Schlechte Erfahrung mit AirBnB

Schlechte Erfahrungen mit AirBnB: Das passiert, wenn man das Portal umgeht

Eigentlich plane ich schon ewig und drei Tage einen richtig guten Service-Artikel zum Thema Buchungsportale für Familien: „Ferienunterkünfte für Familien finden: Der richtige Umgang mit mit AirBnB, booking.com und Co.“, oder so ähnlich. Ich glaube, dass viele Eltern sich nicht recht rantrauen an individuelle und günstige Buchungsmöglichkeiten für Urlaubsunterkünfte, weil sie viele Fragen haben. Was ist der Unterschied zwischen AirBnB und „normalen“ Anbietern von Ferienwohnungen? Wie funktioniert das genau? Ist AirBnB sicher? Wir haben auf unserem 10-monatigen Roadtrip durch Europa so viele Erfahrungen damit gemacht, die ich gerne weitergeben würde. Aber ich komme und komme nicht dazu, diesen Artikel fertigzustellen. Stattdessen dümpelt er als Entwurf seit Monaten in meinem Blog-Backend. Um dem Elend ein Ende zu machen und wenigstens das, was ich habe, allen Interessierten schon einmal zur Verfügung zu stellen, hau ich es jetzt einfach raus und beschränke mich auf schlechte Erfahrungen mit AirBnB, wenn man das Portal umgeht – auch wenn die entschieden nur ein kleiner Ausschnitt unserer prinzipiell guten Erfahrungen mit AirBnB sind.

Zum allgemeinen Verständnis: AirBnB ist ein privates Vermietungsportal im Internet. Jedermann kann dort seine Wohnung (oder auch nur ein Zimmer) anbieten. Preis und Konditionen legt er (oder sie) selbst fest. Ein gewisses Maß an Sicherheit bieten die Bewertungen, die vorherige Besucher für den Anbieter hinterlassen haben (ähnlich wie bei ebay oder Couchsurfing). Bezahlt wird per Vorkasse an AirBnB, aber erst nach dem Aufenthalt wird das Geld an den Vermieter weitergeleitet, wenn der Gast keine Einsprüche erhebt.

Ursprünglich sollte es wohl eine Plattform sein, durch die auch soziale Interaktionen zwischen Mieter und Vermieter zustande kommen. In der Praxis haben wir so etwas selten erlebt. Viele Vermieter waren professionell, und häufig stand dieselbe Ferienwohnung auch bei anderen Vermietungsportalen zur Verfügung (manchmal für einen deutlich niedrigeren Preis, übrigens).

Außen pfui, innen hui: Die Wohnung in diesem Block war tatsächlich eine der schönsten auf unserer Reise.
Außen pfui, innen hui: Die Wohnung in diesem Block im kroatischen Split war tatsächlich eine der schöneren auf unserer Reise, weil die Innenausstattung prima für einen echten Familienalltag war.

Vorteil von AirBnB ist, neben der meist riesigen Auswahl, dass auch solche Mietobjekte zur Auswahl stehen, die nicht herkömmlichen Ferienunterkünften entsprechen, sondern näher am „echten Leben“ und tiefer in der Kultur des Reiselandes stecken.

Unseren 15. Jahrestag feiern wir in einem wunderschönen Ferienhaus auf dem Peloponnes vor dem Kamin mit einem zweisamen Abend - absolute Seltenheit, dafür umso schöner.
Und manchmal ist auch einfach alles perfekt, wie in unserem Traumhaus auf dem Peloponnes.

Die Dienstleistung des Portals besteht darin, Vermieter und Mieter zusammenzuführen. Entsprechend zahlen beide einen gewissen Prozentsatz des Mietpreises als Servicegebühr.

Lohnt es sich, AirBnB zu umgehen und mit dem Vermieter einen günstigeren Preis auszuhandeln?

Ich rate ganz klar davon ab. Und zwar nicht, weil ich AirBnB und Co eine goldene Nase gönne, sondern weil wir damit bisher noch immer reingefallen sind. Wir haben uns zwei Mal darauf eingelassen, als unser Vermieter es uns anbot. Es waren jeweils deutlich schlechtere Unterkünfte als angepriesen, und weil man natürlich nur eine Bewertung abgeben kann, wenn man ordnungsgemäß über das Portal gebucht hat, konnten wir Nachreisende nicht einmal warnen.

AirBnB: Schlechte Erfahrungen

Im ersten Fall (in Griechenland) war die Unterkunft einfach nur deutlich schlechter als beschrieben, die Küchenausstattung mies (nicht einmal eine Gabel und ein Löffel für jeden in der „fully equipped kitchen“). Warmes Wasser gab es nur abends für ein paar Stunden. Da wir immer möglichst low budget unterwegs sind, passieren uns solche Reinfälle ab und zu  – aber normalerweise warnen uns die Bewertungen anderer, und wir sorgen mit unserer Referenz dafür, dass die nächsten vorgewarnt sind und selbst entscheiden können, ob sich der Mietpreis in ihrem persönlichen Preis-Leistungs-Gefüge rentiert. In Griechenland sind wir das Wagnis eingegangen, für einen vergleichsweise geringen Preis ein Überraschungsei zu bekommen – und für unser persönliches Empfinden war das ein Griff ins Klo.

Unsere Ferienwohnung mit - fast - Meerblick.
Schlechter als beschrieben, aber nun auch nicht untragbar. „Mit Meerblick“ stand im Angebot. Und wenn wir auf den Balkon gehen und uns etwas nach links über die Brüstung beugen, stimmt das auch.

AirBnB: Schlechte Erfahrungen mit Methode

Im zweiten – und mit Sicherheit letzten – Fall scheint es mir im Nachhinein eine richtige Masche gewesen zu sein. Der Vermieter war seit 2009 angemeldet und hatte in der Region Apulien eine ganze Handvoll Objekte im Angebot, aber nur eine einzige (selbstredend positive) Bewertung. Wir stellten eine offizielle Anfrage für ein nettes kleines Häuschen, das unseren Vorstellungen entsprach. Das sei bedauerlicherweise nicht verfügbar, teilte der Vermieter uns mit, bot uns aber in derselben Nachricht eine andere Wohnung an, und zwar für einen deutlich günstigeren Preis als im Portal angegeben. Wir äußerten Interesse, fragten aber – als doch recht erfahrene Reisende nicht mehr völlig naiv – welche Leistungen dieser Preis umfasst. In der Tat sollten noch 10 Euro pro Person für Bettwäsche und Handtücher hinzukommen und Elektrizität nach Verbrauch bezahlt werden. Trotzdem war der Preis immer noch vergleichsweise günstig, und wir nahmen an (allein schon aus Mangel an Alternativen, denn inzwischen waren wir schon auf dem letzten Drücker auf der Suche).

Wie sich herausstellte, war die Wohnung in Gallipoli geschickt fotografiert. Von einer „Heizung“ zu sprechen, war ein Witz, weil sie aus zwei Klimaanlagen in den Schlafzimmern bestand, die kaum diese zwei Räume vernünftig warmpusten konnten, geschweige denn die ganze Wohnung. Die Fenster waren so schlecht eingebaut, dass die Vorhänge selbst bei geschlossenen Fenstern sanft im Wind hin und her schwangen. Wir benutzten einen Teil unserer teuren Miet-Handtücher, um die zwei Finger breiten Spalte abzudichten. Wenn wir abends am Computer in der Küche saßen (ein Wohnzimmer gab es nicht), trugen wir zwei Pullover plus Strickjacke und kuschelten uns zusätzlich in unsere Schlafsäcke. Von der Dusche wollen wir lieber gar nicht anfangen zu reden. Die Haare jedenfalls wusch ich mir im Küchenwaschbecken.

Fleißige Reisebloggerin unter widrigen Umständen.
Es war SO KALT in unserer Wohnung in Gallipoli!

Der Vermieter war sich freilich keiner Schuld bewusst. Als wir die einfachen Laken monierten, die in Italien gerne die Bettdecke ersetzen, brachte er uns tatsächlich einen Arm voll Wohnzimmerdecken, damit wir dann doch nicht erfrieren (auch hier kamen uns wieder unsere eigenen Schlafsäcke zugute). Und als wir darauf bestanden, dass im Inserat von freiem WLAN die Rede gewesen war, gab er uns am zweiten Tag einen mobilen Router, der magere 300 GB umfasste.

Schlechte Erfahrungen mit AirBnB
Eine altbackene Einrichtung finden wir jetzt gar nicht mal so schlimm, wenn dafür der Preis stimmt – und das Drumherum. Dass es in dieser Wohnung elend kalt war, die (explizit eingeforderten) Decken nach Dachboden müffelten und nicht ganz sauber waren und wir uns einfach veräppelt vorkamen, sieht man auf diesem Bild natürlich nicht.

Wenn es nicht so kalt gewesen wäre – unüblich kalt und regnerisch für Süditalien im März – dann hätte man mit den Umständen wahrscheinlich auch halbwegs leben können.

Wenn nicht, ist es in einem solchen Fall natürlich immer möglich, auf dem Absatz kehrt zu machen und die mangelhaft beschriebene Wohnung einfach nicht zu nehmen.

Aber als Familie ist so eine Forderung leichter gesagt als getan. Immerhin ist es meistens mindestens später Nachmittag, wenn wir eine Unterkunft erreichen. Als kurzfristige Alternative bleiben dann nur teure Hotels. Für Kostenbewusste und solche mit schmalem Budget bleibt nur die Möglichkeit: Augen zu und durch. Ich gehe davon aus, dass diese Leute von solchen Urlaubern wie uns leben.

Seitdem haben wir noch einige Male auf unsere Anfragen von AirBnB-Vermietern (in Italien und auch in Spanien, jeweils in beliebten Ferienregionen) zu hören bekommen, dass dieses bestimmt Objekt zwar nicht verfügbar sei, dafür aber dieses andere, besonders günstige… Da wir nie wieder darauf eingegangen sind, haben wir seitdem nur positive Erfahrungen mit AirBnB gemacht…

Unsere Wohnhöhle in der Abenddämmerung. Der erste Blick von außen zeigt gar nicht, dass sich der Großteil des Hauses im Berg befindet.
Zum Beispiel unsere Wohnhöhle in Guadix ist auch ein AirBnB-Fang, mit dem wir rundum zufrieden waren. Der erste Blick von außen zeigt gar nicht, dass sich der Großteil des Hauses im Berg befindet.

(Übrigens: Dieser Artikel ist ja nun nicht gerade eine aalglatte Werbung für das Vermietungsportal. Wenn er dich trotzdem darin bestärkt, dich dort anzumelden, würde ich mich freuen, wenn du das über diesen Link* tust. Dann bekommst du ein paar Euro gutgeschrieben, und wir auch.)

Update: Inzwischen hat Heike von Köln Format meine Idee aufgegriffen und einen ordentlichen Artikel zum Thema How to AirBnB geschrieben. Also, so, wie man dort Unterkünfte buchen sollte, und nicht, wie nicht. 🙂

Artverwandt: Vielleicht interessierst du dich auch fürs Thema Couchsurfing? Hier habe ich eine Art (kostenloses) Tutorial fürs Couchsurfing mit Kindern verfasst:

Couchsurfing mit Kindern: So klappt der „Gratis-Urlaub“ für Familien

32 Gedanken zu „Schlechte Erfahrungen mit AirBnB: Das passiert, wenn man das Portal umgeht“

  1. Wir haben uns noch nicht an AirBnB „gewagt“, weil es einfach nicht gepasst hat, aber schon mehrmals drüber nachgedacht. Vielen Dank für diesen Erfahrungsbericht – das erspart einem hoffentlich einen Teil eigener Enttäuschungen!
    LG
    Hartmut

  2. Danke für deine Erfahrungen und diesen Post. Ich habe bisweilen einmal eine AirBnB Wohnung in Berlin bezogen und war wirklich überrascht über die gute Lage + günstiger Preis. In knapp zwei Wochen fliegen wir als Familie das erste mal in die USA (ein Monatiger Roadtrip durch den Westen).. wir werden ach über AirBnB unser Glück versuchen. Ich habe da aber nich einen Tipp für eure nächste Reise: kennst du zufälligerweise die Freundschaftsorganisation „Servas“ .. die Mitglieder sind auf der ganzen Welt vertreten und man kann jeweils immer für 1-2 Nächte kostenlos dort unterkommen. (man bekommt von Servas eine Adressliste und kann dann direkt dort anfragen in den Familien). Wir werden das in den USA testen. Ich berichte gerne dann. Oder du folgst uns bei instagram : biokind … Liebe Grüße aus Kiel

    1. Ich bin gespannt, was du berichtest! Von Servas habe ich gehört und weiß gerade gar nicht, wieso ich mich da nie näher drüber informiert habe. Wir sind ja passionierte Couchsurfer, was auf jeden Fall eine prima Ergänzung zu gemieteten Wohnungen auf der Reise ist. Leider funktioniert die Plattform nicht mehr so gut wie früher.

  3. Ich muss gestehen, dass ich AirBnB bisher noch nicht genutzt habe und daher keine Erfahrungswerte damit habe. Ich bin mir sicher, dass du mit diesem Beitrag vielen Reisenden eine gute Entscheidungshilfe bietest. Das mit der kalten Wohnung mit den zugigen Fenstern ist schon der Hammer! Unglaublich wie unverschämt manche Vermieten doch sind.

    1. Wenn du es ordnungsgemäß machst, hast du alle Möglichkeiten, gegen solche Praktiken vorzugehen. Nur wenn du am offiziellen Weg vorbei mauschelst, hast du ggf. ein Problem. Und bei der beschriebenen Methode rutschst du da ganz schnell rein, ohne bewusst die Entscheidung zu treffen.
      Wenn du weißt, worauf du achten musst, sind alle diese individuellen Vermietungsportale großartig! 🙂

  4. Liebe Lena,
    vielen Dank für diesen Erfahrungsbericht! Nun bin ich gleich gewarnt. Falls ich es in diesem Sommer mal mit airbnb wage, werde ich mich jedenfalls nicht auf dubiose Angebote einlassen.
    Leibe Grüße
    Gela unterwegsmitkind

  5. Vielen Dank für deine wertvollen Informationen. Sie zeigen mir einmal mehr, dass ein gesundes Misstrauen all diesen neuen Buchungs-Methoden gegenüber nie schaden kann.
    Herzliche Grüsse
    Bea

  6. Oha, ich werde demnächst zum erstenmal ein durch Aitbnb vermitteltes Zimmer besuchen. Hoffentlich ist es für die 2 Nächste aushaltbar. Meine Idde, meine ab 16.11.16 für 1 Monat leere Wohnung dort anzuboeten, werde ich nach den Erfahrungsberichten hier und andreswo nicht umsetzen. Dass man Airbnb auch nicht direkt anschreiben kann fand ich schon verdächtig. Ich swerde mal forschen ob und wo man seine Wohnung / Zimmmer seriöser anbieten kann.

    1. Als Vermieter haben wir keine Erfahrung, nur als Mieter. Und die sind, wie gesagt, überwiegend gut. Ich habe grade mal nachgezählt, 13 Mal haben wir über AirBnB gebucht, und es war – manchmal mit Abstrichten wegen Anfänger-Fehlern – immer okay bis hervorragend. Nur die zwei Mal, die wir sparen wollten bzw. mehr oder weniger unbemerkt dazu gedrängt wurden, den Deal an der Plattform vorbei abzuschließen, war es schlecht. Gegen AirBnB an sich kann ich also gar nichts vorbringen.
      Solange man sich an die Regeln hält und der Deal über die Plattform zustande kommt, hat man sehr wohl die Möglichkeit, sich an AirBnB zu wenden. Es gibt jedenfalls ein „Mediations-Center“, das wir allerdings nie gebraucht haben, weil, wie gesagt, immer alles in Ordnung war (oder unsere eigene Schuld, weil etwas nicht im Inserat stand, aber wir in unserer anfänglichen zentraleuropäischen Naivität davon ausgegangen waren, dass es trotzdem mit dabei sei, worauf man sich im Zweifelsfall natürlich nicht verlassen und schon gar nicht berufen kann – deshalb besser immer nachfragen, bevor man bucht!).

  7. Hallo, ich war Gastgeber bei airbnb und bin super einttäuscht. Im Falle einer Beschwerde ist IMMER der Gastgeber schuld. Finger weg, ganz schlimm.

    1. Liebe Birgit, das klingt, als hättest du eine schlechte Erfahrung gemacht, und das tut mir leid. Ich habe mich entschlossen, deine anderen vier Kommentare von gestern nicht freizuschalten, da sie allgemeine und harte Beschuldigungen gegenüber der Plattform enthalten, die ich nicht nachprüfen kann und die sich nicht mit unseren Erfahrungen decken. Dass „alles Betrug“ ist und Kunden auf jeden Fall „unglücklich werden“, entspricht einfach nicht den Tatsachen. Halten wir fest, dass es auch auf Seiten der Gastgeber große Enttäuschungen geben kann und du – das lese ich aus deinen emotionalen Beiträgen heraus – unzufrieden mit dem AirBnB-Support im Konfliktfall bist.

    1. AirBnB sucks meiner Meinung nach, meine Mama hat in Florida einen vollausgestatteten RV gemietet, leider laesst die Sauberkeit zu wuenschen uebrig, Fliegen ueberall, totaler Gestank und Schimmel und der Vermieter ist sich keiner Schuld bewusst… Ich streite mich grad mit AirBnB und dem Vermieter wann die endlich gedenken die Rueckerstattung zu veranlassen. Ich ruf da taeglich an und hoffe das der Ami-kundenservice bischen schneller in die puschen kommt. Wir haben ja auch keinen Goldesel zuhause… Vor allen habe ich ja das Complain innerhalb der 24h gestellt, war noch so frei und hab dem Mitarbeiter und dem Vermieter die wichtigsten Policyinformationen kopiert ins email na mal sehen….

      1. Wir haben, wie gesagt, nie den offiziellen Beschwerdeweg nehmen müssen/können, und über den AirBnB-Kundenservice kann ich daher nichts sagen. Erzähl dann gerne mal, wie die Sache ausgegangen ist.

  8. Hallo!
    Ich stehe AirBnB mehr als kritisch gegenüber. Und zwar dehalb, weil ich weiß, dass zum Beispiel in Reykjavík viele Eigentümer ihre Wohnungen lieber an Touristen vermieten als an Isländer, die dort dauerhaft leben wollen.
    Ist klar, das Geld kommt von den Touris. (Ein weiteres Problem besteht darin, dass die Wohnungen nicht als Gewerbe gemeldet sind und daher mehr oder weniger illegal.) Das ist selbstverständlich nicht die Schuld der Touristen, aber wenn man bei AirBnB mietet, um in einem authentischen Stadtviertel zu leben und dann lediglich von anderen Touristen umgeben ist, fragt man sich vielleicht doch nach dem Grund dafür.

    Das ist aber bloß meine persönliche Meinung. :o)

    1. Ja, diese Thematik ist auf jeden Fall ein Aspekt der ganzen Angelegenheit der privaten Vermietungsportale. In Paris z.B. war das ja mal ganz großes Thema, und auch in New York, wo aus diesen Gründen Vermietung über AirBnB untersagt wurde. In Berlin gibt es seit einiger Zeit ein Gesetz, dass „Zweckentfremdung“ von Mietobjekten verbietet und (unter anderem und unter bestimmten Umständen) auch AirBnB. In Thessaloniki haben wir uns lange mit unseren AirBnB-Hosts unterhalten, und die haben frei heraus gesagt, dass sie ihre Wohnung mit Absicht lieber unregelmäßig lukrativ an Touristen vermieten als klassisch an Griechen, die aufgrund der wirtschaftlichen Situation womöglich nicht regelmäßig zahlen können. Da sie widerum auch knapp bei Kasse waren und jeden Euro dringend brauchten – verständlich.
      Dann wieder finde ich die Vorteile der privaten Vermietung (vor allem im Hinblick auf interkulturellen Austausch) so super, dass ich mich frage, ob das die Nachteile nicht aufwiegt. Aber, ja. Jede Medaille hat zwei Seiten.

  9. Ich habe auf meinem Ferienhof an der Ostsee neben Ferienwohnungen ein kleines B&B-Zimmer, dass ich nächteweise ueber Booking.com und Airbnb vermiete. Bei Airbnb zahlt der Anbieter nur eine geringe Provision, das meiste der Kosten zahlt der Gast. Da wundert es mich, dass es Gastgeber gibt, die Airbnb umgehen möchten. Bei Booking sieht das anders aus, dieser Vertriebsweg ist deutlich teurer für den Gastgeber.

    Mit Gästen von Airbnb habe ich durchweg positive Erfahrungen gemacht. Die suchen in der Regel nicht nur ein Dach über dem Kopf sondern sind auch an Interaktion mit dem Gastgeber interessiert. Das bin ich als Gastgeber auch, wenn ich es zeitlich einrichten kann.

    Man sollte sich klar sein, dass Airbnb ein global agierendes Großunternehmen aus San Francisco ist. Es gibt dort meines Wissens niemanden, den man bei Problemen direkt anrufen kann. Hab ich zum Glück auch noch nie gebraucht.

    1. Danke für die Vermieter-Sichtweise, das ist spannend! Bei booking.com habe ich gehört, dass es länderabhängig große Unterschiede gibt, wie viel Provision an das Portal fließt. Vielleicht ist das bei AirBnB auch der Fall? Ich weiß es nicht. Für wahrscheinlicher halte ich es, dass diese Gastgeber schlechte Bewertungen vermeiden möchten, die sie unweigerlich bekämen, wenn sie ordnungsgemäß über das Portal vermieten würden. Zumindest unser einer in Süditalien…

  10. An dieser Stelle habe ich den Kommentar von Brian, nach eigenen Angaben Inhaber eines Reisebüros, nicht frei geschaltet, weil er etliche Vermietungsportale beim Namen nennt und ihnen betrügerische Praktiken unterstellt – Aussagen, die ich nicht nachprüfen kann und die ich deshalb nicht in meinem Blog stehen haben möchte.
    Richtig ist – um Brians Bemerkungen einmal positiv zu formulieren – dass private Vermieter ihre Einnahmen natürlich versteuern müssen!

  11. Wollte über airbnb buchen, habe es dann aber sein gelassen. Warum?
    1. Die Anmeldung muss über facebook oder über ein google-Konto geschenen. Beides lehne ich ab, weil ich nicht möchte, dass jeder meiner Internet-Schritte aufgezeichnet und kommerziell verwertet wird. Eine neutrale Emailadresse wird nicht akzeptiert.
    2. Aiernb verlangt ein Foto. Ub´nd außerdem soll man sich noch vorstellen und sagen, warum man gerade do oder dort Urlaub machen will. Das ist inakzeptabel.
    3. Aber jetzt das Unverschämteste: Eine Buchungsanfrage ist keine Anfrage, sondern bereits ein rechtlich bindendes Angebot. Falls der Anbieter akzeptiert, kommt ein Vertrag zustande, aus dem man oft nur durch hohe Stornokosten wieder herauskommt.
    Insgesamt halte ich airbnb für eine unseriöses Internehmen.

    1. Das 1. stimmt definitiv nicht. Wir meiden auch die facebook-Anmeldung. Deshalb weiß ich genau, dass die Anmeldung bei AirBnB nur mit einer E-Mail-Adresse möglich ist.
      Ob ein Foto wirklich Pflicht ist, weiß ich gerade nicht (und da ich derzeit in Interlaken im Hostel sitze, möchte ich nicht nachschauen). Da AirBnB eigentlich der Sharing-Idee entsprungen ist, also eine Geselligkeitskomponente hat, finde ich das völlig in Ordnung, wenn Buchung und Aufenthalt eben nicht völlig anonym geschieht.
      Wer unkompliziert ein anonymes Hotelzimmer buchen will, ist sicherlich bei booking.com oder HRS besser aufgehoben.

    2. Das stimmt so nicht.
      Man kann Anfragen senden, die nicht gleich eine Buchung darstellen. Max. eine Vorabbestätigung und dann hat man es immer noch selbst in der Hand, ob man als Gast annehmen will.
      Bin selber Gastgeber und war auch schon Gast.

      1. Genau. Es gibt diese Möglichkeit, aber bei den meisten Gastgebern auch die Funktion „sofort buchen“. Da ist dann Vorsicht geboten, denn das ist (meine ich, ohne noch mal explizit nachgeguckt zu haben) wirklich bindend. Einfach nicht zu schnell klicken! 😉

  12. Wir hatten einen Übernachtungsgast der über air b&b bei uns angemeldet war. Dann aber nicht registriert wurde und folglich nie bezahlt hat. Wir wissen nicht ob der Gast uns mit Berechnung um unsere Bezahlung gebracht hat. Fest steht das es bei Air B& B einfach keinen Ansprechpartner für Probleme gibt! Man muss auch als Gastgeber vorsichtig sein!

    1. Ich habe mir letztens beim Update die Nutzungsbedingungen noch mal von vorne bis hinten durchgelesen (was natürlich gähnend langweilig ist und auch nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört). Worauf AirBnB immer wieder aufmerksam macht, ist die Tatsache, dass sie nur Vermittlungsplattform sind. Alle Interaktionen im eigentlichen Sinne finden zwischen Vermieter und Mieter statt. Damit machen sie es sich natürlich einfach, vor allem, weil die Abrechnung ja sehr wohl über das Portal läuft. Aber alle Auseinandersetzungen muss ich halt direkt mit der betreffenden Person führen, nicht mit AirBnB.
      Aus deren Sicht ist es wahrscheinlich vergleichbar damit, bei Betrug am Telefon die Telekom belangen zu wollen.

      1. Wenn das wirklich dort so drin steht, wundert es mich, wie sie damit durchkommen.
        Meines Wissens lassen sich Unterkünfte bei AirBnB nur über AirBnB bezahlen? Wären sie „nur Vermittler“, dann müssten sie auch Barzahlung direkt beim Vermieter erlauben.
        AirBnB stellt sich öffentlich als „community“ dar, dabei sind sie nichts anderes als ein Reiseveranstalter, weigern sich aber die für diese Branche gültigen Gesetze einzuhalten.

        Die Idee, privat Wohnraum zu vermieten (wenn man z.B. im Urlaub ist) und dadurch günstiges Reisen zu ermöglich, ist gut.
        Aber das ist wohl nicht die Idee, die hinter diesem Unternehmen steckt, auch wenn sie das vorgauckeln.

        1. Ich bin halt keineswegs Experte, sondern auch nur durchschnittlicher Endverbraucher. Mich qualifiziert nichts dazu, AirBnB zu erklären oder gar zu rechtfertigen. Ich teile hier einfach nur meine persönlichen Erfahrungen und sage, wie ich das verstehe, was für alle einsahbar in den AGB steht.
          Ich denke, dass „Reiseveranstalter“ rechtlich gesehen ein anderer Terminus wäre. Aber wie gesagt, gerade rechtlich habe ich keine besondere Ahnung.
          Dass AirBnB ein Unternehmen ist, deren allererstes Interesse ist, selbst möglichst viel Geld zu verdienen, zieht, denke ich, niemand in Zweifel. 😉

  13. Hallo,
    ich habe von airbnb bisher keine Mitteilung über eine Auszahlung von 220,-€ erhalten. Das Geld ist bisher auch nicht auf meinem Konto erschienen. Bei der Transaktionen steht allerdings ausbezahlt am 29.05.2017 heute ist der 05.06.2017. Weiß jemand, wie ich an mein Geld komme?
    Mit airbnb ist wohl keine Kommunikation möglich?
    Danke
    Marie

    1. Sorry, das ist ein Blogpost über unsere eigenen Erfahrungen in einem persönlichen Reiseblog, kein Beratungsforum. Ich habe keinerlei Einblick in die Geschäftspraktiken von AirBnB.

  14. Hallo Lena und alle Airbnb-Nutzer,

    für mich als Gastgeber hat sich das Thema Airbnb komplett erledigt. Hatte gerade einen Gast für ein paar Monate bei mir, der trotz eindeutiger Hausordnung hier Drogen konsumierte, ständig besoffen war und wilde Alkoholparties mit widerrechtlich eingeladenen Saufkollegen hatte, täglich komplett alles extrem verdreckt, sich an keine Nachtruhezeiten hält und eigentlich alles komplett 180 Grad falsch macht, was man so machen kann.

    Tu mit Airbnb seit über einer Woche herum, um den Chaos-Gast loszuwerden. Aber die eiern trotz eindeutiger Drogenkonsum-Nachweise noch ständig herum.

    In Texas sitzt man für den Besitz von 150 Gramm Mariuana 35 Jahre lang ein und Airbnb denkt sich, sollen doch die Jungs in Deutschland ihren Spass haben, zur Not fliegt eben der Gastgeber aus seiner hart erkämpften Wohnung heraus.

    Ich kann festhalten, seit Jahren keinen einzigen Gast mehr mit akzeptablen und saubereb Verhalten bekommen zu haben.

    Dies liegt m.M vor allem an der „Gast ist immer König-Politik“ von Airbnb, die ständig nur die Gastgeber für alles bestraft.

    1. Lieber Norbert, das tut mir leid, dass du so schlechte Erfahrungen gemacht hast. Ob das ein Einzelfall ist oder nicht, kann ich schlecht beurteilen. Wir kennen AirBnB ja nur aus Mietersicht, und unsere Vermieter waren laut Bewertungen immer sehr zufrieden mit uns. Das Bewertungssystem soll ja solchen Katastrophen entgegenwirken, ähnlich wie bei ebay. Als Vermieter kann man ja jedes Mal entscheiden, ob man den Gast annimmt oder nicht. Ich denke, man kann auch noch ablehnen, selbst wenn man als Vermieter die „sorfort buchen“-Funktion erlaubt? AirBnB ist halt längst von der sozialen Sharing-Idee weg-gewachsen zu einem ziemlich professionellen Vermietungsportal. Ich schätze, die meisten (professionellen) Vermieter haben wenig Lust, alle Mieter ihrer Ferienwohnungen erst auf positive Bewertungen hin zu untersuchen. Insofern ist es vielleicht ein Strukturproblem. Wie ist es denn bei den anderen großen Vermietungsportalen, booking und fewo-direkt, und wie sie alle heißen? Kümmern die sich mehr? Oder weniger, indem sie dem Vermieter aber mehr Handlungsspielraum lassen? Generell sind die beschriebenen Probleme ja welche, die potenziell auch jeder normale Vermieter haben kann. Und wenn du von ein paar Monaten schreibst, ist das ja auch nicht der AirBnB-Normalfall. Aber ja, möglicherweise ist das tatsächlich so, dass das Portal solange gut funktioniert, wie man keinen Support braucht. Dass man im Konfliktfall keine große Hilfe von AirBnB erwarten kann, haben jetzt ja wirklich schon viele gesagt.

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