Das Überseemuseum in Bremen gehört zu meinen absoluten Lieblingsmuseen in Deutschland und ganz Europa – gerade mit Kindern! Seit fast 14 Jahren steht das so in meinem Reiseblog. Höchste Zeit, mal wieder nach dem aktuellen Stand zu schauen. Und siehe da: 2026 gefällt uns das Museum als Familie sogar noch besser als zuvor. Unser aktueller Erfahrungsbericht.
Ausflug ins Überseemuseum Bremen mit Kindern
Wir besuchen das Überseemuseum an einem Sonntag im Januar. Mit dabei sind wir Eltern und unsere sechsjährige Tochter Franka.

Das sind wir drei (allerdings in →Xanten neulich, nicht in Bremen): Martin, Franka (6) und Lena.
Für Mann und Kind ist es der erste Besuch. Ich war schon mehrmals hier, aber seit vielen Jahren nicht mehr. Zuletzt habe ich das Überseemuseum 2012 mit meinen inzwischen großen Jungs erkundet. Mein Erlebnisbericht von damals war einer meiner ersten Blogbeiträge hier bei family4travel. (Aus nostalgischen Gründen behalte ich ihn. Ihr findet ihn ganz hinten in diesem Artikel.)
Seitdem hat sich viel getan. Das Überseemuseum ist in großen Teilen neu konzipiert worden. Es lohnt sich unbedingt, die unglaublich vielfältige Ausstellung auf drei Etagen plus Schaumagazin und Sonderausstellung anzusehen. Und ich sage euch gleich: Plant den ganzen Tag dafür ein! Immerhin begebt ihr euch auf Weltreise.
Übrigens: Wer lieber nicht so viel lesen, aber trotzdem einen guten Eindruck vom Überseemuseum mit Kindern haben möchte, kann sich auch einfach mein Reel auf →Instagram ansehen. In meinem Profil findet ihr auch ein Bremen-Highlight mit vielen anderen familienfreundlichen Tipps für die Stadt. Das in ausführlich steht wiederum in meinem →Bremen-Artikel hier im Blog.
Eintritt und Öffnungszeiten
Alle Informationen zu Eintrittspreisen und Öffnungszeiten bekommt ihr am besten immer aktuell auf der Museums-Website. Als Hausnummer: 2026 zahlen Erwachsene 15 Euro Eintritt (Dauerausstellung inklusive Sonderausstellung, nur Dauerausstellung geht nicht). Kinder ab sechs Jahren zahlen 7,50 Euro, darunter gratis.
Wenn ihr Übernachtungsmöglichkeiten in der Nähe sucht, schaut am besten einfach bei booking.* Direkt neben dem Überseemuseum befindet sich das Best Western Hotel zur Post.* Fast ebenso nah liegt das Meininger Hotel*, das auch Familienzimmer hat. – Dort könntet ihr mich für eine ganze Woche einquartieren. Ich würde direkt nach dem Frühstück rüber ins Museum gehen und erst abends nach der Schließung wieder aus dem Museum kommen. Yay, Traumurlaub!
Was erwartet Familien mit Kindern im Überseemuseum?
Das Überseemuseum entstand vor fast 130 Jahren wie viele andere Museen. Reiche Kaufleute, die es in Bremen zuhauf gab, sammelten auf ihren Geschäftsreisen in fernen Ländern Souvenirs. Um bei den Daheimgebliebenen anständig damit glänzen zu können, formierte sich – verkürzt gesagt – schließlich das Überseemuseum.
Heute funktionieren historische Schätze und moderne Museumspädagogik hervorragend zusammen. Nicht erst seit 2026 lässt sich im Überseemuseum die bunte weite Welt erleben – mit allen Sinnen. Dabei geht es nicht nur um Unterhaltung. Die kommt durchaus nicht zu kurz! Interaktive Ausstellungsstücke, Mitmachangebote zum Anfassen und kuriose Infos im „snackable content“-Format sorgen dafür. Als anständiges Museum nimmt die Institution aber auch ihren Bildungsauftrag ernst. Altersgerecht für alle Beteiligten vermittelt das Bremer Überseemuseum Wissen und Hintergründe über wirtschaftliche und soziale Herausforderungen sowie den Klimawandel.
Ganz wunderbar gefällt mir dabei die thematische Vielfalt. Das Überseemuseum ist Naturkundemuseum, kulturhistorisches Museum und Erlebniswelt in einem. Geografisch stehen Asien, Afrika, ganz Amerika auf der Agenda. Es geht um Menschen, Tiere und ihren Lebensraum. Dabei schwingt immer die Frage mit: Und was hat das mit uns zu tun?
Ein Tag im Überseemuseum Bremen mit Kind
Von der ersten Minute an werden wir komplett in die überwältigende Dauerausstellung hineingezogen. Nach dem Scannen unserer Tickets bleibt Franka zunächst vor dem großen Globus stehen. Der zeigt eine ungewöhnliche Perspektive: lauter kleine Inseln inmitten von ganz viel Blau. Europa und Deutschland finden wir hinten auf der anderen Seite. Ganz schön weit weg.
Franka gibt einen begeisterten Quietschlaut von sich. Nur wenige Meter weiter hat sie etwas Spannendes entdeckt: An einem abgesperrten Sandstrand legt eine riesengroße Meeresschildkröte ihre Eier ab. Schildkröten kennt die Sechsjährige aus dem →Zoo. Aus Büchern weiß sie, wie die Eiablage vonstatten geht. Sie kennt sogar das große Problem, dass das Geschlecht der Tiere von der Temperatur im Nest bestimmt wird und wegen des Klimawandels fast nur noch Weibchen schlüpfen. Im Diorama kann sie den Prozess jedoch hautnah nachverfolgen. In einer Schublade zieht sie das Gelege hervor, sieht frisch geschlüpften Baby-Schildkröten in die (Plastik-)Augen.
Auf der anderen Seite des Ausstellungsstücks scheint das Meer bei einem der immer häufigeren und immer heftigeren Stürme die Absperrung weggerissen, die Tierschützer*innen gegen Eierräuber und Fototourismus aufgestellt haben. Ein weiteres Gelege ist hier schon ganz verloren. Es ist nur ein winziger Ausschnitt der großen weiten Welt. Aber er wirkt so echt und überzeugend.
Bunte Welt im Erdgeschoss
Eigentlich haben wir fest vor, die Massen zu schlagen und uns zuerst die Sonderausstellung ansehen. Aus Erfahrung wissen wir, dass es ansonsten total Sinn macht, mit den oberen beiden Stockwerken anzufangen. Dort geht es thematisch in die Tiefe. Es lohnt sich, viel Zeit dafür einzuplanen und schon dort zu sein, während die meisten noch dem Zauber des Erdgeschosses verfangen sind.
Der wirkt aber natürlich auch auf uns. Nicht umsonst hat das Überseemuseum für seine Dauerausstellung „Der blaue Kontinent – Inseln im Pazifik“ 2026 den German Design Award gewonnen. Wir laufen durch ein Korallenriff und stoßen schließlich auf ein lebensgroßes Herz eines Blauwals. Franka tut es den anderen Kindern gleich und krabbelt einmal durch die Herzkammern. Dann rutscht sie von der Schwanzflosse. Nebenbei hört sie mir dabei zu, wie ich etwas über die Migrationsbewegungen der großen Meeresbewohner vorlese. An einem Holzmodell kann sie sie anschließend selbst nachverfolgen.

Wo sonst kann man durch ein Walherz krabbeln? (Randbemerkung: Durch ein überlebensgroßes Menschenherz könnt ihr in der Kinderakademie in →Fulda klettern.)
Es folgt das Tor zu Asien. An einem traditionellen japanischen Teehaus haben meine Jungs vor zwölf Jahren noch mit den Händen bei den Kois im Wasser geplanscht. Heute hält eine Plexiglasscheibe Kinder davon ab: besser so. Japanische Mode im Wandel der Zeiten (bis hin zum Manga-Cosplay-Outfit) fängt uns ebenso ein wie die komplette chinesische Beamtenwohnung aus dem frühen 20. Jahrhundert.
Aber halt, wir wollten doch nach oben! Nachdem wir in Erfahrung gebracht haben, dass wir zur Sonderausstellung schon gleich vorne am Ticketschalter die Treppe hoch müssen, kämpfen wir uns an all den verlockenden Wundern vorbei wieder zurück. Schon jetzt ist uns klar: Eigentlich bräuchten wir eine Dauerkarte. Würden wir in Bremen wohnen, kämen wir mindestens einmal im Monat, um uns Stück für Stück angemessen durch das Überseemuseum zu staunen.
Sonderausstellung „Magie!“ mit Kindern
Ich gebe zu: Dass das Überseemuseum auf meiner langen Bucketlist wieder so weit nach oben gerutscht ist, liegt an Instagram. Dort spült die personalisierte Werbung penetrant die aktuelle Sonderausstellung „Magie!“ in meinen Feed. Das klingt faszinierend – und wirkt.
Die Sonderausstellung, die noch bis zum 7. April 2026 zu sehen ist, lohnt auch durchaus einen Besuch. Mit Kindern allerdings, das muss ich leider sagen, ist so ziemlich jede andere Ecke im Überseemuseum empfehlenswerter. Die Ausstellung ist stimmungsvoll gemacht – recht düster. Auch thematisch ist die Reise von intuitiven und alt-ägyptischen Magievorstellungen über mittelalterliche Praktiken im Spannungsfeld zwischen traditioneller Heilkunst und Kirche bis zum Salon-Zauberer mit schwarzem Zylinder und Jahrmarkt-Scharlatanerie leicht überfordernd. Für Franka, die felsenfest an Elfen und den Weihnachtswichtel glaubt, sind die kulturhistorischen, teils psychologischen Erklärungen irritierend. So verlässt ihr Papa den Zauber seufzend nach einer Viertelstunde, um in der Dauerausstellung nach Kindgerechterem zu suchen.
(Die von uns, die Religionswissenschaft studiert hat, schwelgt währenddessen besonders in dem Ausstellungsteil, der sich dem Schamanismus in verschiedenen Weltregionen widmet. Sehr cool! Also: ohne Kinder schon eine absolute Empfehlung!)
Actionbound: Per digitaler Rallye durchs Überseemuseum
Eine Stunde später tauschen wir. Jetzt bekommt der Papa kinderfrei und darf der deutschen Kolonialgeschichte in Übersee nachspüren.
Franka hat in der Zwischenzeit schon einige Höhepunkte mit ihrem Vater abgeklappert. Wir beide gehen deshalb noch mal mit einem ganz anderen Ansatz an die Dauerausstellung heran. Am Eingang habe ich einen Flyer zu den digitalen Rallyes im Museum mitgenommen. Es gibt insgesamt neun Stück zu verschiedenen Themen und für unterschiedliche Altersklassen. Dazu brauchen wir nur die kostenlose App „Actionbound“. Die können wir uns sogar im öffentlichen Museums-WLAN runterladen.
Ich entscheide mich für die „Tierkinder“-Rallye. Die über Klimawandel und Nachhaltigkeit oder die über Leben und Tod klingen zwar relevanter und (für mich) interessanter, zielen aber erst auf Kinder ab zehn oder sogar zwölf Jahren. Die Tierkinder sind ab sechs Jahren ausgeschrieben und das kommt auch gut hin. (Mit jüngeren Kindern könnt ihr es sicher auch schon probieren.)
Wir starten am Eingang der Dauerausstellung. Fotos auf dem Handydisplay und kurze Anweisungen sagen uns, wo wir lang müssen. So lotst uns die Rallye über alle drei Etagen der Dauerausstellung und sogar ins Schaumagazin. Haben wir eine Station erreicht, wartet dort nicht nur ein Tierkind auf uns, sondern auch eine Quizfrage. Die Fragen sind ganz schön knifflig und wir liegen mehrmals meilenweit daneben. Macht nichts, so lernen wir was – und zwar beide. Hättet ihr zum Beispiel gewusst, dass in einem Bau von afrikanischen Zebramangusten (sehen so ähnlich aus wie Erdmännchen) alle Jungtiere an einem Tag geboren werden? Warum, ist eine der Quizfragen. Empfehlenswert!
Eltern-Kind-Stationen im Überseemuseum
Auf dem Weg quer durchs Museum bleiben wir natürlich immer wieder hängen. Die Rallye läuft ohne Zeit. So ist das kein Problem, zwischendurch in afrikanische Musik reinzuhören oder südamerikanischen Federschmuck zu bewundern.
Immer wieder stoßen wir dabei auf „Eltern-Kind-Stationen“. Öffnen wir diese, finden wir spannende Dinge zum Anfassen und Ausprobieren. Aus einer dieser Kisten zieht Franka Holzrahmen, die mit verschiedenen Tierfellen bespannt sind. So haben wir jetzt eine echte Löwenmähne gekrault und wissen, wie sich Nashornhaut anfühlt. In anderen Boxen stecken Musikinstrumente oder kleine Experimente. Tolle Idee und für unser Mädchen ein Volltreffer.
Picknick oder Museumscafé? Essen im Überseemuseum
Der Hunger treibt die Familie schließlich wieder zusammen. Dummerweise haben wir kein Picknick mitgenommen. Deshalb besuchen wir das Restaurant Café Übersee, das sich im Museumsgebäude befindet. Ich sag’s mal so: kann man machen. Das Preis-Leistungs-Gefälle überzeugt uns nicht so ganz.
Das nächste Mal nehmen wir auf jeden Fall unser eigenes Essen mit! Das ist im Überseemuseum nämlich überhaupt kein Problem. Unten in der Garderobe gibt es sogar einen nett zurechtgemachten Picknick-Raum.

Sehr familienfreundlich und perfekt für eine Pause. Oben in der ersten Etage gibt es außerdem noch ein „afrikanisches Café“ mit Kaffeeautomat und noch mehr Picknicktischen.
Es ist auch möglich, das Museum zu verlassen und anderswo was zu essen. Die Tickets sind den ganzen Tag gültig und können am Eingang beliebig oft gescannt werden. In diesem Fall wäre meine Empfehlung ganz in der Nähe des Überseemuseums das Hanoi Deli (Bahnhofstraße 25). Passend zum Museum gibt es dort asiatische Küche zu fairen Preisen und auch Kinderportionen.
Günstig Parken am Überseemuseum
Das Überseemuseum befindet sich direkt neben dem Bremer Hauptbahnhof. Eigentlich ist es dämlich, nicht mit dem Zug zu kommen. Das →Niedersachsenticket gilt auch für Bremen.
Wir entscheiden uns bei unserem Besuch 2026 nach langem Hin und Her trotzdem fürs Auto. (Es ist immerhin ein →E-Auto. Und just tags zuvor haben Oma und Opa eine üble Odyssee mit der Deutschen Bahn erlebt. Es ist leider aktuell ein einziges Debakel.)
Kurzum: Wer zum Überseemuseum mit dem Auto anreist, findet ein sehr günstiges Parkhaus in direkter Nähe. Im Parkhaus Goldbeck könnt ihr für läppische 3,50 Euro den ganzen Tag stehen. Es gibt auch Ladesäulen. (Die haben wir nicht genutzt, deshalb weiß ich nichts über den Tarif.) Die Lücken sind angenehm breit für ein Großstadt-Parkhaus. Achtung: Passt gut auf, dass ihr nicht direkt nebenan beim Express Parking landet! Da zahlt ihr kurioserweise nämlich das Zehnfache! Adresse fürs richtige Parkhaus: Beim Handelsmuseum 4 in Bremen. (Handelsmuseum ist übrigens der alte Name vom Überseemuseum.)
Mehr coole Ausflugsziele in und um Bremen
Bremen ist eine meiner absoluten Lieblingsstädte. Obwohl sie für uns nicht ganz um die Ecke liegt, waren wir schon oft hier. Entsprechend viele Ausflugsziele haben wir getestet. Besonders mögen wir die →botanika und das →Bremer Geschichtenhaus. Alle Tipps, auch für besonders kinderfreundliche Cafés zum Bremen-typischen „Kaffeesieren“, findet ihr in meinem sehr ausführlichen Artikel →Bremen mit Kindern.

Unsere Tipps für Bremen mit Kindern sind inzwischen sehr umfangreich. Meine deutsche Lieblingsstadt, tatsächlich.
Und: Vergesst auch →Bremerhaven nicht! Bremens kleine Schwester ist ebenfalls unbedingt einen Ausflug wert! Vor allem das →Klimahaus ist der Hammer! Das →Auswandererhaus ebenfalls.
Und wenn wir schon dabei sind: Die kleine Stadt →Verden mit dem netten →Magic Park ist auch nicht weit und toll!
Mehr tolle Museen in Deutschland
Dann habe ich hier zum Weiterlesen noch ein paar besonders schöne Museen, die sich mit Kindern lohnen.
- Dialog im Dunkeln in Hamburg
- Europäisches Hansemuseum in Lübeck
- Aquazoo Löbbecke Museum in Düsseldorf
- Deutsches Museum in München
- Museumsinsel Berlin
- Völklinger Hütte im Saarland
- Ozeaneum Stralsund
Und auch schon etwas überholt, aber witzig: unser familieninternes Museums-Ranking →Unsere Top Ten der besten Museen in Deutschland.
Nostalgie: Mein alter Erfahrungsbericht übers Überseemuseum mit Kindern von 2012
Das Überseemuseum in Bremen stand schon lange auf unserer Wunschliste. Endlich bot sich die Gelegenheit zu einem Abstecher ins kleinste Bundesland Deutschlands. Von hier aus eroberten wir die ganze Welt bis in die entlegensten Winkel: Ozeanien, Shanghai und der südamerikanische Dschungel waren nur einige unserer Stationen.
Mit der Bahn ins Museum
Aber von vorne. Da das Niedersachsen-Ticket der Deutschen Bahn auch Bremen mit einschließt, entschieden wir uns ohne zu Zögern für die Zugfahrt. Zwei Stunden Fahrzeit, auf der Hälfte einmal umsteigen – mit Kindern im Grundschulalter kann das direkt entspannend sein. Wann sonst kommt man dazu, mal wieder ausgiebig vorzulesen und über all die Dinge zu quatschen, für die im Alltag keine Zeit ist?
Das Überseemuseum Bremen
Das Museum selbst ist absolut empfehlenswert. Hier ist nichts staubtrocken.
Schon beim Betreten der Ausstellungshalle zieht es uns in alle Richtungen gleichzeitig. Da locken Nachbauten fernöstlicher Tempelanlagen, ein sichtlich ausgiebig benutztes Boot von Inselbewohnern aus der Südsee will erkundet werden, und Silas zieht an meinem Handgelenk, weil er auf der Vitrine dahinten einen ausgestopften Pfau entdeckt hat.
Von oben nach unten durchs Überseemuseum
Eisern rufen wir uns zur Ordnung, denn von Oma und Opa haben wir den Tipp bekommen, auf jeden Fall in den höheren Etagen mit dem Museumsrundgang zu beginnen. Lässt man sich gleich in die bunte Welt der exotischen Landstriche ziehen, kommt man da oben nämlich gar nicht mehr an.
So durchqueren wir die Halle nur bis zur Treppe und sind oben die allerersten und längere Zeit einzigen Besucher des Tages.

Im zweiten Obergeschoss finden wir den Hafen und lernen etwas über die Verschiffung von Baumwolle. [Leider nicht mehr.]
Weser-Schifffahrt zum Anfassen
[Diesen Ausstellungsteil gibt es nicht mehr.] Im zweiten Stock geht es um den Grund, durch den Bremen überhaupt zu einem Übersee-Museum gekommen ist: die Weser. Von hier aus steuerten Schiffe in alle Welt und brachten Waren aus fernen Ländern in die Heimat.
Wir erfahren, wie sich neuseeländische Wolle anfühlt, wenn sie als Rohmaterial den Hafen erreicht, und wie die Ballen unbehandelter Baumwolle aussehen. Die Jungs stürzen sich auf die Schiffsmodelle aus verschiedenen Epochen. Janis interessiert sich sehr für die menschengemachten Flussregulierungen im Wandel der Zeit, die eingängig dargestellt sind. Wir schlendern durch alte Handelskontore, lernten Bremer Markenware aus vergangenen Tagen kennen und landen schließlich in einem modernen Supermarkt.

Interaktive Displays helfen die Welt zu verstehen. [Das sieht 2026 tatsächlich auch noch fast genauso aus.]
7 Themenbereiche im Überseemuseum
Eine Etage tiefer ist das Spektrum enorm breit gefächert. Unter dem Oberbegriff „Erleben, was die Welt bewegt“ warten Erlebnisstationen aus sieben Themenbereichen auf neugierige Kinder und Erwachsene. Klimawandel, Kommunikation, Sex und Gender, Zeit, Menschenrechte, Migration und Weltwirtschaft – alles so aufbereitet, dass wir alleine hier schon einen vollen Tag verbringen könnten. [Das ist auch 2026 alles weitgehend unverändert. Hier merkt man – besonders beim Thema Klimawandel – aber auch schon, dass bald mal eine Aktualisierung fällig wäre.]
Inzwischen aber hängt uns der Magen in den Kniekehlen. Wir sind seit kurz nach zehn hier, und es ist schon nach eins. Trotzdem dauert es eine Dreiviertelstunde, bis wir bei unseren Picknick-Rucksäcken im Schließfach des Untergeschosses angekommen sind. Schließlich tauchen hinter jeder Ecke neue spannende Dinge auf, die wir „nur noch kurz“ in Augenschein nehmen wollen.
Vom Dino bis zum Abwaschlappen
Im Ausstellungsbereich der Evolution treffen wir nicht nur das Skelett eines Iguanodons, sondern entdecken auch sein Trittsiegel, das aus dem Obernkirchener Steinbruch stammt. [Das wird leider nicht mehr gezeigt.]
An der Fühl-Station messen wir unsere Tastsinne (ich gewinne, obwohl ich den Abwaschlappen für Seide halte). Die Kinder sind ganz hingerissen von den Tierpräparaten und staunen über die riesige Baumscheibe eines Redwood-Mammutbaums.
Das Schau-Magazin lassen wir zu meinem großen Bedauern ganz links liegen.

So einer war auch bei uns in Obernkirchen unterwegs.
Vom Keller-Picknick in den dunklen Dschungel
Nach dem unromantischen, aber effektiven Keller-Picknick dürfen die Jungs unsere weitere Expeditionsroute bestimmen.
Silas lotst uns zuerst in den nächtlichen Dschungel, der ihn auf dem Weg nach unten schon fasziniert hat. Eigentlich soll man mit den eingebauten Taschenlampen in die dunklen Vitrinen leuchten, aber die sind kaputt. Wie gut, dass sich Handys heutzutage auch zu Taschenlampen umfunktionieren lassen. Auf diese Weise entdecken wir allerhand Tiere und Pflanzen. Diese werden zwar nicht näher erklärt, aber das ist den Jungs egal. Der Entdeckerdrang hat hier Vorrang.
Krabben streicheln im Mangrovenwald
Gleich nebenan liegt der Mangrovenwald, in dem es ebenfalls viel zu entdecken gibt. Wer mutig genug ist, in die markierte Erdspalte zu langen, kann eine der hier lebenden großen Krabben ertasten.
Musealer Kurztrip durch Asien
Durch ein Shinto-Tor betreten wir den asiatischen Kontinent und erkunden einen buddhistischen Tempel, ein japanisches Wohnhaus und traditionelle Gemächer aus China. Das Angebot an interessant dargebotenen Informationen für alle Sinne ist schier überwältigend.
Am späten Nachmittag sinken die Jungs auf die Sitzfläche an der Abenteurer-Hörspielstation und verkünden, dass sie fertig sind. Das Hirn ist voll, sehe ich ein, die Füße sind abgelatscht. Sechs Stunden sind wir hier gewesen. Alles gesehen haben wir längst nicht. Wie so oft entscheiden wir: Wir müssen wiederkommen!
Das Übersee-Museum befindet sich direkt neben dem Bremer Hauptbahnhof. Die Familienkarte kostet 13,50 €, lohnt sich aber erst, wenn beide Elternteile dabei sind. Alle weiteren Informationen bezügliche Eintrittspreise und Öffnungszeiten im Überseemuseum Bremen gibt es immer aktuell auf dessen Webseite.
Die zweite Hälfte unseres Bremen-Ausflugs lässt sich hier nachlesen.
Transparenz-Hinweis: Sowohl 2012 als auch 2026 waren wir auf eigene Kosten im Überseemuseum. In meinem Reiseblog gebe ich unabhängig meine eigene Meinung wieder. Mit * gekennzeichnete Links sind Affiliate-Links. Das heißt, kommt darüber eine Buchung oder ein Kauf zustande, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch kostet es nicht mehr als über den Direktlink. Darüber finanziert sich mein unabhängiges Blog.















Ich kann das Überseemuseum auch nur empfehlen! Wir überlegen, uns eine Jahreskarte zu kaufen, da es dort sooo viel zu entdecken gibt.
Wenn wir in der Nähe von Bremen wohnen würden, würden wir das bestimmt auch machen. Es ist toll, wenn man sich dann mal einen ganzen Nachmittag (oder ein, zwei Stündchen) völlig auf eine Abteilung konzentrieren und diese ausgiebig erkunden kann. Und selbst, wenn man hinterher doch nicht so oft hingeht, wie man sich vorgenommen hat: Wenn man ein Museum unterstützt, tut man nebenher immer eine gute Tat, denn ich kenne kaum eins, das mit seinen Geldern nicht wie verrückt knappsen muss und froh über jede verkaufte Jahreskarte ist. :)
Ich bin gerade durch den Beitrag über das Neandertal-Museum auf den Beitrag hier gestoßen und frage mich gerade, wieso ich das Übersee-Museum noch gar nicht kenne. Da müssen wir unbedingt hin! Vielen Dank für den Tipp! Durch deinen Blog wurde ich schon auf so viele Museen aufmerksam, wirklich toll!
Liebe Michaela, das freut mich riesig, dass du hier Tipps gefunden hast, die für dich passen!
Meinen Uralt-Beitrag über das Übersee-Museum habe ich mir bei der Gelegenheit noch mal angeguckt und ganz schnell in der Optik etwas überarbeitet. Das war ja wirklich noch ganz am Anfang meiner Blogger-Tätigkeit, als ich noch mit riesigen Textblöcken um mich geschmissen habe und die Fotos auf Briefmarkengröße eingestellt habe. Ist jetzt behoben! :)
(Und jetzt will ich selber unbedingt mal wieder ins Überseemuseum! Ist nämlich wirklich sehr, sehr cool da. ;) )
Hallo Lena,
als ich gerade deinen neusten Artikel zum Thema Bloggen, Finanzen und co. gelesen habe, fiel mir ein, dass ich dir die ganze Zeit gerne noch ein Feedback geben wollte, wie es uns im Überseemuseum gefallen hat und das irgendwie immer verschwitzt habe. Nun also…
wir waren bereits am 1.4. dort und ich kann nur sagen: wir LIEBEN es! Das ist wirklich ein ganz ganz tolles Museum sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Selbst unser 4jähriger Sohn fragt regelmäßig, wann wir mal wieder nach Bremen ins Musem fahren :-)
Ich war auch sehr erstaunt über die – im Vergleich zu vielen anderen, deutlich kleineren Museen – niedrigen Eintrittspreise. Das lohnt sich wirklich! Wir waren fast die gesamte Öffnungszeit dort, weil es so viel Spannendes zu entdecken gab und haben noch nicht alles gesehen. Irgendwann ging es uns aber wie euch: wir waren k.o. und konnten einfach nichts mehr aufnehmen.
Seit 2013 wurde allerdings etwas umgebaut. Die unterste Etage und die Ausstellung „Erleben, was die Welt bewegt“ scheinen weitestgehend gleich geblieben zu sein, aber die Ausstellung über Dinosaurier gibt es nicht mehr und die Ausstellung über die Weser, Bremen und die Welt auch nicht mehr. Stattdessen gibt es jetzt eine Afrika- und eine Amerika-Ausstellung, die wir allerdings beide nicht ganz so schön fanden wie das Untergeschoss.
Achso und falls ihr irgendwann nochmal dort seid: Bestehe unbedingt auf den Besuch im Schau-Magazin, das ist wirklich der Wahnsinn, es ist RIESIG und es gibt unglaublich viel zu sehen!
Also vielen lieben Dank an dich! Ohne deinen Blog wären wir wohl nicht so schnell auf das Überseemuseum aufmerksam geworden, was wirklich ein Jammer gewesen wäre.
Lieben Gruß
Michaela
Liebe Michaela, tausend Dank für dein ausführliches Feedback und die ganzen Ergänzungen!
Wir müssen echt unbedingt mal wieder ins Überseemuseum.