Osterferien: Roadtrip zwischen Schwarzwald und Schweiz

Wir sind zurück aus den Osterferien und haben eine Menge erlebt! Bevor ich anfange, alles detailliert aufzudröseln und über jedes unserer Ziele anständig zu berichten, muss ich einmal geballt erzählen, wie’s war. Ich seh das nämlich schon kommen, dass sich das wieder ewig hinzieht, weil wir einfach so viele so tolle Dinge gemacht haben an so vielen wunderbaren Orten, und ich über jeden davon angemessen schreiben möchte. Schließlich ist das der Sinn dieses Blogs, anderen Familien ausführliche Inspiration und Entscheidungshilfen für den eigenen Urlaub zu liefern. Also gibt es jetzt einmal den Rundumschlag unserer neun Tage zwischen Schwarzwald und Schweiz – und dann später noch mal alles „richtig“ in der gebotenen Ausführlichkeit.

Reiseblogger-Kooperation: Was das bedeutet

Den allergrößten Teil unserer Reise haben wir diesmal als Kooperation mit verschiedenen Partnern stemmen können, die uns bei der Recherche unterstützt haben. Ob und wie man sowas gesetzlich korrekt kennzeichnen muss, ist immer noch nicht verbindlich geklärt. Manche Kollegen und auch Anwälte finden, dass derlei Unterstützung alle daraus resultierenden Berichte pauschal zu Werbung macht, die schon im Titel entsprechend gekennzeichnet werden muss. Diese Meinung teile ich absolut nicht, denn „Werbung“ hieße ja, dass ich von jemandem Geld dafür bekomme, damit ich einer Dienstleistung entsprechend schreibe, was er oder sie will. Das passiert hier bei family4travel aber nur ganz selten, und zwar nur dann, wenn „Werbung“ im Titel steht.

„Werbung“ fürs Reisen mit Kindern an sich mache ich dagegen in jedem einzelnen meiner Berichte, schätze ich, auch in der unterm Strich wesentlich größeren Hälfte, bei der wir alles selbst bezahlt haben. Demnach wäre jeder Artikel Werbung für das jeweilige Reise- oder Ausflugsziel.

Schweiz mit Kindern
Glückliche Kinder im Urlaub (hier bei unserer Pause am Vierwaldstättersee) sind irgendwie immer Werbung für das jeweilig Urlaubsziel, oder? Ich schreibe eigentlich immer einfach nur auf, wie’s war.

Als hoffentlich transparentere Kennzeichnung für diese Art von Unterstützung wähle ich deshalb den Terminus „Reiseblogger-Kooperation“. Da der nicht offiziell definiert ist, ist das auch alles andere als wasserdicht. Mir gefällt er aber, und ich schreib halt auch immer direkt (spätestens unter dem Artikel), was wir wofür bekommen haben. Also hoffe ich einfach mal, dass niemand die bösartige Energie aufbringt, ausgerechnet mit mir ein juristisches Exempel statuieren zu wollen…

Reiseblogger-Kooperation heißt also: Wir sind bei der Recherche für diese Artikel mit Sachleistungen unterstützt worden, um darüber journalistisch frei schreiben zu können. In welcher Form das passiert ist, steht diesmal ziemlich deutlich im Text, normalerweise schreibe ich es in jedem Artikel transparent unten drunter.

Schweiz, Tessin, Maggia-Tal
Übers Maggia-Tal nordwestlich von Locarno werde ich zum Beispiel schreiben, ohne dass mir irgendjemand einen Wink dazu gegeben hätte (allerdings haben wir die dazugehörige Übernachtung in Locarno auf Einladung der Schweizer Jugendherbergen gewuppt – das werde ich dann transparent im Beitrag vermerken). Der winzige Punkt auf der Brücke bin übrigens ich!

Vom Schwarzwald bis in die Schweiz

Das Schöne an solchen Kooperationen ist, dass wir auf diese Weise oft an Orten landen, von denen wir gar nicht wussten, wie schön sie sind. Häufig sind Einladungen Überraschungseier, wenn ein Hotel oder eine Region an mich herantreten und anfragen, ob wir nicht mal vorbeikommen wollen. Beste Beispiele waren da unter anderem Merseburg und Weißenfels in Sachsen-Anhalt, von denen ich im ersten Moment nicht einmal wusste, wo das liegt, und von denen ich heute noch schwärme. Oder das Vogtland. Oder Bad Zwischenahn in Niedersachsen.

Bei anderen Orten braucht man mich dagegen nicht lange bitten. Die Schweiz ist so ein Land, das ich seit unserer – auch völlig zufällig zustande gekommenen – Backpacking-Tour zu Ostern 2016 echt lieben gelernt habe.

Schweiz Vierwaldstättersee Tellsplatte
Ich meine, was kann man daran nicht lieben? (Blick auf den Vierwaldstättersee an der Tellsplatte von unserem Pausen-Punkt aus auf dem Rückweg).

Als mir vergangenes Jahr eine Einladung zu einer Pressereise der Schweizer Jugendherbergen ins Postfach flattert, bin ich daher sehr betrübt, absagen zu müssen. Aber ein Wochenend-Trip ins Alpenland ist von unserer norddeutschen Homebase aus einfach nicht drin (zumindest als Nicht-Flieger, und da hab ich meine Prinzipien).

Die zuständige PR-Frau tröstet mich: Wir sind auch jederzeit zu einem individuellen Recherche-Aufenthalt willkommen. Und so beginnen wir zu puzzeln. Denn ein Recherche-Aufenthalt ist immer etwas anderes als ein Familienurlaub. Er bedeutet im Idealfall eine Menge Spaß, eine schöne Zeit mit der Familie und tolle Erlebnisse, die mir und den Kindern auch persönlich etwas bringen. Aber es ist kein relaxtes Urlauben, und vor allem sind nicht mehr als zwei oder drei Nächte erforderlich, um genügend Material für entsprechende Berichterstattung zu sammeln. Selbst wenn die Einladenden uns den Spaß gönnen würden, wären wir dann schnell an dem Punkt, an dem die Angelegenheit als geldwerter Vorteil gelten und versteuert werden müsste – und dann würde ich bei meiner Arbeit nur noch beilegen. Also gilt es, echte Win-Win-Win-Möglichkeiten zu schaffen.

Tessin, Lugano mit Kind
Ich möchte später schließlich auch über mehr als nur gute Übernachtungsmöglichkeiten berichten können und nicht nur von einem Hotel zum anderen hetzen, sondern zum Beispiel auch Lugano mit Kindern anständig erkunden.

Mit einem Jahr Vorlaufzeit und tatkräftiger Unterstützung der PR-Agentur sowie des Tourismus-Verbands ZweiTälerLand im südlichen Schwarzwald gelingt das in diesem Fall hervorragend. Wir reihen vier verschiedene individuelle Kurz-Recherchen aneinander. So lohnen sich die Fahrtkosten (die ich generell selber trage) und vor allem die Fahrtzeiten. Ich bekomme effizient eine Menge neues Material fürs Blog. Und auch wenn Martin und die Jungs in ihrer Freizeitgestaltung dadurch zu deutlich eingeschränkt sind, um es wirklich Urlaub zu nennen, haben alle was davon.

Erste Station: Das Elztal im Südschwarzwald

So tingeln wir am ersten Tag der Osterferien quer durch Deutschland, um den Schwarzwald zu erreichen. Wir sind bestens ausgestattet mit einer ganzen Batterie Hörbücher aus der Bücherei. Die Verkehrslage ist überraschend gut, die Kinder sind – im Moment – groß genug, dass sie kaum noch Pausen brauchen. So legen wir unseren ersten Zwischenstopp erst in Baden-Baden ein und sind dann fast schon da.

Baden-Baden
In Baden-Baden regnet es, und wir kriegen keinen Tisch in drei verschiedenen Cafés. Decken wir deshalb den Mantel des Schweigens über diese Stadt.

Unser Ziel ist das Elztal im südlichen Schwarzwald. Seit einem schönen, aber viel zu kurzen Presse-Aufenthalt vor mehreren Jahren schiele ich schon lange auf eine Möglichkeit, in diese doch wirklich reizvolle Region Deutschlands zurückkehren zu können.

schwarzwald hotel pfauen oberprechtal
Die Schwarzwald-Idylle liegt direkt vor unserer Haustür: Blick vom Balkon unserer ersten Unterkunft auf Oberprechtal.

Das Elztal ist die eine Hälfte des ZweiTälerLands, das im südwestlichen Zipfel des Schwarzwalds eine touristische Marke bildet. Hier gibt es all das, was man von der typischen Schwarzwald-Romantik erwartet. Und doch ist es nicht weit bis nach Freiburg oder eben auch in die Schweiz oder nach Frankreich. Für einen längeren Familienurlaub stelle ich mir das Städtchen Elzach oder die umliegenden Dörfer als ideale Basis vor.

Die Jungs und das Wellness-Hotel

Unsere erste Unterkunft ist gleich der Hammer: Wir sind in das frisch eröffnete Wellness-Hotel „Zum Pfauen“ in Oberprechtal eingeladen. Das Vier-Sterne-Haus wäre normalerweise eher nicht unsere Kragenweite, denn es eignet sich eher für eine entspannte Auszeit ohne Kinder. Eigentlich sollten wir auch gar nicht hier einchecken, sondern im nahegelegenen Hotel 9 Linden direkt in Elzach. Das ist mit seinen No-Nonsense-Zimmern und zwei völlig autarken Ferienwohnungen viel eher auf Familien ausgelegt. Aber in Zeiten übervoller Auftragsbücher örtlicher Handwerker ist es nicht rechtzeitig fertig geworden.

schwarzwald hotel pfauen zimmer
Auch im „Pfauen“ riecht alles noch nach neuem Holz.

So kommen wir in den feinen Genuss des „Pfauen“, denn der gehört demselben Inhaber. Und wir stellen fest: So ein kleiner Wellness-Urlaub ist auch mit Kindern überhaupt nicht verkehrt! Mit zwölf und fast 15 sind unsere Jungs alt genug, den Luxus wirklich zu schätzen zu wissen. Silas zieht bedächtig ein paar Bahnen im Pool und darf dann ausnahmsweise, weil wir heute die einzigen im Wellness-Bereich sind, mit in die Sauna (die sonst erst ab 16 ist). Janis presst am Frühstücksbuffet mit großer Ausdauer frischen Orangensaft für die ganze Familie.

schwarzwald hotel pfauen mit kindern
Die Jungs im Pool, ich bereite mich auf der Liege entspannt auf unser weiteres Programm vor.

Am Abend genießen wir ein Drei-Gänge-Menü. Viele kleinere Kinder würden mit der täglich wechselnden Auswahl aus zwei bis drei Varianten pro Gang sicher nicht glücklich werden, aber meine beiden Nachwuchs-Gourmets schwärmen wortreich für Süßkartoffelsuppe mit Kürbiskernöl und Wild-Ragout mit einem Hauch Zartbitterschokolade.

Das allem zugrundeliegende Gesundheits-Konzept der ganzheitlichen „Zellbiologischen Regulationstherapie (ZRT)“ ist ihnen freilich schnurz, und fürs Basenfasten haben sie auch nichts übrig. Aber dass ich bitteschön alleine weiter in die Schweiz fahren könne und sie währenddessen hier im Hotel bleiben wollen, da sind sie sich am zweiten Tag schon einig.

schwarzwald hotel pfauen menü
So etwas hätten die Jungs schon gerne jeden Tag. Die Dessert-Zusammenstellungen waren aber auch der reine Genuss! Das hier war Schokoladen-Parffait mit Rhabarber-Eis, Apfel- und Zitronencreme mit Himbeer-Kaviar.

Bis es einen ausführlichen Beitrag über unseren Aufenthalt im „Pfauen“ und in Oberprechtal gibt, verweise ich einfach direkt auf die Homepage des Hotels für weitere Informationen.

Absolutes Highlight: Ziege to go

Unseren allerschönsten Programmpunkt haben wir ebenfalls gleich zu Beginn unserer Reise: Wandern mit Ziegen. Auch so eine Sache, die wir uns „privat“ niemals gönnen würden, die sich aber als eine richtig, richtig tolle Erfahrung herausstellt.

schwarzwald wandern mit ziegen und kindern
Wandern mit Ziegen. Eine tolle Sache!

In Gutach im Elztal bietet Familie Kurz sich und ihre sechs Ziegen als Wanderbegleitung an. Die hochgewachsenen Anglo-Nubier laufen frei neben uns her und integrieren uns ohne viel Federlesen in ihre Herde. Andrea und ihre Tochter Leonie erzählen uns währenddessen allerhand Wissenswertes und manche lustige Geschichte, die sie mit ihren ungewöhnlichen Haustieren schon erlebt haben. Dabei laufen wir rund acht Kilometer durch den bilderbuchschönen Schwarzwald. Wer kleinere Kinder dabei hat oder einfach keine Lust auf große Touren hat, kann genausogut eine kleinere Runde drehen.

ziege to go, schwarzwald mit kindern
Die sechs Ziegen-Jungs springen frei über die Wiesen und zupfen hier ein paar Blättchen und da ein paar Halme, während wir die Aussicht genießen.

Am Ende helfen die Jungs noch bei der Versorgung der Ziegen und treten im Ziegen-Quiz gegeneinander an. Und mögen sich kaum trennen von den schnell liebgewonnenen Wander-Gefährten. Auch Martin und mir hat die begleitete Wanderung echt gut gefallen.

Mehr Infos fürs erste auf der Homepage von Ziege-to-go.

Weiter in die Schweiz: Lugano im Tessin

Dem expliziten Wunsch der Jungs zum Trotz geht es am nächsten Morgen dann doch für alle vier weiter gen Süden. Über die Grenze und durch den Gotthard-Tunnel schlängeln wir uns auf die andere Seite der Alpen.

Prompt umgibt uns Italienisch als Landessprache. Wir kennen bereits den französischen Teil der Schweiz (Lausanne, Genf und so) und Bern mitsamt Oberland. Das italienischsprachige Tessin ist Neuland für uns, und Neuland interessiert uns prinzipiell immer.

tessin lago maggiore vira palmen
Schweiz unter Palmen: Das Tessin hat was, durchaus! (Hier in Vira am Lago Maggiore.)

Unsere Luxus-Hütte auf dem Campingplatz

Ein kleines Stück außerhalb von Lugano, direkt am Luganersee, liegt der TCS-Campingplatz: unsere zweite Reiseblogger-Kooperation. Der TCS („Touring Club Schweiz“) ist das Schweizer Pendant zum deutschen ADAC und betreibt 33 eigene Campingplätze. In erster Linie richtet sich das Angebot an Urlauber mit Campern und Wohnwagen. Seit einiger Zeit aber bietet der TCS auch zunehmend Unterkunftsmöglichkeiten für Touristen, die ohne eigene vier Wände anreisen.

tcs camping lugano mobilhome außen
Aus dieser Perspektive sieht unser winziges Mobile Home mit eigener Terrasse riesig aus. Auf jeden Fall war es sehr hübsch und komfortabel.

Wir beziehen ein ausgesprochen komfortables Mobile Home. Es ist für sechs Personen eingerichtet und ausgestattet wie ein ernstzunehmendes Ferienhaus. Wir kennen das Konzept schon von Korsika, wo wir sehr positiv überrascht waren. Unser Häuschen in Lugano ist noch mal eine Spur schicker und durchdachter. Jedes Utensil hat hier seinen Platz, an beinahe alles ist gedacht.

tcs camping lugano glamping
„Glamping“ heißt das Zauberwort: Richtige Betten und zwei voll ausgestattete Bäder mit Dusche gehören dazu.

Wir genießen unsere Selbstversorgerunterkunft, die uns die hohen Nebenkosten beim Schweiz-Urlaub abfedern hilft.

Alle Camper (wie auch Hotelgäste und solche, die in Jugendherbergen übernachten) bekommen automatisch die Tessin-Card, in die der öffentliche Nahverkehr inkludiert ist. So fahren wir von unserem Campingplatz bequem und ohne Parkplatznot ins Stadtzentrum, wo wir Lugano mitsamt seiner Palmen und Gärten erkunden.

Schweiz, Tessin, Lugano promenade
Lugano ist ein wunderschönes Städtchen, vor allem im Frühling, wenn alles blüht. Auch davon möchte ich unbedingt noch ausführlich erzählen.

Mehr Infos über TCS-Campingplätze und die verschiedenen „Glamping“-Möglichkeiten gibt es bis auf weiteres auch nur direkt auf deren Homepage.

Locarno: Zwischen Palmen und Schnee

Unsere zweite Station im Tessin ist gar nicht weit. Nur rund eine Stunde fahren wir vom Luganersee eins weiter bis zum Lago Maggiore, an dem Locarno liegt. Auf dem Weg machen wir Halt am Südufer. In dem kleinen Ort Vira parken wir gratis fast direkt am Wasser und laufen einmal durch die schmalen Gassen.

tessin lago maggiore vira mit kindern
Sandstrand gibt’s natürlich nicht. Brauchen die Jungs auch nicht, ihnen reichen auch im Teenageralter noch Steine zum Inswasserschmeißen (merkwürdig, dass das ein immanentes Grundbedürfnis bei Kindern zu sein scheint, oder?).

Natürlich erkunden wir auch die Stadt Locarno samt der berühmten Pilgerkirche Madonna del Sasso im Ortsteil Orsina. Und einen ganzen Tag verbringen wir oben in den Bergen, wo das mittelalterliche Dorf Bosco Gurin der deutschsprachigen Minderheit der Walser liegt – eine wirklich spannende Exkursion!

Schweiz, Tessin, Bosco Gurin mit Kindern
Auf 1500 Metern Höhe liegt noch ein bisschen Schnee. Ein schöner Kontrast zu den Palmen im Tal.

Schweiz low budget in der „Jugi“

Unsere Basis ist währenddessen die Jugendherberge von Locarno, gleich in Laufreichweite zur Altstadt. Wir sind ja ohnehin Fans der Jugendherbergen, die in der Schweiz einheitlich „Jugi“ heißen und mehr noch als ihre modernen deutschen Pendants eigentlich Hotel-Standard (für deutsches Gefühl allerdings auch Hotel-Preise) haben. In Interlaken sind wir schon einmal in den Genuss einer solchen Unterkunft gekommen.

Jugendherberge Locarno
Die Jugendherberge Locarno besteht aus einer alten Villa mit neuem Anbau. Oben links war unser Zimmer mit dem riesigen Balkon.

Unser 4-Bett-Familienzimmer mit Doppel- und Hochbett sowie eigenem Bad entspricht jedenfalls unseren Ansprüchen vollkommen. Es liegt im Altbau des Anwesens und hat eine eigene Tür zum großen Balkon, den wir uns mit drei weiteren Zimmern teilen. Hier sitzen wir abends im mediterranen Frühling nur mit Strickjacke, verputzen unsere sparsame Take-Away-Pizza mit Blick auf die Palmen im Vorgarten und spielen anschließend noch ein paar entspannte Runden Rommé.

jugendherberge locarno familienzimmer
Familienzimmer mit Spielkiste.

Mehr Infos über die Schweizer Jugis im Allgemeinen und die in Locarno speziell gibt es auf deren Homepage.

Schwarzwald Teil 2: Welcome back

Karfreitag braut sich vor den Alpen ein ziemlich schlimmer Stau zusammen. – Kein Problem für uns, denn wir fahren antizyklisch in die entgegengesetzte Richtung. Tatsächlich ist dieses Jahr das Wetter nördlich der Alpen ohnehin besser, und der Abschied vom Süden fällt uns so nicht so schwer.

Schweiz Autobahn Gotthard-Tunnel
Am anderen Ende des Tunnels ist der Himmel promt wieder blau – und wir froh, dass wir nicht Richtung Süden wollen.

Bevor wir wieder ganz Richtung Heimat müssen, liegen aber noch einmal zwei volle Tage Reisevergnügen im Schwarzwald vor uns. Witzigerweise geht es zurück ins Elztal. Nur 20 Kilometer von unserer ersten Station entfernt checken wir im Gästehaus Gehri in Waldkirch ein.

Gästehaus Gehri Waldkirch
Ein Haus mit immenser Tradition: Das Gästehaus Gehri beherbergt in der einen oder anderen Form seit dem 17. Jahrhundert auswertige Besucher.

Hier beziehen wir zwei Zimmer, die über einen privaten Flur miteinander verbunden sind, aber jeweils über ein eigenes Bad verfügen. Eine kleine Küche würde uns sogar Selbstverpflegung ermöglichen. Leckeres Frühstück gibt es aber ohnehin in der Hirschenstube nebenan. Und ein winziges Stück die Straße runter ist die „Straußi“, eine ur-badische Gastwirtschaft, in der uns das Preisgefüge nach fünf Tagen Schweiz ziemlich gut gefällt.

gästehaus gehri waldkirch aussicht
Die Aussicht von unserem Balkon geht wieder mitten ins Grüne.

Mehr Infos auf der Homepage des Gästehaus Gehri.

Rundum-Familienurlaub in Waldkirch

Am folgenden Tag genießen wir noch einmal volles Programm. Waldkirch ist so etwas wie das Zentrums des Elztals in Sachen Familienurlaub: Hier gibt es nicht nur den Schwarzwaldzoo, sondern auch den Baumkronenpfad (und einen tollen Park mit Spielplatz und Minigolf und noch so allerlei).

Schwarzwaldzoo Waldkirch
Silas auf Streifzug durch den Schwarzwaldzoo.

Mit tierischen Begegnungen kann man meine Jungs tatsächlich auch im fortgeschrittenen Kindesalter von 12 und fast 15 noch locken. Silas begeistert eine Nah-Känguru-Erfahrung, als ihm eins der kleinen Bennet-Hüpfer im Freilauf-Gehege beinahe über die Füße hoppelt. Janis unterhält sich eingehend mit der Aspisviper.

Sinnesweg Waldkirch
Den Wald mit allen Sinnen zu erfahren (und dabei möglichst nicht merken, wie steil der Anstieg zum Baumkronenpfad ist): Das klappt auf dem „Sinnesweg“ ganz gut. Silas widmet sich der Erforschung des Waldbodens mit einer Lupe.

Eine kurze, aber verdammt steile – dafür aber als „Sinnesweg“ mit vielen Mitmach-Stationen sehr ansprechend gestaltete – Wanderung später stehen wir dann auf dem Baumkronenweg Waldkirch. Der ist eher kurz, dafür aber so gestaltet, dass auch ich Höhenmuffel keine Einwände habe. Und drumherum gibt es noch den Barfuß-Pfad, den wir prompt ausprobieren, einen wackeligen Abenteuer-Pfad und eine kleine Runde durchs Totholz sowie – gegen Aufpreis – Europas längste Tunnelrutsche.

baumkronenpfad waldkirch von oben
Blick vom Baumkronenpfad auf Teile des Abenteuerpfads.

Mehr Infos zum Schwarzwaldzoo und zum Baumkronenweg auf den jeweiligen Homepages.

Der Bonus-Track: Tübingen und Alsfeld

Und weil wir uns beim Reisen alle vier wieder so wohlfühlen (und weil Martin noch ein paar „Hotel-Bonusmeilen“ aus seiner Geschäftsreisen-Zeit übrig hat), buchen wir kurzentschlossen noch eine neunte Nacht auf eigene Kosten dazu. Schließlich ist der Ostermontag eh ein Feiertag, und Martin muss erst Dienstag wieder arbeiten. Er sucht irgendwas auf dem Weg, sodass wir noch den Großteil des Tages in Süddeutschland verbringen können, am Montag aber trotzdem rechtzeitig zum österlichen Kaffeetrinken bei Oma und Opa sind.

Wunderschönes Tübingen

Den vorher gewonnenen Tag (Ostersonntag) verbringen wir in Tübingen. Auch dieses Ziel haben wir entlang unserer Fahrstrecke ganz spontan von der Landkarte gepickt. Wikipedia sagt, die Stadt sei hübsch, und wir fahren einfach mal hin, um das zu überprüfen.

Tübingen
Die Stadtansicht vom Neckar aus mit dem Hölderlinturm links gilt als Schokoladenseite Tübingens. Es gibt aber noch viel mehr schöne Ecken!

Schlagendes Argument für Tübingen ist allerdings, dass das dortige Museum für Alte Kulturen die ältesten Kunstwerke der Menschheit zeigt. Die Miniaturen aus den diversen umliegenden Höhlen der Schwäbischen Alp sind bis zu 40.000 Jahre alt – beinahe unvorstellbar. Berühmt ist vor allem das Pferdchen aus der Vogelherd-Höhle. Ha, und wir haben es jetzt gesehen! :)

Vogelherd-Pferdchen, Museum Tübingen
Ostergeschenk von mir an mich: Museumsbesuch bei der Eiszeit-Kunst.

Auch sonst ist Tübingen eine echt schöne Stadt, die – irgendwann – hier definitiv auch noch einen eigenen Beitrag bekommen wird.

Alsfeld in Hessen

Martins Wahl in Sachen Übernachtung fällt eher zufällig auf das Hotel Klingelhöffer in Alsfeld – einfach, weil der Ort in der richtigen Entfernung auf dem Weg liegt, weil der Preis für ein Familienzimmer mit vier Betten (nach Abzug unseres Gutscheins) erträglich ist und die Bewertungen anderer Gäste über entsprechende Portale vom reichhaltigen Frühstück schwärmen.

Familienzimmer Hotel Klingelhöffer Alsfeld
Hotels, die Zimmer mit vier festen Betten auch für Familien mit größeren Kindern anbieten, muss man mit der Lupe suchen. Wir haben eins gefunden!

Davon, dass auch Alsfeld selbst ein richtig hübsches Fachwerkstädtchen ist, kriegen wir leider nur noch wenig mit, da wir spät ein- und früh wieder auschecken. Wir notieren die hessische Kleinstadt mit der verkehrsgünstigen Lage jedoch für einen zukünftigen Besuch.

Rathaus Alsfeld
Das schicke Fachwerk-Rathaus von Alsfeld betrachten wir nur noch im Vorbeigehen, nachdem wir uns schnell noch was zu Essen besorgt haben.

Transparenz-Hinweis: Noch mal zurück zum Thema Werbung und Kennzeichnung, das mir als verantwortungsbewusstem Blogger echt schwer auf der Seele lastet. Auf unserer Oster-Reise haben wir also in vier verschiedenen Unterkünften übernachtet, die uns als Reiseblogger eingeladen haben – natürlich in der Hoffnung, dass wir dann nicht nur über die Region, sondern auch über die Unterkunft berichten. Und das mache ich auch, weil ich der Meinung bin, damit meinen Lesern hilfreiche Inhalte zu bieten. Es gibt aber keinen Auftrag, keine vereinbarte Gegenleistung. Ich bin mein eigener Chef und schreibe unbeeinflusst meine eigenen Erfahrungen nieder, nach journalistischer Arbeitsweise, wie das im Reiseteil der Zeitungen und Zeitschriften auch passiert.

Da ich euch Leser schlecht fürs Lesen zur Kasse bitten kann (wie das früher mal bei den Zeitungen üblich war) und ich meine Texte auch nicht mit plumper blinkender Werbung einrahmen möchte (wie das inzwischen bei den Zeitungen üblich ist), ist das in meinen Augen die sinnigste Möglichkeit, euch regelmäßig gut recherchierte Reiseberichte aus erster Hand und eigener Produktion liefern zu können. Denn dass wir mit unserem ganz durchschnittlichen Familieneinkommen nicht komplett auf eigene Kosten so viel reisen können, dürfte jedem klar sein, der sich eine Minute zum Nachdenken nimmt. Ich verspreche jedenfalls, dass – in jedem Artikel, immer – ich nach bestem Wissen und Gewissen wahrheitsgemäß berichte und mich von dem Fakt, dass wir die ausprobierten Leistungen nicht selbst bezahlt haben, keinesfalls automatisch zum Jubeln hinreißen lasse.

6 Gedanken zu „Osterferien: Roadtrip zwischen Schwarzwald und Schweiz“

  1. Liebe Lena,
    wie toll, ihr wart nun auch in der coolen Jugi von Locarno. Der Fußboden in der Lobby ist doch der Hammer, oder?!? Aber zu welcher unsäglichen Uhrzeit wart ihr denn bitte an der berühmten Brücke im Maggia-Tal? Du stehst da ganz allein, und bei unserem Besuch wäre die unter dem Besucherstrom fast zusammengebrochen …
    Jedenfalls klingt eure Reise von vorn bis hinten toll. Die Schweiz ist ja einfach immer eine Reise wert, aber auch eure Schwarzwald-Zeit hört sich klasse an. Wandern mit Ziegen wäre auch was für mich.
    Liebe Grüße
    Angela

  2. PS: Jetzt hab ich den Trick mit der Brücke durchschaut: Es ist das Maggia- und nicht als Verzasca-Tal, in dem ich und die anderen Touris waren. Sieht aber täuschend ähnlich aus.
    LG
    Angela

    1. Martin wollte erst ins Verzasca-Tal, weil er da schon mal war und es so schön fand. Ich hab dann das andere rausgesucht, weil mich die Walser interessierten, und wenn ich dich so höre, war das die richtige Wahl. ;) Aber ja, das Verzasca-Tal soll auch wunderschön sein.

    1. Wobei die Schweiz auch so vielseitig ist und so spannend durch ihre Dreisprachigkeit. Bzw. durch die drei Sprachen in einem Land, denn alle drei spricht ja kaum ein Schweizer. Im Tessin haben z.B. viele überhaupt kein Deutsch gesprochen. Finde ich voll krass irgendwie, die Vorstellung, sich mich einem Großteil seiner Landsmänner und -frauen überhaupt nicht verständigen zu können – und sich trotzdem als ein Volk zu fühlen, wie mir zumindest deutschsprachige Schweizer an anderer Stelle versicherten.

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