Bayern Roadtrip mit Kindern

#f4tBY: Unser Bayern-Roadtrip in den Herbstferien

Wie schon letztes Jahr haben wir unsere Herbstferien (beinahe) komplett in Bayern verbracht. Das größte deutsche Bundesland hat einfach eine Menge zu bieten! Diesmal ist ein regelrechter Roadtrip daraus geworden. Genauer angeschaut haben wir uns die Ferienregion Bayerischer Wald, das Berchtesgadener Land rund um Bad Reichenhall und die Landeshauptstadt München. Aber weil ein Roadtrip mit Kindern immer mehr ist als die Summe seiner Teile, fasse ich unser herbstliches Bayern-Abenteuer erst einmal zusammen und erzähle von unseren absoluten Highlights im Süden Deutschlands.

Wir wohnen im Schaumburger Land zwischen Hannover und Bielefeld, und somit ist es für uns Nordlichter bis nach Bayern ein langer Ritt. Würden wir in eins bis nach München durchbrettern, säßen wir je nach Verkehrslage rund siebeneinhalb Stunden im Auto. Klar, das ginge, wenn es müsste. Unsere umfassende Erfahrung mit Roadtrips als Familie hat uns jedoch gelehrt, dass wir alle mehr davon haben, wenn wir unsere Fahrstrecken in handliche Häppchen aufteilen.

Unser Bayern-Urlaub beginnt in Thüringen

So wählen wir als ersten Stop-Over mit Übernachtung nach rund vier Stunden Fahrt die kleine Stadt Kahla in Thüringen. Eleganter im Sinne der Überschrift wäre es wohl gewesen, noch die 50 Kilometer bis zur bayerischen Landesgrenze durchzuhalten. Aber Kahla ist der neue Wohnort von Martins Schwester, und unser Familienurlaub in Bayern ist der ideale Anlass, sich Tante Kristinas neues Heim einmal anzusehen.

family4travel Familienfoto
Wir, auf dem Weg in den Urlaub: Lena und Martin, hinten Silas (10) und Janis (13).

Wie sich herausstellt, ist Kahla ein hübsches Städtchen mit durchrenovierten bunten Fassaden. Bei einem Abendspaziergang erkunden wir die sehenswerte Altstadt. Was ich dabei aber nicht unter den Tisch kehren möchte: Ein Pulk glattgeschorener junger Männer in Springerstiefeln in der Nebenstraße macht auf uns entschieden keinen guten Eindruck.

Kahla, Thüringen
Abendlicher Stadtbummel durch Kahla.

Für die Ausstellung „Porzellanwelten“ rund um die Leuchtenburg und das schöne Wandergebiet werden wir aber bestimmt noch mal wiederkommen!

Verwöhn-Programm im Familotel

Am nächsten Morgen geht es weiter. Noch einmal fahren wir vier Stunden nach Süden. Dann sind wir im Bayerischen Wald. Unsere Unterkunft ist das Familotel Landhaus zur Ohe in Schönberg, und sie ist herrlich! Wir kommen pünktlich zum Kaffeetrinken an. Danach erkunden die Jungs begeistert die große Hotelanlage, die speziell auf Familien mit (kleinen) Kindern ausgelegt ist. Es gibt drinnen und draußen mehrere Spielplätze, eine Rutsche vom dritten Stock bis ins Erdgeschoss, ein Hallenbad, Katzen, Ziegen und einen ganzen Reiterhof.

Bayerischer Wald mit Kindern, Familotel Landhaus zur Ohe
Entspannter Urlaub mit Kindern im Bayerischen Wald: läuft. Im Hintergrund liegt das Familotel Landhaus zur Ohe.

Eigentlich könnten wir es uns hier ja jetzt gemütlich machen und diesen wunderbaren Ort die nächsten Tage einfach gar nicht mehr verlassen, denke ich mir, als ich mich abends tiefenentspannt im Wellnessbereich ausstrecke.

Wellnessbereich Bayerischer Wald mit Kindern, Familotel Landhaus zur Ohe
Mein persönliches Highlight Nummer eins in unseren Herbstferien: in der Sauna relaxen und einfach mal Urlaub haben!

Ferienregion Bayerischer Wald

Aber draußen vor der Tür wartet der gesamte Bayerische Wald mit einem superspannenden Programm auf uns. Europas größtes zusammenhängendes Waldgebiet mit Deutschlands ältestem Nationalpark bietet eine ganze Menge Superlative.

Wandern mit Kindern im Bayerischen Wald
Wandern im Nationalpark: Ranger Roland Ertl zeigt uns ein winziges Stück des riesigen Bayerischen Walds.

Und so durchstreifen wir den Wald mit einem Nationalpark-Ranger, entdecken Uhus, Elche und sogar einen Luchs im Tier-Freigelände am Lusen. Wir lernen, dass der Bayerische Wald berühmt für seine Glasbläser ist. Die Jungs dürfen sich sogar selbst in der alten Kunst versuchen. Ein Ausflug führt uns nach Zwiesel, wo uns eine Gästeführerin in die unterirdischen Geheimnisse der kleinen Stadt einweiht. Und wann immer es das Wetter erlaubt, entwischen wir zwischendurch in die herrliche Natur, die herbstlich golden leuchtet.

selber Glasblasen im Bayerischen Wald
Janis versucht sich als Glasbläser.

Stop on the road: Passau im Regen

Nach drei wunderbaren Tagen geht es für uns weiter nach Süden. Als Tagesziel für zwischendurch haben wir uns Passau ausgesucht. Das ist überhaupt nicht weit vom Bayerischen Wald entfernt, von Schönberg aus fahren wir eine Dreiviertelstunde.

Passau bei Regen
Passau im Regen. Im Dom verbirgt sich die größte Orgel Europas, aber weil grad ein Konzert lief, konnten wir keinen Blick darauf werfen.

Passau liegt an der Donau, und irgendwie hat es sich ergeben, dass wir Donaustädte „sammeln“. Also steigen wir trotz strömendem Regen aus dem Auto. Bei solch einer unangenehmen Witterung kann die Stadt kaum gewinnen. Mir gefällt sie trotzdem, und ich nehme mir fest vor, noch einmal bei besserem Wetter herzukommen.

Bis zum Zusammenfluss von Donau, Ilz und Inn kämpfen wir uns tapfer durch den Regen. Jeder Fluss kommt mit einer anderen Wasserfarbe heran – theoretisch. Heute ist das eher nur auf dem Luftbild zu sehen, das auf die Infotafel an der Flusspromenade gedruckt ist.

Passau, Zusammenfluss von Donau und Inn
Donau von links, Inn von rechts. Regen von oben.

In die Berge: Bad Reichenhall

Unser nächstes Übernachtungsziel ist Bad Reichenhall. Um es zu erreichen, fahren wir überraschenderweise eine ganze Weile durch Österreich. Bad Reichenhall liegt gemeinsam mit dem deutlich kleineren Berchtesgaden in einer Art geografischem Blinddarm. Der ist buchstäblich der hinterletzte Zipfel der Bundesrepublik. Aber der weite Weg lohnt sich: Plötzlich umgeben uns majestätische Berge. Wir sind mitten in den Alpen.

Berchtesgaden Windbeutelbaron Ausblick
Das ist der Ausblick vom Windbeutelbaron aus ins Tal.

Unser Quartier ist das recht noble Bavaria Residenz Hotel. Hier beziehen wir ein großes Familienzimmer mit Doppelbett und Schlafcouch im Nebenraum.

Amber Hotel Residenz Bavaria Bad Reichenhall
Unser Heim für zwei Nächte.

Leider hat die Moral in unserer familiären Reisegemeinschaft einen Tiefpunkt erreicht. Silas hat Kopfschmerzen, Janis hat Pubertät. Das Sinfoniekonzert der Bad Reichenhaller Philharmonie, auf das ich mich so tierisch gefreut habe, besuche ich deswegen ganz alleine. Trotzdem (oder vielleicht auch genau deshalb) ist der Abend für mich ein großes Highlight unseres Urlaubs.

Am nächsten Morgen haben sich die Wogen geglättet, und selbst das Herbstwetter gewährt uns einen goldenen Oktobertag. Wir genießen ein tolles Frühstücksbuffet, dann fahren wir in die Berge. Am Obersalzberg haben wir ein Date mit der (hier nicht eben rühmlichen) deutschen Geschichte. Nachdem wir uns das Dokumentationszentrum über Hitlers Reichskanzlei-Außenstelle angesehen haben, verdauen wir die schwere Kost auf einer kleinen Bergwanderung mit herrlichen Ausblicken ins Tal. Abends entspannen wir in der Rupertus-Therme, die nur einen Katzensprung von unserem Hotel entfernt ist. Wieder so ein ausgesprochen herrlicher Urlaubstag!

Dokumentation Obersalzberg mit Kindern
„Ich finde, darüber sollte man als Deutscher einfach Bescheid wissen“, sagt der 10-jährige Silas. Und so stellen wir uns dem dunklen Kapitel der Geschichte am Obersalzberg.

Nach Norden über Wasserburg

Am nächsten Morgen besichtigen wir noch die Alte Saline in Bad Reichenhall (besonders für den Ingenieur unter uns extrem spannend). Eigentlich würde ich mir gern die Stadt an sich noch ein bisschen angucken, aber Sturm Herwart tobt, es ist furchtbar ungemütlich, und viele Autobahnen sind gesperrt, so dass wir uns lieber früh auf den Weg machen.

Hübsches Städtchen: Wasserburg.
Hübsches Städtchen: Wasserburg.

Dafür legen wir eine ungeplante Pause in Wasserburg ein. In der Saline haben wir gelernt, dass die Händler-Karawanen schon im Mittelalter auf dem Weg nach München hier Station machten. Die kleine Stadt ist hübsch, und es regnet nicht – was will man mehr? Im „Pamukkale“ essen wir einen der besten Döner der vergangenen Jahre. Nach einem kurzen Stadtbummel geht es weiter über die Landstraße nach München.

München drinnen und draußen

In München beziehen wir unser Quartier in Neuaubing, einem nichtssagenden Vorort im Westen, von wo aus wir aber bequem in einer halben Stunde mit der S-Bahn in die Innenstadt fahren können. Im Econtel Hotel München haben wir diesmal ein wirklich riesiges Familienzimmer, in dem zwei bequeme Doppelbetten nebeneinander stehen.

Deutsches Museum München
Im Deutschen Museum gibt es unheimlich viel zu sehen – und selbst auszuprobieren!

Für München haben wir einen vollen Tag, und den verbringen wir zu drei Vierteln im Deutschen Museum. Das stand schon ewig auf unserem Wunschzettel, und eigentlich bräuchten wir dafür mindestens eine Woche. Es gibt über 30 Abteilungen, und jede einzelne ist beinahe tagesfüllend. Das Deutsche Museum in München ist eben tatsächlich das größte naturwissenschaftlich-technische Museum der Welt. So beschränken wir uns auf persönliche Highlights, teilen uns immer wieder auf, werden doch spontan in ganz andere Themenbereiche getrieben und haben generell einen Heidenspaß.

München, voll.
München, voll.

München selbst hingegen zeigt sich uns nicht eben von seiner Schokoladenseite. Es ist nass und kalt, und aufgrund des Feiertags ist es brechend voll. Wir haben den netten Kinder-Reiseführer München-Touren auf Paulas Spuren* dabei, aber wo immer wir rund um die Sehenswürdigkeiten stehen bleiben, um die Texte zu lesen, stehen wir im Weg. Also suchen wir nach einem Café, um uns den Beschreibungen im Warmen zu widmen, aber in Münchens Innenstadt gibt es irgendwie kaum Cafés, und die, die es gibt, sind brechend voll. Wir ärgern uns, nicht länger im Museum geblieben zu sein, und fahren früh zurück in unsere hässliche Vorstadt, wo wir auf dem großen Tisch in unserem Zimmer einfach eine ausgiebige Runde mitgebrachte Brettspiele spielen. Nicht die schlechteste Wendung dieses Urlaubs.

Statt Besichtigung der Landeshauptstadt bauen wir lieber Königreiche in unserem Hotelzimmer.

Überraschendes Fulda

Eine letzte Reise-Nacht verbringen wir in Fulda. Diesen Ort habe ich mir recht spontan ausgesucht, nachdem aus einer angeleierten Kooperation doch nichts geworden ist. Von München nach Hause liegt Fulda genau auf der Hälfte direkt auf dem Weg, und außerdem ist die ganze Gegend auf unserer persönlichen Reisekarte ein einziger weißer Fleck.

Dass sich die Barockstadt auch abgesehen von diesen äußeren Faktoren lohnt, erfahren wir, als wir dort sind. Ich habe uns für eine Führung durch das Begehbare Herz in der Kinderakademie angemeldet – eine wirklich spannende und lehrreiche Erfahrung für uns, obwohl sie eigentlich mehr auf Grundschulkinder zugeschnitten ist.

Begehbares Herz, Kinderakademie Fulda
In der Kinderakademie kann man tatsächlich durch ein menschliches Herz klettern.

Auch die gastronomische Szene von Fulda überrascht uns positiv. Im Gegensatz zu München gibt es hier so viele einladende Cafés, dass wir kaum wissen, wohin. Zwischen Barockbauten, Fachwerkhäusern, dem Dom und der wirklich ganz besonderen Michaelskirche macht uns auch der Stadtbummel trotz Kälte richtig viel Spaß.

Fuldas Innenstadt.
Fuldas Innenstadt.

Wir übernachten für schlanke 60 Euro (Schnäppchen über HRS) etwas außerhalb in einem schlichten Gasthof namens Alte Schule in einem großen Familienzimmer.

Letzter Stopp: Warburg

Eine letzte, eher unverhoffte Pause legen wir in Warburg ein. Das kleine Städtchen liegt schon in Nordrhein-Westfalen. Zu spät haben wir gemerkt, dass wir kein Picknick fürs Mittagessen dabei haben, und dass schon wieder Feiertag ist (Allerheiligen). Also fahren wir mit knurrendem Magen einfach von der Autobahn ab und landen in einer wirklich, wirklich hübschen Stadt, die wir spontan ausführlich erkunden, bevor wir es gut sein lassen müssen und nach Hause zurück fahren.

Altstadt Warburg
In Warburgs Altstadt geht es beständig rauf und runter.

Mehr über unseren #f4tBY-Roadtrip durch Bayern

Ganz authentische Einblicke in unser Reise-Familienleben habe ich währenddessen bei Twitter und auf Instagram gepostet. Sie lassen sich auch jetzt noch unter dem Hashtag #f4tBY wiederfinden.

Und dann wird es natürlich nach und nach noch ausführliche Berichte zu den einzelnen Stationen unserer Reise geben. Denn in dieser Zusammenfassung habe ich kaum überhaupt die Oberfläche von dem angekratzt, was wir alles erlebt haben!

Infos und Links zum Nachmachen

Wer gern auf unseren Spuren wandeln möchte, kann sich dieselbe (oder eine ähnliche, auf die individuellen Bedürfnisse der eigenen Familie abgestimmte) Reise selbst zusammenstellen. Ich selbst würde die Tour glatt noch einmal machen – allerdings würde ich sie im Nachhinein andersrum empfehlen (damit das Komfort-Niveau der Unterkünfte und der Entspannungs-Faktor kontinuierlich ansteigen). Wer nicht so aufs Geld schauen muss und zwei Wochen Urlaub hat, dem empfehle ich entschieden noch ein, zwei (oder drei) Tage in Bad Reichenhall und im Bayerischen Wald dranzuhängen, um die wunderschöne Gegend mehr zu erkunden und die Annehmlichkeiten der Hotels nutzen zu können.

Direkte Links zu unseren Hotels:

Blick auf den Watzmann vom Obersalzberg aus.
Blick auf den Watzmann vom Obersalzberg aus.

Transparenzhinweis: Wir sind diesmal fast komplett auf Einladung unterwegs gewesen: im Bayerischen Wald auf die der Ferienregion Bayerischer Wald, in Bad Reichenhall und München auf Einladung der Kette Amber Hotels (und in Kahla auf Einladung von Tante Kristina). Im Bayerwald und in Bad Reichenhall lief auch das Programm über die Tourismusförderung, und im Deutschen Museum hab ich uns ebenfalls als Blogger akkreditiert (was vor allem den Unterschied macht, dass meine Laune deshalb nicht von der gefühlt kilometerlangen Schlange am Eingang beeinflusst wurde, an der wir vorbeimarschieren durften). Fulda haben wir dagegen recht spontan auf eigene Kosten angehängt und „incognito“ erkundet. Wer Langeweile hat oder eine Diplomarbeit über Beeinflussung durch Blogger-Relations schreiben möchte, kann ja mal analysieren, ob sich dadurch Unterschiede im Begeisterungsgrad ergeben. 🙂 Ich selbst hab jedenfalls den Anspruch, dass sich Einladungen und Vergünstigungen nicht auf die Art der Berichterstattung niederschlagen, sondern dass wir immer objektiv/subjektiv authentisch berichten, was wir vor Ort erleben und was wir davon halten.

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