Das alte Kingdom of Fife liegt nordöstlich von Edinburgh. Auf unserem →Schottland-Roadtrip in den Norden bis auf die Orkney-Inseln machen wir hier für zwei volle Tage lang Station. Gute Gründe dafür sind die malerischen Fischerdörfer im East Neuk, der Südküste von Fife.
Die Highlights im East Neuk für Familien
Gleich erzähle ich unsere eigenen Erfahrungen in epischer Breite. Für alle Eiligen kommt hier die Übersicht, welche Sehenswürdigkeiten und Attraktionen ich im East Neuk von Fife in Schottland besonders empfehle – vor allem mit Kindern.
- Schwimmen in einem der kostenlosen Meerwasser-Schwimmbäder (für Kinder besser im Neo* – und Cellardyke hat ein Kinderbecken)
- Spaziergänge durch die schmalen Gassen der Fischerdörfer (unser Favorit ist Pittenweem)
- Kinderspaß auf den kostenlosen Spielplätzen (hier sind unsere Favoriten Cellardyke am Tidal Pool und Pittenweem am Sportplatz)
- zumindest ein kurzes Stück auf dem Fife Coastal Path (wir haben kurz hinterm Ortsausgang von Pittenweem Robben gesichtet)
- St. Fillian’s Cave in Pittenweem besichtigen
- die Kirche von St. Monans (kurz von außen reicht)
- Geheimtipp in den Sommerferien: „Bilderbuch-Safari“ in Pittenweem
- Spartipp: Übernachten nicht an der Küste, sondern z.B. in Cupar*
Und wenn ihr nicht so viel lesen wollt, sondern eher auf Fotos und kurze Videos steht, schaut euch einfach meinen „Live-Mitschnitt“ unseres Familienurlaubs bei Instagram an! Ihr findet mein Fife-Highlight im →Profil von family4travel.

Hübsche Häuschen, Blumen, ganz viel Atmosphäre und nie weit bis zum Meer: Das gilt für alle Fischerdörfer im East Neuk. (Das hier ist in Pittenweem.)
Welches Fischerdorf im East Neuk von Fife besuchen?
Das ist die Frage, die ich mir auch gestellt habe. Wenn man nur Zeit für einen Ort im East Neuk hat, welchen ansehen? Denn oft ist es ja so: Auf einer Rundreise möchte man Fife möglichst kompakt abhaken und für alles bleibt keine Zeit.
Welches Fischerdorf im East Neuk ist nun das schönste? Im Reiseführer meiner Wahl* habe ich keine Antwort gefunden und mich darüber geärgert. Dann habe ich selbst nachgeschaut, um wenigstens hier in meinem Reiseblog eine Antwort zu liefern. – Und bin genauso gescheitert. Sie sind halt ernsthaft alle schön und alle sehenswert. Jedes auf seine eigene Weise.
Von Ost nach West lauten die Namen der Perlenschnur:
- Crail (hat Sandstrand und Fossilien)
- Cellardyke (hat ein besonders großes Meerwasserschwimmbecken)
- Anstruther (ist besonders belebt und bietet Bootsausflüge zur Isle of Mey)
- Pittenweem (bietet die Höhle St. Fillian’s Cave)
- St. Monans (hat die Kirche direkt am Meer)
- Elie and Earlsferry (hat ganz viel Sandstrand)
In unserer auch sehr begrenzten Zeit haben wir immerhin vier der sieben berühmten Fischerorte selbst angeschaut. Mein persönlicher Favorit ist unterm Strich Pittenweem – aber das ist totale Geschmackssache. Im Folgenden berichte ich, wie ich jeden einzelnen Ort wahrgenommen und was wir dort erlebt haben.
Familienurlaub in Fife
Wir sind im East Neuk zu viert unterwegs: mit 19-jährigem Teenager und (so gut wie) siebenjährigem Kind (das ein paar Tage später an der schottischen Nordküste Geburtstag feiert). Es ist unser erster Abstecher in die Region des historischen Kingdom of Fife. Schottland als Reiseland kennen wir aber ziemlich gut. Für mich zumindest ist es das achte Mal, dass ich in Großbritanniens Norden unterwegs bin. Als eine Hälfte des Autorinnen-Duos des Familienreiseführers „Schottland mit Kindern“* kenne ich mich aber hauptsächlich an der schottischen Westküste gut aus.

Das bin ich mit meiner Reise-Crew in Fife (am St. Andrews Castle): Silas (19), Franka (fast 7) und Martin.
Auf diesem Roadtrip in den Sommerferien 2026 haben wir endlich einmal die Muße, auch abseits unserer Verpflichtungen selbst Urlaub zu machen. Da unser eigener Reiseführer in dieser Region nichts hergibt, sind wir mit dem Schottland-Reiseführer aus dem Reise Know-How Verlag* unterwegs.
Mein erster Tipp an dieser Stelle lautet gleich: Nehmt euch mehr Zeit als wir – vor allem, wenn ihr mit Kindern unterwegs seid. Plant für Fife idealerweise fünf Tage ein. (Five for Fife ist doch eine gute Faustregel.) Denn die Region ist total schön und sehenswert!
Ganz besonders gilt das für die bildschönen Fischerdörfer im East Neuk, dem „östlichen Winkel“ an der Südostküste der Halbinsel.
Wo übernachten im East Neuk?
Wenn das Geld bei euch locker sitzt, würde ich vorschlagen: Schaut euch hier in meinem Reisebericht und in dem einen oder anderen Reiseführer an, welches der kleinen Fischerdörfer euch am sympathischsten ist. Und bucht dann dort ein Cottage, Hotel oder ein nettes B&B. Booking* hat eine ziemlich große Auswahl.
Wenn ihr (wie wir) zu der bedauernswerten Mehrheit gehört, die im teuren Schottlandurlaub auf Sparsamkeit achten muss, empfehle ich euch eine Unterkunft im Landesinneren von Fife. Dort sind die Preise deutlich geringer als an der Küste. Wir selbst haben uns für eine Ferienwohnung in der Kleinstadt Cupar entschieden. Die liegt verkehrsgünstig in alle Richtungen. In einer halben Stunde seid ihr von dort aus in jedem Fischerdorf des East Neuk. (Auch hier zeigt Booking* viele Möglichkeiten, auch kinderfreundliche für Familien.)

Cupar ist nicht zu vergleichen mit den malerischen Fischerdörfern. Dafür kostet unsere Ferienwohnung hier auch nur gut halb so viel.
Ein Tag im East Neuk mit Kindern
An unserem ersten Tag in Fife herrscht richtiges Sommerwetter – für schottische Verhältnisse. Deshalb entscheiden wir uns für einen Ausflug ans Meer. Ohnehin stehen die niedlichen Fischerdörfer an der Südostküste von Fife auf unserer Bucketlist. Also fahren wir zum East Neuk – in den „östlichen Winkel“, wie sich die Bezeichnung im lokalen Dialekt übersetzen lässt.
(Und apropos lokaler Dialekt: Nachdem ich mich jahrelang an den schottischen Akzent der Westküste gewöhnt habe, ist das Scots der Ostküste doch noch mal eine ganz andere Hausnummer. Durch die verschobenen Vokale muss ich anfangs echt drei Mal nachfragen, was genau die Verkäuferin hinterm Bäckereitresen von mir wissen will. Schon peinlich für die selbsternannte Schottland-Expertin…)
Cellardyke mit Meerwasserschwimmbad
In Cellardyke besuchen wir den Tidal Pool, das kostenlose Meerwasserschwimmbad mit Kinderbecken und Spielplatz. Tipp: Auch zu Zeiten des Klimawandels erreicht das Meer hier selten mehr als 16 Grad Wassertemperatur. Wir haben uns deshalb an den Einheimischen orientiert und in einen Neopren-Shorty* investiert. (Gibt es auch gebraucht über Kleinanzeigen.)
Tidal Pools gibt es in den meisten Fischerdörfern im East Neuk und auch an vielen anderen Orten in Schottland. Wo die Küste so felsig ist, dass sich kein Sandstrand bildet und der Zugang zum Meer schwierig wird, sprengten die Gemeinden in früheren Jahrzehnten kurzerhand das Gestein aus dem Weg und gossen ein Betonbecken. Dieses wird regelmäßig bei Flut mit frischem Meerwasser befüllt. Natürlich schwappt auch alles andere mit rein, was im schottischen Meer so rumschwimmt – von der Krabbe bis zum Mikroplastik. Vor allem dürft ihr euch nicht vor Algengestrüpp ekeln, wenn ihr hier in die Fluten steigt. Und Frostbeulen haben schlechte Karten.

In Cellardyke gibt es ein großes Becken und auch ein sehr flaches Kinderbecken. (Darin sieht man halt bis auf den Grund und jede Alge.)
Der Pool von Cellardyke hat am ehesten Schwimmbad-Charakter. Auf den Felsen am Becken breiten Familien ihre Decken aus. Umkleiden haben wir keine gefunden. Beim Umziehen wahrt man den Anstand mit einem Handtuch, ist dabei aber auch nicht überpingelig. Wie heutzutage ja eigentlich überall gehen auch Kinder nicht nackig ins Wasser (allein schon der Temperaturen wegen).
Direkt oberhalb des Schwimmbads befindet sich ein sehr netter Kinderspielplatz. Darüber hinaus bietet Cellardyke nicht so ganz viel touristische Infrastruktur. Die anderen Fischerdörfer bieten alle mehr Gastronomie und Sehenswürdigkeiten. Trotzdem ist das Örtchen nett.

Mit Picknicktischen und Spielplatz direkt neben dem Pool eignet sich Cellardyke eher für einen Ausflug an schönen Tagen zum Schwimmen. (Im Sommer 2026 war es in Fife und großen Teilen von Schottland knochentrocken. Schaut euch mal überall auf den Fotos das Gras an. Kannte ich so aus früheren Urlauben nicht. Klimawandel lässt grüßen.)
Anstruther und die Isle of May
Durch das sehr touristische Anstruther fahren wir nur durch. Hübsch zurechtgemacht, aber auch sehr touristisch wirkt der kleine Ort dabei auf uns. Hier gibt es ein Fischereimuseum.
Von Anstruther legen auch die Ausflugsboote ab, die zur Isle of May hinüberfahren. Ein Wanderweg führt auf der Insel zu zwei verschiedenen Leuchttürmen. Der Trip lohnt sich für alle, die gerne Vögel beobachten. Auch Robben gibt es dabei regelmäßig zu sehen. (Vielleicht handelt es sich dabei aber auch um Selkies. Das legt jedenfalls der Roman „Eilean Mhaigh“* nahe, der zu großen Teilen auf der Insel und in St. Andrews spielt.)
Einen schönen und hilfreichen Erfahrungsbericht vom Ausflug auf die Isle of May habe ich im Reiseblog Travelinspired gefunden.
Noch ein Tipp aus unserem Reiseführer: Wer etwas auf sich hält, sagt nicht Anstruther, sondern Anster. Warum auch immer.

Schande über mich: In Anstruther habe ich kein einziges Foto gemacht. Dieses Deko-Tableau in einem Vorgarten in Pittenweem trifft es aber ganz gut. :)
Pittenweem
Unser Favorit unter den Fischerdörfern im East Neuk von Fife ist Pittenweem. Das sage ich aus voller Überzeugung – aber auch in dem Bewusstsein, dass ich überhaupt nicht alle gesehen habe. Also immer Vorsicht bei diesen selbsternannten Schottland-Expertinnen und Reisebloggern! :)
Sagen wir also lieber: Pittenweem ist ein wirklich wunderschöner Ort. (Fast alle meine Fotos in diesem Artikel stammen ja auch von dort.)

Pittenweem ist am Hang gebaut und deshalb terrassenartig angelegt. Es erinnerte uns deshalb und wegen der superschmalen Gassen ein klein bisschen an →Dubrovnik.
Dass wir hier den Großteil unseres Nachmittags im East Neuk verbringen, liegt an mehreren Dingen. Zunächst einmal amüsiert mich der Name. Ich meine: Pittenweem. Dann ist der Ort halt auch einfach zauberhaft. Und er hat eine nette kleine Attraktion zu bieten, die für Familien mit Kindern nicht nur spannend, sondern auch noch bezahlbar ist.
St. Fillan’s Cave
Mitten im Ort mit dem signifikanten Höhenunterschied liegt der Eingang zur einer kleinen Höhle. Sie ist mit einem Tor verschlossen. Den Schlüssel gibt es für zwei Pfund pro Person (Kinder zahlen voll) im nahen Cocoa Tree Café.
Früher stand direkt über der Höhle ein Kloster, das über eine Treppe mit dem Hohlraum verbunden war. Irische Mönche christianisierten Schottland im frühen Mittelalter von →Iona aus. Höhlen nutzten sie gerne als besonders heilige Orte. Entsprechend konnotiert ist St. Fillan’s Cave bis heute. Obwohl zwischenzeitlich wohl Fischer ihre Netze und Werkzeuge dort lagerten, ist der unterirdische Raum wieder als Andachtskapelle eingerichtet.

Hier ging es früher zur Kirche hinauf. Die haben später die Wikinger dem Erdboden gleichgemacht. Aber die Treppe zur Höhle ist noch da.
Seitlich geht es noch etwas weiter unter die Erde. Dieser niedrige Gang ist besonders für Kinder und Jugendliche spannend zu erforschen. Lang ist der Tunnel freilich nicht. Es gibt elektrisches Licht in der Höhle. Wenn ihr fotografieren wollt, empfiehlt sich eine zusätzliche Taschenlampe (oder einfach ein Handy mit Taschenlampenfunktion).

Bei diesem Schnappschuss stehe ich auch schon fast im entlegensten Winkel der Höhle. Groß ist sie nicht. Aber schon cool!
Plant für den Besuch der St. Fillan’s Cave eine Viertelstunde bis 20 Minuten ein. Da immer nur eine Partei in die Höhle soll, kann es zu Wartezeiten kommen.
The Cocoa Tree Café
In sämtlichen Reiseführern und Reiseblogs wird das Cocoa Tree Café in Pittenweem empfohlen. Da es dort auch besagten Höhlenschlüssel gibt, liegt eine Einkehr nahe. Wir haben das auch so gemacht. Ich würde es aber kein zweites Mal machen.
Das Cocoa Tree ist ein wirklich niedlich eingerichtetes kleines Café mit vielleicht zehn Tischen innen und vier weiteren in einem kleinen Innenhof. Viel Schokolade auf der Speisekarte sorgt bei mir prinzipiell für etliche Vorschusslorbeeren. Die heiße Schokolade ist auch echt grandios lecker und die beste, die ich seit →Spanien und →Triest getrunken habe.
Aber das Preisniveau ist für unser Empfinden schon jenseits von grenzwertig. Da wir einmal einen Tisch ergattert haben, beschließen wir, uns den Spaß trotz der rechten Seite der Speisekarte einfach mal zu gönnen. Immerhin sollte ein Stück Schokoladentorte für knapp 7 Pfund (8 Euro) ja auch hammermäßig gut sein. Nun, natürlich bleibt das Geschmackssache. Aber wir sind enttäuscht. Und vor allem: Das Preisniveau ist nicht wirklich ortsüblich (und erinnert uns eher an →Paris). Am folgenden Tag in St. Andrews esse ich in einem ähnlich schönen Café ein wesentlich besseres Stück Schokoladenkuchen in vergleichbarer Größe für 3,95 Pfund.
Also: Cocoa Tree kann man schon machen, es ist nicht furchtbar. Wer auf in Zuckerwasser getränkten Biskuit steht, ist vielleicht auch begeistert. Bei einem zweiten Besuch in Pittenweem würde ich aber in ein anderes Café einkehren. Fast direkt nebenan liegt das Clock Tower Café. Das sah von außen auch sehr gut aus. (Nebenbei: Wer richtig guten Schokoladenkuchen essen möchte, sollte mal die →Guinness-Schokoladentorte in meinem Lieblings-Café in →Tobermory auf Mull ausprobieren! ;) )
Und: Die Schlüsselleihe für die Höhle ist nicht an einen Verzehr gekoppelt. Es gibt keinen Rabatt oder so.
Und sonst noch so in Pittenweem?
Pittenweem auf eine Höhle und ein Café zu beschränken, täte dem Ort Unrecht. Wie alle Fischerdörfer im East Neuk ist er einfach total hübsch und sehenswert.
Wir parken kostenlos oben am Friedhof und am Sportplatz. Das hat den Vorteil, dass wir auf dem Weg unten ins Dorf erst einmal am Spielplatz vorbei kommen. Hier kann sich unsere Tochter einmal gründlich austoben. (Und schön ist bei britischen Spielplätzen immer, dass standardmäßig an Kinder aller Altersklassen gedacht wird. Es gibt immer Spielgeräte für Kleinkinder – und fast immer auch einen coolen Niedrigseilparcours für Jugendliche. Der hält nicht nur für 19-Jährige noch einen erheblichen Spaßfaktor parat, sondern auch für 43-Jährige, wie ich aus sicherer Quelle berichten kann.)

Jetzt habe ich ganau vom Parcours natürlich kein Foto. Das hier zeigt den Großteil des oberen Spielplatzes in Pittenweem. Im Glebe Park gibt es noch einen und einen weiteren am Minigolfplatz, beide kleiner.
Ein besonders nettes Highlight für Franka ist die Kinderbuch-Safari, die die örtliche Bücherei im Sommer organisiert. Insgesamt zehn Kinderbücher haben die Mitarbeitenden in wetterfesten Behältnissen überall im Ort versteckt. Wir fischen einen englischen Bilderbuch-Klassiker aus einem Blumenkübel und verbringen ein vergnügliches Viertelstündlichen mit Vorlesen und Übersetzen.
Besonders interessant wird der Ort am Hafen. Hier liegen noch echte Fischerboote an der Mole. Es gibt auch einen klassischen Süßigkeitenladen mit Eis-Verkauf. (Achtung: Britische Eis-Preise unterscheiden sich signifikant von deutschen Erwartungen.)
Riesigen Spaß hatten wir beim Klettern über die Felsen am Meer bei Ebbe. Vorsicht allerdings: Die Algen machen die Angelegenheit sehr rutschig und potenziell gefährlich.
Westlich von Pittenweem
Am Westende laufen wir unten am Meer ortsauswärts. Hier finden wir noch einmal ein nettes Areal, das einen Spielplatz und eine Minigolfanlage um fasst. Witzig: Offenbar konnten örtliche Unternehmen die einzelnen Bahnen als kreative Werbefläche kaufen.

Minigolf ist in Schottland eher selten. Die raue Witterung bekommt den Bahnen nicht gut, zumal so dicht am Meer. Bei unserem Besuch ist gerade frisch gestrichen.
Eine Treppe führt hinunter zum Meer, wo eines der ortsüblichen Meerwasserschwimmbecken kostenlos zugänglich ist. Pittenweem hat hier gegenüber Cellardyke den Vorteil eines kleinen Sandstrands. Insgesamt fanden wir den Gezeiten-Pool von Cellardyke aber schöner.

Wer das (vermutlich eh kurze) Badevergnügen mit einer Runde Minigolf verbinden möchte, ist in Pittenweem richtig.
St. Monans
Wir legen noch einen kurzen Abstecher nach St. Monans drauf. Auch das westlich von Pittenweem gelegene Fischerdorf ist wunderschön. Auch hier gibt es wieder einen Spielplatz, einen Hafen mit zauberhaft anzusehenden Fischerbooten und mindestens ein nettes Café.
Da der Nachmittag schon fortgeschritten ist, steuern wir bei unserem Kurzbesuch die Hauptsehenswürdigkeit von St. Monans an. Die Kirche am westlichen Ortsausgang gilt als diejenige in Großbritannien, die am nächsten am Meer steht. Tatsächlich erscheint sie uns beeindruckend nah am Wasser gebaut. Die Klippen sorgen für etwas Sicherheitsabstand. Aber wenn hier mal ein richtiger Sturm durchpfeift, tragen die Grabsteine auf dem Kirchhof bestimmt Schaumkrönchen.

Wer ernsthaft schöne Fotos machen will, plant den Besuch natürlich am Höhepunkt der Flut und knipst dann aus dem perfekten Winkel. Und nicht einfach faul vom Parkplatz, wie diese untermotivierte Reisebloggerin hier. (Andererseits ist das halt die Perspektive, die ihr wirklich zu sehen bekommt.)
Von innen ist das schlichte Gotteshaus nichts Besonderes. Aber die Lage ist schon echt spektakulär und einen kurzen Besuch wert.
Parken könnt ihr übrigens kostenlos direkt davor. (Macht das vielleicht lieber abends oder jedenfalls außerhalb der Stoßzeiten, zu denen alte Leute die Kirche oder den Friedhof besuchen wollen. So richtig groß ist der Parkplatz nämlich nicht. Wenn ihr länger bleiben wollt, findet ihr oben an der Miller Terrace kostenlose Parkplätze mitsamt Ladesäule und öffentlichen Toiletten.)
Was ist mit Crail, Elie and Earlsferry?
Eigentlich ist die Perlenkette der Fischerdörfer im East Neuk noch ein ganzes Stück länger. Sie beginnt im Osten mit Crail, bevor entlang der Küste westwärts Cellardyke, Anstruther, Pittenweem und St. Monans folgen. Und dann kommt noch der kleine Doppelort Elie and Earlsferry.
Crail
Crail ist der größte Fischerort im East Neuk. Vielen gilt er als der Schönste. Und ich muss gestehen: Wir waren nicht dort. Eigentlich wollten wir. Aber dann sind wir morgens so spät losgekommen. Franka wollte so gerne endlich mal spielen. Und ehrlich gesagt waren wir Großen auch nicht böse, nach dem actionreichen Reisetag mit langem Stopp in Edinburgh unseren nächsten Urlaubstag ruhig angehen zu lassen.
Mir ist aber bewusst, was wir dadurch verpasst haben. Das östlichste der Fischerdörfer im East Neuk besitzt im Gegensatz zu allen, die wir gesehen haben, einen echten kleinen Sandstrand. Am Ende der Bucht geht dieser in ein steiniges Gebiet über, an dem Fossilien zu finden sind.
Elie and Earlsferry
Auch in dem kleinen Doppelort, der das westliche Endstück des East Neuk bildet, waren wir leider nicht. Da Elie and Earlsferry an einer ausgeprägten Sandbucht liegen, ist der Charakter vermutlich schon wieder ein ganz anderer. Der Vergleich wäre sicher reizvoll. Mit dem Leuchtturm am Elie Ness und dem Lady’s Tower gibt es hier interessante Wanderziele in direkter Umgebung. Im Ort selbst verzeichnet Google Maps mehrere gut bewertete Cafés und eine Eisdiele. – Also ja, hier wäre ich durchaus auch gerne noch mal stöbern gegangen.
Der Fife Coastal Path
Die gesamte Küste von Fife ist durch den 134 Kilometer langen Weitwanderweg erschlossen. Wir wandern ein kleines Stück auf dem Fife Coastal Path entlang. (Also, wirklich nur ein kleines Stück. Von Pittenweem zwei Kilometer hinters Ortsschild und zurück.) Aber schon das lohnt sich total!

Der Weg ist gut gepflegt und bietet wunderschöne Aussichten. (Zumindest auf dem Stückchen, das wir gesehen haben.)
Wir entdecken jede Menge Seevögel – und Robben. (Oder vielleicht sind es doch die Selkies aus besagtem Roman?) Von den Klippen aus haben wir einen wunderbaren Blick zurück auf das malerische Fischerdorf.
Nur von den Papageientauchern, die bis August hier in den Klippen brüten, sehen wir nichts. Das ist nicht verwunderlich, denn die putzigen Vögel mit den bunten Schnäbeln verbringen ihre Tage auf See. Erst gegen Abend, so ab 18 Uhr, kommen sie zum Ufer zurück.
Einen schönen Erfahrungsbericht von jemandem, die den Weitwanderweg ernsthaft gegangen ist (nämlich von Edinburgh bis St. Andrews), hält das Wander-Portal Abenteuerwege bereit.
Unser Fazit zum East Neuk, den Fischerdörfern und Fife
Ja. Hin!
Alle Orte entlang der Küste sind total schön. Jeder hat sein eigenes Gesicht. Sehenswert sind sie alle und besonders nett ist der direkte Vergleich. Pittenweem ist mein persönlicher Favorit.
Deshalb empfehle ich euch auch hier noch einmal: Plant genügend Zeit für die Region ein! Unsere zwei Tage waren definitiv zu wenig. „Five for Fife.“
(Mal sehen, ob ich mich das nächste Mal selbst dazu kriege, mich daran zu halten. Oder ob ich mich doch wieder von all den Herrlichkeiten in ganz Schottland verführen lasse, möglichst viel in meine immer viel zu kurzen Urlaubswochen zu quetschen…)
Mehr über Fife und unsere Tipps für Schottland mit Kindern
Mein Erfahrungsbericht über St. Andrews steht schon in den Startlöchern. Sobald er online ist, verlinke ich ihn dann hier.
Der Erfahrungsbericht über unsere Rundreise 2026 steht hier: →Schottland-Roadtrip Nord – mit Kind und Teenager bis auf die Orkneys.
Da es sich dabei bereits um unsere achte Schottlandreise handelte, haben sich in meinem Reiseblog inzwischen über 40 Erfahrungsberichte über mein Lieblingsland angesammelt. Eine Übersicht bietet dieser Artikel: →Schottland mit Kindern – unsere gesammelten Erfahrungen.

Hier findet ihr alle Tipps, die wir für Schottland mit Kindern auf Lager haben, inklusive Kartenansicht mit unseren verlinkten Erfahrungsberichten.
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