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Naturschutzgebiet Porto Selvaggio: Wo jeder Fossilien findet, ohne sie suchen zu müssen

Eine Woche haben wir in Apulien verbracht, ganz im Süden Italiens. Fünf Ausflüge haben wir dort unternommen, und deshalb geht es fünf Wochen lang jeden Dienstag auf family4travel nach Süditalien. Und das sind unsere Ziele:

  • Lecce: family4travel goes Kunstgeschichte – oder die Stadt der angebissenen Statuen
  • Naturschutzgebiet Porto Selvaggio: Wo jeder Fossilien findet, ohne sie suchen zu müssen
  • Otranto: Wo Adam kein Feigenblatt trägt – und wie die Stadt zu 800 Heiligen auf einmal kam
  • Gallipoli: Wo buchstäblich eine Kirche neben der anderen steht – und vom schönsten Strand unserer Reise
  • Taranto: Die angeblich dreckigste Stadt Italiens – und was man sich trotzdem unbedingt ansehen sollte

Das Naturschutzgebiet Porto Selvaggio scheint ein echter Geheimtipp zu sein. Wer den Namen bei google eingibt, erhält zwar mehrere Hinweise auf die Existenz eines solchen Areals. Aber was es genau damit auf sich hat, verrät das Internet nicht. Nicht mal auf Italienisch. Und so gibt es leider auch bei family4travel diesmal weniger Hintergrund-Infos, als ich sonst gerne in meine Berichte untermogele.

Was ich aber als „Augenzeuge“ mit gewisser Expertise und mit inbrünstiger Überzeugung sagen kann über das kleine Schutzgebiet an der Westküste des Stiefelabsatzes: Es ist wunderschön, und ein Ausflug lohnt sich auf jeden Fall!

Auf unserer kleinen Wanderung treffen wir auch auf Kakteen, die größer sind als wir.

Auf unserer kleinen Wanderung treffen wir auch auf Kakteen, die größer sind als wir.

Von Gallipoli aus fährt man mit dem Auto eine knappe halbe Stunde, von Lecce sind es 45 Minuten. Groß ist das Stückchen herrliche Natur nicht, aber damit auch mit Kindern wunderbar zu erwandern. Zwei historische Türme markieren die Eingänge: der eher unscheinbare Torre Uluzzo auf der einen, der Torre dell’Alto mit seinem markanten dreibogigen Treppenaufgang auf der anderen Seite.

Türme und Trulli

Wir parken das Auto auf einem kostenlosen Flecken Erde („Parkplatz“ wäre übertrieben) in Sichtweite des Torre Uluzzo. Als allererstes müssen die Kinder den Trullo erkunden, der sich ein paar Meter vom Straßenrand entfernt erhebt. Er ist eigentlich gar kein solcher, denn die traditionellen Trulli sind kuppelförmig und haben oben drauf einen kugel- oder kreuzförmigen Schlussstein. Wann und wieso sich diese eigentümliche Bauweise entwickelte, die nur im Süden Italiens anzutreffen ist, scheint recht unklar zu sein, genau wie die „magischen“ Zeichen auf den Kuppeln, die jedes Jahr mit Kalkfarbe nachgezogen werden, obwohl sich längst keiner mehr an die Bedeutung erinnern kann. Das kleine Hirtenhäuschen am Eingang des Porto Selveggio jedenfalls gehört zur Gattung der Caselle (immerhin das habe ich bei meiner nachträglichen Internet-Recherche gelernt). Wie die Trulli ist es aus Feldsteinen aufgeschichtet und hält ohne Mörtel, aber statt Kuppel gibt es ein Flachdach, zu dem eine kleine Treppe hinaufführt.

Kein Trullo, sondern ein Casello - auf jeden Fall eine Erkundung wert.

Kein Trullo, sondern ein Casello – auf jeden Fall eine Erkundung wert.

An den Steilklippen nur ein paar Meter weiter erwartet uns dann der Torre Uluzzo. Auch er hat eine ganze Reihe Geschwister überall in Apulien, die sich in ihrem Aussehen teilweise erheblich voneinander unterscheiden. Ungefähr 400 Wehrtürme reihen sich entlang der Küste. Sie stammen aus dem 16. Jahrhundert, errichtet von den Spaniern unter Karl V., und dienten vor allem der Abwehr von türkischen Angriffen. Manche sind gut erhalten, andere weniger gut. Der Torre Uluzzo gehört zur letzteren Sorte. Von hier aus kann man klein am Horizont schon den Torre dell’Alto sehen. Er soll der Wendepunkt unserer Wanderung sein, denn dort endet das Naturschutzgebiet. Es ist nicht weit, vielleicht zwei Kilometer pro Strecke.

Wald und Fels

Der Weg führt uns über Stock und Stein, weil er eigentlich kein Weg ist. Es gibt jede Menge Trampelpfade, und die Jungs suchen sich immer den aus, der ihnen am besten gefällt. Wir müssen sie bremsen, denn wildes Vorlaufen ist hier am Rande der Klippen zu gefährlich. Die Steilküste ist zwar nicht dramatisch hoch, aber es reicht, um sich böse zu verletzen. Wir bleiben oben und wenden uns Richtung Wald. Ein bildhübscher Pinienhain erwartet uns. Nach einer Weile treffen wir hier auch auf einen Weg, der diesen Namen verdient. Er langweilt uns ein bisschen in seiner Geradlinigkeit, aber die abenteuerlicheren Pfade links und rechts, die die Jungs so locken, sind mit unappetitlichen Taschentüchern übersät. Also bleiben wir ein paar hundert Meter auf dem Hauptweg und wenden uns dann, in Ermangelung von Schildern unserer Intuition und der Erinnerung des Satellitenbildes folgend, auf einen größeren Seitenpfad nach links. Nun geht es über moorige Wiesen, auf denen erste Wildblumen blühen. Hier hat der Wald uns wieder, und wir steigen eine steinerne Treppe hinauf.

Der Weg durch das Naturschutzgebiet Porto Salveggio ist wildromantisch, und hier ein bisschen steil. Zum Glück gibt's die Treppe.

Der Weg durch das Naturschutzgebiet Porto Salveggio ist wildromantisch, und hier ein bisschen steil. Zum Glück gibt’s die Treppe.

Oben finden wir einen Aussichtspunkt, und wir blicken über die Küste. Ganz in der Nähe befindet sich der Eingang zur Corvine-Höhle, in der wichtige archäologische Artefakte aus der Steinzeit gefunden wurden. Wir nehmen uns vor, uns den (vergitterten) Eingang auf dem Rückweg anzusehen, werden dann aber doch keine Zeit mehr dafür haben. So bleibt uns nur der Blick übers Meer.

Der zweite Turm hat nun das Interesse der Jungs geweckt. Die Freitreppe über den drei Bögen verleiht ihm sein markantes Aussehen. Ich fotografiere die Infotafel, um sie später in Ruhe zu lesen, und verbocke das unbemerkt. Trotz seiner ungewöhnlichen Form bleibt der Torre dell’Alto für mich deshalb nur „einer von den vielen Türmen“. Besichtigen kann man ihn nicht, er ist wie alle seiner mir bekannten Kollegen verschlossen. Eine kleine Zufalls-Sehenswürdigkeit finden wir, als wir die Treppe hinaufsteigen: In einer der untersten Stufen befindet sich ein hübscher fossiler Muschelabdruck.

Auf einer der untersten Stufen zum Torre dell'Alto finden unsere Jungs einen fossilen Schatz.

Auf einer der untersten Stufen zum Torre dell’Alto finden unsere Jungs einen fossilen Schatz.

Fossilien in rauen Mengen

Auf dem Rückweg kommt so richtig die Sonne raus, und wir genießen ihre lange vermissten Strahlen. Die Jungs lassen wir eine ganze Weile in der Bucht Steine ins Wasser schmeißen (es ist schon erstaunlich, dass etwas, was sie schon mit einem Jahr gern getan haben, ihnen immer noch so großes Vergnügen bereitet – wobei sie schon anspruchsvoller geworden sind und heute eher Zielwerfen auf einen im Wasser treibenden Holzscheit veranstalten).

In der kleinen Bucht kann man im Sommer bestimmt eine nette Badepause einlegen (wenn man Plastiksandalen dabei hat!).

In der kleinen Bucht kann man im Sommer bestimmt eine nette Badepause einlegen (wenn man Plastiksandalen dabei hat, denn der Untergrund ist felsig und scharfkantig).

Beim Weiterlaufen bleiben wir diesmal an der Küste. Die besteht hier aus sehr zerklüftetem Sedimentgestein, dem man seine fossile Herkunft sehr deutlich ansieht. Wir hüpfen von Block zu Block und staunen über all die Millionen Jahre alten, teilweise noch hervorragend zu erkennenden Muscheln. Wir entdecken auch ein paar Fische und Wasserpflanzen – glauben wir zumindest, denn wir sind alles andere als Experten. Aber es ist ein herrliches Abenteuer, denn die Kletterpartie kombiniert die körperliche Herausforderung mit der Befriedigung des Forschergeists unserer ehrgeizigen Entdecker. Nur mitnehmen dürfen wir nichts: Das Entwenden von Fossilien ist streng verboten (sagen zumindest allgegenwärtige Schilder, und wie jeder weiß, halten sich Italiener jederzeit und immer an Verbots-, Verkehrs- und sonstige Schilder…).

Dass das hier Sedimentgestein ist, kann der fossile Muschelkalk nicht verheimlichen.

Dass das hier Sedimentgestein ist, kann der fossile Muschelkalk nicht verheimlichen. Wir laufen auf uralten Meerestieren umher.

Obwohl wir in Luftlinie kaum Strecke zurücklegen müssen, kommen wir auf dem steinigen (und spannenden!) Gelände so langsam voran, dass uns der Sonnenuntergang einholt. Im Zwielicht sehen wir zu, dass wir Land gewinnen, denn jetzt wird es bei all den Spalten, Kanten und Graten langsam ernsthaft knifflig. Und wer sich hier ein Knie aufschlägt, muss trotzdem gnadenlos zurücklaufen. Jeder befahrbare Weg ist weit weg. Wir meistern die Herausforderung auch im Dämmerlicht. Die letzten paar Meter kürzen wir ab, indem wir schnurstracks zur Straße vorstoßen.

„Das war die schönste Wanderung unserer Reise!“ sagt Silas im Brustton der Überzeugung später im Auto. Er hat schon vergessen, wie schön es auch auf der österreichischen Tauplitzalm, in Slowenien, Rumänien und vielen anderen Orten war, und die Plitvicer Seen in Kroatien kann natürlich sowieso nichts toppen. Aber wunderwunderschön war es im Porto Selvaggio auf jeden Fall, da stimmen wir ihm alle zu.

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Lecce: family4travel goes Kunstgeschichte – oder die Stadt der angebissenen Statuen

Eine Woche lang haben wir in Apulien verbracht, ganz im Süden Italiens. Fünf Ausflüge haben wir dort unternommen, und deshalb geht es fünf Wochen lang jeden Dienstag auf family4travel nach Süditalien. Und das sind unsere Ziele:

  • Lecce: family4travel goes Kunstgeschichte – oder die Stadt der angebissenen Statuen
  • Naturschutzgebiet Porto Selvaggio: Wo jeder Fossilien findet, ohne sie suchen zu müssen
  • Otranto: Wo Adam kein Feigenblatt trägt – und wie die Stadt zu 800 Heiligen auf einmal kam
  • Gallipoli: Wo buchstäblich eine Kirche neben der anderen steht – und vom schönsten Strand unserer Reise
  • Taranto: Die angeblich dreckigste Stadt Italiens – und was man sich trotzdem unbedingt ansehen sollte

Lecce ist mit 93.000 Einwohnern Provinzhauptstadt und eine der größten Siedlungen auf dem italienischen Stiefelabsatz. Ein Bummel durch die Altstadt lohnt sich vor allem wegen der unzähligen Kirchen und anderen Gebäude, die mit Ornamenten aus dem lokalen Tuffstein verziert sind. Diese sind so berühmt geworden, dass eine ganze Stilrichtung nach der Stadt benannt ist: der Lecceser Barock. Oder Lecceser Rokoko, da ist man sich nicht ganz einig.

Eine von vielen Kirchen in Lecce und eines von vielen Beispielen des Lecceser Barocks.

Eine von vielen Kirchen in Lecce und eines von vielen Beispielen des Lecceser Barocks.

Kunstgeschichte für Anfänger: Was war noch mal Barock?

Bevor wir zu den touristisch interessanten Punkten kommen, ist bei diesem Stichwort selbstverständlich etwas Nachhilfe in Kunstgeschichte angesagt. Ich meine, mal ernsthaft: Könnt ihr mir aus dem Stegreif erklären, wo der Unterschied zwischen Barock und Rokoko liegt, wann die beiden zeitlich auftraten, und wo genau Süditalien dabei ins Spiel kommt? Ich kann das nicht, aber es interessiert mich doch, und deshalb schlag ich es nach und geb die Infos an euch weiter.

Barock also ist die Epoche der Kunstgeschichte, die am Ende des 16. Jahrhunderts auf die Renaissance folgte und etwa 200 Jahre lang den Geschmack der Menschen bezüglich Architektur, Malerei und bildender Kunst prägte. Opulenz war dabei das Zauberwort, Üppigkeit auf jede Weise, Prunk und Pracht (und Protz). Der Begriff, der ursprünglich im Portugiesischen unregelmäßig geformte Perlen bezeichnete, lässt sich auch auf die allgemeine Geisteshaltung des absolutistischen Zeitalters ausdehnen, aber so weit brauchen wir hier gar nicht gehen. Ein ungefähres Bild vom Versailler Schloss Ludwig XIV. vor Augen zu haben, reicht völlig aus, um dem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen. Fette Engel und so, ergänzt der Kunstbanause in mir.

Üppiger - und ein besseres Beispiel für Lecceser Barock als das obige Foto (glaube ich - ich bin und bleibe doch trotz allem ein lausiger Kunstbanause).

Üppiger – und ein besseres Beispiel für Lecceser Barock als das obige Foto (glaube ich – ich bin und bleibe doch trotz allem ein lausiger Kunstbanause).

Und Rokoko?

Das Rokoko nun ist mehr oder weniger die Spätphase des Barock, oder möglicherweise doch eine eigenständige Epoche der Kunstgeschichte Mitte bis Ende des 18. Jahrhunderts, bevor der Klassizismus Fuß fasst. Die überbordenden Ornamente sind weiterhin dabei, aber sie werden verspielter, thematisch bescheidener, naturverbundener und – das ist wohl entscheidend – gerne auch mal asymmetrisch.

Und während im Spätbarock andernorts ovale Grundrisse en vogue waren, baute man im Salent seine Kirchen weiterhin nach griechisch-byzantinischer Tradition quadratisch. Das allein macht freilich noch keine eigene Stilrichtung. Es war wohl vor allem die schiere Produktivität, mit der die örtlichen Kunsthandwerker den nationalen Markt überschwemmten. Der weiche Tuffstein ließ sich prima bearbeiten, und so war es vergleichsweise unproblematisch und kostengünstig, an wirklich jeder Ecke und jeder Fassade detailreiche Ornamente unterzubringen.

Auch viele profane Wohnhäuser erfreuen sich in Lecce dank des weichen Tuffsteins wilder Ornamente.

Auch viele profane Wohnhäuser erfreuen sich in Lecce dank des weichen Tuffsteins wilder Ornamente.

Leccer Barock im Stadtbild

Und so gibt es auch heute noch überall etwas zu Gucken: Hier ein Palazzo mit überbordend geschmücktem Portal, dort ein Fresco an einer Hauswand, da drüben ein reich verzierter Brunnen. Vor allem aber sind es die Kirchen – und deren gibt es wirklich reichlich in Lecce – die über und über mit steinernen Ornamenten geschmückt sind. Die Basilika Santa Croce schießt den Vogel ab. Im Moment wird sie restauriert und wirkt in der Gesamtansicht nicht eben fotogen, aber wir staunen doch über die fantasievolle Fassadengestaltung, in der auch ein Drache, ein Hund, mehrere Vögel, ein Pferd-Fisch-Fabelwesen und Herkules eine Rolle spielen. Wir spielen „Ich sehe was, was du nicht siehst“ mit einzelnen Motiven und könnten uns damit eigentlich den ganzen Tag beschäftigen.

Die Details an der Basilica Santa Croce sind einfach umwerfend.

Die Details an der Basilica Santa Croce sind einfach umwerfend.

Eine Sache lässt sich aber nicht unter den Tisch kehren. So wunderbar einfach sich der cremefarbene Tuffstein aus den Steinbrüchen von Lecce bearbeiten lässt, so wenig Positives lässt sich über seine Haltbarkeit sagen. Für die Ewigkeit ist das weiche Ergussgestein jedenfalls nicht gemacht. Spätestens seit der Erfindung des Sauren Regens schmelzen die Ornamente geradezu vor sich hin. Manche sehen aus wie ausgespuckte Kaugummis. Das tut unserer Faszination freilich keinen Abbruch. Die Jungs finden begeistert immer neue Zeugen des dramatischen Verfalls, stellen Vermutungen an, wieso gerade diese Statue oder dieses Stück des Fensterrahmens besonders gelitten hat. Und wir gönnen uns ein, zwei Minuten lokalpatriotischer Überheblichkeit: Mit Obernkirchener Sandstein wäre das nicht passiert. Pah Lecceser Barock, es lebe die Weserrenaissance.

So wie der Dame rechts geht es vielen bildhauerischen Details in Lecce.

So wie der Dame rechts geht es vielen bildhauerischen Details in Lecce. Der Zahn der Zeit nagt hier sehr deutlich.

Lecce kann auch Antike – und Eis

Was weder Obernkirchen noch Norddeutschland im Allgemeinen zu bieten hat, sind hingegen die antiken Baudenkmäler aus der römischen Zeit. Da ist das Amphitheater, das Mussolini – wie in Triest – freilegen ließ, obwohl schützenswerte Gebäude aus späterer Epoche drauf standen: um die großmächtigen Parallelen zum Römischen Reich zu betonen. Es gibt noch mehr antike Ruinen, die über all die kleinen Plätze in der Altstadt verteilt sind. Wir lassen uns allerdings ablenken von all den herrlichen Kirchenfassaden. Und vom Eis. Das im Cin Cin Café kostet zwar 2 Euro pro Becher, aber der Becher entspricht auch zwei Kugeln in Deutschland, und es schmeckt einfach himmlisch!

Antike Ruinen eines Amphitheaters.

Antike Ruinen eines Amphitheaters.

Kein Glück haben wir im Archäologischen Museum. Ein Aushang von vorletzter Woche informiert uns, dass die Institution wegen eines Trauerfalls vorübergehend geschlossen bleibt (das ist zumindest das, was ich dem Text mit meinen bröckeligen Italienischkenntnissen entnehme, die sich zu fast 100 Prozent auf mein Schul-Latein beschränken). Auch sonst sieht das Museum reichlich heruntergekommen aus.

Die Piazza Duomo beherbergt den Bischofspalast.

Die Piazza Duomo beherbergt den Bischofspalast.

Nach zwei Stunden haben wir das Gefühl, dass wir jetzt durch sind mit Lecce. Außerdem regnet es schon wieder. Und so fahren wir in unsere kalte, ungemütliche Ferienwohnung zurück. Bei gutem Wetter und mit etwas mehr kunstgeschichtlicher Grundbildung macht ein Ausflug nach Lecce sicherlich noch viel mehr Spaß!

Eine von den schlichteren Altstadtgassen in Lecce.

Eine von den schlichteren Altstadtgassen in Lecce.

In Deutsch-Weißkirch steht heute noch eine der typischen Wehrkirchen der Siebenbürger Sachsen.

family4travel in Rumänien

Die Liste der Blogbeiträge zum Thema Rumänien ist – wie bei fast allen Ländern – bisher bedauerlich kurz. Wir haben dort einen ganzen Monat als Familie verbracht (den Oktober 2014). Ich könnte Geschichten erzählen… und eines Tages werde ich das auch. Bisher gibt es über das unentdeckte Abenteuerland im Osten Europas hier folgende Beiträge zu lesen…

Die kleinen roten Pünktchen geben Hinweise, worüber ich noch ausführlicher schreiben will... Rumänien auf der groben Übersichtskarte.

Die kleinen roten Pünktchen geben Hinweise, worüber ich noch ausführlicher schreiben will… Rumänien auf der groben Übersichtskarte.

family4travel in Rumänien

  • Erfahrungsbericht: Wie sicher ist Rumänien als Urlaubsland? – Ein Rundumschlag zu all den Sicherheitsfragen, die man vor einem Familienurlaub in dem vermeintlich unzivilisierten Land an der Ostgrenze der EU so hat. Kriminalität, Verkehr, tollwütige Straßenköter und Vampire – es gibt so einiges, vor dem man sich hier fürchten kann. Hier ist meine Einschätzung, wie schlimm das alles wirklich ist.

    Die "Dracula-Burg" in Bran ist durchaus sehenswert - hat allerdings mit Vampiren nichts zu tun.

    Die “Dracula-Burg” in Bran ist durchaus sehenswert – hat allerdings mit Vampiren nichts zu tun.

  • Transsilvanien: Das etwas exotischere Ziel für den Familienurlaub – Transsilvanien mit Kindern klingt zumindest ungewöhnlich, ist aber eine absolut gute Idee. Warum, und was Transsilvanien überhaupt ist, erzähle ich in diesem Bericht. Außerdem gibt es einen kurzen Überblick über die Traumziele wie Sibiu, die „Dracula“-Burg Bran und die alten Siedlungen der Siebenbürger Sachsen mit ihren verfallenden Wehrkirchen.

    Klar wie die Südsee: Die Wasserqualität vom Kratersee St. Anna sucht ihresgleichen.

    Klar wie die Südsee: Die Wasserqualität vom Kratersee St. Anna sucht ihresgleichen.

  • Bukarest – oder auch nicht – Von den Herausforderungen des öffentlichen Nahverkehrs in der rumänischen Hauptstadt und wie man doch noch ein paar schöne Stunden verbringt, obwohl mal das Stadtzentrum nicht findet.

    Typisch Rumänien: Pferdegespanne gehören hier noch zum Alltag.

    Typisch Rumänien: Pferdegespanne gehören hier noch zum Alltag.

apulien-trulli-beitragsfoto

Vorschau: 5 Ausflüge in Apulien (und wie es dazu kam)

Eine Woche haben wir im äußersten Süden Italiens verbracht, auf dem Absatz des Stiefels, der Salent heißt und in der Region Apulien liegt. Gewohnt haben wir in einem ungeheizten, zugigen Apartment, dessen Einrichtung sicher dem Geschmack der Oma entsprach, nach deren Tod der Vermieter jetzt ein bisschen Geld mit gutgläubigen Touristen machen wollte. Das Wetter war mies, drinnen wie draußen herrschten zwischen 10 und 12 Grad, und die Vorhänge wehten auch hinter geschlossenen Fenstern sanft im Wind.

Alles in allem war diese Woche so ziemlich der Tiefpunkt unserer bisherigen Europareise.

Fleißige Reisebloggerin unter widrigen Umständen.

Fleißige Reisebloggerin unter widrigen Umständen.

Aber das heißt nicht viel, denn trotz der widrigen Umstände haben wir immer noch eine Menge Schönes gesehen. An fünf Tagen haben wir Ausflüge unternommen, die ich – im Gegensatz zu unserer Unterkunftswahl – durchaus zum Nachmachen empfehle. Und weil es in unserer Bruchbude auch kein vernünftiges Internet gab, hatte ich immerhin Gelegenheit, mich offline mal wieder ordentlich an meine Texte zu setzen (statt viel zu viel Zeit im Internet zu verdaddeln). Fünf Wochen lang wird es deshalb immer dienstags einen Beitrag aus dem Salent geben (ich will ja mein mühsam gewonnenes Pulver nicht gleich wild verschießen, und außerdem habe ich festgestellt, dass das Interesse bei mehreren Artikeln hintereinander zum selben Reiseziel rapide absinkt – also biete ich meinen Lesern lieber ein bisschen Abwechslung).

Und das waren unsere Ausflugsziele in Apulien:

Lecce: family4travel goes Kunstgeschichte – oder die Stadt der angebissenen Statuen

Naturschutzgebiet Porto Selvaggio: Wo jeder Fossilien findet, ohne sie suchen zu müssen

Otranto: Wo Adam kein Feigenblatt trägt – und wie die Stadt zu 800 Heiligen auf einmal kam

Gallipoli: Wo buchstäblich eine Kirche neben der anderen steht – und vom schönsten Strand unserer Reise

Taranto: Die angeblich dreckigste Stadt Italiens – und was man sich trotzdem unbedingt ansehen sollte

 

Im Norden der Insel Saaremaa.

family4travel in Estland

Im Baltikum haben wir 2012 einen herrlichen Sommer verbracht. Damals war ich überhaupt noch kein Blogger. Drüber geschrieben habe ich trotzdem: ganz unmittelbar in mein altmodisches Reisetagebuch, das ich anschließend mühsam abgetippt und an Familie und Freunde gemailt habe. Später sind die Berichte dann doch auf family4travel gelandet. Mittlerweile hat sich mein Schreibstil (mehrmals) geändert und (so hoffe ich zumindest) sowohl Informationsgehalt als auch Unterhaltungswert für den Leser sind gestiegen. Trotzdem: Wer eine Reise nach Litauen, Lettland und/oder vor allem Estland mit Familie plant, findet hier vielleicht den einen oder anderen wertvollen Hinweis.

Im Rahmen meiner Frühjahrsputz-Aktion liste ich an dieser Stelle alle Estland-Posts mit Inhaltsangabe auf. Die Verlinkungen zu den einzelnen Beiträgen über die GoogleMaps-Karte bleiben bestehen – aus dem simplen Grund, dass das mal viel Arbeit gemacht hat…

Estland im Blog

  • Abenteuer-Urlaub mit Shabby-Chick – Unsere ersten Tage in Estland haben wir bei einer großartigen Couchsurfing-Familie in der Nähe von Tartu und doch weitab von der Zivilisation in einem uralten Gutshaus verbracht.
  • Fast schon in Russland – Ein Ausflug nach Elistvere, Palamuse und Kallaste an der Küste des Peipsi-Sees im Osten Estlands.

    Palamuse ist ebenso winzig wie idyllisch.

    Palamuse ist ebenso winzig wie idyllisch.

  • 40 GradKranke Kinder mitten in der estnischen Pampa.
  • Rabenmutter-Trip – Die hübsche Stadt Tartu habe ich mir im Alleingang angesehen (und deshalb recht gründlich).

    Die "Küssenden Studenten" sind eines der Wahrzeichen der Universitätsstadt Tartu.

    Die “Küssenden Studenten” sind eines der Wahrzeichen der Universitätsstadt Tartu.

  • Estlands „Sommerhauptstadt“Pärnu ist ein toller Geheimtipp für Familien auf der Suche nach dem perfekten Sommerferien-Ziel in gemäßigtem Klima abseits der (großen) Touristenströme.
  • Bei Anruf Fähre – und Windmühlen – und ein Kohlkopf – Unsere erste Begegnung mit Estlands größter Insel Saaremaa war eine durch und durch positive.

    Saaremaa ist die familienfreundliche Windmühleninsel.

    Saaremaa ist die familienfreundliche Windmühleninsel.

  • Von Schwertbrüdern, Bischofsburgen und einem friedlichen Picknick Kurressaare ist der Hauptort auf Saaremaa (die Insel, die unseren Großeltern noch als Ösel bekannt ist). Und weil ich damals noch streng chronologisch Buch geführt habe, habe ich unseren Ausflug zur Festung Maasi ganz im Osten der Insel auch noch mit verwurstet.
  • Schlichtweg mein Lieblingsstrand – Harilaid ganz im Norden von Saaremaa ist der absolute Geheimtipp. Ich gerate heute noch ins Schwärmen, wenn ich nur an die einsamen Kilometer voller feinem Sand denke…

    Der Strand von Harilaid im Nordwesten der Insel Saaremaa - ein Traum!

    Der Strand von Harilaid im Nordwesten der Insel Saaremaa – ein Traum!

  • Entdecker-Heimat im hinterletzten Weltwinkel – Lahetaguse ist so klein, dass man es nicht einmal als Dorf bezeichnen kann. Aber es besitzt ein nettes kleines Café und das Geburtshaus des Antarktis-Entdeckungsreisenden Fabian von Bellingshausen. Für mich aufgrund eines diffusen Heimatgefühls einer der schönsten Orte der Welt.

    Dieses Foto ist übrigens heute noch mein Desktop-Hintergrundbild. Ich kann nicht sagen, wieso, aber wirklich besser hat es mir seitdem an keinem Ort der Welt gefallen.

    Dieses Foto ist übrigens heute noch mein Desktop-Hintergrundbild. Ich kann nicht sagen, wieso, aber wirklich besser hat es mir seitdem an keinem Ort der Welt gefallen.

  • Kosmische Kräfte und noch mehr Verfall – Ein paar (kurze) Worte zum Meteoritenkrater von Kaali und den umliegenden Gutshäusern.
  • Koguva: Das schönste Dorf und das merkwürdigste Café – Der Heimatort des estnischen National-Dichters Juhan Smuul auf der kleinen Insel Muhu hat sich zu einem eintrittsfreien Freilichtmuseum entwickelt, das sich sehen lassen kann. Warum ich das Café so merkwürdig fand, steht auch im Bericht.

    Ausgediente Fischerboote finden auf den Gartenmauern von Muhu ihre letzte Ruhestätte.

    Ausgediente Fischerboote finden auf den Gartenmauern von Muhu ihre letzte Ruhestätte.

  • Rumpelstilzchen am Strand – Was halt so passieren kann, wenn man mit einem Kind in der Trotzphase reist.
  • Eigenheim auf Estnisch – In dem winzigen Dorf Seruküla am Rande des Naturschutzgebiets von Viljandi hatten wir eine weitere wunderbare Couchsurfing-Erfahrung in einem uralten Häuschen.
  • Hochmoor mit Tiefsee – Das Hochmoor bei Suure-Jani ist wirklich spektakulär und auch mit kleinen Kindern sehr gut zu erwandern.

    Wer sich in die schwarze Brühe traut, darf hier sogar baden!

    Wer sich in die schwarze Brühe traut, darf hier sogar baden!

  • Ruinen, Riesenschaukeln und RamschlädenViljandi ist durchaus einen Ausflug wert.
  • Nur kurz vorgetestet – Ein gutes Beispiel, warum die streng chronologische Berichterstattung nichts taugt. Ein nichtssagender Kurzbericht über Tallinn, in dem ein Hotel- und ein Restaurant-Tipp wortlos untergehen.

    Tallinn.

    Tallinn ist lebendig, um es mal positiv auszudrücken…

  • „Endlich mal wieder was, was auch Kindern Spaß macht“Tallinn mit Familie, Do’s und Dont’s in Sachen Museumsbesuchen mit Kindern in der estnischen Hauptstadt.
  • Ofen ohne Schornstein, aber kein Essen ohne Fleisch – Warum das Freilichtmuseum Rocca al Mare bei Tallinn ernsthaft sehenswert und auch ein Paradies für Kinder ist.

    Rocca-al-mare - Felsen am Meer - heißt Tallinns Freilichtmuseum zurecht - aber die überdimensionalen Kiesel sind nicht die Hauptattraktion...

    Rocca-al-mare – Felsen am Meer – heißt Tallinns Freilichtmuseum zurecht – aber die überdimensionalen Kiesel sind nicht die Hauptattraktion…

  • Bequemer Katzensprung von Estland nach Helsinki – Überfahrt per Fähre.
Noch typischer für Slowenien: die "Heu-Regale".

family4travel in Slowenien

Slowenien hat uns positiv überrascht. Wir haben das kleine Alpenland von Nord nach Süd durchquert und uns eine Woche lang gewundert, wie schön und wie vielseitig es dort ist.

In der Tat, ich habe kürzlich meine Leidenschaft fürs Kartenzeichnen entdeckt (ich sage nicht, dass ich gut darin bin...).

In der Tat, ich habe kürzlich meine Leidenschaft fürs Kartenzeichnen entdeckt (ich sage nicht, dass ich gut darin bin…).

Folgende Texte sind dabei fürs Blog entstanden:

essen

Janis erzählt euch was – Essen und Trinken auf der Reise

Wenn mein kleiner Gastblogger sich an den Rechner setzt, um einen Beitrag zu verfassen, dann fragt er meistens mich: „Mama, worüber könnte ich denn mal schreiben?“ – „Über irgendein Thema, das dich am Reisen interessiert“, gebe ich dann meistens zurück. „Du kannst dir aussuchen, was du willst, denk einfach mal nach!“ Dass er sich diesmal für die Verpflegung entschied, sollte mich eigentlich nicht überraschen. Essen und Trinken ist schließlich etwas, das uns jeden Tag beschäftigt und zu dem auch die Kinder durchaus eine Meinung haben. Geradezu sprachlos gemacht hat mich allerdings die Art und Weise, in der Janis sich mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Kinder halten uns Eltern immer wieder den Spiegel vor, und in diesem habe ich erkannt, was für Ernährungs-Snobs wir sind. :) Trotzdem habe ich mich nach einem Moment der Eitelkeit entschieden, nicht zu inhaltlicher Zensur zu greifen und den Artikel genau so zu veröffentlichen, wie Janis ihn geschrieben hat. Ein paar Kommentare aber erlaube ich mir einzufügen, damit die Ernährungsgewohnheiten unserer Familie nicht in allzu schlechtem Licht erscheinen…Es ist das erste Mal seit meiner Zeit an der Uni, dass ich Fußnoten verwende. :)

Was wir auf der Reise trinken

Hier blogt Janis (10).

Hier blogt Janis (10).

In Deutschland kann man ohne Bedenken das WASSER aus der Leitung trinken.  Das ist leider nicht überall so. In vielen Ländern kann man das Wasser aus der Leitung nicht trinken, da es Schadstoffe enthält, zum Beispiel in einigen Teilen von Rumänien und Bulgarien, im Kosovo, in Teilen der Türkei und in Albanien. Oft trinken die Einheimischen das Leitungswasser, sagen uns aber, dass wir das nicht machen sollten.[1] Wenn wir das Wasser nicht trinken können, dann holen wir unsere Wasserpumpe raus. Die schrauben wir auf einen großen Wasserkanister, natürlich mit Wasser gefüllt, und trinken dann Flaschenwasser.[2] Wir kaufen auch Säfte, meistens ist es Orangensaft, und manchmal kaufen wir auch so einen Saft, den ich „Gesüff“ genannt habe.[3]

Was wir auf der Reise essen

Beim ESSEN mussten wir von Bio runtersteigen. In den meisten Ländern gibt es nämlich gar kein Bio. Trotzdem achten wir weiterhin auf die Inhaltsliste bei den Produkten. Wir wollen nämlich nicht, dass so viel „Zeug“ da drin ist. Oft sind die Inhaltslisten voll gestopft mit Dingen, die da nicht reingehören. Dann kommt meistens noch dazu, dass wir gar nicht lesen können, ob das jetzt Mist ist oder nicht, weil es auf irgendeiner anderen Sprache ist. Wenn es eine andere Schrift ist, ist das noch schlimmer, in Serbien zum Beispiel, und überall, wo die kyrillische Schrift verwendet wird.[4] Deshalb gehen wir oft in den Lidl und kaufen das, was wir von zu Hause kennen.[5] Dort gibt es oft deutsche Produkte in deutschen Verpackungen, wo nur ein Aufkleber drauf ist, auf dem es in kyrillische Schrift übersetzt ist. Wenn es keinen Lidl oder Kaufland gibt, kaufen wir das, was die kürzeste Inhaltsliste hat.

Fleisch essen wir selten bis nie. Fleisch ist sehr teuer und meistens auch voll gepumpt bis zum Gehtnichtmehr mit irgendwelchen Chemikalien. Das ist ja in Deutschland auch nicht anders.[6]

Essen und Trinken in Restaurants und Cafés

In Restaurants gehen wir nur richtig selten. Wir kochen nämlich meistens selber, weil wir da selber bestimmen können, was da alles rein kommt. Und es ist einfach teurer, ins Restaurant zu gehen. [7]

In Cafés gehen wir öfter. Im Café essen wir ein Stück Kuchen und Mama trinkt einen Cappuccino, wir trinken heiße Schokolade. Kuchen backen ist auf der Reise ja schwer, da es nicht überall die richtigen Zutaten gibt, und man vor allem nicht das richtige Backwerkzeug hat. Manchmal backen wir aber doch Brownies, da reicht nämlich eine Auflaufform. Ich bin eigentlich ganz zufrieden mit der Häufigkeit, in der wir in ein Café gehen. Es ist nicht zu wenig. Mehr wäre zwar angenehm, aber muss nicht.

Und überall schmeckt der Kuchen anders. In der Türkei haben die manchmal ganz gute Kuchen hingekriegt. In Österreich gab es auch guten Kuchen. In den meisten Balkanländern schmeckt der Kuchen oft bääääh. Da ist meistens zu viel Buttercreme drin, und solches Zuckerzeug als Überzug. Am Balaton an diesem tiefen See gab es ein Café, da hat der Kuchen richtig eklig geschmeckt. In Prizren im Kosovo hatten wir richtig, richtig guten Kuchen! Und natürlich auch in Deutschland.

Sieht so gut aus, ist aber nicht zu empfehlen: ungarische Sahnetorte.

Sieht so gut aus, ist aber nicht zu empfehlen: ungarische Sahnetorte.

Die sanfte Zensur – Mütterliche Einsprüche

[1] Dabei geht es eher nicht um Krankheitserreger im Leitungswasser, sondern um Schwermetalle, die wir dann doch gerne vermeiden.

[2] Die „Wasserkanister“ sind große Plastikflaschen mit acht bis zwölf Litern Wasser, auf die eine Handpumpe geschraubt wird. Dieses Vorgehen haben wir von Rumänien bis in die Türkei als ortsüblich erlebt. Wir haben aber natürlich nie unser Flaschenwasser rausgeholt, wenn wir bei Couchsurfern zu Gast waren, die selbst das Leitungswasser getrunken haben.

[3] Das war so ein Saftmix, den wir in Griechenland einmal hatten.

[4] Das Problem war tatsächlich weniger die Schrift – die kyrillischen und auch die griechischen Buchstaben hatte zumindest ich recht schnell drauf – sondern einfach die slawischen Sprachen, in denen sich wenige Lehnwörter befinden. Ich war immer froh, wenn auf der Verpackung der gesamte Balkan abgefrühstückt wurde und die Inhaltsstoffe auch auf Rumänisch deklariert waren. Die Sprache ist nämlich so nah am Lateinischen, dass sich meine unpraktische Wahl der Zweitfremdsprache am Gymnasium tatsächlich bezahlt machte. :)

[5] Eigentlich bin ich absolut dagegen, Waren quer durch Europa zu karren, und kaufe zu Hause möglichst Produkte aus der Region. Es stimmt aber, dass wir hier aus Bequemlichkeitsgründen oft in deutschen Discountern landen. Dort dauert ein Einkauf nämlich nur eine halbe Stunde, während das Abarbeiten desselben Einkaufszettels in einem lokalen Laden doppelt so viel Zeit in Anspruch nimmt. Verantwortungsvolles Einkaufen ist das natürlich nicht. Erst gestern kam Martin mit spanischem Schinken zurück – in Süditalien. Ich habe mit ihm geschimpft, aber er antwortete: „Ich habe das ganze Regal abgesucht. Das hier war der einzige, in dem kein Glucosesirup oder künstliches Aroma war.“ Lieber lokal oder lieber natürlich – oder lieber gar nicht? Ein Dilemma. Zu Hause kaufen wir unseren Schinken im Hofladen, wo uns die Bäuerin ausführlich die Herstellungsweise erklärt. Auf der Reise müssen wir Kompromisse schließen, auch mit unserem Ernährungsethik- und Umweltbewusstsein. Dieser Punkt hätte einen langen, ausführlichen Blogpost verdient. Dass mich ausgerechnet mein bloggendes Kind darauf gestoßen hat, finde ich bezeichnend.

[6] Boah, haben wir unser Kind erfolgreich indoktriniert. :)

[7] Die Kosten sind, ehrlich gesagt, der Hauptgrund. ;) Würden wir jeden Tag oder auch nur jeden zweiten Tag ins Restaurant gehen, könnten wir uns ein Reisejahr schlichtweg nicht leisten. Wir probieren lokale Spezialitäten, das gönnen wir uns durchaus, und auch die Kinder kosten alles. Aber gerade die sind natürlich froh, dass es meistens eben doch Nudeln mit Tomatensoße, Kartoffelauflauf oder Linsensuppe gibt.

Janis erzählt euch noch mehr…

Abenteuer Familien-Reisen

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