Wir sind gerne unterwegs und nutzen jede Gelegenheit für einen Tagesausflug – beinahe egal wohin. Ein freier Tag? Super – wohin fahren wir? Mit den großen Jungs hat sich das hier so eingebürgert, seit sie etwa in den Kindergarten gingen. Mit zunehmendem Alter wurden unsere Ausflüge immer unkomplizierter. Aber jetzt ist da plötzlich wieder ein Baby. Unsere Ausflüge lassen wir uns davon aber nicht verderben. Mit etwas Rücksicht (und einer kleinen Portion Glück bei der Tagesform) gelingt nämlich auch ein Ausflug mit Baby wunderbar und wird für alle Beteiligten zur schönen Erfahrung. [Neu: In einem Update gehe ich auch kurz auf die besondere Situation während der Corona-Beschränkungen ein.]

Wie WIR Ausflüge mit Baby angehen

Hier also kommen unsere frischen Erfahrungen, gemacht vor allem auf dem Ausflug nach Bremen mit unserem fünf Monate alten Kind. In diesem Beitrag erzähle ich, wie es bei uns läuft und gebe Anregungen, wie sich vielleicht auch andere Familien einen Ausflug mit Baby stressfrei gestalten oder zumindest vereinfachen können. Eine Gebrauchsanweisung mit Garantie kann ich aber nicht liefern, sorry.

ausflug mit baby nach bremen

Zwei Erwachsene, drei Teenager (einer davon „geliehen“), ein Baby in Bremen.

Wir sind eine Familie mit Mutter, Vater, zwei Teenager-Jungs und neuerdings einer kleinen Tochter. Im Elternsein haben wir also schon einiges an Erfahrung, im Reisen sowieso.

Aber klar: Jedes Kind ist anders. Jede Familie ist eine eigene Welt. Ich teile wie gesagt lediglich unsere ganz persönlichen Erfahrungen und meine Meinung zum Thema Ausflug mit Baby in die Großstadt – in der Hoffnung, anderen Mut zu machen und damit ebenso schöne Erlebnisse zu ermöglichen.

Ab wann ist ein Baby groß genug für einen Ausflug?

Wenn man zum ersten Mal schwanger ist, kann man schwer einschätzen, ab wann man sich wieder fit genug fühlen wird für echte Ausflüge. Und wann sich das Familienleben so eingespielt haben wird, dass ein Ausflug nicht zur potenziell katastrophalen Herausforderung wird. Manchmal gibt es da eine Veranstaltung oder eine Gelegenheit, zu der man unbedingt irgendwo sein möchte. Gerade beim ersten Kind würde ich da aber empfehlen, die Dinge langsam angehen zu lassen und nichts zu buchen oder fest abzumachen, bevor man das eigene Kind nicht kennengelernt hat. Und bevor man weiß, wie man als Mutter überhaupt so drauf ist. (Ich selbst war die beste Mutter, bevor ich Kinder hatte…)

Wie bei so vielem, was mit Babys zu tun hat, ist das Bauchgefühl oft ein guter Berater. Der einen fällt nach wenigen Wochen schon die Decke auf den Kopf. Die andere fühlt sich beim Gedanken an längere Exkursionen vielleicht erst wohl, wenn das Baby etwas stabiler ist, den Kopf selbst halten kann oder gar im Buggy sitzt.

Bremer Schnoorviertel mit Baby

Wir erkunden das Bremer Schnoorviertel mit Baby.

Unsere allerersten Ausflüge haben wir noch im Wochenbett etwa drei Wochen nach der Geburt gemacht – aber das waren ganz kleine Schritte. Eisessen in der nächsten Stadt, ein Spaziergang durchs Feld, solche Sachen. Sich von da an langsam vorzutasten, ist sicher eine gute Idee.

Mit knapp drei Monaten waren wir eine Woche in Dänemark und haben dort jeden Tag Ausflüge gemacht, hauptsächlich kleine Wanderungen. Das hat wunderbar geklappt.

Dass unser erster Ausflug mit Baby in eine Großstadt erst mit fünf Monaten stattfand, ist eigentlich purer Zufall. Ich hätte mir so einen Tagesausflug auch wesentlich eher zugetraut (jedoch erst nach abgeschlossenem Wochenbett). Dass das Baby selbst dafür ein Mindestalter braucht, finde ich nicht. Da gehe ich auf ganzer Linie mit der Überzeugung: Solange die Mutter glücklich und entspannt ist, ist es auch das Baby – egal wo.

Mit dem Baby unterwegs

Glücklich und entspannt zu sein und es auch zu bleiben, ist als Baby-Mutter mitunter ein hehres Ziel. In meiner Familienkonstellation habe ich hier großes Glück, denn meine Großen sind schon so alt, dass sie mehr Hilfe als Last sind. Ich kann mich aber noch gut an meine Zeit als Mutter mit Baby und Kleinkind erinnern, als ich einfach nur auf dem Zahnfleisch gekrochen bin.

Unterwegs im Auto

Auf Ausflügen (wie auch im Alltag) gilt es daher, möglichst viele Stressfaktoren von vornherein zu umgehen. Unser Baby mag Autofahren zum Glück – aber auch nur an guten Tagen. Wir hatten auch schon Gelegenheiten (auf der Fahrt ins Ammerland zum Beispiel), bei denen die Kleine wie am Spieß geschrien hat und wir alle paar Kilometer anhalten mussten. Alles Stillen und Trösten half immer nur kurz. Vier genervte Leute (und ein genervtes Baby) im Auto. Pläne. Fortschreitende Zeit. Der verzweifelte Wunsch, endlich anzukommen, gegen den ebenso verzweifelten Wunsch, als Eltern nichts allzu schlimm falsch zu machen, indem man das Kind einfach schreien lässt.

Autofahren mit Baby

Pause! Franka braucht mal wieder einen anderen Blickwinkel, bevor die Fahrt weitergehen kann.

Da hilft dann oft nur, alle Pläne zu begraben und irgendwie aus der Situation rauszukommen. Spontaner Spaziergang, bis das Baby im Tragetuch eine Mütze Schlaf bekommen hat und wieder umgänglicher ist. Oder einfach eine längere Pause bei Mama auf dem Arm, um Geborgenheit zu tanken, während die Großen ein vorgezogenes Picknick auf dem Rasthof einlegen.

Unterwegs mit dem Zug

Sehr viel unkomplizierter ist unserer Erfahrung nach die Reise mit dem Zug. In der Bahn darf das Baby die ganze Zeit auf dem Arm sein. Bei Bedarf wird es kräftig durchgeknuddelt und kann so viel gucken, wie es möchte. Wenn es richtig gut läuft, fährt sogar ein Hund mit! Unsere Franka liebt Bahnfahren.

Bahnfahren mit Baby

Beim Zugfahren ist für Franka alles interessant. Am besten hat ihr auf der Fahrt nach Bremen der Hund gefallen.

Natürlich könnte es auch hier zu kleinen und mittleren Katastrophen kommen. Wenn das Kind zum Beispiel völlig übermüdet nicht in den Schlaf findet und das Geschrei nicht nur vier Leute im Auto, sondern eine ganze Zugladung voll Mitreisender belästigt. Aber die Chancen stehen meiner Erfahrung nach doch wesentlich besser, dass man im Zug alle Bedürfnisse des Kindes so erfüllen kann, dass kein (längeres) Geschrei nötig ist.

Außerdem sind Ausflüge mit der Bahn mit den Ländertickets total günstig! Wir fünf plus Austauschschüler sind mit dem Niedersachsenticket für 39 Euro nach Bremen und zurück gefahren. Das hätten wir mit dem Auto nicht geschafft. Und die Parkgebühren in der Großstadt wären noch oben drauf gekommen. Mit dem Niedersachsenticket ist man zudem noch wunderbar flexibel. Innerhalb der Landesgrenzen (plus Bremen und Hamburg) kann man in jeden Regionalzug einsteigen (auch welche, die nicht direkt zur DB gehören).

Kinderwagen oder nur die Trage mitnehmen?

Reisen mit leichtem Gepäck ist super. Vor allem, wenn man alleine mit Baby unterwegs ist, sollte man sich dreimal überlegen, was wirklich alles mit muss.

Trotzdem nehme ich den sperrigen Kinderwagen dann doch sehr gerne mit. Der ist zwar im Zug und auch sonst schnell im Weg, hat aber seine Vorteile.

Mit Kinderwagen in Bremen

Lange Wege in großen Städten – wenn man den ganzen Tag unterwegs ist, lohnt sich der Kinderwagen doch.

Auch ein wenige Monate altes Baby wird nämlich ganz schön schwer, wenn man es den ganzen Tag schleppen muss. Im Sommer kann man mit dem Partner (oder großen Geschwistern) regelmäßig durchtauschen. Im Winter wird das allerdings schwieriger, denn das Baby samt Trage muss unter die Jacke passen. Ich besitze deshalb eine Tragejacke* mit speziellem Einsatz. Die könnte ich eventuell noch mit dem großen Bruder tauschen. Der Papa ist als Träger aber damit raus.

Spätestens, wenn wir zum Essen irgendwo einkehren, ist es auf jeden Fall bequemer, das Kind auch mal ablegen zu können. (Zwischendurch, so mit zwei Monaten, wollte Franka eine Zeitlang absolut nicht im Kinderwagen liegen und hat dabei durchweg geschrien. Das hat sich aber auch wieder gegeben und mittlerweile liegt sie ganz gerne drin – einfach immer mal wieder probieren!)

Trage oder Tragetuch?

Dass eine Trage gerade beim Ausflug in die Großstadt prinzipiell praktischer ist, leuchtet vermutlich jedem ein. Das Kind fühlt sich sicher bei Mama (oder Papa oder wem auch immer), kann aber so viel gucken, wie es möchte.

tragejacke

In der Großstadt habe ich keine Fotos von mir und Franka gemacht. Hier sind wir beim Wandern in Dänemark, mitsamt der Tragejacke.

Für kleinere Babys sind Tragetücher ergonomischer. Allerdings haben die den Nachteil, dass die Enden beim Binden in der Stadt oft im Dreck hängen (bevor das Baby sie im Zweifelsfall dann ablutscht). Ein elastisches Tuch* kann man vorbinden und das Kind dann nach Bedarf rein und raus nehmen. Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht.

Allerdings sieht es etwas merkwürdig aus, wenn man ohne Kind damit herumläuft (weil das Kind gerade im Wagen liegt). Und das Gewurschtel mit dem Stoff ist mir dann doch so umständlich, dass ich im Alltag und auf Ausflügen mittlerweile fast nur noch die Tragehilfe nehme. So ab drei Monaten, wenn das Baby den Kopf gut selbst halten kann, ist das okay (es gibt auch Tragen mit Neugeboreneneinsatz, die aber wohl immer suboptimal bleiben). Stiftung Warentest hat gerade Tragetücher und Tragehilfen getestet. Demnach ist Manduca* der Testsieger (unser Ergobaby* ist aber auch nicht schlecht).

Ausflugsprogramm: Lieber gut geplant oder lieber flexibel?

Bei dieser Frage möchte ich sagen: beides! In einer fremden Großstadt mit Baby unterwegs zu sein, erfordert einerseits gute Planung. Zwar findet man sich überall schon irgendwie zurecht, solange man Schilder lesen kann und ein internetfähiges Smartphone dabei hat. Aber vorher einen ausgiebigen Blick auf den Stadtplan zu werfen, erleichtert die Orientierung ungemein. Wenn man dann noch ungefähre Vorstellungen davon hat, was man am Ausflugsort erwarten und was man speziell mit Baby unternehmen kann, umso besser.

In meinen Augen essenziell ist es jedoch, sich keine allzu festen Pläne zu stricken. Ich würde nichts fest buchen, wenn es sich verhindern lässt. Manchmal ist es sehr viel günstiger, Tickets im Internet vorzubuchen. Aber auch da würde ich mir sehr genau überlegen, ob ich mich wirklich zur Besichtigung oder was auch immer festlegen möchte, wenn ich ein Baby dabei habe. Spontan auf die Tagesform des Babys eingehen zu können, ist meiner Erfahrung nach Gold wert.

Ausflug mit Baby in die Großstadt

Noch gut drauf? Aufs Kind gucken zahlt sich aus beim Ausflug mit Baby in die Großstadt.

Oft ist es zum Beispiel überhaupt kein Problem, die Kleine mit ins Museum zu nehmen. Dann findet sie alles spannend, schaut sich die Dinge ganz genau an. Manchmal gibt es aber auch Zeitfenster, in denen das überhaupt keine gute Idee wäre. Vielleicht ist das Kind hundemüde und braucht einen längeren Spaziergang durch den Park, während dessen sich der Kinderwagen durchgängig bewegt, um in der ungewohnten Umgebung in den Mittagsschlaf zu finden. Dann hat es keinen Sinn, jetzt ins Museum zu gehen, weil man sich das aber nun einmal vorgenommen hat.

Gut vorbereitet zu sein und zu wissen, ob und wo es einen schönen Park gibt, zahlt sich dann hingegen aus. Und gut möglich, dass der Museumsbesuch mit dem schlafenden Baby dann doch noch drin ist.

(In der Praxis ist es bei uns übrigens oft genug so, dass die gute Vorbereitung erst im Zug am Handy stattfindet, während der oder die andere das Baby bespaßt. Noch ein Argument für Zug statt Auto.)

Wohin zum Stillen unterwegs?

Meine Großen habe ich beide je ein gutes Jahr gestillt, und auch bei der Kleinen läuft es wohl darauf hinaus. Über die Bedürfnisse von Flaschenkindern kann ich daher nichts sagen. Stillkinder sind auf Ausflügen jedenfalls praktisch: hinsetzen, Pulli hoch, guten Appetit.

Wo und unter welchen Umständen man in der Öffentlichkeit stillen sollte, ist ja ein kontroverses Thema. In den letzten Jahren habe ich immer wieder von Anranzern und blöden Sprüchen für stillende Mütter gelesen und schon gedacht, dass sich das Toleranz-Klima in dieser Hinsicht zum Schlechteren gewendet haben muss.

Obwohl ich auch mein drittes Kind überall stille, wo es Hunger hat, habe ich aber bisher keinerlei schlechte Erfahrungen gemacht. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich dabei möglichst diskret vorgehe und – zumindest wenn nichts schiefgeht – niemand den potenziell gar schrecklichen Anblick meiner Brustwarze oder auch nur nackter Haut ertragen muss.

böttcherstraße Bremen

Nackte mütterliche Brüste sieht man in Bremen in der Böttcherstraße – nicht bei mir. ;)

Ich stille also prinzipiell überall. Aber beim Ausflug in eine fremde Großstadt ist das manchmal leichter gesagt als getan.

Im Sommer tut es freilich jede Parkbank. Im Winter zur Not auch. Aber bei zwei Grad und Nieselregen – so war das Wetter bei uns in Bremen – ist man dann doch dankbar über einen etwas geschützteren Ort.

Cafés und Restaurants sind eine Möglichkeit. Wenn das Baby Hunger anmeldet, erst eins zu suchen, finde ich aber nicht so gelungen. Denn schon mit der Hand im Still-BH Platz zu nehmen, käme mir unhöflich vor. Außerdem ist es zumindest in Bremen und zumindest am Wochenende gar nicht so einfach, einen freien Tisch in einem Café zu ergattern. Mit zunehmend hungerleidendem Kind mehrere Gastronomiebetriebe abzuklappern – na, danke.

Meine Alternativen zum Stillen in Städten sind daher:

  • Kirchen (vielleicht für einige ein bisschen kontrovers, aber immerhin war Jesus auch ein Stillkind, und ich habe noch nie negatives Feedback bekommen, wenn ich mich ganz diskret irgendwo hinten in eine Kirchenbank gesetzt habe)
  • Einkaufspassagen und Markthallen (die auch sonntags häufig offen sind und fast immer irgendwo Sitzgelegenheiten bieten, die nicht direkt zu Restaurants oder Marktständen gehören)
  • zur Not offene Treppenhäuser von Geschäftshäusern (wo praktisch kein Durchgangsverkehr herrscht und ich mich auf die Stufen setzen kann)

Wohin zum Wickeln?

Was für Restaurants und Cafés in Sachen Stillen gilt, gilt erst recht fürs Wickeln. Je nach aktuellem Verdauungsstand des Babys muss manchmal sehr plötzlich sehr dringend gehandelt werden. Klar kann man beim Betreten des Etablissements fragen, ob es einen Wickeltisch gibt (das ist bei weitem nicht immer der Fall). Aber wer im Restaurant wickeln möchte, sollte auch etwas verzehren. Und dann wird das Wickeln schnell teuer. Wenn man es also nicht so einrichten kann, dass man dem Baby bei der ohnehin eingeplanten Mittags- oder Kaffee-Einkehr eine frische Windel verpasst, sind meine Anlaufstellen für Wickeltische in fremden Städten:

  • Museen (die haben eigentlich immer einen im Eingangsbereich und mir ist noch kein Mitarbeiter untergekommen, der dafür ein gültiges Ticket verlangt)
  • Stadtbüchereien (die mancherorts nun samstags, aber leider nie sonntags geöffnet haben)
  • größere Kaufhäuser wie z.B. H&M

Vorurteile und Gegenargumente

Sich das, was (unqualifizierte!) Leute an Ratschlägen geben, nicht zu Herzen zu nehmen, ist vermutlich die Königsdisziplin im Elternsein. Beim Thema Ausflüge mit Baby gibt es so ein paar gängige Vorurteile und Gegenargumente, die auch wir häufiger mal zu hören kriegen.

„Aber das Baby unterwegs nicht verwöhnen!“

Auf Reisen oder auf Ausflügen ist alles anders als zu Hause. Routinen können nicht oder schlechter aufrechterhalten werden. Das Baby schläft zu anderen Zeiten ein, ist vielleicht länger wach.

Na und?

„Verwöhnen“ kann man Babys ohnehin nicht. Das sollte sich langsam herumgesprochen haben. Den Kleinen im ersten Lebensjahr kann man (mit Glück) Dinge angewöhnen. Dazu braucht es aber häufige Wiederholung. Wenn es einmal nicht pünktlich um zehn seinen Vormittagsschlaf antritt, ist das kein Drama. Schlafenszeiten bei Babys ändern sich entwicklungsbedingt sowieso die ganze Zeit. Und wenn es unterwegs einmal nur Obstbrei bekommt, weil es das unproblematischer isst als Gemüse, heißt das nicht, dass es nie wieder Pastinake anrührt.

Babys sind keine Schurken, die geheime Welteroberungspläne schmieden und jede Ausnahme von der Regel erbarmungslos zu ihrem Vorteil nutzen. Babys sind schutzbedürftige Menschen mit Bedürfnissen, die wir als ihre Eltern erfüllen müssen. Uns unterwegs auf diese Bedürfnisse einzustellen und unser Amüsement so darum herumzupuzzeln, dass das Baby glücklich ist und bleibt, hat nichts mit verwöhnen zu tun. Es ist einfach nur die verantwortungsvolle Umsetzung eines Ausflugs mit Baby.

„Und danach ist das Baby völlig überdreht!“

Ich will nicht behaupten, dass es keine Kinder gibt, bei denen das so wäre. „Reizoffene Kinder“ nennt man das, glaube ich. Aber die Legende, dass Babys nach einem Tag mit viel Action und visuellem und akustischem Input abends freidrehen und die Nacht auf jeden Fall furchtbar wird, die kann ich nach mittlerweile drei Kindern aus eigener Erfahrung einfach nicht bestätigen.

Knapp zwei Stunden Zugfahrt, Stadtbummel mit vielen Leuten, Essengehen, mehr Stadtbummel im mega-quirligen Schnoorviertel, anschließend Böttcherstraße mit Glockenspiel und Weihnachtsbeleuchtung in der zunehmenden Dunkelheit, zwei Stunden Zugfahrt zurück – all das hat unsere Franka prima weggesteckt. Als ich sie abends eine Stunde später als normal hingelegt habe, ist sie genauso schnell eingeschlafen wie sonst auch und ungefähr zu selben Zeit aufgewacht wie sonst.

Und am darauffolgenden Tag ging es gleich wieder in eine ihr unbekannte Stadt (Herford), noch ein Bummel über den Weihnachtsmarkt, anschließend Härtetest: zweieinhalb Stunden abhängen in der Eishalle bei lauter Musik und den großen Brüdern beim Schlittschuhlaufen zusehen. Und auch da hat sie nicht mehr geweint als normalerweise und abends ganz normal geschlafen.

Ausflug mit Baby

Nicht gerade Babys erste Wahl in Sachen Freizeitgestaltung: Abhängen in der Eishalle.

Vielleicht hatten wir einfach nur dreimal Glück. Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass wir uns Mühe geben. Und die Bedürfnisse unserer Kinder immer schnellstmöglich erfüllen, sie deshalb wenig Stress haben, den sie verarbeiten müssten.

Auf jeden Fall ist es keine allgemeingültige Regel, dass Babys nach einem actionreichen Tag überdreht sind. Also: Nur Mut und es einfach mal ausprobieren!

„So ein Ausflug mit Baby ist doch für alle nur purer Stress!“

Auch hier will ich nicht behaupten, dass jeder Ausflug mit jedem Baby das pure Vergnügen ist. Und klar kann es immer mal zu stressigen Situationen kommen (wie zu Hause ja auch).

Aber mit

  • guter Planung
  • vorbereiteter Ortskenntnis
  • prompter Bedürfniserfüllung beim Baby
  • Bereitschaft zur Flexibilität
  • genügend Zeit
  • und entspannten Eltern

ist ein Ausflug mit Baby in die Großstadt nicht nur durchaus umsetzbar, sondern – für uns zumindest – eine richtig schöne Sache!

Weihnachtszauber Bückeburg mit Baby

Auch so ein Ausflug mit Baby, zum Weihnachtszauber nach Bückeburg. Obwohl es ein schlechtes Handyfoto ist, mag ich das Bild von Bruder und Schwester total gerne.

Ausflug mit Baby und Corona-Beschränkungen

Aktuell, Anfang Juni 2020, hängt vielen Familien #StayAtHome zum Hals raus. Verständlich. Uns auch.

Wir haben die ganze Zeit über kleine Ausflüge gemacht – allerdings ausnahmslos ins Grüne. Wandern mit Baby geht hervorragend, wenn man eine ordentliche Trage besitzt. Draußen in der Natur kann man sich fast überall perfekt aus dem Weg gehen.

Einen Ausflug in die Großstadt haben wir seit Corona noch nicht wieder gemacht. Im Gegenteil: Unseren lange geplanten Städtetrip nach Berlin über Pfingsten haben wir gerade abgesagt. Diese Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht. Aber gerade mit Baby erschien uns die Aussicht nicht zielführend.

Aktuell lieber nicht in die Großstadt?

Abgesehen von der moralischen Frage, ob man Großstädte in diesen Zeiten noch voller machen muss, lassen sich die Hygienevorschriften mit Baby schwieriger umsetzen. Unsere Franka ist jetzt zehn Monate alt, krabbelt und will alles anfassen und in den Mund nehmen.

Mit kleineren Babys, die die ganze Zeit über im Kinderwagen liegen, lässt sich dieser vielleicht noch effektiv als Abstandspuffer verwenden. Aber das Risiko einer Schmierinfektion bleibt höher, bin ich mir sicher. So oft kann man sich als Eltern ja gar nicht die Hände desinfizieren, wie der Nuckel nachgestopft, das Spielzeug angereicht, die Mütze gerichtet werden muss. Und ob das Desinfektionsmittel an den Fingern so super ist, wenn das Baby hingebungsvoll die Finger ablutscht, bezweifele ich auch.

in der straßenbahn mit kindern und baby

Vor Corona war Straßenbahnfahren für unsere Kinder vom Land immer ein veritables Vergnügen.

Nach allem, was wir im Virologen-Podcast des NDR gelernt haben, meiden wir auch nachdrücklich den ÖPNV. Die Aerosol-Übertragung von Covid-19 gilt mittlerweile als Fakt. In Bussen und Bahnen hilft da auch keine Maske – die das Baby ohnehin nicht aufsetzen kann.

Auch Museen in geschlossenen Räumen sind für mich mit einem dicken Fragezeichen versehen. Ich habe den Verdacht, dass die Vorsichtsmaßnahmen alle nur so lange gut funktionieren, solange eh kein Besucher Corona hat. Und auch wenn die Chancen vermutlich vergleichbar sind, spiele ich lieber Lotto als Corona-Roulette.

Gegen einen Stadtbummel zu Fuß und mit ausreichend Abstand spricht natürlich nichts.

Alternative Ausflüge mit Baby

Wo ich hingegen das Risiko bei vernünftigem Verhalten aller für absolut vertretbar halte, ist der Zoo oder Tierpark. Da ist man draußen, kann jederzeit selbstbestimmt Abstand halten. Wenn man eh umweltunfreundlich mit dem Auto anreisen muss, kann man auch gleich einen auswählen, der nicht unbedingt mitten in der Stadt liegt und deshalb überlaufen ist.

So haben wir es Anfang Mai schon selbst ausprobiert und unsere Erfahrungen aufgeschrieben: Tierpark Ströhen mit Corona-Beschränkungen.

tierpark ströhen corona

Und wenn der ganze Spuk vorbei ist, freue ich mich auf Ausflüge in die Großstadt mit Kleinkind. :)

Transparenz-Hinweis: Einige Links sind mit einem Sternchen * versehen. Sie führen direkt zur Einkaufsmöglichkeit bei Amazon. Kommt über diese Links ein Kauf zustande, bekomme ich eine kleine Provision. Amazon verdient in dem Fall also ein bisschen weniger, ich ein bisschen überhaupt was, bei gleichem Preis für den Kunden. Ich empfehle nur Produkte, die mich wirklich überzeugen. Wenn es in deinem Fall nachhaltiger ist, das Zeug beim Einzelhändler zu besorgen, bin ich ganz damit einverstanden. Aber ich bin auch dankbar für monetäre Wertschätzung in Form der Nutzung meiner Affiliate-Links. Anders gesagt: Wenn du sowieso was bei Amazon kaufst, investier doch bitte die zwei Klicks, dazu über meinen Link zu gehen (oder den des Bloggers deiner Wahl). Es zählt nämlich alles, was du über einen solchen Links kaufst, auch wenn du nach dem Klick andere Produkte suchst und in den Einkaufswagen legst (und keine Angst, ich erfahre nicht, wer was kauft).

Und die andere Möglichkeit der Unterstützung: Family4travel ist ein unabhängiges Reiseblog für Familien. Hier stecken unzählige Stunden Arbeit, Expertenwissen und Herzblut drin. Um auch weiterhin werbefreie, aufwändig recherchierte, aktuelle und hilfreiche Inhalte veröffentlichen zu können, biete ich Menschen mit sozialem Bewusstsein die Möglichkeit zur Unterstützung über Steady. Informiere dich, wie du Mitglied im Familienkreis werden und von handfesten Vorteilen profitieren kannst! → Klick!