Strände rund um Bad Doberan, Heiligendamm, Börgerende, Nienhagen

Bad Doberan: Wo ist der schönste Strand?

Warum Bad Doberan für uns die beste Basis für den Familienurlaub an der Ostsee ist, habe ich neulich schon in aller Ausführlichkeit dargelegt. Infos zu den Stränden rund um Bad Doberan liefere ich jetzt nach. Heiligendamm, Börgerende und Nienhagen sind die drei Strandbäder von Bad Doberan. Wo ist es am schönsten, wie ist der Sand wo beschaffen, welche Infrastruktur gibt es und was kostet die Kurtaxe? Wir haben die Antworten parat, denn unsere Jungs haben schon überall gebuddelt. 

Strandleben rund um Bad Doberan

Wir sind gar nicht so die Strand-Urlauber und bevorzugen die Ostsee im Frühjahr, Herbst und Winter, wenn wir sie auf einem kurzen Spaziergang mehr oder weniger für uns haben. Aber die Frage nach Sand- und Wasserqualität ist vollkommen berechtigt und rund um Bad Doberan mit „ziemlich gut“ zu beantworten. Alle Strände rund um Bad Doberan sind mit der „Blauen Flagge“ ausgezeichnet, die eine gute Badewasserqualität bescheinigt. Zwischen Heiligendamm und Nienhagen wechseln sich Sandstrände und Steilküste ab.

Der Strand in Heiligendamm

Heiligendamm hat den Vorzeige-Strand von Bad Doberan. Hier geht es relativ flach ins Wasser, so dass der Strand auch für kleine Kinder gut geeignet ist (aber das gilt, meine ich, mehr oder weniger für den gesamten Abschnitt). Uns gefallen vor allem die äußeren, weniger bekannten Strandabschnitte von Heiligendamm.

Kinderstrand Heiligendamm
Der Kinderstrand von Heiligendamm (bevor meine Jungs dem Bachlauf zusetzen).

Unser Lieblingsstrand: Der Kinderstrand

Der westlichste Strandabschnitt heißt Kinderstrand, und er ist auch der Lieblingsstrand meiner Jungs. Meiner auch, aber das liegt hauptsächlich an der (hochpreisigen) Deck’s Strandbar mit Lounge-Terrasse, chilliger Musik und bombastischer Aussicht.

Sanddorn-Spritz mit Meerblick, und unten buddeln die Kinder am Strand. Urlaub!

Über die Terrasse der Bar geht es zur Treppe, die hinunter zum Strand führt. Breit ist er nicht, aber es gibt jede Menge Kletterfelsen.

Kinderstrand Heiligendamm, für sandige Füße
Und für den Rückweg hält Deck’s Strandbar sogar eine Lösung für das Problem mit den sandigen Füßen bereit (wahrscheinlich, damit Muttern bei der Gelegenheit einfällt, dass sie doch dringend noch einen Cappuccino braucht, während das Kind sich die Füße sauberpinselt).

Das große Highlight ist ein kleiner Bach, mit dem sich Kinder stundenlang beschäftigen können. Im Sand lässt sich sein Lauf immer wieder verändern, wenn man Staudämme baut oder Meander ausbaggert.

Kinderstrand Heiligendamm
Immer rein in die Matschepampe: Meine Jungs lieben den Kinderstrand mit seinem Bachlauf, den sie gerne bis zur Unkenntlichkeit verunstalten..

Seit Neuestem gibt es hier sogar ein paar Strandkörbe (Vermietung über Deck’s Strandbar).

Das Wasser ist in dieser Bucht allerdings manchmal brackig und grützig – eher nichts für Pingelige.

Wasser Kinderstrand Heiligendamm
Dieses Foto vom Brackwasser am Kinderstrand ist zugegebenerweise schon mehrere Jahre alt.

„So dazwischen“: Hundestrand und FKK

In Richtung Osten schließt sich der felsigere Hundestrand an. Hier dürfen auch Vierbeiner mit Baden gehen (die Haufen sollen ihre Besitzer trotzdem wieder mitnehmen).

Dieser Strandabschnitt zwischen Deck’s und dem Holzbohlenweg gehört erst den Hunden und ihren Besitzern, dann den Nudisten. Allzu penibel wird hier traditionell nicht getrennt, und an einem Abend im Frühsommer ist alles so leer wie auf diesem Foto.

Ein Schild kündigt den Übergang zum FKK-Bereich an. Ehrlich gesagt war ich im Sommer schon mehrere Jahre nicht mehr hier, so dass ich den aktuellen Stand der Dinge nicht sagen kann. Vor gut zehn Jahren hat sich hier eh noch niemand groß um solche Schilder geschert, und jeder ist so angezogen oder nackig Baden gegangen, wie er mochte. Nun, da eine Renaissance der Schicklichkeit um sich zu greifen scheint (oder amerikanische Prüderie und Hypersexualisierung, ganz wie man es nennen möchte), soll das anders geworden sein. Aber das weiß ich nur vom Hörensagen.

Hundestrand Heiligendamm.
Am Hundestrand unterhalb der Steilküste. Die fleischfarbenen Pünktchen im Hintergrund haben nichts an, glaube ich, obwohl sie skandalöserweise noch vor ihrem Schild ihr Lager aufgeschlagen haben. Allzu pingelig darf man in dieser Hinsicht an der Ostsee auch im Jahr 2017 noch nicht sein, fürchte ich.

Wen nackte Haut jenseits der 35 schreckt, oder wer glaubt, dass solche Ansichten seine Kinder traumatisieren (ernsthaft?!), sollte sich die Wanderung am Strand entlang zur Badesaison noch mal überlegen. Alternativ führt auch ein schöner Spazierweg am Hochufer entlang.

Strand Heiligendamm Hundestrand Hochufer
Das ist vom Hochuferweg aus fotografiert.

Der Strand von Heiligendamm entlang der Promenade

Ein Holzbohlenweg trennt den FKK-Bereich vom „anständigen“ Strand im Zentrum von Heiligendamm. Er führt über das Packwerk, das die Bebauung der Steilküste vor der Brandung schützen muss. Als Kind bin ich noch durch den Park dort oben getobt und habe mir vorgestellt, wie es wohl wäre, in „Haus Weimar“ zu wohnen. Inzwischen nennt man die ehemalige Außenstelle der DDR-Kunstschule wieder bei ihrem ursprünglichen Namen: Alexandrinen-Cottage (zumindest Google Maps und Wikipedia tun das).

Alexandrinen-Cottage Heiligendamm, Haus Weimar
Das nach wie vor baufällige Alexandrinen-Cottage – zu DDR-Zeiten Haus Weimar – ist nur von unten vom Holzbohlenweg aus zu sehen (und von der Seebrücke aus).

Am Ende jenes Holzwegs ist die Seebrücke schon in Sicht. Im Sommer ist der Strand hier mit Strandkörben besetzt. Der Sand ist  hell und feinkörnig. Es ist der gepflegteste Strand von Heiligendamm. Entlang der Promenade gibt es eine Eisdiele, eine Wassersportschule, und etwas zurückgesetzt dahinter (bei den Parkplätzen) mehrere Angebote von Pommes auf die Hand bis gediegene Gastronomie. Ich bin vorgestern (an einem sonnigen Tag im Juli) hier lang gelaufen und habe mich ein bisschen erschreckt, wie wenig Betrieb hier war. Vermutlich liegt es an Parkgebühren und Kurtaxe, dass sich zumindest das Strandleben der Einheimischen nach Börgerende verschoben hat.

Strand Heiligendamm Seebrücke
Der Strand von Heiligendamm von der Seebrücke aus – allerdings im Frühsommer (vor ein paar Jahren), bevor die Saison richtig angefangen hat. Ich hab vorgestern ein hübscheres Schön-Wetter-Foto gemacht, hab aber blöderweise den Kartenleser nicht dabei…

Parken und Kurtaxe am Strand von Heiligendamm

Alle Strände von Heiligendamm sind Kurtaxen-pflichtig, und zwar das ganze Jahr über und rund um die Uhr. Die Hauptsaison geht vom 1. Mai bis zum 30. September und kostet 2017 pro Tag 2 Euro, ermäßigt 1 Euro. In der Nebensaison sind es nur 1 Euro beziehungsweise 75 Cent. Kinder unter sechs Jahren sind frei, und auch „jede 5. und weitere Person einer Familie“, wie es im Text auf den Kurtaxen-Automaten heißt, die überall bereitstehen.

Die Automaten nehmen nur Münzen zwischen 5 Cent und 1 Euro, wechseln nicht und sind dementsprechend regelmäßig wüsten Beschimpfungen ausgesetzt.

Innerhalb der Saison ist auch das Parken kostenpflichtig (je nach Zentrumsnähe 50 Cent bis ein Euro pro Stunde, Tagesticket meines Wissens nach überall 5 Euro).

Strand Heiligendamm Grand Hotel
Das ist der Blick von der Seebrücke nach Westen. Erstaunlicherweise war der Füllstand auch an einem Sonnentag im Juli nicht viel höher. Hinter der Strandkorbreihe fängt irgendwo der Holzbohlenweg an, und dann kommen FKK- und Hundestrand.

In Heiligendamm (Zentrum) ist ein großer neuer Parkplatz in Strandnähe angelegt worden.

Auch hinten am Kinderstrand sind ausreichend Parkplätze vorhanden (wenn ihr keinen Parkplatz mehr kriegt, wollt ihr auch nicht an den Strand, glaubt mir).

Kostenlos parken in Heiligendamm klappt wirklich nicht. Wer sein Auto an den schmalen Seitenstreifen quetscht, bekommt mit ziemlicher Sicherheit ein Knöllchen von den aufmerksamen Kontrolleuren, denn im ganzen Ortsgebiet ist Parken nur innerhalb der ausgezeichneten Flächen erlaubt.

Der Strand in Börgerende

Zwischen Heiligendamm und Börgerende gibt es bis zur Schleuse nur einen schmalen Streifen Sand mit vielen Steinen, teilweise auch Steinpackungen des Küstenschutzes, die streng genommen nicht betreten werden dürfen.

Strand Bad Doberan Heiligendamm Ost
Eine Steinpackung trennt den schmalen Strand vom unebenen Spazierweg auf dem „Deich“. Wer sich an Regeln hält, kommt hier gar nicht ans Wasser (im Sommer ist natürlich trotzdem alles voll). Das Weiße im Hintergrund ist Heiligendamm.

Der Strand wird immer schmaler, bis er an der Jemnitz-Schleuse ganz verschwindet. Hier münden der Mühlenfließ und der Ablauf den Conventer Sees ins Meer.

Witzigerweise befinden sich an der Schleuse mehrere kostenlose Parkplätze.

Der „wilde“ Strand am Wachturm

Börgerende erhebt derzeit (noch) keine Kurtaxe. Dafür handelt es sich aber auch um einen Naturstrand mit vielen kleinen Steinen, Muscheln und – je nach Wetterlage – Algen-Gemöck.

Strand Börgerende
Naturstrand: Rund um Börgerende ist der Sand so, wie er eben ist.

Da es entlang der Straße immer nur begrenzte Parkmöglichkeiten gibt (allesamt kostenpflichtig, 1 Euro pro Stunde, Tagesticket 5 Euro), ist der Strandabschnitt rund um den ehemaligen DDR-Wachturm der, wo man auch im Hochsommer immer noch Platz findet. Der Turm ist übrigens einer von nur zwei Stück, die heute noch stehen. Einst war die ganze Mecklenburger Küste damit bepflanzt. Der andere steht in Kühlungsborn und kann besichtigt werden. Dieser hier nicht.

Einen großen (kostenpflichtigen) Parkplatz gibt es am Ortseingang von Börgerende (von Heiligendamm aus kommend). Die Preise sind dieselben wie an der Straße nach Heiligendamm.

Börgerendes feinster Strand am Campingplatz

Der feinste (und vollste) Abschnitt befindet sich rund um den Campingplatz.

Hier ist in den vergangenen zwei Jahren ein ganzes neues Viertel von Apartmenthäusern voller Ferienwohnungen entstanden. Als Quasi-Einheimische sehe ich das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. So haben wir da jetzt hinterm Deich eine (mittelmäßige) Eisdiele, Restaurants, Fahrradverleih und so weiter und so fort, und eines meiner liebsten Cafés rund um Bad Doberan hat hier aufgemacht. Andererseits ist es natürlich viel voller, unseren kostenlosen Geheim-Parkplatz gibt es nicht mehr, und überhaupt war früher per se natürlich alles besser… Aber nee, ist schon in Ordnung. 🙂

Strand am Campingplatz Börgerende
Hier sieht man die Beschaffenheit des Sandes am Campingplatz von Börgerende (an einem Sommertag in der Abendämmerung, letztes Jahr).

Am östlichen Rand von Börgerende, hinter dem Campingplatz, erstreckt sich auch noch mal ein Stück ausgewiesener FKK-Strand.

Dann beginnt langsam die Steilküste unterhalb des Gespensterwaldes. Hier wird es wieder sehr steinig und schmal.

Infotafel Nienhagen Steilküste
Am Ortsrand von Nienhagen gibt es eine Infotafel über die geologischen Prozesse der Steilküste.

Der Strand von Nienhagen

Das Seebad Nienhagen punktet wieder mit schön aufgeschüttetem Sandstrand in feiner Qualität – was aber auch wieder Kurtaxe kostet (1,50 Euro, ermäßigt 1 Euro).

Da Nienhagen oben auf der Steilklippe liegt, befindet sich der Strand quasi eine Etage tiefer. Am schnellsten geht es über die Treppen, aber auch ein barrierefreier Holzweg führt nach unten.

Gute Aussichten: Nienhagen liegen Strand und Meer zu Füßen.

Und wenn kein Strandwetter ist?

Wenn im Familienurlaub an der Ostsee einmal nicht die Sonne scheint und kein Wetter zum Baden ist, hat das Hinterland in Mecklenburg-Vorpommern eine Menge zu bieten.

Was die wenigsten wissen: Man kann – gerade mit Kindern – auch hervorragend Wandern an der Ostsee! Zuuufällig habe ich da eine Empfehlung für den passenden Reiseführer. 😉

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