Ostsee: Unsere Ausflugstipps zwischen Kühlungsborn und Warnemünde

Wir haben die die Gelegenheit genutzt und die letzten Tage unserer Sommerferien an der Ostsee verbracht. Jetzt erzählen wir, was wir da so getan haben, was wir zwischen Kühlungsborn und Warnemünde empfehlen können – und was nicht…

Nach zehn Monaten Europa-Roadtrip und drei Wochen Nordland-Kreuzfahrt eben spontan noch mal rauf an die Küste – was wahnsinnig dekadent klingt, ist eigentlich nicht weiter wild: Da oben zwischen Kühlungsborn und Warnemünde wohnen Oma und Opa, die wir einfach besuchen. Deshalb geben wir hier auch keine guten Touristen ab. Unser Standard-Programm umfasst – neben dem obligatorischen Buddeln am Strand – vor allem so unspannende Dinge wie den IKEA-Besuch (diesmal: Kauf einer Spülbürste, denn unsere alte hat meinen osteuropäischen Abwasch-Marathon nicht überlebt), und der Aufbau der Modell-Eisenbahn unter großväterlicher Aufsicht ist natürlich auch jedes Mal zeitraubende Pflicht. Aber ein paar Tipps haben wir doch auch für ganz normale Urlauber, die irgendwo in der Umgebung von Bad Doberan Ferien machen.

Ein Spaziergang durch den Küstenwald - der in Nienhagen Gespensterwald heißt - ist auch immer eine gute Idee, wenn's am Strand zu langweilig wird.
Ein Spaziergang durch den Küstenwald – der in Nienhagen Gespensterwald heißt – ist auch immer eine gute Idee, wenn’s am Strand zu langweilig wird.

Alternativ-Programm zum Ostseestrand

Fertig mit Baden und Buddeln am Strand? Zu kalt? Gar ein Regentag? Oder einfach reif für einen Ausflug ins Hinterland? Das machen wir, wenn uns an der Ostsee langweilig wird:

Stadtbummel durch Rostock

Die nächste „Großstadt“ ist durchaus einen Ausflug wert. Am günstigsten parkt es sich im Stadthafen. Ein kurzer Fußmarsch führt dann ins Zentrum. Wir mögen das Stadtmuseum im Kloster (neben der Uni am großen Brunnen), die zoologische Sammlung mit den vielen ausgestopften Tieren (auch da, im Haus mit den Säulen am Eingang, gratis) und vor allem das „Café kloster“ (schräg gegenüber vom Museum), urig eingerichtet und mit einem kleinen Spielplatz quasi im Hinterhof. Hier habe ich einen Bummel im vorletzten Sommer ausführlich dokumentiert.

Rostocker Zoo mit Darwineum

Oma und Opa haben Jahreskarten, und so komme ich gar nicht so oft in den Genuss dieses wirklich nett gemachten Tiergartens (sondern stattdessen in den eines kinderfreien Tages, über den ich mich auch nicht beschwere). Letztes Jahr aber durfte ich mit – hier habe ich aufgeschrieben, warum ich davon sehr begeistert war.

Deutsches Bernsteinmuseum in Ribnitz-Dammgarten

Von Bad Doberan aus fährt man ungefähr eine Stunde, aber der weite Weg lohnt sich, wenn die Familie Museen gegenüber auch nur einigermaßen aufgeschlossen ist. Wir haben arg viel gelernt über das merkwürdige Material, seine Geschichte und seine Verwendungsmöglichkeiten – und tolle Basteleien durften die Kinder auch noch mit nach Hause nehmen. Auch davon gibt es einen ausführlichen Bericht.

Kletterpark Kühlungsborn

Ein nicht ganz günstiges Vergnügen, und Kletterparks gibt’s mittlerweile ja auch überall (zum Beispiel auch den Kletterpark Hohe Düne bei Warnemünde auf der anderen Seite der Warnow, den wir allerdings noch nicht ausprobiert haben). Trotzdem mögen wir den von Kühlungsborn, weil man hier durch einen echten Wald balanciert, rutscht und hüpft. Auch kleinere Kinder ab fünf dürfen dabei schon mitmachen. Hier ist unser Bericht aus dem vorletzten Jahr.

Oder doch lieber wieder an den Strand? Wenn die Schatten der Steilküste abends länger werden, gibt es auch kaum noch Konkurrenz um den besten Sandburgen-Bauplatz.
Oder doch lieber wieder an den Strand? Wenn die Schatten der Steilküste abends länger werden, gibt es auch kaum noch Konkurrenz um den besten Sandburgen-Bauplatz.

Ostsee-Ausflugsziele, von denen wir die Finger lassen

Zumindest im Sommer…

Karls Erdbeerhof Rövershagen

Oder, besser gesagt, Karls Erlebnisdorf, wie es neuerdings heißt. Der „Erlebnis-Bauernhof“ ist eigentlich eher ein Erlebnis-Shoppingparadies mit diversen Kinder-Attraktionen. Er war bei unseren Jungs extrem beliebt, als sie noch etwas kleiner waren. Inzwischen verschmerzen sie es, wenn Muttern streikt, und genau das tu ich – zumindest im Sommer. Es ist einfach zu voll. Außerhalb der Saison macht es Spaß, nach ein paar unnützen neuen Dingen zu stöbern, während die Jungs sich auf der Streichelwiese, der Riesenrutsche oder bei einer Runde Treckerfahren vergnügen. Brunchen bei Karl’s eignet sich ganz gut, wenn man Kleinkinder hat und mit der ganzen Familie Essen gehen möchte. Aber an einem bedeckten Tag zur Sommerferienzeit meiden wir sogar die Vorbeifahrt wegen akuter Staugefahr.

Wenn sich denn ein Besuch im Sommer partout nicht vermeiden lässt, empfehle ich, ihn zur Frühstückszeit zu absolvieren. Ab acht Uhr öffnet der Konsumtempel seine Tore, und auch wenn viele Attraktionen erst ab 9 Uhr oder sogar 10.30 Uhr starten, kann man sich das durchaus hübsch zurechtgemachte Gelände schon mal ansehen (und im „Bauernmarkt“ Geld ausgeben), bevor der Massenandrang startet.

Quellental, Bad Doberan

Die Künstlerkolonie war früher ein sehr angenehmer Ausflugsort. Die Jungs liebten es, den Glasbläsern bei der Arbeit zuzusehen, und der Garten hinter der Töpferei war zwar schon immer eintrittspflichtig, aber es ging um einzelne Euro. Inzwischen ist alles größer, kommerzieller, überlaufener und unfreundlicher. Als wir das letzte Mal dort waren, waren wir sehr enttäuscht und brauchen so schnell nicht wieder hin.

Warnemünde

Rostocks – und halb Berlins – Hausstrand und im Sommer indiskutabel voll. Außerhalb der Saison dagegen legen wir gerne einen Spaziergang am Alten Strom ein, flanieren durch die Hintergassen, in denen das alte Fischerdorf noch zu entdecken ist, und auch ein Abstecher ins Heimatmuseum lohnt sich.

Kühlungsborn

Früher, als alles besser war, sind wir nach Kühlungsborn gefahren, wenn uns nach ein bisschen Leben war. Die Strandpromenade war damals schon schick, und der große Molli-Spielplatz ist für Kinder der Hit. Heute ist allein schon das Parken so teuer, dass wir einen Bogen um die Ortschaft machen. Das meiste ist eh nur Urlauber-Retorte (aber ich muss zugeben, dass es ein paar wirklich hübsche neue Spielplätze gibt – und der neue Bericht von Reisefeder Anke macht mir doch wieder Lust auf einen Abstecher nach Kühlungsborn, zumindest in der Vorsaison…).

War im Sommer in Warnemünde unterwegs ist und nicht nur Menschenmassen sehen möchte, muss seinen Blick aufs Wasser richten.
Wer im Sommer in Warnemünde unterwegs ist und nicht nur Menschenmassen sehen möchte, muss seinen Blick aufs Wasser richten.

Mehr Ausflugstipps zwischen Kühlungsborn und Warnemünde

In dem „richtig echten“ (Print-)Reiseführer, den ich zusammen mit Stefanie Holtkamp geschrieben habe, gibt es noch viel mehr Tipps für die Region. Das Buch umfasst 55 Wander- und Entdeckertouren zwischen Wismar, Rügen und Usedom*, also entlang der gesamten Mecklenburger Ostseeküste. Fünf davon sind zwischen Kühlungsborn und Warnemünde zu finden, und mindestens noch eine Handvoll zusätzlich in Reichweite für Tagesausflüge.

Räusper… Ich merke gerade, dass ich nur eine veraltete Version des Titelbildes habe. Wir beide waren nämlich so viel unterwegs, dass es zehn Touren mehr als ursprünglich mal geplant wurden.

Und sonst: Meine Reiseblogger-Kollegin Ines von myfamilyontour kennt sich in der Gegend auch gut aus und hat weitere Tipps parat! (Und auch der oben verlinkte Bericht über Karl’s Erdbeerhof in Rövershagen stammt von ihr, ich hab nämlich keinen eigenen. ;) ).

9 Gedanken zu „Ostsee: Unsere Ausflugstipps zwischen Kühlungsborn und Warnemünde“

    1. Die estnischen Ostseestrände sind definitiv meine liebsten. Aber auch in Heiligendamm und umzu ist es wunderschön! – Im Herbst, wenn es leerer wird. :) Aber auch so geht es schon. Es ist nicht vergleichbar mit italienischen Badestränden, wo man wirklich Handtuch an Handtuch liegt, bzw. Liege an Liege.

      1. Ich bin abgehärtet :)
        Ich wollte da gar nicht hin, Freunde von uns haben für uns einfach das Brunch gebucht.
        Schlussendlich wars aber gar nicht sooo voll. Anstehen musste man praktisch gar nicht, und auch das Restaurant habe ich schon voller erlebt.
        Vor 3 oder 4 Wochen waren wir in der Woche mal dort, da war es kurioserweise voller. Kein Plan warum.

        1. Ja, für eine Brunch-Einladung hätte ich mich auch ins Gewühl gestürzt. ;)
          Ich glaube, die generelle Formel lautet während der Ferienzeit: Je besser das Wetter, desto leerer (da alle am Strand).

  1. Danke für die Verlinkung Lena, Karls kann ich wirklich empfehlen, allerdings war ich nur im Winter hier. Die Sommerbesuche überlasse ich auch der Oma. In ein paar Tagen bin ich wieder in meiner alten Heimat, freu mich schon sehr. Auch auf Kühlungsborn, da habe ich meine halbe Kindheit verbracht und der Kletterpark ist jeden Sommer für die Kinder Pflicht. LG Ines

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