Dieser Beitrag stammt aus der Anfangszeit meines Reiseblogs. Damals waren wir in den Herbstferien mit zwei kleinen Kindern im Spreewald. Es handelt sich um einen kurzen Erfahrungsbericht aus meinem Reisetagebuch. Er taugt als Mutmacher, wie es sich anfühlt, vollkommen ungeübt als blutiger Anfänger im Spreewald mit Kindern zu paddeln. Aber wer ernsthafte und aktuelle Tipps für Urlaub im Spreewald sucht, findet bei meiner lieben Kollegin Inka von blickgewinkelt (klick!) sehr viel besseres Material, muss ich gestehen. Dafür hab ich gute Artikel über andere Regionen in Deutschland – schaut doch bitte mal auf unserer GoogleMaps-Karte (klick!) vorbei!

Aus meinem Urlaubstagebuch:

Ein wunderschöner Urlaubstag liegt hinter uns. Heute haben wir uns an allen Spreewald-Klischees bedient.

Paddeln mit Kindern

Nach dem Frühstück fuhren wir zu dem Bootsverleih, den uns ein Stammgast in unserer Jugendherberge am Abend zuvor empfohlen hatte. Die Zahl der Anbieter ist unüberschaubar groß, und ich hab jetzt schon wieder vergessen, wie unser Laden jetzt hieß. Jedenfalls mieteten wir uns zwei Paddelboote: eins für Martin und Silas, eins für Janis und mich. Die Jungs kriegten jeder ein kurzes Alibi-Holzruder, wir Erwachsenen richtige Paddel. Dazu bekamen wir noch eine Karte, mit Hilfe derer wir uns dann in dem Gewirr aus Fließen, Gräben und Kanälen zurechtfinden konnten.

So spät im Jahr waren nur wenige Boote unterwegs. Ein einziger dieser typischen Spreewald-Touristen-Kähne kam uns entgegen in den drei Stunden, die wir unterwegs waren, und weniger als zehn Paddelboote oder Kanus. Die allermeiste Zeit hatten wir die sagenhaft idyllischen Wasserläufe für uns allein. Verfahren haben wir uns auch nicht, keiner ist reingefallen, alles war gut.

Paddeln und Schleusen für Anfänger

Ein paar Mal mussten wir durch Schleusen. Für Ungeübte kann das eine Herausforderung sein, zumal man aus dem wackeligen Boot klettern muss. Oft aber ist die Selbstbedienung gar nicht nötig.

Das erste Mal haben uns zwei Kinder geschleust, die 50 Cent dafür bekommen haben.

Beim zweiten Mal war gerade ein einzelner Einheimischer vor uns in der Schleuse. Als er mitbekam, dass wir keinerlei Erfahrung hatten und uns unsicher waren, bot er uns gleich an, er könne das gern machen.

Beim dritten Mal musste Martin dann ran. Allerdings war die Herausforderung für einen Ingenieur gering.

Einen extra Umweg sind wir gefahren, um auch so ein Rollwehr mal mitzumachen. Hier steigt man aus und hievt sein Boot dieselbe Art Bahn mit lauten Rollen hinauf, auf der mitunter der Einkauf nach dem Scannen an der Supermarktkasse  landet. Die Kinder fanden das enorm witzig, und das funktionierte problemlos.

Ganz zum Schluss mussten wir wieder durch die erste Schleuse, die dann auch nicht mehr besetzt war. Da hat Janis die Schleuserarbeit übernommen und war natürlich stolz wie Oskar.

Paddeltour für Anfänger mit Kindern

Wir haben nur eine kleine Tour gemacht, vornehmlich durch den Hochwald. Dort ist Naturschutzgebiet, dahin kommt man wirklich nur mit dem Boot, oder streckenweise noch über Fahrradwege. Ich wollte das Gebiet wirklich gern sehen.

Nachher hat mir das offenere Gelände aber viel besser gefallen. Im Hochwald war es halt trotz eigentlich herrlichen Sonnenscheins ziemlich dunkel.

Eine Pinkelpause haben wir eingelegt, bei der ich mich davon überzeugen konnte, dass Spree und Wald tatsächlich sehr eng beieinanderliegen. Die Wurzeln der Bäume hängen ins Wasser, und an Land zwischen den Bäumen ist es auch alles andere als trocken. Überall Morast, und eine Kröte ist mir über den Fuß gesprungen. Sehr… interessant.

Während wir unter dem sich färbenden Herbstlaub übers Wasser paddelten, musste ich an die Kahnpartie denken, die Theodor Fontane in seinem Roman „Irrungen, Wirrungen“ beschreibt. Viele Gaststätten, Straßen und sonstige Einrichtungen nehmen hier Bezug auf den Autor.

Kenne deine Grenzen…

Wir hatten uns die Option offen gehalten, die Tour zu vergrößern und bis Leipe zu fahren – eins der Dörfer, die bis vor wenigen Jahrzehnten nur über Wasser erreichbar waren.

Das Paddeln war aber doch ganz schön anstrengend, das Sitzen im Boot unbequem, sodass wir uns entschlossen, dann aufzuhören, wenn es am schönsten ist. So kamen wir uneingeschränkt glücklich wieder am Anleger an.

Nach Leipe fuhren wir dann mit dem Auto. So umwerfend fand ich die Siedlung nun nicht, eher etwas heruntergekommen und lieblos, gemessen an den Touristenströmen. Aber wir fanden das witzige Café „Zur Spreewälderin“, das einrichtungsmäßig zwischen früher Nachwendezeit und türkischem Imbiss changierte, wo aber eine sehr nette Wirtin himmlisch leckere Plinsen servierte.

Mehr Familienurlaub in Deutschland

Eine Übersicht, wo wir überall schon gewesen sind und über welche Urlaubs- und Ausflugsziele mit Kindern wir schon gebloggt haben, gibt es hier:

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