtes Marketing für mich. Ein schlimmes Schreiben – schlechtes Jahr für mich… Viele gute Briefe, die sowas von schüchtern geschrieben wurden, die nicht rauskommen… Ich habe den Eindruck, als wäre es sozial nicht akzeptabel etwas schönes von meinem Land Serbien und meinem serbischen Volk zu schreiben… Es tut mir Leid deswegen. Offenbar, haben wir Serben noch viel zu „bügeln“. Ich mache mein „Bügeln“ regelmäßig, aber es tut weh ums Herz, wenn man nur blasse Resultate sieht. Vielleicht findet man, was man sucht… Und letztendlich habe ich gleichzeitig vieles und nichts gesagt… Danke fürs Lesen.

    1. Liebe Bogdanka, vielen Dank für deinen Kommentar, der mich sehr nachdenklich gemacht hat. Es ist nun einmal so, dass offenbar viele Menschen, die sich über potenzielle Reiseländer informieren möchten, authentische Reiseberichte suchen, und die finden sie bei uns Bloggern. Dass mein Bericht in den Google-Ergebnissen so weit oben steht (obwohl ich weiß Gott kein SEO-Profi bin), liegt zum einen sicher daran, dass es bei Begriffen wie „Serbien Reise Erfahrungen“ nicht viel Konkurrenz gibt, zum anderen aber daran, dass Google registriert, wie zufrieden Leser mit dem angeklickten Ergebnis sind, und das wird vor allem in der Verweildauer gemessen. Tatsächlich die meisten, die hier auf dieser Seite landen, lesen den Artikel bis zum Ende (ob sie dann wirklich zufrieden sind, oder wütend oder traurig, kann Google natürlich nicht erfassen). Vielleicht ist es so, dass so viele Leser bis zum Schluss dabei bleiben, weil es ihre Vorurteile bestätigt, kann sein. Es ist ja ein bekanntes Phänomen, dass Menschen am liebsten Dinge lesen, die ihr Weltbild unterstützen. Aber auch mein Albanien-Artikel wird sehr viel und gerne geklickt, und der ist recht positiv – weil wir in Albanien nun einmal (zufällig) vor allem positive Erfahrungen gemacht haben.
      Viele Reiseländer und Destinationen haben die meinungsbildende Macht der Blogger (die mir überhaupt nicht bewusst war, als ich mit dem Bloggen anfing) längst erkannt und „kümmern“ sich darum. Indem sie uns auf schicke Pressereisen einladen und ihr Land oder ihre Region von der allerbesten Seite zeigen. Ich bin mir unsicher, wie ich das finde: Ist das völlig legitim, weil nun mal die Grundphilosophie der Werbung, oder ist es unfair, weil z.B. Kroatien sich das leisten kann und Serbien nicht? Fakt ist: In Serbien war ich auf mich allein gestellt, die Schönheit des Landes zu entdecken – und aus Marketingsicht ist das schief gegangen. Obwohl ich an mich selbst wirklich den Anspruch habe, allen Ländern und Regionen möglichst unvoreingenommen entgegenzutreten, waren unsere Erfahrungen in Serbien leider (zufällig) nicht besonders großartig. Wenn jetzt die Serbische Tourismusförderung dir den Auftrag gegeben hätte: „Zeig der family4travel-Familie mal die schönsten Seiten von Belgrad und erklär der ahnungslosen Frau, wie schön unser Land ist“ (genau so hat es Kroatien ja mit uns gemacht), dann hätte mein Bericht sicher ganz anders ausgesehen. Und zwar nicht, weil meine Meinung durch die (für mich) Gratis-Dienstleistung gekauft wäre, sondern weil es mir eben möglich gewesen wäre, die schöneren Seiten der Stadt zu finden und – VOR ALLEM – jemandem all die Fragen zu stellen, auf die ich allein keine Antwort gefunden habe. Das wären schon so Kleinigkeiten gewesen, wie dass du für uns bestimmt ein Nichtraucher-Lokal gekannt hättest (?), wo wir prompt bessere Laune gekriegt und vielleicht schon alles in einem besseren Licht wahrgenommen hätten. Denn – und das kann ich auch meinen Lesern gegenüber nicht oft genug betonen – alles, was ich hier schreibe, ist ja mein völlig subjektiver eigener Eindruck von unseren eigenen Erlebnissen. (Andererseits hätten mich die Seselj-Feierlichkeiten trotzdem schockiert, und vielleicht hätte Serbien Tourismus sich am Ende auch geärgert, wenn es Geld ausgegeben hätte und trotzdem ein kritischer Bericht dabei rausgekommen wäre – wir werden es nie erfahren. 🙂 )
      Eine Idee, um meinen Bericht bei Google zu „entthronen“ wäre sicher, wenn die offiziellen Tourismusförderung genug Budget für eine Bloggerreise locker machen würde: eine Handvoll hippe deutsche Reiseblogger einladen und ihnen ein langes Wochenende lang Belgrad von seiner schönsten Seite präsentieren, eben alles das, was „unerwartet wunderschön“ ist und wir von alleine offenbar nicht gefunden haben. Oder darauf hoffen, dass die von alleine und auf eigene Kosten kommen. Es ist irgendwie nicht ganz fair.
      Was ich auf jeden Fall machen werde: Andere Blogbeiträge über Belgrad zusammentragen und hier verlinken, um ein breiteres Bild zu schaffen.

  9. Herzlichen Dank fürs Verlinken, ich möchte auch ein paar Worte dazu sagen. Deinen Beitrag kannte ich natürlich schon, und ich selber bin weitab davon irgendjemanden zu beleidigen nur weil er andere, schlechtere Erfahrungen am Balkan gemacht hat. Mir persönlich sind in Belgrad und in einigen keineren Orten wo ich nur durchgefahren bin auf der WEiterreise, nur nette Menschen begegnet. Ich weiß aber natürlich um die politische Lage, nur heutzutage dürfte man ja gar nirgends mehr hinfahren. Im Juni bin ich wieder da, ganz sicher gibt’s einen Bericht, und ich bin gespannt welche Erfahrungen ich diesmal machen werde.
    Dir und deiner Familie ein frohes, friedliches Fest und ein glückliches 2017
    Sina

    1. Ja, das ist ja immer so die Frage, ob man seine Reiseentscheidungen von den politischen Verhältnissen abhängig macht, und welche Länder man dann überhaupt noch für tragbar hält. Ich find’s immer besser, selbst hinzufahren und sich die Sache anzugucken – und dann aufgrund der eigenen Erfahrungen zu bewerten. Aber auch das ist natürlich, wie gesagt, dann nur eine Momentaufnahme. Mein ganzes Weltbild ist demzufolge ein Mosaik.
      Dir ebenso fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch, liebe Sina! Und sag gerne Bescheid, wie die nächste Balkan-Reise war!

      1. Danke und das mache ich gerne 🙂 Und ja..du glaubst nicht was ich mir anhören konnte bei zwei Reisen nach Sarajevo..von der geeigneteten Bewaffnung!!!! bis was weiß ich was für Tipps durfte ich mir abholen..ich ziehe es auch vor mir selber ein Bild zu machen.

  10. Hallo Lena, ich bin auf den Beitrag gestossen, weil ich andere Berichte von euch über Sizilien gelesen habe. Da gehts für uns im nächsten Sommer wohl hin.

    Zu diesem Bericht möchte ich dir auch ein paar Worte da lassen. Es gibt einfach Orte, Plätze, Städte, zu denen baut man kein gutes Verhältnis auf, man fühlt sich nicht wohl oder es ist einfach ein merkwürdiges, unbeschreibares Gefühl. Das ist einfach so und aufgrund deiner Argumentation kann ich dir sehr gut nachfühlen,

    Ich hatte ein ähnliches Erlebnis, vor 11 Jahren in Australien. Wir waren auf dem Jahrmarkt, es war ein toller Abend. Bis ich auf einmal vor einem T-Shirt & Krimskrams Stand stand. Dieser war voll gefüllt mit Nazishirts, Flaggen, Hitler Memoribilias und anderen nachgemachten Sachen aus dem 2.Weltkrieg.In dem Moment wo wir darauf trafen, wurde uns schlecht. Wir fühlten uns total unwohl, fehl am Platze und angeekelt. Dann gingen wir natürlich nach Hause. Ähnlich geschockt wart ihr bestimmt, als der Typ die Flagge aus dem Bus gehängt hat. Da steht man da, versteht nicht was vor sich geht, die eigenen Kinder sind doch auf einmal ein Stück zu weit weg.

    Dieses merkwürdige Gefühl bleibt, egal ob immer angebracht oder auch nicht. Wir haben uns auf einmal so gefühlt, als ob alle anderen uns was vormachen würden und wir in einer falschen Welt sind.

    Oder ein anderes Beispiel. Wir haben drei Nächte in Brüssel verbracht. Irgendwie wohnten wir in einem komischen Viertel, wo irgendwie recht viele asoziale Leute wohnten, die überall auf den Boden spuckten, uns böse anschauten, ihren Müll durch die Gegend warfen und andere anmotzten. Unser erster Eindruck war schlecht und obwohl wir auch viel schönes gesehen haben, so blieb irgendwie ein komisches, schlechtes Gefühl.

    Noch ein Beispiel war Battambang in Kambodscha. Wir kamen dort an, hatten tagelang nur Regen, hatten zwei Tage in Folge Pech mit dem Essen (schmeckte nicht) und waren so übermannt von der Armut, die teilweise vorherrschte, dass wir irgendwie nicht warm worden mit der Stadt. Wir haben unseren Kambodscha Aufenthalt daraufhin verkürzt. Siem Reap gefiel uns dann aber so gut, dass wir im Nachhinein denken, dass wir Battambang einfach unrecht getan haben. Es lag am Zusammenspiel der Ereignisse, dass wir uns nicht wohl gefühlt haben. Bei besserem Wetter und anderem Essen wäre es wahrscheinlich viel besser gewesen. Und das als Reiseblogger, die echt schon viel rumgekommen sind.

    Euer Bericht spiegelt eure Gefühle wieder, für euch waren sie in dem Moment so wie ihr sie wiederspiegelt. Vielleicht ist die Stadt bei Sonne im Sommer viel freundlicher und schöner, vielleicht ist der Eindruck ein anderer. Aber ich finde den Bericht absolut gerechtfertigt und die Kritik daran ist nicht gerechtfertigt. Jeder kann sich ein eigenes Bild machen und selbst einen Bericht verfassen. Oder auf andere Medien zurückzugreifen um mehr zu erfahren. Aber so oder so, ob Blog oder Reiseführer oder Zeitschrift, überall ist die persönliche Meinung des Autors eingeflossen, die nicht unbedingt der eigenen entsprechen muss.

    Ich finde euren Blog übrigens sehr unterhaltsam und interessant und werde nun noch weiterstöbern.

    Vg, Nina

    1. Liebe Nina, vielen Dank für deine schönen Worte! Du sprichst mir aus der Seele. 🙂 Es gibt einfach Orte, da passt es nicht – was vielleicht gar nicht mal an einem selbst und am Ort an sich liegt, sondern an den Kleinigkeiten in Sachen Begleitumstände. Bei uns sind es dann oft die netten Menschen, die es wieder raushauen (in Italien zum Beispiel, das uns in vielerlei Hinsicht auch geärgert hat, aber auch großartige Reisebekanntschaften für uns parat hatte, die vieles wettgemacht haben). Sowas gab es in Serbien für uns leider nicht.

      In Brüssel müssen wir übrigens im selben Stadtviertel übernachtet haben. 😀 Trotzdem würde ich der Stadt jederzeit eine zweite Chance geben – wie auch Serbien, wenn es nicht so weit weg wäre.

  11. Hey Lena, vielen Dank für deinen Bericht über Belgrad.
    Ja, du hattest kein Glück auf jeden Fall, sich während des Seselj Rückkehrs dort zu befinden. Für einer Teil der Bevölkerung war das eine ganz emotionale Sache und warscheinlich ein Gefühl dominierte, dass sie selbst die voreingenommene transnationale imperialistische Institution besiegt haben. Natürlich war ich nicht unter diesen Menschen, aber man müss sich schon mit der Geschichte tiefer beschäftigen, um manche Situationen in Osteuropa vestehen zu können.
    Es tut mir leid, dass deine Familie solche Erfahrung hatte.
    Anschließend war das nur einer situationeller Faktor und deswegen eine Verallgemeinerung nicht folgen kann.

    Um eine positivere Seite einsehen zu können, les mal bitte über die Solidarität der Leute in Belgrad gegenüber immer kommende Migranten.
    Im Vergleich zu vieler europäischen Städte ist Belgrad eine ganz multi-kulti Umgebung geworden.
    –> Viele Grüße aus dem schneebedeckten Sachsen. 🙂

    Božidar

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar! Ich freue mich wirklich über jede differenzierte Sichtweise, die die fatale Annahme „So sind sie, die Serben“ als falsch entlarvt. Und ja, wenn das immer so einfach wäre mit der Geschichte und den daraus folgenden Entwicklungen…

    1. Google translator obviously doesn’t get the basic facts across if you consider me serbophob. Judging people and giving out rules of conduct based on a short blog entry is disputable at the best of times. If you can’t even read it in the language I write it please refrain from commenting. Thank you.

      1. Ich kann auch Deutsch aber Englisch liebe ich mehr, don’t you think I don’t understand what you wrote lady. You were scared and felt unpleasant coz of some political twat and „partisans“ in the bus? You have no clue and yet you rushed to spread Serbophobia around. Die wilde Serben aus Balkan, die tragen schreckliche Flaggen und stinken nach Tobacco , und wer weiß was noch.

        1. Hmmmm, ich weiß nicht. Ich finde immer noch (und gerade dann), dass deine Kommentare mehr über dich sagen als über mich. Mir die Verbreitung von Serbenhass zu unterstellen, ist schon krass. Zumal in dem Artikel deutlich steht, was ich von Verallgemeinerungen wie „die Serben“ halte.

      2. https://en.m.wikipedia.org/wiki/Chetniks 1.This is what you saw in the bus probably and those were NOT partisans. 2. Young people in Serbia today wear red stars or similar things only for retro fashion (or football) reasons, no ideology included. I bet your advanced logic and google skills will process these informations in no time.

        1. Umso schlimmer, liebe Maya.

          Die verlinkte Flagge ist (soweit ich sicher sein kann) identisch mit der, die der junge Mann aus dem Bus gehalten hat. Damit kann ich jetzt dank englischer Wikipedia die Übersetzung der kyrillischen Schriftzeichen nachvollziehen: „Für König und Vaterland, für Freiheit oder Tod“.
          Inwiefern das die Sache besser machen soll, dass es ein Anhänger der Chetniks war, der die Freilassung des Extremisten feierte, erschließt sich mir nicht.

          1. He is freed of charges if I remember well (not that I care), don’t you believe in EU laws & judges? As for the -panzer drama- part of your malevolent observation, don’t Germans have a Panzermuseum too? Should I recommend to all the people I know NOT to go to Germany because of Panzermuseum and occasional Pegida style Ausbrüche? Not that I compare the above mentioned groups of people in any way. Your blog is simply bad because it is full of wrong informations and colored solely through your emotions and convictions (which are Serbophobic).

          2. Liebe Maya, dies ist ein deutschsprachiges Blog für deutschsprachige Leser und ich finde es sehr unhöflich, beständig weiter auf Englisch zu kommentieren. Versteh mich nicht falsch, im Ausland bin ich die erste, die auf Englisch kommuniziert (deutlich lieber als auf Deutsch) und die sich Mühe gibt, möglichst schnell möglichst viele Wendungen der Landessprache zu adaptieren. Eben deshalb aber beanspruche ich für mein Blog die Verkehrssprache Deutsch.
            Davon abgesehen finde ich deine Anmerkungen durchaus diskussionswürdig, und wenn du mich nicht fortwährend als serbophob beleidigen würdest, würde mir die Auseinandersetzung richtig Spaß machen.
            Nach allem, was ich zu dem Thema gelesen habe (und das ist mittlerweile eine ganze Menge), bin ich überzeugt, dass im Fall Seselj Recht und Gerechtigkeit zwei völlig verschiedene Paar Schuhe sind. Und nein, ich traue auch einem EU-Gerichtshof nicht zu, dass er per se die richtige Entscheidung trifft (treffen kann). So naiv bin ich nicht. Aber selbst wenn wir seine mögliche Beteiligung an Verbrechen gegen die Menschlichkeit beiseite lassen, lässt sich seine radikale und aggressive Politik (inklusive dokumentierter Saalschlägereien im Parlament etc.) nicht wegdiskutieren. Dass so einer auf offener Straße vehement gefeiert wird, stößt mir mehr als sauer auf. Egal wo.
            Ich sage es in dieser Diskussion immer wieder: Vergleiche mit Pegida-Demonstrationen finde ich durchaus angebracht. Und ja, wäre ich in eine solche geraten, wäre mir mindestens ebenso mulmig geworden (wahrscheinlich noch mehr, denn dann geht es im Zweifelsfall immerhin um die Verleugnung der Geschichte meines eigenen Landes, und ich bin aktiver getroffen – die zunehmende Fremdenfeindlichkeit bestimmter Teile der deutschen Bevölkerung macht mir große Sorgen, sie ist nur in diesem Artikel gerade nicht Thema). Die Haltung a la „Du darfst nichts gegen unsere Extremisten sagen, weil ihr eure eigenen Extremisten habt“, erscheint mir jedoch nicht nur völlig haltlos, sondern auf lange Sicht gefährlich.
            Das Deutsche Panzermuseum in Munster kenne ich nicht von innen, und es reizt mich nicht. Bei Wikipedia heißt es: „Laut eigenen Angaben wird im Zuge einer Transformation des Museumskonzepts versucht, die Exponate über die Technikgeschichte hinaus kritisch durch den Blickwinkel möglichst vieler geschichtswissenschaftlicher Perspektiven zu betrachten. Hierzu gehören sozial-, wirtschafts-, politik- und kulturhistorische Ansätze ebenso wie Überlegungen zu Geschichtskonstruktion und Erinnerungskultur.“ Und damit ist die Sache für mich in Ordnung. Denn natürlich gehören (traurigerweise) Panzer zur deutschen Geschichte dazu. Genauso zur serbischen. Nur habe ich dort keine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema gesehen, sondern allenfalls einen Panzer-Hype. Ich war aber auch nicht drin in dem Museum, nur im frei zugänglichen Außenbereich, der Teil des Stadtparks ist. Angesehen habe ich mir aber die Sonderausstellung des historischen Museums zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs (eine Dauerausstellung gibt es übrigens nicht). Die arg tendentiöse Geschichtsdeutung, die ich dort gesehen habe, hat mich – gerade als Historikerin mit museumspädagogischer Erfahrung – sehr erschreckt und hat zu dem dunklen Bild, das ich aus Serbien mitgebracht habe, beigetragen.
            Das bedeutet immer noch nicht, dass ich „die Serben“ schlecht finde. Es begründet nur meine Meinung, dass in Serbien dringender Handlungsbedarf in Sachen Geschichtsbewusstsein und kritischer Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit besteht. Da ist die Bildungspolitik gefragt, denn soweit ich weiß, sind die postjugoslawischen Balkankriege immer noch nicht Teil des Kurrikulums an serbischen Schulen, sondern werden im Gegenteil im Unterricht sorgsam ausgespart (was meines Wissens nach aber auch in den anderen Nachfolgestaaten der Fall ist, also kein rein-serbisches Problem – aber mein Wissensstand ist da auch auf eine ältere TV-Doku und wenige kurze Gespräche beschränkt). Es ist eben nicht so einfach, dass man sagen kann: „Die Serben sind schlecht, um die muss man einen großen Bogen machen“. Es besteht nur dringender Handlungsbedarf, die Demokratie nach vorne zu bringen.
            Das wird sehr schwierig, selbst für hochmotivierte und dialogorientierte Menschen, die es da draußen in Belgrad und Umgebung bestimmt gibt. Dass es eigentlich nicht mein Platz ist, so etwas einzufordern, ist richtig. Dass man verschnupft reagiert, wenn eine deutsche Urlauberin daherkommt und sagt: „Das geht so gar nicht, hier müsst ihr dringend was ändern, das läuft ja völlig schief“ – das kann ich absolut nachvollziehen. Es ändert nur nichts an der Tatsache.
            Und wenn du dich wunderst, dass ein persönliches Reiseblog durch individuelle Emotionen und Erfahrungen geprägt ist und dies einem Blogger zum Vorwurf machst – dann hast du die Sache einfach nicht verstanden.

  12. Also ich empfinde Reiseberichte wie diesen, der auch relativ spontane Äußerungen über persönliche Empfindungen enthält, völlig in Ordnung. Zu keinem Zeitpunkt wurde in diesem Blog der Eindruck erweckt, als würde es sich um etwas anderes als um die persönliche Meinung eines Reisenden handeln.
    Anscheinend wird von einigen Internet-Lesern einfach nicht zwischen einem authentischen Bericht einer einzelnen Privat-Person, und einem Artikel aus einem Verlag bzw. dem von beruflichen Journalisten und artverwandten Schreiberlingen unterschieden.

    Zugegeben, die Überschrift zu diesem Blog-Eintrag klingt fast so reißerisch wie ein Titel aus der BILD.
    Mit ein wenig guten Willen liest man aber weiter und erkennt, dass es eben weder um BILD, Spiegel, Stern… noch um die Internet-Präsenz einer politischen Partei geht.

    Es scheint ein Phänomen der aktuellen Epoche zu sein, dass alles, aber auch wirklich alles, was nach pol. rechts oder links „riecht“, endlos in persönlichen Statements ausgeschlachtet werden muss. Leider macht auch die Autorin in ihrem letzten großen Kommentar da keine Ausnahme. Wer oder was ist Pegida, schon mal selbst eine Demo erlebt oder Leute, die dort friedlich „demonstrieren“ kennen gelernt oder gesprochen?

    Wegen freier Meinungsäußerungen, auch wenn sich die Meinung anderer mit der eigenen nicht immer decken, sollte niemand ein mulmiges Gefühl haben. So etwas gehört inklusive Protestaktionen zu einer lebendigen Demokratie.
    Mir persönlich macht eher Sorge, dass es derzeit in den Medien scheinbar nur noch rechts und links… aber nichts mehr mittendrin gibt.
    Da muss man nicht bei mitmachen! Die eigene persönliche Meinung zu vertreten, ist viel besser für uns alle.

    Wer die Welt weiterhin bereisen, und dabei bunt und vielfältig erleben will, sollte die Eigenheiten einzelner Länder und Völkergruppen tolerieren. Wer anders leben will als es Deutsche für richtig halten, soll es tun!

    Und zum Abschluss meines Kommentars zu diesem Thema:
    Es gibt ja Gründe für all das, was aus unserer „friedlichen Sicht“ in manchen anderen Ländern in Europa nicht so gut läuft.
    Ein sehr komplexes polit-gesellschaftliches Problem-Thema. Es scheint ganz so, als hätte die Menschheit samt ihrer professionellen Volksvertreter aus ihrer jüngsten Geschichte null und nichts gelernt.

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar!
      Was Überschrift und Linktitel angeht, muss ich zustimmen: Ich habe damals mit Clickbaiting experimentiert. Es hat offensichtlich funktioniert, gleichwohl würde ich das heute nicht mehr so reißerisch formulieren.

      Was meine persönlichen Berührungspunkte mit den populistischen Bewegungen in Deutschland angeht: Bei Pegida beschränkt sich das auf einen unerquicklichen Abend, an dem ich mir das ungeschnittene Interview-Material von Demonstranten angesehen habe. AfD-Sympathisanten gibt es in meinem persönlichen Umkreis (leider) einige, deren Ansichten ich – je nach Person – für diskussionswürdig bis völlig unter der Gürtellinie halte. Ein völlig anderes Thema eigentlich, aber dann ja doch wieder artverwandt.
      Ansonsten bin ich ganz einverstanden mit deinen Worten. 🙂

  13. Liebe Lena, seit meiner letzten Meldung, habe ich mich mit völlig anderen Sachen beschäftigt… Jedoch, die neue touristische Saison soll langsam anfangen, Messen werden organisiert und ich habe heute meinen Namen eingetippt und bin wieder auf Ihre Seite aufgestoßen 🙂 Ich habe jetzt das Bedürfniss mich zu bedanken für das Hinzugefügte. Sie haben mir damit ein großes Lächeln aufs Gesicht rausgebracht. Eigentlich, dies ist genau DAS, was mich in meiner Arbeit froh macht: meinen Gästen zeigen, dass es andere Blickwinkel gibt. Danke, vom ganzen Herzen! Und ich schließe mit dem, was ich meinen Gästen immer sage: ich verbleibe mit zwei Wünschen – mögen Sie gesund bleiben und reisen, denn Reisen lehrt Sie wie keiner Lehrer auf dieser Welt und gibt Ihnen Reichtum, das von keinem gestohlen werden kann.

  14. Ich finde es eine Frechheit, so abwertend über ein Land zu sprechen und dies noch in einem Reiseblog!!
    Ich frag mich nur wer sie dafür bezahlt hat diesen Schwachsinn zu schreiben?!
    Habe in Belgrad nur tolle Erfahrungen gemacht und die tollsten und herzlichsten Menschen kennengelernt im Gegensatz zum kaltherzigen deutschsprachigen Raum! Lege es jedem nahe nach Serbien zu reisen, traumhaft!!

    1. Tja, was man so als Frechheit empfindet, und was als hilfreichen Erfahrungsaustausch, das variiert offenbar. Da in meinem Blog meine Deutungsweise zählt, habe ich die anderen Kommentare, die fast zeitgleich von sehr ähnlichen (Fake-) Mailadressen kamen, gelöscht (es ging darum hauptsächlich um die Diskreditierung der von mir verlinkten Nachrichtenquellen, obwohl überraschenderweise das Schlagwort „Lügenpresse“ nicht fiel).

Kommentar verfassen