Urlaub im österreichischen Salzkammergut ist idyllisch (und nicht ganz billig). Wer wie wir mit der ganzen Familie anrückt und eine Woche bleibt, braucht ein paar Ideen, was man unternehmen könnte. Wir haben in dem kleinen Dorf Krungl bei Bad Mitterndorf gewohnt, und das haben wir gemacht:

  • Stadtbummel durch Salzburg. Die Mozart-Stadt ist auf jeden Fall auch mit Kindern einen Ausflug wert. Den ausführlichen Bericht unseres Besuchs gibt es hier zu lesen.

    Nicht zu übersehen: Mozarts Geburtshaus. Nicht im Bild: Touristenmassen und ein Supermarkt im Erdgeschoss.

    Nicht zu übersehen: Mozarts Geburtshaus. Nicht im Bild: Touristenmassen und ein Supermarkt im Erdgeschoss.

  • Wandern auf der Tauplitzalm. Bei halbwegs schönem Wetter ein absolutes Muss! Warum, steht hier.

    Wendepunkt unserer Mini-Almwanderung an der schönen Aussicht auf den Steirersee.

    Wendepunkt unserer Mini-Almwanderung an der schönen Aussicht auf den Steirersee.

  • Relaxen in der Grimming-Therme. Die recht neue Anlage in Bad Mitterndorf rettet über einen halben Regentag. Wer deutsche Spaßbäder gewohnt ist, wird allerdings enttäuscht sein. Zwar gibt es ein nettes Baby-Becken und auch eine längere Wasserrutsche für ältere Kinder, aber nachdem unsere Jungs die 20 Mal benutzt haben, können sie nur noch gelangweilt im heilsamen Thermalwasser dümpeln. Dazu ist der Eintritt sehr teuer: Eine Familie mit zwei Kindern zahlt 46 Euro für vier Stunden, ein Tagesticket kostet 49 Euro (aber mir ist schleierhaft, wie dieser Tag zu füllen wäre).

    Keine Wasser-Fotos, dafür eins vom Marktplatz in Hallstatt...

    Keine Wasser-Fotos, dafür eins vom Marktplatz in Hallstatt…

  • Einkehr auf der Eselalm. Die urige Hütte ganz in der Nähe von Bad Mitterndorf bietet Kindern im Inneren selbst bei Regen viel zu schauen, denn die Holzwände sind mit alten Werkzeugen und anderen spannenden Dingen bestückt. Noch besser ist es bei Sonnenschein: Das Außengelände ist ein einziger Spielplatz mit Trampolinen, Bobbycar-Rennbahn und Seilbahn. Und natürlich weiden in Sichtweite ein paar Esel. Das Preisniveau ist völlig in Ordnung, empfehlenswert ist die Pizza, deren Belag man sich selbst zusammenstellen kann. Einziges Manko: Auch drinnen wird geraucht.

    Schönes Ziel mit Kindern: die Eselalm in Bad Mitterndorf.

    Schönes Ziel mit Kindern: die Eselalm in Bad Mitterndorf.

  • Wanderung auf dem geologischen Lehrpfad. Von Bad Mitterndorf nach Obersdorf und zurück führt ein rund zehn Kilometer langer Weg, gut ausgebaut und sogar halbwegs geeignet für Kinderwagen. Der Obersdorfer Rundweg ist vorbildlich ausgeschildert und in regelmäßigen Abständen mit Infotafeln bestückt, die berichten über die Entstehung des Tals, der Moore und was sonst so los war in der Eiszeit. Mit einem Picknick im Rucksack funktioniert die Strecke wunderbar als Tagesausflug.

    hallstatt-alpenveilchen

    Und überall gibt’s etwas zu entdecken. Hier ein Alpenveilchen in freier Wildbahn.

  • Ein Tag in Hallstatt. Das kleine Städtchen liegt wildromantisch am Hallstattsee und blickt auf eine extrem lange und ereignisreiche Geschichte zurück. Seit rund 7000 Jahren wird hier Salz abgebaut. Wer das Tourismus-Erlebnis „Salzwelten“ mitmachen möchte, muss erst einmal ins nahe gelegene Hochtal gelangen: entweder mit der Seilbahn (14 Euro für eine Familie mit zwei Kindern) oder über einen etwa einstündigen, steilen, aber spannenden und mit vielen Infotafeln ausgestatteten Fußpfad. Dort oben liegt außerdem das berühmte Gräberfeld aus der frühen Eisenzeit, welche eben deshalb den Namen „Hallstattzeit“ bekam. Rund 2000 Gräber, reichhaltig ausgesattet mit Beigaben, zeigen, dass schon lange vor den Römern Handel bis nach Afrika und an die Ostseeküste betrieben wurde. Auf dem Weg zum Grubeneingang liegt ein frei zugängliches Schaugrab, ansonsten werden archäologisch Interessierte dort oben aber enttäuscht sein. Die Führung durch die „Salzwelten“ ist vor allem für Kinder spannend, aber beim „Infotainment“-Konzept überwiegen doch deutlich die hinteren beiden Silben. Die Geschichte des Salzabbaus ist aufwändig inszeniert und mit allen Finessen der modernen Technik dargestellt. Am unterirdischen Salzsee erwartet uns eine Komposition aus Sound und farbigem Licht, mehrmals fahren Leinwände aus der Stollenwand, um den Besuchern die Entstehung des begehrten Handelsguts und die Nutzung der Lagerstätten in den verschiedenen Epochen der Geschichte zu vermitteln. Höhepunkt ist die 64 Meter lange Holzrutsche. Das Vergnügen dauert nur ein paar Sekunden, aber die machen zugegebenermaßen einen Heidenspaß! Etwa eine Stunde nach Betreten des Stollens befördert uns eine Grubenbahn wieder ans Tageslicht, und wir laufen eine weitere Stunde zurück ins Tal (da wir zu geizig und zu höhenängstlich für die Panoramabahn sind). Der ganze Spaß kostet für eine Familie mit zwei Kindern 48,50 Euro, dazu kommt das Parkticket mit 7,50 Euro und ggf. die Panoramabahn mit 14 Euro. Gratis dazu gibt’s bei anschließender (und lohnender) Ortsbesichtigung den Anblick von haufenweise asiatischen Touristinnen in gemieteten Dirndln.
    Fahren oder Laufen? Wer in die "Salzwelten" will, muss jedenfalls da hoch.

    Fahren oder Laufen? Wer in die „Salzwelten“ will, muss jedenfalls da hoch.

    Einmal selber Bergmann sein: Ausgestattet mit der passenden Schutzkleidung dürfen die Jungs das bronzezeitliche Gerät ausprobieren.

    Einmal selber Bergmann sein: Ausgestattet mit der passenden Schutzkleidung dürfen die Jungs das bronzezeitliche Gerät ausprobieren.

    Unterirdisches Erlebnis: In den "Salzwelten" tönt und leuchtet es.

    Unterirdisches Erlebnis: In den „Salzwelten“ tönt und leuchtet es.

  • Österreich kulinarisch genießen. Unabdingbar bei einem Österreich-Trip ist natürlich die nähere Bekanntschaft mit den Mehlspeisen! Kaiserschmarrn, Germknödel, Salzburger Nockerln, Palatschinken, dazu Sachertorte und auch der Apfelstrudel in zahlreichen Varianten – so schnell geht den Naschkatzen hier die Auswahl nicht aus.
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Machen glücklich: Silas‘ Germknödel und meine Kaiserschmarrn.