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Familienurlaub im Herbst: 5 Flops am Balaton

Eine Woche lang haben wir Mitte September äußerst günstig Ferien am Balaton gemacht. Hier haben wir vorgestellt, was man in der toten Zeit jenseits der Tourismussaison als Familie doch noch unternehmen kann. Und hier verraten wir euch jetzt unsere Reinfälle…

Unsere Flop 5 am Balaton

Flop 1 am Südufer: Wo im Sommer der Bär steppt und ab September niemand mehr

Über das gesamte Südufer des mehr als 80 Kilometer langen Balaton zieht sich eine mehr oder weniger durchgängige Bebauung. Einzelne Dörfer gehen hier in einander über. Die guten Badebedingungen haben dafür gesorgt, dass ein Ferienhaus neben dem anderen entstand. Während der drei Monate langen Saison pulsiert hier das Leben – nehmen wir an, aufgrund der vielen Pensionsschilder, der geschlossenen Kneipen und Restaurants und der gähnend leeren Marktstände, die sommers wahrscheinlich in jedem Zentrum einen lebhaften Basar beherbergen. Außerhalb dieser Zeit wirkt alles traurig und trist und man kommt sich vor wie ein ungebetener Eindringling in einem geschlossenen Vergnügungspark.

Freie Bahn im Schlosspark von Kesztely ist nett und sieht viel schöner aus als Fotos von verrammelten Restaurants...

Freie Bahn im Schlosspark von Kesztely ist nett und sieht viel schöner aus als Fotos von verrammelten Restaurants…

Aber: In Balatonboglar haben wir direkt am Wasser einen sehr ansprechenden Spielplatz entdeckt, der richtig liebevoll gestaltet war und auf dem sich unsere Jungs – ganz alleine – eine gute halbe Stunde lang freudig vergnügt haben.

"Gähnend leer" hat ach positive Seiten: der Spielplatz direkt am Strand von Balatonboglar.

“Gähnend leer” hat ach positive Seiten: der Spielplatz direkt am Strand von Balatonboglar.

Flop 2: Toteste Hose in Balatonbereny

Sorry, aber unseren Urlaubsort können wir zumindest in der Nachsaison (die es am Balaton praktisch nicht gibt) echt nicht empfehlen. An jedem zweiten Gartenzaun hängt ein Schild mit der Aufschrift: „Èlado!“ – zu verkaufen. Und die Häuser sehen aus, als ob die Suche nach einem Käufer schon etwas länger andauert. Zu wohnen scheint hier kaum ein Mensch; was nicht permanent leer steht, ist ein nur sommers belebtes Ferienhaus.

Hat schon bessere Zeiten gesehen: typisches Haus in Balatonbereny.

Hat schon bessere Zeiten gesehen: typisches Haus in Balatonbereny.

Aber: Das (einzige!) ganzjährig geöffnete Restaurant Korona direkt an der Hauptstraße durch Balatonbereny ist durchaus empfehlenswert! Nicht unbedingt aufgrund seines Ambientes (Fliesenboden und Sowjet-Atmosphäre sind östlich des Neusiedler Sees halt Standard), aber das Essen ist auch nach westlicher Beurteilung ganz große Klasse! Der beste Wels, den ich von hier bis zum Donaudelta gegessen habe, klasse Wildgerichte, und das Gulasch ist „sogar besser als bei Oma“, sagt Silas, und das will aus seinem Mund wirklich was heißen!).

Flop 3: Im Niedriglohnland Ungarn zu Friseur

Es ist politisch himmelschreiend unkorrekt, eine einzelne Erfahrung derart zu verallgemeinern. Und wer monatelang durch die Gegend tingelt, muss irgendwann mal den Rasenmäher anschmeißen, wenn man nicht im Wischmob-Look nach Hause kommen will. Aber nach diesem Erlebnis bin ich vom deutschen System der Berufsausbildung doch wieder überzeugter denn je. Die nicht mehr ganz junge Dame, der wir vier einer nach dem anderen unseren Haarschopf anvertrauten, war ganz entschieden keine gelernte Kraft. Eitelkeit ist mir fremd, und ich sah vorher schon aus wie eine Stranddistel nach einem Seesturm, weshalb ich nicht viel zu verlieren hatte. So nahm ich selbst dann noch auf dem Frisierstuhl Platz, als das Mädel Janis schon einen derart krummen Pony geschnitten hatte, dass er selbst mit einer Schere nicht viel Schlimmeres hätte anrichten können. Gar kein Englisch, ein paar wenige Brocken Deutsch – ein Foto aus (frisiertechnisch) besseren Zeiten musste als Inspirationsquelle reichen, diente letztlich aber nur als Indikator einer ungefähren Länge für „einmal sauber rum“. Im Endeffekt kann ich noch am zufriedensten sein, denn bei mir war der Lernprozess anscheinend schon so weit fortgeschritten, dass die Haarlinie halbwegs gerade geworden ist.

Die Vorstellung unserer "Friseurin" von "einmal rundrum kurz, bitte".

Die Vorstellung unserer “Friseurin” von “einmal rundrum kurz, bitte”.

Aber: Preislich ist der Friseurbesuch in Ungarn natürlich unschlagbar. Ich habe umgerechnet etwa 20 Euro bezahlt – für uns alle vier! Zu Hause muss ich alleine für eine Handbreit gerade rum schon deutlich mehr auf den Tisch legen, hier krieg ich noch drei Männer damit kurzgemäht.

Flop 4: Bootsfahrt auf dem Balaton – Fehlanzeige

Wir haben es uns so idyllisch vorgestellt. Auf so einem großen See, dachten wir, muss man doch wunderbar Boot fahren können. Wir mieten uns ein Kanu oder Ruderboot und schippern ein bisschen durch die Gegend. Vor allem Janis hatte sich so darauf gefreut. Aber: Nix war. Im Internet fanden wir einige Campingplätze, die in der Saison Boote an Urlauber vermieten. Die hatten im September natürlich alle schon zu. Und auch sonst war in dieser Hinsicht einfach nichts zu wollen. Das gesamte Südufer bis Siofok haben wir abgeklappert mit unserer Mission, und wir haben keinen einzigen Bootsverleih gefunden.

So viele Boote, und keins für uns...

So viele Boote, und keins für uns…

Aber: Als wir unserer Vermieterin in Balatonbereny, die nur äußerst gebrochen Deutsch und überhaupt kein Englisch sprach, schließlich unser Leid begreiflich machten, bot sie uns ihr eigenes Fischerboot an. Auch daraus wurde allerdings nichts, denn am folgenden Tag kam Wind auf. Der Plattensee ist so groß, dass auch die Wellen ernstzunehmende Größe erreichen können, und da zog sie ihr Angebot ganz schnell wieder zurück (ob nun aus Angst um uns oder ihr Boot, ließ sich nicht ermitteln).

Flop 5: Ungarische Konditorkunst

Mittlerweile wissen wir, dass es sich gar nicht um ein lokales Plattenseeproblem oder auch nur eines der Magyaren handelt. Wie es scheint, haben Torten und Kuchen generell östlich der Gemütlichkeitsgrenze keine große Tradition und bestehen prinzipiell zum größten Teil aus Zucker und billigem Pflanzenfett. Als wir in Hèvìz ins größte Café am Platz einkehren, sind wir jedoch noch tief enttäuscht von der äußerlich so ansprechenden Tortenpracht. Selbst die Jungs, die sonst für jede süße Leckerei zu haben sind, pulen erst die zuckerkörnige Fondantschicht vom Gebäckstück, sortieren dann auch die fettige, dafür umso geschmacklosere Buttercreme aus und lassen schließlich sogar vom künstlich schmeckenden Bisquitboden die Hälfte übrig. Da nutzt es auch nichts, dass das Stück Sahnetorte umgerechnet nur 1,30 Euro kostet.
Unsere Couchsurfer in Budapest erklären uns später, dass es durchaus gute Konditoren in Ungarn gibt, die man jedoch mit der Lupe suchen muss. In der Hauptstadt haben wir dann auch anständiges Gebäck gegessen. Davor, danach und währenddessen (und auch in Rumänien) sind wir allerdings bei jeder sonstigen Gelegenheit bäckereitechnisch nur unansprechender Mangelware begegnet (und mittlerweile haben wir es aufgegeben, weitere Versuche zu riskieren).

Sieht so gut aus, ist aber nicht zu empfehlen: ungarische Sahnetorte.

Sieht so gut aus, ist aber nicht zu empfehlen: ungarische Sahnetorte.

Aber: Strudel können sie, die Ungarn! Den gibt es in verschiedenen Varianten (Apfel, Kirsch und auch Kastaniencreme, sehr zu empfehlen). Und man soll im Ausland ja auch nicht überall heimatliche Kost erwarten, nicht wahr? ;)

Auf unserer Familien-Langzeitreise haben wir in der letzten Septemberwoche am Balaton Station gemacht. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung sind wir bereits am östlichsten Zipfel der EU im rumänischen Donau-Delta angekommen und hinken hoffnungslos mit der Berichterstattung hinterher – sorry! 

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Istrien-Urlaub: Menschenleeres Grenzland im Norden

Istrien ist eine beliebte Urlaubsregion und im Sommer voller Menschen. Wer ihnen entkommen will, findet Weite und Einsamkeit im Norden an der Grenze zu Slowenien. Siebter und letzter Teil unserer Serie „7 Dinge, die wir in der Nachsaison unternommen haben“.

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Malerische Ruinen mitten im Dorf (oder dem, was früher mal ein Dorf war).

Verfallende Dörfer…

Dass die ganze Region menschenleer ist, kommt dem von Seinesgleichen genervten Touristen entgegen, stellt aber für die paar doch noch hier verbliebenen Anwohner ein strukturelles Problem dar. Im oberen Bergland gibt es Dörfer, die heute teilweise in Trümmern liegen. Diese Ruinen sind keineswegs Zeugen des Balkankrieges (der hat in dieser Gegend glücklicherweise gar nicht gewütet). Grund für den Verfall ist einzig die Landflucht. Die jungen Leute haben keine Lust mehr, derart ab vom Schuss zu leben, wo es bis zum nächsten Lebensmittelgeschäft mindestens eine halbe Stunde dauert (selbst wenn man wie die Einheimischen hier mit todesverachtendem Tempo über die Bergstraßen heizt). Übrig bleiben die Alten, die in einigen Orten die letzten aufrechten Häuser zwischen lauter zusammengefallenen Gebäuden bewohnen.

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Ein bisschen Leben gibt es durchaus noch.

… und intakte Natur

Aber nicht nur der malerische Verfall ist sehenswert, sondern auch die Natur drumherum. Wir lassen unser Auto am Straßenrand stehen, erkunden einen der zahlreichen Feldwege und wandern ein Stündchen durch das Bergpanorama. Ein etwas mulmiges Gefühl haben wir schon, das Auto hier im Nirgendwo abzustellen, aber das bleibt völlig grundlos. Das Gelände ist leicht zu erlaufen, und trotzdem haben wir die Aussicht auf beeindruckende Berge. Wir picknicken auf einem der zahlreichen Kalksteinhäufchen und machen dort Bekanntschaft mit Gottesanbeterinnen und anderen Insekten, die die Aufmerksamkeit der Kinder fesseln.

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Wer genau hinguckt, kann hier viel entdecken – zum Beispiel Gottesanbeterinnen in rauhen Mengen.

So kommt man hin

Einfach mal auf die Karte gucken und dort hinfahren, wo nix ist. ;) Wir haben das Navi mit dem bezeichnenden Ortsnamen „Slum“ gefüttert und sind dann einfach durch die Gegend gekurvt.

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Pazin: Das Ethnografische Museum Istriens

In unserer Istrien-Serie „7 Dinge, die wir in der Nachsaison unternommen haben“ wird es heute kulturell: Es geht nach Pazin.

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Steht einfach so in der Gegend rum: Der Campanile von Pazin. Hier kann man parken.

Die kleine Stadt Pazin im Landesinneren ist das verwaltungstechnische Zentrum Istriens. Sie liegt ziemlich mittig auf der keilförmigen Halbinsel und ist von Porec aus in einer knappen Stunde zu erreichen. Zu Habsburger Zeiten lautete der Name folgerichtig Mittelburg. In touristischem Sinne sehenswert ist der Ort eher nicht. Während Porec, Rovinj und die anderen Küstenstädte aufs äußerste zurechtgeputzt sind, ist Pazin grau und die Fußgängerzone kurz. Das Eis kostet zwei Kuna weniger als in den Touristenorten, dafür schmeckt es schlichtweg überhaupt nicht.

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Wer Pazin mögen will, muss schon auf Shabby Chick stehen.

Einen Grund, Pazin zu besuchen – vielleicht auf dem Weg nach Pula, das wir aus Zeitmangel leider, leider auslassen mussten – gibt es aber dennoch: Hier befindet sich das Ethnografische Museum Istriens. Trotz Beschilderung ist es nicht ganz leicht zu finden. Wir haben am freistehenden Campanile im Zentrum geparkt (gratis) und haben uns dann zu Fuß durchgeschlagen (von der Fußgängerzone aus rechts rum und bergauf). Das Museum ist in der alten Burg untergebracht, die über einer eindrucksvollen Klippe thront. Ich habe gelesen, dass sie 120 Meter tief sein soll, war aber zu feige, das durch einen anständigen Blick nach unten zu überprüfen.

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Direkt neben der Burg geht es tief abwärts. Das Foto hätte noch spektakulärer sein können, aber diesen Anblick hätte ich als Fotograf nicht ertragen. :)

Zu sehen gibt es Werkstätten alter Handwerker (Wagner, Schmied, Böttcher), istrische Trachten und eine vollständig eingerichtete alte Küche. Im Turm sind jede Menge Waffen und Foltergeräte ausgestellt (aber Vorsicht, Geländer und Treppen sind nicht kindersicher, kleinere Kinder unbedingt an die Hand nehmen!). Highlight sind die traditionell bemalten Holzspielzeuge, die offenbar in der istrischen Kultur eine so große Rolle spielen, dass sie sogar als Weltkulturerbe bei der Unesco eingetragen sind.

Dieser "Schiebevogel" ist in den traditionellen Farben und Mustern bemalt und zählt als istrisches Holzspielzeug zum Weltkulturerbe. Aha.

Dieser “Schiebevogel” ist in den traditionellen Farben und Mustern bemalt und zählt als istrisches Holzspielzeug zum Weltkulturerbe. Aha.

Diese beiden Räume sind nach modernen museumspädagogischen Aspekten eingerichtet, vieles darf ausprobiert werden, und es gibt eine Kinderspielecke. Der Rest der Ausstellung ist noch recht traditionell gestaltet, aber durchgängig mit englischen Texten versehen.

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Das ethnografische Museum ist in der Burg von Pazin untergebracht.

Praktische Hinweise:

Das Museum hat die Adresse Trg Istarskog razvoda 1275. br. 1. Die Eintrittspreise betragen 25 Kuna für Erwachsene (ca. 3,25 Euro), 18 Kuna für Kinder (ca. 2,35 Euro). Die Öffnungszeiten sind etwas tückisch: dienstags bis donnerstags nur von 10 bis 15 Uhr, sonst bis 16 Uhr, dafür freitags erst ab 11 und montags ist – wie in den meisten Museen – geschlossen.

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Und noch ein bisschen mehr Shabby Chick Pazin-Style.

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Opatija: Die alte Perle, die um neuen Glanz kämpft

Obwohl Opatija nicht alt ist, blickt das opulente Seebad bereits auf eine bewegte Geschichte zurück. Es ist Teil 5 unser Istrien-Serie “7 Dinge, die wir in der Nachsaison unternommen haben“.

Eine gute Stunde lang fährt man von Poreç aus nach Opatija, das an der östlichen Küste Istriens an der Kvarner-Bucht liegt. Zumindest für jene, denen mondäne Badeorte mit Geschichte gefallen, lohnt sich der Ritt allemal.

Der Kurpark direkt am Meer macht Opatija besonders charmant.

Der Kurpark direkt am Meer macht Opatija besonders charmant.

Bis ins 19. Jahrhundert gab es an dieser Stelle nichts als eine kleine Abtei zu Ehren des Heiligen Jakobs. In unmittelbarer Nachbarschaft und nur rund 20 Kilometer von der großen Hafenstadt Rijeka ließ der zu Geld gekommene Geschäftsmann Iginio Scarpa 1844 seine Villa Angiolina errichten.

Die kleine Jakobs-Abtei ist immer noch da.

Die kleine Jakobs-Abtei ist immer noch da.

Die Luxusvilla diente als Ausgangspunkt für einen rasch gedeihenden Kurort. Die Reichen und Schönen des gesamten Habsburgerreichs gaben sich bald die Ehre. Im Gegensatz zu anderen Bädern waren in Opatija auch die neureichen Industriellen und ihre Familien vollkommen akzeptiert (ging doch diese Sommerfrische auf einen der ihren zurück). Man badete im Mittelmeer, genoss das milde Klima, wandelte in den üppigen Parkanlagen direkt am Wasser und wandte sich ansonsten all den typischen Annehmlichkeiten eines Badeortes zu. kroatien-istrien-opatija-promenade

Mit dem Untergang der Donaumonarchie sank auch der Stern Opatijas. Zu Sozialismus-Zeiten hatte das bourgeoise Seebad keinen Staat zu machen, und so richtig umwidmen für den jugoslawischen Arbeiter ließen sich die Prachtvillen auch nicht. Der verblichene Glanz erinnert mich an Heiligendamm. Erst ganz langsam blüht die Stadt als Urlaubsort für Besserverdienende und Luxusbereite wieder auf. Auch Familien bietet man hier heute wieder einiges, beispielsweise wurde extra ein kleines Stück flacher Sandstrand an der ansonsten felsigen Adriaküste angelegt. Der Bade“strand“ für Erwachsene befindet sich ebenfalls an der Uferpromenade mitten im Ort (selbstverständlich mit freiem Wi-fi).

Am "Kinderstrrand" gibt's sogar ein bisschen Sand.

Am “Kinderstrrand” gibt’s sogar ein bisschen Sand.

Sehenswert sind heute die Parkanlagen um die alte Abtei herum, direkt am Meer. Dazu gehört auch der „Gruß ans Meer“, die Skulptur einer Nymphe auf den Felsen im Wasser, das neue Wahrzeichen der Stadt. Ein Spaziergang an der Uferpromenade mit Blick auf die opulenten Hotels auf der einen, die Mittelmeerküste auf der anderen Seite macht durchaus etwas her. Viele der Restaurants sehen einladend aus, getestet haben wir sie ob des Preisniveaus und unserer Tagespläne aber nicht.

Eine "Fahrt mit der Barke" wussten schon die illustren Badegäste des 19. Jahrhunderts zu schätzen.

Eine “Fahrt mit der Barke” wussten schon die illustren Badegäste des 19. Jahrhunderts zu schätzen.

Zum Überblick – das sind unsere 7 Ausflugstipps in Istrien

  1. Poreç
  2. Bootsfahrt
  3. Rovinj
  4. Vrsar
  5. Opatija
  6. Museum in Pazin
  7. Nördliches Grenzland
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Vrsar: Kleines Fischerdorf unter Palmen

Vrsar ist klein, hat seinen Platz in unserer Istrien-Serie “7 Dinge, die wir in der Nachsaison unternommen haben” aber redlich verdient!

In Vrsar gibt es durchaus noch "echte" Fischerboote zu sehen.

In Vrsar gibt es durchaus noch “echte” Fischerboote zu sehen.

Der schmucke Ort gilt als altes Fischerdorf, und in der Tat geht es hier wesentlich weniger wuselig zu als in den großen Schwestern Poreç und Rovinj, zwischen denen Vrsar liegt. Vor allem Segler scheinen hier einzukehren, zumindest ist der kleine Hafen voll mit weißen Masten. Gerade eine Anfahrt von See her ist auch ausgesprochen hübsch, denn sie führt an mehreren grünen Inselchen vorbei.

Heute sind nur noch wenige Fischerboote, dafür umso mehr Segler im Vrzars Hafen zu sehen.

Heute sind nur noch wenige Fischerboote, dafür umso mehr Segler im Vrzars Hafen zu sehen.

Der Schriftsteller Giacomo Casanova, berühmt für seine amourösen Abenteuer, hat hier angeblich zwei Jahre seines Lebens verbracht – ein werbewirksamer Fakt, über den sich die Bewohner des nicht gerade leicht auszusprechenden Ortes immer noch freuen.

Wie Rovinj ist auch Vrsar auf einem Hügel erbaut, dessen höchster Punkt der freistehende Campanile ist. Die dazugehörige Kirche ist dem Heiligen Martin geweiht. Der Aufstieg ist steil, ist aber in zehn Minuten zu bewältigen und lohnt sich nicht nur wegen des Ausblicks:

Blick über die Dächer Vrsars auf den Hafen und die vorgelagerten Inselchen.

Blick über die Dächer Vrsars auf den Hafen und die vorgelagerten Inselchen.

Café-Tipp

Das Café L’Angelique befindet sich direkt gegenüber des Eingangsportals der Martinskirche. Die Tische verteilen sich über den Vorplatz der Kirche und die (so gut wie gar nicht befahrene) Straße. Weinspezialitäten werden hier ebenso serviert wie hausgebackene Torten und Bio-Kaffee.

Palmen säumen den Weg hinauf zum Campanile der Martinskirche.

Palmen säumen den Weg hinauf zum Campanile der Martinskirche.

Zum Überblick – das sind unsere 7 Ausflugstipps in Istrien

  1. Poreç
  2. Bootsfahrt
  3. Rovinj
  4. Vrsar
  5. Opatija
  6. Museum in Pazin
  7. Nördliches Grenzland
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Rovinj: Juwel der Westküste Istriens

 Rovinj hat in unserer Serie “7 Dinge, die wir in der Nachsaison unternommen haben” einen Ehrenplatz verdient!

Die kleine Stadt auf dem Hügel mutet eher italienisch als kroatisch an. Kein Wunder, noch heute sprechen mehr als 10 Prozent der Einwohner Italienisch als Muttersprache.

Dieses Arrangement hat mich sehr an ein ähnliches in Siena erinnert.

Dieses Arrangement hat mich sehr an ein ähnliches in Siena erinnert.

Touristisch ebenso gut erschlossen wie Poreç, wirkt der Ort mit seinen über die Straßen gespannten Wäscheleinen und verfallenden Palazzi irgendwie trotzdem authentischer.

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Höchster Punkt der Stadt ist die Basilika der Heiligen Euphemia. Die aus der Nähe des heutigen Istanbuls stammende frühchristliche Märtyrerin grüßt heute als wetterwendige Statue vom Kirchturm.

Die Aussicht vom Kirchplateau ist herrlich.

Die Aussicht vom Kirchplateau ist herrlich.

Man warf sie den wilden Löwen zum Fraß vor, doch die gottesfürchtigen Tiere verschmähten sie, so heißt es, und man musste mit verlässlicheren Methoden nachhelfen. Ihr zur Reliquie erklärter Leichnam kam in Kriegszeiten in Byzanz abhanden, wurde wenige Jahre später aber zufällig an den Strand von Rovinj gespült – was für ein Wunder!

Und wieder abwärts...

Und wieder abwärts…

Der venezianische Einfluss ist immer noch in Form des Markuslöwens zu bemerken, der auf mehren Bildnissen und Torbögen prangt. Dabei gilt: Hält das Tier eine Pfote segnend erhoben und zeigt eine offene Bibel, stammt das Bildnis aus Friedenszeiten. Sonst nämlich hält der Löwe das Buch verschlossen und trägt ein Schwert.

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Suchbild: WO ist der Markuslöwe?

Eis-Tipp

Richtig, richtig gutes Eis gibt es im Chocolat (Adresse: Carera 65). Die Kugel kostet 7 Kuna statt der sonst üblichen 5 (bei einem Wechselkurs von rund 7 Kuna pro Euro), aber der Mehrpreis ist dermaßen gerechtfertigt! In einem kleinen, kühlen Innenhof entkommen wir dem touristischen Trubel der Altstadt, für kleine Kinder gibt es extra Tische und Stühle, und auch der Cappuccino ist perfekt.

Da braucht man das Eis gar nicht sehen, der Wettbewerb, wer das meiste wovon kriegt, zeigt die geschmackliche Qualität eindrucksvoll genug.

Da braucht man das Eis gar nicht sehen, der Wettbewerb, wer das meiste wovon kriegt, zeigt die geschmackliche Qualität eindrucksvoll genug.

 

Zum Überblick – das sind unsere 7 Ausflugstipps in Istrien

  1. Poreç
  2. Bootsfahrt
  3. Rovinj
  4. Vrsar
  5. Opatija
  6. Museum in Pazin
  7. Nördliches Grenzland
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Istrien entdecken: am besten (nicht) auf einem Bootsausflug…

Eine Bootsfahrt entlang der istrischen Adriaküste ist Teil 2 unserer Serie „Istrien: 7 Dinge, die wir in der Nachsaison unternommen haben“.

Dabei sieht es aus diesem Blickwinkel so nett aus...

Dabei sieht es aus diesem Blickwinkel so nett aus…

Einen Tag lang haben wir uns in den Höllenschlund des Pauschaltourismus begeben und einen Bootsausflug gebucht. Die Anwerber sind an den Stränden unterwegs und verkaufen Tickets für wunderbare Ambiente-Fahrten zu all den malerischen Sehenswürdigkeiten der Umgebung, inklusive landestypischem Mittagessen mitsamt Tischwein, Begrüßungsschnaps und Live-Musik.

Eine Bootsfahrt kann sooo romantisch sein…

Eine Bootsfahrt kann sooo romantisch sein…

In Wahrheit wird das Touri-Boot so vollgepfercht, dass man auf den inneren Plätzen kaum bis zur Reling gucken kann und unweigerlich an Lampedusa denkt. Um sich den Begrüßungsschluck an der Bar abzuholen, müsste man seinen Sitzplatz auf dem Sonnendeck aufgeben (die andere Hälfte der Beladung hockt nämlich unter Deck und darf durch Plastikplanen gucken). Die Live-Musik besteht aus einem pathologisch gutgelaunten Menschen mit Schifferklavier – La Paloma ohe. Und jetzt alle! Während er Pause macht, läuft immer wieder Sirtaki vom Band. Das Essen ist ganz okay, sieht man davon ab, dass wir wie die Hühner auf der Stange sitzen. Der Tischwein verschwindet ziemlich schnell in den Gläsern der verzweifelteren Personen an Bord. Bis wir endlich Wasser für die Kinder bekommen, sind die ersten schon fertig mit Essen. Und unsere Mitreisenden sind auch nicht gerade die Sorte Menschen, die unsere Laune verbessern. „Gibt’s zur Worscht keinen Senf?“ nörgelt der Mann mir gegenüber die Bedienung an. Sie versucht ihm etwas auf Englisch zu erklären und bringt dann Ketchup und Mayo. „Ich hab doch Senf gesagt!“ motzt er weiter. „Soll ich etwa Kroatisch lernen, damit ich hier verstanden werde?!“ Die Idee scheint für ihn so vollständig abwegig zu sein, dass er nicht einmal bemerkt, wie er gerade seine eigene Karikatur zeichnet.

Möchte man den Limfjord sehen, bietet sich in der Tat der Zugang übers Wasser an. So bekommen wir – wooow – den Drehort irgendeines Karl-May-Films zu sehen: eine touristisch überfrachtete Felsenhöhle.

Möchte man den Limfjord sehen, bietet sich in der Tat der Zugang übers Wasser an. So bekommen wir – wooow – den Drehort irgendeines Karl-May-Films zu sehen: eine touristisch überfrachtete Felsenhöhle.

ABER eines muss man doch für diese unselige Bootsfahrt sagen: Die Orte, an denen wir anlegen, sind in der Tat malerisch.

Am schönsten wirkt Rovinj vom Wasser aus.

Am schönsten wirkt Rovinj vom Wasser aus.

Zum Überblick – das sind unsere 7 Ausflugstipps in Istrien

  1. Poreç
  2. Bootsfahrt
  3. Rovinj
  4. Vrsar
  5. Opatija
  6. Museum in Pazin
  7. Nördliches Grenzland
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