[Reiseblogger-Kooperation] Celle ist eine ausgesprochen schöne Stadt, die sich auch mit Kindern hervorragend bereisen lässt. Bei unserem Städtetrip mit Kleinkind und zwei Teenagern haben wir Tipps und Erfahrungen gesammelt, die wir hier gerne weitergeben.

#cities4family in Celle

Unser Kurztrip nach Celle ist Teil der #cities4family-Aktion. Dabei bereisen wir im Auftrag des Marketing-Verbunds about cities 17 Städte in Niedersachsen (plus Bremerhaven). In Absprache mit dem lokalen Tourismus-Marketing stellen wir uns ein schönes Urlaubsprogramm für Familien zusammen. So testen wir aus, was die jeweilige Stadt kleinen und großen Kindern sowie ihren Eltern zu bieten hat. Die Ergebnisse verarbeite ich zu kompakten und hoffentlich hilfreichen Artikeln im about-cities-Blog.

celle mehr fachwerk

Der Blick nach oben lohnt sich in der Altstadt von Celle fast immer.

Aber klar, dass ich unsere Eindrücke und Erfahrungen auch in meinem eigenen Blog beschreibe. Das hier ist die „inoffizielle“, unbeauftragte Version. Hier erzähle ich einfach von vorne bis hinten ganz genau, wie es in Celle mit Kindern war.

family4travel in Celle mit Kindern

Wir fünf in Celle: Janis (17), Franka (2), Lena, Martin und Silas (14).

Ein Abend in der Altstadt

Wir erreichen die Stadt an einem frühen Abend Anfang August. Ein bisschen kennen wir sie schon von früheren Kurzbesuchen. Länger als ein paar Stunden sind wir dabei nie geblieben. Immer kam irgendwas dazwischen.

celle fachwerkhaus

Celle ist ein wunderhübsches Städtchen.

Diesmal haben wir Zeit. Wir parken kostenlos am Schützenplatz und laufen dann in wenigen Minuten in die Altstadt. Hier beginnen die vielgerühmten Fachwerkgassen. Vor allem in der Schuhstraße, der Neue Straße und der Zöllnerstraße reiht sich ein wunderbar erhaltenes Fachwerkhaus ans nächste. Auch am Marktplatz, der Stechbahn, präsentiert sich die Perle deutscher Fachwerkkunst ihrem Ruf gemäß. Als – später, als es schon dunkel wird – eine Nachtwächterführung an uns vorbeizieht, sperre ich die Ohren auf. Mehr als tausend Häuser seien es, die in Celle unter Denkmalschutz stünden, erwähnt die kostümierte Führerin.

Abend in der Altstadt. Celle

Abend in der Altstadt.

„Alltagsmenschen“ in Celle

Bei so viel gebauter Schönheit bleiben die Besucher nicht aus. Celle ist eine schon relativ touristische Stadt. Alles konzentriert sich auf die relativ kleine, in sich geschlossene Altstadt. Als überlaufen empfinden wir Celle jedoch nicht. Ein wenig beengt geht es nur tags drauf auf dem Wochenmarkt zu. Am Freitagabend sind die Gassen belebt, aber es bleibt viel Luft für alle. Menschen sitzen in den vielen Restaurants und Bars unter großen Schirmen Die Stimmung ist beschwingt.

Einige aber stehen wie angewurzelt da. Bei näherem Hinsehen entpuppen sie sich als Kunstwerke aus Beton. Die Künstlerinnen Christel und Laura Lechner haben „Alltagsmenschen“ in ganz natürlichen Haltungen geschaffen. An 16 Standorten sind sie überall in der Celler Innenstadt positioniert. Noch bis zum 2. November sind sie dort anzutreffen.

celle mit kindern alltagsmenschen

Franka tafelt mit den „Alltagsmenschen“.

Essen gehen in Celle mit Kindern

Ein Restaurantbesuch ist mit Kindern immer so eine Sache. Vor allem mit Kleinkind stehen – finde ich – Kosten und Genussmöglichkeit in keinem akzeptablen Verhältnis. Deshalb greifen wir unterwegs fast immer zu Fast Food to go. Falafeltaschen, Döner, Asia-Zeug und belegte Brötchen vom Bäcker oder auch eine Pizza direkt aus dem Karton lassen sich wunderbar im Park oder noch besser auf Spielplätzen verpicknicken. (Dass dabei viel Müll entsteht, ist leider eine andere Wahrheit. Perfekte Eltern bereiten einfach schon zu Hause ein gesundes, ausgewogenes und schmackhaftes Picknick in Bio-Qualität vor. Viel Spaß dabei!)

Wir besorgen uns meist was zwischen Tür und Angel. Deshalb gibt es davon auch selten Fotos. Apropos Tür: Hat dieser Celler Stöberladen nicht einen wundervollen Türbalken? ;)

Im Flammkuchen-Himmel

In Celle gönnen wir uns ausnahmsweise mal einen Restaurantbesuch für die ganze Familie. Wir sind noch gar nicht dazu gekommen, Janis‘ Mittlere Reife mit Q-Vermerk zu feiern. Und schon seit Ewigkeiten träumen wir vom All-you-can-eat-Angebot im Le Feu.

Die Kette vereint derzeit 20 Restaurants vor allem im nordwestdeutschen Raum (zum Beispiel auch in den #cities4family-Städten Braunschweig, Hannover, Lingen, Göttingen und Osnabrück). Hier gibt es Flammkuchen in wirklich allen Variationen. 47 Sorten stehen auf der Speisekarte. Die meisten sind herzhaft, mit Fleisch, vegetarisch oder vegan. Auch süße Varianten gibt es. Dazu kommen saisonale Angebote. Und in jeder Stadt gibt es eine lokale Besonderheit. (In Celle wäre das einer mit roher Roulade, aber der ist an diesem Tag leider schon aus.)

celle flammkuchen all you can eat

Das Gastronomie-Erlebnis ist in diesem Fall tatsächlich ein Highlight für die ganze Familie

Mit Fachwerk-Blick sitzen wir also in einer der schönen Celler Gassen und futtern uns quer durch die Karte. Zum Festpreis von 19,90 Euro dürfen wir so oft nachbestellen, wie wir wollen. (Kinder von drei bis zehn Jahren zahlen einen Euro pro Lebensjahr.) Zu viert müssen wir uns pro Runde auf zwei Sorten einigen. Werden die gebracht, können wir gleich die nächste Bestellung aufgeben. Es ist ein Heidenspaß! Zwar sinkt Frankas Kooperationsbereitschaft mit zunehmender Uhrzeit. Die Wartezeiten füllen wir, indem sie reihum jemand im Buggy durch die Altstadt schiebt. Steht der nächste Flammkuchen auf dem Tisch, will sie aber jeden einzelnen probieren. Für uns ist es ein wahres Fest!

hotdog flammkuchen

Selbst als Varianten wie dieser „Hotdog-Flammkuchen“ auf den Tisch kommen. Das war der Flammkuchen des Monats im August und die Jungs wollten ihn unbedingt probieren.

Die andere Aller-Seite

Auf der Landkarte wirkt Celle ein bisschen wie ein Seestern. Die Altstadt ist nur ein kleiner Teil. Im Süden begrenzt sie der Französische Garten am Magnusgraben. Im Westen liegt das Schloss samt Schlosspark. Nördlich und dann Richtung Osten schlängelt sich die Aller. Über die Pfennigbrücke gelangen Fußgänger fix ans andere Ufer. Aus dieser Richtung nähern wir uns am nächsten Morgen.

celle mit kindern allerufer

Am Allerufer, im Hintergrund das Thaer-Haus.

Spaziergang durch die Dammaschwiesen

Direkt an der Pfennigbrücke beginnen die Dammaschwiesen. Bei Hochwasser wird das Areal gezielt geflutet und nimmt so etwas die Gefahr. In kalten Wintern dienen die Überflutungsflächen als natürliche Schlittschuhbahn. Jetzt im Sommer ist alles herrlich grün.

Wir flanieren parallel zum Leineufer und direkt am Wasser zurück. Der Turm der Marienkirche auf dem Marktplatz bleibt sichtbar. Wir befinden uns nur einen kurzen Fußmarsch vom Stadtzentrum entfernt. Trotzdem sind wir mitten in der Natur. Herrlich!

celle allerufer dammaschwiese

Hinter den Bäumen fließt die Aller und der Kirchturm blitzt.

Knapp zweieinhalb Kilometer lang ist der Rundweg durch die Dammaschwiesen. Er ist für Kinderwagen geeignet. Über einen im Zweifelsfall feuchten Grasweg lässt sich die Strecke halbieren. (Dann führt sie allerdings nicht mehr am Spielplatz vorbei.)

Spielplatz-Tipp: Thaers Garten

Im Osten schließt sich „Thaers Garten“ an die Dammaschwiesen an. Er ist nach dem Begründer der ersten landwirtschaftlichen Versuchsanstalt in Deutschland benannt. Albrecht Thaer leistete hier gegen Ende des 18. Jahrhunderts wissenschaftliche Pionierarbeit. Nachdem sein Herrenhaus in der Nazi-Zeit von der SS genutzt wurde, ist es heute Sitz der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten.

Der Park dahinter besteht hauptsächlich aus einer großen Wiese. Sie trennt einen sehr schönen kleinen Spielplatz von einem „Freiluft-Fitnesspark“ mit einigen Geräten für Erwachsene.

celle spielplatz thaersgarten hoch

Klein, aber fein.

HeilkräuTHAERgarten

Am oberen Weg durch die Dammaschwiese kommen wir am Tor zum „HeilkräuTHAERgarten“ vorbei. Die kleine grüne Oase ist frei zugänglich. Sie gehört zur berufsbildenden Albrecht-Thaer-Schule. Der hauswirtschaftliche Zweig betreibt hier wohl auch ein Café (bei unserem Besuch leider geschlossen).

heilkräutergarten celle

Die Kräuter sind wie im Botanischen Garten mit Schildchen benannt.

Highlight mit Kindern in Celle: Boot fahren auf der Aller

Wenn wir eines bei unserer #cities4family-Aktion gelernt haben, dann das: Wer mit Kindern Städte im Sommer erkunden will, sollte unbedingt auch eine Auszeit auf dem Wasser einplanen! Klar, ein Muss ist das nicht. Aber nachdem wir auf der Oker und der Ems Kanu gefahren sind, im Stader Burggraben SUP und auf der Oldenburger Mühlenhunte Tretboot, sind wir von dem Konzept restlos überzeugt.

celle allerleih

Ab aufs Wasser! Unsere Boote warten schon.

Bootsverleih AllerLeih

Wer in Celle aufs Wasser möchte, ist beim Bootsverleih AllerLeih an der richtigen Adresse. Sie lautet Fritzenwiese 49. Von der Pfennigbrücke aus ist der Bootsanleger mit seiner kleinen bunten Flotte gut zu erkennen. Bereits seit 1892 kann man hier Boote leihen, wie ein Schild über dem Eingang stolz verkündet.

celle bootsverleih

Keine Frage: Hier wird es historisch.

Wir müssen klingeln. Fröhlich nimmt uns die Inhaberin in Empfang und führt uns durch den verwinkelten Hausflur ins Bootshaus. Kompetent werden wir eingewiesen. Franka bekommt eine passende Schwimmweste. Sie darf auch ein eigenes Paddel mitnehmen – fürs Gefühl.

Von der Pfennigbrücke aus geht es die Aller hinunter. Die Strömung ist hier marginal. Wir können einfach so weit fahren, wie wir möchten. Wenn wir genug haben, drehen wir um. Zurück dauert es gegen die Strömung nur wenig länger.

Paddeln auf der Aller.

Paddeln auf der Aller.

Historisches Ruderboot „Mungo“

Martin und ich entscheiden uns für eine gemütliche Fahrt im Ruderboot. „Mungo“ ist schon ein echter Oldtimer. Baujahr 1928! Zuverlässig schippert das restaurierte Ruderboot immer noch Familien mit bis zu vier Kindern über die Aller.

celle ruderboot mungo von 1928

Unser Oldtimer wartet schon auf uns.

Rudern ist auch für Anfänger kein Problem. Da der oder die Rudernde entgegengesetzt zur Fahrtrichtung sitzt, ist aber Teamwork gefragt. Martin übernimmt die Riemen. Das macht mich zur Steuerfrau. Durch Zug an einem von zwei Seilen lenke ich die Ruderpinne. So gebe ich die Richtung vor, in die Martins Muskelkraft uns bewegt. Das ist eigentlich sehr einfach. (Wenn man gleichzeitig ein mittagsschlafmüdes Kleinkind stillt, zwei Teenager in anderen Booten im Auge behalten und akzeptable Fotos für zwei verschiedene Blogs sowie die Instastory machen muss, wird die Herausforderung etwas größer. Ich fürchte, wir haben ein paar Seerosen auf dem Gewissen…)

celle ruderboot kleinkind

Ruderboot mit Kleinkind: läuft.

Prinzipiell ist die Kindertauglichkeit eines Ruderboots sehr gut. Franka hat eine ganze Sitzbank für sich. Sie kann sich aber auch ohne allzu bedrohliches Wackeln zu mir auf den Schoß setzen. Als sie eingeschlafen ist, betten wir sie auf ihr Bänkchen. Ein bisschen tricksen müssen wir dann nur mit dem Sonnenschutz.

celle ruderboot mit schlafendem kleinkind

Mittagsschlaf auf der Aller.

Kajak oder Sit-on-Top

Die Jungs steigen derweil jeder in ein Kajak. Bei AllerLeih in Celle stehen dabei sowohl klassische Kajaks als auch neumodische Sit-on-Tops zur Wahl. Weil wir gern alles ausprobieren und vergleichen wollen, nimmt Janis die Standard-Version und Silas ein Sit-on-Top.

Wie sich herausstellt, ist der eine wesentlich glücklicher mit seiner Wahl als der andere. Janis paddelt mit seinem wendigen Boot schnell und problemlos über den breiten Fluss. Dass die ganze Angelegenheit etwas kippeliger ist, stört ihn nicht.

celle kajak

Janis ist glücklich.

Silas kommt mit der Steuerung seines breiteren Vollplastikboots nicht gut zurecht. Es ist schwerfälliger. Immer wieder verfällt der 14-Jährige in einen Zickzackkurs. Außerdem läuft das Wasser ungebremst an den Paddeln herab. Sein Bruder und auch seine Eltern fahren ihm mühelos davon. Silas‘ Laune sinkt. Sie stabilisiert sich erst, als ich ihm aus unserem Boot ein „Abschleppseil“ zuwerfe.

sit on top kajak aller

Silas lässt rudern.

Die behäbigen Sit-on-Tops haben aber auch ihre Vorteile, erklären uns die Leute vom Bootsverleih später. Besonders im Sommer sind sie beliebt, eben aufgrund ihrer Nähe zum Wasser. Während Janis seinen Schwerpunkt in der Mitte des Kajaks wahren muss, könnte Silas seine Füße ins Wasser hängen lassen. Manche Kunden unternehmen wohl regelrechte Badeausflüge mit den Sit-on-Top-Kajaks.

celle sit on top abgeschleppt

Noch mal freie Sicht auf so ein Sit-on-Top-Kajak. Für Anfänger sind sie auch kippstabiler.

Rund ums Schloss in Celle mit Kindern

Nachdem wir den Morgen und Vormittag an und auf der Aller verbracht haben, wenden wir uns in der zweiten Tageshälfte dem Schloss zu. Das heißt, ins Schloss selbst schauen wir nur ganz kurz. Zwar ist es möglich und wohl auch empfehlenswert, das Schloss in Celle mit Kindern zu besichtigen. Im Residenzmuseum gibt es extra Kinderstationen. – Zumindest entnehme ich das der Homepage.

Leider, leider reicht die Zeit mal wieder nicht und irgendwo müssen wir Abstriche machen. Weil wir im Bootshaus den Tipp bekommen haben, dass das Bomann-Museum in Celle mit Kindern doch noch ein bisschen besser ist, schauen wir uns lieber das an. (Das Residenzmuseum im Schloss steht damit ganz oben für unseren nächsten Ausflug nach Celle.)

celle schloss

Prachtbau!

Picknick im Park

Nachdem wir tags zuvor so opulent gespeist haben, machen wir es uns nun einfach und günstig. Auf dem Wochenmarkt besorgen wir uns zwei Fladenbrote und zwei Pöttchen Frischkäse am griechischen Stand. Das ergibt ein wunderbares Picknick im Park. (Selige Reiseerinnerungen an unseren vierwöchigen Roadtrip durch Griechenland sind inklusive.)

Unsere Mittags-Picknicks verlaufen meistens recht unzeremoniell.

Spielplatztipp: Schlosspark-Spielplatz

Der Spielplatz im Schlosspark stellt sich als ziemlich cooles Ding heraus. Er liegt ein ganzes Stück ab vom Schuss auf der anderen Seite des Schlossgrabens. Der Umweg lohnt sich aber absolut, zumindest für Kletteraffen. Der Kleinkinderbereich ist klein. Unser Kleinkind kümmert das herzlich wenig. Gleich als erstes nimmt Franka sich den höchsten Turm vor.

Alle hölzernen Kletterelemente sind miteinander verbunden. Die Jungs und ich machen uns einen großen Spaß daraus, den Parcours auf Zeit zu absolvieren. (Trotz erschwerten Bedingungen dank Rock werde ich immerhin Zweite.)

celle spielplatz schlosspark

Franka macht auch mit, aber außer Konkurrenz.

Tierbegegnung: Nutrias im Schlosspark

Eine besonders schöne Überraschung ikann man in Celle mit Kindern (und natürlich auch ohne) am Schlossgraben erleben. Schon auf dem Weg zum Spielplatz sind uns Schilder aufgefallen, deren Piktogramme das Füttern von Enten und eines weiteren Tieres untersagen. Soll das ein Hund sein?, fragen wir uns. Ein Biber? Eine Ratte?

celle nutria

Nutria in Celle am Schlossgraben.

Ein Zwischending zwischen letzteren, offenbar. Im Schlossgraben wohnen Nutrias, auch Biberratten genannt. Sie sind etwa so groß wie ein ausgewachsenes Kaninchen. Mit ihrer Knopfnase und den Schnurrhaaren sehen sie ausgesprochen niedlich aus. Der Star im Celler Schlosspark ist fotografierende Touristen offenbar gewohnt. Er lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, während er im Wasser dümpelt und die herabhängenden Weidenblätter abnagt. Einen Augenblick später steigt das putzige Tier wenige Meter entfernt von uns sogar an Land. (Im Celle-Highlight in meinem Instagram-Profil gibt es ein Video davon.)

celle schlosspark mit kindern

Auch sonst hat der Celler Schlosspark ganz wunderbare Ecken!

Bomann-Museum mit Kindern

Das Bomann-Museum liegt direkt gegenüber vom Schloss. Es ist das Museum für niedersächsische Volkskunde, Landes- und Stadtgeschichte in Celle. Anfang des 20. Jahrhunderts errichtete man extra für die „vaterländischen“ Sammlungen des Mitbegründers Wilhelm Bomann einen Museumsbau. Zu Anschauungszwecken vereinigt dieser verschiedene Baustile. Das brachte ihm vom lokal umtriebigen Dichter Hermann Löns die Bezeichnung eines „veritablen Architekturpuddings“ ein.

bomann museum celle

Ausschnitt des „Architekturpuddings“.

Im Inneren spricht vor allem das Erdgeschoss Kinder und Erwachsene emotional an. Frankas Highlight ist die nachgebaute Heidelandschaft samt ausgestopfter Schafe. Das düstere niederdeutsche Hallenhaus, das einen kompletten Museumsflügel einnimmt, findet sie allerdings hauptsächlich unheimlich.

celle bomann museum küche

Eine großbürgerliche Hochglanz-Küche gibt es auch zu sehen.

Das Bomann-Museum ist eines der größten Stadtmuseen in Niedersachsen. Verschiedenste Aspekte beleuchtet die Dauerausstellung auf mehreren Stockwerken. Als studierte Historikerin könnte ich mich hier eine Woche vergraben. Zu gerne würde ich mir jede einzelne Texttafel durchlesen. Logisch, dass das mit einem Kleinkind und einem lustlosen Pubertier schwierig wird.

museum mit teenagern

Mit 17 geht es offenbar wieder, wie dieses Bild beweist. Als ich den Raum nach mehrminütiger Abwesenheit betrete, hat nur einer von zwei Teenagern das Handy gezückt. Der zweite liest völlig freiwillig einen Infotext! Nach Jahren voller Selbstzweifel nicht nur, aber vor allem an der intellektuellen Front als Teenager-Mutter ist das für mich ein erhebender Moment!

Mein Plan: Ich komme einfach noch mal wieder, wenn Franka mindestens sechs und höchstens elf ist. Das ist meiner Erfahrung nach das beste Alter, um mit Kindern ins Museum zu gehen.

celle bomann museum mit kleinkind

Sieht schon mal so aus, als würde Franka ein gutes Museumskind abgeben. Aber mit zwei kann ich so ganz viel Durchhaltevermögen einfach noch nicht verlangen.

Übernachten in Celle mit Kindern

Diesen Punkt habe ich diesmal zurückgestellt, weil er etwas ausgeufert und dabei leider nicht übermäßig hilfreich ist.

Tryp Hotel Celle

Das Hotel, das das Celler Tourismus-Marketing für uns gebucht hat, liegt weit ab vom Schuss. Sämtlicher Tourismus mit so gut wie allen Attraktionen konzentriert sich auf die Altstadt. In der Neustadt wohnen nur die „echten“ Celler.

Und wir schlafen hier. Das Tryp-Hotel Celle ist ein solides, ziemlich austauschbares Drei-Sterne-Haus. Es ist nicht schlecht! Vor allem verfügt es über familienfreundliche Zimmer mit Verbindungstür. Das ist unserer Erfahrung nach tatsächlich die komfortabelste (allerdings auch teuerste) Übernachtungs-Variante beim Städtetrip mit Kindern.

celle tryp hotel verbindungstür

Zwei Zimmer direkt nebeneinander. Innen gibt es eine Verbindungstür.

Das Frühstück ist gut, mir nur noch ein bisschen zu plastikpöttchenlastig. (Der Fairness halber muss ich bei meiner lauwarmen Empfehlung offenlegen, dass mich individuelle Mitglieder der hier reichlich vorhandenen Rentnerreisegruppen maximal nerven. Sie drängeln sich am engen Frühstücksbuffet wiederholt in meine Corona-Abstände, ignorieren sämtliche Auflagen und zünden sich auf der Frühstücksterrasse am Nebentisch eine Zigarette nach der anderen an. Dafür kann das Hotel nichts.)

celle tryp hotel

Grundsolide.

Ganz ehrlich: Bei einem Städtetrip auf eigene Kappe nach Celle mit Kindern würde ich mir eine andere Unterkunft aussuchen. Die Jugendherberge ist leider dauerhaft geschlossen. Aber die Stadt ist voller Hotels.

Leisewitz‘ Garten

Eins, in das ich mich beim Vorbeigehen regelrecht verliebt habe, ist Leisewitz‘ Garten. Ich war nicht drin, habe auch sonst keine Verbindungen mit dem Laden und kann nichts über den Service sagen. Aber ich habe gerade mal auf der Homepage geguckt und gesehen, dass es dort auch ein Drei- und ein Vierbettzimmer gibt. Auf die altmodische Möblierung muss man natürlich stehen. Und wesentlich günstiger als zwei Zimmer mit Verbindungstür im Tryp ist das Familienzimmer dort auch nicht. Dafür ist es über die Pfennigbrücke auch zu Fuß nicht weit bis zur Altstadt. (Wir haben tagsüber davor geparkt, denn vom Tryp aus muss man immer ins Auto steigen. So habe ich das Leisewitz mit seinem hübschen Wintergarten überhaupt nur entdeckt.)

leisewitz garten hotel celle

Sind die Schnitzereien nicht ein Träumchen?

Mehr Städtetrips mit Kindern

Wir mögen Städtetrips mit Kindern und haben schon von vielen berichtet. Einige Übersichten mit Links zu den einzelnen Reiseberichten gibt es hier:

cities4family städtetrips mit kindern in niedersachsen

Ideen für 18 Städtetrips für Familien!

Transparenz-Hinweis: Die Reise fand im Auftrag von about cities statt, um einen vergüteten Beitrag für das about-cities-Blog zu verfassen. Die Kosten für Unterkunft und Programm wurden übernommen. Dieser Beitrag in meinem eigenen Blog entstand allein auf meine eigene Veranlassung hin. Er enthält meine eigene Meinung und ist inhaltlich nicht mit den Partnern abgesprochen.