Düsseldorf mit Kindern: Ein Wochenende in der Landeshauptstadt

Ein Städtetrip nach Düsseldorf mit Kindern? Wie kommt man denn darauf? Bei uns ist die Kurzreise, ehrlich gesagt, meiner Sammelleidenschaft geschuldet: Düsseldorf ist die letzte Landeshauptstadt, in der ich noch niemals war. Also will ich unbedingt hin, um das ganze Set vollzukriegen. Die Familie muss mit. Erst hadern wir: Lohnt sich ein ganzes Wochenende in Düsseldorf überhaupt? Reicht es nicht vielleicht, da auf der Durchreise mal kurz ’nen Kaffee zu trinken, um den Haken machen zu können? Aber als ich recherchiere, was man sich in Düsseldorf angucken kann, stoße ich auf mehr als genug Sehenswürdigkeiten für einen Wochenend-Trip. Und als wir erst einmal da sind, staunen wir: Düsseldorf als Reiseziel für einen Städtetrip mit Kindern, das bringt richtig Laune!

Düsseldorf mit Kindern, Radschlägerbrunnen
Der Radschläger-Brunnen in der Altstadt zeigt eines der Wahrzeichen Düsseldorfs. Der Legende nach drückten die Kinder so ihre Freude nach einer gewonnenen Schlacht im Mittelalter aus.

Unterkunfts-Tipp für Düsseldorf mit Kindern: Die Jugendherberge

Das erste, was wir von Düsseldorf zu sehen kriegen, ist die Jugendherberge. Hier nämlich checken wir ein, nachdem wir uns am späten Freitagnachmittag durch den Stau des Ruhrgebiets gequält haben (wobei, so schlimm war es eigentlich gar nicht).

Wir sind schon lange große Fans der Jugendherbergen. Hier hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Landauf und landab bieten die Familienzimmer der ehrwürdigen Institution heutzutage oft Hotelstandard (dafür allerdings natürlich auch Hotelpreise). Die Jugendherberge Düsseldorf gibt es schon seit der Wandervögel-Bewegung Anfang der 1930er, 2008 ist allerdings von Grund auf durchrenoviert worden. Das Ergebnis ist ein Haus mit rund 340 Betten in 96 Zimmern, das bestens auf Familien eingestellt ist.

Jugendherberge Düsseldorf Familienzimmer
So sah unser Familenzimmer aus. Die Jungs stürzen sich sofort auf ihre „Entdeckerkisten“. Mit dazu gehören noch ein Badezimmer mit Dusche und ein separates WC. Für Familien echt perfekt.

Frühstück ist grundsätzlich inklusive. Wer möchte, kann auch zu Mittag und zu Abend essen. An diesem Abend haben wir die Auswahl zwischen vegetarischen Tortellini in Käsesoße und Lasagne. Wir holen sie uns an der Theke ab und geben dafür unseren Essens-Chip ab, den es an der Rezeption zu kaufen gibt. (Tipp: Besser erst den Menüplan am Eingang des Speisesaals checken. Am zweiten Abend kaufen wir erst die Chips und merken dann, dass die Auswahl heute nur Geflügelbratwurst oder Veggie-Bratwurst umfasst. Da ich beides nicht mag, muss ich mich auf den Salatteller beschränken, den es wie den Nachtisch immer dazu gibt.)

Jugendherberge Düsseldorf Speisesaal Salat
Am Salat-Buffet gibt’s allerdings auch freie Auswahl, so schlimm ist das also nicht.

Sicher hätte Düsseldorf auch einiges an familientauglichem Nachtleben zu bieten. Wir sind jedoch vollauf zufrieden, den Abend in unserer Unterkunft ausklingen zu lassen. Die verfügt nämlich nicht nur über eine gemütliche Bar, die sogar durchgehend geöffnet ist, sondern auch über eine große Spielesammlung. Aus einer langen Liste dürfen wir uns kostenlos Brettspiele aussuchen.

Jugendherberge Düsseldorf mit Kindern
Die Wahl der Jungs fiel auf „Scotland Yard“. Es gab auch welche speziell für Düsseldorf, aber das waren eher Werbeträger lokaler Firmen. Mit dem Klassiker hatten wir jedenfalls viel Spaß (obwohl man Silas schon ansieht, dass er am Schluss ganz schön müde war…).

Für ein Familienzimmer in der Jugendherberge Düsseldorf zahlen Erwachsene 31,50 Euro Euro pro Nacht, Kinder ab vier und bis zwölf die Hälfte. Es gibt auch spezielle Spar-Angebote. Weitere Infos, auch zur notwendigen Mitgliedschaft, finden sich auf der Homepage.

Zu Fuß nach Düsseldorf

Schon vom Frühstückstisch aus breitet sich Düsseldorfs Skyline vor uns aus. Die Jugendherberge liegt auf der anderen Rhein-Seite in Oberkassel. Nur eine kleine Straße und ein breiter Grünstreifen trennen sie vom Fluss. Während wir unsere Brötchen belegen, können wir die ersten dicken Pötte über den Fluss schippern sehen.

Entsprechend ist es nicht weit bis zur ersten großen Sehenswürdigkeit des Tages. Keine fünf Minuten laufen wir, bis wir die Rheinkniebrücke erreicht haben.

Düsseldorf mit Kindern
Wir fallen quasi aus der Jugendherberge direkt auf die Brücke und können uns Richtung Innenstadt kaum verlaufen. Es fahren auch Busse direkt vor der Haustür ab, aber bei schönem Wetter ist der Spaziergang über den Rhein wunderbar.

Der Fluss wird gern pathetisch als die Lebensader der Stadt bezeichnet. Wie wir an diesem Wochenende herausfinden, stimmt das aber. Düsseldorf, das sind für uns vor allem zwei Dinge: der Rhein, zu dem immer wieder alles zurückführt, und moderne Architektur.

Von der Rheinkniebrücke haben wir beides im Blick. Unter uns ziehen die Lastkähne (so viel mehr Verkehr als auf unserem Mittellandkanal zu Hause!). Und am Ufer, auf das wir zu laufen, reihen sich rechter Hand die modernen Bauten des Medienhafens aneinander.

Am Ende der Brücke halten wir uns jedoch links, denn unser erster Anlaufpunkt ist heute die Altstadt. Ungefähr eine halbe Stunde brauchen wir, bis wir die am Rhein entlang zu Fuß erreicht haben.

Düsseldorf mit Kindern, Boote am Rhein
Natürlich müssen wir dabei immer wieder anhalten, um den Verkehr auf der stark befahrenen Wasserstraße im Auge zu behalten. Spannend!

Düsseldorf kennenlernen mit der Altstadt-Rallye

In der Entdecker-Kiste, die die Jungs auf unserem Zimmer gefunden haben, steckte unter anderem die Broschüre einer Stadtrallye. Die beigefügte Route führt uns an allen Sehenswürdigkeiten der Altstadt vorbei und bewegt uns dazu, an bestimmten Punkten näher hinzuschauen.

Die Rätsel erscheinen uns nicht immer ganz klar, denn manchmal finden wir vor Ort keinerlei Hinweise auf die Lösung und müssen raten (oder googeln). Aber gerade als Lauf-Motivation für die Jungs taugt die Rallye hervorragend.

Düsseldorf mit Kindern, Stadtrallye, ältestes Haus
So finden wir zum Beispiel auch Düsseldorf ältestes Haus aus dem Jahr 1288. Natürlich beherbergt es eine Kneipe.

Auf diese Weise schließen wir Bekanntschaft mit der „längsten Theke der Welt“, als die Düsseldorfs Kneipenmeile berühmt ist. Zu dieser frühen Stunde ist es noch ruhig, aber dass hier regelmäßig kräftig gefeiert wird, erschließt sich auch schon den Kindern. Mit zehn und 13 sind sie aber zum Glück noch nicht im kritischen Alter, und so bleibt genügend Aufmerksamkeit für die historischen Sehenswürdigkeiten.

Unser Mittags-Picknick legen wir an der Rheintreppe ein. Das ist so ein bisschen Düsseldorfs Version der Spanischen Treppe in Rom: Hier trifft sich alles, um Kontakte zu knüpfen und auf den Rhein zu schauen.

Düsseldorf mit Kindern, Rheintreppe
Die Rheintreppe, im Hintergrund sind der Schlossturm mit dem Schifffahrtsmuseum und der merkwürdig verdrehte Kirchturm der Lambertus-Kirche im Bild.

Panoramafahrt auf dem Rhein: ein zweifelhaftes Vergnügen

Unser nächster Programmpunkt ist eine Panoramafahrt auf dem Rhein. Die Fahrgastschiffe legen direkt an der Rheintreppe ab.

Wie gesagt: Düsseldorfs Aushängeschilder sind der Fluss und die Architektur, und eine Schifffahrt verbindet beides hervorragend. Aber. Zumindest in der Mittagszeit ist unser Bötchen so voll, dass wir an unserer Fahrt wenig Freude haben. Betriebsausflügler, Kegelgruppen und Junggesellinnenabschiedsrunden besetzen die anderen Tische im Bauch des Schiffes dicht an dicht (auf dem Panoramadeck haben wir eine Viertelstunde vor Abfahrt keinen Platz mehr bekommen).

Düsseldorf mit Kindern, Panoramafahrt auf dem Rhein
Nachdem alle Mitpassagiere von Bord gegangen sind, sieht das Boot wieder ganz sympathisch aus. Wahrscheinlich sollten wir einfach akzeptieren, dass wir uns nicht als Panoramafahrt-Touristen eignen, ist schließlich schon mal in die Hose gegangen.

Das Schiff fährt erst in die eine, dann in die andere Richtung, vorbei am Landtag und durch den Medienhafen. Vom Tonband kommen dabei Erläuterungen, erst auf Deutsch, dann auf Englisch. Angestrengt versuchen wir, wenigstens aus der Synopse ein paar Informationen zu ziehen, aber die spanische Damengruppe neben uns schnattert so laut, dass wir das bald aufgeben.

Wir versuchen es positiv zu sehen. Eine Stunde mal zu sitzen, tut unseren Füßen ganz gut. Und aus der Einstiegsluke heraus mache ich ein paar doch ganz hübsche wasserseitige Fotos von den Gehry-Bauten im Medienhafen.

Gehry-Bauten Neuer Zollhof Düsseldorf
Ist ja nicht so, als gäbe es nichts zu sehen auf der Rhein-Rundfahrt. Die extravaganten Bauwerke des kanadischen Architekten Frank Gehry am Neuen Zollhof gehören zu Düsseldorfs Wahrzeichen.

Ganz kurz auf die Kö

Nach unserer Schifffahrt vervollständigen wir unsere Stadtrallye, die uns bis an den äußersten Rand der Altstadt führt. Hier wird es deutlich moderner. Hinter dem Hofgarten beeindruckt uns vor allem der Gebäudekomplex des Kö-Bogens, der von dem polnisch-amerikanischen Star-Architekten Daniel Libeskind entworfen wurde. Solch extravagante Linienführung sieht man (als Landei, wie wir) wirklich nicht alle Tage.

Düsseldorf mit Kindern, Stadtrallye Libeskind
Für uns Landeier ist die große Stadt mit all ihrer gewagten Architektur schon ein Abenteuer. 🙂

Dann sind wir auch schon auf der Kö – auf der Königsallee, Düsseldorfs Prachtstraße. Hier reihen sich kostspielige Boutiquen aneinander. Die Damen unter uns blicken nach links in die Schaufenster, die Herren nach rechts auf die Straße, wo andere Herren dazu geeignete Karossen spazieren fahren. Es ist Samstag, und es ist unglaublich voll.

Düsseldorfer Kö am Samstag.
Düsseldorfer Kö am Samstag.

Wir schaffen es vom Kö-Bogen genau bis zur U-Bahn-Station Steinstraße/Königsallee. Dann reicht es uns, und wir poltern eilig die Treppen hinunter in den Untergrund, weg von den stöckelschuhtragenden Menschenmassen. Für Düsseldorf mit Kindern (und uns menschenscheues Pack generell) ist die Kö vielleicht doch nicht ganz das richtige.

Mit der Düsseldorf-Card quer durch die Stadt

Zu unserem Düsseldorf-Trip gehört die Düsseldorf-Card, die uns freien Eintritt in zehn verschiedenen Museen, Ermäßigungen in zwei Dutzend weiteren Etablissements und zusätzlich freie Fahrt mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln im Stadtgebiet beschert (ab 18 Euro für eine Familie, mehr Infos auf der Düsseldorf-Webseite). Entsprechend sorglos können wir in die nächste Bahn steigen und kreuz und quer durch die Stadt fahren, bis wir uns einig sind, wo wir überhaupt hin wollen.

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen
Wäre auch eine Möglichkeit gewesen: die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, wo es mit der Düsseldorf-Card ermäßigten Eintritt gibt.

Ich habe eine lange Liste mit Möglichkeiten herausgeschrieben. Düsseldorf steckt voller Kunst und Galerien, und das wäre die Möglichkeit für uns Kunstbanausen, einfach mal fix einen Blick zu werfen in sowas. Aber jetzt ist das Wetter so fantastisch, dass keiner von uns ins Museum möchte.

Unsere Öffi-Ödyssee endet in Flingern. Das ist Düsseldorfs leicht alternativer Stadtteil. Wahrscheinlich ist er mir deshalb auf Anhieb sympathisch, weil er mich an Hannover-Linden erinnert, wo auf der Limmerstraße „gelimmert“ wird (was man als Bummeln mit Lunger-Faktor übersetzen könnte, also so ungefähr das, was wir hier machen).

Kucheneck Düsseldorf Bilker Allee
Im Kucheneck gibt es „richtig echten Kuchen“, und das für 2,70 Euro das Stück. Klare Empfehlung!

An der Bilker Allee, Ecke Zimmerstraße finden wir das Kucheneck, ein supersüßes Mini-Café in rot-weiß. Es gibt nur drei Tische, aber eine enorme Auswahl an Kuchen, die wie zu Hause selbstgebacken schmecken. Während die Jungs in ihren Tortenstücken schwelgen (ich leider nicht), tragen Anwohner große Mengen davon aus dem Laden.

Kiefernstraße statt Kunstmuseum

Anschließend nehmen wir den Bus in die Kiefernstraße. Das ist unsere Alternative zum Kunstmuseum, denn die Kiefernstraße ist eine regelrechte Freiluft-Galerie. Jedes einzelne Haus ist großflächig mit Streetart gestaltet. Wie überall verläuft auch hier die Grenze fließend zwischen „authentisch so passiert“ und „offiziell konzessioniert“ (was Puristen als „urban art“ für weniger wertvoll halten, wie ich neulich von Heldenwetter gelernt habe).

Streetart Kiefernstraße Düsseldorf
Solche coolen großflächigen Murals bringt man nicht „selbstautorisiert“ in einer Nacht-und-Nebel-Aktion an die Wand.

Die Kiefernstraße sollte Anfang der 80er Jahre einem Gewerbegebiet weichen. Aber Wohnraum war knapp, und so stellten sich etliche Hausbesetzer dem Abriss entgegen. Inzwischen sind die Mietverhältnisse legalisiert, und die Kiefernstraße schillert zwischen echter Alternativität und Touristenattraktion.

Streetart Kiefernstraße Düsseldorf mit Kindern
In der Kiefernstraße gibt es Düsseldorfs letzten Punkrock-Club, ein Kinder- und Jugendzentrum, Spielgeräte und auch schnödes Graffiti. Wir mögen die Mischung.

Wir teilen uns die bunten Fassaden an diesem Septembernachmittag nur mit einer älteren Bewohnerin in Kittelschürze, die sich auf den Stufen ihres Wohnhauses eine Zigarette dreht. So haben wir mehr als genug Muße für all die Details und suchen uns jeder unser Lieblingshaus aus.

Streetart Kiefernstraße Düsseldorf
Das mit den Comic-Helden ist das Lieblingshaus der Jungs (wobei Janis auch noch für ein grünes in portugiesischer Fliesen-Optik schwärmte). Mir gefallen daran vor allem die Polizei-Zwerge unten rechts.

Abendspaziergang im Medienhafen

Einen letzten Abstecher unternehmen wir an diesem Tag in den Medienhafen. Das ist so ein bisschen das hippe Pendant zu Hamburgs Hafencity. Hier sind in den vergangenen Jahren viele moderne Prestigebauten entstanden, und eine Menge mehr sollen noch folgen.

Düsseldorf Sightseeing Medienhafen
Weil jedes Haus anders aussieht, gibt es im Medienhafen viel zu gucken. Der heißt übrigens so, weil sich in den 90er Jahren vor allem Unternehmen dieser Branche dort ansiedelten. Inzwischen gibt es eine recht große Bandbreite.

Hier gäbe es noch eine weitere Stadtrallye, die speziell auf Kinder zugeschnitten ist (die in der Altstadt war das nicht). Aber die Luft ist mittlerweile ein bisschen raus, wir sind ganz schön viel gelaufen. Also bewundern wir nur noch die Fassaden, die auf dem direkten Weg nach Hause liegen (und ärgern uns ein bisschen, dass der Tag nur 24 Stunden hat und wir nur diesen einen für die Innenstadt von Düsseldorf).

Sneak-Preview im brandneuen Aquazoo

Am nächsten Morgen genießen wir noch einmal unser Jugendherbergsfrühstück in der Fünf-Sterne-Lage mit Blick auf den Rhein. Dann müssen wir uns beeilen, denn am Sonntagmorgen haben wir eine ganz besondere Verabredung.

Die Düsseldorfer Institution heißt Aquazoo Löbbecke Museum und ist fast vier Jahre geschlossen gewesen. Nachdem von Grund auf durchsaniert und neu konzipiert wurde, empfängt die Symbiose aus Aquarium und Ausstellung nun wieder fleißig Besucher. Leider fällt die große Wiedereröffnung auf den 22. September und damit zwei Wochen nach unseren Düssdeldorf-Trip. Grandioserweise dürfen wir den Blogger-Joker ziehen und kommen so schon vor dem offiziellen Termin in den Genuss einer exklusiven Mini-Führung von Zoodirektor Jochen Reiter persönlich.

Aquazoo Löbbecke Museum Düsseldorf Wiedereröffnung
Bei unserem Besuch ist noch alles abgesperrt. Inzwischen sind alle Gäste wieder herzlich willkommen.

Um es kurz zu machen: Allein schon der Aquazoo ist ein veritabler Grund für einen Trip nach Düsseldorf mit Kindern! Die Ausstellung lebendiger Tiere und hintergründige Wissensvermittlung greifen hier ähnlich perfekt ineinander wie im Bremerhavener Klimahaus und im Darwineum des Zoo Rostock.

Nur allzu gerne lassen wir uns von Jochen Reiters Enthusiasmus anstecken. Es wäre leicht, mindestens den ganzen Vormittag, wenn nicht den gesamten Tag zwischen Papageientauchern, Muränen und Seesternen auf der einen und Vitrinen, Animationen und Mitmach-Stationen auf der anderen Seite zu verbringen.

Aquazoo Löbbecke Museum Düsseldorf Anton-Lendle-Riff
Die Oman-Kuhnasenrochen im neuen Anton-Lendle-Becken gibt es deutschlandweit in keinem anderen Zoo zu sehen.

Was genau die Besucher seit der Eröffnung erwartet, erzähle ich demnächst noch mal ausführlich in einem extra Blogpost. Bis dahin verweise ich für Details auf die Webseite des Aquazoos.

Abschluss im Neandertal

Den restlichen Sonntag verbringen wir im grünen Neandertal, das kaum eine halbe Stunde von Düsseldorfs Innenstadt entfernt liegt.

Hauptsehenswürdigkeit ist hier das Neanderthal-Museum, das unseren frühmenschlichen Verwandten in aller Ausführlichkeit vorstellt. Auch hier beschränke ich mich fürs erste auf ein einfaches: „Unbedingt machen!“

Neanderthal-Museum Düsseldorf
Blogger meets Neandertaler. Wer von uns beiden sympathischer aussieht, steht zum Glück nicht zur Diskussion.

Die Dauerausstellung funktioniert hauptsächlich über Kopfhörer: Die als Wachsfiguren detailliert nachgestellten Frühmenschen erzählen ihre Geschichte selbst. In der noch bis November laufenden Sonderausstellung „2 Millionen Jahre Migration“ lernen wir eine Menge über die Besiedlung unseres Kontinents.

Neanderthal-Museum Düsseldorf Sonderausstellung Migration
Ich dachte immer, ich weiß so ungefähr Bescheid. Wie sich herausstellte, konnte ich gemeinsam mit den Jungs noch eine Menge lernen.

Auch hierüber plane ich noch einen ausführlichen Blogpost (denn den hat das Neandertal verdient!) und verweise bis dahin auf die Webseite des Museums.

Tipps für einen Kurzurlaub in Düsseldorf mit Kindern (oder ohne)

Zum Abschluss habe ich noch ein paar allgemeine Tipps für Düsseldorf mit Kindern parat.

  • Ein normales Wochenende wird knapp. Wenn ihr könnt, gönnt euch drei Tage in der Landeshauptstadt, um nicht nur die Hauptsehenswürdigkeiten abzuklappern, sondern wirklich ein Gefühl für die Stadt zu kriegen. Immerhin hatten wir einen schönen, komplett ausgefüllten Tag in der Stadt, ohne auch nur ein einziges Museum von innen gesehen zu haben.
  • Wenn das Wetter es zulässt, lauft! Dass die öffentlichen Verkehrsmittel in der Düsseldorf-Card „all-inclusive“ sind, ist prima. Aber zumindest ein bisschen am Rhein entlang flanieren, muss drin sein. Wenn ihr in der Jugendherberge absteigt, ist der etwa halbstündige Spaziergang über die Rheinkniebrücke hin zur Altstadt die ideale Einstimmung auf die Stadt.
  • Findet eure eigene Balance zwischen Kulturangeboten und City-Flair! Mit der Düsseldorf-Card habt ihr die freie Auswahl aus mehr als einer Handvoll Kunst-Ausstellungen, Galerien und Museen, in denen ihr mit der Karte freien Eintritt habt. Für etliche andere gibt es Rabatt. Aber auch draußen gibt es so viel zu gucken und zu erleben! Das Tolle ist, dass ihr mit der Karte nichts planen müsst, sondern alles spontan entscheiden könnt – je nach Wetter, Lust und Laune.
  • Die Düsseldorf-Card gibt auch Ermäßigungen auf diverse Abendveranstaltungen, zum Beispiel im Apollo-Varieté oder im Theater. Da würde ich mir beim nächsten Mal auf jeden Fall was aussuchen, da ist bestimmt auch was Familienfreundliches dabei.
  • Plant einen ganzen Tag fürs Neanderland ein! Das Neandertal ist ein ideales Gegengewicht zur Großstadt Düsseldorf. Schon kurz hinterm durchgestrichenen Ortsschild wird es grün und idyllisch. Im Neanderthal-Museum verbringen durchschnittliche Besucher gut zwei Stunden. Ein Spaziergang zur Fundstelle und der Rundgang durch das Eiszeitliche Wildgehege dauern mindestens noch mal ebenso lange. Mehrere Restaurants, Cafés und ein Minigolfplatz komplettieren das Angebot im direkten Umkreis des Museums. Wenn man es drauf anlegt, kann man das Neandertal sicher auch an einem halben Tag abfrühstücken, aber verdient hat es definitiv einen ganzen.
  • Gleiches gilt eigentlich für den Aquazoo Löbbecke Museum. Auch hier kann man innerhalb von zwei Stunden durcheilen, wenn man unbedingt will. Wer sich die Tiere richtig angucken möchte, den Animationen und Spielstationen angemessenen Raum gibt und auch die Bildungsangebote wie den botanischen Spaziergang durchs Tropenhaus annimmt, braucht schnell doppelt so lange.
  • Fahrt mit der Bahn hin! Wir sind zwar mit dem Auto angereist (das war für uns einfach praktischer, weil wir Martin so direkt von der Arbeit abholen konnten, was uns eine gute Stunde früher auf den Patt gebracht hat). Innerhalb Düsseldorfs sind aber a) Parkplätze rar und teuer und b) der öffentliche Nahverkehr ganz gut ausgebaut (und mit der Düsseldorf-Card ja auch inklusive).
Sehenswürdigkeiten in Düsseldorf Fußgängerampel orange
Und zum Schluss noch eine ganz besondere Sehenswürdigkeit in Düsseldorf: die Fußgängerampeln „mit orange“. Total praktisch! Ich frage mich, warum sich dieser Modellversuch nicht deutschlandweit durchgesetzt hat.

Transparenzhinweis: Wir waren auf Einladung der Tourismuszentrale Düsseldorf und der Jugendherberge Düsseldorf unterwegs. Unsere Unterkunft mit Teilverpflegung, die Düsseldorf-Card und die Tickets für die Schifffahrt haben wir kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, um darüber berichten zu können. Gleiches gilt für die Führung im Aquazoo Löbbecke Museum und den Eintritt im Neanderthal-Museum. Unsere Meinung beeinflusst dieser Fakt nicht (wohl aber die schlichte Möglichkeit, uns überhaupt eine bilden zu können, weshalb wir herzlich für die Unterstützung danken und grundsätzlich ehrliches Feedback zurückgeben).

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