In meinem sehr persönlichen Reiseblog habe ich hier schon so manche Geschichte erzählt, die einen skurrilen Einschlag hatte. Mal lag es an dem Ort selbst. Manchmal an dem, was uns dort passierte. Oft an bestimmten Begegnungen. Einige Situationen waren befremdlich. Andere verrückt, aber einfach nur schön. Keine einzige Erfahrung möchte ich missen. 

Diesen Beitrag habe ich 2017 verfasst. Jetzt habe ich ihn zufällig wiedergefunden, etwas aufgemöbelt und erweitert. (Und dabei habe ich gemerkt, dass wir früher „low budget“ doch erstaunlichere Dinge erlebt haben als heutzutage, wo wir doch gesetzter und organisierter unterwegs sind. Schade eigentlich.)

Wales: Couchsurfing in der Wildnis

Viele außergewöhnliche und manchmal eben auch skurrile Reiseerlebnisse hatten wir dank →Couchsurfing. Durch das Gastfreundschafts-Portal haben wir Leute kennengelernt, die uns für ein paar Tage in ihr Zuhause einluden. Das war immer bereichernd, meistens sehr schön und die Umstände oft wenig erwähnenswert, da „ganz normal“. Ein Ausreißer nach oben auf der Skala der Abenteuerlichkeit ist definitiv unser Besuch bei einem älteren Paar im ländlichen Wales. Die beiden besitzen keinen Staubsauger, dafür aber eine Zombie-Katze, die kontinuierlich tröpfchenweise die Küche vollpinkelt. Und sie leben auf dem Gelände einer stillgelegten Matratzen-Fabrik.

Die ganze Geschichte: →Llanfihangel-an-Arth: Wildes Wales

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Es fing schon damit an, dass wir das Haus unseres Gastgeber-Paares im walisischen Nirgendwo nicht fanden und uns bei ziemlich interessanten Leuten durchfragen mussten…

Rumänien: Unser Chaos-Ausflug nach Bukarest

Martin liegt krank im Hotelzimmer. Die Kinder und ich wollen trotzdem was von Bukarest sehen, wenn wir schon mal da sind. Zu dritt machen wir uns auf den Weg in die Innenstadt – und scheitern grandios am öffentlichen Nahverkehr. Unsere Odyssee mit Bus und Bahn führt uns letztlich buchstäblich aufs Glatteis. Und dann wird der Tag doch noch richtig nett. Unser Ausflug nach Bukarest steht sehr weit oben auf der Liste unserer skurrilsten Reiseerlebnisse.

Die ganze Geschichte: →Bukarest (oder auch nicht)

Wo ist Bukarest? Wir sind mittdendrin, aber so richtig irgendwie nicht.

Berlin: Wie wir nicht in die USA einreisten

Speaking of skurril: Da darf unser Besuch in der amerikanischen Botschaft in Berlin nicht fehlen. Ganz ehrlich: Im Jahr 2026 würde eine solche Geschichte wohl niemanden mehr verwundern. Damals hielten wir die USA aber noch für einen Rechtsstaat und die Beantragung eines Visums für brave Deutsche wie uns für eine reine Formalität. Das Einreiseverbot in die Vereinigten Staaten, das wir uns damals einhandelten, ist bis heute gültig. Im Nachhinein bin ich sehr zufrieden damit, wie sich unser (Reise-)Leben danach entwickelt hat. Aber die Sache an sich war schon der Hammer.

Die ganze Geschichte: →Langzeitreise – USA-Visum für Anfänger*innen

Wie wir zur persona non grata in den USA wurden…

Niederlande: Die Ex-Insel zwischen den Feldern

Etwa 17 Prozent der Niederlande sind ehemaliger Meeresboden. Der größte Batzen Landgewinnung wurde durch die Einpolderung der Zuidersee erreicht. Wo früher ein Binnenmeer wogte, liegt heute die Provinz Flevoland. Mitten drin lag früher und liegt heute die Insel Schokland. 10.000 Jahre menschlicher Besiedlung sind dort nachgewiesen. 1859 ließ die Regierung die letzen Fischerfamilien evakuieren: Zu gefährlich war das Leben auf Schokland. Zu häufig wurde alles überflutet und immer wieder gab es Tote. Nach der Eindeichung verschwand die Zuidersee. Heute liegt Schokland inmitten von Weizenfeldern. Die Umrisse der ehemaligen Insel samt altem Hafen sind trotzdem noch gut zu erkennen. Wir haben die Welterbe-Stätte besucht und beradelt.

Die ganze Geschichte: →Schokland: Die alte Insel zwischen den Feldern

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Wo früher Boote segelten, erstrecken sich heute Wiesen und Felder.

Griechenland: Couchsurfing in Patras mit 5 Nationen

Das Tolle beim Couchsurfing sind die Begegnungen mit anderen Menschen. In Patras wohnen wir drei Tage lang bei Georgos in seiner Junggesellenbude – zusammen mit Marco aus Italien, Tiphaine aus Frankreich und Costas, der in den USA geboren ist. Klar schauen wir uns auch die Sehenswürdigkeiten an. Aber am meisten lernen wir aus den Gesprächen und unserem kurzzeitigen WG-Leben.

Die ganze Geschichte: →Patras mit Kindern: Sightseeing und Couchsurfing auf dem Peloponnes

Couchsurfing in Griechenland

Ein bisschen zusammenrücken mussten wir schon, und ein paar Abstriche machen an die Bequemlichkeit. Aber es hat sich gelohnt!

Bosnien-Herzigowina: Die Frau hinterm Stacheldraht

Weil wir in unsere →große Europareise ziemlich unvorbereitet stolpern (Grund siehe oben), plagt uns unterwegs oft die Ahnungslosigkeit. Auf dem Balkan ist das besonders schlimm, weil wir dort niemanden finden, den wir hätten fragen können. Kriegstraumata sitzen tief. Und für viele ist die Sache bis heute nicht gelöst. Während in touristischen Zentren Gastfreundschaft und tolle Erlebnisse regieren, wird es auf dem Land schnell auch mal „komisch“. In Banja Luka, wo es eine serbische Mehrheit gibt, die teils sehr (extreme) politische Einstellungen vertritt, beschimpft uns eine Einheimische hinter einem Zaun aus Stacheldraht. Warum, verstehen wir bis heute nicht.

Die ganze Geschichte: →Srpska: Ahnungslose Reise durch ein merkwürdiges Land

Ein typisches Bild in Banja Luka, der Hauptstadt der bosnischen Serben: aufwändige Säulen als Balkongeländer, aber zum wärmedämmenden Verputz hat’s nicht gereicht. Wohl, weil das Haus so nicht als fertig und besteuerbar gilt. Ich bin mir nicht sicher.

Sizilien: Castello Incantato, das Schloss der 1000 Köpfe

Sizilien ist ein herrliches Reiseziel. Eine ganz besondere Sehenswürdigkeit ist das „Castello Incantato“ bei Sciacca, das „verwunschene Schloss“. Die Stein gewordene Fantasie des Nicht-Künstlers Filippo Bentivegna geht auf eine ziemlich bizarre Geschichte zurück. Ein gebrochenes Herz – oder vielleicht doch eher eine psychische Erkrankung – bewog den zurückgekehrten Auswanderer dazu, seinen Olivenhain mit unzähligen Steingesichtern zu bestücken. Das Ausflugsziel entführt in die magische Welt eines außergewöhnlichen Menschen. Sehr skurril, aber für uns zumindest auch sehr inspirierend.

Die ganze Geschichte: →Castello Incantato – Das verwunschene Schloss auf Sizilien

Selten haben wir einen gleichzeitig so anregenden und verstörenden Ort besucht wie das Castello Incantato.

Serbien: Als das politische Rechtsaußen feierte

Unser Besuch in Belgrad fällt ungünstig. Wir geraten mitten hinein in die Feierlichkeiten, die die Anhänger des mutmaßlichen Kriegsverbrechers und ultranationalen Parteiführers Seselj anlässlich seiner Entlassung aus →Den Haag veranstalten. Für diesen Erlebnisbericht bin ich immer wieder hart kritisiert worden (und oft genug persönlich beleidigt). Ich bleibe dabei: Für uns eine heftige und ziemlich skurrile Erfahrung.

Die ganze Geschichte: →Belgrad – unangenehmer Schockmoment

Wenn zwischen dir und deinen Kindern ein Partisan mit Totenkopfflagge im Bus sitzt. – Schockmoment in Belgrad, fotografisch dokumentiert aus der Hüfte.

Österreich: Heimkehr 25 Jahre später

Als wir zu Beginn unserer großen Europareise in dem kleinen Dorf Krungl im →Salzkammergut einkehren, katapultiert mich das direkt in meine Kindheit. Genau hier habe ich als kleines Mädchen mit meiner Familie Urlaub gemacht. Die Zeiten haben sich geändert, keine Frage. Aber plötzlich bin ich wieder da, im selben Haus, mit meiner Famlie. Nur sitze ich jetzt im Liegestuhl auf dem Balkon und trinke Selbstgebrannten mit dem Hausherrn, während meine Kinder in der Alpenidylle spielen. Vor allem die Begegnungen mit Menschen, die sich noch an mich erinnern, berühren mich tief.

Die ganze Geschichte: →Krungl – Heimkehr in Österreichs Postkartenidylle

Selbstportrait einer Heimkommenden.

Nordmazedonien: Skopje, Stadt der Statuen

Nirgendwo ist Sightseeing so skurril wie in Skopje. Das ist die Hauptstadt des Balkanlandes Nordmazedonien (früher nur Mazedonien, zwischenzeitlich FYROM; ein Nachfolgestaat Jugoslawiens). Skopje leistet sich mehr Kunstwerke im öffentlichen Raum als jede andere Stadt, die wir kennen. Dabei würde das Geld dafür andernorts wirklich dringender gebraucht. Anscheinend hat der Zauber Methode. Überhaupt ist Skopje eine der skurrilsten Städte, die wir bereist haben.

Die ganze Geschichte: →Skopje – Reiseziel für Familien?

An jeder Ecke blickt man neue Bronzegesichter in Skopje.

Italien: Unser Besuch im gelebten Kommunismus

In der Selbstversorger-Kommune Urupia im Süden Italiens gibt es kein Privateigentum. Alle arbeiten zum Wohl der Gemeinschaft. Das funktioniert seit mehr als 20 Jahren. Einen Tag lang waren wir Teil der Utopie.

Die ganze Geschichte: →Urupia – zu Besuch in einer gelebten Utopie

Wo früher einmal Schafe gehalten wurden, flattert nun die Wäsche der Kommunarden und Freiwilligen im Wind – gewaschen mit selbstgemachtem Ökostrom von denen, die sich freiwillig für diese Aufgabe gemeldet haben.

Kosovo: Deutscher Weihnachtsmarkt in Pristina

Kosovo als Reiseziel ist – zumindest ungewöhnlich. Das kleine Ländchen bietet durchaus interessante Sehenswürdigkeiten, viel Schönes und auch reichlich Skurriles. Wir haben und Gedanken gemacht und einiges erwartet. Aber nicht, plötzlich an einer deutsch-albanisch beschriftete Glühweinbude zu stehen. Als wären wir durch ein Dimensionsportal auf einen Weihnachtsmarkt getreten. Für mich als Weihnachtsmarkt-Hasserin eine besonders merkwürdige Erfahrung.

Die ganze Geschichte: →Kosovo – Glück und Glühwein.

Lena mit Glühwein. Freiwillig (auch wenn der Gesichtsausdruck anderes nahelegt). Passiert so nur auf dem Weihnachtsmarkt im Kosovo.

Türkei: Schneeballschlacht in Anatolien

Eigentlich wollten wir uns im anatolischen Hochland auf die Spuren der antiken Phryger begeben, die ihre Grabstätten und Heiligtümer in den weichen Fels gegraben haben. Die haben wir auch gefunden. Eine viel intensivere Begegnung aber war die mit den Kindern einer Dorfschule, die uns zu einer spontanen Schneeballschlacht herausforderten.

Die ganze Geschichte: →Momentaufnahme – Schneeballschlacht in Anatolien

Unsere Schneeballschlacht mit den Kindern einer anatolischen Dorfschule.

Und das Titelbild?

Das Titel-Foto stammt aus dem →Donaudelta, über das ich bisher leider kaum gebloggt habe. Es zeigt einen Teller traditionelle Fischsuppe, wie sie uns von unseren AirBnB-Hosts serviert wurde.

Die halben Fische darin sind sicherlich Kuriositäten für sich. Es sei denn, man stammt aus dem Donaudelta, dann ist das eine ganz normale Suppe.

(Und ja, natürlich haben wir sie gegessen. Wir sind ja höfliche Menschen. Möglicherweise ist es uns sogar gelungen, dabei zu lächeln. Und den Nachschlag sehr, sehr höflich abzulehnen.)