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Historische Spurensuche im Harrl (in Schaumburg, Deutschland)

Der Harrl ist der Hausberg für alle Bückeburger. Ein bewaldeter Hügel, der in grauer Vorzeit als heilig verehrt worden sein soll. Dank der detailreichen Beschilderung inklusive Infotafeln über historische Hinterlassenschaften vieler Epochen wird hier aus einem schnöden Sonntagsspaziergang ein spannender Ausflug für die ganze Familie.

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Mit dem Dalai Lama auf der Badeinsel (in Steinhude, Deutschland)

An dieser Stelle möchte ich euch künftig jeden Freitag Ausflugstipps aus der Region Schaumburg und dem größeren Umkreis präsentieren. Den Anfang macht die Badeinsel in Steinhude. Laaangweilig – schon wieder Steinhuder Meer. Ja schon, aber diesmal mit Special Guest: dem Dalai Lama! Der war nämlich letzte Woche auf der Badeinsel in Steinhude zu Gast, und das war schon ein recht gediegenes Spektakel.

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Romantik auf Knopfdruck (in Bad Rehburg, Deutschland)

Im Romantik Bad Rehburg ist der Name Programm. Allerdings geht es hier weniger um traute Zweisamkeit als vielmehr um die gleichnamige Epoche. Wann die war, worin sie sich äußerte und welche Verbindungen es zu unserem heuten Verständnis des Begriffs gibt, erfährt der Besucher im Neuen Badehaus. Dort gibt es eine tolle Ausstellung zum Thema Kuren und Bäder im 18. und 19. Jahrhundert.

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Wo die wilden Dinos wohnten (in Obernkirchen, Deutschland)

Bis vor kurzem konnte sich Obernkirchen nur als Geburtsort  des Puddingpulver-Erfinders Dr. Oetker rühmen. Und als Herkunftsort eines hervorragenden Sandsteins, der beim Bau vieler berühmter Bauwerke Verwendung fand – beispielsweise beim Amsterdamer Stadtschloss, im Weißen Haus in Washington und bei den Türmen des Kölner Doms (Tatsachen, die eigentlich nur Einheimische wissen, und selbst die haben das nach dem Heimatkundeunterricht in der Grundschule meist recht schnell wieder vergessen). Dann aber entdeckten Arbeiter in besagtem Steinbruch vor einigen Jahren eine Menge versteinerte Fußspuren von einer Menge verschiedenen Dinosauriern. Und so langsam wird das doch noch was mit dem Ruhm. Zumindest unter Paläontologen.

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Passiv-Reise nach Warschau, Polen

Drei Tage lang haben wir Marcin mit seinen Kindern Kasia (9) und Wojtek (4) bei uns zu Gast gehabt. Die polnischen Sommerferien sind lang – acht Wochen – und da Marcin und seine Frau Ania beide arbeiten, nehmen sie ihren Urlaub abwechselnd. Die Kinder freuen sich, dass sie nach zwei Wochen polnische Ostseeküste mit Mama jetzt auch noch zwei Wochen Couchsurfing-Abenteuer in Deutschland und den Niederlanden mit Papa erleben.

Für unsere Jungs kündigt sich der Besuch auf die übliche, unwillkommene Weise an: Sie müssen ihre Zimmer aufräumen. Das von Janis muss besonders picobello aussehen, denn hier werden zumeist die Couchsurfer einquartiert. Janis weicht solange in die ausziehbare Betthälfte von Silas aus. „Besonders picobello“ erweist sich mal wieder als synonym mit „Mach bloß keine Schranktüren auf, sonst fällt dir alles entgegen!“. Aber für mehr bleibt so kurz vor unserer eigenen Abfahrt in den Urlaub keine Zeit. Und sowieso, sollten die Gäste tatsächlich auf die Idee mit dem Schränkeöffnen kommen, wird ihre Neugier eben prompt bestraft.

Marcin und seine Kinder haben an diesem Tag den ganzen weiten Weg von Warschau nach Schaumburg zurückgelegt und sich zwischendurch noch die Wolfsburger Autostadt angesehen. Kein Wunder, dass die beiden Kurzen fix und alle sind. Nachdem Kasia und Wojtek friedlich in Janis’ Bett schlummern, haben wir und Marcin aber genügend Zeit für das erste von vielen interessanten Gesprächen.

Polnischer Besuch punktet freilich weniger auf der Exotik-Skala. Und so stellt sich schnell heraus, dass Marcin und wir ganz ähnliche Auffassungen vom Leben haben und uns dieselben Sorgen umtreiben. Marcin schimpft auf das polnische Schulsystem, das nur auf individuelle Leistung zielt und keinen Raum für die Entwicklung von Teamgeist und die eigene Persönlichkeit lässt. Wir lachen, obwohl das Thema eigentlich traurig ist, weil genau diese Zustände in Deutschland uns dazu bewogen haben, unsere Kinder auf die Waldorfschule zu schicken.

Als ich am nächsten Morgen die Treppe heruntergetorkelt komme und mir den Schlaf aus den Augen wische, sitzt Wojtek schon mit Janis und Silas zwischen sämtlichen Playmobil-Rittern auf dem Fußboden. Silas erklärt ihm gerade, wie man die Kanone abschießt. Irgendwann zwischen sechs und halb sieben müssen die beiden Freundschaft geschlossen haben.

The dinosaur tracks of Obernkirchen are special enough to show to every couchsurfer.
The dinosaur tracks of Obernkirchen are special enough to show to every couchsurfer.

Nach dem Frühstück sehen wir uns gemeinsam die Dinosaurierspuren auf dem Bückeberg an. Nicht, dass Schaumburg so wenig zu bieten hätte, dass wir immer dasselbe vorzeigen müssen, aber Dinos ziehen bei kleinen Jungs natürlich immens. Damit auch Kasia auf ihre Kosten kommt, sehen wir uns im Anschluss das Bückeburger Schloss an – wahrhaft ein Ort für jede Prinzessin. Wir schlendern durch den Schlosspark und versacken im Park-Café. Während Marcin und ich übers Reisen philosophieren, toben sich die Kinder gleich nebenan auf dem kleinen Spielplatz aus.

The Castle of Bückeburg is a beautiful place.
The Castle of Bückeburg is a beautiful place.

„Spätestens nach einer Weile, wenn man schon ein bisschen in Europa herumgekommen ist, kommt es doch auf die Sehenswürdigkeiten gar nicht mehr an“, sagt Marcin und spricht mir damit aus der Seele. „Noch eine Burg ist nur noch eine Burg. Aber die Menschen, die man beim Couchsurfing trifft, die sind jedes Mal wieder ganz anders und immer interessant.“ Das Bückeburger Schloss sei hübsch, bescheinigt er, und so viele verschiedene urzeitliche Fußspuren auf einem Haufen habe er in der Tat noch nie gesehen. „Aber viel mehr interessiert mich, ehrlich gesagt, eure Küche.“

The footprint of a triceratops. Not as interesting as our kitchen, says Marcin.
The footprint of a triceratops. Not as interesting as our kitchen, says Marcin.

Hier bereitet Marcin am Abend der guten alten Couchsurfing-Tradition entsprechend ein Abendessen für uns zu. Er ist nicht so der Koch und nimmt die Hilfe seines Tablets sowie die von Uncle Ben in Anspruch, aber was nachher auf dem Tisch steht, schmeckt uns durchaus gut. Die Technik, die er auf dem Weg dorthin nutzen muss, fasziniert ihn. Er bewundert die Weitsicht, die Spülmaschine erhöht einzubauen, zeigt sich beeindruckt von der Dunstabzugshaube und bestaunt das Wunder des Induktionsherds. Dass Deutsche so viel Geld für ihre Küche ausgeben und im Gegenzug lieber auf einen Flachbildfernseher verzichten (oder in unserem Fall sogar auf einen Fernseher generell), kann er nicht verstehen. Dabei finden wir sein Haus in der Warschauer Vorstadt ebenso sehenswert, als er uns am Computer Bilder davon zeigt. Irgendwann, beschließen wir, müssen wir unbedingt zum Gegenbesuch vorbeikommen.

 

Diesen Eintrag meines Reise-Tagebuchs habe ich am 8. August 2013 verfasst.

Passiv-Reisen nach Korea

Reisen hat nicht immer unbedingt damit zu tun, möglichst viel Strecke zwischen sich und seinen Wohnort zu bringen. Gerade beim Couchsurfen ist Hosten – also anderen Menschen gratis eine Übernachtungsmöglichkeit zu bieten – immer ein bisschen so, als werde einem der Urlaub nach Hause gebracht. Passiv-Reisen. Man entdeckt die Welt, ohne sich vom Fleck zu bewegen.

Kürzlich haben wir auf diese Weise exotische Gefilde entdeckt: Unsere Gäste kamen aus Südkorea.

Da bei Europäern offenbar keinerlei Hoffnung besteht, sich koreanische Namen zu merken oder sie auch nur annähernd korrekt auszusprechen, hatte sich die Familie westliche Vornamen zugelegt. Vater Ivan arbeitet für ein paar Jahre in Weißrussland, seine Frau Anna, Tochter Soyoon und den kleinen Andruscha hat er natürlich mitgenommen. Von dort versuchen sie so viel Europa zu erkunden wie möglich, und so ging es diesen Sommer nach Berlin und Paris – mit Zwischenstopp in Schaumburg.

Anna from Korea couchsurfed with us together with her family - and she prepared a delicious Korean stew for us.
Anna from Korea couchsurfed with us together with her family – and she prepared a delicious Korean stew for us.

Die meisten Couchsurfer nehmen die Sache mit dem Kulturaustausch ernst und geben sich Mühe, ihren Gastgebern ein Stückchen Lebensart aus ihrem Heimatland mitzubringen. Nachdem Anna und ihre Familie sich in einem der Kinderzimmer häuslich eingerichtet hatten, begleitete ich sie als erstes in den Supermarkt. Sie kaufte Zwiebeln, Knoblauch, Weißkohl, Karotten, Kartoffeln, Zucchini, Äpfel, Champions, Paprika, Hähnchen und Reis. Und es macht immer wieder Spaß, einen ganz normalen deutschen Supermarkt durch die Augen eines ausländischen Touristen zu sehen. Warum muss man das Gemüse in diese Plastiktüten packen, und wieso dürfen sich Zucchini und Paprika die Tüte nicht teilen? Warum gibt es in Deutschland –zig Sorten Reis, obwohl er in unseren traditionellen Gerichten kaum vorkommt und selbst die koreanischen Viel-Reis-Esser mit zwei, drei Sorten auskommen?

The family even brought their own rice cooker, a very foreighn sight for us.
The family even brought their own rice cooker, a very foreighn sight for us. Janis was fascinated.

Zu Hause war die Freude groß, als Anna ihren original Hightech-Reiskocher inklusive koreanischer Schriftzeichen auspackte, der sich farblich auch noch wunderbar harmonisch in unsere Küche einfügte. Außerdem kamen aus ihren Taschen Sojasoße, Sesamöl und eine typische Gewürzmischung zum Vorschein. Gemeinsam schnippelten wir das Gemüse (in Dreiecke, wenn immer möglich), während wir uns über Staatenteilung im Allgemeinen und in unseren Ländern im Besonderen unterhielten, über Bildungspolitik, Entwicklungshilfe und das Verhältnis zu unseren Schwiegermüttern. Unsere Kinder spielten derweil im Garten und brauchten wie gewöhnlich kaum auf ihre rudimentären Englischkenntnisse zurückgreifen, um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.

Silas and Andrewsha didn't need a common language to play.
Silas and Andrewsha didn’t need a common language to play.

Am Ende ergaben alle Zutaten zusammen ein köstliches Gericht. Da Anna daran dachte, eine zweite Pfanne ohne scharfe Gewürze zuzubereiten, waren auch unsere Jungs von dem Ergebnis durchaus angetan (na ja, abgesehen von dem Fauxpas, als Janis laut „Bäh!“ rief und sich schüttelte, als er auf einen Pilz biss – aber nachdem er die Champions aussortiert hatte, verlangte er gleich Nachschlag).

Korean ingredients in my kitchen - what a sight! :)
Korean ingredients in my kitchen – what a sight! :)

Zum Frühstück gab es dann typisch deutsche Brötchen und typisch deutsches Mett, welches Anna immerhin probierte (aber mal ehrlich – rohes Fleisch zu essen, IST durchaus leicht barbarisch, oder?). Und zum Abschied bekamen wir einen Handspiegel mit Perlmutbesatz in einem traditionellen koreanischen Beutelchen mit traditionellen Knoten-Ornamenten und einen Bambusfächer.

(Vorher war natürlich noch Sightseeing bei den Obernkirchener Dino-Spuren angesagt, aber davon schwärme ich demnächst in einem anderen Beitrag…)