[Redaktionelle Kooperation] Kinder lieben Indoor-Spielplätze. Eltern oft eher weniger. Die „Wilde Wutz“ in Springe ist anders als die meisten seiner Art ein echter Wohlfühlort für alle: hell, zugewandt, pädagogisch wertvoll. Als Riesen-Bonus in der Erkältungs-Saison gibt es neben Kletterspaß und Bällebecken auch noch das Salzspielzimmer, in dem kleine und große Schniefnasen kräftig gesunde „Seeluft“ inhalieren können. Zuguterletzt haben wir auch noch ausprobiert, was Springe selbst als Ausflugsziel für Familien mit Kindern hergibt.
Wilde Wutz Springe: Indoor-Spielplatz mit Herz
Einen Nachmittag lang testen Franka (6) und ich, was die „Wilde Wutz“ und Springe an sich als Ausflugsziel hergeben.
Wer lieber nichts lesen, sondern bewegte Bilder anschauen möchte, findet mein Reel auf →Instagram!

Viel Platz zum Toben und viele Spielangebote erwarten euch und eure Kinder in der „Wilden Wutz“ in Springe.
Ankommen und wohlfühlen
Direkt am Bahnhof steht das große Geschäftsgebäude. Bunte Flaggen versichern uns, dass wir richtig sind. Eine massive Lieferrampe sorgt für einen barrierefreien Zugang, auch mit Kinderwagen und Buggy.
Das frühere Leben als Gewerbebau ist schnell vergessen, als wir das Reich der „Wilden Wutz“ betreten. Hier ist es gemütlich! Kein Vergleich mit den typischen Retorten mit lauter Musik und quietschigen Cartoons, die Indoor-Spielplätze normalerweise sind. Stattdessen: Wohlfühlatmosphäre von Anfang an.
„Schön, dass du da bist!“, begrüßt uns ein großer Schriftzug über dem Tresen. Eine Minute später tut das auch „Wilde Wutz“-Gründerin Monique persönlich. Sie erklärt Franka, wo es hier etwas zu entdecken gibt. Long story short: überall.
So viele Spielbereiche
Wir ziehen uns unsere mitgebrachten dicken Socken über. Nach der langen Autofahrt müssen wir erst einmal aufs Klo (sauber, mit Hocker und Kinder-Klobrille natürlich). Der Rückweg in den großen Spielbereich dauert, denn an den Wänden des langen Flures hängen überall pädagogisch hochwertige Spielgeräte. Wir beide setzen unseren Ehrgeiz daran, die lange Domino-Strecke ganz aufzubauen, bevor der erste bunte Stein kippt. Gar nicht so einfach!
Hinter einigen der Türen im Flur sind Kursräume. Darin geben Hebammen Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse. Auch eine Yoga-Lehrerin kommt regelmäßig ins Haus und bietet Kurse für Eltern und Kinder an. Baby-Floating ist ein weiteres Angebot nach Termin. Eine Tür führt auch zum Salzspielplatz. Auch die öffnet sich nur für jene, die einen extra Termin gebucht haben.
Frei zugänglich ist dagegen ein Spielzimmer, in dem eine elektrische Duplo-Eisenbahn ihre Runden dreht. Einige Kinder bauen daran. Franka braucht noch etwas zum Auftauen und möchte sich im Moment nicht dazusetzen. Aber als sie nebenan das große Bällebecken entdeckt, gibt es kein Halten mehr. Ein Raum in Kinderzimmergröße ist knöchelhoch mit bunten Plastikbällen gefüllt. In der Mitte steht ein kleiner Basketballkorb.
Paradies für Babys, Kleinkinder und alle bis (mindestens) 6
Als nächstes nehmen wir uns den Bewegungsraum vor. „Eine Hüpfburg!“, ruft Franka überwältigt. An diesem frühen Freitagnachmittag hat sie die ganz für sich alleine. Genauso toll sind aber die frei beweglichen Elemente aus Holz und Kunststoffpolstern, aus denen wir einen individuellen Parcours bauen.
Hier hätten wir jetzt eigentlich den ganzen Nachmittag verbringen können. Aber im Hauptraum sind wir ja überhaupt noch nicht gewesen! Durch ein großes Fenster kann Franka von der Bewegungshalle in den klassischen Indoorspielplatz-Bereich gucken. Da müssen wir jetzt auch noch hin!
Im Kletterparcours ist es etwas voller. Mit ihren sechs Jahren ist Franka heute mit Abstand die Älteste. Rücksichtsvoll lässt sie die Kleinen vorbeitoben, bevor sie sich auf den Seil-Ball schwingt.
„Das klappt eigentlich immer problemlos“, sagt Monique später, als ich sie zur Altersgrenze in der „Wilden Wutz“ in Springe befrage. Ältere Geschwister beispielsweise seien jederzeit willkommen. Die seien nur irgendwann zu groß und zu schwer für manche Spielelemente. Aber mit persönlicher Ansage sei das noch nie ein Problem gewesen.
Salzspielplatz: Inhalieren mit Spaßfaktor
Wir dürfen uns nun auch noch das Salzspielzimmer anschauen. Das wird vor allem von Eltern hustender und erkälteter Kinder gebucht. Ein Gerät vernebelt hochkonzentrierte Sole. Dadurch erreicht der Salzgehalt in der Luft so hohe Werte wie kaum in der Brandungszone der Nordsee. Die winzigen Salzpartikel gelangen beim Einatmen in die Lunge und sorgen dafür, dass ordentlich Sekret produziert und abgehustet werden kann. Außerdem desinfiziert die Atmosphäre alles. Das Immunsystem soll so gestärkt werden.
45 Minuten dauert die Aktiv-Inhalation. In Springe in der „Wilden Wutz“ ist das keine ätzende Prozedur, wie sie alle Eltern und Kinder mit „Pariboy“-Erfahrung kennen. Es hat mehr von einer Wellness-Anwendung mit Spaß-Faktor. In dem salzigen Nebel nämlich kommt nach einem Sitzbereich mit Liegestühlen ein Sandstrand in Sicht, der keiner ist. Gut eine Handbreit hoch liegt hier grobkörniges Kochsalz auf dem Boden. Mehrere Spielhäuschen und eine Kinderküche locken zu Erkundungen. Im Salz liegen Eimer und Schippen. An der Wand stehen Kisten mit noch mehr Spielzeug.
Buddeln im Sand Salz
Franka ist ganz hingerissen von dem ungewohnten Konzept. Vorsichtig läuft sie über den körnigen Untergrund, wühlt ihre besockten Zehen in das Salz. Dann greift sie mit beiden Händen hinein.
Ein rasselnd hustender Zweijähriger tut es ihr gleich. Im Gegensatz zum großen Mädchen steckt er sich gleich erst mal eine Handvoll in den Mund. Seine Mutter ist darauf vorbereitet und schreitet sofort ein. Klar: Zu viel Salz ist gefährlich. Monique zufolge ist das in der Praxis aber kein Problem. Probieren würden zwar viele Kinder, viel runterschlucken aber die Allerwenigsten. Und wenn, reagiere der Körper sofort und alles käme retour. Das gilt es natürlich zu vermeiden, um aller Beteiligten willen. Entsprechend werden die Eltern gebrieft.
Tipp: Wer Indoorspielplatz und Inhalationsraum kombinieren möchte, sollte letzteren immer ans Ende legen. „Eingesalzene“ Kinder dürfen nämlich aus hygienischen Gründen nicht mehr im allgemeinen Bereich spielen. Außerdem müssen die Kinder fieberfrei sein. Mehrere Erwachsene pro Kind sind willkommen. Alle, die atmen, zahlen denselben Preis von 9 Euro pro Anwendung. Die Buchung läuft bequem online.

Mist, zu wenig Fotos im Salz gemacht! Hier ist noch eins aus Springe, das ich sonst nicht unterkriege…
Und sonst so in Springe mit Kindern?
Wir sind an diesem Tag in Springe, weil wir etwas zu erledigen haben. Zu unserem normalen Radius gehört die Deisterstadt nicht. Deshalb wollen wir uns bei dieser Gelegenheit nicht nur den Indoor-Spielplatz, sondern den ganzen Ort näher ansehen.
Springe ist eine Stadt mit 30.000 Einwohnenden. Sie liegt mitten im Deister am südwestlichen Zipfel der Region →Hannover. Dass sich Springe viel kleiner anfühlt als andere Städte dieser Größenordnung, liegt an den vielen Eingemeindungen. In der Kernstadt selbst wohnen nur rund 13.000 Menschen.
Bummel durch die Innenstadt
Franka und ich schlendern nach unserem Indoorspielplatz-Abenteuer noch eine Weile durch die Innenstadt. Die Fußgängerzone ist von Fachwerkhäusern gesäumt und hübsch. Groß ist sie nicht. Eine Geschäftsstraße mit netten Läden und Cafés zieht sich in ihrer Verlängerung. Ein bisschen tückisch mit Kindern: Sie sieht ebenfalls aus wie eine Fußgängerzone, ist sogar mit einigen kleinen Spielgeräten bestückt – aber hier fahren und parken Autos. Suboptimal in meinen Augen. (In unserer Heimatstadt →Obernkirchen ist das leider ähnlich.)
Burgmuseum Springe
Darüber hinaus gibt es direkt in Springe eher wenige Sehenswürdigkeiten und Anlaufpunkte für Familien mit Kindern. Das Heimatmuseum soll durchaus nett sein. Im Moment wird es saniert. Ich dachte, es sei geschlossen, aber auch während der Bauarbeiten ist es wohl eingeschränkt zugänglich.
Antik-Café Mariechen
Wer mich kennt, weiß: Ein Ausflug ist für mich erst perfekt, wenn er einen Besuch in einem schönen Café beinhaltet. Kaffee und frische Waffeln serviert euch auch die „Wilde Wutz“. Für richtig tolle hausgebackene Torten und Kuchen gibt es in Springe aber eine andere Adresse: Das Antik-Café Mariechen in der Straße zum Obertor 3 (Springes Nicht-Fußgängerzone).
Franka und ich ergattern an diesem späten Freitagnachmittag mit Glück den letzten freien Tisch. Kuchen ist aber noch reichlich da. Wir können aus zehn Sorten wählen, wobei zwei oder drei Alkohol enthalten. Frankas Favorit, die schwedische Mandeltarte, ist aber absolut kinderfreundlich – und superlecker. Letzteres gilt auch für meine Tiroler Torte.
Das Ambiente in dem mittelgroßen Café mit schätzungsweise zehn bis zwölf Tischen schwankt zwischen altbacken und kultig. Auf jeden Fall gibt es einiges zu gucken. Das Personal ist supernett. Speziell für Kinder gibt es nichts, keine Spielecke, kein Bücherregal. Da Franka selbst vorgesorgt hat, stört uns das überhaupt nicht. Würden wir näher an Springe wohnen, kämen wir garantiert häufiger hier vorbei.
Ausflugsziele mit Kindern rund um Springe
Rund um Springe liegt der Deister und damit ein herrliches →Wandergebiet. Wer mag, kann direkt von Springe aus loswandern. Bei besserem Wetter und vor allem mehr Zeit hätte ich es mal in Richtung Fahrenbrink versucht.
Nahe Springe liegt der Saupark, ein ehemals königliches Jagdgebiet (Königreich Hannover). Dort steht das Jagdschloss Springe. Neben einem hübschen Fotomotiv gibt das zumindest für Kinder aber wohl nicht so viel her. Im Inneren gibt es eine kleine Ausstellung zur heimischen Tierwelt mit einigen Tierpräparaten und Jagdtrophäen.
Sehr viel ergiebiger und ein richtig tolles Ausflugsziel mit Kindern ist das Wisentgehege. Dort gibt es sehr viel mehr zu sehen als nur die geschützten Ur-Rinder. Der Tierpark ist bekannt für seine Wolfsrudel. Für Kinder gibt es mehrere Spielplätze. Wir waren zuletzt 2023 dort und haben ausführlich über unseren Besuch gebloggt:
Mehr Ausflugsziele in der Region stelle ich zum Beispiel hier vor:

Blick ins Weserbergland an der Porta Westfalica, seinem offiziellen nördlichen Ende. Springe zählt mit etwas gutem Willen im nordöstlichen Zipfel noch zur Region.
Transparenz-Hinweis: Monique hat uns auf Anfrage in die „Wilde Wutz“ eingeladen, um das Angebot angemessen vorstellen zu können. Danke dafür! Im Unterschied zu bezahlter Werbung oder allem Influencer-Gedöns bekomme erstens ich kein Geld dafür und zweitens sie kein Mitspracherecht, was ich darüber schreibe. Es handelt sich um eine rein redaktionelle Kooperation.
Alle anderen genannten Betriebe wissen nichts von ihrem Glück. Alle Tipps kommen von Herzen, hier ist nichts gekauft. Mit * gekennzeichnete Links sind Affiliate-Links. Kommt über die ein Kauf oder eine Buchung zustande, erhalte ich eine kleine Provision. Alles Vorangegangene gilt dessen ungeachtet! :)











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